[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbringen eines Deckmaterials.
[0002] Im Stand der Technik ist eine Vielzahl von Verfahren und Vorrichtungen bekannt, die
den Zweck haben, ein Deckmaterial auf einem Substrat anzubringen. Insbesondere in
der möbelverarbeitenden Industrie ist es von hoher Wichtigkeit, dass die Haptik und
die Qualität eines Möbelelements, die zu wesentlichen Teilen von dem Deckmaterial
des Möbelelements abhängig ist, den gestiegenen Anforderungen des Endkunden genügt.
Gleichzeitig ist es jedoch auch erforderlich, den Aufwand beim Herstellen eines Möbelelements
bzw. beim Aufbringen eines Deckmaterials auf einem Substrat wie bspw. einer Möbelplatte
oder dergleichen möglichst gering zu halten.
[0003] Es ist daher das Ziel der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zum Aufbringen
eines Deckmaterials zu schaffen, mit der es möglich ist, ein Deckmaterial schnell
und in hoher Qualität auf ein Substrat anzubringen.
[0004] Dies gelingt mit einer Vorrichtung, welche sämtliche Merkmale des Anspruchs 1 aufweist.
[0005] Demnach umfasst die Vorrichtung zum Aufbringen wenigstens eines Deckmaterials wenigstens
eine Auftrittsöffnung zum Abgeben des Deckmaterials an wenigstens ein Substrat, wenigstens
einen ersten Abschnitt, der eine erste Fläche aufweist, wenigstens einen zweiten Abschnitt,
der eine zweite Fläche aufweist, wobei die Auftrittsöffnung in der ersten Fläche angeordnet
ist, wobei die zweite Fläche der ersten Fläche nachgelagert ist und wobei die zweite
Fläche mit wenigstens einer Kühlvorrichtung in Verbindung steht oder wenigstens eine
Kühlvorrichtung aufweist, sodass die Temperatur der zweiten Fläche unter der Temperatur
der ersten Fläche liegt.
[0006] Nach einer optionalen Modifikation der Erfindung weist die Vorrichtung wenigstens
ein thermisches Trennelement auf, das den ersten Abschnitt von dem zweiten Abschnitt
zumindest bereichsweise trennt.
[0007] Dadurch ist es möglich, die in ihren Temperaturen unterschiedlichen Flächen des ersten
und des zweiten Abschnitts besser voneinander thermisch zu isolieren.
[0008] Vorzugsweise sind die erste und/oder die zweite Fläche eben oder gekrümmt ausgebildet
und/oder weisen Führungen zur Führung des Substrats auf.
[0009] Nach einer weiteren Fortbildung der Erfindung grenzen der erste Abschnitt und der
zweite Abschnitt jeweils an das thermische Trennelement an, wobei vorzugsweise der
erste Abschnitt und der zweite Abschnitt das thermische Trennelement sandwichartig
zwischen ihren einander zugewandten Seiten aufnehmen.
[0010] Nach einer weiteren Ausführung der Erfindung liegen die erste Fläche des ersten Abschnitts
und die zweite Fläche des zweiten Abschnitts in einer gemeinsamen Ebene und schließen
bündig miteinander ab, wobei vorzugsweise das thermische Trennelement ebenfalls bündig
zu den ebenen Flächen des ersten Abschnitts und des zweiten Abschnitts abschließt.
[0011] Weiter kann vorgesehen sein, dass der erste und der zweite Abschnitt in einer Querschnittrichtung,
die parallel zur Austrittsrichtung des Deckmaterials aus der Austrittöffnung ist,
mit ihrer ersten und zweiten Fläche eine U-Form zum Aufnehmen eines Kantenbereichs
einer Platte aufweisen.
[0012] Die beiden Schenkel der U-Form liegen dann an einer Oberseite und einer Unterseite
einer Platte an, um die Kantenseite, die die Oberseite und die Unterseite der Platte
miteinander verbindet, mit aus der Austrittsöffnung austretendem Deckmaterial abzudecken
oder zu beaufschlagen.
[0013] Nach einer weiteren optionalen Fortbildung der Erfindung verfügt der erste Abschnitt
über ein Heizmittel, wobei vorzugsweise vorgesehen ist, dass das Heizmittel derart
mit einem Extruder in Verbindung steht, so dass das Heizmittel die Abwärme eines Extruders
nutzt.
[0014] Dabei kann vorgesehen, dass das Heizmittel dazu ausgelegt ist, die erste Fläche des
ersten Abschnitts auf eine Temperatur aufzuheizen, die im Bereich von 150° bis 340°
vorzugsweise auf 150° bis 200°, liegt.
[0015] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Austrittsöffnung in dem ersten Abschnitt mit
einer Extrusionsdüse eines Extruders zusammenwirkt oder eine Extrusionsdüse eines
Extruders ist.
[0016] Nach einer weiteren Fortbildung der Erfindung verfügt der zweite Abschnitt über ein
aktives oder passives Kühlmittel zum Kühlen der zweiten Fläche des zweiten Abschnitts.
[0017] Das Kühlmittel kann dabei als die Kühlvorrichtung angesehen werden.
[0018] Dabei kann das Kühlmittel dazu ausgelegt sein, die zweite Fläche des zweiten Abschnitts
auf eine Temperatur von weniger als 150°C, vorzugsweise weniger als 100°C und bevorzugterweise
weniger als 80°C zu kühlen. Weiter kann nach einer optionalen Modifikation vorgesehen
sein, dass der zweite Abschnitt eine Einlassöffnung für ein Kühlfluid und eine Auslassöffnung
für ein Kühlfluid umfasst, wobei die Einlassöffnung und die Auslassöffnung durch eine
Leitung miteinander verbunden sind, die durch einen zweiten Abschnitt verläuft.
[0019] Die Erfindung betrifft zudem einen Extruder mit einer Extrusionsdüse, die die Merkmale
einer Vorrichtung nach einer der vorstehenden Varianten umfasst oder die mit einer
Vorrichtung nach einer der vorstehenden Varianten zusammenwirkt.
[0020] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Aufbringen eines Deckmaterials mit
einer Vorrichtung nach einer der vorstehend beschriebenen Varianten oder mit dem vorstehend
beschriebenen Extruder, umfassend die Schritte: Ausbringen eines Deckmaterials aus
der Austrittsöffnung, die im ersten Abschnitt angeordnet ist, an einer bestimmten
Austrittstelle; bewegen der Vorrichtung oder des Extruders, so dass die bestimmte
Austrittstelle des Deckmaterials mit dem zweiten Abschnitt in Berührung kommt; und
Kühlen des ausgebrachten Deckmaterials an der bestimmten Austrittsstelle durch den
zweiten Abschnitt.
[0021] Dieses Verfahren ist von Vorteil für das Aufbringen des Deckmaterials, da das bei
hoher Temperatur fließfähige Deckmaterial, das aus der Austrittsöffnung herausgeführt
wird, durch die zweite Fläche gekühlt wird und dadurch schnell abkühlt und rasch erstarrt.
Eine Fließbewegung des Deckmaterials an der gewünschten Stelle des Substrats wird
damit unterbunden, wodurch sich ein vorteilhafter optischer Eindruck und eine sehr
hochwertige Haptik ergeben.
[0022] Vorzugsweise befindet sich das Deckmaterial beim Ausbringen aus der Austrittsöffnung
in einen fließfähigen Zustand und geht durch das Kühlen des zweiten Abschnitts in
einen nicht fließfähigen Zustand über.
[0023] Nach einer Fortbildung des Verfahrens zeichnet sich das Verfahren dadurch aus, dass
vor einem Ausbringen des Deckmaterial die Austrittsöffnung an eine mit dem Deckmaterial
abzudeckende Kante einer Platte angesetzt wird und die Vorrichtung entlang der Kante
der Platte bewegt wird, um die Kante oder die Stirnseite der Kante, die mit dem fließfähigen
Deckmaterial beaufschlagt ist, mit der zweiten Fläche zu kühlen, so dass das Deckmaterial
in einen nicht fließfähigen Zustand überführt wird und eine Abdeckung der Kante oder
der Stirnseite der Kante erhalten wird.
[0024] Weiter kann das Verfahren dazu dienen, geradlinige Stirnseiten von Kanten und/oder
Ecken einer Platte linear mit Deckmaterial zu versehen.
[0025] Vorzugsweise wird die Vorrichtung mit einem Deckmaterial oder einem Extrudat gespeist,
das wenigstens ein Matrixmaterial und wenigstens einen Füllstoff, wobei der Füllstoff
teilweise oder vollständig in dem Matrixmaterial eingebettet ist und das Matrixmaterial
aus wenigstens einem thermoplastischen Kunststoff besteht oder wenigstens einen thermoplastischen
Kunststoff enthält. Dabei kann es von Vorteil sein, wenn das Deckmaterial ein Extrudat
ist. Es kann also vorgesehen sein, dass aus der Austrittsöffnung der Vorrichtung das
oben näher beschriebene Deckmaterial austritt. In diesem Fall ergeben sich synergetische
Effekte beim Zusammenspiel von Vorrichtung und Deckmaterial.
[0026] Durch das Einbetten des Füllstoffs in das Matrixmaterial wird ein Extrudat oder Deckmaterial
geschaffen, das dazu genutzt werden kann, in einem breiten Anwendungsspektrum verlässliche
und reproduzierbare Ergebnisse zu erzeugen.
[0027] Vorzugsweise ist das Extrudat ein Granulat, wodurch sich die Verarbeitbarkeit des
Extrudats weiter vereinfacht. Durch die Form als ein schüttfähiges Gut ist die Portionierung
sowie eine Verpackung relativ einfach.
[0028] Dabei kann vorgesehen sein, dass das Extrudat in granularer Form extrudiert ist oder
dass das Granulat durch wenigstens einen dem Extrudieren nachgelagerten Arbeitsschritt
erhalten wird. So kann beispielsweise vorgesehen sein, dass beim Extrudieren des Matrixmaterials
und des darin eingebetteten Füllstoffs eine Granulierung mit Hilfe eines Luftheißabschlagverfahrens,
bei dem ein heißes Extrudat durch die Zufuhr eines Luftstroms im Bereich der Austrittsöffnung
zu der Bildung von Granulatkügelchen führt. Weiter ist jedoch auch denkbar, dass die
Granulierung erst anhand eines nicht in Granulatform vorliegenden Körpers durchgeführt
wird, beispielsweise indem ein plattenförmigen Körper in Granulatform gebrochen oder
geschnitten wird.
[0029] Nach einer optionalen Modifikation der Erfindung ist es von Vorteil, dass die Schmelztemperatur
des Matrixmaterials in einem Temperaturbereich von 150°C bis 340°C liegt, wobei es
weiter von Vorteil ist, wenn die Obergrenze des Temperaturbereichs der Schmelztemperatur
des Matrixmaterials bei weniger als 200°C liegt. Bei Temperaturen von mehr als 200°C
nimmt die thermische Zersetzung stark zu. So kann es bei einer Schmelztemperatur von
mehr als 200°C dazu kommen, dass die gewünschten Eigenschaften des Füllstoffs bzw.
die gewünschten Eigenschaften der Kombination aus Matrixmaterial und Füllstoff aufgrund
der thermischen Zersetzung nicht mehr erhalten werden.
[0030] Weiter ist es von Vorteil, wenn für das Erhalten des Extrudats das Matrixmaterial
wenigstens ein thermoplastisches Elastomer ist oder ein thermoplastisches Elastomer
umfasst.
[0031] Nach einer Fortbildung der Erfindung ist das Matrixmaterial ein Zellulosematerial
oder umfasst ein Zellulosematerial. Insbesondere kommt als Zellulosematerial Celluloseacetat
(CA), Cellulosebutyrat (CB) und/oder Cellulosepropionat (CP) in Frage.
[0032] Vorzugsweise zeichnet sich das Extrudat dadurch aus, dass das Matrixmaterial mindestens
einen Bestandteil aus den Stoffen der nachfolgenden Gruppe umfasst oder aus wenigstens
einem dieser Stoffe besteht: Polypropylen (PP), Polystyrol (PS), Polymethylmethacrylat
(PMMA), Polyvinylchlorid (PVC), thermoplastische Elastomere (TPE), Celluloseacetat
(CA), Cellulosebutyrat (CB), Cellulosepropionat (CP), Polyethylen (PE), Polyamid (PA),
Polyoxymethylen (POM), Styrol-Acrylnitril-Copolymer (SAN), Polyethylenterephthalat
(PET), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Thermoplastische Polyesterelastomere (TPE-E),
Thermoplastische Elastomere auf Urethanbasis (TPU), Styrol-Blockcopolymere (TPS),
Acrylester-Styrol-Acrylnitril (ASA), Perfluoralkoxylalkan (PFA), Polyetherimid (PEI),
Polyethersulfon (PES), Polyphenylenether (PPE), Styrol-Butadien (SB), Styrol-Butadien-Blockcopolymer
(SBS).
[0033] Nach einer weiteren optionalen Modifikation der Erfindung ist der Füllstoff ein Feststoff,
der vorzugsweise pulverförmig ist. Dadurch ist auch die Verarbeitung des Feststoffs,
insbesondere bei der Erzeugung des Extrudats, besonders einfach.
[0034] Zudem kann vorgesehen sein, dass der Füllstoff als sphärischer Körper, als stäbchenförmiger
Körper oder als Plättchen oder als Kombination der vorgenannten Geometrien vorliegt.
[0035] Nach einer weiteren Variante der Erfindung ist der Füllstoff dazu ausgebildet, dass
er während des Extrusionsvorgangs keine seiner Eigenschaften ändert.
[0036] Weiter kann vorgesehen sein, dass der Füllstoff ein keramisches Material und/oder
ein metallisches Material ist oder umfasst.
[0037] Dabei kann das keramische Material mindestens einen Bestandteil der nachfolgenden
Gruppe umfassen oder hieraus bestehen: Marmor, Dolomit, Travertin, Kalkstein, Sandstein,
Gibbsit, Vulkanit, Serpentinit, Tonschiefer.
[0038] Vorzugsweise umfasst oder besteht das metallische Material aus mindestens einem Bestandteil
der nachfolgenden Gruppe: Messing, Bronze, Aluminium, insbesondere Reinaluminium,
Stahl, insbesondere rostfreien Stahl, Edelstahl, Kupfer.
[0039] Weiter kann vorgesehen sein, dass der Füllstoff Graphit und/oder Ruß umfasst oder
aus einem dieser Bestandteile oder der Kombination hieraus besteht.
[0040] Nach einer weiteren Fortbildung der Erfindung ist das Matrixmaterial teilweise oder
vollständig transparent oder transluzent ist.
[0041] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der nachfolgenden
Figurenbeschreibung ersichtlich. Dabei zeigen:
- Fig. 1:
- eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2:
- eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Zusammenspiel mit einem Extruder,
- Fig. 3:
- eine Seitenansicht der Vorrichtung im Zusammenspiel mit einer Platte,
- Fig. 4:
- eine perspektivische Ansicht der Vorrichtung beim Beschichten einer Kante einer Platte,
- Fig. 5:
- ein mögliches Vorgehen zum Beschichten einer Kante einer Platte,
- Fig. 6:
- ein weiteres mögliches Vorgehen zum Beschichten einer Kante einer Platte,
- Fig. 7:
- eine perspektivische Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung, und
- Fig. 8:
- eine weitere Ansicht er erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0042] Figur 1 zeigt zwei perspektivische Darstellungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung
1. Die Vorrichtung 1 weist einen ersten Abschnitt 3 und einen zweiten Abschnitt 4
auf, die durch ein thermisches Trennelement 6 voneinander getrennt sind. Die im Querschnitt
U-förmige Vorrichtung 1 weist in dem ersten Abschnitt 3 eine Austrittsöffnung 2 (nur
Hinterseite der Austrittsöffnung sichtbar) auf, die dazu ausgelegt ist, ein Deckmaterial
aus dem Steg der U-Form hin zu den zwei Schenkeln der U-Form auszubringen. Die beiden
Schenkel der U-Form sind so voneinander beabstandet, dass zwischen ihnen eine Platte
aufgenommen werden kann, deren Kante dann mir Deckmaterial aus der Austrittsöffnung
beaufschlagbar ist.
[0043] Fig. 2 zeigt das Zusammenspiel eines Extruders 8 mit der Vorrichtung 1. Der Extruder
8 wird mit seiner Extrusionsdüse an der Rückseite der Austrittsöffnung 2 angesetzt,
sodass von dem Extruder 8 extrudiertes Deckmaterial in Richtung der beiden Schenkeln
der U-Form aus der Austrittsöffnung 2 ausgebbar ist.
[0044] Fig. 3 zeigt eine weitere Seitenansicht des mit der Vorrichtung 1 versehenen Extruders
8, bei dem in dem von den Schenkeln der U-Form der Vorrichtung 1 gebildeten Freiraum
eine Platte 7 an einem Kantenbereich aufgenommen worden ist. Die beiden Schenkel der
U-Form der Vorrichtung 1 liegen dabei mit ihren einander zugewandten Seiten an jeweils
einer flächigen Seite der Platte 7, so dass eine Kante der Platte 7 der Austrittsöffnung
2 der Vorrichtung 1 zugewandt ist. Aus der Austrittsöffnung 2 austretendes Deckmaterial
wird demnach auf die Kante der Platte 7 geführt, wobei gleichzeitig ein Fließen des
Deckmaterials auf die flächige Ober- oder Unterseite der Platte 7 durch ein bündiges
Aufnehmen der Platte in den beiden Schenkeln der U-förmigen Vorrichtung verhindert
wird. Lediglich ein Fließen des Deckmaterials in der Längsrichtung der Kante der Platte
7 kann vorkommen und ist teilweise gewünscht.
[0045] Fig. 4 zeigt eine perspektivische Ansicht der bereits in Fig. 3 erläuterten Seitenansicht.
Man erkennt die zwei Abschnitte 3, 4 der Vorrichtung 1 sowie das thermische Trennelement
6, das sandwichartig zwischen den beiden Abschnitten 3, 4 aufgenommen ist und dazu
dient, die beiden Abschnitte 3, 4 thermisch voneinander zu entkoppeln.
[0046] Fig.5 zeigt eine erste Möglichkeit zum Aufbringen des Deckmaterials entlang der umlaufenden
Kante der Platte 7. Dabei wird die Vorrichtung 1 zusammen mit dem Extruder 8 im Uhrzeigersinn
um den Randbereich der Platte 7 herumbewegt. Das Deckmaterial wird aus der im ersten
Abschnitt 3 angeordneten Austrittsöffnung ausgegeben und kommt mit der Kante der Platte
7 in Berührung. Da das Deckmaterial im Regelfall zum Erreichen seiner Fließfähigkeit
erhitzt werden muss, besitzt der erste Abschnitt 3 eine erhöhte Temperatur. Diese
kann bspw. im Bereich von 150° C bis 340° C liegen. Zum Erhitzen kann die beim Extruder
anfallende Abwärme genutzt werden.
[0047] Um ein gleichmäßiges Verteilen des Deckmaterials auf dem Kantenbereich zu ermöglichen,
wird die Anordnung der Vorrichtung 1 mit dem Extruder 8 bzgl. der Platte 7 bewegt,
so dass aus der Vorrichtung 1 frisch ausgetretenes Deckmaterial mit dem zweiten Abschnitt
4 der Vorrichtung 1 in Berührung kommt und dadurch gekühlt wird. Dieser Kühlvorgang
sorgt für das Übergehen des Deckmaterials in einen nicht fließfähigen Zustand. Um
dafür zu sorgen, dass nicht auch der zweite Abschnitt 4 durch das erwärmte Deckmaterial
in seiner Temperatur steigt und dem Zweck eines Abkühlens des Deckmaterials nicht
mehr gerecht werden kann, steht der zweite Abschnitt 4 mit einer Kühlvorrichtung (nicht
explizit gezeigt) in Verbindung, welche die Temperatur des zweiten Abschnitts 4 unter
der Temperatur des ersten Abschnitts 3 hält. Die Bewegung wird demnach so ausgeführt,
dass das aus dem erwärmten Abschnitt 3 austretende Deckmaterial mit dem gekühlten
zweiten Abschnitt 4 gekühlt wird.
[0048] Fig. 6 zeigt eine zweite Möglichkeit die umlaufende Kante der Platte 7 mit Deckmaterial
zu beaufschlagen. Dabei wird nun nicht die Anordnung von Vorrichtung 1 und Extruder
8 bewegt, sondern die Platte 7. Das Funktionsprinzip zum Auftragen des Deckmaterials
an die Kante der Platte 7 ist dabei identisch zu dem aus der Figur 5.
[0049] Fig. 7 zeigt eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung
1, bei dem der gekühlte zweite Abschnitt 4 über eine Auslassöffnung 51 und eine Einlassöffnung
52 für ein Kühlfluid verfügt. Die beiden Öffnungen 51, 52 sind in dem zweiten Abschnitt
4 mit einer Leitung verbunden, die dazu ausgelegt ist, den zweiten Abschnitt 4 zu
kühlen.
[0050] Fig. 8 ist eine weitere Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1, bei der
die Austrittsöffnung 2 durch einen schwarzen Kreis optisch hervorgehoben ist. Auch
erkennt man den ersten Abschnitt 3, in dem die Austrittsöffnung 2 angeordnet ist sowie
den durch das thermische Trennelement 6 getrennten zweiten Abschnitt 4. Diese verfügt
ebenfalls über die Einlass- und Auslassöffnung 51, 52 zum Ein- bzw. Ausleiten eines
Kühlfluids, das zum Kühlen des zweiten Abschnitts 4 genutzt wird.
1. Vorrichtung zum Aufbringen wenigstens eines Deckmaterials, umfassend wenigstens eine
Austrittsöffnung zum Abgeben des Deckmaterials an wenigstens ein Substrat, wenigstens
einen ersten Abschnitt, der eine erste Fläche aufweist, wenigstens einen zweiten Abschnitt,
der eine zweite Fläche aufweist, wobei die Austrittsöffnung in der ersten Fläche angeordnet
ist, wobei die zweite Fläche der ersten Fläche nachgelagert ist und wobei die zweite
Fläche mit wenigstens einer Kühlvorrichtung in Verbindung steht oder wenigstens eine
Kühlvorrichtung aufweist, so dass die Temperatur der zweiten Fläche unter der Temperatur
der ersten Fläche liegt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung wenigstens ein thermisches Trennelement aufweist, das den ersten
Abschnitt von dem zweiten Abschnitt zumindest bereichsweise trennt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder die zweite Fläche eben oder gekrümmt ausgebildet sind und/oder
Führungen zur Führung des Substrats aufweisen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Abschnitt und der zweite Abschnitt jeweils an das thermische Trennelement
angrenzen, wobei vorzugsweise der erste Abschnitt und der zweite Abschnitt das thermische
Trennelement sandwichartig zwischen ihren einander zugewandten Seiten aufnehmen.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Fläche des ersten Abschnitts und die zweite Fläche des zweiten Abschnitts
in einer gemeinsamen Ebene liegen und bündig miteinander abschließen, wobei vorzugsweise
das thermische Trennelement ebenfalls bündig zu den ebenen Flächen des ersten Abschnitts
und des zweiten Abschnitts abschließt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Abschnitt in einer Schnittrichtung, die parallel zur Austrittsrichtung
des Deckmaterials aus der Austrittsöffnung ist, mit ihrer ersten und zweiten Fläche
eine U-Form zum Aufnehmen eines Kantenbereichs einer Platte aufweisen.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Abschnitt über ein Heizmittel verfügt, wobei vorzugsweise vorgesehen ist,
dass das Heizmittel derart mit einem Extruder in Verbindung steht, dass das Heizmittel
die Abwärme eines Extruders nutzt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Heizmittel dazu ausgelegt ist, die erste Fläche des ersten Abschnitts auf eine
Temperatur aufzuheizen, die im Bereich von 150°C bis 340°C, vorzugsweise auf 150°C
bis 200°C, liegt.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnung in dem ersten Abschnitt mit einer Extrusionsdüse eines Extruders
zusammenwirkt oder eine Extrusionsdüse eines Extruders ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Abschnitt über ein aktives oder passives Kühlmittel zum Kühlen der zweiten
Fläche des zweiten Abschnitts verfügt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlmittel dazu ausgelegt ist, die zweite Fläche des zweiten Abschnitts auf eine
Temperatur von weniger als 150°C, vorzugsweise weniger als 100°C, bevorzugterweise
weniger als 80°C zu kühlen.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Abschnitt eine Einlassöffnung für ein Kühlfluid und eine Auslassöffnung
für ein Kühlfluid umfasst, wobei die Einlassöffnung und die Auslassöffnung durch eine
Leitung miteinander verbunden sind, die durch den zweiten Abschnitt verläuft.
13. Extruder mit einer Extrusionsdüse, die die Merkmale einer Vorrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche umfasst oder die mit einer Vorrichtung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche zusammenwirkt.
14. Verfahren zum Aufbringen eines Deckmaterials mit einer Vorrichtung nach einem der
vorhergehenden Ansprüche 1 bis 12 oder mit einem Extruder nach Anspruch 13, umfassend
die Schritte: Ausbringen eines Deckmaterials aus der Austrittsöffnung, die im ersten
Abschnitt angeordnet ist, an einer bestimmten Austrittsstelle, Bewegen der Vorrichtung
oder des Extruders so dass die bestimmte Austrittsstelle des Deckmaterials mit dem
zweiten Abschnitt in Berührung kommt, und Kühlen des ausgebrachten Deckmaterials an
der bestimmten Austrittstelle durch den zweiten Abschnitt.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Deckmaterial beim Ausbringen aus der Austrittsöffnung in einem fließfähigen
Zustand befindet und durch das Kühlen des zweiten Abschnitts in einen nicht-fließfähigen
Zustand übergeht.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass vor einem Ausbringen des Deckmaterials die Austrittsöffnung an eine mit dem Deckmaterial
abzudeckende Kante einer Platte angesetzt wird und die Vorrichtung entlang der Kante
der Platte bewegt wird, um die Kante oder die Stirnseite der Kante, die mit dem fließfähigen
Deckmaterial beaufschlagt ist zu kühlen, so dass das Deckmaterial in einen nicht-fließfähigen
Zustand überführt wird und eine Abdeckung der Kante oder der Stirnseite der Kante
erhalten wird.
17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren dazu dient, geradlinige Stirnseiten von Kanten und/oder Ecken einer
Platte linear mit Deckmaterial zu versehen.