[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bearbeiten von Kegelrädern unter Einsatz
einer abrichtbaren Topfschleifscheibe, die exzentrisch bewegt wird.
Stand der Technik
[0002] Es ist bekannt, dass man Kegelräder unter Einsatz eines Schleifwerkzeugs bearbeiten
kann. Häufig kommen dabei Topfschleifscheiben zum Einsatz.
[0003] Meistens kommen abrichtbare Topfschleifscheiben zum Einsatz. Derartige Topfschleifscheiben
werden von Zeit zu Zeit abgerichtet, um ihre Standzeit zu verlängern und um z.B. Abnutzungserscheinungen
ausgleichen zu können.
[0004] In Fig. 1 ist schematisch angedeutet, wie eine solche topfförmige Schleifscheibe
10 in einer Schleifmaschine 100 mit einer rotationsangetriebenen Abrichtscheibe 30
abgerichtet werden kann. Im gezeigten Moment richtet die Abrichtscheibe 30 die Schleifscheibe
10 am äußeren Umfang ab. Zu diesem Zweck sitzt die Abrichtscheibe 30 außerhalb und
oberhalb der Schleifscheibe 10. Um die Topfschleifscheibe 10 in ihrem Innenraum abzurichten,
wird die Abrichtscheibe 30 CNC-gesteuert in eine andere, im Inneren der Topfschleifscheibe
10 liegenden Position, gebracht und es wird eine Drehrichtungsumkehr vorgenommen.
In Fig. 1 ist die Abrichtscheibe 30 in gestrichelter Darstellung in einer Position
zum Abrichten der Innenseite des Profils 28 der Topfschleifscheibe 10 gezeigt. Die
CNC-Steuerung (Bahnsteuerung) der Maschine 100 überträgt das erforderliche Profil
auf die Schleifscheibe 10, indem die Abrichtscheibe 30 CNC-gesteuert entlang des Profils
18 der Schleifscheibe 10 geführt wird. Weitere Details zu diesem beispielhaft beschriebenen
Abrichtvorgang sind z.B. der Patentschrift
EP2774721B1 zu entnehmen.
[0005] Nur mit einer Topfschleifscheibe 10, deren Maß- und Formgenauigkeit innerhalb enger
Toleranzen liegt, kann eine hochgenaue Werkstückbearbeitung durchgeführt werden. Es
muss stets gewährleistet werden, dass der Zustand der Topfschleifscheibe 10 prozessfähig
ist.
[0006] Eine entsprechend abgerichtete Topfschleifscheibe 10 kann z.B. zum diskontinuierlichen
Wälzschleifen von Kegelradwerkstücken 40 eingesetzt werden, wie in Fig. 3A gezeigt.
Eine solche Topfschleifscheibe 10 kann aber auch zum diskontinuierlichen Profilschleifen
(auch Tauchschleifen genannt) von Kegelradwerkstücken 40 eingesetzt werden, wie in
Fig. 2 gezeigt.
[0007] Mit dem Tauchschleifen lassen sich nur Tellerräder bearbeiten. Mit dem Wälzschleifen
hingegen können Kegelradritzel und Tellerräder bearbeitet werden.
[0008] Bei dem diskontinuierlichen Tauchschleifen und beim Wälzschleifen geht es um Schleifprozesse
nach dem Einzelteilverfahren.
[0009] Beim Eintauchen der Schleifscheibe 10 wird beim Tauchschleifen das Profil der Topfschleifscheibe
10 in das Material des zu fertigenden Tellerrades 40 abgebildet. Bei der in Fig. 2
gezeigten Darstellung bearbeitet die Topfschleifscheibe 10 soeben eine einzelne Zahnlücke
5 des Kegelradwerkstücks 40.
[0010] Es ist bekannt, dass man der Tauchbewegung der Topfschleifscheibe 10 beim Tauchschleifen
und beim Wälzschleifen eine exzentrische Zusatzbewegung des Schleifscheibenmittelpunkts
M1 (M1 definiert den Durchtrittspunkt einer entsprechenden Rotationsachse durch die
Zeichenebene) überlagern kann, um so Schleifbrand zu vermeiden und um das Zusetzen
der Oberfläche der Schleifscheibe 10 mit Metallpartikeln zu verhindern. Details zur
exzentrischen Bewegung der Topfschleifscheibe 10 sind z.B. der schematischen Fig.
3A zu entnehmen.
[0011] Durch das erwähnte Überlagern, bewegt sich der Topfschleifscheibenmittelpunkt M1
auf einer Kreisbahn um einen Mittelpunkt M2 (M2 definiert den Durchtrittspunkt einer
entsprechenden Rotationsachse durch die Zeichenebene). Der Radius dieser Kreisbahn
wird als Exzenterhub e bezeichnet und ist klein im Vergleich zum Radius der Topfschleifscheibe
10. Aufgrund dieser Bewegung berührt die Topfschleifscheibe 10 das Werkstück 40 geometrisch
betrachtet nur entlang einer Linie, die senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 3A steht.
In der Realität handelt es sich jedoch infolge der relativen Vorschubbewegung um einen
lokal begrenzen Bereich 4 entlang der genannten Linie, in dem die Berührung statt
findet. Das Verhältnis der Exzenterdrehzahl zur Drehzahl der Topfschleifscheibe 10
ist das sogenannte Exzenterverhältnis EV.
[0012] Die exzentrische Zusatzbewegung kann in Schleifmaschinen 100 durch das Einstellen
des Exzenterverhältnisses EV, respektive der Exzenterdrehzahl in Form einer festen
Vorgabe erfolgen.
[0013] In Fig. 3A ist beispielhaft der Waguri-Ansatz gezeigt, bei dem sich eine Topfschleifscheibe
10 um den Scheibenmittelpunkt M1 dreht, der gegenüber dem Mittelpunkt M2 einer Wagurischeibe
3 um einen kleinen Abstand e (Waguri-Exzentrizität genannt) versetzt ist. Das Exzenterverhältnis
EV ist als Drehzahl des Exzenters geteilt durch die Drehzahl n1* der Topfschleifscheibe
10 definiert. Die Topfschleifscheibe 10 dreht sich beim Bearbeiten des Werkstücks
40 mit der Winkelgeschwindigkeit ω1* um den Mittelpunkt M1. Die Exzenterbewegung bewirkt
für den Mittelpunkt M1 der Topfschleifscheibe 10 eine Kreisbewegung um M2. Diese Kreisbewegung
hat Bewegungskomponenten in x-Richtung und in y-Richtung.
[0014] Fig. 3B zeigt einen Schnitt entlang der Linie X1-X1 durch die Topfschleifscheibe
10. In Fig. 3B kann man das Profil 18 der Topfschleifscheibe 10 erkennen. Die umlaufende
Außenfläche am Profil 18 wird mit dem Bezugszeichen 18.1 und die umlaufende Innenfläche
mit dem Bezugszeichen 18.2 bezeichnet.
[0015] Durch die überlagerte Exzenterbewegung wird erreicht, dass ein (zu) großer Flächenkontakt
zwischen dem Aussenumfang 18.1 des Profils 18 der Topfschleifscheibe 10 und der gesamten
Fläche der konkaven Flanke 5.1 des Werkstücks 40 bzw. zwischen dem Innenumfang 18.2
des Profils 18 der Topfschleifscheibe 10 und der gesamten Fläche der konvexen Flanke
5.2 vermieden wird.
[0016] Bei sonst konstanten Verhältnissen hängen die Häufigkeit der Berührung der Topfschleifscheibe
10 mit der Zahnflanke 5.1 oder 5.2, die Lage dieses Berührbereichs auf der Topfschleifscheibe
10 und die Phasenlage der Berührung von konkaver und konvexer Zahnflanke 5.2, 5.1
vom gewählten Exzenterverhältnis EV ab.
[0017] Ist das Exzenterverhältnis EV = 1, so dreht sich der Exzenter 3 bei einer Vollumdrehung
der Topfschleifscheibe 10 einmal. Die Topfschleifscheibe 10 berührt somit bei jeder
Vollumdrehung einmal die konkave Flanke 5.1 der Zahnlücke 5 (bei 0°) und einmal die
konvexe Flanke 5.2 der Zahnlücke 5 (bei 180°). Die Berührung findet immer im gleichen
Bereich statt. Ist das Exzenterverhältnis EV = 2, so erfolgen zwei Berührungen der
Topfschleifscheibe 10 mit der konkaven Flanke 5.1 der Zahnlücke 5 (bei 0° und 180°)
respektive mit der konvexen Flanke 5.2 der Zahnlücke 5 (bei 90° und 270°) während
einer Vollumdrehung der Topfschleifscheibe 10. Diese Gradangaben beziehen sich jeweils
auf ein ortsfestes y-z-Koordinatensystem der Topfschleifscheibe 10 und in den genannten
Sonderfällen findet keine Verschiebung der Berührbereiche entlang des Schleifscheibenumfangs
von Vollumdrehung der Topfschleifscheibe 10 zu Vollumdrehung statt.
[0018] Das Exzenterverhältnis EV, das vorgegeben wird, kann auch eine rationale Zahl

sein. Ein praktisches Beispiel ist ein Exzenterverhältnis von EV = 0,7. Wenn die
Topfschleifscheibe 10 mehrere Vollumdrehungen ausführt, verlagern sich die Berührbereiche
immer weiter und es wird letztendlich der gesamte Schleifscheibenumfang am Profil
18 zum schleifenden Bearbeiten eingesetzt.
[0019] Durch die Exzenterbewegung lässt sich ein unerwünscht großer Flächenkontakt zwischen
der Topfschleifscheibe 10 und dem Werkstück 40 vermeiden. Details zur Überlagerung
einer zyklischen Exzenterbewegung sind zum Beispiel den deutschen Offenlegungsschriften
DE 2721164 A und
DE 2445483 A zu entnehmen.
[0020] Praktische Untersuchungen haben gezeigt, dass gewälzte Kegelräder, die unter Verwendung
der Exzenterbewegung geschliffen wurden, eine Oberfläche mit optisch sichtbaren Schattierungen
aufweisen können. Darüber hinaus können diese Bauteile im Betrieb ein auffälliges
Geräuschverhalten zeigen, das auf Welligkeiten der Zahnflanken zurückzuführen ist.
[0021] Von daher liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Ansatz bereit zu stellen,
der es ermöglicht dieses ungewöhnliche Geräuschverhalten zu vermeiden.
[0022] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss durch ein Verfahren gemäss Patentanspruch 1 gelöst.
[0023] Das Verfahren der Erfindung wird in einer Schleifmaschine ausgeführt wird, die umfasst:
- eine Werkzeugspindel zur Aufnahme einer mit einer abrasiven Oberfläche versehenen
Topfschleifscheibe und zum Drehantreiben der Topfschleifscheibe um eine Rotationsachse,
- eine Abrichtspindel zur Aufnahme eines Abrichtwerkzeugs, das zum Abrichten der Topfschleifscheibe
ausgelegt ist, und zum Drehantreiben des Abrichtwerkzeugs um eine Rotationsachse,
- eine Werkstückspindel zur Aufnahme eines Kegelradwerkstücks und zum Drehantreiben
des Kegelradwerkstücks um eine Rotationsachse, wobei die Werkstückspindel mit einem
Exzenterantrieb versehen ist, dessen Exzenterverhältnis vorgebbar ist.
[0024] Das Verfahren der Erfindung umfasst bei allen Ausführungsformen die folgenden Abrichtschritte:
- a) Drehantreiben der Topfschleifscheibe um die Rotationsachse der Werkzeugspindel
mit einer ersten Drehzahl,
- b) Drehantreiben des Abrichtwerkzeugs um die Rotationsachse der Abrichtspindel mit
einer zweiten Drehzahl,
- c) Durchführen eines Abrichtverfahrens, bei dem die Topfschleifscheibe mit dem Abrichtwerkzeug
abgerichtet wird, wobei während dieses Schrittes zwischen der ersten Drehzahl und
der zweiten Drehzahl ein vorbestimmtes, festes Drehzahlverhältnis vorgegeben wird,
und mit den folgenden Bearbeitungsschritten, die nach dem Durchführen der Abrichtschritte
ausgeführt werden:
- i. exzentrisches Drehantreiben der Topfschleifscheibe um die Rotationsachse der Werkzeugspindel
mit einer ersten Bearbeitungsdrehzahl unter Einsatz des Exzenterantriebs,
- ii. Durchführen eines Schleifverfahrens, bei dem das Kegelradwerkstück mit der Topfschleifscheibe
schleifend bearbeitet wird.
[0025] Die Erfindung basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der das Zusammenwirken des
Abrichters beim Abrichtvorgang mit der Topfschleifscheibe und das Zusammenwirken der
entsprechend abgerichteten Topfschleifscheibe mit dem Kegelradwerkstück optimiert.
Das Entwickeln dieses Ansatzes wurde erst möglich, nachdem andere Fehler und Ungenauigkeiten
bisheriger Abrichtvorgänge und Schleifvorgänge systematisch ausgeschlossen wurden.
[0026] Es hat sich dann bei genauen Untersuchungen gezeigt, dass die Konditionen des Abrichtvorgangs
negativen Einflüsse auf das schleifende Bearbeiten der Werkstücke haben können, die
bisher so nicht erkannt worden sind.
[0027] Gemäss Erfindung werden daher die entsprechenden Drehzahlverhältnisse speziell aufeinander
abgestimmt.
[0028] Zu diesem Zweck wird z.B. bei allen Ausführungsformen ein festes Drehzahlverhältnis
für das Abrichten vorgegeben, das entweder definiert ist als Verhältnis der ersten
Drehzahl zur zweiten Drehzahl oder als Verhältnis der zweiten Drehzahl zur ersten
Drehzahl.
[0029] Vorzugsweise entspricht der Wert des festen Drehzahlverhältnisses beim Abrichten
einer natürlichen Zahl N. Besonders vorzugsweise entspricht der Wert des festen Drehzahlverhältnisses
einer natürlichen Zahl N der Menge {1, 2, 3, 4 ... 10}.
[0030] Es sind aber auch Ausführungsformen möglich, bei denen das feste Drehzahlverhältnis
beim Abrichten als Bruch zweier natürlicher Zahlen N definiert ist. Besonders vorzugsweise
entspricht der Wert des festen Drehzahlverhältnisses einem Bruch der Menge {½, 1/3,
2/3, ¼, ¾}.
[0031] Bei bevorzugten Ausführungsformen wird für ein festes Drehzahlverhältnis ein Exzenterverhältnis
(meistens aus einer Reihe von mehreren geeigneten Exzenterverhältnissen) ermittelt
und beim Exzenterschleifen des Kegelradwerkstücks zum Einsatz gebracht. Der Einsatz
eines solchen Exzenterverhältnisses ist jedoch optional, kann jedoch dazu dienen,
um noch bessere Ergebnisse in Sachen Geräuschverhalten zu liefern.
[0032] Die Erfindung lässt sich vor allem für die Fein- bzw. Nachbearbeitung von Kegelradwerkstücken
einsetzen.
[0033] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind den abhängigen Patentansprüchen zu entnehmen.
ZEICHNUNGEN
[0034] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
näher beschrieben.
- FIG. 1
- zeigt eine schematische Seitenansicht eines Teils einer Schleifmaschine mit einer
Topfschleifscheibe, die mittels einer Abrichtscheibe am Aussenumfang abgerichtet wird
(das Abrichten des Innenumfangs mit der Abrichtscheibe ist in strichlierter Darstellung
angedeutet);
- FIG. 2
- zeigt eine stark schematisierte Seitenansicht einer Topfschleifscheibe beim Tauchschleifen
eines Kegelradwerkstücks, wobei das Kegelradwerkstück im Axialschnitt gezeigt ist;
- FIG. 3A
- zeigt eine stark schematisierte, nicht-maßstäbliche Ansicht einer Topfschleifscheibe,
die in bekannter Art und Weise auf einer Wagurischeibe exzentrisch gelagert ist und
die im gezeigten Moment eine Zahnlücke eines Tellerrad-Werkstücks bearbeitet;
- FIG. 3B
- zeigt eine stark schematisierte Schnittansicht der Topfschleifscheibe nach Fig. 3A
entlang der Linie X1-X1;
- FIG. 4A
- zeigt eine stark schematisierte Schnittansicht einer Topfschleifscheibe im Radialschnitt,
die im gezeigten Moment in bekannter Art und Weise mit einer Abrichtscheibe am Aussenumfang
abgerichtet wird;
- FIG. 4B
- zeigt eine stark schematisierte Seitenansicht der Topfschleifscheibe der Fig. 4A nach
dem Abrichten mit der Abrichtscheibe der Fig. 4A mit identischen Drehzahlen;
- FIG. 4C
- zeigt eine stark schematisierte Seitenansicht der Topfschleifscheibe der Fig. 4A nach
dem Abrichten mit der Abrichtscheibe der Fig. 4A mit ungleichen Drehzahlen;
- FIG. 5
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer beispielhaften Vorrichtung, in der das Verfahren
der Erfindung ausgeführt werden kann.
Detaillierte Beschreibung
[0035] Im Zusammenhang mit der vorliegenden Beschreibung werden Begriffe verwendet, die
auch in einschlägigen Publikationen und Patenten Verwendung finden. Es sei jedoch
angemerkt, dass die Verwendung dieser Begriffe lediglich dem besseren Verständnis
dienen soll. Der erfinderische Gedanke und der Schutzumfang der Schutzansprüche soll
durch die spezifische Wahl der Begriffe nicht in der Auslegung eingeschränkt werden.
Die Erfindung lässt sich ohne weiteres auf andere Begriffssysteme und/oder Fachgebiete
übertragen. In anderen Fachgebieten sind die Begriffe sinngemäss anzuwenden.
[0036] Die Erfindung basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der das Zusammenwirken des
Abrichters 30 beim Abrichtvorgangs mit der Topfschleifscheibe 10 und das Zusammenwirken
der entsprechend abgerichteten Topfschleifscheibe 10 mit dem Kegelradwerkstück 40
optimiert, um so indirekt das Geräuschverhalten der Kegelradwerkstück 40 zu beeinflussen.
[0037] Die Lösung der Erfindung wurde erst durch eine genaue Analyse der komplexen Zusammenhänge
und der gegenseitigen Abhängigkeiten möglich. Im Folgenden werden die Ergebnisse dieser
Analysen anhand stark vereinfachter Beispiele und Abbildungen erläutert, bevor Details
der erfindungsgemäßen Lösung beschrieben werden.
[0038] Es wird im Folgenden unter anderem auf die Figuren 1, 2 sowie 3A und 3B und auf deren
Beschreibung Bezug genommen.
[0039] In Fig. 4A ist eine Draufsicht einer Topfschleifscheibe 10 und einer Abrichtscheibe
30 in einer ersten, stark schematisierten Momentaufnahme gezeigt. Das Profil 18 ist
nur als Horizontalschnitt (auch Radialschnitt genannt) gezeigt. Die Abrichtscheibe
30 ist als Scheibe dargestellt, deren Durchmesser hier 50% des Aussendurchmessers
des Profils 18 beträgt. Typischerweise hat die Abrichtscheibe 30 einen Durchmesser,
der deutlich kleiner ist als der Aussendurchmesser der Topfschleifscheibe 10. An dem
Aussenumfang der Abrichtscheibe 30 ist durch ein kleines Symbol eine Fehlerstelle
F gezeigt. Es kann sich z.B. um ein Diamantkristall handeln, der gegenüber den anderen
Kristallen eine etwas andere Orientierung hat. Die Abrichtscheibe 30 kann aber z.B.
auch einen Rundlauffehler aufweisen, der sich z.B. durch einen leichten Schlag oder
Hub im Bereich des Symbols F zeigen kann. Das im Folgenden beschriebene Prinzip gilt
sowohl für Abrichtscheiben 30 mit Fehlerstellen F der Oberfläche, als auch für Abrichtscheiben
30 mit Rundlauffehler.
[0040] Beim Abrichten hat man bisher stets ein Geschwindigkeitsverhältnis vorgegeben, um
ein optimales Abrichtergebnis zu erzielen. Das Geschwindigkeitsverhältnis wird meist
durch den Abrichtfaktor definiert. Der Abrichtfaktor ist als Verhältnis von Abrichtrollenumfangsgeschwindigkeit
und Schleifscheibenumfangsgeschwindigkeit definiert.
[0041] Die Drehgeschwindigkeit ω3 der Abrichtscheibe 30 und die Drehgeschwindigkeit ω1*
der Topfschleifscheibe 10 wurden entsprechend gesteuert, um im Bereich der momentanen
Wechselwirkung die gewünschte relative Schnittgeschwindigkeit zu erzielen.
[0042] Im Folgenden wird hingegen mit den Drehzahlen n1 der Topfschleifscheibe 10 und n3
der Abrichtscheibe 30 gearbeitet. Die Drehzahlen sind nämlich Grössen, die unabhängig
sind vom Radius bzw. Durchmesser.
[0043] Wenn die beiden Drehzahlen übereinstimmen, d.h. wenn n1 = n3 gilt, dann berührt die
Fehlerstelle F oder der Rundlauffehler der Abrichtscheibe 30 die umlaufende Aussenfläche
18.1 nur einmal pro Vollumdrehung. Falls beim Abrichten keine anderen Relativbewegungen
durchgeführt werden, so würde diese Fehlerstelle F oder der Rundlauffehler immer wieder
den selben Punkt an der Aussenfläche 18.1 der Topfschleifscheibe 10 treffen.
[0044] In Fig. 4B ist eine Seitenansicht einer Topfschleifscheibe 10 nach dem Abrichten
mit einer Abrichtscheibe 30 der Fig. 4A gezeigt. Falls die Abrichtscheibe 30 beim
Abrichten relativ zur Topfschleifscheibe 10 parallel zur Richtung der Rotationsachse
R1 bewegt wird (achsparalleler Abrichtvorschub genannt) und falls die Vorgabe n1 =
n3 weiterhin gilt, so ergeben sich entlang einer achsparallelen Linie eine Reihe von
Oberflächenstörungen. In Fig. 4B sind die Zentren dieser Oberflächenstörungen durch
die Punkte einer gepunkteten Linie 19 dargestellt.
[0045] Falls man, wie dies bisher der Fall war, eine geeigneten Abrichtfaktor für das Abrichten
anhand einer gewünschten relativen Schnittgeschwindigkeit vorgibt, dann ergibt sich
nahezu in allen Fällen ein Drehzahlverhältnis DV = n1/n3, das nicht ganzzahlig ist,
da der Abrichtfaktor durch die Radien und durch die jeweiligen Winkelgeschwindigkeiten
ω1 und ω3 der Topfschleifscheibe 10 und der Abrichtscheibe 30 bestimmt wird. In der
Praxis das Drehzahlverhältnis DV daher durch eine irrationale Zahl definiert.
[0046] Wenn man von einer realen Topfschleifscheibe 10 ausgeht, deren Seitenansicht beispielsweise
in Fig. 3B gezeigt ist, dann ist weiterhin zu berücksichtigen, dass deren Aussenumfang
veränderlich ist, da das Profil 18 eine Kegelform hat. D.h. der effektive wirksame
Durchmesser der Topfschleifscheibe 10 und damit auch die Schnittgeschwindigkeit ändern
sich mit dem Abrichtvorschub. Wenn man also, wie bisher üblich, eine bestimmte relative
Schnittgeschwindigkeit einhalten möchte, so muss man die Drehzahl n1 der Topfschleifscheibe
10 und/oder die Drehzahl n3 der Abrichtscheibe 30 ändern, während die Abrichtscheibe
30 z.B. einen achsparallelen Abrichtvorschub ausführt.
[0047] Wenn man nun von einem irrationalen Drehzahlverhältnis n1/n3 ausgeht, das sich in
der Praxis bisher stets ergibt, und wenn man dies auf das Beispiel der Figuren 4A,
4B anwendet, dann wird sofort ersichtlich, dass sich eine komplizierte, Verteilung
der Oberflächenstörungen an der umlaufenden Aussenfläche 18.1 ergibt. In Fig. 4C ist
eine solche Verteilung in vereinfachter Form durch mehrere Oberflächenstörungen symbolisiert,
die quasi beliebig auf der Aussenfläche 18.1 verteilt sind. Die Oberflächenstörungen
sind hier schematisch durch mehrere schwarze Punkte dargestellt.
[0048] Im folgenden Gedankenschritt wird nun von einer realen Abrichtscheibe 30 ausgegangen,
deren Oberfläche nicht nur eine Fehlerstelle F sondern einen ganze Anzahl von Fehlerstellen
aufweist und/oder die einen Rundlauffehler hat. Diese Fehlerstellen können z.B. entlang
des Umfangs der Abrichtscheibe 30 verteilt sein.
[0049] Wenn nun mit einer realen Abrichtscheibe 30, die zahlreiche Fehlerstellen und/oder
einen Rundlauffehler hat, einen Abrichtvorgang der Aussenfläche 18.1 mit irrationalen
Drehzahlverhältnissen n1/n3 durchgeführt wird, bei dem die Abrichtscheibe 30 relativ
zur Topfschleifscheibe 10 eine achsparallele Abrichtbewegung parallel zur Richtung
der Rotationsachse R1 ausführt, so ergibt sich letztendlich eine zufällige Verteilung
von mehr oder weniger starken Oberflächenstörungen auf der gesamten Aussenfläche 18.1.
Analog können beim Abrichten der Innenfläche 18.2 auch zufällig verteilte Oberflächenstörungen
auf der gesamten Innenfläche 18.2 auftreten.
[0050] In der Praxis sind diese Zusammenhänge noch deutlich komplizierter als hier dargestellt.
Daher können sich an der Topfschleifscheibe 10 Winkelfehler, Balligkeitsfehler und
Welligkeiten ergeben, die sich z.B. entlang des Umfangs der Topfschleifscheibe 10
verändern.
[0051] Im nächsten Gedankenschritt wird nun die Exzenter-Tauchbearbeitung eines Kegelradwerkstücks
40 mit einer realen Topfschleifscheibe 10 vorgenommen, deren Aussenfläche 18.1 eine
zufällige Verteilung von Oberflächenstörungen aufweist. Bei der Exzenter-Tauchbearbeitung
handelt es sich um einen diskontinuierlichen Prozess, bei dem sich das Kegelradwerkstück
40 während des Schleifens nicht dreht. Beim Tauchen wird lediglich eine relative Tiefenzustellung
vorgenommen, während der Drehbewegung ω1* der Topfschleifscheibe 10 eine Exzentrizität
überlagert wird, wie bereits beschrieben. Eine Momentaufnahme einer Exzenter-Tauchbearbeitung
ist in Fig. 2 gezeigt.
[0052] Das Verfahren der Erfindung lässt sich jedoch auch auf das Exzenter-Wälzschleifen
anwenden. Auch das Exzenter-Wälzschleifen ist ein diskontinuierlicher Prozess, bei
dem Zahnlücke für Zahnlücke des Kegelradwerkstücks 40 bearbeitet wird. Die Drehbewegung
ω2* des Kegelradwerkstücks 40 ist beim Exzenter-Wälzschleifen mit der Drehbewegung
ω1* der Topschleifscheibe 10 gekoppelt.
[0053] Beim Wälzschleifen erfolgt ein Linienkontakt z.B. zwischen der Zahnflanke 5.1 und
der Topfschleifscheibe 10. Die Wälzbewegung erfolgt beim Wälzschleifen von der Zahnferse
Zf (siehe Fig. 3A) am äußeren Durchmesser bis zur Zahnzehe Zz (siehe Fig. 3A) am inneren
Durchmesser des Kegelradwerkstücks 40 oder umgekehrt.
[0054] Beim Wälzschleifen entsteht durch die Berührung von Kegelradwerkstück 40 und Topfschleifscheibe
10 eine Berührlinie entlang der Zahnflanke, woraus Bahnen der Schleifkörner am Berührpunkt
bzw. der Berührlinie entstehen. Durch die Wälzbewegung verändert sich die Lage dieser
Berührlinie stetig.
[0055] Durch das Überlagern einer Exzenterbewegung wird die Berührlinie auf einen Berührpunkt
reduziert, der innerhalb eines Winkelbereichs der Exzenterumdrehung auf der Berührlinie
entlangwandert.
[0056] Wird nun, wie eingangs beschrieben, ein Exzentrizitätsfaktor von z.B. 1 vorgegeben,
so gibt es pro Vollumdrehung der Topfschleifscheibe 10 eine Berührung der Aussenfläche
18.1 der Topfschleifscheibe 10 mit der konkaven Flanke 5.1 der Zahnlücke 5, die soeben
geschliffen wird. Da die Topfschleifscheibe 10 beim Schleifen aufgrund der gekoppelten
Wälzbewegung durch die Zahnlücke 5 bewegt wird, während die Topfschleifscheibe 10
z.B. fünf Vollumdrehungen ausführt, kommt es zu fünf Berührungen zwischen der Aussenfläche
18.1 der Topfschleifscheibe 10 und der konkaven Flanke 5.1. Aufgrund der erwähnten
Wälzbewegung der Topfschleifscheibe 10 durch die Zahnlücke 5, wandern die Berührungen
entlang der konkaven Flanke 5.1 z.B. von der Zahnferse Zf zur Zahnzehe Zz.
[0057] Auch wenn die Oberflächenstörungen auf der Aussenfläche 18.1 zufällig verteilt sind,
bilden sich aufgrund des ganzzahligen Exzentrizitätsfaktors gleichmässig wiederkehrende
Oberflächenstörungen auf der konkaven Flanke 5.1.
[0058] Untersuchungen haben gezeigt, dass diese gleichmässig wiederkehrenden Oberflächenstörungen
einen deutlichen Einfluss auf das Geräuschverhalten solcher Kegelradwerkstücke 40
haben können. Es treten bei exzenter-tauchgeschliffenen Kegelradwerkstücken 40 z.B.
Fehler in Profilrichtung auf. Bei exzenter-wälzgeschliffenen Kegelradwerkstücken 40
können abhängig von der Schleif- und Exzenterspindeldrehzahl unterschiedliche Wellenmuster
auftreten.
[0059] An diesem Punkt setzt die Erfindung an. Es wurden Sachverhalte heraus kristallisiert,
die einander gegenseitig beeinflussen und die letztendlich zu unerwünschten Oberflächenstörungen
am Kegelradwerkstück 40 führen können.
[0060] Gemäß Erfindung wurde daher ein spezielles Verfahren entwickelt, um zu vermeiden,
dass sich Oberflächenstörungen ergeben, die in einer unerwünschten Art und Weise eine
Form der Periodizität aufweisen. Oberflächenstörungen an sich sind prozeßinheränt,
aber es ist unter Einhaltung bestimmter Voraussetzungen möglich zu verhindern, dass
sich diese Oberflächenstörungen ungünstig wiederholen oder dass sie sich auf andere
Art und Weise ungünstig am Werkstück überlagern.
[0061] Das Verfahren der Erfindung ist dazu ausgelegt in einer Schleifmaschine 100 (hier
allgemein als Vorrichtung 100 bezeichnet) ausgeführt zu werden. Die Schleifmaschine
100 umfasst, wie beispielhaft in Fig. 1 und 5 gezeigt, eine Werkzeugspindel 11 zur
Aufnahme und zum Drehantreiben einer mit abrasiven Oberflächen 18.1, 18.2 versehenen
Topfschleifscheibe 10. Ausserdem umfasst sie eine Abrichtspindel 31 zur Aufnahme und
zum Drehantreiben eines Abrichtwerkzeugs 30, das zum Abrichten der Topfschleifscheibe
10 ausgelegt. Weiterhin ist eine Werkstückspindel 41 zur Aufnahme und zum Drehantreiben
eines Kegelradwerkstücks 40 vorgesehen, wobei die Werkstückspindel 41 mit einem Exzenterantrieb
3 versehen ist, dessen Exzenterfaktor vorgegeben werden kann. Der Exzenterantrieb
3 kann beispielweise so ausgelegt sein, wie in Fig. 3A gezeigt.
[0062] Das Verfahren, das in einer solchen Schleifmaschine 100 ausgeführt wird, umfasst
vorzugsweise bei allen Ausführungsformen die folgenden Abrichtschritte:
- Drehantreiben der Schleifscheibe 10 um eine Rotationsachse R1 der Werkzeugspindel
11 mit einer ersten (Abricht-)Drehzahl n1,
- Drehantreiben des Abrichtwerkzeugs 30 um eine Rotationsachse R3 der Abrichtspindel
31 mit einer zweiten (Abricht-)Drehzahl n3,
- Durchführen eines Abrichtverfahrens, bei dem die Schleifscheibe 10 mit dem Abrichtwerkzeug
30 abgerichtet wird, wobei während dieses Schrittes zwischen der ersten (Abricht-)Drehzahl
n1 und der zweiten (Abricht-)Drehzahl n3 ein exakt vorbestimmtes, festes Drehzahlverhältnis
DV vorgegeben wird.
[0063] Zu diesem Zweck wird z.B. bei allen Ausführungsformen ein festes Drehzahlverhältnis
DV vorgegeben, das entweder definiert ist als Verhältnis der ersten Drehzahl n1 zur
zweiten Drehzahl n3 (d.h. DV = n1/n3) oder als Verhältnis der zweiten Drehzahl zur
ersten Drehzahl (d.h. DV = n3/n1).
[0064] Vorzugsweise entspricht der Wert des festen Drehzahlverhältnisses DV einer natürlichen
Zahl N. Besonders vorzugsweise entspricht der Wert des festen Drehzahlverhältnisses
DV einer natürlichen Zahl N der Menge {1, 2, 3, 4 ... 10}.
[0065] Es sind aber auch Ausführungsformen möglich, bei denen das feste Drehzahlverhältnis
DV als Bruch zweier natürlicher Zahlen N definiert ist. Besonders vorzugsweise entspricht
der Wert des festen Drehzahlverhältnisses DV einem Bruch der Menge {½, 1/3, 2/3, ¼,
¾}.
[0066] Durch diese erste Maßnahme und durch die beschriebenen Abrichtschritte mit exakt
vorbestimmtem, festem Drehzahlverhältnis DV wird bewirkt, dass sich keine erratische,
sondern eine relativ gleichmäßige Verteilung der Oberflächenstörungen entlang der
Oberflächen 18.1, 18.2 der Topfschleifscheibe 10 ergeben. So bildet sich ein Rundlauffehler
der Abrichtscheibe 30 exakt als Rundlauffehler der Schleifscheibe 10 aus (kinematische
Abweichungen aus dem Abrichtrollenradius werden hierbei vernachlässigt) wenn man z.B.
von einem Drehzahlverhältnisses DV = 1, 2 oder z.B. ½ ausgeht.
[0067] Nun wird eine so abgerichtete Topfschleifscheibe 10 im Rahmen der folgenden Bearbeitungsschritte
zum Schleifen eines Kegelradwerkstücks 40 eingesetzt. Diese Bearbeitungsschritte werden
nach dem Durchführen der Abrichtschritte ausgeführt.
- Drehantreiben der Topfschleifscheibe 10 um die Rotationsachse R1 der Werkzeugspindel
11,
- Durchführen eines Exzenter-Schleifverfahrens, bei dem das Kegelradwerkstück 40 mit
der Topfschleifscheibe 10 bearbeitet wird. D.h. es kommt beim Schleifen des Kegelradwerkstücks
40 stets ein Exzenterantrieb 3 zum Einsatz.
[0068] Während des Schleifens des Kegelradwerkstücks 40 wird vorzugsweise bei allen Ausführungsformen
ein Exzenterverhältnis EV für den Exzenterantrieb 3 vorgegeben wird, das ungleich
1 ist.
[0069] Bei der Festlegung des Exzenterverhältnisses EV, wie es bei einem Teil der Ausführungsformen
vorgenommen werden kann, ist zu beachten, dass dieses Exzenterverhältnis EV ohne relative
(Shift-)Bewegungen zwischen der Topfschleifscheibe 10 und dem Kegelradwerkstück 40
definiert ist. Anderes ausgedrückt, bleiben beim Festlegen eines Exzenterverhältnisses
EV Schwankungen des Exzenterverhältnisses EV unberücksichtigt, die sich z.B. aus relative
(Shift-)Bewegungen zwischen der Topfschleifscheibe 10 und dem Kegelradwerkstück 40
ergeben.
[0070] Besonders geeignet sind Exzenterverhältnisse EV, die keiner natürlichen Zahl

entsprechen. D.h. im Rahmen der Erfindung sind gebrochene Zahlen besonders als Exzenterfaktoren
EV geeignet. Alternativ können z.B. auch Exzenterverhältnisse gewählt werden, die
einer geraden oder ungeraden natürlichen Zahl ≥ 1 entsprechen (z.B. 1, 2, 3, 4 oder
5).
[0071] Durch diese zweite optionale Maßnahme kann bewirkt werden, dass sich keine periodisch
wiederholenden Oberflächenstörungen der Zahnflanken 5.1, 5.2 des Kegelradwerkstücks
40 ergeben. Dies gilt vor allem für das Exzenter-Wälzschleifen von Kegelradwerkstücken
40.
[0072] Eine beispielhafte Vorrichtung 100 ist in Fig. 5 dargestellt. Die Verfahrensschritte
der Erfindung können bei allen Ausführungsformen z.B. in einer (Maschinen-)Steuerung
120 der Vorrichtung 100 implementiert sein. Die Vorrichtung 100 kann aber bei allen
Ausführungsformen z.B. auch von extern gesteuert werden, um die Schritte des Verfahrens
der Erfindung auszuführen. In Fig. 5 ist die (Maschinen-)Steuerung 120 durch eine
Ellipse symbolisiert.
[0073] Besonders geeignet ist eine Vorrichtung 100 mit einer Werkstückspindel 41 zur Aufnahme
eines Kegelradwerkstücks 40 und einer Werkzeugspindel 11 zur Aufnahme der Topfschleifscheibe
10. Die Vorrichtung 100 weist mehrere Antriebe zum Bearbeiten des Kegelradwerkstücks
40 auf. Die Antriebe sind hinter Verkleidungen der Vorrichtung 100 verdeckt. Weiterhin
umfasst die beispielhaft gezeigte Vorrichtung 100 ein Maschinenbett 101. An einem
Ständer 102, der sich parallel zu der x-y-Ebene erstreckt, ist ein Schlitten 103 vorgesehen,
der entlang horizontal verlaufender Schienen 104 parallel zur Y-Achse verschiebbar
ist. Der Schlitten 103 trägt die Werkzeugspindel 11 und kann translatorische Bewegungen
in X und Z-Richtung ausführen.
[0074] Die Vorrichtung 100 umfasst zusätzlich eine Abrichtspindel 31, die hier eine Abrichtscheibe
30 trägt. Der Drehantrieb, der das Drehen der Topfschleifscheibe 10 um die Rotationsachse
R1 bewirkt, wird auch als A1-Drehantrieb bezeichnet. Ein B-Drehantrieb dreht das Kegelradwerkstück
40 um die Rotationsachse R2. Beim schleifenden Bearbeiten des Kegelradwerkstücks 40
mit der Topfschleifscheibe 10, werden deren Drehbewegungen (elektronisch) gekoppelt.
Die entsprechenden Antriebe der Vorrichtung 100 werden hier auch mit den Buchstaben
X, Y, Z, A1 und B bezeichnet. Die Vorrichtung 100 kann zusätzlich eine Schwenkachse
C mit einem entsprechenden Schwenkantrieb aufweisen, wie in Fig. 5 gezeigt.
Bezugszeichen:
| Wagurischeibe/Exzenter |
3 |
| Bereich |
4 |
| Zahnlücke |
5 |
| Konkave Zahnflanke |
5.1 |
| Konvexe Zahnflanke |
5.2 |
| |
|
| Schleifscheibe / Topfschleifscheibe |
10 |
| Werkzeugspindel |
11 |
| Bereich / Profil |
18 |
| umlaufende Außenfläche |
18.1 |
| umlaufende Innenfläche |
18.2 |
| Linie |
19 |
| |
|
| Abrichtwerkzeug/Abrichtscheibe |
30 |
| Abrichtspindel |
31 |
| Bereich / Profil |
38 |
| |
|
| Kegelradwerkstück |
40 |
| Werkstückspindel |
41 |
| |
|
| Vorrichtung/ Maschine/Schleifmaschine |
100 |
| Maschinenbett |
101 |
| Ständer |
102 |
| Schlitten |
103 |
| Schienen |
104 |
| |
|
| (Maschinen-)Steuerung |
120 |
| |
|
| Drehzahlverhältnis |
DV |
| Abstand |
e |
| Exzenterverhältnis |
EV |
| Fehlerstelle |
F |
| Scheibenmittelpunkt |
M1 |
| Mittelpunkt |
M2 |
| natürlichen Zahlen |
N |
| Drehzahl |
n1 |
| Bearbeitungsdrehzahl |
n1* |
| Abricht-Drehzahl |
n3 |
| |
|
| rationale Zahl |
 |
| (Werkzeug-)Rotationsachse |
R1 |
| Abricht-Rotationsachse |
R3 |
| Werkstück-Rotationsachse |
R2 |
| Winkelgeschwindigkeit beim Abrichten |
ω1 |
| Winkelgeschwindigkeit beim Bearbeiten |
ω1* |
| Winkelgeschwindigkeit beim Bearbeiten |
ω2* |
| Winkelgeschwindigkeit beim Abrichten |
ω3 |
| Koordinatensystem |
x, y |
| Antriebe |
X, Y, Z, B, C, A1 |
| Schnitt |
X1 - X1 |
| Zahnferse |
Zf |
| Zahnzehe |
Zz |
1. Verfahren, das in einer Schleifmaschine (100) ausgeführt wird, die umfasst:
- eine Werkzeugspindel (11) zur Aufnahme einer mit einer abrasiven Oberfläche (18.1,
18.2) versehenen Topfschleifscheibe (10), und zum Drehantreiben der Topfschleifscheibe
(10) um eine Rotationsachse (R1),
- eine Abrichtspindel (31) zur Aufnahme eines Abrichtwerkzeugs (30), das zum Abrichten
der Topfschleifscheibe (10) ausgelegt ist, und zum Drehantreiben des Abrichtwerkzeugs
(30) um eine Rotationsachse (R3),
- eine Werkstückspindel (41) zur Aufnahme eines Kegelradwerkstücks (40) und zum Drehantreiben
des Kegelradwerkstücks (40) um eine Rotationsachse (R2), wobei die Werkstückspindel
(41) mit einem Exzenterantrieb (3) versehen ist,
mit den folgenden Abrichtschritten:
a) Drehantreiben der Topfschleifscheibe (10) um die Rotationsachse (R1) der Werkzeugspindel
(11) mit einer ersten Drehzahl (n1),
b) Drehantreiben des Abrichtwerkzeugs (30) um die Rotationsachse (R3) der Abrichtspindel
(31) mit einer zweiten Drehzahl (n3),
c) Durchführen eines Abrichtverfahrens, bei dem die Topfschleifscheibe (10) mit dem
Abrichtwerkzeug (30) abgerichtet wird, wobei während dieses Schrittes zwischen der
ersten Drehzahl (n1) und der zweiten Drehzahl (n3) ein vorbestimmtes, festes Drehzahlverhältnis
(DV) vorgegeben wird,
und mit den folgenden Bearbeitungsschritten, die nach dem Durchführen der Abrichtschritte
ausgeführt werden:
i. exzentrisches Drehantreiben der Topfschleifscheibe (10) um die Rotationsachse (R1)
der Werkzeugspindel (11) mit einer ersten Bearbeitungsdrehzahl (n1*) unter Einsatz
des Exzenterantriebs (3),
ii. Durchführen eines Schleifverfahrens, bei dem das Kegelradwerkstück (40) mit der
Topfschleifscheibe (10) schleifend bearbeitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens während des Schrittes c) ein festes Drehzahlverhältnis (DV) vorgegeben
wird, das definiert ist als Verhältnis der ersten Drehzahl (n1) zur zweiten Drehzahl
(n3).
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens während des Schrittes c) ein festes Drehzahlverhältnis (DV) vorgegeben
wird, das definiert ist als Verhältnis der zweiten Drehzahl (n3) zur ersten Drehzahl
(n1).
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert des festen Drehzahlverhältnisses (DV) einer natürlichen Zahl N entspricht.
5. Verfahren nach Anspruch 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert des festen Drehzahlverhältnisses (DV) als Bruch zweier natürlicher Zahlen
N definiert ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens während des Schrittes ii. ein Exzenterverhältnis (EV) des Exzenterantriebs
(3) mit einem Wert vorgegeben wird, der einer rationalen Zahl

entspricht, wenn man Schwankungen des Exzenterverhältnisses (EV), die sich aus relative
Shiftbewegungen zwischen der Topfschleifscheibe (10) und dem Kegelradwerkstück (40)
ergeben, nicht berücksichtigt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt ii. die Topfschleifscheibe (10) relativ zum Kegelradwerkstück (40) zusätzlich
zu dem Drehantreiben der Topfschleifscheibe (10) lediglich eine relative Tauchbewegung
ausführt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt ii. die Topfschleifscheibe (10) relativ zum Kegelradwerkstück (40) zusätzlich
zu dem Drehantreiben der Topfschleifscheibe (10) eine gekoppelte Wälzbewegung ausführt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in einem vorbereitenden Verfahrensschritt das Drehzahlverhältnis (DV) vorgebbar ist.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorgeben des Drehzahlverhältnisses (DV) durch eine Eingabeaufforderung auf einem
Bildschirm erfolgt, der mit der Vorrichtung (100) verbindbar ist.
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorgeben des Drehzahlverhältnisses (DV) über eine Steuerung (120) der Vorrichtung
(100) erfolgt.