[0001] Die Erfindung betrifft eine Türanordnung mit einer Türzarge, einem Türflügel, Türbändern
und einer magnetischen Zuhalteeinrichtung, wobei die Türbänder an einer Bandseite
des Türflügels befestigt sind und den Türflügel schwenkbar mit der Türzarge verbinden,
wobei die Türzarge als Anschlag für den Türflügel in der Schließstellung eine Stufe
aufweist, welche eine den Türflügel in der Schließstellung überdeckenden Anschlagschenkel
und einen außerhalb des Türflügels verlaufenden Seitenschenkel aufweist und wobei
die Zuhalteeinrichtung an der Türzarge eine Magnetanordnung sowie an einem Rand des
Türflügels einen Abschnitt aus magnetischem Material umfasst.
[0002] Aus dem Möbelreich sind Schranktüren sowie aus dem Sanitärbereich Duschtüren bekannt,
welche durch magnetische Kräfte in einer Schließstellung gehalten werden. Es ergibt
sich der Vorteil, dass eine solche Tür einerseits durch die Magnetkräfte sicher gehalten
ist und andererseits leicht aufgedrückt werden kann, ohne dass eine Türfalle oder
eine andere mechanische Verschlusseinrichtung betätigt werden muss.
[0003] Bei den bekannten Türanordnungen umfasst die Zuhalteeinrichtung einen Magneten und
einen Abschnitt aus metallischem Material. Der Magnet sowie der Abschnitt aus metallischem
Material sind dabei so angeordnet, dass sich ein direkter mechanischer Kontakt ergibt.
Bei Erreichen der Schließstellung schlägt die Magnetanordnung an dem magnetischen
Material an, so dass sich ein metallisches Klack-Geräusch ergibt. Durch den direkten
Kontakt kann bei einer langfristigen Benutzung auch eine Beschädigung nicht ausgeschlossen
werden. Schließlich ist bei den bekannten Ausführungen die Kombination mit einer Türdichtung
nicht ohne Weiteres möglich.
[0004] Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich konkret mit einer Türanordnung, welche
bevorzugt eine Gebäudeinnentür bildet. Sämtliche Bestandteile der Türanordnung müssen
also stabil genug sein, um eine den Durchtritt einer Person ermöglichende Fläche von
zumindest 1m
2 abzudecken, wobei das Gewicht des Türflügels üblicherweise zumindest 10 kg beträgt.
[0005] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Türflügel aus Glas gebildet,
wobei eine solche Glasscheibe im Vergleich zu anderen Gebäudeinnentüren eine relativ
geringe Dicke aufweist. Anders als bei einer Tür aus Holz oder Röhrenspan können Beschlagteile
wie die zuvor genannten Bänder, Schlösser oder dergleichen nicht in die dünne Glastür
an dessen Rand eingesetzt werden.
[0006] Gerade vor diesem Hintergrund besteht auch das Bedürfnis, eine möglichst einfache
Zuhalteeinrichtung anzugeben, welche auch ein hochwertiges optisches Erscheinungsbild
ermöglicht. Darüber hinaus müssen die Haltekräfte der Zuhalteeinrichtung auch ausreichend
sein, um den Türflügel in seiner Schließposition zu halten.
[0007] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Türanordnung mit einer optisch unauffälligen Zuhalteeinrichtung anzugeben, welche
sich gerade in Bezug auf Gebäudeinnentüren dennoch durch gute Gebrauchseigenschaften
auszeichnet. Insbesondere soll die Zuhalteeinrichtung auch möglichst verschleiß- und
wartungsfrei sein sowie in Kombination mit einer herkömmlichen Türdichtung eingesetzt
werden können.
[0008] Gegenstand der Erfindung und Lösung der Aufgabe ist eine Türanordnung gemäß Schutzanspruch
1.
[0009] Ausgehend von der eingangs beschriebenen gattungsgemäßen Türanordnung ist demnach
erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Magnetanordnung an dem Seitenschenkel derart
angeordnet ist, dass zwischen der Magnetanordnung und dem am Rand des Türflügels angeordneten
Abschnitt aus magnetischem Material ein freier Spalt verbleibt. In der Schließstellung
des Türflügels liegen sich die Magnetanordnung sowie der Abschnitt aus magnetischem
Material unmittelbar gegenüber ohne sich jedoch direkt zu berühren. Durch den geringen
Abstand von typischerweise zwischen 0,5 mm und 10 mm können dabei Haltekräfte erzeugt
werden, welche den Türflügel ausreichend sicher in der Schließposition halten.
[0010] Die Magnetanordnung ist dabei bei einer Ansicht des geschlossenen Türflügels außerhalb
des Türflügels im Bereich des Außenumfangs angeordnet.
[0011] Üblicherweise befindet sich die Magnetanordnung an der Bandgegenseite, an der bei
herkömmlichen Gebäudeinnentüren auch das Türschloss angeordnet ist. Grundsätzlich
sind im Rahmen der Erfindung jedoch auch andere Anordnungen möglich. Beispielsweise
kann die Zuhalteeinrichtung mit der Magnetanordnung in dem Sturzbereich der Türzarge
und mit dem Abschnitt aus magnetischem Material an dem oberen Rand des Türflügels
angeordnet sein.
[0012] Wenn gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung die Zuhalteeinrichtung an
der Bandgegenseite des Türflügels angeordnet ist, so kann eine einzige Zuhalteeinrichtung
vorgesehen sein, welche sich dann bevorzugt in einer mittleren Höhe des Türflügels
befindet. Insbesondere befindet sich die Zuhalteeinrichtung dann in einem mittleren
Drittel des Türflügels. Alternativ können auch zwei oder mehr Zuhalteeinrichtungen
vorhanden sein, um insgesamt die Zuhaltekräfte zu erhöhen. Bei einer Ausgestaltung
mit zwei Zuhalteeinrichtungen befindet sich eine erste Zuhalteeinrichtung beispielsweise
an der Bandgegenseite in einem unteren Bereich des Türflügels, während eine zweite
Zuhalteeinrichtung sich an der Bandgegenseite in einem oberen Bereich des Türflügels
befindet.
[0013] Der Türflügel ist einer gemäß bevorzugten Ausgestaltung aus Glas gebildet, wobei
gerade bei einer solchen Glastür eine möglichst unauffällige und wenig sichtbare Zuhalteeinrichtung
von Vorteil ist. Insbesondere kann auch vollständig auf ein Türschloss mit einer Falle
verzichtet werden.
[0014] An dem Türflügel selbst ist nur der Abschnitt aus magnetischem Material anzubringen,
wobei es sich um einen einfachen Blechstreifen oder auch einen Blechwinkel handeln
kann. Ein solcher Blechstreifen oder Blechwinkel kann auf besonders einfache Weise
auf den seitlichen Rand des Türflügels an dessen Bandgegenseite aufgeklebt werden
und ist dann bei einer Benutzung der Türanordnung kaum sichtbar.
[0015] Die Magnetanordnung ist dagegen an der Türzarge vorgesehen und an der den Anschlag
für den Türflügel bildenden Stufe an dem Seitenschenkel angeordnet. Besonders bevorzugt
ist die Magnetanordnung an dem Seitenschenkel in die Türzarge eingesetzt und somit
in besonders vorteilhafter Weise verdeckt angeordnet.
[0016] In Bezug auf die übliche Ausrichtung einer Türanordnung liegt der Türflügel in der
Schließstellung in einer Ebene, welche von der Vertikalen sowie einer ersten horizontalen
Richtung definiert wird. Die erste horizontale Richtung erstreckt sich dann entlang
der Breite des Türflügels. Ausgehend von einem rechtwinkligen Koordinatensystem entspricht
dann die die Dickenrichtung des Türflügels einer zweiten horizontalen Richtung.
[0017] Die den Anschlag bildende Stufe weist den Anschlagschenkel auf, der parallel zu dem
Türflügel in der Schließstellung ausgerichtet ist und demnach entlang der Vertikalen
und der ersten horizontalen Richtung verläuft. Der Seitenschenkel verläuft rechtwinklig
dazu an der Bandseite des Türflügels sowie an der Bandgegenseite des Türflügels in
vertikaler Richtung sowie entlang der zweiten horizontalen Richtung, also in Dickenrichtung.
In dem Sturzbereich erstreckt sich der Seitenschenkel ebenfalls entlang der zweiten
horizontalen Richtung und oberhalb des Türflügels entlang der ersten horizontalen
Richtung. Bezogen auf die gesamte Türzarge bildet also der Seitenschenkel eine um
den äußeren Rand des Türflügels umlaufende Einfassung.
[0018] Üblicherweise ist die beschriebene Stufe als Anschlag an der Bandseite, der Bandgegenseite
sowie im Sturzbereich vorhanden. Grundsätzlich sind aber auch Ausgestaltungen denkbar,
bei denen sich der Anschlag nicht in der beschriebenen Weise um den Türflügel herum
erstreckt. Die Stufe ist aber zumindest an der Bandgegenseite oder im Sturzbereich
vorhanden, um die magnetische Zuhalteeinrichtung dort anordnen zu können.
[0019] Erfindungsgemäß muss der Türflügel nicht mit einer mechanisch betätigten Klinke und
einer Türfalle ausgerüstet werden. Es ist deshalb ausreichend, wenn der vorzugsweise
aus Glas gebildete Türflügel an seiner Bandgegenseite lediglich eine Grifföffnung,
eine Grifföse oder einen anders ausgestalteten feststehenden Griff aufweist. Ein solcher
feststehender Griff erstreckt sich vorzugsweise an beiden Flächen des Türflügels,
um diesen leicht aufziehen bzw. aufdrücken zu können. Ein Aufdrücken des geschlossenen
Türflügels in seiner Öffnungsrichtung ist jedoch grundsätzlich auch ohne einen feststehenden
Griff möglich.
[0020] Der feststehende Griff kann ohne Weiteres als Knauf oder Bügel ausgeführt sein.
[0021] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Magnetanordnung eine
Vielzahl von Magneten auf, die bevorzugt in einer Reihe angeordnet sind. Bei der üblichen
Ausrichtung des Türflügels können beispielsweise mehrere Magneten in einer Reihe entlang
der vertikalen Richtung übereinander angeordnet sein, so dass auch bei geringen Tiefe
des Seitenschenkels entlang der zweiten horizontalen Richtung, also in Dickenrichtung,
ausreichende Magnetkräfte bereitgestellt werden können. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass gerade bei einer verdeckten Anordnung auch eine entlang der vertikalen Richtung
relativ ausgedehnte Magnetanordnung nicht oder kaum als störend wahrgenommen wird.
[0022] Bei dem zumindest einen Magnet der Magnetanordnung sind die Pole mit ihrer Flächennormale
zweckmäßigerweise in Richtung des in Schließstellung angrenzenden Randes des Türflügels
mit dem daran angeordneten magnetischen Material ausgerichtet. Wenn die Magnetanordnung
also an der Bandgegenseite (bei einer klassischen Tür also der Schlossseite) angeordnet
ist, verläuft die Normale der Magnetpole dann entlang der ersten horizontalen Richtung.
[0023] Wenn gemäß der zuvor als bevorzugt dargestellten Ausgestaltung mehrere Magnete in
einer Reihe angeordnet sind, so weisen diese zweckmäßigerweise eine sich abwechselnde
Polausrichtung auf. Wenn bei einer solchen Anordnung dann in der Schließstellung des
Türflügels das magnetische Material sich in unmittelbarer Nähe der Magnetanordnung
befindet, verlaufen die Feldlinien durch dieses magnetische Material von einem Magnet
direkt zu dem entgegengesetzt gepolten benachbarten Magnet, wodurch sich besonders
hohe Haltekräfte und geringe Streufelder ergeben. Auch im Hinblick auf einen geöffneten
Türflügel ergibt sich bei einer abwechselnden Polausrichtung der Vorteil einer geringeren
Reichweite des Magnetfeldes, so dass magnetisch empfindliche Gegenstände eines Benutzers
wie beispielsweise Kredit- und Magnetkarten weniger stark gefährdet sind.
[0024] Sofern im Rahmen der Erfindung eine Vielzahl von Magneten vorgesehen ist, so können
diese beispielsweise eine Zylinderform, insbesondere eine Kreiszylinderform aufweisen,
wobei dann die Pole entlang der Zylinderachse ausgerichtet sind. Es ergibt sich im
Rahmen einer solchen Ausgestaltung der Vorteil, dass auf kostengünstige, handelsübliche
Standardmagnete zurückgegriffen werden kann. Da im Rahmen der Erfindung der Abschnitt
aus magnetischem Material nicht an der Magnetanordnung, also den Magneten anschlägt,
ergibt sich kein Verschleiß und auch keine Gefahr einer Beschädigung der Magnete.
[0025] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Magnetanordnung
einen Verstellmechanismus aufweist, mit welchem der Abstand zwischen dem Magnet bzw.
den Magneten der Magnetanordnung und dem Abschnitt aus magnetischem Material einstellbar
ist. Wenn die zumindest eine magnetische Zuhalteeinrichtung also an der Bandgegenseite
angeordnet ist, so ist die Magnetanordnung zweckmäßigerweise entlang der ersten horizontalen
Richtung verstellbar. Durch eine solche Verstellung kann der zwischen dem Abschnitt
aus magnetischem Material sowie der Magnetanordnung verbleibende freie Spalt variiert
werden, wodurch auch die Haltekräfte genau eingestellt werden können.
[0026] Für die konkrete Ausgestaltung der Magnetanordnung ergeben sich im Rahmen der Erfindung
verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten. Um die beschriebene Verstellbarkeit zu ermöglichen,
kann die Magnetanordnung beispielsweise eine an der Türzarge befestigte Befestigungsplatte
und eine gegenüber der Befestigungsplatte verstellbare Trägerplatte aufweisen, welche
den zumindest einen Magneten trägt.
[0027] Bei einer Ausgestaltung mit einer Vielzahl von Magneten kann die Trägerplatte auch
aus einem magnetischen Material gebildet sein und gerade auch bei einer bevorzugten
wechselweisen Polausrichtung eine Art Jochelement bilden, wodurch die magnetischen
Kräfte weiter erhöht und Streufelder reduziert werden.
[0028] Die an der Türzarge befestigte Befestigungsplatte ist vorzugsweise aus einem nicht-magnetischen
Material, insbesondere nicht-magnetischen Metall gebildet, um eine klemmfreie Bewegung
des Magneten bzw. der Magnete zu ermöglichen und um eine Reduzierung der magnetischen
Haltekräfte zu vermeiden. Insbesondere kann die Befestigungsplatte Öffnungen aufweisen,
durch welche die eine Zylinderform aufweisenden Magnete durchgeführt sind.
[0029] Eine Verstellung der die Magnete tragenden Trägerplatte gegenüber der Befestigungsplatte
ist beispielsweise durch zwei Stellspindeln als Verstellmechanismus möglich.
[0030] Da die Magnetanordnung an dem Seitenschenkel an dem Außenumfang des Türflügels angeordnet
ist, kann der Türflügel auch auf besonders vorteilhafte Weise gegen eine Türdichtung
anschlagen, die an der Stufe der Türzarge angeordnet ist. Insbesondere kann die Türdichtung
in einer in den Anschlagwinkel eingebrachten Dichtungsnut gehalten sein.
[0031] Ohne Weiteres kann die Türdichtung die Magnetanordnung bei einem geöffneten Türflügel
zumindest teilweise verdecken, wodurch diese weiter optisch kaschiert wird.
[0032] Wenn die Magnetanordnung in geeigneter Weise gegenüber einer solchen Türdichtung
ausgerichtet ist, kann auch im geschlossenen Zustand des Türflügels eine gewünschte
Komprimierung der Türrichtung erreicht werden. Wenn der Türflügel mit großer Kraft
zugeschlagen wird, kann diese Bewegung dann von der Türdichtung abgefedert werden,
während die Zuhalteeinrichtung dann ein Aufspringen des Türflügels verhindern kann.
[0033] Auch wenn dies für viele Anwendungsfälle nicht notwendig ist, kommt grundsätzlich
auch eine Verstellbarkeit der Magnetanordnung entlang der zweiten horizontalen Richtung,
also entlang der Dickenrichtung des Türflügels in Betracht, um den Andruck des Türflügels
an die Türdichtung variieren zu können.
[0034] Die Magnetanordnung sowie der zugeordnete Abschnitt aus magnetischem Material erstrecken
sich üblicherweise über eine in etwa gleiche Länge, also bei der üblichen Anordnung
an der Bandgegenseite über einen in etwa gleiche Höhe entlang der vertikalen Richtung.
[0035] Die Länge der Magnetanordnung sowie des Abschnittes aus magnetischem Material kann
beispielsweise zwischen 5 und 20 cm betragen.
[0036] Durch die magnetische Zuhalteeinrichtung wird keine öffnungssichere Verriegelung
gewährleistet. Die Türanordnung ist vor diesem Hintergrund vorzugsweise für Gebäudeinnentüren
vorgesehen, welche nicht mit einem Schlüssel verschlossen werden sollen. Alternativ
ist aber auch eine separate Verriegelung durch einen Riegel, Bügel oder dergleichen
möglich.
[0037] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von lediglich exemplarischen Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Türanordnung mit einem geschlossenen Türflügel und zwei magnetischen Zuhalteeinrichtungen
an einer Bandgegenseite des Türflügels,
- Fig. 2
- die Türanordnung gemäß der Fig. 1 mit lediglich einer magnetischen Zuhalteeinrichtung
an alternativen Positionen,
- Fig. 3
- eine an einer Türzarge der Türanordnung montierte Magnetanordnung der magnetischen
Zuhalteeinrichtung,
- Fig. 4
- der in Fig. 3 dargestellte Abschnitt der Türanordnung in einer teilgeschnittenen und
um 90° gedrehten Ansicht,
- Fig. 5a
- ein Horizontalschnitt durch die Türanordnung im geöffneten Zustand,
- Fig. 5b
- ein Horizontalschnitt durch die Türanordnung bei einem geschlossenen Türflügel.
[0038] Die Fig. 1 zeigt eine Türanordnung mit einer Türzarge 1, einem Türflügel 2, zwei
Türbändern 3 sowie zwei magnetischen Zuhalteeinrichtungen 4. Der Türflügel 2 liegt
in dem dargestellten geschlossenen Zustand in einer Ebene, welche von einer ersten
horizontalen Richtung X und der Vertikalen Z gebildet ist.
[0039] Im Rahmen der Erfindung beziehen sich die Begriffe Bandseite und Bandgegenseite auf
die Ränder des Türflügels 2, welche entlang der ersten horizontalen Richtung X gemäß
der Breite des Türflügels 2 voneinander beabstandet sind. Demnach befinden sich die
Türbänder 3 an der Bandseite, während sich die beiden Zuhalteeinrichtungen 4 an der
Bandgegenseite befinden. Wie nachfolgend noch weiter erläutert wird, schlägt der Türflügel
2 in der Schließstellung über eine Türdichtung (siehe nachfolgend zu Fig. 5a und 5b)
an einer Stufe 6 der Türzarge 1 an.
[0040] Wie nachfolgend noch weiter erläutert, sind Magnetanordnungen 7 der magnetischen
Zuhalteeinrichtung 4 seitlich des Türflügels 4 an der Türzarge 1 in außerhalb des
Türflügels 2 verlaufenden Seitenschenkel 8 eingesetzt. Die Magnetanordnungen 7 weisen
jeweils eine Vielzahl von Magneten 9 auf, wobei auf der Höhe der Magnetanordnung 7
an dem Türflügel 2 ein Abschnitt 10 aus magnetischem Material angeordnet ist. Der
Abschnitt 10 kann als Blechstreifen oder Blechwinkel ausgeführt sein und erstreckt
sich in etwa über die gleiche Höhe wie die Magnetanordnung 7.
[0041] Bereits in der Fig. 1 ist zu erkennen, dass bei jeder magnetischen Zuhalteeinrichtung
4 zwischen der Magnetanordnung 7 und dem Abschnitt aus magnetischem Material 10 entlang
der ersten horizontalen Richtung ein freier Spalt verbleibt, so dass der Abschnitt
10 aus magnetischem Material nicht an den Magneten 9 anschlägt. Entsprechend werden
bei der erfindungsgemäßen Schließfunktion sowohl eine Geräuschentwicklung als auch
ein Verschleiß bzw. eine Abnutzung sicher vermieden.
[0042] Aufgrund der magnetischen Zuhalteeinrichtung 4 ist für die dargestellte Türanordnung
in Form einer Gebäudeinnentür kein Schloss mit einem Schlosskasten und einer Schließfalle
notwendig.
[0043] In Öffnungsrichtung kann der Türflügel 2 einfach aufgedrückt bzw. aufgezogen werden.
Hierzu ist in der Fig. 1 exemplarisch eine Grifföffnung 11 in dem Türflügel 2 aus
Glas dargestellt, wobei alternativ an zumindest einer Fläche vorzugsweise an beiden
Flächen des Türflügels 2 ein feststehender Griff in Form eines Knaufs oder Bügels
angeordnet werden kann. Der Abschnitt 10 aus magnetischem Material, der vorzugsweise
als Blechstreifen oder Blechwinkel ausgebildet ist, sowie ein feststehender Griff
können bei einem Türflügel 2 aus Glas auf besonders einfache Weise aufgeklebt werden.
[0044] Die Fig. 2 soll verdeutlichen, dass für die Positionierung der Zuhalteeinrichtung
4 unterschiedliche Ausgestaltungen in Betracht kommen. Insbesondere kann die Türanordnung
lediglich eine einzige magnetische Zuhalteeinrichtung 4 aufweisen, die beispielsweise
auf Höhe der Grifföffnung 11 angeordnet ist. Obwohl eine Anordnung der zumindest einen
magnetischen Zuhalteeinrichtung 4 an der Bandgegenseite bevorzugt ist, ist auch eine
andere Anordnung, beispielsweise in einem Sturzbereich oberhalb des Türflügels 2 möglich,
wobei eine entsprechende Anordnung in der Fig. 2 strichpunktiert angedeutet ist.
[0045] Weitere Details der Magnetanordnung 7 als Bestandteil der magnetischen Zuhalteeinrichtung
4 ergeben sich aus den Fig. 3 und 4. Aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig.
3 sowie der Fig. 4 ist ersichtlich, dass die Magnetanordnung eine an der Türzarge
1, insbesondere dem Seitenschenkel 8 befestigte Befestigungsplatte 12 sowie eine gegenüber
der Befestigungsplatte 12 verstellbare Trägerplatte 13 aufweist, welche die Magnete
9 trägt.
[0046] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind exemplarisch fünf kreiszylindrische
Magnete 9 in einer Reihe entlang der vertikalen Richtung Z übereinander angeordnet,
wobei auf handelsüblich verfügbare Standardausführungen zurückgegriffen werden kann.
[0047] Die Befestigungsplatte 12 ist durch Schrauben 14 starr an dem Seitenschenkel 8 der
Stufe 6 der Türzarge 1 befestigt, während die die Magnete 9 tragende Trägerplatte
13 mittels Stellspindeln 15 gegenüber der Befestigungsplatte 12 und somit der gesamten
Türanordnung entlang der ersten horizontalen Richtung X verstellbar ist. Durch eine
Betätigung der Stellspindeln 15 werden die Magnete 9 also entlang der ersten horizontalen
Richtung X bewegt, wobei der bei einem geschlossenen Türflügel 2 zu dem Abschnitt
10 aus magnetischem Material verbleibende Spalt vergrößert und verkleinert werden
kann. Auf diese Weise können die Schließkräfte der magnetischen Zuhalteeinrichtung
4 eingestellt werden.
[0048] In den Fig. 3 und 4 ist auch zu erkennen, dass die Befestigungsplatte 12 Öffnungen
aufweist, durch welche die Magnete 9 geführt sind.
[0049] Die konkrete Bauform der Magnetanordnung 7 sowie die Ausgestaltung der Verstellung
ist rein exemplarisch.
[0050] Gemäß der Fig. 4 weisen die übereinander angeordneten Magnete 9 eine sich abwechselnde
Polarität auf. Die Magnete 9 sind entlang der ersten horizontalen Richtung X ausgerichtet
und weisen bei einem geschlossenen Türflügel 2 in Richtung des dann angrenzenden Abschnittes
10 aus magnetischem Material.
[0051] Um eine leichte Bewegung der Magnete 9 zu ermöglichen und eine Beeinträchtigung der
Schließkräfte zu verhindern, ist die Befestigungsplatte 12 zweckmäßigerweise aus einem
nicht-magnetischen Metall gebildet. Die Trägerplatte 13 ist dagegen vorzugsweise aus
einem magnetischen Material, insbesondere einem ferromagnetischen Material gebildet,
um eine Art magnetisches Jochelement zu bilden. Die Schließkräfte können dadurch erhöht
werden, wobei auch unerwünschte magnetische Streufelder reduziert werden.
[0052] In der Fig. 4 sind einzelne Magnetfeldlinien zur Verdeutlichung exemplarisch dargestellt,
wobei der Türflügel 2 geöffnet ist und somit die Feldlinien an der Vorderseite der
Magnetanordnung 7 austreten können. Durch die wechselweise Polarisierung der Magnete
9 wird aber auch dabei eine große Reichweite der Magnetkräfte, welche für einen Benutzer
von Nachteil sein kann, verhindert.
[0053] Die Anordnung der zumindest einen magnetischen Zuhalteeinrichtung 4 an der Türanordnung
ist in den Fig. 5a und 5b besonders deutlich dargestellt. Demnach weist die Türzarge
1 die zuvor beschriebene Stufe 6 auf, um einen Anschlag für den Türflügel 2 zu bilden.
Die Stufe umfasst dabei einen Anschlagwinkel 16 auf dem der Rand des Türflügels 2
über die Türdichtung 5 anliegt. Die Türdichtung 5 ist dazu in einer in dem Anschlagwinkel
16 eingebrachten Dichtungsnut 17 gehalten.
[0054] In der Fig. 5b, welche den Türflügel 2 in seiner Schließstellung zeigt, ist der freie
Spalt zwischen den Magneten 9 der Magnetanordnung 7 einerseits und dem als Blechwinkel
ausgestalteten Abschnitt 10 aus magnetischem Material zu erkennen.
[0055] Da die Magnetanordnung 7 in den Seitenschenkel 8 eingesetzt ist, ist diese für einen
Benutzer kaum wahrnehmbar, insbesondere wenn der Türflügel 2 geschlossen ist. Das
gleiche gilt auch für den Abschnitt 10 aus magnetischem Material, der in der Schließstellung
des Türflügels 2 auch zumindest teilweise von der Türdichtung 5 abgedeckt wird.
[0056] Gemäß dem Horizontalschnitt der Fig. 5a und 5b entlang der ersten horizontalen Richtung
X sowie der zweiten horizontalen Richtung Y sind der Anschlagschenkel 16 sowie der
Seitenschenkel 8 an der Stufe rechtwinklig zueinander angeordnet. Die unauffällige
Integration der Magnetanordnung 7 in dem Seitenschenkel 8 wird auch dadurch unterstützt,
dass die Magnetanordnung 7 in dem dargestellten Ausführungsbeispiel teilweise von
der Türdichtung 5 verdeckt ist, wenn der Türflügel 2 geöffnet ist.
[0057] Aus den Fig. 5a und 5b ist auch ersichtlich, dass der Türflügel 2 auf einfache Weise
flächenbündig mit einer Stirnseite 18 der Türzarge 1 durch eine entsprechende Modifikation
der Geometrie angeordnet werden kann.
1. Türanordnung mit einer Türzarge (1), einem Türflügel (2), Türbändern (3) und einer
magnetischen Zuhalteeinrichtung (4), wobei die Türbänder (2) an einer Bandseite des
Türflügels (2) befestigt sind und den Türflügel (2) schwenkbar mit der Türzarge (1)
verbinden, wobei die Türzarge (1) als Anschlag für den Türflügel (2) in der Schließstellung
eine Stufe (6) aufweist, welche eine den Türflügel (2) in der Schließstellung überdeckenden
Anschlagschenkel (16) und einen außerhalb des Türflügels (2) verlaufenden Seitenschenkel
(8) aufweist, und wobei die Zuhalteeinrichtung (4) an der Türzarge (1) eine Magnetanordnung
(7) sowie an einem Rand des Türflügels (2) einen Abschnitt (10) aus magnetischem Material
umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetanordnung (7) an dem Seitenschenkel (8) derart angeordnet ist, dass zwischen
der Magnetanordnung (7) und dem am Rand des Türflügels (2) angeordneten Abschnitt
(10) aus magnetischem Material ein freier Spalt verbleibt.
2. Türanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Türflügel (2) aus Glas gebildet ist.
3. Türanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Türflügel (2) an einer Bandgegenseite eine Grifföffnung (11) oder einen feststehenden
Griff aufweist.
4. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt (10) aus magnetischem Material von einem Blechstreifen oder Blechwinkel
gebildet ist.
5. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass genau eine Zuhalteeinrichtung (4) vorgesehen ist, welche in einer mittleren Höhe
des Türflügels (2) angeordnet ist.
6. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetanordnung (7) eine Vielzahl von in einer Reihe angeordneten Magneten (9)
aufweist.
7. Türanordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnete (9) eine sich abwechselnde Polausrichtung aufweisen.
8. Türanordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnete (9) eine Zylinderform aufweisen.
9. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetanordnung (7) einen Verstellmechanismus aufweist, mit welchem der Abstand
zwischen zumindest einem Magnet (9) der Magnetanordnung (7) und dem Abschnitt (10)
aus magnetischem Material einstellbar ist.
10. Türanordnung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetanordnung (7) eine an der Türzarge (1) befestigte Befestigungsplatte (12)
und eine gegenüber der Befestigungsplatte (12) verstellbare Trägerplatte (13) aufweist,
welche den zumindest einen Magneten (9) trägt.
11. Türanordnung nach Anspruch 8 und Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsplatte (12) Öffnungen aufweist, durch welche Magnete (9) mit einer
Zylinderform durchgeführt sind.
12. Türanordnung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (13) mit zwei Stellspindeln (15) gegenüber der Befestigungsplatte
(12) verstellbar ist.
13. Türanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsplatte (12) aus einem nicht-magnetischen Material, insbesondere einem
nicht-magnetischen Metall, gebildet ist.
14. Türanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (13) aus magnetischem Material gebildet ist.
15. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass an der Stufe (6) der Türzarge (1) eine Türdichtung (5) angeordnet ist.
16. Türanordnung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Türdichtung (5) in einer in den Anschlagschenkel (16) eingebrachten Dichtungsnut
(17) gehalten ist.
17. Türanordnung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Türdichtung (5) die Magnetanordnung (7) bei einem geöffneten Türflügel (2) zumindest
teilweise verdeckt.
18. Türanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine Gebäudeinnentür, insbesondere Zimmertür bildet.