[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur elektronischen und
automatischen Ermittlung der Treffsicherheit eines Schützen beim Lichtschießen. Weiterhin
bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine Schusswaffe mit einer Lichtquelle,
deren Abzug mit der Lichtquelle verbunden ist. Die vorliegende Erfindung bezieht sich
außerdem auf ein Auswertesystem, das aus der Information des detektierten Signals
die Treffsicherheit eines Schützen ermittelt.
[0002] Im Sportschützenbereich und bei der Ausbildung von Schützen werden häufig Lichtschusssysteme
verwendet. An ein Gewehr ist eine Lichtquelle, zum Beispiel ein Laser, montiert. Der
Schütze richtet das Gewehr, und damit den Laser, auf eine Zielscheibe. Zweckmäßigerweise
wird der Lichtstrahl dann detektiert, wenn der Abzug der Waffe betätigt wird. Aus
der Lage des Lichtpunktes kann mit einem Detektor die Position des Lichtpunktes auf
der Zielscheibe ermittelt werden. Eine Auswerteeinheit kann die Position des Lichtpunktes
relativ zur Idealtrefferlage ermitteln.
[0003] Der Vorteil dieser Lösung liegt zum einen darin, dass die Treffsicherheit eines Schützen
kostengünstig ermittelt werden kann, da keine Verbrauchsmaterialien wie ein Geschoss
verwendet werden muss und außerdem die Zielscheibe nicht durch ein Geschoss beschädigt
wird. Zum anderen hat die optische Messung den Vorteil einer hohen Messgenauigkeit.
[0004] Ein derartige optisches Messsystem zur Ermittlung der Treffsicherheit eines Schützen
ist beispielsweise aus der
WO 92/08093 bekannt.
[0005] Weiterhin kann das Bedürfnis bestehen, die Identität des Gewehres, und damit des
Schützen, zu ermitteln. Um dieses Problem zu lösen, wird in der deutschen Offenlegungsschrift
DE 40 07 759 A1 ein System vorgeschlagen, in dem das Lasersignal eine Kodierung aufweist, um zum
Beispiel festzustellen, welcher Schütze das Ziel getroffen hat.
[0006] Zur Steigerung der Sensitivität beim Lichtschießen wird in der deutschen Patentschrift
DE 42 25 074 C1 eine Vorrichtung vorgeschlagen, um den Verschluss einer CCD-Kamera mit einem modulierten
Lichtstrahl zu steuern. In Abhängigkeit von der Stellung des Abzuges wird das Lichtsignal
moduliert. Eine erste Kamera detektiert den modulierten Lichtstrahl. Sobald der Abzug
gedrückt ist, was beim Schießen mit einem Geschoss dem Auslösen eines Schusses entspricht,
wird der Verschluss einer zweiten Kamera geöffnet und die Position des Lichtsignals
wird mit einer zweiten Kamera gemessen. Dadurch können Störsignale, die zum Beispiel
durch Streulicht entstehen, reduziert werden.
[0007] Diese Anordnung hat jedoch Schwierigkeiten aus der Position des Lichtpunktes eine
Trefferlage zu ermitteln, wie sie beim realen Schießen entstehen würde. Im Unterschied
zum Lichtschießen, bei dem die Trefferlage aus der Position des Lichtpunktes ermittelt
wird, wird die Trefferlage beim realen Schießen durch den Weg des Geschosses beeinflusst.
Der Weg eines Geschosses kann durch verschiedene zeitliche aufeinanderfolgende Phasen
beschrieben werden. In jeder dieser Phasen wird der Weg des Geschosses durch äußere
Einflüsse verändert. So wird zum Beispiel der Weg des Geschosses durch die Bewegung
der Schusswaffe zum Zeitpunkt der Abgabe des Schusses beeinflusst. Jede Beschleunigung
oder konstante Bewegung führt zu einem Impulsübertrag auf das Geschoss. Außerdem wird
der weitere Weg des Geschosses dadurch beeinflusst, dass das Geschoss durch den Lauf
der Schusswaffe geführt wird. Zudem kommt es aufgrund der Gravitation zu einer veränderten
Schussbahn, sobald das Geschoss den Lauf verlassen hat.
[0008] Daher besteht immer noch das Bedürfnis das Lichtschießen so zu verbessern, dass aus
den Daten beim Lichtschießen eine Trefferposition ermittelt werden kann, wie sie beim
Schießen mit einem Geschoss entstehen würde. Außerdem besteht das Bedürfnis einen
Schützen eine Rückmeldung über die einzelnen Schussphasen zu geben, um damit die Treffsicherheit
optimal zu trainieren.
[0009] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0010] Die vorliegende Erfindung basiert auf der Idee, eine Vorrichtung zum Ermitteln der
Treffsicherheit eines Schützen so auszugestalten, dass an eine Schusswaffe mit einem
Abzug eine Strahlungsquelle montiert wird. Der Abzug hat mindestens zwei Stellungen
und der Abzug ist mit der Strahlungsquelle verbunden. Die Strahlungsquelle sendet
einen modulierten Lichtstrahl aus, wobei der modulierte Lichtstrahl Information über
die Stellung des Abzugs enthält. Gemäß der vorliegenden Erfindung beinhaltet die Vorrichtung
mindestens einen Detektor zum Detektieren des modulierten Lichtstrahls. Des Weiteren
umfasst die Vorrichtung eine Auswerteeinheit, die den detektierten und modulierten
Lichtstrahl auswertet. Aus der detektierten Position und der Information über die
Stellung des Abzugs wird ein Auswertesignal erzeugt, das Information über die Treffsicherheit
des Schützen enthält. Dadurch, dass der modulierte Lichtstrahl Information über die
Stellung des Abzugs enthält, können Einflüsse auf die Schussbahn berücksichtigt werden,
wie sie beim realen Schießen mit einem Geschoss entstehen. Dadurch ist es möglich,
dass aus den detektierten Daten beim Lichtschießen eine Trefferlage ermittelt werden
kann, die äquivalent zur Trefferlage beim Schießen mit einem Geschoss ist.
[0011] Weiterhin kann aus der Information über die Lage und der Information über die Stellung
des Abzugs die Treffsicherheit des Schützen trainiert werden. Ein realer Schuss besteht
aus verschiedenen Schussphasen, die mit Stellungen des Abzugs korrelieren. Durch Modulation
des Lichtsignals in Abhängigkeit der Stellung des Abzugs können einzelne Schussphasen
identifiziert und ausgewertet werden. Basierend auf diesen Daten kann ein Schütze
jede Schussphase optimieren und somit die Treffsicherheit effizient trainieren.
[0012] In vorteilhafter Weise entspricht eine erste Stellung des Abzugs einer neutralen
Stellung des Abzugs und eine zweite Stellung des Abzugs einer Stellung, bei welcher
ein Druckpunkt des Abzugs erreicht ist. Aus der ersten neutralen Stellung des Abzugs
kann die Phase des Schusses ausgewertet werden, in der der Schütze das Ziel sucht.
Aus der zweiten Stellung des Abzugs kann die Phase des Schusses untersucht werden,
in der der Schütze das Ziel im Visier hat.
[0013] Vorteilhafterweise entspricht eine dritte Stellung des Abzugs einer Stellung, bei
der beim realen Schießen ein Schuss ausgelöst wird, und eine vierte Stellung des Abzugs
einer Stellung nach dem Auslösen eines Schusses. Aus der dritten Stellung des Abzugs
kann Information darüber gesammelt werden, wie sich das Gewehr während dem Auslösen
des Schusses verhält. Aus der vierten Stellung kann das Verhalten des Gewehres beim
Nachschuss analysiert werden. Zusätzlich kann mit einer einstellbaren Zeit nach der
dritten Stellung die Bewegung der Position des Lichtpunktes auf der Zielscheibe zwischen
dem Auslösen des Schusses und dem freien Flug eines Geschosses, auch als Nachhaltezeit
bezeichnet, beim Lichtschießen berücksichtigt werden. Außerdem kann durch eine weitere
frei einstellbare Zeit berücksichtigt werden, wie die Gravitation ein reales Projektil
beeinflussen würden, wenn es nicht mehr durch den Waffenlauf geführt wird.
[0014] Eine leichtere Detektion des Lichtstrahl ist möglich, wenn der Lichtstrahl ausgerichtet
ist, und vorzugsweise ein paralleler Lichtstrahl ist. Vorzugsweise ist die Strahlungsquelle
ein Laser. Dadurch kann die Auswertung der Position des Lichtpunkts verbessert werden.
[0015] In besonders vorteilhafter Weise sendet die Strahlungsquelle einen Lichtstrahl mit
einer Wellenläge aus dem ultravioletten, visuellen oder infraroten Spektralbereich
aus. Ein optisch sichtbarer Lichtstrahl kann vorteilhaft sein, da der Schütze sieht,
wo der Lichtstrahl auftrifft. Somit erlaubt ein optisch sichtbarer Lichtstrahl, dass
Schützen mit wenig Erfahrung trainiert werden können. Ein Lichtstrahl aus dem nicht
sichtbaren Bereich kann vorteilhaft sein, wenn erfahrene Schützen trainiert werden
sollen. Der Lichtpunkt ist für den Schützen nicht sichtbar und somit kann das Schießen
wie mit einem echten Geschoss realistisch trainiert werden.
[0016] Die Modulation des Lichtstrahls erfolgt vorteilhafterweise über eine Veränderung
der Pulsdauer des Lichtstrahls und/oder die Veränderung der Wellenlänge der ausgesendeten
Strahlung.
[0017] Die Vorrichtung kann weiterhin eine Zielscheibe umfassen, die so angeordnet ist,
dass der Schütze zum Ermitteln der Treffsicherheit den Lichtstrahl auf die Zielscheibe
sendet. Dadurch ist es möglich, dass dem Schützen ein eindeutiges Ziel vorgegeben
wird.
[0018] In einer vorteilhaften Ausführungsform umfasst mindestens ein Detektor eine Zielscheibe.
In dieser Ausführungsform wird die Detektorfläche als Zielscheibe und zur Detektion
der Lage und/oder der Detektion der modulierten Information des Lichtstrahls verwendet.
In dieser Ausführungsform kann die Präzision gesteigert werden, da zur Detektion der
Lage des Lichtstrahls auf dem Detektor keine Optik notwendig ist. Folglich können
Fehler vermieden werden, die durch die Verwendung einer Optik entstehen. Bei der Detektion
der Modulation des Lichtstrahls können Fehler vermieden werden, die dadurch entstehen,
dass Luftunruhen zwischen der Zielscheibe und dem Detektor auftreten.
[0019] Eine einfache und eindeutige Auswertung wird dadurch gewährleistet, dass die Position
des Lichtstrahls relativ zu einer Idealtrefferlage auf der Zielscheibe ermittelt wird.
[0020] Insbesondere vorteilhaft ist es, wenn die Schusswaffe zusätzlich ein Geschoss abfeuern
kann. Dadurch ist es möglich, die Trefferposition beim Lichtschießen basierend auf
der Geschossbahn eines realen Geschosses zu kalibrieren. Vorteilhafterweise kann die
Zielscheibe elektronisch die Position des Durchschusses des Geschosses durch eine
Zielfläche ermitteln. Somit können diese Daten zur Kalibration in elektronischer Form
an die Auswerteeinheit übermittelt werden.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform umfasst mindestens ein Detektor der
Vorrichtung eine erste Kamera. Der Abstand zwischen der ersten Kamera und der Zielscheibe
ist einstellbar und beträgt mindestens 10 mm, maximal 100 mm und vorzugsweise 40 mm.
Durch Montieren der Kamera in der Nähe der Zielscheibe kann die Zielscheibe optimal
aufgelöst werden. Vorteilhafterweise umfasst die Vorrichtung eine zweite Kamera, wobei
die zweite Kamera den gleichen Abstand zur Zielscheibe hat wie die erste Kamera. Außerdem
wird eine erste Achse durch die erste Kamera und die Idealtrefferlage bestimmt und
eine zweite Achse durch die zweite Kamera und die Idealtrefferlage bestimmt. Der Winkel
zwischen der ersten Achse und der zweiten Achse beträgt mindestens 45°, maximal 135°,
vorzugsweise 90°.
[0022] Durch Verwenden mindestens einer Kamera kann das System flexibel und kostengünstig
aufgebaut werden. Außerdem ermöglicht eine zweite Kamera, dass die Position des Lichtstrahls
relativ zur Idealtrefferlage in zwei unabhängigen Achsen mit hoher Präzision detektiert
werden kann.
[0023] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Ermitteln der Treffsicherheit eines Schützen
kann selbstverständlich auch eine Anzeige zur Darstellung des Auswertesignals umfassen.
[0024] Zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung wird diese anhand der in den
nachfolgenden Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Dabei werden
gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen und gleichen Bauteilbezeichnungen versehen.
Weiterhin können auch einige Merkmale oder Merkmalskombinationen aus den gezeigten
und beschriebenen unterschiedlichen Ausführungsformen für sich eigenständige, erfinderische
oder erfindungsgemäße Lösungen darstellen.
[0025] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Vorrichtung zum Ermitteln der Treffsicherheit eines
Schützen gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine detaillierte Darstellung der Zielscheibe aus Figur 1.
[0026] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung der Vorrichtung zur Ermittlung der Treffsicherheit
eines Schützen gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
[0027] In der gezeigten Ausführungsform ist eine Strahlungsquelle, auch als Lichtzeiger
bezeichnet, an eine Schusswaffe 100, zum Beispiel ein Gewehr oder eine Pistole, montiert
oder alternativ in der Schusswaffe 100 integriert. Die Schusswaffe hat einen Abzug
101, der mit der Strahlungsquelle gekoppelt ist. Durch die Kopplung des Abzugs 101
mit der Strahlungsquelle kann der ausgesendete Lichtstrahl in Abhängigkeit von der
Stellung des Abzuges 101 moduliert werden.
[0028] Vorteilhafterweise gibt es eine Stellung, in der der Abzug 101 nicht betätigt ist,
was als erste Stellung oder neutrale Stellung des Abzugs 101 bezeichnet wird. Eine
zweite Stellung entspricht einer Stellung, wenn der Druckpunkt des Abzuges 101 erreicht
ist. Außerdem kann eine dritte Stellung des Abzugs 101 erreicht werden, die beim realen
Schießen einer Stellung des Abzugs 101 entspricht, wenn der Schuss ausgelöst wird.
Eine weitere, vierte Stellung des Abzugs 101 entspricht beim realen Schießen dem Halten
des Abzugs nach dem Schuss bis zum Freigeben.
[0029] Aufgrund der verschiedenen Stellung des Abzugs 101 können verschiedene Phasen beim
Lichtschießen definiert werden. Die Phase "Neutral" entspricht beim realen Schießen
dem Betätigen des Abzugs 101 vor dem Erreichen des Druckpunktes. Die Phase "Achtung"
entspricht beim realen Schießen dem Betätigen des Abzuges 101 zwischen dem Erreichen
des Druckpunktes und dem Auslösen des Schusses. Die Phase "Schuss" entspricht beim
realen Schießen dem Auslösen des Schusses. Die Phase "Nachschuss" entspricht beim
realen Schießen dem Halten des Abzuges 101 nach dem Schuss bis zum Freigeben des Abzugs.
Zusätzlich oder alternativ zur Stellung des Abzugs 101 kann der modulierte Lichtstrahl
auch die Information über die Abzugsphase enthalten.
[0030] Außerdem kann der modulierte Lichtstrahl Information über die Identität der Schusswaffe,
und damit des Schützen, enthalten. Die Modulation des Lichtstrahls kann dabei zum
Beispiel über die Wellenlänge des emittierten Lichts erfolgen oder über eine Veränderung
der Pulsdauer des emittierten Lichtsignals.
[0031] Des Weiteren erzeugt die Strahlungsquelle in der gezeigten Ausführungsform einen
parallelen und ausgerichteten Strahl, wie er zum Beispiel von einem Laser erzeugt
werden kann. Die Frequenz des Lichtstrahls kann in dem für den Menschen sichtbaren
oder unsichtbaren (zum Beispiel infrarotem oder ultraviolettem) Frequenzbereich liegen.
[0032] Des Weiteren zeigt Figur 1 eine Zielscheibe 103, auf die der emittierte Lichtstrahl
projiziert wird. Die Zielscheibe ist in Figur 2 im Detail dargestellt. Der projizierte
Lichtpunkt 104 trifft relativ zu einer Idealtrefferlage auf der Zielscheibe 103 auf.
Als Idealtrefferlage kann zum Beispiel der Mittelpunkt des schraffierten Bereichs
in Figur 2 definiert werden. Die Koordinaten der Position des Lichtpunkts 104 beziehen
sich somit, falls vom Benutzer nicht anders vorgegeben, auf den Mittelpunkt der Zielscheibe
103.
[0033] Figur 1 zeigt außerdem zwei Lichtdetektoren 102, die vorteilhafterweise mit einer
abbildenden Optik ausgestattet sind und im Folgenden auch als Kamera oder Detektor
bezeichnet werden. Die Lichtdetektoren 102 detektieren die Lage des modulierten Lichtpunkts
104 relativ zur Idealtrefferlage. Zur Bestimmung der Position des Lichtpunkts 104
ist es vorteilhaft, dass zwei Lichtdetektoren 102 verwendet werden. Die zwei Lichtdetektoren
102 sind so angebracht, dass zum Beispiel ein Detektor 102 von oben auf die Zielscheibe
103 gerichtet ist und ein zweiter Detektor 102 von der Seite auf die Zielscheibe 103
gerichtet ist. Denkt man sich einen Kreis um die Zielscheibe 103, so sind die Detektoren
102 auf dem Kreis um 90° versetzt. Da die beiden Detektoren 102 relativ nah zur Zielscheibe
103 angebracht werden, vorteilhafterweise in einer Entfernung von 40 mm, wird aufgrund
des Blickwinkels das kreisrunde Zielfeld als Ellipse abgebildet. Bei den um 90° versetzten
Detektoren 102 sind auch die auszuwertenden Ellipsen um 90° versetzt. Jeder Detektor
102 wertet eine Achse mit hoher und eine Achse mit niedriger Auflösung aus. Aus diesem
Grund sind mindestens zwei Detektoren 102 für die Aufgabenstellung vorteilhaft, um
beide Achsen mit hoher Auflösung abzubilden.
[0034] Des Weiteren detektieren die Detektoren 102 die modulierte Information des Lichtstrahls.
Die Information kann die eindeutige Identität der Schusswaffe 100, und damit des Schützen,
enthalten. Außerdem enthält der modulierte Lichtstrahl die Information über die Abzugsphase
und/oder die Information über die Stellung des Abzuges 101.
[0035] Die Detektoren 102 übergeben die detektierte Information an eine Auswerteeinheit.
Die Auswerteeinheit analysiert die Information und ermittelt ein Auswertesignal, das
Information über die Treffsicherheit des Schützen enthält. Die Treffsicherheit des
Schützen kann auf dem Schützenmonitor 105 dargestellt werden. Vorzugsweise ist die
Auswerteeinheit im Schützenmonitor 105 integriert. Ein Schützenmonitor 105 mit integrierter
Auswerteeinheit kann zum Beispiel ein mobiles Endgerät wie ein Tablet, ein Smartphone,
oder eine Smartwatch sein oder ein stationäres Endgerät wie zum Beispiel ein Monitor
mit einer Prozessoreinheit.
[0036] Die Treffsicherheit des Schützen wird durch folgende Schritte ermittelt. Die Strahlungsquelle,
die mit dem Abzug 101 der Schusswaffe 100 gekoppelt ist, sendet ein moduliertes Lichtsignal
aus, wobei dass modulierte Lichtsignal Information über die Stellung des Abzuges 101
der Schusswaffe 100 enthält. Ein Detektor 102 detektiert die Position und die modulierte
Information des Lichtsignals. Das detektiert Lichtsignal wird von einer Auswerteeinheit
ausgewertet, wobei durch die Auswertung die Treffsicherheit eines Schützen ermittelt
wird. Basierend auf der Auswertung wird eine Auswertesignal erzeugt.
[0037] In einer vorteilhaften Ausführungsform wird die Treffsicherheit folgendermaßen ermittelt.
Die Position des Lichtpunktes 104 wird während einer einstellbaren Zeit in der Phase
Schuss gemessen. Durch die einstellbare Zeit wird die Bewegung des Lichtpunktes 104
auf der Zielscheibe 103 zwischen dem Auslösen des Schusses und dem Zeitpunkt gemessen,
an dem ein reales Geschoss vom Lauf nicht mehr geführt würde. Damit kann die Nachhaltezeit
berücksichtigt werden und die ermittelte Position des Treffers bei Lichtschießen ist
Vergleichbar zu der Position beim Schießen mit einem echten Geschoss. Zusätzlich kann
für den Geschossweg eine Veränderung der Flugbahn aufgrund der Anziehungskraft der
Erde für die Flugzeit zwischen der Schusswaffe 100 und der Zielscheibe 103 berücksichtigt
werden.
[0038] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird der Verlauf des Lichtpunktes
104 während des Zielens auf der Zielscheibe 103 detektiert. Dabei kann der gesamte
Zielweg analysiert werden. Der Zielweg besteht aus den Abschussphasen "Neutral", "Achtung",
"Schuss" und "Nachschuss". Der Zielweg kann auf dem Schützenmonitor 105 dargestellt
werden und die unterschiedlichen Phasen können zum Beispiel durch unterschiedliche
Farben oder unterschiedliche Symbole im Zielweg kodiert werden. Zusätzlich kann die
Trefferposition im dargestellten Zielweg eingezeichnet werden.
[0039] Zusätzlich oder alternativ kann der Verlauf des Zielweges zwischen jüngster Position
des Lichtpunktes 104 und einer zeitlich einstellbaren vorangegangenen Position des
Lichtpunktes 104 dargestellt werden. Dies kann zum Beispiel in Form einer Linie erfolgen.
Die Länge der Linie kann zum Beispiel proportional zur Geschwindigkeit sein, mit der
die Schusswaffe 100 bewegt wird. Die Richtung der Linie kann zum Beispiel die Richtung
sein, in die die Schusswaffe 100 bewegt wird. Zusätzlich kann die aktuelle Position
des Lichtpunktes 104 und oder der Trefferposition auf dem Schützenmonitor 105 deutlich
gekennzeichnet werden. Zur Kennzeichnung der aktuellen Position können Symbole wie
zum Beispiel ein Stern oder ein Kreuz verwendet werden. Des Weiteren können die Abschussphasen
"Neutral", "Achtung", "Schuss" und "Nachschuss" zusätzlich dargestellt werden, zum
Beispiel durch eine Farbinformation.
[0040] Damit ist es dem Schützen möglich, die verschiedenen Phasen des Zielweges zu untersuchen
und aufgrund der Auswertung seine Treffsicherheit zu verbessern.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform wird das Lichtschießen mit einem echten Schuss
kombiniert. Die Zielscheibe 103 ist hierbei eine elektronische Zielscheibe 103, die
die reale Trefferposition an die Auswerteeinheit übergibt. Zusätzlich wird das Lichtsignal
detektiert. Ein Algorithmus ermittelt basierend auf den Zielwegkoordinaten, den Abzugsphasen
und der realen Trefferposition die Nachhaltezeit und den freien Fall des realen Geschosses
zwischen Waffe 100 und Zielscheibe 103. Diese Daten können dann beim Lichtschießen
berücksichtigt werden. Dadurch kann die Nachhaltezeit und der Fall des Geschosses
von dem Algorithmus aufgrund von gemessenen und vorgegebenen Daten berechnet werden.
Bezugszeichenliste:
| Bezugsziffer |
Beschreibung |
| 100 |
Schusswaffe |
| 101 |
Abzug |
| 102 |
Lichtdetektor |
| 103 |
Zielscheibe |
| 104 |
Projizierter Lichtpunkt |
| 105 |
Schützenmonitor |
1. Vorrichtung zum Ermitteln der Treffsicherheit eines Schützen, wobei die Vorrichtung
umfasst:
eine Schusswaffe (100) mit einer Strahlungsquelle und einem Abzug (101), wobei der
Abzug (101) mindestens zwei Stellungen hat und mit der Strahlungsquelle verbunden
ist; und wobei die Strahlungsquelle einen modulierten Lichtstrahl aussendet, der Information
über eine Stellung des Abzugs (101) enthält;
mindestens einen Detektor (102) zum Detektieren des modulierten Lichtstrahls;
eine Auswerteeinheit (105), die den detektierten und modulierten Lichtstrahl auswertet
und aus einer detektierten Position (104) und der Information über die Stellung des
Abzugs (101) ein Auswertesignal erzeugt, das Information über die Treffsicherheit
des Schützen enthält.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei eine erste Stellung des Abzugs (101) einer neutralen
Stellung des Abzugs (101) entspricht.
3. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine zweite Stellung des
Abzugs (101) einer Stellung entspricht, bei welcher ein Druckpunkt des Abzugs (101)
erreicht ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine dritte Stellung des
Abzugs (101) einer Stellung entspricht, bei der ein Schuss ausgelöst wird.
5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine vierte Stellung des
Abzugs (101) einer Stellung nach dem Auslösen eines Schusses entspricht.
6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Lichtstrahl ausgerichtet
ist, vorzugsweise ein paralleler Lichtstrahl ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Strahlungsquelle ein
Laser ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Modulation des Lichtstrahls
über eine Veränderung der Pulsdauer des Lichtstrahls und/oder die Veränderung der
Wellenlänge der ausgesendeten Strahlung erfolgt.
9. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, weiterhin umfassend eine Zielscheibe
(103), die so angeordnet ist, dass der Schütze zum Ermitteln der Treffsicherheit den
Lichtstrahl auf die Zielscheibe (103) sendet.
10. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei mindestens ein Detektor
eine Zielscheibe (103) beinhaltet.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 oder 11, wobei die Auswerteeinheit die Position
des Lichtstrahls (104) relativ zu einer Idealtrefferlage auf der Zielscheibe (103)
ermittelt.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei die Schusswaffe (100) zum Abfeuern
eines Geschoss geeignet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 13, wobei die Zielscheibe (103) elektronisch die Position
des Durchschusses des Geschosses durch eine Zielfläche ermittelt.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, wobei mindestens ein Detektor (102)
eine erste Kamera (102) umfasst.
15. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, weiterhin umfassend eine Anzeige
(105) zur Darstellung des Auswertesignals.