Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Zopfhalter und ein Verfahren zur Herstellung desselben.
Derartige Zopfhalter werden insbesondere zum modischen Zwecken eingesetzt oder auch
zur Fixierung des Haares, insbesondere eines Haarzopfes, während körperlicher Aktivitäten
wie beispielsweise beim Sport.
Stand der Technik
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Utensilien zur Fixierung eine Frisur,
insbesondere eines Haarzopfes, bekannt. Neben Haargummis, Haarclips und Haarbändern
sind seit einiger Zeit auch spiralförmige Zopfhalter erhältlich, welche eine Helix
zum Aufnahmen des Haarzopfes umfassen.
[0003] So beschreibt beispielsweise
US 2,924,228 eine Haarklammer mit einer helixförmig gewundenen Feder aus einem einzigen Stück
eines federnden Materials. Diese Haarklammer umfasst eine Mehrzahl von Windungen,
welche allesamt im Wesentlichen denselben Durchmesser aufweisen.
[0004] US 2014/0096788 A1 beschreibt ein Haarutensil, welches ein spezielles Spulen-Design aufweist. Das Haarutensil
umfasst ein im Wesentlichen kreisförmiges Element mit einer Mehrzahl von Windungsstrukturen.
Auf diese Weise wird eine geschlossene Helix-Schleife gebildet.
[0005] DE 10 2015 215 832 A1 beschreibt ein Haarstylingutensil mit einer kreisförmig verlaufenden Endloshelix
aus einem elastischen Material. Die Endloshelix weist insgesamt sechs bis acht Windungen
auf, die an einem inneren Bereich aneinander anliegen.
[0006] Die bekannten Haarutensilien beinhalten jedoch noch erhebliches Verbesserungspotenzial.
So sind insbesondere die mittels bekannter Haarutensilien erzielbaren visuellen und
designerischen Effekte begrenzt. Wünschenswert wäre es beispielsweise, Haarutensilien
bereitzustellen, welche dauerhaft eine reflektierende optische Erscheinung bieten,
beispielsweise um entsprechende designerische Effekte zu ermöglichen oder auch um
aufgrund der reflektierenden Wirkung eine erhöhte Sichtbarkeit des Trägers bei Dämmerung
und Nacht zu gewährleisten, beispielsweise im Straßenverkehr. Derartige reflektierende
optische Erscheinungen sind jedoch in der Regel bislang mit einem vergleichsweise
hohen Herstellungsaufwand verbunden, unterliegen einem Abrieb oder weisen schlechte
reflektierende Eigenschaften auf.
Aufgabe der Erfindung
[0007] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Zopfhalter bereitzustellen,
welcher die genannte technische Herausforderung adressiert. Insbesondere soll ein
Zopfhalter bereitgestellt werden, welcher möglichst einfach herzustellen ist und möglichst
gut sichtbar reflektierende Eigenschaften aufweist, welche möglichst dauerhaft sind.
Offenbarung der Erfindung
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Zopfhalter und ein Verfahren zur Herstellung
desselben, mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen,
welche einzeln oder in beliebiger Kombination realisierbar sind, sind in den abhängigen
Ansprüchen dargestellt.
[0009] Im Folgenden werden die Begriffe "haben", "aufweisen", "umfassen" oder "einschließen"
oder beliebige grammatikalische Abweichungen davon in nicht-ausschließlicher Weise
verwendet. Dementsprechend können sich diese Begriffe sowohl auf Situationen beziehen,
in welchen, neben den durch diese Begriffe eingeführten Merkmalen, keine weiteren
Merkmale vorhanden sind, oder auf Situationen, in welchen ein oder mehrere weitere
Merkmale vorhanden sind. Beispielsweise kann sich der Ausdruck "A hat B", "A weist
B auf', "A umfasst B" oder "A schließt B ein" sowohl auf die Situation beziehen, in
welcher, abgesehen von B, kein weiteres Element in A vorhanden ist (d.h. auf eine
Situation, in welcher A ausschließlich aus B besteht), als auch auf die Situation,
in welcher, zusätzlich zu B, ein oder mehrere weitere Elemente in A vorhanden sind,
beispielsweise Element C, Elemente C und D oder sogar weitere Elemente.
[0010] Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass die Begriffe "mindestens ein" und "ein oder
mehrere" sowie grammatikalische Abwandlungen dieser Begriffe, wenn diese in Zusammenhang
mit einem oder mehreren Elementen oder Merkmalen verwendet werden und ausdrücken sollen,
das das Element oder Merkmal einfach oder mehrfach vorgesehen sein kann, in der Regel
lediglich einmalig verwendet werden, beispielsweise bei der erstmaligen Einführung
des Merkmals oder Elementes. Bei einer nachfolgenden erneuten Erwähnung des Merkmals
oder Elementes wird der entsprechende Begriff "mindestens ein" oder "ein oder mehrere"
in der Regel nicht mehr verwendet, ohne Einschränkung der Möglichkeit, dass das Merkmal
oder Element einfach oder mehrfach vorgesehen sein kann.
[0011] Weiterhin werden im Folgenden die Begriffe "vorzugsweise", "insbesondere", "beispielsweise"
oder ähnliche Begriffe in Verbindung mit optionalen Merkmalen verwendet, ohne dass
alternative Ausführungsformen hierdurch beschränkt werden. So sind Merkmale, welche
durch diese Begriffe eingeleitet werden, optionale Merkmale, und es ist nicht beabsichtigt,
durch diese Merkmale den Schutzumfang der Ansprüche und insbesondere der unabhängigen
Ansprüche einzuschränken. So kann die Erfindung, wie der Fachmann erkennen wird, auch
unter Verwendung anderer Ausgestaltungen durchgeführt werden. In ähnlicher Weise werden
Merkmale, welche durch "in einer Ausführungsform der Erfindung" oder durch "in einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung" eingeleitet werden, als optionale Merkmale verstanden,
ohne dass hierdurch alternative Ausgestaltungen oder der Schutzumfang der unabhängigen
Ansprüche eingeschränkt werden soll. Weiterhin sollen durch diese einleitenden Ausdrücke
sämtliche Möglichkeiten, die hierdurch eingeleiteten Merkmale mit anderen Merkmalen
zu kombinieren, seien es optionale oder nicht-optionale Merkmale, unangetastet bleiben.
[0012] In einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Zopfhalter zum Stabilisieren
eines Haarzopfes vorgeschlagen. Unter einem Zopfhalter wird dabei allgemein im Rahmen
der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung verstanden, welche eingerichtet ist, um
eine Frisur, insbesondere einen Haarzopf, zumindest vorübergehend mechanisch in einer
gewünschten Konfiguration zu halten. Insbesondere kann es sich hierbei um ein zumindest
teilweise ringförmig ausgestaltetes und vorzugsweise flexibles Element handeln, welches
vorzugsweise mindestens eine Öffnung aufweist, um einen Haarzopf aufzunehmen und vorzugsweise
einzuklemmen.
[0013] Der Zopfhalter umfasst eine Endloshelix mindestens eines Kunststoffmaterials. Unter
einer Endloshelix ist dabei ein in sich geschlossener Körper zu verstehen, welcher
zumindest abschnittsweise und vorzugsweise vollständig eine Helix-Gestalt aufweist.
Unter einer Helix ist dabei allgemein ein Körper zu verstehen, welcher sich aus einer
Vielzahl von aneinander angrenzenden und ineinander übergehenden Schlaufen im Wesentlichen
gleichen Durchmessers zusammensetzt, also beispielsweise von Schlaufen, deren Durchmesser
vorzugsweise um nicht mehr als 50 %, insbesondere um nicht mehr als 30 %, nicht mehr
als 20 % oder sogar nicht mehr als 10 % um einen mittleren Durchmesser der Schlaufen
schwankt. Die Helix kann insbesondere eine toroidale Helix sein, also eine Helix mit
Schlaufen, deren Achsen zusammen einen Torus bilden oder deren Achsen tangential zu
einem Torus angeordnet sind.
[0014] Das Kunststoffmaterial ist zumindest teilweise transparent ausgestaltet. Unter "zumindest
teilweise transparent" ist dabei im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine vollständige
oder teilweise Transparenz für Licht im sichtbaren Spektralbereich, also im Spektralbereich
von 380 nm bis 780 nm, aufweist. Die Transparenz kann beispielsweise in mindestens
einem Teilspektrum dieses sichtbaren Spektralbereichs oder auch im gesamten sichtbaren
Spektralbereich bei mindestens 10 %, vorzugsweise bei mindestens 30 % oder sogar mindestens
50 %, liegen. Insbesondere kann das Kunststoffmaterial ein klares Kunststoffmaterial
sein. Der Kunststoff kann farblos oder auch eingefärbt sein.
[0015] In der Endloshelix ist mindestens ein von dem Kunststoffmaterial umgebener Kern mindestens
eines reflektierenden Materials eingebettet. Unter einem Kern ist dabei allgemein
ein Element zu verstehen, welches innerhalb eines umgebenden Materials oder Elements
eingebettet ist. Insbesondere kann die Endloshelix genau einen Kern aufweisen, welches
sich vorzugsweise entlang der gesamten Endloshelix durchgängig erstreckt. Der Kern
kann beispielsweise im Wesentlichen zentral entlang einer jeweiligen Erstreckungsrichtung
der Endloshelix angeordnet sein.
[0016] Unter einem reflektierenden Material ist dabei allgemein ein Material oder Materialgemisch
zu verstehen, welches, in Alleinstellung oder in Zusammenwirkung mit einer umgebenden
Matrix, reflektierende Eigenschaften, insbesondere für sichtbares Licht in dem oben
genannten Spektralbereich, aufweist. Insbesondere kann das reflektierende Material
in Alleinstellung oder in Zusammenwirkung mit dem umgebenden Kunststoffmaterial einen
Reflexionsgrad, definiert als das Verhältnis der reflektierten zur einfallende Lichtintensität,
von mindestens 5%, insbesondere von mindestens 10 % und besonders bevorzugt von mindestens
20 %, aufweisen. So kann das reflektierende Material beispielsweise ein metallisches
Material umfassen, welches von sich aus einen hohen Reflexionsgrad aufweist. Alternativ
oder zusätzlich kann das reflektierende Material jedoch auch beispielsweise ein Material
aufweisen, welches einen Unterschied im Brechungsindex gegenüber dem umgebenden Kunststoffmaterial
aufweist, so dass aufgrund dieses Unterschieds im Brechungsindex eine Reflexion auftritt.
Beispielsweise kann das reflektierende Material mindestens ein Glas umfassen, beispielsweise
Glaskugeln, insbesondere Glas-Mikrokugeln mit einem Durchmesser oder Äquivalentdurchmesser
beispielsweise im Mikrometer-Bereich. Das Glas oder allgemein das reflektierende Material
kann beispielsweise einen niedrigeren Brechungsindex aufweisen als das Kunststoffmaterial.
Beispielsweise kann ein Glas verwendet werden mit einem Brechungsindex von 1,46-1,52,
und ein Kunststoffmaterial mit einem oberhalb des Brechungsindex des reflektierenden
Materials liegenden Brechungsindex, beispielsweise einem Brechungsindex >1,52. So
kann beispielsweise thermoplastisches Polyurethan (TPU) verwendet werden als Kunststoffmaterial,
welches üblicherweise einen Brechungsindex von 1,41 aufweist. Weiterhin kann beispielsweise
Polyvinylchlorid (PVC) verwendet werden als Kunststoffmaterial, welches üblicherweise
einen Brechungsindex von 1,54 aufweist. Auch andere Konstellationen oder Kombinationen
sind jedoch möglich.
[0017] Der Kern kann insbesondere ebenfalls als Endloshelix ausgestaltet sein oder eine
Endloshelix bilden. Beispielsweise kann der Kern bandförmig ausgestaltet sein und
beispielsweise ein durchgängiges Band durch die Endloshelix des Zopfhalters bilden.
[0018] Die Endloshelix des Zopfhalters kann insbesondere eine toroidale Helix sein. Die
toroidale Helix kann insbesondere einen großen Durchmesser von 1,5 cm bis 7 cm aufweisen,
insbesondere von 2 cm bis 5,5 cm, beispielsweise einem großen Durchmesser von 4 cm,
4,5 cm, 5 cm oder 5,5 cm. Unter einem großen Durchmesser ist dabei allgemein ein doppelter
Abstand zwischen einem Durchstoßpunkt einer Rotationsachse des Torus durch eine Ebene
des Torus und einem Punkt auf einem Kreis zu verstehen, welcher durch die Mittelpunkte
der Schlaufen oder Windungen verläuft. Auch andere Dimensionen sind jedoch grundsätzlich
möglich. Ein Schlaufendurchmesser der Schlaufen der Helix kann insbesondere 0,3 cm
bis 1,5 cm betragen. Unter einem Schlaufendurchmesser kann dabei allgemein ein doppelter
Abstand zwischen einem Mittelpunkt einer Schlaufe und einem Mittelpunkt des Grundkörpers
im Bereich dieser Schlaufe verstanden werden. Auch andere Dimensionen sind jedoch
grundsätzlich möglich. Die genannten Dimensionen haben sich jedoch als besonders geeignet
erwiesen, um zuverlässig eine Frisur zu halten.
[0019] Der Kern kann insbesondere allseitig von dem Kunststoffmaterial umgeben sein. Beispielsweise
kann der Kern radial vollständig von dem Kunststoffmaterial umschlossen sein und insbesondere
kann der Kern durchgehend und unterbrechungsfrei sein.
[0020] Das Kunststoffmaterial kann insbesondere mindestens ein thermoplastisches Kunststoffmaterial
aufweisen oder ganz aus einem thermoplastischen Kunststoffmaterial hergestellt sein.
Insbesondere kann das Kunststoffmaterial thermoplastisches Polyurethan (TPU) sein
oder aufweisen. Weiterhin kann das Kunststoffmaterial Polyvinylchlorid (PVC) sein
oder aufweisen. Auch andere Kunststoffe sind jedoch grundsätzlich einsetzbar. Thermoplastisches
Polyurethan hat sich jedoch hinsichtlich seiner Verarbeitbarkeit als vorteilhaft herausgestellt.
Das Kunststoffmaterial kann insbesondere ganz oder teilweise verformbar ausgestaltet
sein, so dass insbesondere eine das Kunststoffmaterial aufweisende Endloshelix federnde
Eigenschaften aufweist. So kann insbesondere das Kunststoffmaterial ganz oder teilweise
elastisch ausgebildet sein. Alternativ oder zusätzlich kann eine Federwirkung der
Endloshelix jedoch auch durch die Windungen erzielt werden.
[0021] Das reflektierende Material kann ein einzelnes Material oder auch ein Materialgemisch
sein. So kann das reflektierende Material beispielsweise auch mindestens ein weiteres
Kunststoffmaterial umfassen, welches vorzugsweise von dem Kunststoffmaterial, welches
den Kern umgibt, chemisch verschieden ist. Dieses weitere Kunststoffmaterial kann
beispielsweise ein Polyethylenterephthalat (PET) umfassen. Auch andere Ausgestaltungen
sind jedoch grundsätzlich möglich. So kann beispielsweise das Material des Kerns mindestens
ein weiteres Kunststoffmaterial und reflektierende Partikel umfassen, wie unten noch
näher ausgeführt wird, beispielsweise PET und reflektierende Glaspartikel.
[0022] Wie oben ausgeführt, kann das reflektierende Material insbesondere reflektierende
Partikel umfassen. Die reflektierende Eigenschaft kann sich aus den Partikeln selbst
ergeben oder auch aus einer Zusammenwirkung mit der Umgebung dieser Partikel. Die
Partikel sind vorzugsweise derart dicht in dem Kern angeordnet, dass diese mit bloßem
Auge nicht mehr aufgelöst werden können und vorzugsweise ein dichtes Band bilden.
Das reflektierende Material kann insbesondere Mikrokugeln umfassen, vorzugsweise Glas-Mikrokugeln.
[0023] Exemplarisch hat sich folgende Zusammensetzung des reflektierenden Materials als
gut geeignet für den praktischen Einsatz erwiesen, wobei die folgenden Werte in Volumenprozent
angegeben sind:
- 25% ± 10% Polyethylenterephthalat; und
- 55% ± 10% Glas-Mikrokugeln.
[0024] Auch andere Zusammensetzungen sind jedoch grundsätzlich möglich.
[0025] Das reflektierende Material kann weiterhin mindestens einen Klebstoff aufweisen.
Der Klebstoff kann alternativ oder zusätzlich zu dem oben genannten optionalen weiteren
Kunststoffmaterial des Kerns verwendet werden. Alternativ kann der Klebstoff jedoch
auch ganz oder teilweise identisch zu dem oben genannten optionalen weiteren Kunststoffmaterial
des Kerns sein. Der Klebstoff kann beispielsweise in einer Konzentration von 20 Vol.-%
± 10 Vol.-% in dem reflektierenden Material vorliegen. So kann die Zusammensetzung
des reflektierenden Materials beispielsweise wie folgt ausgestaltet sein, wobei die
Werte wieder in Volumenprozent angegeben sind:
- 25% ± 10% Polyethylenterephthalat;
- 55% ± 10% Glas-Mikrokugeln; und
- 20 Vol.-% ± 10 Vol.-% Klebstoff.
[0026] Die angegebenen Toleranzen sind dabei dahingehend zu verstehen, dass sich die Gesamtzusammensetzung
der drei genannten Inhaltsstoffe vorzugsweise zu 100 % aufsummiert oder zu einem geringeren
Wert. So können die genannten Stoffe insgesamt das reflektierende Material bilden,
oder es können ein oder mehrere weitere Stoffe vorgesehen sein.
[0027] Der Kern kann insbesondere entlang einer Spiralachse der Endloshelix angeordnet sein.
Der Kern kann insbesondere radial von dem Kunststoffmaterial umschlossen sein.
[0028] In einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Herstellung
eines Zopfhalters zum Stabilisieren eines Haarzopfes vorgeschlagen. Das Verfahren
kann insbesondere eingesetzt werden, um einen erfindungsgemäßen Zopfhalter herzustellen,
beispielsweise gemäß einer oder mehrerer der oben beschriebenen Ausgestaltungen und/oder
gemäß einer der nachfolgend noch näher beschriebenen Ausgestaltungen.
[0029] Das Verfahren umfasst die nachfolgend genannten Verfahrensschritte. Diese Verfahrensschritte
können beispielsweise in der genannten Reihenfolge durchgeführt werden. Auch eine
andere Reihenfolge ist jedoch grundsätzlich möglich. Weiterhin können zwei oder mehrere
oder sogar alle Verfahrensschritte zeitlich parallel oder zeitlich überlappend durchgeführt
werden. Weiterhin können einer, zwei, mehrere oder sogar alle Verfahrensschritte einfach
oder mehrfach wiederholt durchgeführt werden.
[0030] Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
- a) Formen mindestens eines Formlings, wobei der Formling einen Kern mindestens eines
reflektierenden Materials und mindestens ein den Kern umgebendes Kunststoffmaterial
aufweist, wobei das Kunststoffmaterial zumindest teilweise transparent ausgestaltet
ist;
- b) Wickeln des Formlings zu einer Helix;
- c) Aushärten des Kunststoffmaterials mit dem Kern; und
- d) Formung der Helix zu einer Endloshelix, insbesondere einer toroidalen Helix.
[0031] Unter einem Formling ist dabei allgemein ein Zwischenprodukt zu verstehen, welches
eine vorgegebene Form aufweist. Der Formling kann insbesondere strangförmig ausgestaltet
sein. Unter einem strangförmigen Formling ist ein Formling zu verstehen, welcher langgestreckt
ausgestaltet ist und welcher vorzugsweise einen konstanten Querschnitt quer, insbesondere
senkrecht, zu seiner Längserstreckung aufweist. Der Querschnitt kann beispielsweise
rund oder oval sein. Dementsprechend kann der Formling beispielsweise ein runder oder
ovaler Strang sein, insbesondere ein zylindrischer Strang.
[0032] Der Formling kann beispielsweise eine Länge von 10 cm bis mehrere Meter aufweisen,
insbesondere eine Länge von 20 cm bis 1 m, insbesondere 50 cm. Auch andere Dimensionen
sind jedoch grundsätzlich möglich. In einer Dimension senkrecht zu seiner Längserstreckung
kann der Formling beispielsweise einen Durchmesser oder Äquivalentdurchmesser von
1 mm bis 8 mm aufweisen, insbesondere von 2 mm bis 5 mm. Auch andere Dimensionen sind
möglich.
[0033] Das Formen kann beispielsweise einen Vorgang beschreiben, bei welchem aus einem oder
mehreren Rohstoffen, beispielsweise einer Kunststoffinasse und/oder einem Kunststoffgranulat,
mindestens ein Formling erzeugt wird. Für das Formen kann beispielsweise mindestens
eine Form, insbesondere mindestens ein Werkzeug, mit mindestens einem Formnest verwendet
werden. Auch ein Formen ohne Werkzeug oder Form ist grundsätzlich möglich, beispielsweise
durch Spritzen, Strangpressen oder Strangextrudieren. Wird eine Form verwendet, so
kann beispielsweise die Dimensionierung der Form angepasst werden, um unterschiedliche
Zopfhalter herzustellen, beispielsweise in unterschiedlichen Dicken. Wird eine Extrusionsverfahren
verwendet, so kann beispielsweise eine Dimensionierung der Düse angepasst werden,
um eine Dimensionierung des Produkts zu ändern.
[0034] Insbesondere können in Schritt a) das Kunststoffmaterial und der Kern gemeinsam erzeugt
werden. Beispielsweise können in Schritt a) das Kunststoffinaterial und der Kern gemeinsam
gespritzt oder extrudiert werden. Beispielsweise kann ein Koextrusionsverfahren verwendet
werden, beispielsweise derart, dass gleichzeitig der Kern extrudiert wird und ein
den Kern umgebender Mantel des Kunststoffinaterials. Bei einem Spritzverfahren oder
Extrusionsverfahren können die gespritzten oder extrudierten Materialien beispielsweise
eine Temperatur von 170-190 °C aufweisen. Auch andere Temperaturen sind jedoch grundsätzlich
möglich.
[0035] Wird eine Form verwendet, so kann Verfahrensschritt a) insbesondere folgende Teilschritte
aufweisen:
a1) Einbringen des mindestens einen zumindest teilweise transparent ausgestalteten
Kunststoffmaterials und des mindestens einen Kerns in eine Form;
a2) Pressen des Kunststoffmaterials und des Kerns zu einem Formling in der Form, derart,
dass der Kern von dem Kunststoffmaterial umgeben ist; und
a3) Entformen des Formlings.
[0036] Die Form kann insbesondere mindestens ein langgestrecktes Formnest aufweisen, insbesondere
ein stabförmiges Formnest. In Schritt a) können das Kunststoffmaterial und der Kern
in die Form eingespritzt werden. Insbesondere können in Schritt a) das Kunststoffmaterial
und der Kern gleichzeitig in die Form eingespritzt werden.
[0037] Wie oben ausgeführt, kann der Formling insbesondere ein lang gestreckter, strangförmiger
Formling sein. Der Formling kann beispielsweise zylindrisch ausgestaltet sein. Beispielsweise
kann der Formling einen runden oder ovalen Querschnitt aufweisen. Auch andere Formen
sind jedoch grundsätzlich möglich.
[0038] Das Aushärten kann insbesondere bei einer Temperatur von 50 °C bis 90 °C, insbesondere
bei einer Temperatur von 60 °C bis 80 °C und besonders bevorzugt eine Temperatur von
70 °C erfolgen. Hierzu kann beispielsweise ein Ofen verwendet werden. Alternativ oder
zusätzlich ist auch eine andere Heizquelle möglich.
[0039] Das Wickeln des Formlings zu der Helix in Verfahrensschritt c) kann insbesondere
durch Wickeln des Formlings um einen Stab erfolgen. So kann beispielsweise ein zylindrischer
Vollstab oder Hohlstab verwendet werden, um welchen der Formling aufgewickelt wird,
so dass sich beispielsweise eine Spirale um die Achse des Stabs bildet.
[0040] Weitere mögliche Ausgestaltungen betreffen die Bildung der Endloshelix. Die Endloshelix
kann aus der vollständigen Helix erzeugt werden oder es kann, alternativ, auch eine
Vereinzelung der Helix in mehrere Abschnitte erfolgen, aus denen dann jeweils eine
Endloshelix erzeugt werden kann. Zwischen beiden Fällen wird im Folgenden nicht weiter
unterschieden, da in jedem Fall, auch bei einer Vereinzelung, auch die Abschnitte
jeweils eine Helix bilden, welche dann wiederum zu einer Endloshelix geformt werden
können.
[0041] So kann beispielsweise in Verfahrensschritt d) eine Verbindung zweier gegenüberliegender
Enden erfolgen. Diese können beispielsweise derart miteinander verbunden werden, dass
die Helix ringförmig geschlossen wird. Die Verbindung der gegenüberliegenden Enden
kann beispielsweise stoffschlüssig erfolgen. Insbesondere können die beiden gegenüberliegenden
Enden zunächst thermisch aufgeschmolzen werden und anschließend oder gleichzeitig
gegeneinander gepresst werden. Das Aufschmelzen kann beispielsweise bei einer Temperatur
von 120-190 °C erfolgen, beispielsweise bei einer Temperatur von 140 °C. Auch andere
Temperaturen sind möglich. Zum thermischen Aufschmelzen kann beispielsweise ein Lötkolben
verwendet werden. Auch ein anderes kontaktierendes oder kontaktfreies thermisches
Verfahren ist möglich.
[0042] Der vorgeschlagene Zopfhalter und das vorgeschlagene Verfahren weisen gegenüber bekannten
Haarutensilien ähnlicher Art und Herstellungsverfahren eine Vielzahl von Vorteilen
auf. Insbesondere lässt sich mittels der vorgeschlagenen Erfindung ein Zopfhalter
realisieren, welcher gut und dauerhaft reflektierende Eigenschaften aufweist. Der
Zopfhalter kann insbesondere derart ausgestaltet sein, dass dieser und seine reflektierenden
Eigenschaften stets gut sichtbar sind, egal wie oft der Zopfhalter um das Haar, beispielsweise
einen Zopf, gewickelt wird. Da der Kern fest von dem Kunststoffmaterial umgeben ist,
unterliegen die reflektierenden Eigenschaften auch keiner erheblichen Abnutzung, wie
dies beispielsweise bei einer lediglich oberflächlich reflektierenden Beschichtung
der Fall ist. Im Gegensatz zu äußerlich angebrachten Reflektoren ist auch ein Ablösen
oder Abfallen des Reflektors zu Mindest weit gehend verhindert. Weiterhin lässt sich
der Zopfhalter sehr haarschonend ausgestalten, da der Reflektor in Form des Kerns
von dem Kunststoffmaterial umgeben ist und somit nicht direkt mit dem Haar in Kontakt
kommt. Der Zopfhalter ist zudem abwaschbarer und somit leicht zu reinigen. Durch die
Reinigung wird seine Funktion auch nicht beeinträchtigt, im Gegensatz beispielsweise
zu Haargummis mit äußeren Reflektorstreifen, welcher bei einer Reinigung beschädigt
werden können.
[0043] Zusammenfassend sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung folgende Ausführungsformen
besonders bevorzugt:
Ausführungsform 1: Zopfhalter zum Stabilisieren eines Haarzopfes, umfassend eine Endloshelix
mindestens eines Kunststoffmaterials, insbesondere eine toroidale Helix, wobei das
Kunststoffmaterial zumindest teilweise transparent ausgestaltet ist, wobei in der
Endloshelix mindestens ein von dem Kunststoffmaterial umgebener Kern mindestens eines
reflektierenden Materials eingebettet ist.
Ausführungsform 2: Zopfhalter nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei der Kern
ebenfalls eine Endloshelix bildet.
Ausführungsform 3: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
die Endloshelix eine toroidale Helix mit einem großen Durchmesser von 1,5 cm bis 7
cm, insbesondere einem großen Durchmesser von 2 cm bis 5,5 cm, ist, beispielsweise
einem großen Durchmesser von 4 cm, 4,5 cm, 5 cm oder 5,5 cm.
Ausführungsform 4: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
die Endloshelix eine toroidale Helix mit einem Schlaufendurchmesser der Schlaufen
der Helix von 0,3 cm bis 1,5 cm ist.
Ausführungsform 5: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
der Kern allseitig von dem Kunststoffmaterial umgeben ist.
Ausführungsform 6: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
der Kern durchgehend und unterbrechungsfrei ist.
Ausführungsform 7: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
das Kunststoffmaterial zumindest teilweise aus thermoplastischem Polyurethan besteht.
Ausführungsform 8: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
das Kunststoffmaterial ein elastisches Kunststoffmaterial ist.
Ausführungsform 9: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
das reflektierende Material mindestens ein weiteres Kunststoffmaterial umfasst.
Ausführungsform 10: Zopfhalter nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei das
weitere Kunststoffmaterial Polyethylenterephthalat umfasst.
Ausführungsform 11: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
das reflektierende Material reflektierende Partikel umfasst.
Ausführungsform 12: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
das reflektierende Material Mikrokugeln umfasst.
Ausführungsform 13: Zopfhalter nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei die
Mikrokugeln Glas-Mikrokugeln umfassen.
Ausführungsform 14: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
das reflektierende Material folgende Zusammensetzung in Volumenprozent aufweist:
- 25% ± 10% Polyethylenterephthalat; und
- 55% ± 10% Glas-Mikrokugeln.
Ausführungsform 15: Zopfhalter nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei das
reflektierende Material weiterhin mindestens einen Klebstoff aufweist.
Ausführungsform 16: Zopfhalter nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei der
Klebstoff in einer Konzentration von 20 Vol.-% ± 10 Vol.-% in dem reflektierenden
Material vorliegt.
Ausführungsform 17: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
der Kern entlang einer Spiralachse der Endloshelix angeordnet ist.
Ausführungsform 18: Zopfhalter nach einer der vorhergehenden Ausführungsformen, wobei
der Kern radial von dem Kunststoffmaterial umschlossen ist.
Ausführungsform 19: Verfahren zur Herstellung eines Zopfhalters zum Stabilisieren
eines Haarzopfes, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
- a) Formen mindestens eines Formlings, wobei der Formling einen Kern mindestens eines
reflektierenden Materials und mindestens ein den Kern umgebendes Kunststoffmaterial
aufweist, wobei das Kunststoffmaterial zumindest teilweise transparent ausgestaltet
ist;
- b) Wickeln des Formlings zu einer Helix;
- c) Aushärten des Kunststoffmaterials mit dem Kern; und
- d) Formung der Helix zu einer Endloshelix, insbesondere einer toroidalen Helix.
Ausführungsform 20: Verfahren nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei der Zopfhalter
ein Zopfhalter gemäß einer der vorhergehenden, einen Zopfhalter betreffenden Ausführungsformen
ist.
Ausführungsform 21: Verfahren nach einer der vorhergehenden, ein Verfahren betreffenden
Ausführungsformen, wobei in Schritt a) das Kunststoffmaterial und der Kern gemeinsam
erzeugt werden.
Ausführungsform 22: Verfahren nach einer der vorhergehenden, ein Verfahren betreffenden
Ausführungsformen, wobei in Schritt a) das Kunststoffmaterial und der Kern gemeinsam
gespritzt oder extrudiert werden.
Ausführungsform 23: Verfahren nach einer der vorhergehenden, ein Verfahren betreffenden
Ausführungsformen, wobei Verfahrensschritt a) folgende Teilschritte aufweist:
a1) Einbringen des mindestens einen zumindest teilweise transparent ausgestalteten
Kunststoffmaterials und des mindestens einen Kerns in eine Form;
a2) Pressen des Kunststoffmaterials und des Kerns zu einem Formling in der Form, derart,
dass der Kern von dem Kunststoffmaterial umgeben ist; und
a3) Entformen des Formlings.
Ausführungsform 24: Verfahren nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei die Form
mindestens ein langgestrecktes Formnest aufweist, insbesondere ein stabförmiges Formnest.
Ausführungsform 25: Verfahren nach einer der beiden vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei in Schritt a) das Kunststoffmaterial und der Kern in die Form eingespritzt werden.
Ausführungsform 26: Verfahren nach einer der drei vorhergehenden Ausführungsformen,
wobei in Schritt a) das Kunststoffmaterial und der Kern gleichzeitig in die Form eingespritzt
werden.
Ausführungsform 27: Verfahren nach einer der vorhergehenden, ein Verfahren betreffenden
Ausführungsformen, wobei der Formling ein lang gestreckter, strangförmiger Formling
ist.
Ausführungsform 28: Verfahren nach einer der vorhergehenden, ein Verfahren betreffenden
Ausführungsformen, wobei der Formling zylindrisch ausgestaltet ist.
Ausführungsform 29: Verfahren nach einer der vorhergehenden, ein Verfahren betreffenden
Ausführungsformen, wobei das Aushärten bei einer Temperatur von 50 °C bis 90 °C, insbesondere
bei einer Temperatur von 60 °C bis 80 °C und besonders bevorzugt eine Temperatur von
70 °C erfolgt.
Ausführungsform 30: Verfahren nach einer der vorhergehenden, ein Verfahren betreffenden
Ausführungsformen, wobei das Wickeln des Formlings zu der Helix durch Wickeln des
Formlings um einen Stab erfolgt.
Ausführungsform 31: Verfahren nach einer der vorhergehenden, ein Verfahren betreffenden
Ausführungsformen, wobei in Verfahrensschritt d) zwei einander gegenüberliegende Enden
der Helix miteinander verbunden werden, so dass die Helix ringförmig geschlossen wird.
Ausführungsform 32: Verfahren nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei die beiden
gegenüberliegenden Enden stoffschlüssig miteinander verbunden werden.
Ausführungsform 33: Verfahren nach der vorhergehenden Ausführungsform, wobei die beiden
gegenüberliegenden Enden thermisch aufgeschmolzen und gegeneinander gepresst werden.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0044] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen, insbesondere in Verbindung mit
den Unteransprüchen. Hierbei können die jeweiligen Merkmale für sich alleine oder
zu mehreren in Kombination miteinander verwirklicht sein. Die Erfindung ist nicht
auf die Ausführungsbeispiele beschränkt. Die Ausführungsbeispiele sind in den Figuren
schematisch dargestellt. Gleiche Bezugsziffern in den einzelnen Figuren bezeichnen
dabei gleiche oder funktionsgleiche bzw. hinsichtlich ihrer Funktionen einander entsprechende
Elemente.
[0045] Im Einzelnen zeigen:
- Figuren 1A und 1B
- eine exemplarische Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Zopfhalters zum Stabilisieren
eines Haarzopfes in einer Draufsicht (Figur 1A) und in einer Querschnittsdarstellung
(Figur 1B); und
- Figuren 2A und 2B
- eine exemplarische Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung
eines Zopfhalters zum Stabilisieren eines Haarzopfes (Figur 2A) und eine Darstellung
eines Verfahrensschritts des erfindungsgemäßem Verfahrens (Figur 2B).
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0046] Figuren 1A und 1B zeigen eine exemplarische Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Zopfhalters 110 zum Stabilisieren eines Haarzopfes. Der Zopfhalter 110 ist in Figur
1A in einer Draufsicht gezeigt und in Figur 1B in einer Querschnittsdarstellung.
[0047] Wie insbesondere in Figur 1A dargestellt, umfasst der Zopfhalter 110 eine Endloshelix
112 mindestens eines Kunststoffmaterials 114. Die Endloshelix 112 kann sich insbesondere
aus einer Vielzahl von aneinander angrenzenden und ineinander übergehenden Schlaufen
116 im Wesentlichen gleichen Durchmessers zusammensetzen. Die Schlaufen 116 können
einen Schlaufendurchmesser d
s aufweisen, welcher beispielsweise 0,3 cm bis 1,5 cm beträgt. Unter einem Schlaufendurchmesser
kann dabei allgemein ein doppelter Abstand zwischen einem Mittelpunkt einer Schlaufe
und einem Mittelpunkt des Grundkörpers im Bereich dieser Schlaufe verstanden werden,
oder allgemein auch ein mittlerer Durchmesser einer Schlaufe, beispielsweise einer
Projektion der Schlaufe in eine in Figur 1A radial zum Kreis K senkrecht zur Zeichenebene
verlaufende Ebene. Auch andere Dimensionen sind jedoch grundsätzlich denkbar. Die
Endloshelix 112 kann insbesondere eine toroidale Helix 118 sein. Die toroidale Helix
118 kann insbesondere einen großen Durchmesser d
g von 1,5 cm bis 7 cm aufweisen, insbesondere von 2 cm bis 5,5 cm, beispielsweise einen
großen Durchmesser d
g von 4 cm, 4,5 cm, 5 cm oder 5,5 cm.
[0048] Das Kunststoffmaterial 114 ist zumindest teilweise transparent ausgestaltet. Insbesondere
kann das Kunststoffmaterial 114 ein klares Kunststoffmaterial 120 sein. Das Kunststoffmaterial
120 kann farblos oder auch eingefärbt ausgestaltet sein. Weiterhin kann das Kunststoffmaterial
114 ein elastisches Kunststoffmaterial 122 sein. In der Endloshelix 112 ist mindestens
ein vom dem Kunststoffmaterial 114 umgebender Kern 124 mindestens eines reflektierenden
Materials 126 eingebettet. Der Kern 124 kann, wie insbesondere in Figur 1A dargestellt,
ebenfalls eine Endloshelix 128 bilden. Weiterhin kann der Kern 124, wie insbesondere
in Figur 1B dargestellt, allseitig von dem Kunststoffmaterial 114 umgeben sein. Insbesondere
kann der Kern 124 radial von dem Kunststoffmaterial 114 umschlossen sein.
[0049] Das reflektierende Material 126 kann insbesondere ein weiteres Kunststoffmaterial
130 umfassen, beispielsweise Polyethylenterephthalat. Weiterhin kann das reflektierende
Material 126 reflektierende Partikel 132 wie beispielsweise Mikrokugeln 134 umfassen.
Insbesondere kann das reflektierende Material 126 folgende Zusammensetzung aufweisen:
25% ± 10% Polyethylenterephthalat und -55% ± 10% Glas-Mikrokugeln. Auch andere Zusammensetzungen
sind jedoch grundsätzlich möglich. Das reflektierende Material 126 kann weiterhin
mindestens einen Klebstoff 136 aufweisen. Der Klebstoff 136 kann alternativ oder zusätzlich
zu dem oben genannten optionalen weiteren Kunststoffmaterial 130 des Kerns 124 verwendet
werden.
[0050] In Figur 2A ist eine exemplarische Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Herstellung eines Zopfhalters 110 zum Stabilisieren eines Haarzopfes schematisch
dargestellt. Weiterhin ist in Figur 2B ein Verfahrensschritt des erfindungsgemäßen
Verfahrens dargestellt. Insbesondere kann der Zopfhalter 110, welcher in den Figuren
1A bis 1B dargestellt ist, durch das erfindungsgemäße Verfahren gemäß Figur 2A hergestellt
werden.
[0051] Für weitere Details hinsichtlich des Zopfhalters 110 kann daher auf die Beschreibung
der Figuren 1A bis 1B oben verwiesen werden.
[0052] In einem ersten Schritt 138 wird mindestens ein Formling 139 geformt. Der Formling
139 kann insbesondere strangförmig ausgestaltet sein. Der Formling 139 weißt einen
Kern 124 mindestens eines reflektierenden Materials 126 und mindestens ein den Kern
124 umgebendes Kunststoffmaterial 114 auf. Weiterhin ist das Kunststoffmaterial 114
zumindest teilweise transparent ausgestaltet. Insbesondere können in dem ersten Schritt
138 das Kunststoffmaterial 114 und der Kern 124 gemeinsam erzeugt werden. Beispielsweise
können in dem ersten Schritt 138 das Kunststoffmaterial 114 und der Kern 124 gemeinsam
gespritzt oder extrudiert werden.
[0053] Wird eine Form verwendet, kann der erste Schritt 138 kann insbesondere einen ersten
Teilschritt 140, einen zweiten Teilschritt 142 und einen dritten Teilschritt 144 aufweisen.
Die Form kann beispielsweise mindestens ein langgestrecktes Formnest aufweisen, insbesondere
ein stabförmiges Formnest. Während des ersten Teilschritts 140 kann das mindestens
eine zumindest teilweise transparent ausgestalteten Kunststoffmaterial 114 und der
mindestens eine Kern 124 in die Form eingebracht werden. Während des zweiten Teilschritts
142 kann das Kunststoffmaterial 114 und der Kern 124 zu einem Formling 139 in der
Form gepresst werden, derart, dass der Kern 124 von dem Kunststoffmaterial 114 umgeben
ist. Während des dritten Teilschritts 144 kann der Formling 139 entfernt werden.
[0054] In einem weiteren Schritt 146 wird der Formling 139 zu einer Helix 148 gewickelt.
Dies ist in Figur 2B dargestellt. Insbesondere kann der Formling 139, wie in Figur
2B dargestellt, um einen Stab 150 gewickelt werden. Durch das Wickeln des Formlings
139 um den Stab 150 kann das Wickeln des Formlings 139 zu der Helix 148 erfolgen.
Der Formling 139 kann derart um den Stab 150 gewickelt werden, sodass sich eine Spirale
156 um eine Achse 158, insbesondere eine Längsachse 160, des Stabs 150 bildet. Der
Stab 150 kann insbesondere ein zylindrischer Vollstab 150 oder ein zylindrischer Hohlstab
152 sein.
[0055] In einem weiteren Schritt 162 wird das Kunststoffmaterial 114 mit dem Kern 124 ausgehärtet.
Das Aushärten kann insbesondere bei einer Temperatur von 50 °C bis 90 °C, insbesondere
bei einer Temperatur von 60 °C bis 80 °C und besonders bevorzugt eine Temperatur von
70 °C erfolgen. Hierzu kann beispielsweise ein Ofen verwendet werden.
[0056] In einem weiteren Schritt 164 wird die Helix 148 zu einer Endloshelix 112, insbesondere
einer toroidalen Helix 118, wie beispielsweise in Figur 1A dargestellt, geformt. Beispielsweise
können zwei gegenüberliegende Enden 166, 168 miteinander verbunden werden, insbesondere
derart, dass die Helix 148 ringförmig geschlossen wird. Die Verbindung der gegenüberliegenden
Enden 166, 168 kann beispielsweise stoffschlüssig erfolgen. Insbesondere können die
beiden gegenüberliegenden Enden 166, 168 zunächst thermisch aufgeschmolzen werden
und anschließend oder gleichzeitig gegeneinander gepresst werden. Das Aufschmelzen
kann beispielsweise bei einer Temperatur von 120-190 °C erfolgen, beispielsweise bei
einer Temperatur von 140 °C. Auch andere Temperaturen sind möglich.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 110
- Zopfhalter
- 112
- Endloshelix
- 114
- Kunststoffmaterial
- 116
- Schlaufe
- 118
- toroidale Helix
- 120
- klares Kunststoffmaterial
- 122
- elastisches Kunststoffmaterial
- 124
- Kern
- 126
- reflektierendes Material
- 128
- Endloshelix
- 130
- weiteres Kunststoffmaterial
- 132
- reflektierende Partikel
- 134
- Mikrokugeln
- 136
- Klebstoff
- 138
- erster Schritt
- 139
- Formling
- 140
- erster Teilschritt
- 142
- zweiter Teilschritt
- 144
- dritter Teilschritt
- 146
- weiterer Schritt
- 148
- Helix
- 150
- Stab
- 152
- Vollstab
- 154
- Hohlstab
- 156
- Spirale
- 158
- Achse
- 160
- Längsache
- 162
- weiterer Schritt
- 164
- weiterer Schritt
- 166
- Ende
- 168
- Ende
1. Zopfhalter (110) zum Stabilisieren eines Haarzopfes, umfassend eine Endloshelix (112)
mindestens eines Kunststoffmaterials (114), wobei das Kunststoffmaterial (114) zumindest
teilweise transparent ausgestaltet ist, wobei in der Endloshelix (112) mindestens
ein von dem Kunststoffmaterial (114) umgebener Kern (124) mindestens eines reflektierenden
Materials (126) eingebettet ist.
2. Zopfhalter (110) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Kern (124) ebenfalls
eine Endloshelix (128) bildet.
3. Zopfhalter (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Endloshelix (112)
eine toroidale Helix (118) mit einem großen Durchmesser dg von 1,5 cm bis 7 cm ist.
4. Zopfhalter (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Endloshelix (112)
eine toroidale Helix (118) mit einem Schlaufendurchmesser ds der Schlaufen (116) der Endloshelix (112) von 0,3 cm bis 1,5 cm ist.
5. Zopfhalter (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Kern (124) allseitig
von dem Kunststoffmaterial (114) umgeben ist.
6. Zopfhalter (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Kern (124) durchgehend
und unterbrechungsfrei ist.
7. Zopfhalter (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Kunststoffmaterial
(114) zumindest teilweise aus thermoplastischem Polyurethan besteht.
8. Zopfhalter (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das reflektierende
Material (126) mindestens ein weiteres Kunststoffmaterial (130) umfasst.
9. Zopfhalter (110) nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das weitere Kunststoffinaterial
(130) Polyethylenterephthalat umfasst.
10. Zopfhalter nach (110) einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das reflektierende
Material (126) reflektierende Partikel (132) umfasst.
11. Zopfhalter (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das reflektierende
Material (126) Mikrokugeln (134) umfasst.
12. Zopfhalter (110) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Kern (124) radial
von dem Kunststoffmaterial (114) umschlossen ist.
13. Verfahren zur Herstellung eines Zopfhalters (110) zum Stabilisieren eines Haarzopfes,
wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
a) Formen mindestens eines Formlings (139), wobei der Formling (139) einen Kern (124)
mindestens eines reflektierenden Materials (126) und mindestens ein den Kern (124)
umgebendes Kunststoffmaterial (114) aufweist, wobei das Kunststoffmaterial (114) zumindest
teilweise transparent ausgestaltet ist;
b) Wickeln des Formlings (139) zu einer Helix (148);
c) Aushärten des Kunststoffmaterials (114) mit dem Kern (124); und
d) Formung der Helix (139) zu einer Endloshelix (112).
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, wobei in Schritt a) das
Kunststoffmaterial (114) und der Kern (124) gemeinsam erzeugt werden.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, wobei Verfahrensschritt
a) folgende Teilschritte aufweist:
a1) Einbringen des mindestens einen zumindest teilweise transparent ausgestalteten
Kunststoffmaterials (114) und des mindestens einen Kerns (124) in eine Form;
a2) Pressen des Kunststoffmaterials (114) und des Kerns (124) zu einem Formling (139)
in der Form, derart, dass der Kern (124) von dem Kunststoffmaterial (114) umgeben
ist; und
a3) Entformen des Formlings (139).