[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Flechtmaschine.
[0002] Die Offenlegungsschrift
DE 10 2011 012 166 A1 beschreibt eine Flechtmaschine, die es ermöglicht, beliebige Flechtmuster zu erzeugen.
Dabei werden verschiedene Laufbahnen mittels mechanischer Weiche miteinander verbunden
bzw. kombiniert, um unterschiedliche Flechtmuster zu erreichen. Das Schalten der Weiche
benötigt Zeit. Diese steht in direktem Zusammenhang mit der Bahnlänge. Je kürzer die
Bahnlänge zwischen zwei Weichen, umso schneller muss die Weiche gestellt werden oder
die Klöppelbewegung unterbrochen werden, bis die Positionierung der Weiche abgeschlossen
ist.
[0003] Wünschenswert wäre eine Flechtmaschine, die ohne lange Rüstzeiten und ohne Stillstandszeiten
beliebige Flechtmuster erzeugen kann. Darüber hinaus soll die Flechtmaschine einen
Flechtvorgang mit hoher Geschwindigkeit und hoher Zuverlässigkeit ausführen können.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht somit in der Schaffung einer Flechtmaschine mit
hoher Flexibilität und hoher Flechtgeschwindigkeit bei gleichzeitig großer Zuverlässigkeit.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0006] Gemäß einem ersten Aspekt wird eine Flechtmaschine mit zumindest zwei Flügelrädern
zum Verlagern zumindest eines Klöppels zur Verfügung gestellt, wobei der Klöppel zumindest
teilweise aus einem ferromagnetischen Material besteht und jedes der Flügelräder mindestens
eine Klöppelaufnahme aufweist, die eine Vielzahl von Elektromagneten aufweist, wobei
die Elektromagnete einen Teilumfang des Klöppels von etwa 50° bis etwa 120° umschließen.
[0007] Aufgrund der elektromagnetischen Klöppelaufnahme kann ein Flechtvorgang sehr flexibel
gestaltet werden, weil die Klöppel beliebig behalten oder übergeben werden können,
indem die Elektromagnete entsprechend angesteuert bzw. aktiviert/deaktiviert werden,
um ein Magnetfeld zu erzeugen oder zu beseitigen.
[0008] Vorzugsweise weist eine Kontaktfläche der Klöppelaufnahme, mit der der Klöppel in
Kontakt tritt oder treten kann, eine Vielzahl von ebenen Flächen in Übereinstimmung
mit der Anzahl der Elektromagnete auf. Die ebenen Flächen bieten im Zusammenhang mit
einem zylindrischen Klöppel den Vorteil, dass eine Anhaftung nicht zu groß ist, um
eine Übergabe des Klöppels zu beschleunigen.
[0009] Gemäß einem weiteren Aspekt wird eine Flechtmaschine mit zumindest zwei Flügelrädern
zum Verlagern zumindest eines Klöppels zur Verfügung gestellt, wobei der Klöppel zumindest
teilweise aus einem ferromagnetischen Material besteht und jedes der Flügelräder mindestens
eine Klöppelaufnahme aufweist, die einen Elektromagneten aufweist, wobei der Elektromagnet
einen Teilumfang des Klöppels von etwa 50° bis etwa 120° umschließt und die Form eines
Buchstaben L mit zwei im Wesentlichen gleich langen Schenkeln hat, wobei eine Kontaktfläche,
mit der der Klöppel in Kontakt tritt oder treten kann, entlang beider Schenkel ausgebildet
ist.
[0010] Die L-Form der Elektromagnete ist der Form der Klöppelaufnahme angenähert, um den
Abstand zu dem Klöppel zu verringern. Dadurch kann der Klöppel bereits durch ein sehr
geringes Magnetfeld sicher gehalten werden. Das verringerte Magnetfeld kann darüber
hinaus schneller auf- und abgebaut werden, um eine Klöppelübergabe und somit den Flechtvorgang
zu beschleunigen.
[0011] Vorzugsweise weisen die Elektromagnete zwei Spulen oder Spulenabschnitte auf, die
jeweils einem der Schenkel der L-Form zugeordnet sind, und/oder eine Kontaktfläche
der Klöppelaufnahme weist eine Bogenform in Übereinstimmung mit einer Außenkontur
des Klöppels auf.
[0012] Vorzugsweise werden die Elektromagnete eines Flügelrads, das den Klöppel abgibt,
vor einem Übergabepunkt abgeschaltet und/oder die Elektromagnete eines Flügelrads,
das den Klöppel übernimmt, werden vor dem Übergabepunkt eingeschaltet und/oder Spulen
oder Spulenabschnitte oder einzelne Elektromagnete werden mit unterschiedlicher Spannung
und/oder unterschiedlichem Strom versorgt und/oder werden zeitversetzt aktiviert/deaktiviert.
[0013] Weiter bevorzugt werden die Elektromagnete in etwa 20° bis etwa 80° vor dem Übergabepunkt
ein- bzw. ausgeschaltet.
[0014] Vorzugsweise ist eine Vielzahl von Flügelrädern auf einer planen Fläche übereinander
und nebeneinander in Zeilen und Spalten oder kreisförmig angeordnet.
[0015] Weiter bevorzugt ist eine Vielzahl von Flügelrädern in konzentrischen Kreisen angeordnet
und jeder der konzentrischen Kreise weist die gleiche Anzahl an Flügelrädern auf.
[0016] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist in einem Zwischenraum zwischen
zumindest zwei der konzentrischen Kreise zumindest ein zusätzliches Flügelrad angeordnet.
[0017] Weiter bevorzugt ist eine Vielzahl von Flügelrädern auf dem Umfang eines Zylinders
angeordnet, so dass alle Klöppel in Richtung zu der Achse des Zylinders gerichtet
sind oder eine Vielzahl von Flügelrädern ist auf der Oberfläche einer Halbkugel angeordnet,
so dass alle Klöppel den gleichen Abstand zu einem im Zentrum der Halbkugel befindlichen
Flechtpunkt haben.
[0018] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die
Zeichnungen näher erläutert. Obwohl einzelne Ausführungsformen gesondert beschrieben
werden, können einzelne Merkmale verschiedener Ausführungsformen zu weiteren Ausführungsformen
kombiniert werden, die durch die vorliegende Offenbarung ebenfalls umfasst sein sollen.
Fig. 1 zeigt ein Flügelrad gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel.
Fig. 2 zeigt eine Teilansicht eines Flügelrads gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel.
Fig. 3 zeigt eine Teilansicht eines Flügelrads gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel.
Fig. 4 zeigt eine erläuternde Ansicht des Flügelrads gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel.
Fig. 5 zeigt eine erläuternde Ansicht des Flügelrads gemäß einer Abwandlung des ersten
Ausführungsbeispiels.
Fig. 6 zeigt einen Elektromagneten gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel.
Fig. 7 zeigt einen Klöppel mit einem Führungselement.
Fig. 8 zeigt die Laufbahn eines Klöppels in der erfindungsgemäßen Flechtmaschine,
wobei der Klöppel auf dem Flügelrad bleibt und die Bewegungsrichtung beibehalten wird.
Fig. 9 bis 12 zeigen den Bewegungsablauf eines Klöppels in der erfindungsgemäßen Flechtmaschine,
wobei der Klöppel von einem Flügelrad an das benachbarte Flügelrad übergeben wird
und die Bewegungsrichtung beibehalten wird.
Fig. 13 bis 16 zeigen den Bewegungsablauf eines Klöppels in der erfindungsgemäßen
Flechtmaschine, wobei der Klöppel von einem Flügelrad an das benachbarte Flügelrad
übergeben wird und die Bewegungsrichtung geändert wird.
Fig. 17 zeigt ein Diagramm mit möglichen Übergabewinkeln bei unterschiedlichen Winkelöffnungen
der Klöppelaufnahmen der Flügelräder.
Fig. 18 zeigt ein Diagramm eines Übergabewinkels in Abhängigkeit vom Flügelradöffnungswinkel.
Fig. 19 zeigt ein Diagramm eines Verhältnisses der Hebellänge in Abhängigkeit vom
Flügelradöffnungswinkel.
Fig. 20 zeigt einen schematischen Aufbau einer klassischen Rundflechtmaschine mit
dem erfindungsgemäßen Übergabepunkt.
Fig. 21 zeigt einen schematischen Aufbau einer erweiterten Rundflechtmaschine mit
mehreren Ringen.
Fig. 22 zeigt einen schematischen Aufbau einer erweiterten Rundflechtmaschine mit
mehreren Ringen, die durch ein zusätzliches Flügelrad verbunden sind.
Fig. 23 zeigt einen schematischen Aufbau einer quadratischen oder rechteckförmigen
Flechtmaschine mit beliebiger Anzahl an Flügelrädern, die in Zeilen und Spalten angeordnet
sind.
Fig. 24 zeigt einen schematischen Aufbau einer Rundflechtmaschine, bei der die Flügelräder
entlang eines Kreisbogens angeordnet sind.
Fig. 25 zeigt einen schematischen Aufbau einer erweiterten Rundflechtmaschine mit
zwei Ringen.
Fig. 26 zeigt einen schematischen Aufbau einer kugeligen "Hollow Sphere" Flechtmaschine.
[0019] In
Figur 1 ist ein Flügelrad bzw. Klöppelträger 2 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel gezeigt,
das eine Vielzahl, insbesondere vier um jeweils etwa 90° versetzte Klöppelaufnahmen
2a aufweist, in denen zumindest ein Klöppel 1 zumindest teilweise aufgenommen und
gehalten werden kann, wenn zugeordnete Elektromagnete 3 mit Anordnung an oder im Bereich
der Klöppelaufnahme 2a aktiviert sind, indem die Elektromagnete 3 mit Strom versorgt
werden.
[0020] Es versteht sich, dass die Erfindung nicht auf Flügelräder 2 mit vier Klöppelaufnahmen
2a beschränkt ist, sondern dass die Flügelräder 2 eine beliebige Anzahl an Klöppelaufnahmen
2a haben können, wie beispielsweise eine, zwei, drei, fünf oder mehr Klöppelaufnahmen
2a. Die Klöppelaufnahmen 2a müssen auch keinen gleichen Winkelabstand voneinander
am Umfang des Flügelrads 2 haben, sondern können auch unregelmäßig am Umfang des Flügelrads
2 angeordnet sein.
[0021] Die Klöppelaufnahmen 2a in Fig. 1 haben jeweils ein Paar Elektromagnete 3, 3, die
an im Wesentlichen planen bzw. ebenen Kontakt- bzw. Haftflächen 8, 8 der Klöppelaufnahmen
2a angeordnet sind. An diesen Haftflächen 8, 8 liegt ein Außenumfang eines Klöppels
1 an und haftet daran aufgrund der anziehenden Magnetkraft der Elektromagnete 3,3,
wenn diese mit Strom versorgt werden, weil der Klöppel 1 zumindest teilweise magnetisch
ist bzw. ein magnetisches Material aufweist, wie später beschrieben wird.
[0022] Wenn sich das Magnetfeld aufgrund der Latenz zeitverzögert nach dem Abschalten des
Stroms abbaut, wird der Klöppel 1 von der Klöppelaufnahme 2a freigegeben und kann
entlang eines Entnahmepfades z.B. an ein anderes (in Fig. 1 nicht dargestelltes) Flügelrad
übergeben werden.
[0023] Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer Klöppelaufnahme 2a eines Flügelrads 2,
wobei drei Elektromagnete 3 an entsprechend drei im Wesentlichen ebenen Kontakt- bzw.
Haftflächen 8 angeordnet sind. Die Elektromagnete 3 des zweiten Ausführungsbeispiels
können dabei gegenüber den Elektromagneten 3 des ersten Ausführungsbeispiels kleiner
ausgeführt werden, um dieselbe Haftkraft zu erzeugen, weil jeder der Elektromagnete
3 nur ein Drittel der gesamten Haftkraft erzeugen muss, während im ersten Ausführungsbeispiel
jeder der beiden Elektromagnete 3 die Hälfte der gesamten Haftkraft erzeugen muss.
Die kleineren Elektromagnete 3 bieten somit den Vorteil, dass deren Magnetfeld schneller
auf- und abgebaut werden kann, weil das Magnetfeld jedes einzelnen der drei Elektromagnete
3 kleiner ist.
[0024] Fig. 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel mit einer teilkreisförmigen Haftfläche 8, an
deren Verlauf eine Vielzahl von kleinen Elektromagneten 3 angeordnet ist. Gemäß dieser
Ausführungsform kann das Magnetfeld im Vergleich zum ersten und zweiten Ausführungsbeispiel
noch schneller auf- und abgebaut werden. Darüber hinaus befindet sich der zylindrische
Klöppel 1 in im Wesentlichen flächigem (insbesondere vollflächigem) Kontakt mit der
Haftfläche 8, so dass aufgrund einer verbesserten magnetischen Kopplung eine ausreichende
Haftkraft auch bei verringertem Magnetfeld erzeugt werden kann. Aufgrund des somit
kleineren Magnetfelds zum Erzeugen der ausreichenden Haftkraft kann der Auf- und Abbau
des Magnetfelds weiter beschleunigt werden.
[0025] Die
Figuren 4 und 5 zeigen unterschiedliche Winkel 4 der Klöppelaufnahme 2a, dabei zeigt Fig. 4 einen
Öffnungswinkel bzw. Winkel 4, den die Senkrechten S der Haftflächen 8 einschließen,
von etwa 80°, während das Ausführungsbeispiel von Fig. 5 einen Winkel 4 zwischen den
Senkrechten S von etwa 120° hat. Wie in den Figuren 4 und 5 gezeigt ist, liegt der
zylindrische Klöppel 1 an den ebenen Haftflächen 8 per Linienkontakt an. Eine durch
den Kontaktpunkt bzw. die Kontaktlinie gezogene Gerade, die senkrecht zu der Haftfläche
8 verläuft, bildet jeweils die Senkrechte S. Der Winkel 4 ist als der Winkel definiert,
der zwischen den Senkrechten S auf der Seite der Klöppelaufnahme 2a gebildet ist.
[0026] Die Erfinder haben erkannt, dass ein Winkel 4, der durch die Senkrechten S der benachbarten
Haftflächen 8 gebildet wird, in einem Bereich von etwa 50° bis etwa 120° liegen sollte.
Vorzugsweise liegt der Winkel 4 im Bereich von etwa 80° bis etwa 110°, am besten im
Bereich von etwa 90° bis etwa 100°. Der Winkel 4 umschließt somit einen Teilumfang
T des zylindrischen Klöppels 1.
[0027] Die angegebenen Winkelbereiche bieten den Vorteil einer guten Anhaftung des Klöppels
1 bei gleichzeitig schnellem Auf- und Abbau des Magnetfelds der Elektromagnete 3,
um die Klöppelübergabe zu beschleunigen. Somit kann ein sicherer und zuverlässiger
Flechtvorgang mit hoher Geschwindigkeit durchgeführt werden.
[0028] Darüber hinaus kann ein Übergabewinkel, d.h. ein Winkel der relativen Stellung benachbarter
Flügelräder 2 zueinander, während der Drehung der Flügelräder 2, vergrößert werden,
wenn aufgrund des bevorzugten Winkelbereichs eine hohe magnetische Anziehungskraft
auf die Klöppel 1 ausgeübt wird. Als Übergabewinkel ist jener Winkel zu verstehen,
der während der Drehung der Flügelräder 2 verstreicht, beginnend mit dem Lösen des
Klöppels 1 von der Haftfläche 8 des abgebenden Flügelrads 2 bis zum Ankommen des Klöppels
1 an der Haftfläche 8 des aufnehmenden Flügelrads 2.
[0029] Fig. 6 zeigt einen Elektromagneten 3 gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel, der die Form
eines Buchstaben L aufweist. Ein Magnetgehäuse 7 mit zwei im Wesentlichen gleich langen
Schenkeln 7a, 7b hat eine L-Form und nimmt einen L-förmigen Magnetkern 6 auf, der
an jedem Schenkel 7a, 7b eine Spule oder einen Spulenabschnitt 5a, 5b aufweist. Jede
der Spulen 5a, 5b hat eine Wicklung mit zumindest einem elektrischen Leiter 5, um
im Zusammenwirken mit dem Magnetkern 6 einen Elektromagneten 3 zu bilden.
[0030] An den Schenkeln 7a, 7b der L-Form ist darüber hinaus eine im Wesentlichen teilkreisförmige
bzw. bogenförmige Haftfläche 8 vorgesehen, die mit einer Außenkontur des Klöppels
1 übereinstimmt, um eine gute Anhaftung des Klöppels 1 an der Haftfläche 8 vorzusehen.
[0031] Vorzugsweise ist jede Spule bzw. jeder Spulenabschnitt 5a, 5b separat ansteuerbar
oder kann ein unterschiedlich hohes Magnetfeld erzeugen. Dies kann beispielsweise
dadurch erzielt werden, dass die Spulen bzw. Spulenabschnitte 5a, 5b zu unterschiedlichen
Zeiten mit Strom versorgt werden oder dass die Spulen bzw. Spulenabschnitte 5a, 5b
mit unterschiedlich hoher Spannung und/oder unterschiedlich hohem Strom versorgt werden.
Eine weitere Möglichkeit zum Erzeugen eines unterschiedlichen Magnetfelds besteht
darin, dass die Wicklungsanzahl der einen Spule 5a unterschiedlich ist von der Wicklungsanzahl
der anderen Spule 5b.
[0032] Der Vorteil eines unterschiedlich hohen Magnetfelds der beiden Spulen bzw. Spulenabschnitte
5a, 5b besteht darin, dass die Übergabe des Klöppels 1 weiter optimiert bzw. beschleunigt
werden kann, wenn beispielsweise einer der Schenkel 7a, der sich in Drehrichtung des
Flügelrads 2 hinter dem anderen Schenkel 7b befindet, ein stärkeres oder schwächeres
Magnetfeld hat und/oder zeitvesetzt zu dem Magnetfeld des anderen Schenkels 7b aktiviert
bzw. deaktiviert wird.
[0033] Es versteht sich, dass die Erzeugung unterschiedlich hoher Magnetfelder und/oder
zeitversetzter Ansteuerungen nicht auf das Ausführungsbeispiel von Fig. 6 beschränkt
ist, sondern auch bei den Ausführungsbeispielen der Figuren 1 bis 3 möglich ist.
[0034] In
Figur 7 ist eine Detailansicht eines Klöppels 1 gezeigt, der eine im Wesentlichen zylindrische
Gestalt hat, wobei an einem Außenumfang des Zylinders ein ferromagnetisches Material
12 vorgesehen bzw. angeordnet ist, um den Klöppel 1 mittels der Elektromagneten 3
an der Klöppelaufnahme 2a eines Flügelrads 2 zu halten. Die Erfindung ist jedoch nicht
auf das Anordnen des ferromagnetischen Materials 12 beschränkt. Vielmehr kann auch
der gesamte Klöppel 1 aus ferromagnetischem Material oder zumindest Teile hiervon
hergestellt sein.
[0035] Vorzugsweise hat der Klöppel 1 darüber hinaus an einem axialen Ende der Zylinderform
ein (insbesondere kreisförmiges bzw. radförmiges) Gleitelement 11, um durch ein entsprechendes
mechanisches Führungselement 10 der Flechtmaschine mechanisch geführt zu werden.
[0036] Fig. 8 zeigt die Laufbahn des Klöppels 1 in der erfindungsgemäßen Flechtmaschine, wenn der
Klöppel 1 auf dem Flügelrad 2 bleibt und die Bewegungsrichtung beibehalten wird. In
diesem Fall bleiben, wie in Fig. 8 gezeigt ist, die Elektromagnete 3 der Klöppelaufnahme
2a, in der sich der Klöppel 1 befindet, eingeschaltet, um den Klöppel 1 durch die
Haftkraft der Elektromagnete 3 festzuhalten. Im Gegensatz hierzu bleiben die Elektromagnete
3 des benachbarten Flügelrads 2 (rechts in Fig. 8) ausgeschaltet, weil keine Übergabe
des Klöppels 1 erfolgen soll.
[0037] Fig. 9 bis 12 zeigen den Bewegungsablauf des Klöppels 1 in einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Flechtmaschine, wenn der Klöppel 1 von einem sich drehenden Flügelrad 2 an das benachbarte
sich drehende Flügelrad 2 übergeben wird und die Bewegungsrichtung beibehalten wird.
Dabei sind die Elektromagnete 3 in der in Fig. 9 gezeigten Relativstellung der benachbarten
Flügelräder 2 sowohl bei dem abgebenden Flügelrad 2 (linkes Flügelrad 2 in Fig. 9)
als auch bei dem aufnehmenden Flügelrad 2 (rechtes Flügelrad 2 in Fig. 9) mit Strom
beaufschlagt. In der in Fig. 9 gezeigten Relativstellung der beiden Flügelräder 2
bleibt der Klöppel 1 an dem abgebenden Flügelrad 2 aufgrund des geringeren Abstands
zu dessen Elektromagneten 3 und des daraus resultierenden stärkeren Magnetfelds. Somit
werden ein oder mehrere Klöppel 1 in den jeweiligen Klöppelaufnahmen 2a des/der jeweiligen
Flügelräd(er) 2 aufgenommen und hierin mittels der dazu zugeordneten Magnete 3 positioniert
bzw. gehalten. Die Flügelräder 2 werden (insbesondere mit einer im Wesentlichen gleichen
Winkelgeschwindigkeit) relativ zueinander verdreht, so dass an einer Vielzahl von
Umfangspositionen entsprechende Klöppelaufnahmen 2a je eines der beiden Flügelräder
2 paarweise zueinander benachbart, insbesondere auf durch die Mittelachse führenden
Bezugslinien liegen. Durch entsprechendes Steuern bzw. Regeln der zugeordneten Magnete
3 kann somit der in der einen Klöppelaufnahme 2a angeordnete Klöppel 1 der anderen
benachbarten Klöppelaufnahme 2a des benachbarten Flügelrades 2 verlagert bzw. übergeben
werden, so dass in diesem Übergabeschritt der jeweilige Klöppel 1 zwischen jeweils
ausgewählten, paarweise benachbarten Klöppelaufnahmen 2a der Flügelräder 2 übergeben
wird. Somit kann die Aufnahme bzw. Lagezuordnung eines Klöppels 1 zu einem ersten
oder zu einem zweiten Flügelrad 2 an jeder Umfangsposition unabhängig von einer Übergabe
Lagezuordnung von Klöppeln 1 zu den beiden Flügelrädern 2 an den Klöppelaufnahmen
2a an anderen Umfangspositionen durchgeführt werden. Unter einer Zuordnung ist dabei
insbesondere eine wahlweise Anordnung bzw. Belassung einer vorhandenen Klöppelanordnung
bzw. -position an einem Flügelrad 2 oder Klöppelverlagerung bzw. -übergabe an das
jeweils andere Flügelrad 2 verstanden. Insbesondere kann eine Zuordnung der Klöppelposition
an jedem Klöppelaufnahmepaar unabhängig von der Zuordnung an einem anderen (insbesondere
den jeweils allen anderen) Klöppelaufnahmepaar(en) bzw. Umfangsposition(en) erfolgen.
Insbesondere kann der Drehwinkel und/oder die Drehrichtung der benachbarten Flügelräder
2 wahlweise unterschiedlich bzw. positiv oder negativ sein, so dass beide Drehrichtungen
(auch unabhängig voneinander) möglich sind.
[0038] Kurz vor dem Übergabepunkt 14, d.h. kurz bevor die Klöppelaufnahmen 2a der benachbarten
Flügelräder 2 unmittelbar gegenüberliegen, wie in Fig. 10 dargestellt ist, werden
die Elektromagnete 3 des abgebenden Flügelrads 2 abgeschaltet, um die Übergabe zu
ermöglichen, wie in Fig. 11 dargestellt ist. Danach dreht sich der Klöppel 1 zusammen
mit dem aufnehmenden Flügelrad 2, wie in Fig. 12 dargestellt ist.
[0039] In den
Figuren 13 bis 16 ist ein Bewegungsablauf des Klöppels 1 gezeigt, wobei der Klöppel 1 von einem Flügelrad
2 an das benachbarte Flügelrad 2 übergeben wird und die Bewegungsrichtung geändert
wird. Dabei entsprechen die Figuren 13 und 14 den Figuren 10 und 11 und die Schaltung
der Elektromagnete 3 ist dieselbe, so dass dies hier nicht wiederholt wird. Im Gegensatz
zu dem in Figur 12 gezeigten Bewegungsablauf wird gemäß den Figuren 15 und 16 jedoch
die Drehrichtung des aufnehmenden Flügelrads 2 umgekehrt, so dass der Klöppel 1 nach
der Übergabe der Drehung des in Fig. 15 und 16 rechts dargestellten Flügelrads 2 folgt.
[0040] Je größer ein Übergabewinkel ausfällt, desto mehr Zeit bleibt für die Übergabe des
Klöppels 1. Ein hoher Wert ist daher anzustreben. Bereits anhand der Beschreibungen
und Abbildungen wird deutlich, dass der Übergabewinkel bei der Verwendung einer teilkreisförmigen
Klöppelaufnahme 2a und der Anbringung nur eines Elektromagneten 3 deutlich geringer
ist, als bei der Verwendung mehrerer Elektromagnete 3 in Winkelanordnung zueinander.
Um diese Aussage zu belegen, wurden entsprechende Berechnungen durchgeführt, deren
Ergebnisse in
Fig. 17 gezeigt sind. Dargestellt sind die Abstände bei unterschiedlichen Übergabewinkeln.
Neben der teilkreisförmigen Klöppelaufnahme 2a sind Winkelöffnungen in einem Bereich
zwischen 60° und 120° dargestellt.
[0041] Ausgehend von der Tatsache, dass ein Haftmagnet in geeigneten Baugrößen bei zu großen
Abständen zum Klöppel 1 keine Anziehungskraft mehr ausüben kann, sind Abstandswerte
zwischen 0 und 1 mm von Interesse. Zu jeder Zeit erzielen Flügelradausführungen mit
Klöppelaufnahmen 2a bei konstant bleibendem Zylinderabstand einen höheren Übergabewinkelbereich.
Bei einem Maximalabstand von etwa 1 mm und einer Winkelöffnung von etwa 60° entspricht
dies einem Übergabewinkelzuwachs von etwa 170%. Für die weitere Bestimmung der Systemparameter
werden daher lediglich winkelförmige Flügelradöffnungen betrachtet.
[0042] Die Untersuchung der Änderung des Übergabewinkels in Abhängigkeit des Flügelradöffnungswinkels
setzt zunächst voraus, dass für die Berechnung sowohl der Flügelradradius, als auch
der Flügelradabstand konstant bleiben. Die berechneten Werte ergeben sich auf Basis
folgender Annahmen und bilden weitgehend die realitätsnahen Eigenschaften ab:
- Konstanter Flügelradradius von 67,5 mm
- Konstanter Flügelradabstand von 0 mm
- Variation des Flügelradöffnungswinkels
Der Flügelradöffnungswinkel entspricht dabei dem Winkel, der durch die beiden Haftflächen
8, 8 der Klöppelaufnahmen 2a gebildet wird.
[0043] Als Flügelradradius ist der Radius vom Mittelpunkt bzw. Drehpunkt des Flügelrads
2 bis zur Kreisaußenlinie des Flügelrads 2 zu verstehen.
[0044] Unter Flügelradabstand ist der Abstand der Kreisaußenlinien der beiden benachbarten
Flügelräder zu verstehen.
[0045] Bei steigendem Flügelradöffnungswinkel verhalten sich die Werte des Übergabewinkels
exponentiell fallend.
Fig. 18 veranschaulicht den Verlauf der Kurve anhand eines Diagramms.
[0046] Bei Öffnungswinkeln zwischen 110° und 170° ändert sich der Wert des Übergabewinkels
um gerade noch 1°. Zwischen 30° und 110° beträgt die Differenz des maximalen und minimalen
Übergabewinkels dagegen etwa 7°. Werden geometrische Eigenschaften der Elektromagnete
3, wie Baugröße und Form, vernachlässigt, sind kleinere Flügelradöffnungswinkel von
Vorteil, da ein größerer Bereich des Übergabewinkels gewährleistet ist. Sinnvoll sind
Öffnungswinkel zwischen etwa 30° und etwa 110°, da bei Werten oberhalb dieses Bereichs
die Änderung des Übergabewinkels minimal ist.
[0047] Durch das Auftreffen des Klöppels 1 auf die Flügelradöffnung entstehen unterschiedliche
Belastungen und Momente an der jeweiligen Motorachse. Je nach Abstand des Auftreffpunkts
von Klöppel 1 und Flügelrad 2 zur Mittelachse werden verschiedene Hebelverhältnisse
erreicht, die in
Fig. 19 dargestellt sind. Um den Unterschied deutlich zu machen, werden Öffnungswinkel von
jeweils 50° und 120° miteinander verglichen.
[0048] Eine Hebelwirkung von 100% entspricht einem Auftreffen des Klöppels 1 am äußersten
Punkt der Flügelradöffnung, was in etwa dem Wert des Durchmessers entspricht. Der
Verlauf der Kurve lässt sich im Wesentlichen durch einen parabelförmigen Abfall beschreiben
und ist in Fig. 19 dargestellt. Das Verhältnis der Hebellänge ergibt sich aus der
Länge zwischen dem Auftreffpunkt des Klöppels 1 und dem Mittelpunkt. Dieser wird mit
der Maximallänge (Wert des Flügelraddurchmessers) verglichen und umgerechnet. Die
berechneten Werte ergeben sich wie bereits bei den vorherigen Versuchsdurchführungen
anhand folgender Annahmen:
- Konstanter Flügelradradius von 135 mm
- Konstanter Flügelradabstand von 0 mm
[0049] Im angegebenen, sinnvollen Bereich des Flügelradöffnungswinkels zwischen etwa 30°
und etwa 170° variiert das Verhältnis der Hebellänge zwischen 97% und 9%, was einen
beträchtlichen Abfall darstellt. Durch die Anziehungskraft des Elektromagneten 3 wird
der Klöppel 1 zusätzlich zu seiner momentanen Bahngeschwindigkeit beschleunigt und
kann auf eine Öffnungskante des benachbarten Flügelrads 2 auftreffen. Je größer das
entstehende Drehmoment ist, desto stärker ist es vorteilhaft, dass der betroffene
Elektromotor diese Erschütterungen des Aufpralls des Klöppels 1 auf eine Kante des
Flügelrads 2 ausgleicht. Es ist daher vorteilhaft, einen motorseitigen Ausgleich dieser
Erschütterungen beim Aufprall auszugleichen, um eine Erhöhung einer Belastung auf
das verwendete Flechtmaterial und somit auf das gesamte, herzustellende Geflecht zu
verhindern. Somit können Geflechtbrüche vorteilhaft verhindert werden, welche ansonsten
zu einer Unterbrechung des Flechtvorgangs führen könnten. Daraus resultierend haben
die Erfinder erkannt, dass größere Öffnungswinkel bezüglich der verringerten Hebelwirkung
von Vorteil sind und bei der Ermittlung eines geeigneten Bereichs der Zylinderübergabe
vorteilhaft berücksichtigt werden können.
[0050] In den
Figuren 20 bis 26 sind unterschiedliche Arten von Rundflechtmaschinen mit entsprechenden erfindungsgemäßen
Flügelrädern 2 dargestellt.
[0051] In
Figur 20 ist eine Ausführungsform einer Flechtmaschine dargestellt, bei der eine Vielzahl
von Flügelrädern 2 auf einem (nur teilweise dargestellten) Kreis mit dem Mittelpunkt
M angeordnet ist. Zwischen zwei benachbarten Flügelrädern 2 ist jeweils ein Übergabepunkt
14 gemäß einer besonderen Ausführungsform angeordnet. Jedes der Flügelräder 2 hat
dabei jeweils um etwa 90° entlang seines Umfangs versetzt eine Klöppelaufnahme 2a,
somit insgesamt vier Klöppelaufnahmen 2a, um die Klöppel 1 entlang des Umfangs des
Flügelrads 2 zu bewegen. Erfindungsgemäß ist jedoch ebenfalls eine andere Anzahl von
Klöppelaufnahmen (z.B. eine, zwei, drei, oder fünf oder mehr Klöppelaufnahmen 2a)
pro Flügelrad 2 denkbar. Auf diese Weise können die Klöppel 1 entlang des Umfangs
eines einzelnen der Flügelräder 2 bewegt werden oder alternativ an das benachbarte
Flügelrad 2 weitergegeben werden. Es versteht sich, dass auf diese Weise ein sehr
flexibler Flechtvorgang durchgeführt werden kann, ohne dass die Maschine umgerüstet
oder umgebaut werden muss. Des Weiteren kann die Übergabe eines Klöppels 1 auf sehr
schnelle Weise, lediglich durch Ansteuern bzw. Bestromen eines jeweiligen der Elektromagnete
3, erfolgen.
[0052] In
Figur 21 ist eine weitere Ausführungsform einer besonderen Flechtmaschine dargestellt, bei
der ein zweiter konzentrischer Kreis von Flügelrädern 2 im Wesentlichen um den Mittelpunkt
M herum angeordnet ist. Auf diese Weise können die Klöppel 1 entlang eines der beiden
im Wesentlichen konzentrischen Kreise, die durch die Vielzahl der Flügelräder 2 jeweils
gebildet werden, wahlweise bewegt werden. Darüber hinaus ist vorzugsweise mindestens
ein Übergabepunkt 14 zwischen benachbarten Flügelrädern 2 eines der Kreise und eines
Flügelrads 2 des anderen Kreises angeordnet. In der Darstellung von Figur 21 ist jeweils
ein Übergabepunkt 14 zwischen benachbarten Flügelrädern 2 des einen Kreises und des
anderen Kreises angeordnet. Auf diese Weise kann ein Klöppel 1 von einem der konzentrischen
Kreise zu dem anderen der konzentrischen Kreise übergeben werden. Auf diese Weise
wird der Flechtvorgang noch flexibler.
[0053] Es versteht sich, dass die Erfindung nicht auf die Anordnung von zwei im Wesentlichen
konzentrischen Kreisen an Flügelrädern 2 beschränkt ist, sondern eine Vielzahl von
drei, vier, fünf oder noch mehr im Wesentlichen konzentrische Kreise von Flügelrädern
2 angeordnet werden kann. Des Weiteren ist die Erfindung nicht auf Flügelräder 2 mit
vier Klöppelaufnahmen 2a beschränkt, sondern es kann jede beliebige Anzahl an Klöppelaufnahmen
2a an dem Flügelrad 2 oder an mehreren Flügelrädern 2 angeordnet werden bzw. Flügelräder
2 mit unterschiedlicher Anzahl an Klöppelaufnahmen 2a kombiniert werden.
[0054] Eine weitere mögliche Ausgestaltung betrifft das Anordnen eines einzelnen Flügelrads
2 zwischen zwei im Wesentlichen konzentrischen Kreisen einer Vielzahl von Flügelrädern
2, wie in
Figur 22 dargestellt ist. Auf diese Weise kann eine Übergabe eines Klöppels 1 von einem der
konzentrischen Kreise auf den anderen der konzentrischen Kreise über das einzelne
zwischen den beiden konzentrischen Kreisen angeordnete Flügelrad 2 erfolgen. Es versteht
sich, dass durch eine derartige Anordnung eines einzelnen Flügelrads 2 zwischen konzentrischen
Kreisen von Flügelrädern 2 eine weitere Flexibilisierung eines Flechtvorgangs möglich
ist.
[0055] Die Erfindung ist jedoch nicht auf die Anordnung von konzentrischen Kreisen von Flügelrädern
2 beschränkt. Vielmehr können die Flügelräder 2 auch entsprechend einem Rechteck oder
einem speziellen (d.h. vorbestimmten bzw. vorbestimmbaren) Muster bzw. einer Matrix
(d.h. geordnete Anordnung insbesondere in Zeilen und Spalten) angeordnet werden, wie
beispielsweise in
Figur 23 dargestellt ist. Des Weiteren kann die Vielzahl der Flügelräder 2 mit den dazwischen
bzw. daran angeordneten Übergabepunkten 14 entlang des Umfangs eines Zylinders angeordnet
werden, wie beispielsweise in
Figur 24 dargestellt ist. Dabei versteht sich, dass eine Vielzahl von in Figur 24 dargestellten
zylindrischen Kreisen von Flügelrädern 2 nebeneinander angeordnet werden kann. Zur
Vereinfachung ist in Figur 24 jedoch nur ein zylindrischer Kreis von Flügelrädern
2 gezeigt.
Figur 25 zeigt ein Beispiel von zwei zylindrischen Kreisen von Flügelrädern 2. Dabei können
die nebeneinander angeordneten zylindrischen Kreise wiederum jeweils durch einen oder
mehrere Übergabepunkte 14 verbunden werden.
[0056] Des Weiteren ist es möglich, die Flügelräder im Wesentlichen entlang der Fläche einer
Halbkugel anzuordnen, wie in
Figur 26 dargestellt ist.
[0057] Die Erfindung ist nicht auf eine Anordnung von Flügelrädern 2 gemäß den Figuren 20
bis 26 beschränkt, sondern es können weitere beliebige Anordnungen von einer Vielzahl
von Flügelrädern 2 innerhalb des Umfangs der Erfindung ausgeführt werden.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 1
- Klöppel
- 2
- Flügelrad
- 2a
- Klöppelaufnahme
- 3
- Elektromagnet
- 4
- Winkel
- 5
- elektrischer Leiter
- 5a, 5b
- Spule oder Spulenabschnitt
- 6
- Magnetkern
- 7
- Magnetgehäuse
- 7a, 7b
- Schenkel
- 8
- Kontakt- oder Haftfläche
- 9
- Lauffläche
- 10
- Führungselement
- 11
- Gleitelement
- 12
- ferromagnetisches Material
- 13
- Laufbahn
- 14
- Übergabepunkt
- S
- Senkrechte
1. Flechtmaschine mit zumindest zwei Flügelrädern (2) zum Verlagern zumindest eines Klöppels
(1), wobei der Klöppel (1) zumindest teilweise aus einem ferromagnetischen Material
besteht und jedes der Flügelräder (2) mindestens eine Klöppelaufnahme (2a) aufweist,
der eine Vielzahl von Elektromagneten (3) zugeordnet ist, wobei die Klöppelaufnahme
(2) derart gestaltet ist, dass sie einen Teilumfang des Klöppels (1) von etwa 50°
bis etwa 120° umschließen kann.
2. Flechtmaschine nach Anspruch 1, wobei eine Kontaktfläche (8) der Klöppelaufnahme (2a),
mit der der Klöppel (1) in Kontakt tritt oder treten kann, eine Vielzahl von ebenen
Flächen in Übereinstimmung mit der Anzahl der Elektromagnete (3) aufweist.
3. Flechtmaschine mit zumindest zwei Flügelrädern (2) zum Verlagern zumindest eines Klöppels
(1), wobei der Klöppel (1) zumindest teilweise aus einem ferromagnetischen Material
besteht und jedes der Flügelräder (2) mindestens eine Klöppelaufnahme (2a) aufweist,
die einen Elektromagneten (3) aufweist, wobei der Elektromagnet (3) einen Teilumfang
des Klöppels (1) von etwa 50° bis etwa 120° umschließt und die Form eines Buchstaben
L mit zwei im Wesentlichen gleich langen Schenkeln (7a, 7b) hat, wobei eine Kontaktfläche
(8), mit der der Klöppel (1) in Kontakt tritt oder treten kann, entlang beider Schenkel
(7a, 7b) ausgebildet ist.
4. Flechtmaschine nach Anspruch 3, wobei die Elektromagnete (3) zwei Spulen oder Spulenabschnitte
(5a, 5b) aufweisen, die jeweils einem der Schenkel (7a, 7b) der L-Form zugeordnet
sind, und/oder eine Kontaktfläche (8) der Klöppelaufnahme (2a) eine Bogenform in Übereinstimmung
mit einer Außenkontur des Klöppels (1) aufweist.
5. Flechtmaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Elektromagnete (3) eines
Flügelrads (2), das den Klöppel (1) abgibt, vor einem Übergabepunkt (14) abgeschaltet
werden und/oder die Elektromagnete (3) eines Flügelrads (2), das den Klöppel (1) übernimmt,
vor dem Übergabepunkt eingeschaltet werden und/oder Spulen oder Spulenabschnitte (5a,
5b) oder einzelne Elektromagnete (3) mit unterschiedlicher Spannung und/oder unterschiedlichem
Strom versorgt werden und/oder zeitversetzt aktiviert/deaktiviert werden.
6. Flechtmaschine nach Anspruch 5, wobei die Elektromagnete (3) in etwa 20° bis etwa
80° vor dem Übergabepunkt ein- bzw. ausgeschaltet werden.
7. Flechtmaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei eine Vielzahl von Flügelrädern
(2) auf einer planen Fläche übereinander und nebeneinander in Zeilen und Spalten oder
kreisförmig angeordnet ist.
8. Flechtmaschine nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei eine Vielzahl von Flügelrädern
(2) in konzentrischen Kreisen angeordnet ist und jeder der konzentrischen Kreise die
gleiche Anzahl an Flügelrädern (2) aufweist.
9. Flechtmaschine nach Anspruch 8, wobei in einem Zwischenraum zwischen zumindest zwei
der konzentrischen Kreise zumindest ein zusätzliches Flügelrad (2) angeordnet ist.
10. Flechtmaschine nach einem der vorherigen Ansprüche 1 bis 6, wobei eine Vielzahl von
Flügelrädern (2) auf dem Umfang eines Zylinders angeordnet ist, so dass alle Klöppel
(1) in Richtung zu der Achse des Zylinders gerichtet sind oder eine Vielzahl von Flügelrädern
(2) auf der Oberfläche einer Halbkugel angeordnet ist, so dass alle Klöppel (1) den
gleichen Abstand zu einem im Zentrum der Halbkugel befindlichen Flechtpunkt haben.