[0001] Die Erfindung betrifft eine Lebensmittelausgabeeinrichtung mit zumindest einem Lebensmittelaufnahmebereich
und einem Kühlmittelkreislauf. Die Lebensmittelausgabeeinrichtung kann im Rahmen der
Erfindung mobil als Wagen oder auch für einen stationären Einbau ausgeführt sein.
Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung ist die Lebensmittelausgabeeinrichtung
üblicherweise dazu vorgesehen, eine Vielzahl von Lebensmittelportionen und auch unterschiedliche
Arten von Lebensmitteln aufzunehmen und kalt zu halten, während die einzelnen Portionen
über einen längeren Zeitraum von Endverbrauchern entnommen oder auch verteilt werden.
[0002] Die Lebensmittelausgabeeinrichtung ist für den Einsatz in Krankenhäusern, Betriebskantinen,
Restaurants und anderen gastronomischen Betrieben vorgesehen. Bei einem entsprechenden
Einsatz ergeben sich durch eine hohe Benutzungsfrequenz und eine Vielzahl von Benutzern
temporär große Belastungen, wobei für die genannten Anwendungsfälle auch besonders
hohe Anforderungen an die Hygiene und zuverlässige Kühlung gestellt werden. Die Anforderungen
an die gattungsgemäße Lebensmittelausgabeeinrichtung sind somit nicht mit den Anforderungen
vergleichbar, welche an haushaltsübliche Kühleinrichtungen gestellt werden.
[0003] Für kühlungsbedürftige Lebensmittel sind aus Gründen der Lebensmittelsicherheit definierte
Temperaturanforderungen stets einzuhalten, wozu häufig auch ein entsprechender Nachweis
notwendig ist. Sofern bei der Lagerung und Bereithaltung der Lebensmittel mit der
Lebensmittelausgabeeinrichtung nicht eine dauerhafte Temperaturaufzeichnung erfolgt,
ist häufig zumindest ein Nachweis erforderlich ist, dass aufgrund der Konzeption und
Auslegung der Lebensmittelausgabeeinrichtung die definierten Temperaturanforderungen,
beispielsweise eine Temperatur von weniger als 7°C eingehalten werden.
[0004] Gerade bei mobilen Geräten stellt diese Anforderung eine besondere Herausforderung
dar, weil bei einer elektrischen Kühlung entweder ein Netzanschluss oder ein ausreichend
großer elektrischer Energiespeicher in Form eines Akkumulators vorhanden sein muss.
Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass beispielsweise in Krankenhäusern mit Großküchen
die Zubereitung und Portionierung der Speisen einerseits sowie die Verteilung andererseits
an unterschiedlichen Orten erfolgt.
[0005] Gemäß einem klassischen Ansatz werden in Krankenhäusern für jeden Patienten Lebensmittelzusammenstellungen
gebildet, wobei in einem gewissen Maße auch auf Wünsche und Vorgaben des Patienten
eingegangen werden kann. Dabei stellt sich jedoch als nachteilig heraus, dass die
individuellen Portionen sowohl zu klein als auch zu groß sein können. Teilweise entsprechen
die bereitgestellten Lebensmittel auch nicht den Erwartungen eines Patienten, so dass
diese deshalb nicht verzehrt werden. Folglich werden häufig große Mengen an Lebensmittel
weggeworfen, weil auch eine weitere Verwendung von übriggebliebenen Speisen und Getränken
alleine aus hygienischer Sicht ausgeschlossen ist.
[0006] Als weiterer Nachteil ergibt sich, dass die bekannte Verteilung von vorbereiteten
Portionszusammenstellungen äußerst unflexibel ist. Wenn beispielsweise ein Patient
aufgrund von Untersuchungen oder dergleichen nicht anwesend ist, werden die entsprechenden
Lebensmitteltabletts üblicherweise in dem Patientenzimmer zurückgelassen, wobei die
Lebensmittel sich dann selbst mit einer isolierenden Tablettabdeckung erwärmen können.
[0007] Um sowohl den Komfort von mobilen Patienten zu erhöhen als auch den Anteil von weggeworfenen
Lebensmitteln zu reduzieren, werden in Krankenhäusern vermehrt mobile Lebensmittelausgabeeinrichtungen
eingesetzt, welche eine Vielzahl von Lebensmittelportionen aufnehmen, die dann nach
den jeweiligen Wünschen eines Patienten entweder in einem gemeinsamen Frühstücksraum
oder auch direkt in einem Patientenzimmer entnommen werden können. Entsprechende Lebensmittelausgabeeinrichtungen
werden auch als Buffetwagen bezeichnet und ermöglichen im Rahmen einer Gemeinschaftsverpflegung
jedem Patienten bzw. Gast eine individuelle Speisenauswahl.
[0008] Die bekannten Buffetwagen verfügen in der Regel über gekühlte Schrankfächer und/oder
gekühlte Flächen, um kalte Speisen und Getränke lagern zu können. Die Buffetwagen
können in einer Küche, insbesondere Großküche bestückt und dann beispielsweise in
einen Frühstücksraum verbracht werden.
[0009] Die Anwendungsmöglichkeiten einer entsprechenden Lebensmittelausgabeeinrichtung sind
nicht nur auf den Bereich von Krankenhäusern begrenzt, sondern können auch auf besonders
vorteilhafte Weise beispielsweise in Hotels, Kantinen oder anderen für eine Vielzahl
von Personen vorgesehenen Essensausgaben genutzt werden.
[0010] Üblicherweise werden zur Kühlung von Schrankfächern und gekühlten Flächen Kühlmittelkreisläufe
mit einem Kühlmittelkompressor eingesetzt. Für entsprechende Lösungen muss dann auch
bei der Essensverteilung, die sich beispielsweise über einen Zeitraum von 1 bis 2
Stunden erstrecken kann, ein Netzanschluss oder großer Energiespeicher vorhanden sein,
um eine sichere Kühlung der Lebensmittel auf beispielsweise unter 7° sicherzustellen.
Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass gerade bei der Lebensmittelverteilung große
Kühlleistungen notwendig sind, beispielsweise wenn ein gekühltes Schrankfach mehrfach
geöffnet und geschlossen wird und somit stets Warmluft aus der Umgebung einströmen
kann.
[0011] Bei Haushaltskühlschränken ist der Einsatz von Eisspeichern mit einem Phasenwechselmaterial
bekannt, um über einen begrenzten Zeitraum bei Stromausfällen oder auch bei besonderen
Wärmebelastungen eine ausreichende Kühlung bzw. Hilfskühlung zu ermöglichen. Für solche
Anwendungsfälle sind kleine Eisspeicher ausreichend, in welche in üblicher Weise aus
Kunststoff gebildete Wände und Isolierungen integriert werden können. Bei der Auslegung
des Eisspeichers ist zu beachten, dass dadurch das Gewicht sowie das Volumen des Kühlschrankes
vergrößert werden. Entsprechende Kühleinrichtungen sind aus den Druckschriften
US 9 052 127 B2,
WO 2013/156 839 A1,
US 4 459 826 und
EP 0 974 794 A2 bekannt.
[0013] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Lebensmittelausgabeeinrichtung, insbesondere für Krankenhäuser, Kantinen, Restaurants
und Großküchen anzugeben, welche besonders flexibel und effizient betrieben werden
kann.
[0014] Gegenstand der Erfindung und Lösung der Aufgabe ist eine Lebensmittelausgabeeinrichtung
gemäß Patentanspruch 1. Die Erfindung betrifft des Weiteren auch Verfahren zum mobilen
oder stationären Betrieb der Lebensmittelausgabeeinrichtung gemäß der Patentansprüche
20 und 22.
[0015] Die Erfindung betrifft damit konkret eine Lebensmittelausgabeeinrichtung für die
Lagerung, Bereitstellung und Ausgabe gekühlter Lebensmittel mit zumindest einem Lebensmittelaufnahmebereich,
einem Kühlmittelkreislauf und einem Eisspeicher, welcher ein mit einem Phasenwechselmaterial
gefülltes, zumindest teilweise metallisches, fest installiertes Speichergehäuse aufweist
und mit einem Kühlmittelkreislauf in einem Wärmeaustausch steht, wobei das Phasenwechselmaterial
eine Flüssigkeit mit einem Gefrierpunkt zwischen -15°C und 0°C ist und das mit dem
Phasenwechselmaterial ausgefüllte Volumen des Speichergehäuses zwischen 2 l und 20
l beträgt. Der Eisspeicher ist üblicherweise fest in der Lebensmittelausgabeeinrichtung
angeordnet, wozu dieser beispielsweise an einem Grundgestell der Lebensmittelausgabeeinrichtung
befestigt, insbesondere verschraubt sein kann. Erfindungsgemäß stellt die Lebensmittelausgabeeinrichtung
auch ohne einen Betrieb des Kühlmittelkreislaufs durch den Eisspeicher eine ausreichende
Kühlung sicher.
[0016] Der Kühlmittelkreislauf kann im Rahmen der Erfindung sowohl an eine Zentralkühlung
anschließbar oder von einem in die Lebensmittelausgabeeinrichtung integrierten elektrisch
angetriebenen Kühlmittelkompressor mit einem Strom eines Kältemittels beaufschlagt
sein. Wenn dann der Kühlmittelkreislauf nicht an eine Zentralkühlung angeschlossen
ist bzw. der Kühlmittelkompressor stromlos ist, erfolgt eine ausreichende Kühlung
von Lebensmitteln ausschließlich durch den Eisspeicher, der somit eine Pufferwirkung
bereitstellt.
[0017] Im Rahmen der Erfindung dient der Kühlmittelkreislauf also primär dazu, ein Kältereservoir
in dem Eisspeicher aufzubauen, wobei dann die eigentliche Kühlung der Lebensmittel
durch den Eisspeicher erfolgt, selbst wenn der Kühlmittelkreislauf nicht betrieben
wird. Anders als bei einer herkömmlichen Lebensmittelausgabeeinrichtung in Form eines
Buffetwagens, einer Lebensmittelausgabetheke oder dergleichen muss der Kühlmittelkreislauf
nicht auf die beim Betrieb auftretenden Spitzenlasten ausgelegt werden. Sowohl bei
Buffetwagen im Krankenhaus aber auch bei stationären Lebensmittelausgabeeinrichtungen
in Restaurants, Kantinen oder anderen gastronomischen Betrieben variiert die benötigte
Kühlleistung über den Tag sehr stark. Beispielsweise werden gekühlte Lebensmittel
wie portionierte Salate, Joghurts, Süßspeisen oder dergleichen über einen langen Zeitraum,
beispielsweise einen ganzen Tag bereitgehalten, wobei aber nur zu spezifischen Zeitintervallen,
beispielsweise während einer Mittags- oder Frühstückspause, große Mengen an Lebensmitteln
entnommen werden. Wenn die Lebensmittel gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der
Lebensmittelkühleinrichtung in einem Fach oder hinter einer Abdeckung angeordnet sind,
so wird diese bei jeder Entnahme geöffnet, so dass sich dann zu den beschriebenen
Essenszeiten ein besonders hoher Kühlungsbedarf ergibt. Erfindungsgemäß bildet der
Eisspeicher ein Kältereservoir, um derartige Spitzenlasten ausgleichen zu können.
[0018] Entsprechend ist im Rahmen der Erfindung vorgesehen, dass die Kühlleistung des Eisspeichers
größer ist als die Kühlleistung des Kühlmittelkreislaufes. Beispielsweise kann vorgesehen
sein, dass die Kühlleistung des Eisspeichers über einen Zeitraum von zumindest 30
Minuten zumindest das Doppelte der Kühlleistung des Kühlmittelkreislaufes beträgt.
Ohne weiteres können durch eine entsprechende Auslegung des Eisspeichers sowie des
Kühlmittelkreislaufes auch größere Verhältnisse von beispielsweise 3:1 und mehr erreicht
werden.
[0019] Im Rahmen der Erfindung muss bei der Lebensmittelausgabeeinrichtung der Kühlmittelkreislauf
also nicht auf die Spitzenlasten, sondern nur auf die im Mittel zu erwartenden Lasten
ausgelegt sein, wodurch sich eine besonders kompakte Bauform, eine geringe Geräuschentwicklung
sowie eine effiziente Energieausnutzung ergeben. Insbesondere kann auch für den Einsatz
im Buffetwagen und anderen Essensausgaben auf Bauteile und insbesondere Kühlmittelkompressoren
zurückgegriffen werden, welche gemäß dem Stand der Technik für derartige Anwendungen
nicht in Betracht kamen und lediglich bei einfachen Haushaltsgeräten wie Kühlschränken
eingesetzt werden. Es handelt sich dabei um Massenprodukte, welche sich durch eine
geringe Geräuschentwicklung, eine kompakte Baugröße sowie geringe Herstellungskosten
auszeichnen.
[0020] Vor diesem Hintergrund ist im Rahmen der Erfindung vorzugsweise vorgesehen, dass
der Kühlmittelkompressor im Betrieb eine Geräuschentwicklung mit einem Schalldruckpegel
von weniger als 35 dB aufweist. Die Angabe des Schalldruckpegels bezieht sich auf
eine übliche Bestimmung der Lautstärke in einem Abstand von 1 m des Kühlmittelkompressors
alleine, ohne dass weitere Maßnahmen zur Schalldämmung im Hinblick auf eine solche
Bestimmung vorgesehen sind. Durch den Einbau des Kühlmittelkompressors in die Lebensmittelausgabeeinrichtung
kann selbstverständlich eine weitere Geräuschreduzierung erreicht werden. Besonders
bevorzugt beträgt der Schalldruckpegel weniger als 32 dB, beispielsweise 30 dB.
[0021] Der Kühlmittelkompressor kann beispielsweise eine elektrische Anschlussleistung zwischen
50 W und 150 W aufweisen.
[0022] Der Kühlmittelkompressor ist vorzugsweise als Linearkompressor ausgestaltet, wodurch
eine geringe Geräuschentwicklung und eine hohe Effizienz begünstigt werden. Insbesondere
wird ein Kühlmittelkompressor bevorzugt, welcher nach einem Transport bzw. einer Bewegung
der Lebensmittelausgabeeinrichtung ohne Pausenzeiten unmittelbar genutzt werden kann.
Diese Vorgabe kann insbesondere durch Linearkompressoren erfüllt werden, besonders
wenn diese ohne eine Ölschmierung auskommen. Grundsätzlich kommen aber auch bestimmte
Ausgestaltungen anderer Kompressorbauarten wie beispielsweise Hubkolbenkompressoren
in Betracht.
[0023] Zunächst ist festzustellen, dass durch das Wärmetauscherprinzip die effektive Kühlleistung
des Kühlmittelkreislaufes typischerweise größer ist als die elektrische Anschlussleistung
des Kühlmittelkompressors. Wie bereits zuvor erläutert, ist der Kühlmittelkreislauf
nur auf die im Mittel zu erwartende Kühlleistung ausgelegt, wobei Spitzenbelastungen
durch den über einen Langzeitraum aufgebauten Eisspeicher ausgeglichen werden. Die
Kühlleistung des Eisspeichers kann ohne weiteres 300 W und mehr betragen.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Kühlkreislauf
in das Speichergehäuse hineingeführt ist und dort in einem direkten Wärmeaustausch
mit dem Phasenwechselmaterial steht.
[0025] Besonders bevorzugt weist der Kühlkreislauf innerhalb des Speichergehäuses Kühlwendel
auf, wozu beispielsweise eine Kühlmittelleitung des Kühlmittelkreislaufes innerhalb
des Speichergehäuses mäanderförmig verlegt ist, um eine möglichst große Oberfläche
für einen Wärmeaustausch bereitzustellen. Neben einer stützenden Struktur für die
Aufnahme entsprechender Kühlwendel können grundsätzlich auch Rippen oder dergleichen
für eine weitere Erhöhung der für den Wärmeaustausch relevanten Flächen vorgesehen
sein.
[0026] Vorzugsweise sind in dem Speichergehäuse Bleche angeordnet, welche in einem in der
Ebene des Bleches gebildeten Querschnitt das Innere des Speichergehäuses zu zumindest
70 % ausfüllt. Diese Bleche unterstützen dann einen guten Wärmeaustausch innerhalb
des Speichergehäuses. Auch dadurch wird begünstigt, dass bei Spitzenbelastungen eine
besonders große Kühlleistung durch die Wärmeleitung mittels der Bleche bereitgestellt
wird.
[0027] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Kühlmittelkreislauf primär
dazu vorgesehen, ein Kältereservoir in dem Eisspeicher aufzubauen, wobei gerade die
latente Wärme des Phasenwechselmaterials genutzt wird. Außerhalb des Speichergehäuses
können dann Zuleitungen des Kühlmittelkreislaufes wahlweise auch mit einer Isolierung
versehen sein, um dort die Bildung von Kondenswasser zu vermeiden.
[0028] Als Phasenwechselmaterial ist vorzugsweise eine Flüssigkeit mit einem Gefrierpunkt
zwischen -15°C und 0°C vorgesehen. Insbesondere kann der Gefrierpunkt zwischen -12°C
und -2°C liegen, wozu beispielsweise eine Sole-Flüssigkeit, also eine wässrige Salzlösung
eingesetzt werden kann. Selbst wenn die zu kühlenden Lebensmittel bei einer Temperatur
von weniger als 7°C gelagert aber nicht eingefroren werden sollen, liegt der Gefrierpunkt
der Flüssigkeit bevorzugt unter 0°C, um eine möglichst effiziente Kühlung zu ermöglichen.
Bei der Festlegung der gewünschten Temperatur an dem zumindest einen Lebensmittelaufnahmebereichs
sind dann die üblichen Temperaturgradienten aufgrund der Wärmeleitung und Konvektion
zu beachten. Die Lagertemperatur der aufgenommenen Lebensmittel liegt üblicherweise
zwischen 0°C und 10°C, insbesondere zwischen 2°C und 7°C.
[0029] Das mit dem Phasenwechselmaterial ausgefüllte Volumen des Speichergehäuses beträgt
zwischen 2 l (Liter) und 20 l, insbesondere zwischen 3 l und 10 l. Das mit dem Phasenwechselmaterial
ausgefüllte Volumen des Speichergehäuses ist so bemessen, dass alleine durch den Eisspeicher
über einen vorgegebenen Zeitraum eine ausreichende Kühlung sichergestellt ist. Dieser
Zeitraum kann beispielsweise zwischen 1 Stunde und 3 Stunden liegen.
[0030] Das Speichergehäuse weist vorzugsweise eine Quaderform auf. Insbesondere kann vorgesehen
sein, dass das Speichergehäuse für die Aufnahme des Phasenwechselmaterials in seinem
Innern eine Höhe sowie eine Grundfläche mit einer Breite und einer Länge aufweist,
wobei die Breite und die Länge jeweils zwischen 150 mm und 700 mm betragen und wobei
die Höhe zwischen 40 mm und 120 mm beträgt. Es wird damit also ein zusammenhängender
einheitlicher Innenraum bereitgestellt, der das zuvor genannte Volumen für das Phasenwechselmaterial
von vorzugsweise 2 l bis 20 l bereitstellt.
[0031] Wie bereits zuvor erläutert, wird der Eisspeicher durch das Einfrieren des Phasenwechselmaterials
mit Hilfe des Kühlmittelkreislaufs gleichsam geladen, wobei dann ein autarker Betrieb
ermöglicht wird.
[0032] Es ergibt sich auch der Vorteil, dass sich für die unterschiedlichen Betriebszustände
auch verschiedene Zeitintervalle ergeben. Häufig ist es ausreichend, wenn der Eisspeicher
in einem autarken Betrieb durch ein kontinuierliches Aufschmelzen des Phasenwechselmaterials
eine Kühlung über einen Zeitraum von beispielsweise 1 bis 3 Stunden ermöglicht. Häufig
sind die für einen Aufbau des Eisspeichers durch ein Einfrieren des Phasenwechselmaterials
vorhandenen Zeitintervalle deutlich größer. Beispielsweise kann das Aufladen des Eisspeichers
häufig über Nacht über einen Zeitraum von wenigstens 6 oder beispielsweise auch 8
Stunden erfolgen.
[0033] Entsprechend der unterschiedlichen Länge der Zeitintervalle ist auch die Leistung
des Kühlmittelkreislaufs reduziert, wodurch sich die Größe und die Kosten der entsprechenden
Einrichtungen des Kühlmittelkreislaufs - wie bereits zuvor erläutert - verringern.
Es ist beispielsweise ein vergleichsweise kleiner Kühlmittelkompressor ausreichend,
der dann über einen längeren Zeitraum - beispielsweise über Nacht - das Phasenwechselmaterial
in dem Eisspeicher unter Umwandlung latenter Wärme einfriert, während dann durch eine
entsprechende Dimensionierung und Ausgestaltung des Eisspeichers im autarken Kühlbetrieb
eine deutlich größere Kühlleistung abgerufen wird.
[0034] Erfindungsgemäß weist die Lebensmittelausgabeeinrichtung zumindest einen Lebensmittelaufnahmebereich
auf, der beispielsweise als gekühlte Fläche oder als gekühltes Schrankfach ausgestaltet
ist. Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung weist die Lebensmittelausgabeeinrichtung
zumindest einen ersten Lebensmittelaufnahmebereich in Form einer gekühlten Fläche
und einen zweiten Lebensmittelaufnahmebereich in Form eines gekühlten Schrankfaches
auf. Im Rahmen einer solchen Ausgestaltung ist der Eisspeicher dann zweckmäßigerweise
zwischen dem ersten Lebensmittelaufnahmebereich und dem zweiten Lebensmittelaufnahmebereich
angeordnet.
[0035] Insbesondere wenn ein an den Eisspeicher angrenzender Hohlraum wie ein Schrankfach
gekühlt werden soll, kann an einer Außenseite des Speichergehäuses auch ein Kühlrippenkörper
vorhanden sein, um eine effizientere Kühlung zu ermöglichen. Um eine ausreichende
Luftzirkulation zu ermöglichen und ein Zusetzen der Zwischenräume mit Kondenswasser
zu vermeiden, weisen die Zwischenräume zwischen aufeinanderfolgenden Rippen des Kühlrippenkörpers
zweckmäßigerweise einen Abstand von mehr als 4 mm, einen Abstand zwischen 4 mm und
10 mm auf.
[0036] Erfindungsgemäß erfolgt in einem autarken Betrieb bei einem nicht aktiven Kühlmittelkreislauf
eine Kühlung des Lebensmittelaufnahmebereiches durch den Eisspeicher. Wenn der Kühlmittelkreislauf
einen in die Lebensmittelausgabeeinrichtung integrierten elektrisch angetriebenen
Kühlmittelkompressor aufweist, so muss dieser während des autarken Betriebs nicht
mit elektrischer Energie versorgt werden, wozu große Akkumulatoren notwendig wären.
[0037] Dennoch kann es zweckmäßig sein, zumindest einen vergleichsweise kleinen elektrischen
Energiespeicher vorzusehen, um eine Steuereinrichtung betreiben zu können. An die
Steuereinrichtung der Lebensmittelausgabeeinrichtung können beispielsweise ein Gebläse
und/oder ein Temperatursensor angeschlossen sein. So ist es möglich, die Temperatur
an einer geeigneten Stelle, beispielsweise innerhalb des als Schrankfaches ausgestalteten
Lebensmittelaufnahmebereiches zu überwachen und dann durch das Gebläse die Luftzirkulation
in dem Schrankfach zu erhöhen, wenn eine stärkere Kühlung notwendig ist. Beispielsweise
kann das Gebläse dazu vorgesehen sein, den optimal vorhandenen Kühlrippenkörper anzublasen
und somit eine besonders effiziente Kühlung zu gewährleisten.
[0038] Im Unterschied zu einer rein durch Temperaturunterschiede getriebenen passiven Kühlung
durch Konvektion wird durch das Anblasen des Speichergehäuses und insbesondere des
vorzugsweise daran vorgesehenen Kühlrippenkörpers eine semi-aktive Kühlung erreicht,
wodurch besonders hohe Kühlleistungen abgerufen werden können.
[0039] Des Weiteren können auch Türsensoren, Displays, Eingabefelder oder dergleichen an
die Steuereinrichtung angeschlossen sein, wobei auch diese elektrischen Einrichtungen
in der Regel nur einen sehr geringen Energiebedarf aufweisen, so dass für den Betrieb
auch nur kleine Akkumulatoren ausreichend sind.
[0040] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist entsprechend vorgesehen,
dass der elektrische Energiespeicher eine Kapazität zwischen 10 Wh (Wattstunde) und
100 Wh aufweist. Im Gegensatz zu einem Akkumulator, mit dem ein ganzer Kühlkreislauf
mit Kühlmittelkompressor betrieben werden kann, ergibt sich ein sehr geringes Gewicht,
wobei ein derart kleiner Akkumulator auch besonders leicht und sicher gehandhabt und
geladen werden kann. Während große Akkumulatoren aufwändige Ladegeräte oder Ladesteuerungen
benötigen, kann der im Rahmen der Erfindung vorgesehene Akkumulator mit einer kleinen
Kapazität auch mit handelsüblichen kostengünstigen Spannungsversorgungen wie beispielsweise
einem Netzteil über einen Vorwiderstand oder eine einfache Ladesteuerung aufgeladen
werden. Im Vergleich zu einem für den Betrieb eines Kühlmittelkompressors notwendigen
Akkumulator sind auch die Unfallgefahren bei einer Fehlbedienung, einem Kurzschluss
oder dergleichen viel geringer.
[0041] Um eine gute Wärmeleitung zu ermöglichen, ist das Speichergehäuse zumindest teilweise
und vorzugsweise vollständig aus Metall gebildet. Eine obere Abdeckung des Speichergehäuses
kann beispielsweise direkt als Kälteplatte ausgebildet sein, welche als erster Lebensmittelaufnahmebereich
eine gekühlte Fläche definiert.
[0042] Unabhängig davon, ob der Kühlmittelkreislauf an eine Zentralkühlung angeschlossen
ist oder einen in die Lebensmittelausgabeeinrichtung integrierten elektrisch angetriebenen
Kühlmittelkompressor aufweist, ist vorzugsweise eine Befüllung des Kühlmittelkreislaufes
mit einem chlor- und fluorfreien Kältemittel vorgesehen. Exemplarisch kann beispielsweise
das Kältemittel R600a vorgesehen sein, welches sich durch einen niedrigen GWP-Wert
(Global Warming Potential) auszeichnet. Entsprechende Kühlmittel sind auch gemäß aktuell
geltender Bestimmungen langfristig einsetzbar. Da im Rahmen der Erfindung der Kühlmittelkreislauf
in Bezug auf die von dem Eisspeicher bereitgestellten Kühlleistungen bei einer Spitzenbelastung
klein ausgelegt werden kann, ist auch nur eine vergleichsweise geringe Menge an Kältemittel
notwendig. So ist gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen,
dass der Kühlmittelkreislauf lediglich zwischen 20 g und 70 g Kältemittel enthält.
Durch den Einsatz von lediglich geringen Mengen an Kältemittel kann auch die Sicherheit
im Hinblick auf etwaige Fehlfunktionen, Beschädigungen oder Manipulationen weiter
erhöht werden.
[0043] Wie bereits zuvor erläutert, ist die Lebensmittelausgabeeinrichtung gemäß einer bevorzugten
Ausgestaltung der Erfindung mobil ausgeführt und weist entsprechend ein Fahrwerk auf,
mit dem die Lebensmittelausgabeeinrichtung verfahren werden kann. Insbesondere kann
die Lebensmittelausgabeeinrichtung als Buffetwagen ausgestaltet sein.
[0044] Wenn die erfindungsgemäße Lebensmittelausgabeeinrichtung autark im Eisspeicher betrieben
wird und entsprechend der Kühlmittelkompressor nicht in Betrieb ist, ergeben sich
noch weitere besondere Vorteile, weil dann die Lebensmittelausgabeeinrichtung völlig
geräuschlos oder bei dem Betrieb lediglich eines Gebläses, insbesondere eines einfachen
Lüfters nahezu geräuschlos ist. Darüber hinaus wird auch keine Abwärme produziert,
was gerade bei einem mobilen Einsatz in kleinen Räumen einen erheblichen Vorteil darstellen
kann. Anstelle einer unerwünschten Umgebung von Räumen folgt vielmehr insgesamt eine
Kühlung. Gerade durch den Einsatz eines Gebläses bzw. Lüfters können sehr große Kühlleistungen
abgerufen werden, ohne dass Abwärme gebildet wird.
[0045] Die erfindungsgemäße Pufferwirkung der Lebensmittelausgabeeinrichtung ist jedoch
nicht nur für einen mobilen Betrieb von Vorteil. Gerade im Bereich von Krankenhäusern
und anderen Großbetrieben ergeben sich über den Tag verteilt Spitzenlasten in der
elektrischen Stromversorgung, welche von Nachteil sind. Bei der elektrischen Stromversorgung
sind im Hinblick auf die Verfügbarkeit des elektrischen Stroms Spitzenlasten zu vermeiden.
Entsprechend erfolgt die Berechnung des Strompreises häufig lastabhängig, wobei bei
einer hohen Verfügbarkeit von Strom und einer geringen Netzlast ein geringer Strompreis
resultiert.
[0046] Darüber hinaus werden häufig mit Großkunden auch Strafzahlungen oder Preiserhöhungen
vereinbart, wenn bei Lastspitzen vorgegebene Höchstwerte überschritten werden. Vor
diesem Hintergrund kann die Lebensmittelausgabeeinrichtung auch im stationären Betrieb
besonders vorteilhaft eingesetzt werden.
[0047] Die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten ergeben sich auch aus den nachfolgend
beschriebenen Verfahren zum Betrieb der erfindungsgemäßen Lebensmittelausgabeeinrichtung.
[0048] So betrifft die Erfindung auch ein Verfahren zum mobilen Betrieb einer Lebensmittelausgabeeinrichtung,
dessen Kühlmittelkreislauf einen in die Lebensmittelausgabeeinrichtung integrierten
elektrisch angetriebenen Kühlmittelkompressor aufweist, wobei die Lebensmittelausgabeeinrichtung
mit einem Fahrwerk, beispielsweise Laufrollen, bewegt werden kann. Das erfindungsgemäße
Verfahren sieht vor, dass bei einem Netzanschluss des elektrisch angetriebenen Kühlmittelkompressors
durch einen Wärmeaustausch zwischen dem Kühlmittelkreislauf und dem Eisspeicher das
Phasenwechselmaterial in dem Speichergehäuse eingefroren und somit ein Kältereservoir
aufgebaut wird, wobei der Eisspeicher nach einer nachfolgenden Netztrennung des Kühlmittelkompressors
durch ein Aufschmelzen des Phasenwechselmaterials eine autarke Kühlung des zuvor mit
Lebensmitteln bestückten Lebensmittelaufnahmebereichs bewirkt. Während der autarken
Kühlung ist ein Netzanschluss nicht notwendig. Die beispielsweise als Buffetwagen
ausgestattete Lebensmittelausgabeeinrichtung kann so von einer Zentralküche zu einer
Essensausgabe, beispielsweise einem Frühstücksraum in einem Hotel oder in einer Station
eines Krankenhauses verbracht und dort über einen gewissen Zeitraum autark genutzt
werden. Es ergibt sich dabei ein Höchstmaß an Sicherheit und Flexibilität. Da auch
bei einem Netzanschluss durch den Eisspeicher sowie den Kühlmittelkreislauf eine unterbrechungsfreie
Kühlung gewährleistet ist, können die Lebensmittel selbstverständlich auch in bzw.
auf der Lebensmittelausgabeeinrichtung belassen werden.
[0049] Selbst wenn zur Bereitstellung optionaler Komfortfunktionen geringe Mengen an elektrischer
Energie notwendig sind, so kann diese leicht von einem kleinen Akkumulator bereitgestellt
werden. Beispielsweise können mit einem solchen Akkumulator und einer Steuerung Sensoren,
Gebläse und Anzeigen betrieben werden. Mit einem Sensor kann eine aktive Steuerung
der Temperatur sowie eine genaue Dokumentation der Temperatur erfolgen. Wenn die Steuerung
auch eine Speichereinrichtung aufweist, so können entsprechende Temperaturdaten beispielsweise
auch zu Dokumentationszwecken gespeichert werden. Grundsätzlich ist auch eine drahtgebundene
oder drahtlose Datenübertragung entsprechender Informationen möglich.
[0050] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das
Einfrieren des Phasenwechselmaterials unter Netzanschluss des Kühlmittelkompressors
über einen Zeitraum von wenigstens 6 Stunden.
[0051] Im Rahmen der Erfindung dient der Eisspeicher dazu, Spitzenlasten bei der Bereitstellung
der Kühlleistung auszugleichen, so dass bei einem elektrisch betriebenen Kühlmittelkompressor
vergleichsweise kleine Anschlusswerte erreicht werden. Die erfindungsgemäße Lebensmittelausgabeeinrichtung
belastet somit ein Stromversorgungssystem auch in Stoßzeiten weniger stark, so dass
der Energiebedarf der erfindungsgemäßen Lebensmittelausgabeeinrichtung häufig nicht
ins Gewicht fällt. Grundsätzlich kann jedoch auch ein lastabhängiger Betrieb erfolgen,
wenn dies zu einer weiteren Optimierung gewünscht wird.
[0052] Gegenstand der Erfindung ist entsprechend auch ein Verfahren zum stationären Betrieb
der zuvor beschriebenen Lebensmittelausgabeeinrichtung, wobei der Kühlmittelkreislauf
einen in die Lebensmittelausgabeeinrichtung integrierten elektrisch angetriebenen
Kühlmittelkompressor aufweist. Die Lebensmittelausgabeeinrichtung ist im stationären
Betrieb als elektrischer Verbraucher an ein Stromverbrauchersystem mit einer Vielzahl
weiterer elektrischer Verbraucher angeschlossen, wobei die Aktivierung und Deaktivierung
des elektrisch angetriebenen Kühlmittelkompressors in Abhängigkeit der Last des gesamten
Stromverbrauchersystems derart erfolgt, dass zumindest bei Lastspitzen der Kühlmittelkompressor
nicht betrieben wird und währenddessen eine ausreichende Kühlung des zumindest einen
Lebensmittelaufnahmebereichs durch den Eisspeicher bewirkt wird.
[0053] Im einfachsten Fall kann aufgrund von Erfahrungswerten eine simple Zeitsteuerung
nach Art einer Zeitschaltuhr erfolgen. Zu den Zeiten, zu denen Lastspitzen erwartet
werden, wird dann der elektrisch angetriebene Kühlmittelkompressor deaktiviert. Alternativ
ist jedoch auch eine Steuerung möglich, welche die aktuellen Lasten der Stromverbraucher
berücksichtigt. Zu diesem Zweck kann die Lebensmittelausgabeeinrichtung beispielsweise
an eine geeignete Zentralsteuerung angeschlossen sein, wobei sowohl eine kabelgebundene
als auch eine kabellose Datenkommunikation in Betracht kommt.
[0054] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Lebensmittelausgabeeinrichtung in Form eines Buffetwagens,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die Lebensmittelausgabeeinrichtung gemäß der Fig. 1 in einer schematisierten
Darstellung,
- Fig. 3
- eine Detailansicht eines in der Fig. 2 dargestellten Eisspeichers,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung der Kühlleistung.
[0055] Die Fig. 1 zeigt eine Lebensmittelausgabeeinrichtung, welche als Buffetwagen ausgestaltet
ist. Der Buffetwagen ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel zur Aufnahme verschiedener
Lebensmittel, Geschirr- und Besteckteilen sowie Getränkekannen vorgesehen. Insbesondere
sind Lebensmittelaufnahmebereiche vorgesehen, welche auch die Aufnahme von zu kühlenden
Lebensmitteln ermöglicht.
[0056] In der Fig. 1 ist eine gekühlte Fläche 1 sichtbar, auf der beispielsweise Tabletts
oder Gastro-Behälter mit Wurst, Käse, Quark oder dergleichen abgestellt werden können,
wobei die entsprechenden Lebensmittel so gekühlt bereit gehalten werden, dass einzelne
Portionen entnommen werden können. Die Größe der gekühlten Fläche 1 kann sich an der
Normung im Gastronomiebereich orientieren. Beispielsweise kann die gekühlte Fläche
1 gemäß der DIN EN 631 eine Größe von GN1/1 (350 x 325 mm) aufweisen.
[0057] Der Buffetwagen ist dazu vorgesehen, dass Benutzer, beispielsweise Patienten in einem
Krankenhaus oder Gäste in einem Hotel, nach freiem Belieben Speisen auswählen und
zusammenstellen.
[0058] Hinter der Tür 2 befindet sich ein nachfolgend noch weiter erläutertes gekühltes
Schrankfach 3, welches die Aufnahme weiterer zu kühlender Lebensmittel ermöglicht.
Die bereits auf der gekühlten Fläche 1 angeordneten Lebensmittel können in dem gekühlten
Schrankfach 3 in weiteren Portionen als Vorrat bereitgehalten werden, wobei aber auch
andere Lebensmittel wie beispielsweise Joghurt, Milch oder dergleichen aufgenommen
sein können.
[0059] Bei dem in seinem grundlegenden Aufbau an sich bekannten Buffetwagen besteht die
Anforderung, dass die zu kühlenden Lebensmittel eine vorgegebene Temperatur von beispielsweise
7°C nicht übersteigen, wozu zumindest während einer Verteilperiode enge Temperaturvorgaben
einzuhalten sind.
[0060] Die Fig. 2 zeigt die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Buffetwagens, bei dem zwischen
der gekühlten Fläche 1 und dem gekühlten Schrankfach 3 ein Eisspeicher 4 vorgesehen
ist. Der Eisspeicher 4 weist ein mit einem nicht dargestellten Phasenwechselmaterial
gefülltes Speichergehäuse 5 auf, wobei der Eisspeicher 4 mit einem Kühlkreislauf 6
in einem Wärmeaustausch steht. Der Kühlkreislauf 6 umfasst einen in die Lebensmittelausgabeeinrichtung
integrierten Kühlmittelkompressor 7 sowie zu dem Eisspeicher 4 geführte Zuleitungen
8, die nur schematisch dargestellt sind und wahlweise isoliert sein können.
[0061] Die Fig. 3 zeigt die konkrete Ausgestaltung des Eisspeichers 4, wobei eine obere
Abdeckung 9 des Speichergehäuses 5, welche an ihrer Oberseite die gekühlte Fläche
1 bildet, zur besseren Darstellung teilweise aufgebrochen ist.
[0062] Einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 2 und 3 ist zu entnehmen, dass der Kühlkreislauf
6 in das Speichergehäuse 5 hineingeführt ist und dort Kühlwendel 10 aufweist. Die
Kühlwendel 10 sind dadurch gebildet, dass eine Kühlmittelleitung mäanderförmig verlegt
ist, wobei die Kühlwendel 10 von genuteten Stützblechen 11 aufgenommen sind. Die Stützbleche
11 sind so ausgestaltet, dass diese den Innenraum des Speichergehäuses 5 weitgehend
ausfüllen. Die Stützbleche 11 dienen damit auch einer besonders effektiven Wärmeleitung
innerhalb des Eisspeichers 4.
[0063] Wenn der Kühlmittelkompressor 7 ein geeignetes, vorzugsweise chlor- und fluorfreies
Kältemittel in den Kühlkreislauf 6 fördert, wird dem in dem Speichergehäuse 5 aufgenommenem
Phasenwechselmaterial Wärme entzogen, wodurch dieses einfriert.
[0064] Als Phasenwechselmaterial ist eine Flüssigkeit mit einem Gefrierpunkt zwischen -15°C
und 0°C, insbesondere zwischen -12°C und -2°C vorgesehen, wozu beispielsweise eine
Salzsole geeignet ist.
[0065] Das Volumen des Speichergehäuses 5 beträgt typischerweise zwischen 2 l und 20 l,
insbesondere zwischen 3 l und 10 l. Durch das Einfrieren des Phasenwechselmaterials
wird ein Kältereservoir gebildet. Die dann für ein erneutes Auftauen des Phasenwechselmaterials
notwendige Schmelzwärme sorgt dafür, dass auch ohne weitere Kühlung durch den Kühlmittelkreislauf
die gekühlte Fläche 1 sowie das gekühlte Schrankfach 3 unter einer vorgegebenen Maximaltemperatur
von beispielsweise +7°C gehalten werden.
[0066] In der schematischen Darstellung der Fig. 2 sind in dem gekühlten Schrankfach 3 Regalböden
12 zu erkennen, welche jedoch eine Konvektion und Luftströmung zumindest nicht wesentlich
behindern. Um die Kühlleistung in Richtung des gekühlten Schrankfaches 3 zu verbessern,
weist der Eisspeicher 4 an einer Außenseite des Speichergehäuses 5 einen Kühlrippenkörper
13 auf.
[0067] Schließlich ist angedeutet, dass auch für den autarken Betrieb ohne einen Netzanschluss
elektrische Einrichtungen mit einem niedrigen Leistungsbedarf vorgesehen sein können.
So weist die Lebensmittelausgabeeinrichtung gemäß der Fig. 2 eine Steuereinrichtung
14 sowie einen kleinen elektrischen Energiespeicher 15 in Form eines Akkumulators
auf. An die Steuereinrichtung 14 sind ein Gebläse 16 sowie ein Temperatursensor 17
angeschlossen. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel kann mit Hilfe des Gebläses
16 der Kühlrippenkörper 13 angeblasen werden, um eine vermehrte Kühlung zu erreichen.
Der Bedarf für eine vermehrte Kühlung kann dabei durch den Temperatursensor 17 bestimmt
werden.
[0068] Auch weitere Einrichtungen können in die Steuereinrichtung 14 integriert bzw. an
die Steuereinrichtung 14 angeschlossen werden. Beispielsweise ist es zweckmäßig, das
Gebläse 16 bei einem Öffnen der Tür zu unterbrechen, um einen übermäßigen Kälteverlust
zu vermeiden. Zu diesem Zweck kann an die Steuereinrichtung 14 auch ein Türkontakt
angeschlossen sein. Des Weiteren ist es auch möglich, die von dem Temperatursensor
17 aufgenommenen Daten in der Steuereinrichtung 14 zu speichern und gegebenenfalls
zu Dokumentationszwecken zu übertragen.
[0069] Gemäß den Fig. 2 und 3 ist das Speichergehäuse 5 auf einfache Weise aus Metall gebildet.
Während an der Oberseite die obere Abdeckung 9 und an der Unterseite der Kühlrippenkörper
13 vorhanden sind, kann ein umlaufender Rahmen beispielsweise aus Blech, insbesondere
Edelstahlblech gebildet sein.
[0070] Die Fig. 4 zeigt rein exemplarisch einen möglichen Verlauf der Kühlleistung. Eine
große Kühlleistung kann - auch im autarken Betrieb - von dem Eisspeicher 4 bereitgestellt
werden. Die Fig. 4 zeigt in diesem Zusammenhang jedoch eine Ausgestaltung, bei der
die Lebensmittelausgabeeinrichtung dauerhaft an ein Stromnetz angeschlossen ist, so
dass auch der Kühlkreislauf 6 über den Kühlmittelkompressor 7 dauerhaft betrieben
werden kann. Die von den Kühlmittelkreislauf 6 bereitgestellte Kühlleistung ist in
dem Diagramm der Fig. 4 als P
Komp dargestellt. Die tatsächlich abgerufene Kühlleistung ist als Kurve dargestellt, wobei
in einem bestimmten Zeitraum, beispielsweise zur Mittagszeit eine besonders hohe Kühlleistung
notwendig ist. Dank des Eisspeichers kann bei einer Spitzenbelastung eine Kühlleistung
bereitgestellt werden, welche ohne weiteres um einen Faktor 2 oder mehr über der Kühlleistung
P
Komp des Kühlkreislaufes 6 liegt. In solchen Phasen wird der Eisspeicher 4 dadurch abgebaut,
dass das Phasenwechselmaterial aufschmilzt. Wenn dagegen der Bedarf an Kühlleistung
unter den Wert P
Komp fällt, friert das flüssige Phasenwechselmaterial wieder ein und der Eisspeicher 4
wird gleichsam geladen. Die verschiedenen Zyklen sind durch eine unterschiedliche
Schräg-Schraffur rein exemplarisch hervorgehoben.
1. Lebensmittelausgabeeinrichtung für die Lagerung, Bereitstellung und Ausgabe gekühlter
Lebensmittel mit zumindest einem Lebensmittelaufnahmebereich, einem Kühlmittelkreislauf
(6) und einem Eisspeicher (4), welcher ein mit einem Phasenwechselmaterial gefülltes,
zumindest teilweise metallisches, fest installiertes Speichergehäuse (5) aufweist
und mit dem Kühlmittelkreislauf (6) in einem Wärmeaustausch steht, wobei das Phasenwechselmaterial
eine Flüssigkeit mit einem Gefrierpunkt zwischen -15°C und 0°C ist und das mit dem
Phasenwechselmaterial ausgefüllte Volumen des Speichergehäuses zwischen 2 l Liter)
und 20 l beträgt.
2. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlmittelkreislauf (6) in das Speichergehäuse (5) hineingeführt ist und dort
in einem direkten Wärmeaustausch mit dem Phasenwechselmaterial steht.
3. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlmittelkreislauf (6) innerhalb des Speichergehäuses (5) Kühlwendel (10) aufweist.
4. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Speichergehäuse (5) eine Quaderform aufweist.
5. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Speichergehäuse (5) für die Aufnahme des Phasenwechselmaterials in seinem Innern
eine Höhe (h) sowie eine Grundfläche mit einer Breite (b) und einer Länge (l) aufweist,
wobei die Breite (b) und die Länge (l) jeweils zwischen 150 mm und 700 mm betragen
und wobei die Höhe (h) zwischen 40 mm und 120 mm beträgt.
6. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Speichergehäuse Bleche angeordnet sind, welche jeweils in einem in der Ebene
des Bleches gebildeten Querschnitt das Innere des Speichergehäuses zu zumindest 70%
ausfüllen.
7. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Lebensmittelaufnahmebereich als gekühlte Fläche (1) oder gekühltes Schrankfach
(3) ausgestaltet ist.
8. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Lebensmittelaufnahmebereich von einer gekühlten Fläche (1) und ein zweiter
Lebensmittelaufnahmebereich von einem gekühlten Schrankfach (3) gebildet sind, wobei
der Eisspeicher (4) zwischen dem ersten Lebensmittelaufnahmebereich und dem zweiten
Lebensmittelaufnahmebereich angeordnet ist.
9. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet dass
der Eisspeicher (4) an einer Außenseite des Speichergehäuses (5) einen Kühlrippenkörper
(13) aufweist.
10. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch einen elektrischen Energiespeicher (15) und eine Steuereinrichtung (14), an welche
zumindest ein Gebläse (16) und/oder ein Temperatursensor (17) angeschlossen ist.
11. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Energiespeicher (15) eine Kapazität zwischen 10 Wh (Wattstunde) und
100 Wh aufweist.
12. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Speichergehäuse (5) vollständig aus Metall gebildet ist.
13. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, gekennzeichnet,
dass der Kühlmittelkreislauf (6) mit einem chlor- und fluorfreien Kältemittel gefüllt
ist.
14. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlmittelkreislauf (6) zwischen 20 g und 70 g Kältemittel enthält.
15. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlleistung des Eisspeichers (4) über einen Zeitraum von zumindest 30 Minuten
zumindest das Doppelte der Kühlleistung des Kühlmittelkreislaufes (6) beträgt.
16. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlmittelkreislauf (6) einen in die Lebensmittelausgabeeinrichtung integrierten
elektrisch angetriebenen Kühlmittelkompressor (7) aufweist.
17. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlmittelkompressor (7) im Betrieb eine Geräuschentwicklung mit einem Schalldruckpegel
von weniger als 35 dB aufweist.
18. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Kühlmittelkompressor (7) eine elektrische Anschlussleistung zwischen 50 W und
100 W aufweist.
19. Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, gekennzeichnet durch ein Fahrwerk, welches ein Verfahren ermöglicht.
20. Verfahren zum mobilen Betrieb einer Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem der
Ansprüche 16 bis 18 sowie nach Anspruch 19, wobei bei einem Netzanschluss des elektrisch
angetriebenen Kühlmittelkompressors (7) durch einen Wärmeaustausch zwischen dem Kühlmittelkreislauf
(6) und dem Eisspeicher (4) das Phasenwechselmaterial in dem Speichergehäuse (5) eingefroren
und somit ein Kältereservoir aufgebaut wird und wobei der Eisspeicher (4) nach einer
Aufschmelzen des Phasenwechselmaterials eine autarke Kühlung des zuvor mit Lebensmitteln
bestückten Lebensmittelaufnahmebereichs bewirkt.
21. Verfahren nach Anspruch 20, wobei das Einfrieren des Phasenwechselmaterials unter
Netzanschluss des Kühlmittelkompressors über einen Zeitraum von wenigstens 6 Stunden
erfolgt.
22. Verfahren zum stationären Betrieb einer Lebensmittelausgabeeinrichtung nach einem
der Ansprüche 16 bis 18, wobei die Lebensmittelausgabeeinrichtung als elektrischer
Verbraucher an ein Stromverbrauchersystem mit einer Vielzahl weiterer elektrischer
Verbraucher angeschlossen ist und wobei die Aktivierung und Deaktivierung des elektrisch
angetriebenen Kühlmittelkompressors (7) in Abhängigkeit der Last des gesamten Stromverbrauchersystems
derart erfolgt, dass zumindest bei Lastspitzen der Kühlmittelkompressor (7) nicht
betrieben wird und währenddessen eine weitere Kühlung des Lebensmittelaufnahmebereiches
durch den Eisspeicher (4) bewirkt wird.