[0001] Die Erfindung betrifft ein Bedienteil bzw. einen Taster für ein elektrisches Installationsgerät,
insbesondere ein Unterputz-Installationsgerät, gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1, wobei der Taster mehrere Tastflächen aufweist. Weiterhin betrifft die vorliegende
Erfindung ein Installationsgerät, insbesondere ein Unterputz- Installationsgerät mit
den Merkmalen des erfindungsgemäßen Bedienteiles. Die Erfindung betrifft weiterhin
ein Bedienteil für ein Aufputz- Installationsgerät, welches auf einer Aufputz- Installationsdose
montiert ist.
[0002] Installationsgeräte der Haus- bzw. Gebäudeinstallationstechnik, insbesondere Schalter
und Tastern sind typischerweise mit beweglichen Tasterflächen ausgestattet, deren
Tasten als separate Einzelteile ausgebildet sind, wobei die Tasten bei der Montage
einzeln in das Installationsgerät montiert werden.
[0003] Dieser Aufbau hat den Nachteil, dass sich ungleichmäßige Spaltmaße, bedingt durch
Fertigungstoleranzen aller Einzelteile des Gerätes sowie den Montage- und Fügetoleranzen
im Produktionsprozess, negativ auf Erscheinungsbild und Funktion des Tasters auswirken
können.
[0004] Aus der
EP 0 899 763 B1 ist eine Tastschalteranordnung mit einem oder mehreren Tastschaltern bekannt, die
jeweils eine Betätigungswippe aufweisen und mit einem, vorzugsweise für alle Tastschalter
gemeinsamen Sockel, in dem je Tastschalter zwei Mikroschalter auf einer Leiterplatte
angeordnet sind. Die Mikroschalter sind über an der Unterseite der Wippen angeformte
Betätigungsnocken betätigbar.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Bedienteil für ein Installationsgerät,
insbesondere ein Unterputz-Installationsgerät, bereitzustellen, welcher vorab genannte
Nachteile vermeidet.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein einteilig ausgeführtes Bedienteil,
nachfolgend auch als Taster bezeichnet, mit mehreren, mindestens vier, Bedienflächen.
Die Bedienflächen können beispielsweise als Tasterflächen oder Schaltwippen ausgeführt
sein.
[0007] Die an der Ober- bzw. Betätigungsseite des Bedienteils befindlichen als Tasterflächen
oder Wippen ausgeführten Bedienflächen sind mit sogenannten Tastflächenfreistellungen
ausgestattet, die den Bedienflächen bei ihrer Betätigung die Auslösung eines Tast-/Schaltvorgangs
erlauben, wobei die Bewegungen bzw. Betätigungen der einzelnen Bedienflächen unabhängig
voneinander ausführbar sind. Die Tastflächenfreistellungen sind, vorzugsweise als
Spalt zwischen jeweils zwei nebeneinanderliegenden Bedienflächen ausgeführt, wobei
der Spalt als Teildurchbruch zwischen diesen Bedienflächen ausgeführt ist.
[0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Unterseite des Bedienteiles mit jeweils
wenigstens zwei, sich vorzugsweise gegenüberliegenden, Einkerbungen je Bedienfläche
versehen ist, die bei der durch die Betätigung der Bedienflächen entstehenden Biegebelastung
für ein deutlich reduziertes Widerstandsmoment sorgen und so mechanische Bewegungen
zulassen, die ermöglichen, dass Betätigungsnocken oder Stössel, welche beispielsweise
mit elektronische Mikro-Schaltern ausgestattete Installationsgeräte aufweisen, auf
einer Leiterplatte auslösen.
[0009] In vorteilhafter Weise sind die Einkerbungen dabei so gewählt, dass die betätigte
Bedienfläche keine formverändernde Beanspruchung auf die übrigen Bereiche des Bedienteiles
bzw. Tasters ausübt.
[0010] Erfindungsgemäß ist weiterhin vorgesehen, dass jede der Bedienflächen an der Unterseite
des Tasters wenigstens eine Versteifungsrippe aufweist, so dass eine zwischen den
Bedienflächen im mittleren Bereich des Tasters befindliche Aufnahme keine Relativbewegung
erfährt und damit weitere, auch biegeempfindliche Bauteile, wie beispielsweise ein
Sichtglas oder Sichtfenster für ein Beschriftungsfeld aufnehmen kann.
[0011] Die mit dem erfindungsgemäßen Bedienteil bzw. Taster erzielbaren Vorteile beruhen
insbesondere darauf, dass durch den einteiligen Aufbau erreicht wird, dass die Spaltmaße,
die sich durch die Tastflächenfreistellung ergeben, nicht länger von Montage- und
Fügetoleranzen im Produktionsprozess beeinflusst werden und damit negative Auswirkungen
auf Erscheinungsbild und Funktion des Installationsgerätes vermieden werden.
[0012] Das erfindungsgemäße Bedienteil ist vorzugsweise bei elektrischen und elektronischen
Installationsgeräten mit mehreren regelmäßig angeordneten Tastflächen einsetzbar.
[0013] Weitere vorteilhafte und zweckmäßige Ausgestaltungen und Verbesserungen des erfindungsgemäßen
Bedienteiles sind in den Unteransprüchen und an Hand der in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispiele erläutert.
[0014] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf die Tastenoberseite eines als Taster ausgeführten beispielhaften
Bedienteiles eines Unterputz- Installationsgerätes gemäß der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2
- die Unterseite des als Taster ausgeführten beispielhaften Bedienteiles des Unterputz-
Installationsgerätes gemäß der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 3
- weitere beispielhafte Ausführungsformen der Tasterflächen für den erfindungsgemäßen
Taster vor ihrer Montage in ein Tastergehäuse, und
- Fig. 4
- die beispielhaften Ausführungsformen der Tasterflächen aus Fig. 3 mit einer Sicht
auf die Unterseiten der Tasterflächen vor ihrer Montage in das Tastergehäuse.
[0015] In
Fig. 1 ist eine Draufsicht auf die Tastenoberseite eines als Taster ausgeführten beispielhaften
Bedienteiles eines Unterputz- Installationsgerätes gemäß der vorliegenden Erfindung
gezeigt.
[0016] Der hier dargestellte Taster ist mit vier Tasterflächen 10 ausgestattet, um die erforderlichen
Bewegungen des Tast-/Schaltvorgangs unabhängig voneinander auszuführen.
[0017] Die an der Ober- bzw. Betätigungsseite des Tasters befindlichen Tasterflächen 10
sind mit Tastflächenfreistellungen 20 ausgestattet, wobei die Bewegungen bzw. Betätigungen
der einzelnen Tasterflächen 10 unabhängig voneinander ausführbar sind.
[0018] Die Tastflächenfreistellungen 20 sind, vorzugsweise als Spalt, zwischen jeweils zwei
nebeneinanderliegenden Tasterflächen 10 angeordnet, wobei der Spalt 20 als Teildurchbruch
zwischen diesen Tasterflächen 10 ausgeführt ist.
[0019] Der Taster ist in vorteilhafter Weise optional mit einer Aufnahme 30 ausgestattet,
welche sich, vorzugsweise als abgesenkter Bereich, zwischen den jeweils ein Paar bildenden
Tastflächen 10 befindet und beispielsweise ein Sichtglas/Sichtfenster für ein Beschriftungsfeld
aufnehmen kann.
[0020] Fig. 2 zeigt die Unterseite des als Taster ausgeführten beispielhaften Bedienteiles des
Unterputz- Installationsgerätes.
[0021] Die Unterseite des Tasters ist in einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Tasters mit jeweils zwei, sich gegenüberliegenden Einkerbungen 40
je Tasterfläche 10 versehen, wobei die Einkerbungen 40 so ausgestaltet sind, dass
bei einer Betätigung einer der Tasterflächen 10 eine formverändernde Beanspruchung
auf die übrigen Bereiche des Tasters vermieden wird ohne jedoch mechanische Bewegungen
der Tasterflächen 10 einzuschränken, so dass Betätigungsnocken oder Stössel 50 beispielsweise
elektronische Mikro-Schalter ausgestattete auslösen.
[0022] Weiterhin sind, vorzugsweise an der Unterseite des Tasters, an jeder der Tasterflächen
10 zwei Versteifungsrippen 60 angeformt, wodurch die Aufnahme 30 bei ihrer Bestückung
mit dem Sichtfenster für das Beschriftungsfeld keine Relativbewegung erfährt.
[0023] In der
Fig. 3 sind weitere beispielhafte Ausführungsformen der Tasterflächen 10 für den erfindungsgemäßen
Taster vor ihrer Montage in ein Tastergehäuse 70 dargestellt, wobei das Tastergehäuse
70 auch eine Leiterplatte 80 aufnimmt, wobei die Leiterplatte 80 für die Funktion
der Auslösung des Schaltbefehles, beispielsweise Mikroschalter/ Mikrotaster oder Dome
einer Domschaltmatte bzw. eine Kombination aus beiden aufweist. Die Mikroschalter/
Mikrotaster oder Dome sind über die an der Unterseite der Tasterflächen 10 angeformten
Betätigungsnocken 50 (siehe Fig. 4) betätigbar. Die Dome 75 dienen zur Positionierung/
Fixierung der Leiterplatte 80 im Tastergehäuse 70.
[0024] Während der Montage des Installationsgerätes oder nach der Montage des Installationsgerätes
kann ein Sichtfenster/Sichtglas 31 angebracht werden. Selbstverständlich sind auch
zusätzlich zum Beschriftungsfeld oder anstelle des Beschriftungsfeldes in der Aufnahme
30 andere Funktionselemente, wie beispielsweise Anzeigen einsetzbar. Die Befestigungsmittel
90 befestigen die Tasterfläche 10 und das Sichtfenster/Sichtglas 31 wird beispielsweise
nur gerastet.
[0025] Auch die Anzahl und Anordnung der Bedienflächen 10 ist erweiterbar bzw. kann an die
jeweilige Funktion des Installationsgerätes angepasst werden.
[0026] Fig. 4 zeigt die beispielhaften Ausführungsformen der Tasterflächen 10 aus Fig. 3 mit einer
Sicht auf die Unterseiten der Tasterflächen 10 vor ihrer Montage in das Tastergehäuse
70, wobei die Betätigungsnocken 50, die Versteifungsrippen 60 und Einkerbungen 40
auf der Unterseite der Tasterflächen 10 erkennbar sind.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 10
- Bedienfläche, Tasterfläche, Schaltwippe
- 20
- Tastflächenfreistellung, Spalt, Teildurchbruch, Spaltmaß
- 30
- Aufnahme
- 31
- Sichtfenster/Sichtglas für Beschriftungsfeld
- 40
- Einkerbung
- 50
- Stössel, Betätigungsnocke
- 60
- Versteifungsrippe
- 70
- Tastergehäuse
- 75
- Befestigungsdom
- 80
- Leiterplatte
- 90
- Befestigungsmittel
1. Bedienteil für ein elektrisches Unterputz- oder Aufputz-Installationsgerät, wobei
das Bedienteil an seiner Oberseite mehrere als Tasterflächen (10) oder Schaltwippen
ausgeführte Bedienflächen (10) aufweist, welche die erforderlichen Bewegungen des
Tast-/Schaltvorgangs erlauben und die Bewegungen bzw. Betätigungen der einzelnen Bedienflächen
(10) unabhängig voneinander ausführen, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienteil einteilig ausgeführt ist und sich jeweils zwischen zwei der nebeneinander
angeordneten Bedienflächen (10) eine Tastflächenfreistellung (20) befindet.
2. Bedienteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tastflächenfreistellung (20) als Spalt oder Teildurchbruch zwischen den Tasterflächen
oder Schaltwippen (10) ausgeführt ist.
3. Bedienteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an seiner Oberseite vier oder mehr Tasterflächen oder Schaltwippen (10) angeordnet
sind.
4. Bedienteil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterseite mit jeweils wenigstens zwei sich gegenüberliegenden Einkerbungen (40)
je Tasterfläche (10) versehen sind.
5. Bedienteil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für jede der Tasterflächen (10) an der Unterseite mindestens eine Versteifungsrippe
(60) vorgesehen ist.
6. Bedienteil nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Tastflächen (10) wenigstens eine Aufnahme (30) vorgesehen ist, welche
sich als abgesenkter Bereich, zwischen den jeweils ein Paar bildenden Tasterflächen
(10) befindet und zur Aufnahme eines Sichtglas/Sichtfenster (31) für ein Beschriftungsfeld
vorgesehen ist.
7. Bedienteil nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bedienteil bei elektrischen und elektronischen Installationsgeräten mit mehreren
regelmäßig angeordneten Tastflächen einsetzbar ist.
8. Installationsgerät mit den Merkmalen der Ansprüche 1 bis 7, welches als Aufputz- Installationsgerät
ausgeführt und auf einer Aufputz- Installationsdose montiert ist.