Vorrichtung zur Ionenerzeugung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur direkten Ionenerzeugung von
festen Probenmaterialen mittels der Desorptions-Elektrospray-Ionisation auf dem Gebiet
der ambienten Oberflächenanalytik insbesondere der Massenspektrometrie.
Stand der Technik
[0002] Die eine Umgebungs-Ionisationstechnik, die in der Massenspektrometrie zur chemischen
Analyse eingesetzt werden kann. Es ist eine atmosphärische Druck-Ionenquelle, die
Gase, Flüssigkeiten und Feststoffe im Freien unter Umgebungsbedingungen ionisiert.
der Methode Desorptions-Elektrospray-Ionisation gekoppelt mit der Massenspektrometrie
(kurz: DESI-MS) ist es, ohne aufwändige Probenpräparation die chemische Zusammensetzung
einer Probe direkt von der Oberfläche eines Probenobjektes qualitativ und/oder quantitativ
zu untersuchen. Durch die Arbeitsweise der Methode DESI unter atmosphärischen Bedingungen
ist ein Einschleusen der Probe in ein Vakuum, verbunden mit der entsprechenden Instrumentierung,
nicht notwendig. Ionisierungsmethoden mit diesen Eigenschaften werden ambiente lonisierungsmethoden
genannt. Die Methode DESI wird beispielsweise in der Schrift
US2005/0230635 A1 beschrieben
[0003] Ein Einsatzgebiet der DESI-MS ist die Qualitätskontrolle bei der Einfuhr von Lebensmitteln
und Bedarfsgegenständen über Landesgrenzen. Im Rahmen einer Probennahme werden derzeit
Stichproben eines Produkts gesammelt und in entsprechend ausgestattete Labore gebracht.
Bei Lebensmitteln stehen verbotene und zu hoch konzentrierte Pflanzenschutzmittel,
sowie gesundheitsschädliche Verunreinigungen und Zusatzstoffe im Fokus der Untersuchungen.
Diese werden von Produzenten gezielt zugesetzt oder migrieren unabsichtlich während
des Herstellungsprozesses oder von der Verpackung in das Produkt. Durch den Umweg
der Proben über Labore vergeht wertvolle Zeit, in der die fragwürdigen Waren bereits
in den Handel gelangen, ohne dass sichergestellt ist, dass sie den jeweiligen Auflagen
und Grenzwerten genügen. Ähnlich verhält es sich mit gesundheitsgefährlichen Weichmachern
in Kinderspielzeugen und Verpackungsmaterialen, deren Einsatz zunehmend strenger reglementiert
wird. Noch deutlicher wird der Faktor Zeit, wenn es um die Identifizierung von verbotenen
Medikamenten und Kampfstoffen geht.
[0004] Durch die Kopplung mit einer geeigneten Datenbank erlaubt es die DESI-MS gleichzeitig
einzelne oder mehrere chemische Stoffe von komplexen Probenmaterialen zu identifizieren
und/oder zu quantifizieren. Dabei sind ein hoher Probendurchsatz und eine einfache
Bedienung möglich, sodass sie sich für den Einsatz direkt am Ort der sonst notwendigen
Probennahme anbietet. Gefahrenpotentiale können dann direkt festgestellt und die Ware
gegebenenfalls rechtzeitig von den Behörden zurückgehalten werden.
[0005] Die Methode DESI ist bislang jedoch an die Laborumgebung gebunden, da die benötigte
Druckgasmenge und der sehr geringe und konstante Lösungsmittelfluss durch externe
Quellen, wie Gasflaschen und Spritzenpumpen, zur Verfügung gestellt werden muss.
[0006] Für die Desorption/Ionisation von Probenbestandteilen werden hochgeladene Lösungsmitteltröpfchen
in Form eines Sprays auf die Probenoberfläche beschleunigt. Spray meint hierbei ein
Aerosol, d.h. ein heterogenes Gemisch (Dispersion) aus festen und/oder flüssigen Schwebeteilchen
in einem Gas.
[0007] Desorption bezeichnet hierbei den Vorgang, bei dem ungeladene oder bereits geladene
Atome oder Moleküle die Oberfläche eines Festkörpers verlassen. Ionisation heißt jeder
Vorgang, bei dem aus einem Atom oder Molekül ein oder mehrere Ladungsträger entfernt
oder ihnen hinzugefügt werden, sodass das Atom oder Molekül als positiv oder negativ
geladenes Ion zurückbleibt.
[0008] Die resultierenden Ionen in der Gasphase werden anschließend in ein Massenspektrometer
überführt und analysiert. Da die Ionisation direkt von der unbehandelten Probenoberfläche
möglich ist, fällt die Probenvorbereitung generell gering aus. Die Menge des desorbierten
Materials von der Probenoberfläche ist so gering, dass DESI als zerstörungsfreie Ionisationsmethode
bezeichnet werden kann.
[0009] Unter Analyt wird ein Gemisch aus mindestens einer Substanz verstanden, wobei diese
mindestens eine Substanz chemischen und/oder biologischen und/oder biochemischen Ursprungs
ist.
Aufgabe
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Ionenerzeugung bereitzustellen,
welche besonders kompakt ist, geeignet ist autark zu arbeiten und mit einem Massenspektrometer
für Vor-Ort-Analysen von verschiedenen Probenoberflächen kombiniert werden kann.
Lösung der Aufgabe
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung und ein Verfahren
mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen
der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0012] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 ist dabei für die Verwendung
mit verschiedenen Massenspektrometern vorgesehen. Sie kann mit allen dem Fachmann
bekannten Massenspektrometern verwendet werden, die über ein Atmosphärendruck-Einlasssystem
verfügen.
[0013] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 umfasst dabei wenigstens
eine Desorptions-Elektrospray-Ionisationsquelle 200. Diese ist so ausgebildet, dass
sie ein Spray erzeugen kann, welches zur Desorption und Ionisation einer Probe zur
Untersuchung mittels Massenspektrometer dient. Die Desorptions-Elektrospray-Ionisationsquelle
200 umfasst wenigstens einen Sprayer 3 mit einer Sprayerspitze 2.
[0014] Weiterhin umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 einen Probentisch
1, welcher so ausgebildet ist, dass eine Probe 4 auf seine Oberseite aufgebracht werden
kann.
[0015] Im Folgenden wird die Seite des Probentisches auf der eine Probe 4 aufbringbar ist
als Oberseite des Probentisches bezeichnet. Die gegenüberliegende Seite des Probentisches
1 wird als Unterseite des Probentisches bezeichnet.
[0016] Der Probentisch 1, weist wenigstens einen Kontaktbereich 5 mit wenigstens einer Öffnung,
durch welche ein Spray von der Unterseite des Probentisches 1 durch den Probentisch
1 zu einer auf der Oberseite des Probentisches 1 befindlicher Probe 4 gelangen kann.
Der Kontaktbereich 5 kann beispielsweise einen Spalt oder ein Gitter aufweisen.
[0017] Der Sprayer 3 ist unterhalb der Unterseite des Probentisches 1 angeordnet. Die Sprayerspitze
2 ist dabei in Richtung der Unterseite des Kontaktbereiches 5 ausgerichtet.
[0018] Diese Anordnung des Sprayers 3 mit der Sprayerspitze 2 und des Kontaktbereiches 5
ermöglicht, dass der Sprayer 3 eine Probe 4 durch den Kontaktbereich 5 des Probentischs
1 hindurch mit einem Spray besprühen kann. Der Probentisch 1 umfasst wenigstens einen
Kontaktbereich 5, durch welchen das Spray von der Desorptions-Elektrospray-Ionisationsquelle
200 zu einer Probe 4 gelangen kann. Ein Kontaktbereich 5 kann beispielsweise als Spalt
ausgebildet sein.
[0019] Die Sprayerspitze 2 des Sprayers 3 weist einen Mindestabstand zum Probentisch 1 auf,
damit sie nicht direkt mit der Probe 4 auf dem Probentisch 1 in Kontakt kommen kann.
Dieser Mindestabstand beträgt 2 mm bis 10 mm, bevorzugt 2 mm bis 5 mm. Der Kontakt
des Sprays aus dem Sprayer 3 mit der Probe 4 ist dabei nur über den Kontaktbereich
5 im Probentisch 1 möglich. Die Wahrscheinlichkeit einer Kontamination der Sprayerspitze
2 mit Probenbestandteilen ist so deutlich reduziert. Desorptions-Elektrospray-Ionisationsquelle
200 und der Probentisch 1 sind bevorzugt relativ zueinander beweglich ausgeführt.
[0020] In einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Ionenerzeugung
enthält die Vorrichtung einen Bereich zur Aufnahme einer lonentransferkapillare 7.
Die Ionentransferkapillare 7 ist mit einem Massenspektrometer verbunden. Dazu ist
die Ionentransferkapillare 7 vorzugsweise innerhalb des Probentisches angeordnet und
reicht bis zum Kontaktbereich 5 (siehe Abbildung Fig.1).
[0021] Die Sprayerspitze 2 ist empfindlich gegenüber mechanischen Belastungen wie z.B. der
Berührung mit einem Probenobjekt. Die Gefahr einer Berührung mit dem Probenobjekt
oder durch den Bediener ist in diesem Aufbau nahezu ausgeschlossen. Der Abstand und
Winkel des Sprayers zum Probentisch und zur Probe ist justier- und arretierbar. Der
Probentisch 1 bildet eine fixierte Fläche und ermöglicht durch einfaches Auflegen
verschiedener Proben identische Orientierungen der Probenoberflächen zum Sprayer.
Die geometrischen Parameter sind dadurch während der Messung identisch und die Ergebnisse
vergleichbarer. Es muss lediglich für eine ebene Auflage der Probe auf dem Probentisch
gesorgt werden. Da die Abstände des Sprayers nicht an Größe und Form der Probe angepasst
werden müssen, können Messungen sehr viel schneller durchgeführt werden. Größere Probenkörper
müssen nicht erst zerkleinert werden, sondern können direkt untersucht werden. Auf
diese Weise ist die Probenvorbereitung für DESI-MS-Untersuchungen weiter reduziert
und der Messvorgang für den Bediener deutlich vereinfacht, sodass auch Laien Analysen
durchführen können.
[0022] In einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Ionenerzeugung
100 umfasst diese weiterhin ein Positionierungsmittel zur Einstellung der Position
des Sprayers 3 zum Probentisch 1. Dabei kann das Positionierungsmittel als x,y-Tisch
8 zur Veränderung in der x,y-Ebene und eine Langlochplatte in z-Richtung ausgebildet
sein. Weiterhin kann das Positionierungsmittel noch einen Rotationstisch 9 umfassen.
Der Winkel zum Probentisch bzw. Probenoberfläche kann dabei über den 360° drehbaren
Rotationstisch 9 beliebig variiert werden. Weiterhin kann das Positionierungsmittel
noch eine Arretierung umfassen, um die geometrischen Parameter des Sprayers, des Probentisches
und der Probe insbesondere ihre Position zueinander während der Messung zu fixieren.
Das erlaubt vergleichbarere und besser wiederholbare Messbedingungen. Als Arretierung
geeignet sind beispielsweise Rasten, Sicherungsbolzen, Schrauben und/oder Klemm- oder
Spannvorrichtungen.
[0023] In einer vierten Ausführungsform umfasst die Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 weiterhin
eine Einheit zur Versorgung des Sprayers 3 mit Luft und Lösungsmittel zur Erzeugung
des DESI-Sprays. Die Versorgungseinheit umfasst wenigstens einen Kompressor 10 mit
Dämpfern 11 und einen Luftfilter 12, ein Trockenrohr 13 zur Trocknung der vom Kompressor
eingesaugten Luft, einen Schlauch 14 zur Leitung der einsaugten Luft zum Sprayer 3,
einen Druckminderer 15 und wenigstens ein druckstabiles Gefäß 16 mit Lösungsmittelreservoir
17 zur Aufnahme eines Lösungsmittels.
[0024] Der Fluss des Lösungsmittels sowie die Versorgung mit komprimiertem Gas zur Erzeugung
des Sprays werden durch die Verwendung eines Kompressors 10 ermöglicht. Dieser ist
beispielsweise als Pendelkolbenkompressors ausgeführt. Die mechanische Schwingung
des Kompressors wird weitestgehend durch eine elastische Lagerung auf Dämpfern 11
abgefangen. Dieser ist beispielsweise als Silikondämpfer ausgeführt.
[0025] Die Versorgungseinheit arbeitet dabei folgendermaßen:
Der Kompressor 10 saugt atmosphärische Luft durch einen Luftfilter 12 an. Der Filter
schützt den Kompressor sowie das DESI-Spray vor Partikeln aus der Umgebungsluft. Über
einen Schlauch strömt die komprimierte Luft in ein Trockenrohr 13, das mit einem Trockenmittel
gefüllt ist. Im Trockenrohr wird die Luftfeuchtigkeit adsorbiert, sodass die Luftfeuchtigkeit
der Umgebungsluft keinen Einfluss auf den Vernebelungsgasstrom oder den Desorptions-Ionisationsprozess
hat. Nach dem Trockenrohr wird der Gasstrom gesplittet. Der Großteil der Luft strömt
über einen Schlauch 14 direkt zum Sprayer 3 und wird dort zur Vernebelung und Beschleunigung
der hoch geladenen Lösungsmitteltröpfchen genutzt. Ein geringes Gasvolumen wird zur
Erzeugung des Lösungsmittelflusses, nach dem Prinzip einer Druckpumpe, verwendet.
Dazu wird die Luft über einen Druckminderer 15 in ein druckstabiles Gefäß 16 geleitet.
Im Gefäß 16 befindet sich ein Lösungsmittelreservoir 17. Dieses besitzt ein Fassungsvolumen
von vorzugsweise 5 ml bis 15 ml. Über eine Sprayerkapillare 20 wird das Ausströmen
des Lösungsmittels aus dem Druckgefäß ermöglicht. Die dünne Flüssigkeitskapillare
zwischen Lösungsmittelreservoir und Sprayer 3 erzeugt einen Strömungswiderstand, sodass
über den relativen Druck auf das Lösungsmittel im Bereich von einigen hundert Millibar
der Lösungsmittelfluss im DESI-relevanten Bereich exakt variiert werden kann, sodass
das Spray aus Luft und Lösungsmittel aus der Sprayerspitze 2 austreten kann.
[0026] In einer fünften Ausführungsform umfasst die Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 weiterhin
eine regelbare Druckpumpe an der Sprayerkapillare 20, welche so ausgebildet ist, dass
sie einen konstanten und stufenlos einstellbaren Lösungsmittelfluss einer beliebigen
Lösungsmittelzusammensetzung erlaubt. Die entsprechenden Druckeinstellungen sind stufenlos
mit dem Druckminderer 15 möglich und erlauben ab einer Mindestflussrate von vorzugsweise
1 µl/min eine Genauigkeit der Flusseinstellung von vorzugsweise 0,05 µl/min.
[0027] In einer sechsten Ausführungsform umfasst die Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100
weiterhin einen Flusssensor 18 und vorzugsweise ein Ausgabemittel, welche so ausgebildet
sind, dass der Flusssensor die Flussrate des Lösungsmittels messen und das Ausgabemittel
die Flussrate jederzeit ausgeben kann.
[0028] Vorzugsweise ist der Flusssensor 18 von der elektrischen Hochspannung des Sprayers
3 und des Lösungsmittels entkoppelt. Dazu weist die Vorrichtung zur Ionenerzeugung
100 beispielsweise eine lange und dünne Lösungsmittelkapillare 19 zwischen Sprayer
und Flusssensor auf. Über diese Lösungsmittelkapillare 19 fällt die Spannung deutlich
ab. Zur Sicherheit ist die Sprayerkapillare 20 während des Betriebs direkt vor dem
empfindlichen Flusssensor 18 geerdet.
[0029] Der Messwert der vom Flusssensor 18 gemessenen Flussrate kann kontinuierlich erfasst
und über ein Ausgabemittel z.B. einen Computer ausgegeben und/oder beispielsweise
an das Massenspektrometer übermittelt werden. So ist eine Kontrolle des vernebelten
Lösungsmittelvolumens ähnlich genau wie bei üblichen stationär arbeitenden Spritzenpumpen
möglich. Die Flussrate kann weiterhin auch an eine regelbare Druckpumpe wie in der
fünften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 übermittelt
werden und zu deren Regelung verwendet werden.
[0030] In einer siebten Ausführungsform umfasst die Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 weiterhin
einen Akkumulator 21, welcher so ausgebildet ist, dass er die Desorptions-Elektrospray-Ionisationsquelle
mit elektrischer Energie versorgen kann. In einer beispielhaften Ausführung wird der
Kompressor 10 über einen Akkumulator 21, welcher als Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator
ausgeführt ist, elektrisch versorgt. Dieser hat eine Kapazität von beispielsweise
5 bis 25 Ah, bevorzugt 8 bis 15 Ah, eine Nennspannung von 11 bis 40 V, bevorzugt 20
bis 30 V, um so die Desorptions-Elektrospray-Ionisationsquelle für mehrere Stunden
ohne Unterbrechung zu versorgen. Die für das Sprayerpotential notwendige Hochspannung
wird vorzugsweise durch einen Hochspannungsausgang des Massenspektrometers zur Verfügung
gestellt und über einen Hochspannungsanschluss für Sprayer 22 angeschlossen. Es besteht
allerdings die Möglichkeit, der Desorptions-Elektrospray-Ionisationsquelle einen internen
Spannungswandler, gespeist durch den Akkumulator, hinzuzufügen.
[0031] Die Vorrichtung zur Ionenerzeugung erfüllt dabei alle notwendigen Voraussetzungen
für eine längere Anwendung fern von Laborstandorten. Sie ist dabei mit transportablen
oder stationär arbeitenden Massenspektrometern zu einer mobilen Analytikvorrichtung
kombinierbar. Diese kann auch als Desorptions-ElektrosprayIonisation - Massenspektrometer
(DESI-MS) Einheit bezeichnet werden.
[0032] Eine Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 besteht
darin, sie mit einem transportablen Massenspektrometer zu einer mobilen Analytikvorrichtung
zu kombinieren. Dies erlaubt Vor-Ort-Analysen, ohne dabei von zusätzlicher Ausrüstung
abhängig zu ein.
[0033] Die Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 ist geeignet zur Durchführung eines Verfahrens
für die Untersuchung mittels Oberflächenanalytik, wobei das Besprühen der Probe mit
Spray aus Sprayer 3 durch den Kontaktbereich 5 des Probentischs 1 hindurch erfolgt.
Abbildungslegenden und Bezugszeichenliste
[0034]
Fig. 1 zeigt die eine beispielhafte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur
Ionenerzeugung 100 mit dem Sprayer unter der Probe und dem Probentisch vor dem Einlass der Ionentransferkapillare
7. Teilabbildung A zeigt die Vorrichtung zur Ionenerzeugung 100 in Seitenansicht, Teilabbildung B in der Frontalansicht und Teilabbildung C in der Draufsicht. Die Pfeile zeigen in diesen die Flussrichtung der Luft durch den
Schlauch 14, des Lösungsmittels durch die Sprayerkapillare 20 und die Ausstoßrichtung
des Sprays aus der Sprayerspitze 2. (Die Probe wurde hier nur zur Verdeutlichung des
Konstruktionsprinzips abgebildet, bildet aber keinesfalls einen Teil der Vorrichtung
zur Ionenerzeugung selbst)
Fig. 2 zeigt eine Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Ionenerzeugung
zur Installation vor einem üblichen transportablen Massenspektrometer. Die Teilabbildung
D zeigt hierbei die Draufsicht, die Teilabbildung E eine rechte Seitenansicht, die Teilabbildung F eine linke Seitenansicht und die Teilabbildung G eine Frontansicht. Die Ionenquelle ist dabei vollständig in ein solides Aluminiumgehäuse
integriert, wobei der Probentisch Teil des Gehäuses ist. Einstellungen der Sprayerposition
sowie der Austausch des Akkumulators sind durch die abnehmbare Seitenwand auf der
rechten Seite leicht möglich. Durch den geschlossenen Aufbau ist eine aktive Kühlung
des Kompressors notwendig. Dazu sind in der gezeigten Ausführungsvariante zwei Lüfter
23 direkt über dem Kompressor installiert.
Bezugszeichen
[0035]
- 1
- Probentisch
- 2
- Sprayerspitze
- 3
- Sprayer
- 4
- Probe
- 5
- Kontaktbereich
- 6
- Massenspektrometer
- 7
- Ionentransferkapillare des Massenspektrometers
- 8
- x,y-Tisch des Sprayers
- 9
- Rotationstisch des Sprayers
- 10
- Kompressor
- 11
- Dämpfer
- 12
- Luftfilter
- 13
- Trockenrohr
- 14
- Schlauch
- 15
- Druckminderer
- 16
- Druckstabiles Gefäß
- 17
- Lösungsmittelreservoir
- 18
- Flusssensor
- 19
- Lösungsmittelkapillare
- 20
- Sprayerkapillare
- 21
- Akkumulator
- 22
- Hochspannungsanschluss für Sprayer
- 23
- Lüfter
- 100
- Vorrichtung zur Ionenerzeugung
- 200
- Desorptions-Elektrospray-Ionisationsquelle
1. Die Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100) zur Untersuchung mittels Oberflächenanalytik
umfasst wenigstens eine Desorptions-Elektrospraylonisationsquelle (200) mit wenigstens
einem Sprayer (3) und einer Sprayerspitze (2), sowie einen Probentisch (1) zur Aufnahme
einer Probe auf seiner Oberseite dadurch gekennzeichnet, dass der Probentisch (1) wenigstens einen Kontaktbereich (5) mit wenigstens einer Öffnung
aufweist, durch welche ein Spray von der Unterseite des Probentisches (1) durch den
Probentisch (1) zu einer auf der Oberseite des Probentisches (1) befindlichen Probe
(4) gelangen kann, wobei der Sprayer (3) unterhalb der Unterseite des Probentisches
(1) angeordnet ist und die Sprayerspitze (2) dabei in Richtung des Kontaktbereiches
(5) ausgerichtet ist, so dass der Sprayer (3) eine Probe (4) durch den Kontaktbereich
(5) des Probentischs (1) hindurch mit einem Spray besprühen kann.
2. Die Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100) gemäß Anspruch 1 ist dadurch gekennzeichnet, dass diese weiterhin einen Bereich zur Aufnahme einer Ionentransferkapillare (7) umfasst,
wobei diese so positioniert ist, dass die desorbierten und ionisierten Probenbestandteile
über die lonentransferkapillare (7) direkt in ein Massenspektrometer überführt werden
können.
3. Die Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100) gemäß Anspruch 1 oder 2 ist dadurch gekennzeichnet, dass diese weiterhin ein Positionierungsmittel zur Einstellung der Position des Sprayers
(3) zum Probentisch (1) und zur Ionentransferkapillare (7) umfasst.
4. Die Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100) gemäß einem der vorigen Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass diese weiterhin eine Einheit zur Versorgung des Sprayers (3) mit Luft und Lösungsmittel
zur Erzeugung des DESI-Sprays umfasst, wobei die Versorgungseinheit wenigstens einen
Kompressor (10) mit wenigstens einem Dämpfer (11) und einem Luftfilter (11), ein Trockenrohr
(13) zur Trocknung der vom Kompressor eingesaugten Luft, einen Schlauch (14) zur Leitung
der eingesaugten Luft zum Sprayer (3), einen Druckminderer (15), wenigstens ein druckstabiles
Gefäß (16) mit einem Lösungsmittelreservoir (17) zur Aufnahme eines Lösungsmittels
umfasst.
5. Die Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100) gemäß einem der vorigen Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass diese weiterhin eine regelbare Druckpumpe umfasst, welche so ausgebildet ist, dass
sie einen konstanten und stufenlos einstellbaren Lösungsmittelfluss einer beliebigen
Lösungsmittelzusammensetzung erlaubt.
6. Die Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100) gemäß einem der vorigen Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass diese weiterhin einen Flusssensor (18) und ein Ausgabemittel umfasst, welche so ausgebildet
sind, dass der Flusssensor (18) die Flussrate des Lösungsmittels messen und das Ausgabemittel
diese Flussrate jederzeit ausgeben kann.
7. Die Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100) gemäß einem der vorigen Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass diese weiterhin einen Akkumulator (21) umfasst, welcher so ausgebildet ist, dass
er die Desorptions-Elektrospray-Ionisationsquelle (200) mit elektrischer Energie versorgen
kann.
8. Die mobile Analytikvorrichtung, umfassend eine Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100)
gemäß einem der vorigen Ansprüche ist dadurch gekennzeichnet, dass diese weiterhin ein transportables Massenspektrometer zur Analyse einer durch die
Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100) behandelten Probe umfasst.
9. Verfahren zur Vorbereitung von Proben für die Untersuchung mittels ortsaufgelösten
Oberflächenanalytik, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung zur Ionenerzeugung (100) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 verwendet
wird und das Besprühen der Probe mit Spray aus Sprayer (3) durch den Kontaktbereich
(5) des Probentischs (1) hindurch erfolgt.