[0001] Die Erfindung betrifft ein Kochfeld mit einer Kochfeldplatte und mit mindestens einer
daran oder darunter angeordneten Heizeinrichtung, vorteilhaft mit mehreren Heizeinrichtungen.
[0002] Aus der
DE 102015210650 A1 ist beispielsweise ein Induktionskochfeld bekannt mit einer Kochfeldplatte, unter
der mehrere Induktionsheizspulen angeordnet sind. Diese überdecken eine Fläche, die
im Wesentlichen derjenigen der Kochfeldplatte oder zumindest eines Heizbereichs der
Kochfeldplatte entsprechen. So ist es möglich, dass ein Kochgefäß mit beliebiger Größe
an beliebiger Stelle auf die Kochfeldplatte aufgesetzt werden kann und dort mit einer
von einer Bedienperson vorgebbaren Leistung beheizt werden kann.
[0003] Des Weiteren sind Induktionskochfelder aus der
EP 1688018 B1 und der
EP 2420105 B1 bekannt mit einer Vielzahl von Induktionsheizspulen, beispielsweise in regelmäßiger
Anordnung mit etwa 8 x 10 Induktionsheizspulen, mit denen es ebenfalls möglich ist,
ein Kochgefäß an nahezu beliebiger Stelle auf eine Kochfeldplatte aufzusetzen und
dort passend zu beheizen. Der Aufwand für das Vorsehen einer solchen Vielzahl von
Induktionsheizspulen, die einzeln ansteuerbar sein müssen und dabei auch in ihrer
Leistung einstellbar sein müssen, ist vorhersehbar sehr groß.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Kochfeld zu schaffen,
mit dem Probleme des Standes der Technik gelöst werden können und mit dem es insbesondere
möglich ist, Energie von einer Anregungsspule oder Induktionsheizspule nicht nur in
ein direkt darüber und von der Größe her passendes Kochgefäß einzubringen, sondern
auch in ein Kochgefäß, welches insbesondere in seitlicher Richtung ein Stück zu der
Spule versetzt auf eine Kochfeldplatte aufgestellt ist.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Kochfeld mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte
sowie bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der weiteren Ansprüche
und werden im Folgenden näher erläutert. Der Wortlaut der Ansprüche wird durch ausdrückliche
Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0006] Es ist vorgesehen, dass das Kochfeld eine Kochfeldplatte aufweist, vorteilhaft eine
ebene Kochfeldplatte aus Hartglas oder Glaskeramik, an der oder unter der mindestens
eine Heizeinrichtung angeordnet ist, vorteilhaft mehrere Heizeinrichtungen. Besonders
vorteilhaft bedecken die Heizeinrichtungen eine wesentliche Fläche der Kochfeldplatte
bzw. zumindest die wesentliche Fläche eines Heizbereichs der Kochfeldplatte, auf der
Kochgefäße zum Beheizen aufgestellt werden können. Dabei können in einer Ausgestaltung
der Erfindung die Heizeinrichtungen bis auf einen geringen Abstand zueinander direkt
benachbart diese Fläche bedecken, vorteilhaft wenn es Induktionsheizspulen sind. Insbesondere
kann ein solcher Abstand zwischen 1 mm und 20 mm liegen, besonders vorteilhaft zwischen
5 mm und 15 mm.
[0007] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass unter der Kochfeldplatte bzw. zwischen der mindestens
einen Heizeinrichtung und der Kochfeldplatte eine flächig ausgedehnte Übertragungsvorrichtung
vorgesehen ist. Die flächige Ausdehnung der Übertragungsvorrichtung bedeutet, dass
sie eine erheblich größere Fläche bedeckt als eine einzige Heizeinrichtung oder Induktionsheizspule
selbst, wobei sie diese zumindest teilweise überdeckt, insbesondere vollständig und/oder
weit überragend. Besonders vorteilhaft weist die Übertragungsvorrichtung eine flächige
Ausdehnung auf, die in etwa derjenigen der Kochfeldplatte oder zumindest ihres vorbeschriebenen
Heizbereichs entspricht. Somit kann die Übertragungsvorrichtung mit ihrer flächigen
Ausdehnung den Bereich markieren oder angeben, in dem auf der Kochfeldplatte Kochgefäße
zum Beheizen bzw. Kochen aufgestellt werden können. Die Übertragungsvorrichtung weist
eine Vielzahl von induktiv aneinander gekoppelten Schwingkreisen auf, die für die
Übertragung der Energie zuständig sind. Jeder der induktiv gekoppelten Schwingkreise
weist eine Übertragungsspule und eine Übertragungskapazität auf, so dass ein L-C-Schwingkreis
gebildet wird. Damit kann von einer Induktionsspule bzw. Induktionsheizspule erzeugte
induktive Energie zum Beheizen eines Kochgefäßes sehr gut und weitgehend verlustfrei
induktiv übertragen werden an ein Kochgefäß. Dazu muss dieses Kochgefäß nicht direkt
in Überdeckung mit der Induktionsheizspule sein, vielmehr kann eine teilweise Überdeckung
ausreichen oder es kann auch möglich sein, dass das Kochgefäß die Induktionsheizspule
bzw. deren Fläche überhaupt nicht überdeckt. Somit kann mittels der Übertragungsvorrichtung
eine seitliche Energieübertragung erfolgen. Dazu verlaufen die Übertragungsspulen
bzw. die Schwingkreise im Wesentlichen in einer Fläche oder Ebene, die parallel ist
zu der Kochfeldplatte. Innerhalb dieser Fläche oder Ebene wird dann eben die Energie
induktiv übertragen. Alternativ können mittels der Übertragungsvorrichtung Bedienelemente
und/oder Anzeigen elektrisch verssorgt, angesteuert und/oder ausgewertet werden.
[0008] Weitere Informationen zu gekoppelten Übertragungsspulen bzw. gekoppelten Schwingkreisen
und einer Energieübertragung kann der Fachmann unter anderem in der Literatur zu "Magnetoinductive
waveguides" finden, wie beispielsweise in der
WO 2012/172371 A1 oder der
WO 2015/033168 A1, auf die hiermit explizit verwiesen wird. Entsprechende Vorrichtungen als Metaboards
sind von der Fa. Metaboard Ltd., Oxford, Großbritannien, bekannt, siehe auch
http://metaboards.tech/about/products/. Auch auf den Artikel "
Magneto-inductive waveguide devices" in http://ieeexplore.ieee.org/xpl/RecentIssue.isp?punumber=2196,
(Volume: 153, Issue: 2, 3. April 2006), S. 111 bis 121, mit Print ISSN: 1350-2417, wird explizit verwiesen.
[0009] In diesem Zusammenhang spricht man unter anderem aufgrund der Ähnlichkeit zu Phononen-Modellen
auch von Metamaterialien und "wireless power transfer".
[0010] Auf diese Art und Weise ist es möglich, dass nicht ein Großteil der Fläche der Kochfeldplatte
bzw. des Heizbereichs von Heizeinrichtungen oder Induktionsheizspulen bedeckt sein
muss, so dass der konstruktive Aufwand sowie der Aufwand für entsprechende Ansteuerung
einer Vielzahl von Heizeinrichtungen samt Verkabelung eingespart werden kann. So können
auch wenige Heizeinrichtungen oder Induktionsspulen ausreichend sein, um mit Hilfe
der Übertragungsvorrichtung bzw. deren Schwingkreisen dennoch eine weitgehend beliebige
Abdeckung jeder Position eines Kochgefäßes auf der Kochfeldplatte erreichen zu können.
Es wird also keine flächendeckende Bedeckung des Heizbereichs mit Heizeinrichtungen
oder Induktionsheizspulen benötigt.
[0011] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann es möglich sein, dass einzelne
Schwingkreise, insbesondere die Übertragungsspulen oder eine elektrische Verbindung
zwischen einer Übertragungsspule und einer Übertragungskapazität, schaltbar ausgebildet
sind. Hierfür können einerseits Relais und andererseits Halbleiterschalter verwendet
werden. Durch eine solche Schaltbarkeit kann erreicht werden, dass ein Schwingkreis
sozusagen deaktiviert wird und eine Energieübertragung nicht über ihn hinaus erfolgt.
Das kann für eine gezieltere Energieübertragung sorgen hin zu einem Ort, an der ein
auf die Kochfeldplatte aufgestelltes Kochgefäß erkannt worden ist.
[0012] In Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass sämtliche Schwingkreise
bzw. sämtliche Übertragungsspulen identisch ausgebildet sind. Insbesondere sind sie
auch identisch oder jeweils gleich ausgerichtet angeordnet. Vorteilhaft können auch
die elektrischen Eigenschaften der jeweiligen Schwingkreise und insbesondere der Übertragungsspulen
samt den Übertragungskapazitäten gleich sein.
[0013] In Ausgestaltung der Erfindung können die Übertragungsspulen eine weitgehend rechteckige
Form aufweisen, insbesondere quadratisch sein. Dabei können sie lediglich an den Ecken
innen und außen etwas abgerundet ausgebildet sein für eine verbesserte Stromführung
und leichtere Herstellbarkeit.
[0014] Eine Übertragungsspule kann mindestens eine Windung aufweisen, die aus einer flachen
Leiterbahn besteht, insbesondere einer flachen Kupferbahn. Ihre Breite kann zwischen
5 x und 100 x so groß sein wie ihre Dicke. Eine Breite der Windung kann zwischen 2%
und 10% des Durchmessers der Übertragungsspule betragen, insbesondere zwischen 3%
und 7%. Somit ist eine Breite der Windung relativ groß im Vergleich zum Durchmesser,
insbesondere verglichen mit anderen induktiven Spulen. Dies dient aber auch dazu,
eine Höhe der Übertragungsvorrichtung relativ gering halten zu können, so dass eine
hierfür benötigte Bauhöhe in dem Induktionskochfeld unterhalb der Kochfeldplatte nicht
zu groß wird.
[0015] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann eine Übertragungsspule mehrere Windungen
aufweisen, vorteilhaft maximal fünf Windungen. Besonders vorteilhaft sind es maximal
drei Windungen bei einer mehrwindigen Übertragungsspule. Die Windungen verlaufen dann
in Flächen, die weitgehend parallel sind zu derjenigen Fläche, in der die Übertragungsspulen
insgesamt verlaufen bzw. die von der Übertragungsvorrichtung bedeckt wird. Die Windungen
verlaufen also schraubenartig übereinander. Aufgrund einer möglichst geringen Höhe
bzw. Dicke der Windung der Übertragungsspulen ergibt sich hier selbst inklusive einem
isolierenden Material zwischen den übereinander verlaufenden Windungen nur eine insgesamt
relativ geringe Höhe einer Übertragungsspule. Durch das Vorsehen von mehr als einer
Windung mindestens einer der Übertragungsspulen kann eine Effizienz der Energieübertragung
verbessert werden bzw. eine Anpassung an unterschiedliche Betriebsfrequenzen kann
erleichtert werden.
[0016] In Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Übertragungsspulen
in einer gemeinsamen Fläche verlaufen und jeweils geringen Abstand zueinander aufweisen.
Lücken zwischen den Übertragungsspulen sollten maximal 5 mm breit sein, vorzugsweise
maximal 2 mm. So ist eine gute flächige Abdeckung möglich sowie vor allem durch den
geringen Abstand eine gute Energieübertragung. Dabei können die Übertragungsspulen
eben die flächige Ausdehnung der Übertragungsvorrichtung weitgehend bedecken oder
bilden. Wenn die Übertragungsspulen aus blankem Leitermaterial als Leiterbahnen bestehen,
beispielsweise als Kupferbahn, so kann auch in seitlicher Richtung zwischen ihnen
ein isolierendes Material vorgesehen sein um mögliche Kurzschlüsse zu vermeiden. Dies
kann beispielsweise auch dadurch erreicht werden, dass die flachen Übertragungsspulen
zwischen zwei Lagen Kunststoffmaterial, insbesondere Kunststofffolie, eingebettet
sind. Diese können zusammen laminiert werden, so dass zwischen zwei benachbarten Übertragungsspulen
das Material der Kunststofffolien ist, welches miteinander verklebt oder verschmolzen
sein kann zur Lagesicherung und zur elektrischen Isolierung gegeneinander.
[0017] Die Übertragungsspulen können derart nebeneinander angeordnet sein, dass sie die
Fläche der Übertragungsvorrichtung weitgehend bedecken. Eine Übertragungsspule kann
also ringsum bzw. entlang jeder geraden Außenseite mit geringem Abstand weitere Übertragungsspulen
haben. Hierbei könnten sich benachbarte Übertragungsspulen sogar überlappen, beispielsweise
indem sie in unterschiedlichen Ebenen verlaufen. Eine Überlappung kann zwischen 1%
und 10% des Durchmessers der Übertragungsspule betragen, insbesondere zwischen 3%
und 7%, bzw. zwischen 1 mm und 20 mm.
[0018] Alternativ zu einer weitgehend bedeckten Fläche der Übertragungsvorrichtung durch
jeweils an mehreren oder allen Seiten eng benachbarte Übertragungsspulen kann auch
vorgesehen sein, dass die Übertragungsspulen rechteckig ausgebildet sind und sich
nur an den Eckbereichen nahekommen und geringen Abstand zueinander aufweisen, nahezu
aneinander anstoßen oder sich auch hier etwas überlappen wie zuvor beschrieben. Dann
sind sozusagen freie Bereiche zwischen den Übertragungsspulen gebildet bzw. in einem
engen Raster ist nur jeder zweite Rasterplatz von einer Übertragungsspule belegt.
[0019] Eine Ansteuerung für die mindestens eine Induktionsspule kann für eine Frequenz zwischen
17 kHz und 100 kHz ausgelegt sein, insbesondere zwischen 20 kHz und 50 kHz. Darauf
ist dann die Energieübertragung der Übertragungsspulen zu optimieren, wobei dies im
Wesentlichen einem üblichen Frequenzbereich für Induktionskochfelder entsprechen kann.
Damit kann dann auf übliche Frequenzen zurückgegriffen werden, die in einem Induktionskochfeld
erzeugt und gehandhabt werden, so dass die bereits vorhandenen Baugruppen verwendet
werden können. Im Vergleich zu dem vorgenannten bekannten Stand der Technik können
diese relativ dazu niedrigen Frequenzen vorteilhaft durch Änderung bzw. Anpassung
der Kapazität der der L-C-Schwingkreise erreicht werden.
[0020] In Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, dass die Übertragungskapazitäten der
L-C-Schwingkreise als SMD-Kondensatoren ausgebildet sind, insbesondere als SMD-Keramikkondensatoren.
Dadurch lässt sich eine Energieeffizienz bzw. Übertragungseffizienz verbessern. Durch
SMD-Kondensatoren mit kleiner Bauweise lässt sich auch vor allem eine Bauhöhe der
Übertragungsvorrichtung begrenzen.
[0021] In Ausgestaltung der Erfindung kann eine Übertragungsvorrichtung nicht oder nicht
nur zur Energieübertragung an versetzt zu einer Induktionsheizspule aufgesetzte Kochgefäße
genutzt werden, sondern auch zur Ansteuerung von Anzeigen bzw. optischen Signalmitteln,
insbesondere LED, die an beliebiger Stelle unter der Kochfeldplatte angeordnet sein
können. Sie kann als eine Art elektrischer Verbraucher an einem Schwingkreis angeschlossen
sein und mit Energie zum Leuchten versorgt werden bzw. auf im Wesentlichen beliebige
und bekannte Art und Weise angesteuert werden. Durch mehrere unterschiedlich abgestimmte
Schwingkreise mit jeweils mindestens einer LED kann durch entsprechende Ansteuerung
oder Einspeisung von Energie in die Übertragungsvorrichtung, beispielsweise mittels
einer Induktionsheizspule oder durch eine separate Anregungsspule, und durch Abstimmung
der Frequenz der gewünschte Schwingkreis einer bestimmten LED angesteuert werden,
so dass diese leuchtet. Ein Schwingkreis mit einer daran angeschlossenen oder angekoppelten
LED kann eine spezifische Resonanzfrequenz haben. Durch frequenzvariable Ansteuerung
der Übertragungsvorrichtung kann dann eine bestimmte LED selektiv angesteuert werden.
[0022] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, dass an mindestens einer
Übertragungsspule bzw. an mindestens einem Schwingkreis ein Sensor angeschlossen ist.
Vorteilhaft ist dies ein kapazitiver Berührungssensor, wie er beispielsweise für Bedienelemente
an einer Kochfeldplatte bekannt ist, siehe beispielsweise die
EP 859467 A2. Auch bei derartigen Sensoren, insbesondere kapazitiven Berührungssensoren oder auch
Temperatursensoren mit einem temperaturabhängigen Widerstandwert, können Resonanzfrequenzen
eines Schwingkreises unterschiedlich beeinflusst oder verstimmt werden. Dies kann
dann an einer Energieeinkopplung bzw. Ansteuerung der Übertragungsvorrichtung, insbesondere
an einer Induktionsheizspule oder einer vorgenannten Anregungsspule, erfasst werden.
So kann auch eine flächig verteilte Temperaturerfassung erfolgen oder aber mehrere
über die Kochfeldplatte verteilte Berührungssensoren können als Bedienelemente abgefragt
bzw. betrieben werden.
[0023] Auch beim Aufstellen eines Kochgefäßes auf das Kochfeld wird der Schwingkreis verstimmt
bzw. die entstehende induktive Kopplung ändert den effektiven Widerstand. Dadurch
wird die Leistung an dem Ort abgegriffen, an dem diese Verstimmung stattfindet. Beispielsweise
ändert sich der effektive Widerstand einer Induktionsheizspule beim Aufsetzen eines
Kochgefäßes von 0,025 Ohm durch die induktive Kopplung auf ca. 5 Ohm. So kann ein
Leistungseintrag in das aufgestellte Kochgefäß erfolgen, vorteilhaft bei einem Induktionskochfeld.
[0024] Im Rahmen der Erfindung soll es auch möglich sein, dass ein beliebiges Kochfeld mit
einer solchen Übertragungsvorrichtung unter einer Kochfeldplatte versehen wird, beispielsweise
ein Gaskochfeld. Dann ist mindestens eine vorbeschriebene Anregungsspule notwendig
für die Übertragungsvorrichtung. Die Übertragungsvorrichtung soll dann hier nicht
zur induktiven Energieübertragung vorgesehen sein, sondern zur Ansteuerung und/oder
Auswertung für vorgenannte optische Signalmittel bzw. LED oder Berührungssensoren
von Bedienelementen. Dann ist eben eine separate Anregungsspule für die Übertragungsvorrichtung
vorzusehen. Die Übertragungsvorrichtung dient hier dann nicht zur Übertragung von
induktiver Energie an ein auf die Kochfeldplatte aufgestelltes Kochgefäß, wofür dann
ein Gasbrenner vorgesehen wäre. Vielmehr sollen damit unterschiedliche, verteilt angeordnete
Temperatursensoren und/oder Bedienelemente mit kapazitiven Berührungssensoren odgl.
ausgewertet werden können.
[0025] Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung
und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder
zu mehreren in Form von Unterkombination bei einer Ausführungsform der Erfindung und
auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige
Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Die Unterteilung
der Anmeldung in einzelne Abschnitte sowie Zwischen-Überschriften beschränken die
unter diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0026] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt
und werden im Folgenden näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Kochfeld als Induktionskochfeld mit Kochfeldplatte
und Induktionsheizspulen darunter, wobei dazwischen eine Übertragungsvorrichtung angeordnet
ist,
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf das Induktionskochfeld aus Fig. 1 mit gestrichelt dargestellten
Induktionsheizspulen und einer strichpunktiert dargestellten Übertragungsvorrichtung,
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Übertragungsvorrichtung mit rechteckigen einwindigen Übertragungsspulen
und Übertragungskapazitäten als L-C-Schwingkreis,
- Fig. 4
- einen einzelnen L-C-Schwingkreis mit einer einwindigen Übertragungsspule und einem
Kondensator als Übertragungskapazität und
- Fig. 5 und 6
- Abwandlungen der Darstellung aus Fig. 3 mit unterschiedlichen Anordnungen von Übertragungsspulen.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0027] In der Fig. 1 ist ein erfindungsgemäßes Kochfeld als Induktionskochfeld 11 im seitlichen
Schnitt vereinfacht dargestellt, wobei das Induktionskochfeld 11 entsprechend üblicher
Bauart eine Kochfeldplatte 13 aufweist, an deren Unterseite ein flaches Gehäuse 15
angeordnet ist. In dem Gehäuse 15 sind flache Induktionsheizspulen 17 angeordnet entsprechend
der Darstellung der Fig. 2, also mit im Wesentlichen rechteckiger Grundform und geringem
Abstand zueinander. Dies ist beispielsweise aus der
DE 102014224051 A1 bekannt, auf die diesbezüglich explizit verweisen wird. Die Induktionsheizspulen
17 liegen dabei auf einem Tragblech 18 auf. Unter dem Tragblech 18 weist das Gehäuse
15 schematisch dargestellte Einheiten für eine Ansteuerung 19 und eine Leistungsversorgung
20 auf. In der Ansteuerung 19 ist auch eine Steuerungsintelligenz für das Induktionskochfeld
11 enthalten. Des Weiteren können damit die aus der Draufsicht der Fig. 2 erkennbaren
Anzeige 23 und Bedienelemente 25 angesteuert und ausgewertet werden. Dies ist an sich
bekannt aus dem Stand der Technik. Aus der Fig. 2 sind im hinteren Bereich dargestellte
Zusatz-Bedienelemente 26 zu erkennen, die vorteilhaft ähnlich wie die Bedienelemente
25 als kapazitive Berührungsschalter mit kapazitiven Berührungssensoren ausgebildet
sind. Ebenso sind punktiert dargestellte, runde Beleuchtungen 27 vorgesehen zwischen
den beiden hinteren Reihen von Induktionsheizspulen 17. Mit diesen Beleuchtungen 27
kann deren Aktivierungszustand angezeigt werden, alternativ auch beispielsweise eine
Restwärmeanzeige odgl. realisiert werden.
[0028] Im vorderen Bereich des Induktionskochfelds 11 an der Anzeige 23 und den Bedienelementen
25 ist keine Induktionsheizspule 17 vorgesehen, sondern nur links und rechts davon.
Dies kann natürlich auch anders vorgesehen sein, aus dem Stand der Technik sind hier
viele Möglichkeiten zur entsprechenden Anordnung bekannt und denkbar.
[0029] Eine erfindungsgemäße Übertragungsvorrichtung 28 ist in Fig. 3 in Draufsicht dargestellt.
Sie ist, wie die Schnittdarstellung der Fig. 1 bereits zeigt, sehr flach und weist
beispielsweise einen dünnen Träger 29 auf, der sogar folienartig ausgebildet sein
kann. Auf diesem Träger 29, selbst als Folie, können die L-C-Schwingkreise 30 direkt
aufgebracht sein, entweder durch Aufkleben oder durch direktes Beschichten bzw. auch
Bedrucken. Dem Fachmann sind entsprechende Verfahren geläufig und stellen ihn vor
keinerlei Probleme. Es ist zu erkennen, dass die L-C-Schwingkreise 30 jeweils eine
Übertragungsspule 32 und eine Übertragungskapazität 34 aufweisen. Bei der Darstellung
der Fig. 3 soll der Träger 29 zwar weitgehend vollflächig, insbesondere bis auf die
Bereich der Anzeige 23 und der vorderen Bedienelemente 25, mit derartigen L-C-Schwingkreisen
30 versehen sein. Es sind aber der Übersichtlichkeit halber nicht alle dargestellt.
Im vorderen Bereich des Induktionskochfelds 11 an der Anzeige 23 und den Bedienelementen
25 können ebenfalls die L-C-Schwingkreise 30 eingespart werden.
[0030] Vorteilhaft sind sämtliche L-C-Schwingkreise 30 identisch ausgebildet. Wie zu erkennen
ist, sind sie auch jeweils gleich ausgerichtet bzw. angeordnet. Dies muss nicht zwingend
so sein, hat sich aber als vorteilhaft erwiesen für eine gute Energieübertragung innerhalb
der Übertragungsvorrichtung.
[0031] Der Abstand zwischen benachbarten L-C-Schwingkreisen 30 bzw. vor allem den Übertragungsspulen
32 kann relativ gering sein und beispielsweise zwischen 1 mm und 15 mm liegen, vorteilhaft
zwischen 2 mm und 10 mm. Dies gilt sowohl für seitlich nebeneinander angeordnete Übertragungsspulen
32 als auch für hintereinander angeordnete. Der Abstand sollte so gering sein, dass
sie auf alle Fälle in jeder Richtung induktiv miteinander gekoppelt sind. In einer
Ausgestaltung der Erfindung ist sogar vorstellbar, dass verschiedene Übertragungsspulen
32, insbesondere benachbarte, in unterschiedlichen Ebenen verlaufen und sich in Draufsicht
sogar überlappen, siehe hierzu Fig. 5.
[0032] In der Fig. 4 ist in Vergrößerung ein L-C-Schwingkreis 30' dargestellt, wie er in
der Praxis ausgestaltet sein könnte. Er weist eine Übertragungsspule 32' auf, die
aus einer einzigen Windung besteht, deren Spulenenden 33' nicht ganz geschlossen sind
bzw. einen geringen Abstand zueinander aufweisen. An diesen Spulenenden 33' ist eine
Übertragungskapazität 34' angeschlossen, wobei diese Übertragungskapazität vorteilhaft
ein diskretes Bauteil ist, beispielsweise ein SMD-Bauteil. Die Kapazität kann im Bereich
von < 1 µF liegen.
[0033] Eine Induktivität einer einwindigen Übertragungsspule 32' kann im Bereich von etwa
1 µH liegen. Eine Kapazität der Übertragungskapazität 34' kann für eine gewünschte
Frequenz von etwa 20 kHz bei etwas über 30 µF liegen und für eine Frequenz von 30
kHz bei etwa 15 µF. Die Kapazitäten C sind dann entsprechend zu wählen.
[0034] Eine Erhöhung der Windungsanzahl einer Übertragungsspule 32 wirkt sich signifikant
auf ihre Induktivität aus, wie leicht absehbar ist. Mit jeder zusätzlichen Windung
steigt natürlich der Herstellungsaufwand für die Übertragungsspulen 32 und somit auch
für die Übertragungsvorrichtung 28.
[0035] Es kann, wie eingangs erläutert worden ist, mit der Übertragungsvorrichtung 28 eine
Energieübertragung von einer der Induktionsheizspulen 17 an eine andere erfolgen.
So müssten beispielsweise nicht alle Induktionsheizspulen 17 an die Ansteuerung 19
und/oder Leistungsversorgung 20 angeschlossen sein. Gerade in sozusagen etwas weiter
davon entfernte Induktionsheizspulen 17 könnte die Übertragungsvorrichtung 28 die
Energie übertragen. Damit könnte man Verkabelungsaufwand einsparen. Des Weiteren könnten
auch in manchen Bereichen des Induktionskochfelds 11 die Induktionsheizspulen 17 eingespart
werden oder einen größeren Abstand zueinander aufweisen, so dass dort die Übertragungsspulen
32 die Energieübertragung in ein aufgestelltes Kochgefäß zumindest teilweise übernehmen.
[0036] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist es möglich, dass eine Energieübertragung
an eine Beleuchtung 27 erfolgt. Diese kann eine LED aufweisen mit einem Schwingkreis,
der auf eine bestimmte Resonanzfrequenz abgestimmt ist. Mit der Übertragungsvorrichtung
28 kann dann Energie eingekoppelt werden mit einer bestimmten Frequenz, die aufgrund
der speziellen Resonanzfrequenz der Beleuchtung 27 nur diese zum Leuchten bringt,
nicht aber weitere vorgesehene Beleuchtungseinrichtungen mit einer davon verschiedenen
Resonanzfrequenz. Beide Arten der Energieübertragung erfolgen über die oben beschriebene
Schwingkreisverstimmung.
[0037] In ähnlicher Form können Zusatz-Bedienelemente 26 angesteuert werden. Gerade wenn
diese kapazitive Berührungssensoren aufweisen, welche bei Auflegen eines Fingers auf
die Oberseite der Kochfeldplatte 13 darüber ihre Kapazität verändern und so einen
Schwingkreis verstimmen können, kann über verschiedene Rückkopplungen ermittelt werden,
welches der Zusatz-Bedienelemente 26 sozusagen bedient und somit verstimmt worden
ist. Auch hierfür benötigt man dann keine aufwendige Verkabelung an die jeweiligen
Orte der Zusatz-Bedienelemente 26, was aufgrund deren Anordnung im Heizbereich des
Induktionskochfelds 11 noch zusätzliche Probleme wegen zu hoher Temperaturen verursachen
könnte. Diese Energieübertragung an eine Beleuchtung 27 als Anzeige und/oder die Ansteuerung
von Zusatz-Bedienelementen 26 kann auch bei einem beliebigen Kochfeld verwendet werden,
beispielsweise mit Strahlungsheizelementen oder Gasbrennern.
[0038] Die Fig. 5 zeigt in vereinfachter Darstellung ausgehend von den Fig. 3 und 4, wie
bei einer Übertragungsvorrichtung 128 benachbarte Übertragungsspulen 132 von L-C-Schwingkreisen
130 auf einfache Art und Weise miteinander überlappen. Dazu sind diese jeweils abwechselnd
auf einer Oberseite und einer Unterseite des Trägers 129 angeordnet, und zwar die
durchgezogen dargestellten L-C-Schwingkreise 130 auf einer Oberseite und die gestrichelt
dargestellten L-C-Schwingkreise 130 auf einer Unterseite. Dann kann eine Überlappung
im Bereich von 0,5 cm bis 2 cm liegen, wenn die Übertragungsspulen 132 eine Länge
und/oder Breite im Bereich zwischen 10 cm und 30 cm aufweisen, insbesondere zwischen
15 cm und 25 cm.
[0039] Die Fig. 6 zeigt in vereinfachter Darstellung, wie bei einer Übertragungsvorrichtung
228 L-C-Schwingkreise 230 bzw. vor allem auch die Übertragungsspulen 232 so auf dem
Träger 229 der Übertragungsvorrichtung 228 angeordnet werden, dass sozusagen jedes
zweite Feld in einer Reihe und in einer Spalte nicht besetzt wird. Somit nähern sich
benachbarte Übertragungsspulen 232 nur quasi in ihren Eckbereichen einander an oder
verlaufen nahe beieinander, was immer noch eine ausreichende induktive Kopplung für
die Übertragungsvorrichtung 228 ergibt.
1. Kochfeld mit einer Kochfeldplatte und mindestens einer daran oder darunter angeordneten
Heizeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass unter der Kochfeldplatte eine flächig ausgedehnte Übertragungsvorrichtung vorgesehen
ist, wobei die Übertragungsvorrichtung eine Vielzahl von induktiv aneinander gekoppelten
Schwingkreisen aufweist mit jeweils einer Übertragungsspule und einer Übertragungskapazität
als L-C-Schwingkreis, wobei die Übertragungsspulen im Wesentlichen in einer Fläche
verlaufen, die parallel ist zur Kochfeldplatte.
2. Kochfeld nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche Übertragungsspulen identisch ausgebildet sind.
3. Kochfeld nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsspulen eine rechteckige Form aufweisen, insbesondere quadratisch
sind.
4. Kochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Übertragungsspule mindestens eine Windung aufweist aus einer flachen Kupferbahn,
vorzugsweise mit einer Breite zwischen 2% und 10%, insbesondere zwischen 3% und 7%,
des Durchmessers der Übertragungsspule.
5. Kochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Übertragungsspule mehrere Windungen aufweist, vorzugsweise maximal
fünf Windungen, wobei die Windungen in Flächen parallel zu der Fläche verlaufen, in
der die Übertragungsspulen verlaufen.
6. Kochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsspulen in einer Fläche verlaufend jeweils geringen Abstand zueinander
aufweisen derart, dass die Lücken zwischen den Übertragungsspulen maximal 5 mm breit
sind, vorzugsweise maximal 2 mm.
7. Kochfeld nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsspulen die flächige Ausdehnung der Übertragungsvorrichtung weitgehend
bedecken.
8. Kochfeld nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich benachbarte Übertragungsspulen überlappen, wobei sie vorzugsweise in unterschiedlichen
Ebenen verlaufen, wobei insbesondere eine Überlappung zwischen 1% und 10% des Durchmessers
der Übertragungsspule beträgt.
9. Kochfeld nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsspulen rechteckig ausgebildet sind und sich nur an Eckbereichen nahekommen
und geringen Abstand zueinander aufweisen, vorzugsweise zwischen 1% und 10% des Durchmessers
der Übertragungsspule, nahezu aneinander anstoßen oder sich auch hier etwas überlappen,
so dass freie Bereiche zwischen den Übertragungsspulen gebildet sind, wobei insbesondere
in einem engen Raster nur jeder zweite Rasterplatz von einer Übertragungsspule belegt
ist.
10. Kochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsspulen auf einen folienartigen Träger aufgebracht sind.
11. Kochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Induktionskochfeld mit Induktionsheizspulen ist und eine Ansteuerung für die
Induktionsheizspulen zu deren Ansteuerung mit einer Frequenz zwischen 17 kHz und 100
kHz ausgebildet ist.
12. Kochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungskapazitäten der L-C-Schwingkreise als SMD-Kondensatoren ausgebildet
sind.
13. Kochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Übertragungsspule eine LED zu deren Energieversorgung angekoppelt oder angeschlossen
ist.
14. Kochfeld nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Übertragungsspule ein Sensor, insbesondere ein kapazitiver Berührungssensor
für ein Bedienelement an der Kochfeldplatte, angekoppelt oder angeschlossen ist.