[0001] Die Erfindung betrifft ein Walzgerüst zum Walzen, bevorzugt Kaltwalzen, von Metallprodukten,
aufweisend wenigstens zwei an jeweils einem Ständer des Walzgerüsts angeordnete Anstelleinheiten
zum Anstellen einer oberen Arbeitswalze des Walzgerüsts gemeinsam mit einer oberen
Stützwalze des Walzgerüsts und zum Einstellen einer Höhe eines Walzspalts des Walzgerüsts,
wenigstens einen Aktor, der zur aktiven Dämpfung von Schwingungen in dem Walzgerüst
ansteuerbar ist, und wenigstens eine ausschließlich über eine Nachstelleinrichtung
zur Passlineeinstellung des Walzgerüsts oder nicht anstellbaren Walzensatz zum Abstützen
und/oder Zwischenwalze einer Arbeitswalze des Walzgerüsts, wobei sämtliche Walzen
endseitig über jeweils eine Lagereinheit an einem Ständer des Walzgerüsts geführt
ist.
[0002] Die Erfindung betrifft des Weiteren eine Walzanlage zum Walzen, bevorzugt Kaltwalzen,
von Metallobjekten, aufweisend wenigstens ein Walzgerüst und wenigstens ein System
zum aktiven Dämpfen von Schwingungen in dem Walzgerüst.
[0003] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum aktiven Dämpfen von Schwingungen
in einem Walzgerüst zum Walzen, bevorzugt Kaltwalzen, von Metallprodukten, wobei die
Schwingungen in dem Walzgerüst erfasst und den Schwingungen entgegenwirkende Gegenschwingungen
erzeugt werden, wobei die Gegenschwingungen mittels wenigstens eines Aktors erzeugt
werden.
[0004] In Quarto-Kaltwalzgerüsten und Sexto-Kaltwalzgerüsten treten unterschiedliche Schwingungsphänomene
auf, die den durchgeführten Walzprozess und die Qualität des kaltgewalzten Metallprodukts,
insbesondere Metallbands, negativ beeinflussen. Besonders charakteristisch beim Kaltwalzen
bestimmter Aluminiumgüten und Stahlgüten sind die sogenannten 3rd-Octave- und 5th-Octave-Chatterschwingungen
(Ratterschwingungen), die nach der Lage ihrer Schwingungsfrequenz in der jeweiligen
musikalischen Oktavlage (3. Oktave: 110 Hz - 220 Hz, 5. Oktave: 440 Hz - 880 Hz) benannt
sind.
[0005] Bei 5th-Octave-Chatterschwingungen handelt es sich in der Regel um Eigenschwingungsformen
des Walzensatzes eines Walzgerüsts im Frequenzbereich zwischen 500 Hz und 1000 Hz,
die durch äußere Anregungen (sogenannte "Forcing Functions"), wie beispielsweise drehzahlproportionale
Anregungsfrequenzen aus Wälzlagern oder der Walzen oder Zahneingriffsfrequenzen von
Getriebestufen angeregt werden. Diese verursachen meist quer zur Produkt- bzw. Bandlaufrichtung
orientierte Oberflächen- und/oder Formfehler im gewalzten Metallprodukt.
[0006] Demgegenüber handelt es sich bei der 3rd-Octave-Chatterschwingung um eine selbsterregte
Schwingungsform, die ebenfalls zu quer zur Produkt- bzw. Bandlaufrichtung orientierten
Dickenfehlern und in der Folge bei hohen Amplituden zu Bandrissen führen kann. Die
Instabilität entsteht hier dadurch, dass eine bestimmte Eigenschwingungsform des kompletten
Walzensatzes im Walzgerüst durch eine im Walzprozess systemimmanente Rückkopplung
destabilisiert wird. Die Chatterrelevante Eigenschwingungsform des Walzgerüsts ist
in der Regel diejenige, bei der ein oberer und ein unterer Walzensatz im Walzgerüst
im Wesentlichen gegeneinander schwingen. Dadurch besteht für die Anregung dieser Schwingungsform
aus dem Walzspalt heraus ein hohes energetisches Potential. Die Frequenz dieser Eigenschwingungsform
liegt üblicherweise zwischen 80 Hz und 160 Hz. Die destabilisierende Rückkopplung
(Mitkopplung) entsteht durch den Walzprozess selbst, indem durch Änderungen der Auslaufdicke
verursachte Änderungen der Einlaufgeschwindigkeit aufgrund des Massenflussgesetzes
Schwankungen des Einlaufzuges verursachen, die ihrerseits auf die Walzkraft zurückwirken
(sogenannte Zugrückwirkung) und so wiederum die Auslaufdicke beeinflussen.
[0007] Die Entstehungsmechanismen sowie die technologischen Auswirkungen der 3rd-Octave-
und 5th-Octave-Chatterschwingungen sind im Wesentlichen bekannt und in der einschlägigen
Literatur beschrieben. Ihre Auswirkungen auf die Qualität des gewalzten Metallprodukts
hinsichtlich Dicke, Planheit und Oberfläche sowie durch erhöhte Bandrissquoten und
verminderten Walzgeschwindigkeiten auf die Produktionsleistung beeinträchtigen auch
heute noch in erheblichem Umfang die Produktion von Stahl-Kaltband und Aluminium-Kaltband.
[0008] Da die beiden Ständer eines Walzgerüsts an den Schwingungsformen des 5th-Octave-Chatter
kaum beteiligt sind und da der Walzensatz des Walzgerüsts aufgrund der aus der jeweiligen
Walzaufgabe resultierenden Randbedingungen zu gestalten ist, sind die Möglichkeiten
zu Reduzierung oder Vermeidung dieser Schwingungsformen sehr eingeschränkt. Zur Vermeidung
der selbsterregten 3rd-Octave Chatterschwingungen, die über die Limitierung der maximalen
Walzgeschwindigkeit die Produktionsleistung von mehrgerüstigen Walzanlagen begrenzen,
existiert eine Reihe von Ansätzen, die neben der Optimierung von Stichplan- und Prozessparametern
die Erhöhung von passiver Dämpfung, beispielsweise durch Reibung, sowie Verfahren
zur aktiven Bedämpfung umfassen. Die beiden erstgenannten Ansätze besitzen den Nachteil,
dass sich hiermit die Chatter-Grenzgeschwindigkeit, also die Walzgeschwindigkeit,
bei der die Stabilitätsgrenze für die selbsterregte 3rd-Octave-Chatterschwingung erreicht
wird, in der Regel nur um vergleichsweise geringe Beträge, beispielsweise 50 m/min
- 200 m/min, erhöhen lässt. Die maximal mögliche Anlagengeschwindigkeit kann mit diesen
Ansätzen in vielen Fällen nicht erreicht werden.
[0009] Zur aktiven Bedämpfung von 3rd-Octave-Chatterschwingungen wird in der einschlägigen
Literatur eine Reihe von Verfahren angegeben. Beispielsweise offenbart
EP 2 052 796 A1 ein solches Verfahren, nach dem Druckänderungen unmittelbar in einem an einen Kolben
eines den Walzspalt einstellenden Hydraulikzylinders angrenzenden Druckraum erzeugt
werden. Hierzu sind an dem Kolben mehrere kleine Kolben axial bewegbar geführt, die
über Linearaktoren betätigbar sind.
[0010] WO 2015/092775 A1 offenbart ein weiteres Verfahren zum aktiven Dämpfen von Schwingungen in einem Walzgerüst.
Hierzu werden hydraulische Stellglieder eingesetzt, die zur aktiven Schwingungsdämpfung
auf Lagereinheiten von Walzen wirken, über welche die Walzen an einem Ständer des
Walzgerüsts geführt sind. An jedem hydraulischen Stellglied ist ein piezoelektrischer
Injektor angeordnet, der direkt in die Druckkammer des hydraulischen Stellglieds eingeschoben
ist. Der dämpfende Effekt wird durch eine Hochdruck-Öleinspritzung in die hydraulischen
Stelleinheiten erzeugt.
[0011] WO 01 / 00346 A1 offenbart eine Schwingungsdämpfungsvorrichtung zur Verwendung in einem Walzwerk.
Die Vorrichtung umfasst einen Körper, der für eine gleitende Bewegung in einem Gehäuse,
das sich an einem oder nahe eines Walzenklotzes des Walzwerks befindet, positionierbar
ist. Des Weiteren weist die Vorrichtung Dämpfungsmittel zur Bereitstellung einer Schwingungsdämpfung
eines Walzenklotzes/von Walzenklötzen innerhalb des Walzwerks auf. Das Dämpfungsmittel
ist integral mit dem Körper und hat eine Masse, die in dem Körper bewegbar ist.
[0012] EP 1 457 274 A2 offenbart ein Verfahren zur Vermeidung von Schwingungen, insbesondere 3. und 5. Oktav-Schwingungen,
in einer Walzanlage mit zumindest einem Walzgerüst mit Walzenanstellung und zumindest
einem Walzensatz. Wenigstens eine permanent gemessene Größe der Walzanlage wird einem
Regler, der ein mathematisches Regelgesetz und den Anlagenzustand charakterisierende
Teilmodelle umfasst, zugeführt, wobei mit Hilfe dieses Reglers in Echtzeit zumindest
eine zeitlich veränderliche Stellgröße ermittelt, zumindest einem Aktuator zugeführt
und durch den Aktuator mindestens eine der Walzen des Walzensatzes und/ oder das Walzgut
beaufschlagt wird, wobei die Regelgrößen bei definierten Sollwerten gehalten werden.
Die
EP 1 457 274 A2 wird als nächstliegender Stand der Technik angesehen und zeigt die Merkmale des Oberbegriffs
von Anspruch 1.
[0013] EP 1 961 992 A2 offenbart eine Vorrichtung zur aktiven Schwingungsdämpfung zweier gegenläufig rotierender
Walzen. Die Vorrichtung umfasst wenigstens einen Sensor zur Erfassung der Schwingung
an wenigstens einer Walze, einen Regler zur Verarbeitung der von dem wenigstens einen
Sensor erfassten Schwingungsdaten und zur Abgabe eines auf diesen Schwingungsdaten
beruhenden Steuersignals und wenigstens einen Aktor, der auf Basis des Steuersignals
wenigstens eine der Walzen mit einer der Schwingung entgegenwirkenden Kraft beaufschlagt.
Der Aktor ist derart angeordnet, dass er auf die Mantelfläche
der entsprechenden Walze/n einwirkt.
[0014] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine optimale aktive Dämpfung von Schwingungen
in einem Walzgerüst unter geringem konstruktivem Aufwand zu ermöglichen.
[0015] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind insbesondere in den abhängigen Patentansprüchen angegeben, die jeweils für sich
genommen oder in verschiedener Kombination miteinander einen Aspekt der Erfindung
darstellen können.
[0016] Ein erfindungsgemäßes Walzgerüst zum Walzen, bevorzugt Kaltwalzen, von Metallprodukten
umfasst wenigstens zwei an jeweils einem Ständer des Walzgerüsts angeordnete Anstelleinheiten
zum Anstellen einer oberen Arbeitswalze des Walzgerüsts gemeinsam mit einer oberen
Stützwalze des Walzgerüsts und zum Einstellen einer Höhe eines Walzspalts des Walzgerüsts,
wenigstens einen Aktor, der zur aktiven Dämpfung von Schwingungen in dem Walzgerüst
ansteuerbar ist, und wenigstens eine ausschließlich über eine Keilanstellung des Walzgerüsts
oder nicht anstellbare Stützwalze zum Abstützen einer Arbeitswalze oder Zwischenwalze
des Walzgerüsts. Die Stützwalze ist endseitig über jeweils eine Lagereinheit an einem
Ständer des Walzgerüsts geführt. Erfindungsgemäß ist der Aktor separat zu der Anstelleinheit
angeordnet, stützt sich die Stützwalze über wenigstens eine Lagereinheit an dem Aktor
ab und stützt sich der Aktor entweder mittelbar über wenigstens eine Nachstellvorrichtung
zur Passlineeinstellung, z. B. einer Keileinstellung oder unmittelbar an einem Abschnitt
des Ständers ab, so dass der Aktor somit im Hauptkraftfluss des Walzgerüstes liegt.
[0017] Durch die aktive Dämpfung der Schwingungen in dem Walzgerüst mittels des Aktors können
insbesondere 3rd-Octave- und 5th-Octave-Chatterschwingungen beseitigt werden. Hierdurch
können schwingungsbedingte Qualitätseinbußen hinsichtlich Dicke, Planheit und Oberfläche
am gewalzten, insbesondere kaltgewalzten, Metallprodukt, insbesondere Stahlband oder
Aluminiumband, vermieden werden. Durch die aktive Schwingungsdämpfung können zudem
die Produktivität bzw. die Walzgeschwindigkeit gesteigert werden. Hierdurch können
von Kunden geforderte und vertraglich zugesicherte Anlagengeschwindigkeiten zuverlässig
erreicht und auch überschritten werden.
[0018] Weiterhin erlaubt es die aktive Dämpfung, Wartungsaufwände und - intervalle zu reduzieren,
da sie die Auswirkungen von den oben genannten äußeren Anregungen auf die Produktqualität
reduziert. D. h. mit aktiver Dämpfung ist für gleich bleibende Produktqualität ein
schlechterer Anlagenzustand im Hinblick auf Anregungsamplituden zulässig, als ohne.
[0019] Bei der Erfindung handelt es sich um eine einfache, kostengünstige, leicht integrierbare
und nachrüstbare Lösung, insbesondere wenn der Aktor am Einbauort einer herkömmlichen
Kraftmessdose an dem Walzgerüst angeordnet wird. Es sind dann praktisch keine konstruktiven
Änderungen an einem Walzgerüst für die Integration des Aktors erforderlich. Daher
kann die Erfindung sowohl im Zuge von Nachrüstungen vorhandener Walzgerüste als auch
bei neuen Walzgerüsten realisiert werden. Im Gegensatz hierzu ist die mit
EP 2 052 796 A1 vorgeschlagene Lösung vergleichsweise aufwendig, teuer und wartungsintensiv.
[0020] Herkömmliche Lösungen zur aktiven Dämpfung von Schwingungen in einem Walzgerüst arbeiten
meist mit Stellgliedern einer technologischen Regelung einer Level-Automation, beispielsweise
zur Biegung/Planheitsregelung, zusammen. Dadurch können gegebenenfalls wichtige Stellglieder
zur Regelung der Produktqualität durch eine Vorrichtung oder Regelung zur aktiven
Schwingungsbedämpfung beeinträchtigt werden. Dies ist bei der Erfindung nicht gegeben,
da der Aktor des erfindungsgemäßen Walzgerüsts nicht mit entsprechenden Stellgliedern
zusammenwirkt bzw. kombiniert ist.
[0021] Ein weiterer Nachteil des Einbaus von piezohydraulischen Aktoren in hydraulische
Steuerungen, wie es beispielsweise mit
WO 2015/092775 A1 vorgeschlagen wird, ist das viskose Verhalten des verwendeten Hydrauliköls. Trotz
des hohen Systemdrucks von üblicherweise mehr als 200 bar besitzt das Hydrauliköl
eine Elastizität, die für die Gesamtwirkung des Systems zu berücksichtigen ist. Dies
ist bei der Erfindung nicht erforderlich, da der Aktor des erfindungsgemäßen Walzgerüsts
nicht in eine entsprechende hydraulische Steuerung eingebaut ist.
[0022] Darüber hinaus steht für den Einbau bekannter Lösungen in einem Ständerfenster eines
Ständers eines Walzgerüsts meist nur ein begrenzter Einbauraum zur Verfügung. Dies
gilt insbesondere in unmittelbarer Nähe zum Walzspalt sowie im Bereich von Walzenbiegesystemen,
einer Walzenkühlung und einer Abblasung. Wenn dazu noch die Temperatursituation im
Walzgerüst sowie die Wärmeentwicklung eines Piezoaktors selbst in Betracht gezogen
werden, können für die oben genannten Einbauorte in der Nähe des Walzspaltes weitere
thermische Probleme entstehen. Diese Probleme treten bei der Erfindung nicht auf,
da der Aktor des erfindungsgemäßen Walzgerüsts nicht an einem der oben genannten Einbauorte
angeordnet ist.
[0023] Das erfindungsgemäße Walzgerüst kann auch zwei oder mehrere entsprechende Aktoren
aufweisen, die zur aktiven Dämpfung der Schwingungen in dem Walzgerüst gemeinsam oder
einzeln ansteuerbar sind. Die Ansteuerung des Aktors bzw. der Aktoren kann beispielsweise
elektrisch erfolgen.
[0024] Die Stützwalze kann entweder ausschließlich über eine Nachstellvorrichtung zur Passlineeinstellung
des Walzgerüsts oder nicht anstellbar sein. Die Keilanstellung dient der Passlinienverstellung
der Stützwalze und der damit abgestützten Arbeitswalze, was durch eine quer gerichtete
Verlagerung des Anstellkeils der Keilanstellung erreicht wird. Die mit der Stützwalze
gegebenenfalls über die Zwischenwalze abgestützte Arbeitswalze wirkt mit einer weiteren
Arbeitswalze des Walzgerüsts zusammen, wobei zwischen diesen Arbeitswalzen ein Walzspalt
vorhanden ist. Die weitere Arbeitswalze und gegebenenfalls Zwischenwalze kann ebenfalls
mit einer weiteren Stützwalze abgestützt sein und gemeinsam mit dieser zur Einstellung
des Walzspalts mittels wenigstens einer, insbesondere mechanischen oder hydraulischen,
Anstelleinrichtung verlagerbar an dem Ständer geführt sein. Die Stützwalzen und die
Arbeitswalzen und gegebenenfalls Zwischenwalze sind jeweils endseitig über jeweils
eine Lagereinheit an dem Ständer geführt.
[0025] Erfindungsgemäß stützt sich die ausschließlich über die Keilanstellung des Walzgerüsts
oder nicht anstellbare Stützwalze über eine endseitige Lagereinheit oder beide endseitigen
Lagereinheiten an dem Aktor ab. Ist die Stützwalze nicht anstellbar, stützt sich der
Aktor vorzugsweise unmittelbar an dem Abschnitt des Ständers ab. Ist die Stützwalze
ausschließlich über die Keilanstellung des Walzgerüsts anstellbar, stützt sich der
Aktor vorzugsweise mittelbar über wenigstens einen Anstellkeil der Keilanstellung
an einem Abschnitt des Ständers ab.
[0026] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der Aktor ein piezo-mechanischer Aktor
oder ein piezo-hydraulischer Aktor. Der Aktor ist vorzugsweise als kompaktes bzw.
bauraumsparendes Modul ausgebildet, das wahlweise mit einer piezo-mechanischen Aktorik
oder einer piezo-hydraulischen Aktorik ausgestattet ist. Die piezomechanische Aktorik
basiert auf piezokeramischen Wandlern, die direkt in die mechanische Struktur des
schwingungsfähigen Systems integriert sind und dort unmittelbar dynamische Kräfte
einleiten. Im Gegensatz hierzu wirken die piezokeramischen Wandler einer piezo-hydraulischen
Aktorik mittelbar über zusätzliche hydraulische Wandler auf das System. In beiden
Fällen wird über eine elektrische Ansteuerung der piezokeramischen Wandler die benötigte
mechanische Stellamplitude (Kraft/Weg) erzeugt. Über einen piezo-mechanischen Aktor
können dynamische Kräfte in einem Frequenzbereich von bis zu 1 kHz eingeleitet werden,
so dass diese Technik grundsätzlich sowohl für die aktive Dämpfung der 3rd-Octave-
als auch der 5th-Octave-Chatterschwingungen in Betracht kommt. Im Rahmen von theoretischen
Voruntersuchungen wurden mehrere mögliche Einbauorte für den Aktor im Bereich des
Walzgerüsts untersucht und bewertet. Der erfindungsgemäße Einbauort zwischen einer
Lagereinheit der Stützwalze und dem Abschnitt des Ständers ist für den Einsatz von
Piezo-Aktorik besonders geeignet, weil hier eine hohe Wirksamkeit im Hinblick auf
die aktive Dämpfung der 3rd-Octave-Chatterschwingungen in Kombination mit einem relativ
geringen Aktorvolumen gegeben ist. Insbesondere kann der Aktor zwischen einem unterem
Ständerquerhaupt und einer Lagereinheit der Stützwalze angeordnet sein.
[0027] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der Aktor zum Erfassen von Walzkräften
eingerichtet. Hierzu kann eine vorhandene Kraftmessdose durch den Aktor ersetzt werden.
Es kann dann auf übliche Kraftmessdosen im Einbaubereich verzichtet werden, da der
Aktor die Messfunktion einer Kraftmessdose übernimmt. Als Messprinzip für die Kraftmessung
kommt hierbei entweder die Kraftmessung über die als Aktor verwendeten Piezoelemente
oder die Kraftmessung über eine separat in die Aktoreinheit zu integrierende Kraftmessung,
z. B. über Dehnungsmessstreifen in Betracht. Eine Kraftmesszelle bzw. Kraftmessdose
ist üblicherweise zwischen der der Einstellung der Passline dienenden Nachstellvorrichtung,
z. B. einer Keilanstellung und einer Lagereinheit einer Stützwalze angeordnet. Durch
den Verzicht auf Kraftmessdosen können Kosten eingespart werden.
[0028] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung umfasst das Walzgerüst wenigstens
zwei entsprechende Aktoren, wobei sich die Lagereinheiten der Stützwalze an jeweils
einem Aktor abstützen und sich die beiden Aktoren jeweils entweder mittelbar über
wenigstens eine Nachstellvorrichtung zur Passlineeinstellung oder unmittelbar an einem
Abschnitt des Ständers abstützen. Somit kommen pro Walzgerüst zwei Aktoren zum Einsatz,
wobei ein Aktor an einem antriebsseitigen Ständer und ein Aktor an einem bedienseitigen
Ständer des Walzgerüsts angeordnet sein kann.
[0029] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass das Walzgerüst wenigstens
einen an dem Ständer angeordneten Schwingungssensor zum Erfassen der Schwingungen
des Walzgerüsts aufweist. Der Schwingungssensor kann zur Erfassung von Schwingungen
in vertikaler Richtung eingerichtet sein. Mit dem Schwingungssensor können insbesondere
die 3rd-Octave- und 5th-Octave-Chatterschwingungen erfasst werden. Das Walzgerüst
kann auch zwei oder mehrere Schwingungssensoren aufweisen. Der Einsatz von zwei Schwingungssensoren
pro Walzgerüst ist hinreichend, um die beschriebenen Schwingungsphänomene ausreichend
genau zu erfassen und entsprechende Schwingungssignale bereitzustellen.
[0030] Vorteilhafterweise ist der Schwingungssensor bezüglich eines Walzspalts, der zwischen
zusammenwirkenden Arbeitswalzen des Walzgerüsts ausgebildet ist, an einem Abschnitt
des Ständers angeordnet ist, der dem Abschnitt des Ständers, an dem sich der Aktor
bzw. der Anstellkeil abstützt, gegenüberliegend angeordnet. Der Schwingungssensor
kann beispielsweise auf einem oberen Ständerquerhaupt des Ständers des Walzgerüsts
montiert sein. Das Walzgerüst kann zwei in Querrichtung beabstandet voneinander angeordnete
Ständer aufweisen, an deren jeweiligem Ständerquerhaupt jeweils ein Schwingungssensor
angeordnet ist.
[0031] Vorzugsweise ist der Schwingungssensor eingerichtet, Schwingungen in einem Frequenzbereich
von etwa 0,5 Hz bis etwa 2000 Hz zu erfassen. Hierdurch können mit dem Sensor insbesondere
die 3rd-Octave- und 5th-Octave-Chatterschwingungen aber auch andere, die Qualität
des Walzgutes beeinträchtigende Schwindungen erfasst werden.
[0032] Es ist des Weiteren von Vorteil, wenn der Schwingungssensor ein Beschleunigungssensor
ist. Mit dem Beschleunigungssensor können insbesondere Beschleunigungen in vertikaler
Richtung erfasst werden.
[0033] Eine erfindungsgemäße Walzanlage zum Walzen, bevorzugt Kaltwalzen, von Metallobjekten
umfasst wenigstens ein Walzgerüst und wenigstens ein System zum aktiven Dämpfen von
Schwingungen in dem Walzgerüst, wobei das Walzgerüst nach einer der vorgenannten Ausgestaltungen
oder einer beliebigen Kombination derselben ausgebildet ist. Das System umfasst wenigstens
eine signaltechnisch mit dem Schwingungssensor und dem Aktor verbundene Regelelektronik,
mit der von dem Schwingungssensor erzeugte Schwingungssignale zur Erzeugung von Stellsignalen
auswertbar sind und die eingerichtet ist, den Aktor zur Einleitung von Gegenschwingungen
in das Walzgerüst mit den jeweiligen Stellsignalen anzusteuern.
[0034] Mit der Walzanlage sind die oben mit Bezug auf das Walzgerüst genannten Vorteile
entsprechend verbunden. Die Walzanlage kann auch zwei oder mehrere entsprechende Walzgerüste
aufweisen, denen jeweils ein eigenes System zum aktiven Dämpfen von Schwingungen in
dem Walzgerüst zugeordnet ist. Alternativ kann den Walzgerüsten ein einziges gemeinsames
System zum aktiven Dämpfen von Schwingungen in dem Walzgerüst zugeordnet sein. Die
Walzanlage kann insbesondere eine ein- oder mehrgerüstige Stahl- oder Aluminium-Kaltwalzanlage
sein. Das System kann ein Regelsystem und einen damit signaltechnisch verbundenen
Signalverstärker zum Verstärken der Stellsignale aufweisen.
[0035] Die aktive Schwingungsbedämpfung kann somit wenigstens einen Schwingungssensor, über
den die Schwingungen in dem Walzgerüst gemessen werden können, wenigstens einen Aktor,
der dem zu bedämpfenden Walzgerüst an geeigneter Stelle eine Gegenschwingung einprägt
sowie ein Regelsystem umfassen, welches die zur Auslöschung der Schwingungen am interessierenden
Ort im Walzgerüst erforderliche Gegenschwingung in Frequenz, Amplitude und Phase berechnet
und für die Ansteuerung des Aktuators aufbereitet. Aus regelungstechnischer Sicht
kann die Reduzierung der Schwingungsamplitude über das Aufbringen einer Gegenschwingung
auch als (gesteuerte) Erhöhung der Dämpfung interpretiert werden, weshalb man von
"aktiver Dämpfung" spricht.
[0036] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Regelelektronik zum Online-Überwachen
der Schwingungen des Walzgerüsts, zum Online-Visualisieren von Schwingungspegeln der
Schwingungen des Walzgerüsts, zum automatischen Anfahren wenigstens einer schwingungsarmen
Walzgeschwindigkeit und/oder zum automatischen Verringern einer momentanen Walzgeschwindigkeit
in Abhängigkeit der momentan erfassten Schwingungen des Walzgerüsts eingerichtet.
Das Überwachen und Visualisieren der Schwingungen in dem Walzgerüst macht eine optische
Kontrolle und ein eventuelles Eingreifen in einen Walzvorgang durch Bedienpersonal
möglich. Das automatische Anfahren geeigneter, schwingungsarmer Walzgeschwindigkeitsbereiche
dient der Verbesserung des Walzergebnisses bzw. der Produktqualität. Das automatische
Verringern einer momentanen Walzgeschwindigkeit in Abhängigkeit der momentan erfassten
Schwingungen des Walzgerüsts (Auto-Slow-Down-Funktionalität) dient insbesondere der
Vermeidung von Bandrissen beim Auftreten von 3rd-Octave-Chatterschwingungen. Insgesamt
kann die Regelelektronik auch aus mehreren separaten Modulen bestehen, die anlagenindividuell
zusammengestellt werden
[0037] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist die Regelelektronik eingerichtet,
Frequenzen, Amplituden und/oder Phasenlagen der zu erzeugenden Gegenschwingungen zu
ermitteln. Die Regelelektronik kann die Schwingungssignale des Schwingungssensors
bzw. der Schwingungssensoren verarbeiten, um eine optimale Signalform, das heißt die
Frequenz und die Amplitude, sowie die Phasenlage einer oder mehrerer Gegenschwingungen
zu berechnen, die erforderlich sind, um die jeweils korrespondierenden, unerwünschten
Schwingungen in dem Walzgerüst auszulöschen.
[0038] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass die Regelelektronik eingerichtet
ist, die Stellsignale unter Berücksichtigung eines Übertragungsverhaltens des Schwingungssensors,
des Aktors und/oder eines Walzgerüsts des Walzwerks zu erzeugen. Hierdurch kann die
gezielte Einleitung der Gegenschwingungen in das Walzgerüst verbessert werden.
[0039] Vorteilhafterweise ist die Regelelektronik eingerichtet, auf zeitliche Änderungen
von Charakteristika des Aktors und/oder einer angewendeten Regelstrecke zu reagieren.
Die Regelelektronik basiert hierdurch auf einer adaptiven Regelung, so dass die Regelung
sich selbsttätig an veränderte Bedingungen und Gegebenheiten anpassen kann, um die
gezielte Einleitung der Gegenschwingungen in das Walzgerüst zu optimieren.
[0040] Nach einem erfindungsgemäßen Verfahren zum aktiven Dämpfen von Schwingungen in einem
Walzgerüst zum Walzen, bevorzugt Kaltwalzen, von Metallprodukten werden die Schwingungen
in dem Walzgerüst erfasst und den Schwingungen entgegenwirkende Gegenschwingungen
erzeugt, wobei die Gegenschwingungen mittels wenigstens eines separat zu zwei an jeweils
einem Ständer des Walzgerüsts angeordneten Anstelleinheiten des Walzgerüsts zum Anstellen
einer oberen Arbeitswalze des Walzgerüsts gemeinsam mit einer oberen Stützwalze des
Walzgerüsts und zum Einstellen einer Höhe eines Walzspalts des Walzgerüsts angeordneten
Aktors erzeugt werden, wobei die Gegenschwingungen in wenigstens eine ausschließlich
über eine Keilanstellung des Walzgerüsts oder nicht anstellbare Stützwalze zum Abstützen
einer Arbeitswalze oder Zwischenwalze des Walzgerüsts eingeleitet werden, die über
wenigstens eine Lagereinheit, über die sie an einem Ständer des Walzgerüsts geführt
ist, an dem Aktor abgestützt wird, und wobei der Aktor entweder mittelbar über eine
wenigstens ein Bauteil der Nachstelleinrichtung oder unmittelbar an einem Abschnitt
des Ständers abgestützt wird.
[0041] Mit dem Verfahren sind die oben mit Bezug auf das Walzgerüst und die Walzanlage genannten
Vorteile entsprechend verbunden. Insbesondere kann das Walzgerüst bzw. die Walzanlage
zur Durchführung des Verfahrens verwendet werden. Vorteilhafte Ausgestaltungen des
Walzgerüsts und der Walzanlage, sofern sie Verfahrensmerkmale enthalten, sind vorteilhafte
Ausgestaltungen des Verfahrens, auch wenn dies nicht explizit beschrieben ist.
[0042] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung wird der Aktor zum Erfassen von Walzkräften
verwendet. Mit dieser Ausgestaltung sind die oben mit Bezug auf die entsprechende
Ausgestaltung des Walzgerüsts genannten Vorteile entsprechend verbunden.
[0043] Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Figuren anhand
einer bevorzugten Ausführungsform exemplarisch erläutert, wobei die nachfolgend erläuterten
Merkmale sowohl jeweils für sich genommen als auch in unterschiedlicher Kombination
miteinander einen Aspekt der Erfindung darstellen können. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische und perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels für eine
erfindungsgemäße Walzanlage; und
- Figur 2:
- eine schematische und perspektivische Detaildarstellung des Walzgerüsts der in Figur
1 gezeigten Walzanlage.
[0044] Figur 1 zeigt eine schematische und perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels
für eine erfindungsgemäße Walzanlage 1 zum Walzen, insbesondere Kaltwalzen, von Metallobjekten.
Die Walzanlage 1 umfasst ein Walzgerüst 2 und ein System 3 zum aktiven Dämpfen von
Schwingungen in dem Walzgerüst 2.
[0045] Das Walzgerüst 2 umfasst eine obere Arbeitswalze 4 und eine damit zusammenwirkende
untere Arbeitswalze 5, zwischen denen ein Walzspalt 6 ausgebildet ist. Die Arbeitswalzen
4 und 5 sind jeweils endseitig über jeweils eine Lagereinheit 7 an jeweils einem Ständer
8 des Walzgerüsts 2 geführt. Des Weiteren umfasst das Walzgerüst 2 eine die obere
Arbeitswalze 4 abstützende obere Stützwalze 9 und eine die untere Arbeitswalze 5 abstützende
untere Stützwalze 10. Die Stützwalzen 9 und 10 sind jeweils endseitig über jeweils
eine Lagereinheit 11 an jeweils einem Ständer 8 des Walzgerüsts 2 geführt. Das Walzgerüst
2 umfasst zudem zwei an jeweils einen Ständer 8 angeordnete Anstelleinheiten 12 zum
Anstellen der oberen Arbeitswalze 4 gemeinsam mit der oberen Stützwalze 9 und zum
Einstellen der Höhe des Walzspalts 6. Zudem dienen die Anstelleinheiten 12 zum Erzeugen
der jeweiligen Walzkräfte. Ferner umfasst das Walzgerüst 2 eine an den Ständern 8
angeordnete Keilanstellung 13 mit einem Anstellkeil 14 und eine den Anstellkeil 14
betätigende Stelleinrichtung 15.
[0046] Das Walzgerüst 2 umfasst zwei Aktoren 16, die zur aktiven Dämpfung von Schwingungen
in dem Walzgerüst 2 ansteuerbar sind. Des Weiteren umfasst das Walzgerüst 2, wie oben
ausgeführt, die ausschließlich über die Keilanstellung 13 des Walzgerüsts 2 anstellbare
untere Stützwalze 10 zum Abstützen der unteren Arbeitswalze 5 des Walzgerüsts 2. Die
untere Stützwalze 10 stützt sich über die Lagereinheiten 11 an jeweils einem der beiden
Aktoren 16 ab. Die Aktoren 16 stützen sich mittelbar über den Anstellkeil 14 der Keilanstellung
13 an einem Abschnitt 17 des jeweiligen Ständers 8 ab, wobei es sich bei dem jeweiligen
Abschnitt 17 um ein unteres Ständerquerhaupt handelt. Somit werden durch die Aktoren
16 die herkömmlich an diesem Einbauort befindlichen, nicht gezeigten Kraftmessdosen
ersetzt.
[0047] Die Aktoren 16 sind jeweils als piezo-mechanischer Aktor oder als piezo-hydraulischer
Aktor ausgebildet. Die Aktoren 16 können zum Erfassen von Walzkräften eingerichtet
sein, was einen Verzicht auf herkömmliche Kraftmessdosen ermöglicht.
[0048] Das Walzgerüst 2 umfasst des Weiteren zwei an jeweils einem Ständer 8 angeordnete
Schwingungssensoren 18 zum Erfassen der Schwingungen des Walzgerüsts 2. Jeder Schwingungssensor
18 ist bezüglich des Walzspalts 6 an einem Abschnitt 19 des jeweiligen Ständers 8
angeordnet, der dem Abschnitt 17 des jeweiligen Ständers 8, an dem sich der Anstellkeil
14 abstützt, gegenüberliegend angeordnet ist. Der Abschnitt 19 ist durch ein oberes
Ständerquerhaupt des jeweiligen Ständers 8 gebildet. Jeder Schwingungssensor 18 kann
eingerichtet sein, Schwingungen in einem Frequenzbereich von etwa 0,5 Hz bis etwa
2000 Hz zu erfassen. Jeder Schwingungssensor 18 kann ein Beschleunigungssensor sein.
[0049] Das System 3 umfasst eine signaltechnisch mit den Schwingungssensoren 18 und den
Aktoren 16 verbundene Regelelektronik 20, mit der von den Schwingungssensoren 18 erzeugte
Schwingungssignale zur Erzeugung von Stellsignalen auswertbar sind und die eingerichtet
ist, die Aktoren 16 zur Einleitung von Gegenschwingungen in das Walzgerüst 2 mit den
jeweiligen Stellsignalen anzusteuern. Des Weiteren umfasst das System 3 einen Signalverstärker
21 zum Verstärken der den Aktoren 16 zuzuführenden Stellsignale.
[0050] Die Regelelektronik 20 kann zum Online-Überwachen der Schwingungen des Walzgerüsts
2, zum Online-Visualisieren von Schwingungspegeln der Schwingungen des Walzgerüsts
2, zum automatischen Anfahren wenigstens einer schwingungsarmen Walzgeschwindigkeit
und/oder zum automatischen Verringern einer momentanen Walzgeschwindigkeit in Abhängigkeit
der momentan erfassten Schwingungen des Walzgerüsts 2 eingerichtet sein. Des Weiteren
kann die Regelelektronik 20 eingerichtet sein, notwendige Frequenzen, Amplituden und/oder
Phasenlagen der zu erzeugenden Gegenschwingungen zu ermitteln. Zudem kann die Regelelektronik
20 eingerichtet sein, die Stellsignale unter Berücksichtigung eines Übertragungsverhaltens
der Schwingungssensoren 18, der Aktoren 16 und/oder eines durch die Walzen 4, 5, 9
und 10 gebildeten Walzwerks des Walzgerüsts 2 zu erzeugen. Ferner kann die Regelelektronik
20 eingerichtet sein, auf zeitliche Änderungen von Charakteristika der Aktoren 16
und/oder einer angewendeten Regelstrecke zu reagieren.
[0051] Figur 2 zeigt eine schematische und perspektivische Detaildarstellung des Walzgerüsts
2 der in Figur 1 gezeigten Walzanlage. Es ist insbesondere die Anordnung der Aktoren
16 an dem Anstellkeil 14 der Keilanstellung 13 besser ersichtlich, der sich an den
unteren Abschnitten 17 der Ständer 8 abstützt. Im Übrigen wird zur Vermeidung von
Wiederholungen auf die obige Beschreibung zu Figur 1 verwiesen.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 1
- Walzanlage
- 2
- Walzgerüst
- 3
- System
- 4
- obere Arbeitswalze
- 5
- untere Arbeitswalze
- 6
- Walzspalt
- 7
- Lagereinheit
- 8
- Ständer
- 9
- obere Stützwalze
- 10
- untere Stützwalze
- 11
- Lagereinheit
- 12
- Anstelleinheit
- 13
- Nachstellvorrichtung zur Passlineeinstellung in der Bauform einer Keilanstellung
- 14
- Bauteil der Nachstellvorrichtung in Form eines Anstellkeiles
- 15
- Stelleinrichtung
- 16
- Aktor
- 17
- unterer Abschnitt von 8
- 18
- Schwingungssensor
- 19
- oberer Abschnitt von 8
- 20
- Regelelektronik
- 21
- Signalverstärker
1. Walzgerüst (2) zum Walzen, insbesondere Kaltwalzen, von Metallprodukten, aufweisend
wenigstens zwei an jeweils einem Ständer (8) des Walzgerüsts (2) angeordnete Anstelleinheiten
(12) zum Anstellen einer oberen Arbeitswalze (4) des Walzgerüsts (2) gemeinsam mit
einer oberen Stützwalze (9) des Walzgerüsts (2) und zum Einstellen einer Höhe eines
Walzspalts (6) des Walzgerüsts (2), wenigstens einen Aktor (16), der zur aktiven Dämpfung
von Schwingungen in dem Walzgerüst (2) ansteuerbar ist, und wenigstens eine ausschließlich
über eine Nachstellvorrichtung zur Passlineeinstellung (13) des Walzgerüsts (2) oder
nicht anstellbare Stützwalze (10) zum Abstützen einer Arbeitswalze (5) und/oder Zwischenwalze
des Walzgerüsts (2), wobei die Stützwalze (10) endseitig über jeweils eine Lagereinheit
(11) an jeweils einem der Ständer (8) des Walzgerüsts (2) geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (16) separat zu den Anstelleinheiten (12) angeordnet ist, dass sich die
Stützwalze (10) über wenigstens eine Lagereinheit (11) an dem Aktor (16) abstützt
und dass sich der Aktor (16) entweder mittelbar über wenigstens ein Bauteil (14) der
Nachstellvorrichtung (13) oder unmittelbar an einem Abschnitt (17) eines der Ständer
(8) abstützt.
2. Walzgerüst (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (16) ein piezo-mechanischer Aktor oder ein piezo-hydraulischer Aktor ist.
3. Walzgerüst (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (16) zum Erfassen von Walzkräften eingerichtet ist.
4. Walzgerüst (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch wenigstens zwei entsprechende Aktoren (16), wobei sich die Lagereinheiten (11) der
Stützwalze (10) an jeweils einem Aktor (16) abstützen und sich die beiden Aktoren
(16) jeweils entweder mittelbar über wenigstens einen Anstellkeil (14) der Keilanstellung
(13) oder unmittelbar an einem Abschnitt (17) des Ständers (8) abstützen.
5. Walzgerüst (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch wenigstens einen an dem Ständer (8) angeordneten Schwingungssensor (18) zum Erfassen
der Schwingungen des Walzgerüsts (2).
6. Walzgerüst (2) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungssensor (18) bezüglich eines Walzspalts (6), der zwischen zusammenwirkenden
Arbeitswalzen (9, 10) des Walzgerüsts (2) ausgebildet ist, an einem Abschnitt (19)
des Ständers (8) angeordnet ist, der dem Abschnitt (17) des Ständers (8), an dem sich
der Aktor (16) bzw. der Bauteil der Nachstellvorrichtung (14) abstützt, gegenüberliegend
angeordnet ist.
7. Walzgerüst (2) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungssensor (18) eingerichtet ist, Schwingungen in einem Frequenzbereich
von etwa 0,5 Hz bis etwa 2000 Hz zu erfassen.
8. Walzgerüst (2) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungssensor (18) ein Beschleunigungssensor ist.
9. Walzanlage (1) zum Walzen, bevorzugt Kaltwalzen, von Metallobjekten, aufweisend wenigstens
ein Walzgerüst (2) und wenigstens ein System (3) zum aktiven Dämpfen von Schwingungen
in dem Walzgerüst (2), dadurch gekennzeichnet, dass das Walzgerüst (2) nach einem der Ansprüche 5 bis 8 ausgebildet ist, wobei das System
(3) wenigstens eine signaltechnisch mit dem Schwingungssensor (18) und dem Aktor (16)
verbundene Regelelektronik (20) aufweist, mit der von dem Schwingungssensor (18) erzeugte
Schwingungssignale zur Erzeugung von Stellsignalen auswertbar sind und die eingerichtet
ist, den Aktor (16) zur Einleitung von Gegenschwingungen in das Walzgerüst (2) mit
den jeweiligen Stellsignalen anzusteuern.
10. Walzanlage (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die modular aufgebaute Regelelektronik (20) zum Online-Überwachen der Schwingungen
des Walzgerüsts (2), zum Online-Visualisieren von Schwingungspegeln der Schwingungen
des Walzgerüsts (2), zum automatischen Anfahren wenigstens einer schwingungsarmen
Walzgeschwindigkeit und/oder zum automatischen Verringern einer momentanen Walzgeschwindigkeit
in Abhängigkeit der momentan erfassten Schwingungen des Walzgerüsts (2) eingerichtet
ist.
11. Walzanlage (1) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelelektronik (20) eingerichtet ist, Frequenzen, Amplituden und/oder Phasenlagen
der zu erzeugenden Gegenschwingungen zu ermitteln.
12. Walzanlage (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelelektronik (20) eingerichtet ist, die Stellsignale unter Berücksichtigung
eines Übertragungsverhaltens des Schwingungssensors (18), des Aktors (16) und/oder
eines Walzwerks des Walzgerüsts (2) zu erzeugen.
13. Walzanlage (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelelektronik (20) eingerichtet ist, auf zeitliche Änderungen von Charakteristika
des Aktors (16) und/oder einer angewendeten Regelstrecke zu reagieren.
14. Verfahren zum aktiven Dämpfen von Schwingungen in einem Walzgerüst (2) zum Walzen,
insbesondere Kaltwalzen, von Metallprodukten, wobei die Schwingungen in dem Walzgerüst
(2) erfasst und den Schwingungen entgegenwirkende Gegenschwingungen erzeugt werden,
wobei die Gegenschwingungen mittels wenigstens eines separat zu zwei an jeweils einem
Ständer (8) des Walzgerüsts (2) angeordneten Anstelleinheiten (12) des Walzgerüsts
(2) zum Anstellen einer oberen Arbeitswalze (4) des Walzgerüsts (2) gemeinsam mit
einer oberen Stützwalze (9) des Walzgerüsts (2) und zum Einstellen einer Höhe eines
Walzspalts (6) des Walzgerüsts (2) angeordneten Aktors (16) erzeugt werden, wobei
die Gegenschwingungen in wenigstens eine ausschließlich über eine Nachstellvorrichtung
(13) zur Passlineeinstellung des Walzgerüsts (2) oder nicht anstellbare Stützwalze
(10) zum Abstützen einer Arbeitswalze (5) und/oder Zwischenwalze des Walzgerüsts (2)
eingeleitet werden, die über wenigstens eine Lagereinheit (11), über die sie an jeweils
einem der Ständer (8) des Walzgerüsts (2) geführt ist, an dem Aktor (16) abgestützt
wird, wobei der Aktor (16) entweder mittelbar über wenigstens eine Bauteil (14) der
Nachstellvorrichtung (13) oder unmittelbar an einem Abschnitt (17) eines der Ständer
(8) abgestützt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (16) zum Erfassen von Walzkräften verwendet wird.
1. Roll stand (2) for rolling, especially cold-rolling, metal products, comprising at
least two adjusting units (12), which are each arranged at a respective housing (8)
of the roll stand (2), for adjusting an upper working roll (4) of the roll stand (2)
together with an upper backing roll (9) of the roll stand (2) and for setting a height
of a rolling gap (6) of the roll stand (2), at least one actuator (16) which is controllable
for active damping of vibrations in the roll stand (2), and at least one backing roll
(10), which is not adjustable or is adjustable exclusively by way of an adjusting
device with respect to the pass line setting (13) of the roll stand (2), for supporting
a working roll (5) and/or an intermediate roll of the roll stand (2), wherein the
backing roll (10) is guided at each end by way of a respective bearing unit (11) at
a respective one of the housings (8) of the roll stand (2), characterised in that the actuator (16) is arranged separately from the adjusting units (12), that the
backing roll (10) is supported at the actuator (16) by way of at least one bearing
unit (11) and that the actuator (16) is supported either indirectly by way of at least
one component (14) of the adjusting device (13) or directly at a section (17) of one
of the housings (8)
2. Roll stand (2) according to claim 1, characterised in that the actuator (16) is a piezomechanical actuator or a piezo-hydraulic actuator.
3. Roll stand (2) according to claim 1 or 2, characterised in that the actuator (16) is arranged to detect rolling forces.
4. Roll stand (2) according to any one of claims 1 to 3, characterised by at least two corresponding actuators (16), wherein the bearing units (1) of the backing
roll (10) are each supported at a respective actuator (16) and the two actuators (16)
are respectively supported either indirectly by way of at least one adjusting wedge
(14) of the wedge adjusting means (13) or directly at a section (17) of the housing
(8).
5. Roll stand (2) according to any one of claims 1 to 4, characterised by at least one vibration sensor (18), which is arranged at the housing (8), for detecting
vibrations of the roll stand (2).
6. Roll stand (2) according to claim 5, characterised in that the vibration sensor (18) is arranged - with respect to a rolling gap (6) formed
between co-operating working rolls (9, 10) of the roll stand (2) - at a section (19)
of the housing (8), which section is arranged opposite the section (17) of the housing
(8) at which the actuator (16) or the component of the adjusting device (14) is supported.
7. Roll stand (2) according to claim 5 or 6, characterised in that the vibration sensor (18) is arranged to detect vibrations in a frequency range of
approximately 0.5 Hz to approximately 2000 Hz.
8. Roll stand (2) according to any one of claims 5 to 7, characterised in that the vibration sensor (18) is an acceleration sensor.
9. Rolling installation (1) for rolling, preferably cold-rolling, metal objects, comprising
at least one roll stand (2) and at least one system (3) for active damping of vibrations
in the roll stand (2), characterised in that the roll stand (2) is constructed in accordance with any one of claims 5 to 8, wherein
the system (3) comprises at least one electronic regulating system (20), which is
connected in terms of signals with the vibration sensor (18) and the actuator (16)
and by which vibration signals generated by the vibration sensor (18) can be evaluated
for generation of setting signals, the electronic regulating system being arranged
to control the actuator (16) for introduction of counter-vibrations into the roll
stand (2) by the respective setting signals.
10. Rolling installation (1) according to claim 9, characterised in that the electronic regulating system (20), which is of modular construction, is arranged
for on-line monitoring of the vibrations of the roll stand (2), on-line visualisation
of vibration levels of the vibrations of the roll stand (2), automatic movement to
at least one low-vibration rolling speed and/or automatic reduction of an instantaneous
rolling speed in dependence on the instantaneously detected vibrations of the roll
stand (2).
11. Rolling installation (1) according to claim 9 or 10, characterised in that the electronic regulating system (20) is arranged to determine frequencies, amplitudes
and/or phase positions of the counter-vibrations to be generated.
12. Rolling installation (2) according to any one of claims 9 to 11, characterised in that the electronic regulating system (20) is arranged to generate the setting signals
with consideration of a dynamic system behaviour of the vibration sensor (18), the
actuator (16) and/or a rolling mechanism of the roll stand (2).
13. Rolling installation (1) according to any one of claims 9 to 12, characterised in that the electronic regulating system (20) is arranged to react to changes over time of
characteristics of the actuator (16) and/or a regulating path which is used.
14. Method for active damping of vibrations in a roll stand (2) for rolling, especially
cold-rolling, metal products, wherein the vibrations are detected in the roll stand
(2) and counter-vibrations counteracting the vibrations are generated, wherein the
counter-vibrations are generated by means of at least one actuator (16) arranged separately
from two adjusting units (12), which are each arranged at a respective housing (8)
of the roll stand (2), of the rolls stand (2) for adjusting an upper working roll
(4) together with an upper backing roll (9) of the roll stand (2) and for setting
a height of a rolling gap (6) of the roll stand (2), wherein the counter-vibrations
are introduced into at least one backing roll (10), which is not adjustable or is
adjustable exclusively by way of an adjusting device (13) with respect to the pass
line setting of the roll stand (2), for supporting a working roll (5) and/or an intermediate
roll of the roll stand (2), which is supported at the actuator (16) by way of at least
one bearing unit (11) by way of which it is guided at a respective one of the housings
(8) of the roll stand (2), wherein the actuator (16) is supported) either indirectly
by way of at least one component (14) of the adjusting device (13) or directly at
a section (17) of one of the housings (8).
15. Method according to claim 14, characterised in that the actuator (16) is used for detecting rolling forces.
1. Cage de laminoir (2) destinée au laminage, en particulier au laminage à froid, de
produits métalliques, qui présente au moins deux unités de positionnement (12) qui
sont disposées contre respectivement un montant (8) de la cage de laminoir, destinées
au positionnement d'un cylindre de travail supérieur (4) de la cage de laminoir (2)
de manière conjointe avec un cylindre de soutien supérieur (9) de la cage de laminoir
(2) et au réglage d'une hauteur d'une emprise (6) de la cage de laminoir (2), au moins
un dispositif d'activation (16) qui peut être commandé pour l'amortissement actif
d'oscillations en vigueur dans la cage de laminoir (2), et au moins un cylindre de
soutien (10) qui peut être positionné exclusivement par l'intermédiaire d'un dispositif
de positionnement ultérieur pour le réglage de la ligne de passage (13) de la cage
de laminoir (2) ou un cylindre de soutien (10) qui ne peut pas être positionné destiné
à supporter en cylindre de travail (5) et/ou un cylindre intermédiaire de la cage
de laminoir (2) ; dans lequel le cylindre de soutien (10) est guidé du côté de son
extrémité par l'intermédiaire de respectivement une unité (11) faisant office de palier
contre respectivement un des montants (8) de la cage de laminoir (2), caractérisée en ce que le dispositif d'activation (16) est disposé en étant séparé par rapport aux unités
de positionnement (12), d'une manière telle que le cylindre de soutien (10) vient
s'appuyer par l'intermédiaire d'au moins une unité (11) faisant office de palier contre
le dispositif d'activation (16), et en ce que le dispositif d'activation (16) vient s'appuyer, soit de manière indirecte par l'intermédiaire
d'au moins un composant (14) du dispositif de positionnement ultérieur (13), soit
de manière directe contre un tronçon (17) d'un des montants (8).
2. Cage de laminoir (2) selon la revendication 1, caractérisée en ce que le dispositif d'activation (16) représente un dispositif d'activation de type piézo-mécanique
ou un dispositif d'activation de type piézo-hydraulique.
3. Cage de laminoir (2) selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le dispositif d'activation (16) est conçu pour enregistrer des forces de laminage.
4. Cage de laminoir (2) selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée par au moins deux dispositifs d'activation correspondants (16) ; dans laquelle les unités
(11) faisant office de palier du cylindre de soutien (10) viennent s'appuyer contre
respectivement un dispositif d'activation (16) et les deux dispositifs d'activation
(16) viennent s'appuyer respectivement, soit de manière indirecte par l'intermédiaire
d'au moins une cale de positionnement (14) faisant partie du positionnement par cale
(13), soit de manière directe contre un tronçon (17) du montant (8).
5. Cage de laminoir (2) selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisée par au moins un capteur d'oscillations (18) qui est disposé contre le montant (8) destiné
à enregistrer les oscillations de la cage de laminoir (2).
6. Cage de laminoir (2) selon la revendication 5, caractérisée en ce que le capteur d'oscillations (18) est disposé, par rapport à une emprise (6) qui est
réalisée entre des cylindres de travail (9, 10) de la cage de laminoir (2), qui coopèrent,
contre un tronçon (19) du montant (8) qui est disposé à l'opposé du tronçon (17) du
montant (8) contre lequel vient s'appuyer le dispositif d'activation (16), respectivement
le composant du dispositif de positionnement ultérieur (14).
7. Cage de laminoir (2) selon la revendication 5 ou 6, caractérisée en ce que le capteur d'oscillations (18) est conçu pour enregistrer des oscillations dans une
plage de fréquences d'environ 0,5 Hz à environ 2000 Hz.
8. Cage de laminoir (2) selon l'une quelconque des revendications 5 à 7, caractérisée en ce que le capteur d'oscillations (18) représente un capteur de l'accélération.
9. Installation de laminage (1) qui est destinée au laminage, de préférence au laminage
à froid, d'objets métalliques, qui présente au moins une cage de laminoir (2) et au
moins un système (3) qui est destiné à amortir de manière active des oscillations
dans la cage de laminoir (2), caractérisée en ce que la cage de laminoir (2) est réalisée conformément à l'une quelconque des revendications
5 à 8; dans laquelle le système (3) présente au moins un système électronique de réglage
(20) qui est relié, en empruntant une voie assurée par des signaux, au capteur d'oscillations
(18) et au dispositif d'activation (16), système électronique avec lequel des signaux
d'oscillations générés par le capteur d'oscillations (18) peuvent être évalués afin
d'obtenir des signaux de réglage, et qui est conçu pour activer le dispositif d'activation
(16) afin d'introduire des oscillations antagonistes dans la cage de laminoir (2)
avec les signaux de réglage respectifs.
10. Installation de laminage (1) selon la revendication 9, caractérisée en ce que le système électronique de réglage (20) présentant une constitution de type modulaire
est conçu pour la surveillance en ligne des oscillations en vigueur dans la cage de
laminoir (2), pour la visualisation en ligne de niveaux d'oscillations en ce qui concerne
les oscillations de la cage de laminoir (2), pour le lancement automatique d'au moins
une vitesse de laminage pauvre en oscillations et/ou pour la réduction automatique
d'une vitesse de laminage momentanée en fonction des oscillations de la cage de laminoir
(2) enregistrées de manière momentanée.
11. Installation de laminage (1) selon la revendication 9 ou 10, caractérisée en ce que le système électronique de réglage (20) est conçu pour déterminer des fréquences,
des amplitudes et/ou des relations de phases des oscillations antagonistes qui doivent
être générées.
12. Installation de laminage (1) selon l'une quelconque des revendications 9 à 11, caractérisée en ce que le système électronique de réglage (20) est conçu pour générer les signaux de réglage
en prenant en compte une qualité des lignes de transmission du capteur d'oscillations
(18), du dispositif d'activation (16) et/ou d'un laminoir de la cage de laminoir (3).
13. Installation de laminage (1) selon l'une quelconque des revendications 9 à 12, caractérisée en ce que le système électronique de réglage (20) est conçu pour réagir à des modifications
temporelles de caractéristiques du dispositif d'activation (16) et/ou d'un circuit
de contrôle d'application.
14. Procédé destiné à l'amortissement actif d'oscillations dans une cage de laminoir (2)
destinée au laminage, en particulier au laminage à froid, de produits métalliques
; dans lequel les oscillations en vigueur dans la cage de laminoir (2) sont enregistrées
et des oscillations antagonistes qui s'opposent aux oscillations sont générées; dans
lequel les oscillations antagonistes sont générées au moyen d'au moins un dispositif
d'activation disposé de manière séparée par rapport à deux unités de positionnement
(12) de la cage de laminoir (2), qui sont disposées contre respectivement un montant
(8) de la cage de laminoir (2), destinées au positionnement d'un cylindre de travail
supérieur (4) de la cage de laminoir (2) de manière conjointe avec un cylindre de
soutien supérieur (9) de la cage de laminoir (2) et au réglage d'une hauteur d'une
emprise (6) de la cage de laminoir (2) ; dans laquelle les oscillations antagonistes
sont introduites dans au moins un cylindre de soutien (10) qui peut être positionné
de manière exclusive par l'intermédiaire d'un dispositif de positionnement ultérieur
(13) à des fins de réglage de la ligne de passage de la cage de laminoir (2) ou dans
au moins un cylindre de soutien (10) qui ne peut pas être positionné, à des fins de
soutien d'un cylindre de travail (5) et/ou d'un cylindre intermédiaire de la cage
de laminoir (2), qui vient s'appuyer contre le dispositif d'activation (16) par l'intermédiaire
d'au moins une unité (11) faisant office de palier, par l'intermédiaire de laquelle
il est guidé contre respectivement un des montants (8) de la cage de laminoir (2)
; dans lequel le dispositif d'activation (16) vient s'appuyer, soit de manière indirecte
par l'intermédiaire d'au moins un composant (14) faisant partie du dispositif de positionnement
ultérieur (13), soit de manière directe contre un tronçon (17) d'un des montants (8).
15. Procédé selon la revendication 14, caractérisée en ce que le dispositif d'activation (16) est utilisé pour l'enregistrement de forces de laminage.