[0001] Die folgende Erfindung betrifft eine Massagerolle, insbesondere für den therapeutischen
Einsatz an einem Patienten.
[0002] Massagerollen sind aus dem Stand der Technik bereits bekannt. So werden insbesondere
aus Polymer hergestellte zylindrische Körper verwendet, welche durch pressende oder
rollende Bewegung an dem Körper eines Anwenders die Faszien der Muskeln eines Anwenders
stimulieren und somit Verspannungen und Schmerzen lösen können. Die aus dem Stand
der Technik bekannten Massagerollen weisen dabei jedoch eine sehr hohe Oberflächenhärte
auf, die dazu führt, dass ein Anwender, welcher ohnehin schon Schmerzen in dem zu
behandelnden Bereich hat, beim Einwirken mit der harten Rolle auf diesen Bereich,
zusätzliche Schmerzen erfährt. Diese zusätzlichen Schmerzen führen dazu, dass die
Muskulatur des Anwenders als Schutzfunktion eine Anspannung durchführt, wodurch der
behandelnde Effekt der Massage der Muskulatur unmöglich wird. Es hat sich somit gezeigt,
dass die aus dem Stand der Technik bekannten Massagerollen nur für den Einsatz an
weitestgehend gesunden Personen geeignet sind.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Massagerolle bereitzustellen, welche
auch für Anwender geeignet ist, die bereits Schmerzen in der zu behandelnden Muskulatur
haben und die daher eine besonders schonende Behandlung benötigen.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Massagerolle mit den Merkmalen von Anspruch
1. Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen.
[0005] Erfindungsgemäß umfasst die Massagerolle einen Innenbereich und einen Außenbereich,
wobei der Innen- und der Außenbereich aus Schaumstoff ausgebildet sind, wobei der
Außenbereich den Innenbereich um eine Längsachse umfänglich und/oder rotierend vollständig
umgibt und am Innenbereich stoffschlüssig festgelegt ist, wobei der Schaumstoff des
Innenbereichs eine höhere Stauchfestigkeit aufweist als der Schaumstoff des Außenbereichs,
wobei die Kontaktfläche zwischen dem Innen-und dem Außenbereich zylinderförmig ist.
Der Innenbereich der Massagerolle ist aus einem Schaumstoff mit höherer Stauchfestigkeit
ausgestattet als der Außenbereich. Durch die Verwendung von Schaumstoff sowohl im
Innenbereich als auch im Außenbereich lässt sich zum einen das Gewicht der Massagerolle
deutlich reduzieren, wodurch diese besonders einfach und günstig zu transportieren
ist. Zum anderen erlaubt es die Verwendung von Schaumstoff sowohl im Innenbereich
als auch im Außenbereich, die Stauchhärte bzw. Stauchfestigkeit ganz gezielt auf die
vorgesehene Anwendung der Massagerolle einzustellen. Mit Vorteil weist der Schaumstoff
des Innenbereichs eine höhere Stauchfestigkeit auf als der Schaumstoff des Außenbereichs.
Mit Vorteil ist die Stauchfestigkeit des Innenbereiches ein zumindest 20-faches, besonders
bevorzugt ein zumindest 40-faches der Stauchfestigkeit des Außenbereiches. Weiterhin
ist die Massagerolle derart aufgebaut, dass der Außenbereich den Innenbereich um eine
Längsachse rotierend vollständig umgibt, d.h., dass zumindest senkrecht zur Längsachse
gesehen stets ausgehend von der Längsachse zunächst der Innenbereich geschnitten wird
und dann stets der Außenbereich. Mit anderen Worten ist der Außenbereich vorzugsweise
hohlzylinderförmig ausgebildet, wobei der Innenbereich innerhalb des Hohlzylinders
angeordnet ist. Darüber hinaus sind der Innenbereich und der Außenbereich stoffschlüssig
miteinander verbunden. Mittels einer stoffschlüssigen Verbindung kann eine besonders
hohe Dauerfestigkeit der Massagerolle erreicht werden, so dass auch nach zahlreich
wiederholter Belastung der Massagerolle trotzdem die Integrität des Materials sowohl
des Innen- als auch des Außenbereichs gewahrt werden kann. Der Innenbereich stützt
dabei den Außenbereich bei einer Abrollbewegung der Massagerolle, so dass ein Abrollen
eines Anwenders auf der Massagerolle stets in einer Rollbewegung stattfinden kann,
ohne dass die Massagerolle derart elastisch verformt wird, dass ein Rollen nicht mehr
möglich ist.
[0006] Besonders bevorzugt ist der Innenbereich hohlzylinderförmig ausgebildet. Eine hohlzylinderförmige
Ausbildung des Innenbereichs hat den Vorteil, dass beispielsweise durch eine Haltestange
die Massagerolle relativ zu einer Wand oder in einer bestimmten Höhe für einen Anwender
fixiert werden kann, wodurch der Anwender auf der somit frei drehbaren Massagerolle
Übungen ausführen kann. Darüber hinaus sorgt der Innenbereich, welcher hohlzylinderförmig
ausgebildet ist, dafür, dass das Gewicht der Massagerolle weiterhin reduziert werden
kann. Es versteht sich, dass die verbleibende Materialstärke des Innenbereichs ausreichend
gewählt ist, um eine hohe Festigkeit und Formstabilität des Schaumstoffs des Innenbereichs,
erreichen zu können.
[0007] Besonders bevorzugt weist der Innenbereich einen Innendurchmesser und einen Außendurchmesser,
jeweils senkrecht gemessen zur Längsachse auf, wobei der Innendurchmesser in einem
Verhältnis von 0,3 bis 0,6 oder vorzugsweise von 0,5 bis 0,8 zum Außendurchmesser
steht. Der Innendurchmesser des Innenbereichs ist mit anderen Worten ein Maß für die
Größe der vorzugsweise zylinderförmigen Aussparung des Innenbereichs, durch welche
beispielsweise eine Haltestange hindurchgeschoben werden kann. Gleichzeitig ist der
Außendurchmesser des Innenbereichs vorzugsweise im Wesentlichen gleich zur Kontaktfläche
zwischen dem Innenbereich und dem Außenbereich. Bei einem bevorzugten Verhältnis von
0,3 bis 0,6 des Innendurchmessers zum Außendurchmesser ist somit der Innenbereich
vorzugsweise dickwandig ausgestaltet, wodurch eine höhere Formstabilität der Massagerolle
erreicht werden kann und gleichzeitig der Gesamtaußendurchmesser der Massagerolle
relativ gering ist und eine gezielte Anwendung bestimmter kleinerer Bereiche der Muskulatur
des Anwenders möglich ist. Bei dem alternativ bevorzugten Verhältnisbereich von 0,5
bis 0,8 des Innendurchmessers zum Außendurchmesser des Innenbereichs ist die Aussparung
im Innenbereich relativ zur Kontaktfläche zwischen dem Innenbereich und dem Außenbereich
verhältnismäßig groß und der Innenbereich entsprechend dünnwandiger ausgebildet. Dieses
bevorzugte Größenverhältnis hat sich bewährt, wenn für den Innenbereich ein besonders
festes Schaumstoffmaterial verwendet wird und somit auch geringerer Wandstärke des
Innenbereichs ausreichende Festigkeiten erzielt werden können. Gleichzeitig kann dabei
der Gesamtaußendurchmesser der Massagerolle etwas größer gestaltet werden, wodurch
großflächigere Anwendungen an einem Patienten möglich sind und besonders für großflächige
geschädigte Muskelbereiche eine schonende Behandlung durch die erfindungsgemäße Massagerolle
möglich wird.
[0008] Ferner bevorzugt sind der Innendurchmesser und der Außendurchmesser des Innenbereichs
im Wesentlichen konstant. Im Wesentlichen konstant bedeutet im vorliegenden Zusammenhang,
dass insbesondere am Außendurchmesser, d.h. an der Kontaktfläche zwischen dem Innenbereich
und dem Außenbereich kleine Vor- oder Rücksprünge vorgesehen sein können, welche der
Verbesserung der stoffschlüssigen Verbindung mit dem Außenbereich dienen. Der mittlere
Außendurchmesser, welcher über die gesamte Außenfläche des Innenbereichs bestimmt
wird, ist aber in jedem Längenabschnitt des Innenbereichs (parallel zur Längsachse
gemessen) und/oder Umfangsabschnitt konstant. Ein konstanter Innen- und ein konstanter
Außendurchmesser des Innenbereichs erlaubt eine besonders einfache Fertigung, wodurch
durch einfache Schnittwerkzeuge entsprechende Geometrien in einen Schaumstoffblock
eingeschnitten werden können und somit die Fertigungskosten für die Massagerolle in
diesem Bereich bereits deutlich gesenkt werden können.
[0009] Besonders bevorzugt ist der Schaumstoff des Außenbereichs mit dem Schaumstoff des
Innenbereichs stoffschlüssig, insbesondere durch Kleben verbunden. Eine Klebeverbindung
des Außenbereichs mit dem Innenbereich erlaubt es, dass insbesondere der Außenbereich
als separates Bauteil gefertigt werden und erst anschließend mit dem Innenbereich
verklebt werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, dass auf aufwendige Zwei-Komponenten-Herstellungsverfahren
verzichtet werden kann und die beiden aus verschiedenem Schaumstoff ausgebildeten
Bereiche der Massagerolle separat und kostengünstig gefertigt werden können und erst
anschließend mit Kleber, vorzugsweise Sprühkleber, miteinander stoffschlüssig verbunden
werden. Es hat sich gezeigt, dass eine Klebeverbindung die geforderten Festigkeitswerte
der Verbindung des Außenbereichs mit dem Innenbereich am besten erfüllt.
[0010] Besonders bevorzugt ist der Außenbereich aus einem im Wesentlichen quaderförmigen
Schaumstoffteil, welches an zwei gegenüberliegenden Stoßflächen zusammengeklebt ist,
hergestellt. Der Außenbereich ist dabei vorzugsweise als quaderförmiges und besonders
bevorzugt flaches Schaumstoffteil ausgebildet, bevor dieses um die Längsachse gerollt,
an seinen gegenüberliegenden und in diesem Zustand aufeinander zu weisenden Stoßflächen
zusammengeklebt und am Innenbereich festgeklebt wird, um eine Massagerolle im Sinne
der vorliegenden Erfindung zu bilden. Die Herstellung eines im Wesentlichen quaderförmigen
Schaumstoffteils ist besonders kostengünstig und es können auf diese Weise die Herstellungskosten
und auch die Herstellungszeit für eine Massagerolle gering gehalten werden. Die im
Wesentlichen quaderförmige Ausbildung des Schaumstoffteils bedeutet dabei, dass insbesondere
an den aneinander zu verklebenden Stoßflächen eine Abweichung von der Quaderform vorhanden
sein kann, um insbesondere eine großflächige Verklebung in diesem Bereich zu erlauben.
[0011] Alternativ bevorzugt ist der Außenbereich aus einem um die Längsachse gekrümmten
Schaumstoffteil, welches an zwei gegenüberliegenden Stoßflächen zusammengeklebt ist,
hergestellt. Im Gegensatz zur Verwendung eines quaderförmigen Schaumstoffteils, welches
nach seiner Bereitstellung um die Längsachse gekrümmt werden muss, dabei elastisch
verformt wird und daher nicht spannungsfrei ist, wird bevorzugt ein bereits gekrümmtes
Schaumstoffteil verwendet. Besonders bevorzugt ist dieses Schaumstoffteil bereits
derart um die Längsachse gekrümmt, dass die Aussparung, in welche der Innenbereich
eingesetzt werden kann bereits ausgebildet ist. In diesem Zustand, also vor der Verbindung
mit dem Innenbereich, ist das den Außenbereich bildende Schaumstoffteil nicht elastisch
verformt und im Wesentlichen frei von internen Spannungen. In einer weiterhin bevorzugten
Ausführungsform ist der Außenbereich aus einem hohlzylinderförmigen Schaumstoffteil
ausgebildet, in welches der Innenbereich eingesetzt und mit der Innenfläche des Außenbereiches
verklebt werden kann. In beiden Fällen ist gekrümmte Schaumstoffteil bevorzugt aus
einem Schaumstoffvollblock herausgeschnitten oder durch Aufschäumen in einer entsprechend
gekrümmten Form hergestellt.
[0012] Besonders bevorzugt sind die Stoßflächen des im Wesentlichen quaderförmigen Schaumstoffteils
mit einer S-förmigen Geometrie ausgestattet. Diese - in einem Querschnitt senkrecht
zur Längsachse gesehene - S-förmige Geometrie erlaubt beim Zusammenkleben der Stoßflächen
eine große Kontaktfläche zwischen den Stoßflächen und eine teilweise Überlappung.
Auf diese Weise kann durch die Klebfläche stets sowohl Zug- als auch Schubbeanspruchung
bei Belastung der Massagerolle aufgenommen und gleichmäßig in die beiden Stoßflächen
des Außenbereichs verteilt werden. Die Festigkeit der Verklebung der beiden Stoßflächen
des Außenbereichs ist dadurch deutlich erhöht.
[0013] Alternativ bevorzugt und einfacher herzustellen als eine S-förmige Geometrie der
Stoßflächen sind die Stoßflächen mit einer einfachen Anschrägung versehen. Mit anderen
Worten erstrecken sich die Stoßflächen nicht parallel zu einer Radialen des gekrümmten
Außenbereiches, sondern stehen schräg zu dieser Radialen
[0014] Mit Vorteil weist der Schaumstoff des Außenbereichs eine Stauchhärte von 3 kPa bis
15 kPa, vorzugsweise von 8 bis 10 kPa, auf. Es hat sich gezeigt, dass diese Stauchhärte
des Schaumstoffs des Außenbereichs perfekt geeignet ist, um eine zwar schonende, aber
dennoch ausreichende Pressung auf den Körper und die Muskulatur eines Anwenders zu
erreichen, um dessen obere Muskelschichten von Faszien entsprechend anregen zu können.
Dabei umfasst der Bereich von 3 kPa bis 15 kPa alle möglichen Anwendungs- und Gesundheitszustandsfälle,
für welche eine Massagerolle im Sinne der vorliegenden Erfindung geeignet sein soll.
Die Stauchhärte von 3 kPa wird dabei bei besonders schmerzhaft geschädigten Muskulaturbereichen
angewendet, um eine besonders schonende Behandlung ohne die Gefahr von krampfartigem
Zusammenziehen der Muskeln zu erlauben. Eine Stauchhärte von 15 kPa erlaubt es dabei,
fast schmerzfreies Gewebe eines Anwenders entsprechend zu therapieren und die Muskeln
und Faszien entsprechend anzuregen. Als besonders bevorzugter Mittelwert für den Großteil
der durch die Massagerolle zu behandelnden Schmerzen hat sich der Stauchhärtebereich
von 8 kPa bis 10 kPa erwiesen, wobei in diesem Bereich die überwiegende Mehrheit der
mit orthopädischen Beschwerden belasteten Patienten behandelt werden kann.
[0015] Weiterhin bevorzugt steht der Außendurchmesser des Innenbereichs zum Außendurchmesser
des Außenbereichs in einem Verhältnis von 0,15 bis 0,5 oder von 0,35 bis 0,6. Der
Außendurchmesser des Innenbereichs ist im zusammengeklebten Zustand des Innenbereichs
und des Außenbereichs vorzugsweise gleich dem Innendurchmesser des Außenbereichs.
Mit anderen Worten entspricht der Außendurchmesser des Innenbereichs exakt der Kontaktflächen
zwischen dem Innenbereich und dem Außenbereich sowie der Innenfläche des Außenbereichs.
Der bevorzugte Verhältnisbereich von 0,15 bis 0,5 des Außendurchmessers des Innenbereichs
zum Außendurchmesser des Außenbereichs hat sich dabei insbesondere für Schaumstoff
als Herstellungsmaterial des Außenbereichs mit einer Stauchhärte von 9 bis 15 kPa
als besonders vorteilhaft erwiesen, da mit dem etwas dünnwandigeren Außenbereich und
der etwas höheren Stauchhärte des Schaumstoffs des Außenbereichs eine besonders günstige
Pressung der Muskelbereiche des Anwenders erreicht werden kann, welche insbesondere
für gering geschädigte Muskelbereiche geeignet ist. Bei dem größeren Verhältnisbereich
von 0,35 bis 0,6 ist somit der Außenbereich dickwandiger ausgebildet, wodurch bei
einer Verformung ein größerer Verformungsweg zur Verfügung steht und somit auch bei
einem etwas weicheren Schaumstoffmaterial mit einer geringeren Stauchhärte von circa
3 bis 9 kPa eine gleichmäßige Erhöhung des Anpressdrucks möglich ist und somit ein
größerer Spielraum zur Einstellung des Anpressdrucks für einen Anwender zur Verfügung
steht. Der Verhältnisbereich von 0,35 bis 0,6 hat sich dabei insbesondere für stärker
geschädigte und bereits von großen Schmerzen geplagte Muskelbereiche von Anwender
bewährt.
[0016] Besonders bevorzugt ist der Schaumstoff des Außenbereichs ein offenzelliger PUR-Schaum.
Mit einem offenzelligen PUR-Schaum, oder Polyurethanschaum, ist es insbesondere möglich,
die große Bandbreite von erforderlichen Stauchhärten von 3 bis 15 kPa zu erzeugen,
wobei insbesondere der Stauchvorgang bzw. der elastische Verformungsvorgang eines
offenzelligen PUR-Schaums eine gleichmäßige Erhöhung der Anpresskraft bzw. des Anpressdrucks
erreicht. Auf diese Weise kann ein Anwender durch Vergrößern oder Verkleinern des
Verformungswegs des Außenbereichs direkt und gezielt die Anpresskraft an sein Muskelgewebe
entsprechend einstellen.
[0017] Weiterhin bevorzugt ist der Außenbereich mit einer Beschichtung versehen, welche
eine Dicke von 20 µm bis 4 mm, vorzugsweise 80 µm bis 2 mm, aufweist, wobei die Beschichtung
eine glattere Oberfläche aufweist als der Schaumstoff des Außenbereichs. Insbesondere
bei der Verwendung von offenzelligem Schaumstoff für den Außenbereich ist es bevorzugt,
diesen mit einer Beschichtung zu versehen. Die Beschichtung verhindert dabei zum einen,
dass Schweiß und Schmutz im offenzelligen Schaumstoff haften bleiben und sich dort
sammeln. Auf diese Weise erreicht die Beschichtung eine Erhöhung der Hygiene beim
Einsatz mit der Massagerolle. Zum anderen erlaubt die Beschichtung durch ihre glatte
Oberfläche, dass ohne weiteres ein Stoff- oder Textilüberzug über die Massagerolle
gezogen werden kann. Die Beschichtung ist dabei vorzugsweise aus PU gebildet, welches
besonders einfach und kostengünstig herzustellen ist. Alternativ bevorzugt und insbesondere
dann, wenn eine höhere Elastizität der Beschichtung und eine größere Dehnstreckgrenze
erforderlich sind, kann die Beschichtung aus dem etwas aufwendiger herzustellenden
Material PVC gebildet sein. Besonders bevorzugt ist die Beschichtung dabei auf den
Außenbereich aufgesprüht oder dieser durch Tränken mit der entsprechenden Beschichtung
versehen. Bei einer bevorzugten Beschichtungsdicke von 1 mm bis 4 mm ist es möglich,
die Beschichtung als separates Bauteil bereitzustellen und über eine Verklebung mit
der Oberfläche des Außenbereichs an diesem festzulegen. Diese Herstellungsweise ist
die kostengünstigste, da keine aufwendige Sprüh- oder Tränkvorrichtung vorhanden sein
muss, sondern die Beschichtung auf einfache Weise um den Außenbereich herumgewickelt
und gleichzeitig mit diesem verklebt wird. Für den Fall, dass die Beschichtung die
elastische Verformbarkeit des Außenbereichs nur sehr wenig beeinflussen und beeinträchtigen
soll, ist deren Dicke vorzugsweise im Bereich von 20 µm bis 1 mm gehalten, wodurch
der Außenbereich am wenigsten durch die veränderte elastische Verformbarkeit beeinträchtigt
wird und gleichzeitig aber die Beschichtung eine ausreichende Dicke aufweist, um den
Verformungsbeanspruchungen standzuhalten.
[0018] Besonders bevorzugt ist der Innenbereich aus einem EPP-Schaum gebildet, welcher ein
Raumgewicht von 30 kg/m
3 bis 260 kg/m
3 und bevorzugt von 90 kg/m
3 bis 110 kg/m
3 aufweist. EPP-Schaum mit einem Raumgewicht von 30 bis 260 kg/m
3 weist dabei stets eine ausreichende Festigkeit zur Abstützung des Außenbereichs der
Massagerolle auf. Dabei wird das besonders bevorzugte Raumgewicht von 90 bis 110 kg/m
3, insbesondere dann angewandt, wenn der Innenbereich hohlzylinderförmig ausgebildet
ist und es möglich ist, die Gewichtseinsparung an der Massagerolle durch entsprechende
Anpassung der Aussparung des Innenbereichs durchzuführen.
[0019] Insbesondere bevorzugt ist ein Textilbezug vorgesehen, welcher schlauchförmig ausgebildet
ist, um auf den Außenbereich aufgezogen werden zu können. Der Textilbezug ist dabei
vorzugsweise ein schlauchförmiges Textilfabrikat, welches an seinen jeweiligen Enden
eine entsprechende Schlaufenanordnung aufweist, über welche der Textilbezug an der
Massagerolle, insbesondere am Außenbereiche der Massagerolle, festgezurrt werden kann.
Der Textilbezug gewährleistet einen Schutz des Außenbereichs und erreicht darüber
hinaus eine Komforterhöhung für den Anwender, da dieser beispielsweise aus angenehm
anschmiegsamem Frottee hergestellt werden kann.
[0020] Insbesondere bevorzugt enthält der Textilbezug Lyocell, Polyester und Elastan. Es
ist dabei möglich, den Textilbezug mit anregenden und mit der Haut des Anwenders interagierenden
Stoffen auszustatten, welche neben der Pressung der Muskelfaserbereiche des Anwenders
eine zusätzliche chemische oder bioelektrische Anregung der Haut des Anwenders erlauben
und somit zusätzlich den Heilungsprozess bei der Behandlung eines Anwenders mit der
Massagerolle verbessern. Besonders bevorzugt gelangt für den Textilbezug das Textilfasergemisch
der Firma VENEX, welches die Regenerationsfaser V-TEX® enthält, zum Einsatz. Als Lyocell-Material
wird dabei insbesondere bevorzugt TENCEL® angewandt, welches neben Mineralien auch
Platin enthält und eine bioelektrische Stimulierung des vegetativen Nervensystems
des Anwenders erlaubt.
[0021] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
mit Bezug auf die beigefügten Figuren. Es versteht sich, dass Merkmale, welche nur
zu einer der Figuren beschrieben wurden, auch in Ausführungsformen, welche in den
anderen Figuren dargestellt sind, Anwendung finden können. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform eines gekrümmten Schaumstoffteils zur
Herstellung einer Massagerolle;
- Fig. 2
- einen Zwischenschritt bei der Herstellung einer bevorzugten Ausführungsform der Massagerolle;
- Fig. 3
- eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Massagerolle;
- Fig. 4
- eine Schnittansicht durch eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Massagerolle;
- Fig. 5
- eine Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform eines quaderförmigen Schaumstoffteils
zur Herstellung einer Massagerolle.
[0022] Figur 1 zeigt ein gekrümmtes Schaumstoffteil 4A zur Herstellung einer Massagerolle,
welches dafür vorgesehen ist, den Außenbereich der Massagerolle zu bilden. Das Schaumstoffteil
4A weist zwei Stoßflächen 42 auf, welche vorzugsweise schräg zu einer Radialen um
die Längsachse stehen. Mit anderen Worten erstrecken sich die Stoßflächen nicht senkrecht
zur Tangentialen der Krümmung des Schaumstoffteils 4A im Schnittbereich zwischen der
Stoßfläche und der äußeren oder der inneren Mantelfläche des Schaumstoffteils 4A
[0023] Figur 2 zeigt einen Zwischenschritt der Herstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Massagerolle. Dabei wird in das gekrümmte Schaumstoffteil 4A der Innenbereich 2 eingesetzt,
welcher im Wesentlichen hohlzylinderförmig ausgebildet ist. Die Stoßflächen 42 des
in Fig. 2 gezeigten Schaumstoffteils 4A sind, im Gegensatz zu dem in Fig. 1 gezeigten
Ausführungsbeispiel senkrecht zu der Tangentialen der Krümmung des Schaumstoffteils
angeordnet. Dies resultiert zwar in kleineren Stoßflächen 42 für eine Verklebung miteinander,
ist aber einfacher herzustellen. Alternativ bevorzugt kann für diesen Schritt das
bereits gekrümmt hergestellte Schaumstoffteil 4A mit schrägen Stoßflächen 42, welches
in Fig. 1 gezeigt ist verwendet werden. Alternativ bevorzugt kann das in Fig. 5 gezeigte,
quaderförmige Schaumstoffteil 4A in die in Fig. 2 gezeigte Form gebracht werden und
zur Herstellung einer Massagerolle verwendet werden. Zwischen dem Innenbereich 2 und
dem bereits um die Längsachse L gerollten, quaderförmigen Schaumstoffteil 4A gebildeten
Außenbereich wird eine Kontaktfläche 5 gebildet (siehe Fig. 3), in welcher eine Verklebung
des Innenbereichs 2 mit dem Schaumstoffteil 4A, bzw. dem Außenbereich 4 hergestellt
wird. Gleichzeitig werden die Stoßflächen 42 miteinander verklebt, wodurch der Außenbereich
4 eine hohlzylinderförmige Form erhält.
[0024] Figur 3 schließlich zeigt eine Ausführungsform der fertig hergestellten Massagerolle.
Zwischen dem Innenbereich 2 und dem Außenbereich 4 ist eine Kontaktfläche 5 gebildet,
in welcher die beiden Bereiche 2, 4 miteinander verklebt sind. Weiterhin ist dargestellt,
dass der Innenbereich einen Innendurchmesser a und einen Außendurchmesser b aufweist
und der Außenbereich einen Außendurchmesser c. Diese Durchmesser stehen in bevorzugten
und zuvor beschriebenen Größenverhältnissen zueinander. Die in Fig. 3 dargestellte
Massagerolle kann anschließend insbesondere bevorzugt mit einer Beschichtung versehen
werden, welche zumindest den offenzelligen Schaum des Außenbereichs 4 abdeckt.
[0025] Figur 4 zeigt eine Schnittansicht einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Massagerolle, wobei über den Verbund aus Innenbereich 2 und Außenbereich 4 ein Textilbezug
8 übergezogen ist. Der Textilbezug 8 ist dabei vorzugsweise schlauchförmig ausgebildet
und kann an seinen jeweiligen Enden in Längsrichtung L gesehen durch eine Kordel zugezogen
werden, um fest mit dem Verbund aus Innenbereich 2 und Außenbereich 4 verbunden zu
sein. Nicht explizit dargestellt ist, dass der Außenbereich mit einer Beschichtung
versehen ist, welche zum einen den Schaumstoff des Außenbereiches gegen Verschmutzung
schützt und zum anderen das Überziehen des Textilbezuges 8 erleichtert. Wiederum sind
in Fig. 4 die Durchmesser a, b, c dargestellt.
[0026] In Figur 5 ist ein Schaumstoffteil 4A gezeigt, welches quaderförmig ausgebildet ist
und zwei Stoßflächen 42 aufweist. Dieses Schaumstoffteil 4A ist, als Alternative zu
dem in Fig. 1 gezeigten, bereits gekrümmten Schaumstoffteil 4A, dazu bestimmt, um
eine Längsachse L gerollt zu werden und auf diese Weise den Außenbereich 4 der Massagerolle
zu bilden. Die beiden Stoßflächen 42 weisen dabei eine vorzugsweise S-förmig gekrümmte
Form auf, durch welche die Klebefläche zur Verbindung der beiden Stoßflächen 42 miteinander
vergrößert werden kann.
[0027] Bezugszeichen:
- 2
- - Innenbereich
- 4
- - Außenbereich
- 4A
- - Schaumstoffteil
- 5
- - Kontaktfläche
- 8
- - Textilbezug
- 42
- - Stoßfläche
- a
- - Innendurchmesser des Innenbereiches 2
- b
- - Außendurchmesser des Innenbereiches 2
- c
- - Außendurchmesser des Außenbereiches 4
- L
- - Längsachse
1. Massagerolle,
aufweisend einen Innenbereich (2) und einen Außenbereich (4),
wobei der Innen- und der Außenbereich (2, 4) aus Schaumstoff ausgebildet sind,
wobei der Außenbereich (4) den Innenbereich (2) um eine Längsachse (L) umfänglich
vollständig umgibt und am Innenbereich (2) stoffschlüssig festgelegt ist,
wobei der Schaumstoff des Innenbereiches (2) eine höhere Stauchfestigkeit aufweist
als der Schaumstoff des Außenbereiches (4),
wobei die Kontaktfläche (5) zwischen dem Innen- und dem Außenbereich (2,4) zylinderförmig
ist.
2. Massagerolle nach Anspruch 1,
wobei der Innenbereich (2) hohlzylinderförmig ausgebildet ist.
3. Massagerolle nach Anspruch 2,
wobei der Innenbereich (2) einen Innendurchmesser (a) und einen Außendurchmesser (b),
jeweils gemessen senkrecht zur Längsachse (L), aufweist, wobei der Innendurchmesser
(a) in einem Verhältnis von 0,3 bis 0,6 oder vorzugsweise von 0,5 bis 0,8 zum Außendurchmesser
(b) steht.
4. Massagerolle nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
wobei der Innendurchmesser (a) und der Außendurchmesser (b) des Innenbereiches (2)
im Wesentlichen konstant sind.
5. Massagerolle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Schaumstoff des Außenbereiches (4) mit dem Schaumstoff des Innenbereiches
(2) stoffschlüssig verbunden ist.
6. Massagerolle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Außenbereich (4) aus einem um die Längsachse (L) gekrümmten Schaumstoffteil
(4A), welches an zwei gegenüberliegenden Stoßflächen (42) zusammengeklebt ist, hergestellt
ist.
7. Massagerolle nach Anspruch 6, wobei die Stoßflächen (42) im Querschnitt eine Anschrägung
aufweisen.
8. Massagerolle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Schaumstoff des Außenbereiches (4) eine Stauchhärte von 3 kPa bis 15 kPa,
vorzugsweise von 8 kPa bis 10 kPa aufweist.
9. Massagerolle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Außendurchmesser (b) des Innenbereiches (2) zum Außendurchmesser (c) des
Außenbereiches (4) in einem Verhältnis von 0,15 bis 0,5, oder von 0,35 bis 0,6 steht.
10. Massagerolle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Schaumstoff des Außenbereiches (4) ein offenzelliger PUR-Schaum ist.
11. Massagerolle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Außenbereich (4) mit einer Beschichtung versehen ist, welche eine Dicke
von 20µm bis 4mm aufweist,
wobei die Beschichtung eine glattere Oberfläche aufweist als der Schaumstoff des Außenbereiches
(4).
12. Massagerolle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Innenbereich (2) aus einem EPP-Schaum gebildet ist, welcher ein Raumgewicht
von 30 kg/m3 bis 260 kg/m3 und bevorzugt von 90 kg/m3 bis 110 kg/m3 aufweist.
13. Massagerolle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei ein Textilbezug (8) vorgesehen ist, welcher schlauchförmig ausgebildet ist,
um auf den Außenbereich (4) aufgezogen werden zu können.
14. Massagerolle nach Anspruch 13,
wobei der Textilbezug (8) Lyocell, Polyester und Elasthan enthält.