[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Falzmaschine mit mindestens einem Falzwerk, in
dem eine Vielzahl von Falzwalzen gelagert sind, und mit einem dem Falzwerk nachgeordneten
Zusatzaggregat, in dem mindestens ein Messerwalzenpaar angeordnet ist.
[0002] Aus der
EP 1 156 004 B1 ist es bereits bekannt, ein Falzwerk, das bereits mindestens ein Messerwalzenpaar
aufweist, am Auslauf mit zusätzlichen Bearbeitungsstationen, beispielsweise Ausführwalzen,
zu bestücken. Die zusätzlichen Bearbeitungsstationen sind dabei nach oben vom Falzwerk
weg verschwenkbar, um einen einfachen Zugang zu den Messerwalzen des Falzwerks zu
erhalten.
[0003] Zwar lassen sich bei dieser bekannten Falzmaschine die zusätzlichen Bearbeitungsstationen
leicht austauschen bzw. an die jeweilige Falzaufgabe anpassen. Die Messerwalzen des
Falzwerks sind jedoch nur erschwert zugänglich. Das nach oben geschwenkte Aggregat
muss in dieser Position arretiert werden. Die Messerwalzen sind anschließend nur unterhalb
der zusätzlichen Bearbeitungsstationen zugänglich, was umständlich ist. Außerdem ist
die Sicht auf die Messerwalzen durch die Bearbeitungsstationen auch bei nach oben
geschwenkten Bearbeitungsstationen eingeschränkt.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Messerwalzen einer Falzmaschine
einfach zugänglich und leicht austauschbar zu machen.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Falzmaschine mit mindestens einem Falzwerk, in
dem eine Vielzahl von Falzwalzen gelagert sind, und mit einem dem Falzwerk nachgeordneten
Zusatzaggregat, in dem mindestens ein Messerwalzenpaar angeordnet ist, die dadurch
gekennzeichnet ist, dass im Falzwerk keine Messerwalzen angeordnet sind und dass das
Zusatzaggregat um eine horizontale Achse schwenkbar angeordnet ist, wobei die horizontale
Achse unterhalb und stromabwärts zu einem Auslaufbereich des Falzwerks angeordnet
ist.
[0006] Sämtliche Messerwalzen sind bei der erfindungsgemäßen Falzmaschine im Zusatzaggregat
zum Falzwerk angeordnet. Zum Austausch der Messerwalzen ist daher kein Zugang zum
Falzwerk selbst, sondern nur zum Zusatzaggregat nötig. Das Verschwenken des Zusatzaggregats
um eine unten liegende horizontale Achse ist aufgrund der Möglichkeit, die Schwerkraft
zum Verschwenken auszunutzen, vorteilhafter als ein Verschwenken um eine oben liegende
Achse.
[0007] Dabei kann das Zusatzaggregat zwischen einer Ruheposition und einer Arbeitsposition
verschwenkt werden. In der Arbeitsposition sind die Messerwalzen des Zusatzaggregats
aktiv., d.h. das Zusatzaggregat befindet sich in einer zumindest annähernd vertikalen
Position. In der Ruheposition, die annähernd horizontal ist, wenn das Zusatzaggregat
um etwa 90° geschwenkt werden kann, sind die Messerwalzen von oben leicht zugänglich
und können somit leicht repariert oder ausgetauscht werden, sofern sie austauschbar
im Zusatzaggregat angeordnet sind. Das Zusatzaggregat muss außerdem in der Ruheposition
nicht arretiert werden.
[0008] Weitere entscheidende Vorteile ergeben sich, wenn der Antrieb der Messerwalzen durch
das Falzwerk erfolgt. Es kann dann auf einen separaten Antrieb für die Messerwalzen
bzw. das Zusatzaggregat verzichtet werden.
[0009] Dabei kann vorzugsweise automatisch durch das Verschwenken des Zusatzaggregats eine
antriebsmäßige Kopplung der Messerwalzen mit dem Falzwerk erfolgen. Eine Möglichkeit,
dies zu verwirklichen, besteht darin, dass eine der Falzwalzen oder eine Antriebswalze
für die Falzwalzen mit einem Zahnrad versehen ist, das mit einem mit den Messerwalzen
antriebsmäßig gekoppelten Zahnrad kämmt, wenn sich das Zusatzaggregat in Arbeitsposition
befindet. Hierdurch erfolgt eine direkte und automatische Kopplung des Messerwalzenantriebs
mit dem Falzwalzenantrieb ohne weitere Kopplungsmaßnahmen.
[0010] Die Messerwalzen können durch einen Riemenantrieb untereinander verbunden sein, sodass
sie gemeinsam und synchron angetrieben werden können. Vorzugsweise kann das Zusatzaggregat
zwei Messerwalzenpaare aufweisen. Es können jedoch auch - abhängig von der gewünschten
Bearbeitung der Falzprodukte - nur ein Paar oder mehrere Paare vorgesehen werden.
[0011] Weiter ist es vorteilhaft, wenn das Zusatzaggregat im eingeschwenkten Zustand in
Aussparungen in einem Rahmen des Falzwerks hineinragt. Das Zusatzaggregat verbreitert
dadurch den Aufbau der Falzmaschine nicht. Die Messerwalzen können die gleiche Länge
wie die Falzwalzen aufweisen und von diesen angetrieben werden.
[0012] Der Aufbau des Falzwerks ist für die Erfindung unerheblich. Vorzugsweise kann es
jedoch ein Taschenfalzwerk sein. Neben den Falzwalzen können im Falzwerk auch Transportwalzen
angeordnet sein. Auch im Zusatzaggregat können neben Messerwalzen Transportwalzen
vorgesehen werden.
[0013] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Falzmaschine
mit Bezug auf die Zeichnung näher beschrieben.
[0014] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht des Auslaufbereichs eines Falzwerks einer Falzmaschine
mit nach unten verschwenktem Zusatzaggregat (Ruheposition);
- Fig. 2
- eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung mit nach oben geschwenktem Zusatzaggregat
(Arbeitsposition);
- Fig. 3
- einen Teil-Querschnitt durch das Falzwerk mit nach oben verschwenktem Zusatzaggregat
aus Fig. 2;
- Fig.4
- eine Teil-Seitenansicht des Falzwerks mit nach oben verschwenktem Zusatzaggregat aus
Fig. 2.
[0015] Fig. 1 zeigt ein Falzwerk 10 mit einer Vielzahl von Falzwalzen 11, die mit ihren
Enden in einem Rahmen 12 gelagert sind. Am Rahmen 12 ist außerdem ein Zusatzaggregat
13 angeordnet. Dieses Zusatzaggregat 13 ist um eine horizontale Achse 14 schwenkbar,
wie insbesondere Fig. 3 verdeutlicht. Die Achse 14 ist dabei unterhalb und stromabwärts
mit Bezug auf die letzten Falzwalzen 11 und damit den Auslaufbereich des Falzwerks
10 angeordnet. Im Zusatzaggregat sind zwei Messerwalzenpaare 15, 16 und 17, 18 gelagert.
Das Zusatzaggregat ist in Fig. 1 nach unten verschwenkt, d. h. inaktiv. In dieser
- horizontalen - Stellung des Zusatzaggregats 13 sind die Messerwalzen 15 bis 18 von
oben gut zugänglich und können einfach repariert oder ausgetauscht werden. Auch der
Auslauf des Falzwerks 10 ist frei zugänglich und gut einsehbar.
[0016] Fig. 2 zeigt das Zusatzaggregat dagegen in seiner aktiven, nach oben verschwenkten
Position. In dieser Position werden die Messerwalzen 15 bis 18 durch das Falzwerk
10 mit angetrieben, wie mit Bezug auf Fig. 4 nachstehend näher erläutert wird. Im
aktiven Zustand nimmt das Zusatzaggregat 13 eine zumindest annähernd vertikale Stellung
ein. Die Schwenkbewegung von der horizontalen Ruheposition in die senkrechte Arbeitsposition
wird durch eine aus der Schnittdarstellung der Fig. 3 ersichtliche Steuerkurve 19
im Rahmen 12 geführt. In die viertelkreisförmige Steuerkurve 19 ragt ein mit dem Zusatzaggregat
13 verbundener Bolzen 20 und führt dadurch die Drehbewegung des Aggregats 13 um die
Achse 14. Gleichzeitig stellt die Steuerkurve 19 einen Endanschlag sowohl für die
Ruheposition als auch für die Arbeitsposition des Zusatzaggregats 13 dar.
[0017] Die Seitenansicht aus Fig. 4 verdeutlicht zusammen mit der Darstellung in Fig. 2,
dass in der Arbeitsposition des Zusatzaggregats 13 eine Antriebswelle 21 des Falzwerks
10 über Zahnräder 22 und 23 ein Zahnrad 24 des Zusatzaggregats 13, das auf einer Welle
25 sitzt, diese Welle 25 antreibt. Die Welle 25 wiederum ist über einen Zahnriemenantrieb
26 mit den Messerwalzen 15 bis 18 verbunden. Beim Verschwenken des Zusatzaggregats
13 in seine Arbeitsposition gelangen die Zahnräder 23 und 24 automatisch in Eingriff,
sodass ohne weitere Maßnahmen der Antrieb der Messerwalzen 15 bis 18 durch das Falzwerk
10 erfolgt.
[0018] Das Zusatzaggregat 13 kann bei Nichtgebrauch leicht vom Rahmen 12 abmontiert werden.
Es kann auch durch ein anderes Zusatzaggregat mit beispielsweise mehr als zwei Messerwalzenpaaren
15, 16 und 17, 18 ersetzt werden. Außerdem können die Messerwalzen 15 bis 18 leicht
gegen andere ausgetauscht werden. Damit lässt sich das Falzwerk 10 und damit die gesamte
Falzmaschine leicht an unterschiedliche Aufgaben anpassen.
1. Falzmaschine mit mindestens einem Falzwerk (10), in dem eine Vielzahl von Falzwalzen
(11) gelagert sind, und mit einem dem Falzwerk (10) nachgeordneten Zusatzaggregat
(13), in dem mindestens ein Messerwalzenpaar (15, 16; 17, 18) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass keine Messerwalzen (15 bis 18) im Falzwerk (10) angeordnet sind und dass das Zusatzaggregat
(13) um eine horizontale Achse (14) schwenkbar angeordnet ist, wobei die horizontale
Achse (14) unterhalb und stromabwärts zu einem Auslaufbereich des Falzwerks (10) angeordnet
ist.
2. Falzmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzaggregat (13) zwischen einer Arbeitsposition und einer Ruheposition schwenkbar
angeordnet ist.
3. Falzmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzaggregat (13) um einen Winkel von 90° um die horizontale Achse (14) verschwenkbar
ist.
4. Falzmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Messerwalzenpaar (15, 16; 17, 18) austauschbar im Zusatzaggregat
(13) angeordnet ist.
5. Falzmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb der Messerwalzen (15 bis 18) durch das Falzwerk (10) erfolgt.
6. Falzmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Verschwenken des Zusatzaggregats eine antriebsmäßige Kopplung der Messerwalzen
mit dem Falzwerk erfolgt.
7. Falzmaschine nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Falzwalzen (11) oder eine Antriebswalze (21) für die Falzwalzen (11) mit
einem Zahnrad (22) versehen ist, das ein mit den Messerwalzen (15 bis 18) antriebsmäßig
gekoppeltes Zahnrad (24) antreibt, wenn sich das Zusatzaggregat (13) in Arbeitsposition
befindet.
8. Falzmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerwalzen (15 bis 18) durch einen Riemenantrieb (26) untereinander verbunden
sind.
9. Falzmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzaggregat (13) zwei Messerwalzenpaare (15, 16; 17, 18) aufweist.
10. Falzmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzaggregat (13) im eingeschwenkten Zustand in Aussparungen in einem Rahmen
(12) des Falzwerks (10) hineinragt.
11. Falzmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Falzwerk (10) ein Taschenfalzwerk ist.
12. Falzmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Transportwalzen im Falzwerk (10) und/oder im Zusatzaggregat (13) angeordnet sind.