[0001] Die Erfindung betrifft einen Drehverschlussöffner mit einem Griffabschnitt, mit einer
Kappenaufnahme und mit einer Sperrklinke. Die Kappenaufnahme erstreckt sich zwischen
einem Eingriffselement der Sperrklinke und einer Gegenfläche des Drehverschlussöffners,
wobei die Sperrklinke eine zwischen dem Eingriffselement und einer Betätigungsfläche
angeordnete Klinkenachse aufweist. In einem Eingriffszustand greifen sowohl Betätigungsteil
als auch das Eingriffsteil der Sperrklinke an einer Umfangsfläche der Verschlusskappe
an. Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Betätigen eines Drehverschlusses.
[0002] Solche Drehverschlussöffner werden verwendet, um das Öffnen von Drehverschlüssen
zu erleichtern. Der Drehverschlussöffner wird an die Verschlusskappe des Drehverschlusses
herangeführt, so dass die Verschlusskappe in der Kappenaufnahme angeordnet ist. Die
Sperrklinke wird betätigt, um die Verschlusskappe in einen drehfesten Eingriff zwischen
dem Eingriffsteil der Sperrklinke und der Gegenfläche zu bringen. Der Griffabschnitt
dient als Hebel, über den ein Drehmoment zum Öffnen des Drehverschlusses aufgebracht
werden kann.
[0003] Ein Drehverschluss mit einer solchen Sperrklinke ist aus einer britischen Patentschrift
aus dem Jahr 1910 bekannt (
GB 23,710). Der Drehverschlussöffner wird von oben an die Verschlusskappe herangeführt, wodurch
das Betätigungsteil der Sperrklinke mit der Oberseite der Verschlusskappe in Eingriff
kommt. Durch Druck von oben auf den Drehverschlussöffner wird die Sperrklinke betätigt
und das Eingriffsteil der Sperrklinke kommt in Eingriff mit einer Umfangsfläche der
Verschlusskappe. Die Verschlusskappe wird auf diese Weise zwischen dem Eingriffsteil
der Sperrklinke und einer Gegenfläche des Drehverschlussöffners eingespannt, so dass
sich eine drehfeste Verbindung zwischen dem Drehverschlussöffner und der Verschlusskappe
ergibt. Durch Drehen an dem Drehverschlussöffner kann die Verschlusskappe gelöst werden.
[0004] Beim Betätigen des Drehverschlussöffners müssen gleichzeitig eine in Richtung der
Drehachse des Drehverschlusses gerichtete Kraft und ein Drehmoment aufgebracht werden.
Mit der Kraft in Richtung der Drehachse wird die Sperrklinke in Eingriff mit der Verschlusskappe
gehalten, durch das Drehmoment wird die Verschlusskappe gedreht. Um diese Kräfte in
Kombination aufbringen zu können, greift der Benutzer mit seiner Hand im Bereich der
Drehachse an dem Drehverschlussöffner an. Für das Drehmoment steht damit nur ein kleiner
Hebelarm zur Verfügung. Es ist also einiger Kraftaufwand erforderlich, um die Verschlusskappe
in Drehung versetzen zu können.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Drehverschlussöffner und ein Verfahren
zum Öffnen eines Drehverschlusses vorzustellen, so dass die Verschlusskappe mit geringem
Kraftaufwand gedreht werden kann. Ausgehend vom genannten Stand der Technik wird die
Aufgabe gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Ausführungsformen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Drehverschlussöffner schneidet die Klinkenachse eine senkrecht
zu der Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtete Ebene. Insbesondere kann die Klinkenachse
einen Winkel von weniger als 30°, vorzugsweise weniger als 10° mit der Drehachse des
Drehverschlusses einschließen. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Klinkenachse
parallel zu der Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtet. Die Angaben zur Ausrichtung
der Klinkenachse sowie die daraus abgeleiteten Richtungsangaben beziehen sich auf
den Zustand, in dem der Drehverschlussöffner bestimmungsgemäß an die Verschlusskappe
angesetzt ist, und insbesondere auf den Zustand, in dem der Drehverschlussöffner in
einem drehfesten Eingriff mit der Verschlusskappe ist.
[0007] Damit der Griffabschnitt des Drehverschlussöffners als Hebelarm zum Aufbringen eines
Drehmoments auf die Verschlusskappe genutzt werden kann, hat der Griffabschnitt eine
radiale Erstreckung bezogen auf die Drehachse des Drehverschlusses. Die Hauptrichtung
des Griffabschnitts kann sich exakt in Radialrichtung erstrecken. Eine radiale Erstreckung
im Sinne der Erfindung hat der Griffabschnitt jedoch auch dann, wenn die Hauptrichtung
des Griffabschnitts relativ zu der Radialrichtung geneigt ist. Durch die radiale Erstreckung
des Griffabschnitts, das Eingriffsteil der Sperrklinke und die Gegenfläche des Drehverschlussöffners
wird eine Ebene aufgespannt. Diese Ebene ist senkrecht zu der Drehachse des Drehverschlusses
ausgerichtet.
[0008] Indem die Klinkenachse die senkrecht zu der Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtete
Ebene unter einem bevorzugt kleinen Winkel schneidet, wird es möglich, dass außer
dem Eingriffsteil der Sperrklinke und der Gegenfläche des Drehverschlussöffners auch
das Betätigungsteil der Sperrklinke an der Umfangsfläche der Verschlusskappe angreifen
kann. Es ist dann eine bezogen auf die Drehachse des Drehverschlusses in Radialrichtung
wirkende Kraft erforderlich, um die Sperrklinke zu betätigen. Eine radiale Kraft kann
ohne weiteres über den Griffabschnitt aufgebracht werden, der sich als Hebelarm in
Radialrichtung erstreckt. Es ist folglich nicht erforderlich, unmittelbar im Bereich
der Drehachse an dem Drehverschlussöffner anzugreifen. Durch die Ausnutzung des radialen
Hebelarms ist eine geringere Kraft ausreichend, um die Verschlusskappe in Drehung
zu versetzen.
[0009] Es ist möglich, den Drehverschlussöffner zunächst in axialer Richtung an die Verschlusskappe
heranzuführen und dann zum Betätigen der Sperrklinke eine Bewegung in radialer Richtung
anzuschließen. Von der Erfindung umfasst ist auch, dass die Bewegung zum Einführen
der Verschlusskappe in die Kappenaufnahme (Einführbewegung) im Wesentlichen in derselben
Richtung erfolgen kann wie die Bewegung zum Betätigen der Sperrklinke (Betätigungsbewegung).
Die Kappenaufnahme kann zu diesem Zweck eine Einführöffnung umfassen, die eine senkrecht
zu der Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtete Einführrichtung für die Verschlusskappe
des Drehverschlusses freigibt. Das Betätigungsteil der Sperrklinke kann der Einführöffnung
gegenüber angeordnet sein, so dass mit einer einheitlichen Bewegung die Verschlusskappe
in die Kappenaufnahme eingeführt werden kann und die Sperrklinke betätigt werden kann.
Zieht man eine Verbindungsgerade zwischen dem Eingriffsteil der Sperrklinke und der
Gegenfläche des Drehverschlussöffners, so ist die Einführöffnung vorzugsweise so angeordnet,
dass eine durch die Einführöffnung eingeführte Verschlusskappe die Verbindungsgerade
schneidet, bevor das Betätigungsteil der Sperrklinke in Kontakt mit der Verschlusskappe
kommt.
[0010] Mit der Klinkenachse zwischen dem Eingriffsteil und dem Betätigungsteil ergeben sich
ein erster Hebelarm zwischen der Klinkenachse und dem Eingriffsteil sowie ein zweiter
Hebelarm zwischen der Klinkenachse und dem Betätigungsteil. Der zweite Hebelarm kann
größer sein als der erste Hebelarm, vorzugsweise wenigstens um den Faktor 2 größer,
weiter vorzugsweise wenigstens um den Faktor 3 größer. Damit wird erreicht, dass beim
Betätigen der Sperrklinke lediglich eine geringe Kraft aufgebracht werden muss, um
einen sicheren Eingriff zwischen dem Öffner und der Verschlusskappe zu erreichen.
[0011] Die Verbindungsgerade zwischen der Klinkenachse und dem Eingriffsteil und die Verbindungsgerade
zwischen der Klinkenachse und dem Betätigungsteil können einen Winkel im Bereich zwischen
45° und 90°, vorzugsweise im Bereich zwischen 60° und 80° miteinander einschließen.
Die Verbindungsgerade erstreckt sich sowohl beim Eingriffsteil als auch bei dem Betätigungsteil
durch die Kontaktfläche zur Verschlusskappe. Bezogen auf die Drehachse des Drehverschlusses
kann die Differenz zwischen der Winkelposition der Klinkenachse und der Winkelposition
des Eingriffsteils kleiner als 30°, vorzugsweise kleiner als 20° sein. Ausgehend von
der Drehachse des Drehverschlusses kann die Differenz zwischen der Winkelposition
der Klinkenachse und der Winkelposition des Betätigungsteils zwischen 60° und 100°,
vorzugsweise zwischen 70° und 90° sein. Die Klinkenachse kann benachbart zu der Kappenaufnahme
angeordnet sein. Die Klinkenachse kann sich zwischen einer oberen Abdeckung und einer
unteren Abdeckung des Drehverschlussöffners erstrecken. Insbesondere kann die Klinkenachse
die obere Abdeckung und die untere Abdeckung senkrecht schneiden. Die Sperrklinke
ist vorzugsweise so angeordnet, dass der Eingriff der Sperrklinke mit der Verschlusskappe
verstärkt wird durch das beim lösenden Drehen der Verschlusskappe ausgeübte Drehmoment.
[0012] Die Sperrklinke des erfindungsgemäßen Drehverschlussöffners kann zwischen einem Ausgangszustand
und einem Eingriffszustand bewegt werden. Der Drehverschlussöffner kann ein Federelement
umfassen, das dazu ausgelegt ist, die Sperrklinke in den Ausgangszustand zu bringen.
Der Ausgangszustand kann durch einen Anschlag definiert sein, an dem ein Abschnitt
der Sperrklinke anliegt. Das Federelement kann die Sperrklinke gegen den Anschlag
drücken. Bei der Feder kann es sich um eine Druckfeder handeln, die an dem Hebelarm
der Sperrklinke angreift, der sich zwischen der Klinkenachse und dem Betätigungsteil
erstreckt. Der Anschlag kann auf den Hebelarm der Sperrklinke wirken, der mit dem
Eingriffsteil verbunden ist.
[0013] Um die Sperrklinke vom Ausgangszustand in den Eingriffszustand zu bringen, kann über
die Umfangsfläche der Verschlusskappe Druck auf das Betätigungsteil der Sperrklinke
ausgeübt werden, so dass die Sperrklinke um die Klinkenachse geschwenkt wird. Mit
der Schwenkbewegung der Sperrklinke wird das Eingriffsteil der Sperrklinke an die
Gegenfläche des Drehverschlussöffners angenähert. Im Eingriffszustand greifen außerdem
Betätigungsteil sowohl das Eingriffsteil der Sperrklinke als auch die Gegenfläche
des Drehverschlussöffners an der Umfangsfläche der Verschlusskappe an, so dass die
Verschlusskappe drehfest eingespannt ist. Für einen sicheren Eingriff mit der Verschlusskappe
kann das Eingriffsteil mit einem spitzen Vorsprung versehen sein. Der spitze Vorsprung
kann eine spitz zulaufende Kante umfassen, die sich parallel zu der Klinkenachse erstreckt.
[0014] Üblicherweise liegt im Eingriffszustand außer der Gegenfläche des Drehverschlussöffners
und dem Eingriffsteil der Sperrklinke auch das Betätigungsteil der Sperrklinke an
der Umfangsfläche der Verschlusskappe an. Bezogen auf die Drehachse der Verschlusskappe
gibt es bestimmte Winkelpositionen, in denen die Elemente an der Umfangsfläche der
Verschlusskappe anliegen. Die Winkelposition des Eingriffsteils und die Winkelposition
der Gegenfläche können sich um 150° bis 210°, vorzugsweise um 170° bis 190° voneinander
unterscheiden. Die Winkelposition des Eingriffsteils und die Winkelposition des Betätigungsteils
können sich um 60° bis 120°, vorzugsweise um 80° bis 100° voneinander unterscheiden.
[0015] Die Einführöffnung der Kappenaufnahme kann durch eine gegenüber der Gegenfläche des
Drehverschlussöffners angeordnete Führungsfläche begrenzt sein. Die Führungsfläche
kann so gestaltet sein, dass das Eingriffsteil der Sperrklinke abgedeckt ist, wenn
die Sperrklinke im Ausgangszustand ist, und dass das Eingriffsteil der Sperrklinke
nicht abgedeckt ist, wenn die Sperrklinke im Eingriffszustand ist. Eine Verschlusskappe,
die entlang der Führungsfläche in Einführrichtung geführt wird, stößt demnach nicht
an dem Eingriffsteil der Sperrklinke an, wenn die Sperrklinke im Ausgangszustand ist.
Hingegen würde die Verschlusskappe an der Sperrklinke anstoßen, wenn die Sperrklinke
zu diesem Zeitpunkt im Eingriffszustand wäre.
[0016] Der erfindungsgemäße Drehverschlussöffner kann so gestaltet sein, dass die Kappenaufnahme
sich in Einführrichtung verjüngt. Es verringert sich also der Abstand zwischen dem
Eingriffsteil der Sperrklinke und der Gegenfläche des Drehverschlussöffners, wenn
man sich in einer senkrecht zu der Drehachse des Drehverschlusses ausgerichteten Ebene
in Einführrichtung bewegt. Dies gilt insbesondere für den Eingriffszustand der Sperrklinke.
Dadurch wird es möglich, den erfindungsgemäßen Drehverschlussöffner für Verschlusskappen
mit unterschiedlichem Durchmesser zu benutzen. Es gibt dann einen größten Durchmesser
und einen kleinsten Durchmesser der Verschlusskappe, mit denen der erfindungsgemäße
Drehverschlussöffner verwendet werden kann. Der größte Durchmesser ist vorzugsweise
um wenigstens 5 %, weiter vorzugsweise um wenigstens 10 %, weiter vorzugsweise um
wenigstens 20 % größer als der kleinste Durchmesser. Der kleinste Durchmesser kann
beispielsweise zwischen 20 mm und 30 mm liegen.
[0017] Die Gegenfläche kann sich in Betätigungsrichtung mit einer geschwungenen Form verjüngen,
so dass der Drehverschlussöffner für einen kontinuierlichen Durchmesserbereich zwischen
dem kleinsten Durchmesser und dem größten Durchmesser der Verschlusskappe geeignet
ist. Jede Verschlusskappe innerhalb des Durchmesserbereichs kann dann so innerhalb
der Kappenaufnahme positioniert werden, dass die Umfangsfläche der Verschlusskappe
sowohl mit dem Eingriffsteil der Sperrklinke als auch mit dem Betätigungsteil der
Sperrklinke als auch mit der Gegenfläche des Drehverschlussöffners in Eingriff steht.
Im Bereich der Einführöffnung kann die Gegenfläche in einem geraden Endabschnitt auslaufen.
[0018] Die Sperrklinke kann zwischen dem Betätigungsteil und dem Eingriffsteil so ausgenommen
sein, dass auch die Verschlusskappe mit dem kleinsten Durchmesser dort nicht an der
Sperrklinke anstößt.
[0019] Die Kappenaufnahme kann durch eine senkrecht zu der Drehachse des Drehverschlusses
ausgerichtete erste Abdeckung begrenzt sein. Die Abdeckung kann auf der Oberseite
(Stirnfläche) der Verschlusskappe aufliegen, wenn der Drehverschlussöffner mit der
Verschlusskappe in Eingriff ist. Durch eine solche Abdeckung wird es dem Benutzer
erleichtert, den Drehverschlussöffner in die richtige Position relativ zu der Verschlusskappe
zu bringen. In der Abdeckung kann ein Kronkorkenheber ausgebildet sein.
[0020] Die Klinkenachse kann sich zwischen der ersten Abdeckung und einer zweiten Abdeckung
erstrecken. Die zweite Abdeckung kann so bemessen sein, dass sie sich nicht in den
Bereich der Kappenaufnahme hinein erstreckt. Die Verschlusskappe kann also in die
Kappenaufnahme eingeführt werden, ohne an der zweiten Abdeckung anzustoßen. Eine Kante
der zweiten Abdeckung kann also als Begrenzung der Kappenaufnahme ausgebildet sein.
[0021] Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Betätigen eines Drehverschlusses.
Bei dem Verfahren wird ein Drehverschlussöffner so an eine Verschlusskappe herangeführt,
dass ein Betätigungsteil einer Sperrklinke mit einer Umfangsfläche der Verschlusskappe
in Eingriff kommt. Die Sperrklinke wird über die Umfangsfläche der Verschlusskappe
betätigt, um die Verschlusskappe in einen drehfesten Eingriff zwischen einem Eingriffsteil
der Sperrklinke und einer Gegenfläche des Drehverschlussöffners zu bringen. Es wird
ein auf die Achse des Drehverschlusses bezogenes Drehmoment auf den Drehverschlussöffner
ausgeübt, um die Verschlusskappe in Drehung zu versetzen. Die Richtung des Drehmoments
ist vorzugsweise der Betätigungsrichtung der Sperrklinke entgegengesetzt, so dass
der Eingriff der Sperrklinke durch das Drehmoment verstärkt wird.
[0022] Das Verfahren kann mit weiteren Merkmalen fortgebildet werden, die im Zusammenhang
des erfindungsgemäßen Drehverschlussöffners beschrieben sind. Der Drehverschlussöffner
kann mit weiteren Merkmalen fortgebildet werden, die im Zusammenhang des erfindungsgemäßen
Verfahrens beschrieben sind.
[0023] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen anhand
vorteilhafter Ausführungsformen beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Ansicht von oben auf einen erfindungsgemäßen Drehverschlussöffner;
- Fig. 2:
- eine seitliche Ansicht des Drehverschlussöffners aus Fig. 1;
- Fig. 3:
- einen Schnitt entlang Linie A-B in Fig. 2;
- Fig. 4:
- einen Schnitt entlang Linie C-D in Fig. 3;
- Fig. 5:
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Drehverschlussöffners;
- Fig. 6:
- einen Schnitt entlang Linie E-F in Fig. 5;
- Fig. 7:
- die Ansicht gemäß Fig. 6, wobei die Sperrklinke in Eingriff mit einer Verschlusskappe
mit kleinem Durchmesser ist;
- Fig. 8:
- die Ansicht gemäß Fig. 6, wobei die Sperrklinke in Eingriff mit einer Verschlusskappe
mit großem Durchmesser ist;
- Fig. 9:
- die Ansicht gemäß Fig. 1 bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung.
[0024] Ein erfindungsgemäßer Drehverschlussöffner umfasst gemäß Fig. 1 einen Griffabschnitt
14 sowie einen Abschnitt 15, in dem eine Kappenaufnahme 16 ausgebildet ist. Der Drehverschlussöffner
hat eine Abdeckung 17, die den Griffabschnitt 14 und die Kappenaufnahme 15 insgesamt
überdeckt. Eine Seitenwand 18 erstreckt sich entlang der von der Abdeckung 17 gebildeten
Kontur, so dass lediglich eine Einführöffnung 19 im Bereich der Kappenaufnahme 16
frei bleibt. Unten an die Seitenwand schließt sich eine untere Abdeckung 20 an, die
den Griffabschnitt 14 abdeckt, die Kappenaufnahme 16 jedoch frei lässt. Zwischen der
oberen Abdeckung 17 und der unteren Abdeckung 20 ist eine Sperrklinke 21 eingeschlossen,
deren Stärke geringfügig kleiner ist als die Höhe der Seitenwand 18. Die Sperrklinke
21 kann sich also zwischen der oberen Abdeckung 17 und der unteren Abdeckung 20 bewegen.
[0025] Die Sperrklinke 21 ist in einer Klinkenachse 22 gelagert, wobei die Klinkenachse
22 die untere Abdeckung 20 und die obere Abdeckung 17 senkrecht schneidet. Die Klinkenachse
22 ist benachbart zu der Kappenaufnahme 16 angeordnet. Die Sperrklinke 22 erstreckt
sich zwischen einem Eingriffsteil 23 und einem Betätigungsteil 24. Das Eingriffsteil
23 umfasst einen spitzen Vorsprung für einen sicheren Eingriff mit einer Umfangsfläche
der Verschlusskappe des zu öffnenden Drehverschlusses. Das Betätigungsteil 24 ist
als konvexe Rundung ausgestaltet, so dass die Sperrklinke 21 über die Umfangsfläche
der Verschlusskappe gut betätigt werden kann. Zwischen dem Eingriffsteil 23 und dem
Betätigungsteil 24 kann die Sperrklinke 21 einen konkaven Abschnitt aufweisen.
[0026] Der Abschnitt zwischen der Klinkenachse 22 und dem Eingriffsteil 23 bildet einen
ersten Hebelarm der Sperrklinke 21, der Abschnitt zwischen der Klinkenachse 22 und
dem Betätigungsteil 24 bildet einen zweiten Hebelarm der Sperrklinke 21. Die Länge
des zweiten Hebelarms ist um etwa den Faktor 3 größer als die Länge des ersten Hebelarms.
Die Strecke zwischen der Klinkenachse 22 und dem Eingriffsteil 23 schließt mit der
Strecke zwischen der Klinkenachse 22 und dem Betätigungsteil 24 einen Winkel von etwa
70° ein. Der erste Hebelarm liegt an einem Anschlag 25 an, durch den der Ausgangszustand
der Sperrklinke 21 definiert wird. Gemäß Fig. 6 umfasst der Drehverschlussöffner ein
Federelement 28, das die Sperrklinke gegen den Anschlag 25 drückt.
[0027] Die Einführöffnung 19 der Kappenaufnahme 16 ist auf der einen Seite durch eine Führungsfläche
26 begrenzt und auf der anderen Seite durch eine dem Eingriffsteil 23 gegenüberliegende
Gegenfläche 27. In Fig. 7 ist ein Zustand dargestellt, in dem der Drehverschlussöffner
in Eingriff mit einer Verschlusskappe 29 ist. Die Verschlusskappe 29 hat einen kleinen
Durchmesser von beispielsweise 26 mm.
[0028] Um den Drehverschlussöffner in diesen Zustand zu bringen, wird der Drehverschlussöffner
zunächst an die Verschlusskappe 29 herangeführt, so dass die Verschlusskappe 29 in
der Kappenaufnahme 16 angeordnet ist. Dies kann durch eine entlang der Drehachse des
Drehverschlusses ausgerichtete Bewegung geschehen. Insbesondere ist es aber möglich
zu diesem Zweck eine senkrecht zur Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtete Bewegung
durchzuführen, mit der die Verschlusskappe 29 durch die Einführöffnung 19 hindurch
geführt wird (Einführbewegung). Die Unterseite der oberen Abdeckung 17 liegt an der
Oberseite der Verschlusskappe 29 an, wenn die Verschlusskappe 29 in die Kappenaufnahme
16 eingeführt ist.
[0029] In einer anschließenden Bewegung wird der Drehverschlussöffner so gegenüber der Verschlusskappe
29 verschoben, dass zunächst die Umfangsfläche der Verschlusskappe 29 mit dem Betätigungsteil
24 der Sperrklinke 21 in Eingriff kommt und dann die Sperrklinke 21 betätigt wird
(Betätigungsbewegung). Vorzugsweise bleibt bei der Betätigungsbewegung der Kontakt
zwischen der Oberseite der Verschlusskappe 29 und der Unterseite der Abdeckung 17
erhalten. Durch die Betätigungsbewegung wird die Sperrklinke 21 von dem in Fig. 6
gezeigten Ausgangszustand in den in Fig. 7 gezeigten Eingriffszustand bewegt.
[0030] Im Eingriffszustand ist das Federelement 28 komprimiert. Die Sperrklinke 21 ist so
geschwenkt, dass der Abstand zwischen dem Eingriffsteil 23 und der Gegenfläche 27
vermindert ist. Das Eingriffsteil 23 steht mit der Umfangsfläche der Verschlusskappe
29 in Eingriff, so dass die Verschlusskappe 29 zwischen dem Eingriffsteil 23 und der
Gegenfläche 27 eingespannt ist. Die Sperrklinke 21 ist so geformt, dass es im Bereich
zwischen dem Eingriffsteil 23 und dem Betätigungsteil 24 keinen Kontakt zwischen der
Sperrklinke und der Verschlusskappe 29 gibt.
[0031] Die Betätigungsbewegung kann eine im Wesentlichen lineare Fortsetzung der Einführbewegung
sein. Eine leichte seitliche Verschiebung kann sich ergeben, wenn die Verschlusskappe
29 an der geschwungenen Form der Gegenfläche 27 entlang geführt wird. Die Hauptrichtung
des Griffabschnitts 14 kann sich ebenfalls im Wesentlichen parallel zu der Betätigungsbewegung
erstrecken. Das Drehmoment zum Öffnen der Verschlusskappe 29 kann dann in derselben
Ebene stattfinden, in der auch die Einführbewegung und die Betätigungsbewegung liegen.
Diese Ebene ist senkrecht zur Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtet. Wird der
Drehverschlussöffner wieder von der Verschlusskappe 29 entfernt, bewegt sich die Sperrklinke
21 unter dem Einfluss des Federelements 28 zurück in den Ausgangszustand.
[0032] Im Ausgangszustand (Fig. 6) deckt die Führungsfläche 26 das Eingriffsteil 23 der
Sperrklinke 21 ab. Die Verschlusskappe 29 kann also in die Kappenaufnahme eingeführt
werden, ohne dass die Verschlusskappe an dem Eingriffsteil 23 anstößt. Im Eingriffszustand
(Fig. 7) springt das Eingriffsteil 23 gegenüber der Führungsfläche 26 vor, das Eingriffsteil
23 ist also nicht mehr durch die Führungsfläche 26 abgedeckt.
[0033] In Fig. 8 ist der Drehverschlussöffner im Eingriffszustand mit einer größeren Verschlusskappe
29 mit einem Durchmesser von 31 mm gezeigt. Die Winkelposition der Sperrklinke 21
im Eingriffzustand weicht leicht von Fig. 7 ab, und die Verschlusskappe 29 liegt an
einem etwas anderen Abschnitt der Gegenfläche 27 an als in Fig. 7. Im Übrigen erfolgt
die Bedienung des Drehverschlussöffners auf analoge Weise wie bei der kleinen Verschlusskappe
29 in Fig. 7.
[0034] Die Fig. 9 zeigt eine Ausführungsform, bei der in der oberen Abdeckung 17 im Bereich
der Kappenaufnahme 16 ein Kronkorkenheber 30 ausgebildet ist.
1. Drehverschlussöffner mit einem Griffabschnitt (14), mit einer Kappenaufnahme (16)
und mit einer Sperrklinke (21), wobei die Kappenaufnahme (16) sich zwischen einem
Eingriffsteil (23) der Sperrklinke (21) und einer Gegenfläche (27) erstreckt, wobei
die Sperrklinke (21) eine zwischen dem Eingriffsteil (23) und einem Betätigungsteil
(24) angeordnete Klinkenachse (22) aufweist und wobei in einem Eingriffszustand sowohl
das Betätigungsteil (24) als auch das Eingriffsteil (23) der Sperrklinke (21) an einer
Umfangsfläche der Verschlusskappe (29) angreifen, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinkenachse (22) eine senkrecht zu der Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtete
Ebene schneidet.
2. Drehverschlussöffner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinkenachse (22) einen Winkel von weniger als 30°, vorzugsweise weniger als
10° mit der Drehachse des Drehverschlusses einschließt und weiter vorzugsweise parallel
zu der Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtet ist.
3. Drehverschlussöffner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kappenaufnahme (16) eine Einführöffnung (19) umfasst, die eine senkrecht zu der
Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtete Einführrichtung für die Verschlusskappe
(29) des Drehverschlusses freigibt.
4. Drehverschlussöffner nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebelarm zwischen der Klinkenachse (22) und dem Betätigungsteil (24) der Sperrklinke
(21) größer ist als der Hebelarm zwischen der Klinkenachse (22) und dem Eingriffsteil
(23) der Sperrklinke (21), vorzugsweise um wenigstens den Faktor 2 größer, weiter
vorzugsweise wenigstens um den Faktor 3 größer.
5. Drehverschlussöffner nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch ein Federelement (28), das die Sperrklinke (21) in einer Ausgangsposition hält.
6. Drehverschlussöffner nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einführöffnung (19) durch eine gegenüber der Gegenfläche (27) angeordnete Führungsfläche
(26) begrenzt ist, wobei in Einführrichtung betrachtet die Führungsfläche (26) das
Eingriffsteil (23) der Sperrklinke (21) abdeckt, wenn die Sperrklinke (21) im Ausgangszustand
ist, und wobei die Führungsfläche (26) das Eingriffsteil nicht abdeckt, wenn die Sperrklinke
(21) im Eingriffszustand ist.
7. Drehverschlussöffner nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehverschlussöffner bei Verschlusskappen (29) mit unterschiedlichen Durchmesser
anwendbar ist, wobei der größte Durchmesser um wenigstens 5 %, vorzugsweise um wenigstens
10 %, weiter vorzugsweise um wenigstens 20 % größer ist als der kleinste Durchmesser.
8. Drehverschlussöffner nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch eine die Kappenaufnahme (16) begrenzende erste Abdeckung (17), die senkrecht zu der
Drehachse des Drehverschlusses ausgerichtet ist.
9. Drehverschlussöffner nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinkenachse (22) sich zwischen einer ersten Abdeckung (17) und einer zweiten
Abdeckung (20) des Drehverschlussöffners erstreckt.
10. Drehverschlussöffner nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Abdeckung (17) ein Kronkorkenheber (30) ausgebildet ist.
11. Drehverschlussöffner nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Eingriffsteil (23) der Sperrklinke (21) mit einem spitzen Vorsprung ausgestattet
ist.
12. Verfahren zum Betätigen eines Drehverschlusses, bei dem ein Drehverschlussöffner so
an eine Verschlusskappe (29) herangeführt wird, dass ein Betätigungsteil (24) einer
Sperrklinke (21) mit einer Umfangsfläche der Verschlusskappe (29) in Eingriff kommt,
bei dem die Sperrklinke (21) über die Umfangsfläche der Verschlusskappe (29) betätigt
wird, um die Verschlusskappe (29) in einen drehfesten Eingriff zwischen einem Eingriffsteil
(23) der Sperrklinke (21) und einer Gegenfläche (27) des Drehverschlussöffners zu
bringen, und bei dem ein Drehmoment auf den Drehverschlussöffner ausgeübt wird, um
die Verschlusskappe (29) in Drehung zu versetzen.