(19)
(11) EP 3 354 781 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.08.2018  Patentblatt  2018/31

(21) Anmeldenummer: 17152974.6

(22) Anmeldetag:  25.01.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D04B 27/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder: Karl Mayer Textilmaschinenfabrik GmbH
63179 Obertshausen (DE)

(72) Erfinder:
  • Brandl, Klaus
    63512 Hainburg (DE)
  • Wintermeyer, Axel
    63607 Wächtersbach (DE)
  • Obmann, Kay
    60437 Frankfurt am Main (DE)
  • Schuler, Günter
    64850 Schaafheim (DE)

(74) Vertreter: Keil & Schaafhausen Patent- und Rechtsanwälte PartGmbB 
Friedrichstraße 2-6
60323 Frankfurt am Main
60323 Frankfurt am Main (DE)

   


(54) WIRKWERKZEUGBARRE UND WIRKWERKZEUGTRÄGER


(57) Es wird eine Wirkwerkzeugbarre (1) angegeben mit einem eine Längsrichtung aufweisenden Korpus (2) und einer Wirkwerkzeugaufnahme (5), die eine Vielzahl von quer zur Längsrichtung verlaufenden Nuten (6) aufweist, in denen Wirkwerkzeuge (4) lösbar angeordnet sind.
Man möchte eine Kettenwirkmaschine wirtschaftlich betreiben können.
Hierzu ist vorgesehen, dass die Wirkwerkzeugaufnahme (5) an einem Wirkwerkzeugträger 11 angeordnet ist, der lösbar am Korpus (2) befestigt ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Wirkwerkzeugbarre mit mindestens einem eine Längsrichtung aufweisenden Korpus und einer Wirkwerkzeugaufnahme, die eine Vielzahl von quer zur Längsrichtung verlaufenden Nuten aufweist, in denen Wirkwerkzeuge lösbar angeordnet sind.

[0002] Ferner betrifft die Erfindung einen Wirkwerkzeugträger.

[0003] Eine derartige Wirkwerkzeugbarre wird in Wirkmaschinen, insbesondere in Kettenwirkmaschinen, verwendet.

[0004] Bei der Produktion einer Wirkware in einer Wirkmaschine bewegen sich Wirkwerkzeuge relativ zueinander, um aus Kettfäden Maschen zu bilden. Die Kettfäden werden dabei mit einer gewissen Spannung durch die Wirkwerkzeuge geführt. Damit unterliegen die Wirkwerkzeuge einem abrasiven Verschleiß durch die Kettfäden. Nach einer gewissen Laufzeit müssen die Wirkwerkzeuge ausgetauscht werden. Hierbei handelt es sich um relativ kleinteilige Elemente. Nach dem Austauschen der Wirkwerkzeuge müssen die Wirkwerkzeuge in der Regel einzeln justiert werden. Auch bei einer sehr genauen Ausführung des Austauschs ist eine manuelle Nacharbeit praktisch unvermeidlich, um die Wirkwerkzeuge auszurichten. Hierfür benötigt man geschultes Fachpersonal, was wiederum Kosten verursacht. Darüber hinaus steht bei einem derartigen Austausch die Wirkmaschine still und kann nicht produzieren, was unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten von Nachteil ist.

[0005] Manche Wirkwerkzeuge sind in Gruppen zusammengefasst, wobei eine derartige Gruppe auch als Fassung bezeichnet wird. Gebräuchlich ist hier eine Zoll-Teilung, d.h. eine Fassung hat eine Breite von einem Zoll. Auch bei Verwendung derartiger Fassungen ist eine manuelle Justierung notwendig. Darüber hinaus verursacht eine derartige Fassung unnötig hohe Kosten, wenn beispielsweise nur ein einzelnes Wirkwerkzeug ausgetauscht werden muss, die anderen Wirkwerkzeuge einer Fassung aber noch funktionsfähig sind.

[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Wirkmaschine wirtschaftlich betreiben zu können.

[0007] Diese Aufgabe wird bei einer Wirkwerkzeugbarre der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Wirkwerkzeugaufnahme an einem Wirkwerkzeugträger angeordnet ist, der lösbar am Korpus befestigt ist.

[0008] Die Wirkwerkzeuge können also außerhalb der Wirkmaschine zunächst auf dem Wirkwerkzeugträger montiert und dort auch justiert werden. Da der Wirkwerkzeugträger außerhalb der Wirkmaschine besser zugänglich ist als innerhalb der Wirkmaschine, kann die Montage schneller und mit einem geringeren Aufwand erfolgen. Man kann u.U. auch eine maschinelle Bestückung des Wirkwerkzeugträgers vorsehen. Auch das Ausrichten der Wirkwerkzeuge auf dem Wirkwerkzeugträger ist einfacher und kann in manchen Fällen sogar automatisiert werden. Wenn dann ein turnusmäßiger Austausch der Wirkwerkzeuge ansteht, kann einfach der Wirkwerkzeugträger von dem Korpus der Wirkwerkzeugbarre entfernt und ein anderer Wirkwerkzeugträger mit neuen oder überarbeiteten Wirkwerkzeugen eingesetzt werden. Die Stillstandszeiten der Wirkmaschine werden damit erheblich reduziert und die Wirkmaschine kann nach kurzen Stillstandszeiten weiter betrieben werden, was sich günstig auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt.

[0009] Vorzugsweise ist zwischen dem Wirkwerkzeugträger und dem Korpus mindestens ein sich in Längsrichtung erstreckendes Ausrichtelement angeordnet. Der Wirkwerkzeugträger muss also nicht übermäßig groß dimensioniert werden. Das Ausrichtelement sorgt bei der Montage dafür, dass sich der Wirkwerkzeugträger in der gewünschten Lage und Ausrichtung an den Korpus der Wirkwerkzeugbarre anpasst.

[0010] Hierbei ist bevorzugt, dass das Ausrichtelement als Passfeder ausgebildet ist. Die Passfeder ist in eine Nut am Korpus der Wirkwerkzeugbarre eingelegt und tritt bei der Montage des Wirkwerkzeugträgers in eine Nut am Wirkwerkzeugträger ein. Der Wirkwerkzeugträger wird dann durch den Korpus der Wirkwerkzeugbarre in ausreichendem Maße ausgesteift.

[0011] Vorzugsweise ist der Wirkwerkzeugträger mit einer Befestigungsanordnung am Korpus befestigt, deren Spannkraft parallel zu den Nuten gerichtet ist. Die Spannkraft kann beispielsweise durch Schrauben erzeugt werden, deren Schraubachse parallel zu den Nuten der Wirkwerkzeuge gerichtet ist. Die Spannkraft ist in diesem Fall bei vielen Wirkwerkzeugen auch parallel zur Bewegungsrichtung der Wirkwerkzeuge gerichtet, insbesondere bei Wirk- oder Arbeitsnadeln. Dies hat den besonderen Vorteil, dass die Wirkwerkzeuge, die in einer Ebene angeordnet sind, auch in der Ebene bleiben und die Anordnung der Wirkwerkzeuge durch Spannkräfte nicht eine gewisse Welligkeit erhält. Die Längsflucht bleibt also erhalten.

[0012] Vorzugsweise weist der Wirkwerkzeugträger eine Länge von mindestens 9 Zoll auf. Der Wirkwerkzeugträger hat also eine relativ große Länge, so dass man auch eine entsprechend große Anzahl von Wirkwerkzeugen bereits fertig justieren kann, bevor man den Wirkwerkzeugträger in die Wirkwerkzeugbarre einbaut. Je länger der Wirkwerkzeugträger ist, desto einfacher ist die Endmontage, weil weniger Wirkwerkzeugträger relativ zueinander ausgerichtet sein müssen.

[0013] Auch ist von Vorteil, wenn der Wirkwerkzeugträger eine Länge aufweist, die mindestens einem Drittel der Länge des Korpus entspricht. Bei einem Drittel der Länge des Korpus benötigt man nur drei Wirkwerkzeugträger, so dass sich insgesamt nur zwei Stoßstellen ergeben, an denen eine Ausrichtung erforderlich ist.

[0014] Hierbei ist besonders bevorzugt, dass der Wirkwerkzeugträger eine Länge aufweist, die der Länge des Korpus entspricht. Man benötigt also für eine Gruppe von Wirkwerkzeugen nur einen einzigen Wirkwerkzeugträger. Dementsprechend kann man alle Wirkwerkzeuge auf diesem Wirkwerkzeugträger vormontieren und justieren, so dass an der Wirkwerkzeugbarre selbst praktisch keine Nacharbeiten mehr erforderlich sind.

[0015] Vorzugsweise sind die Wirkwerkzeuge als Wirknadeln ausgebildet. Wirknadeln werden auch als "Arbeitsnadeln" bezeichnet. Wirknadeln sind relativ teure Wirkwerkzeuge, die auch sehr genau relativ zueinander ausgerichtet sein müssen, so dass hier der wirtschaftliche Aspekt in besonderem Maße positiv zu Tage tritt.

[0016] Die Aufgabe wird auch durch einen Wirkwerkzeugträger gelöst mit einer Längserstreckung, einer Wirkwerkzeugaufnahme, die eine Vielzahl von Nuten aufweist, in denen Wirkwerkzeuge lösbar angeordnet sind, und eine Befestigungsgeometrie zum Befestigen des Wirkwerkzeugträgers am Korpus einer Wirkwerkzeugbarre.

[0017] Wie oben im Zusammenhang mit der Wirkwerkzeugbarre erläutert, kann man in einem derartigen Wirkwerkzeugträger eine Vielzahl von Wirkwerkzeugen positionieren, ohne dass man durch die Kettenwirkmaschine bei dieser Positionierung in irgendeiner Weise eingeschränkt wird. Sobald die Wirkwerkzeuge in dem Wirkwerkzeugträger montiert sind, können sie relativ zueinander ausgerichtet werden, so dass auch das Ausrichten und das Justieren der Wirkwerkzeuge in der Wirkmaschine entfallen kann. Unter Verwendung eines derartigen Wirkwerkzeugträgers können die Stillstandszeiten der Wirkmaschine klein gehalten werden und das Ausrichten und Justieren kann relativ schnell und mit relativ geringem Aufwand erfolgen. Trotzdem ist ein Austausch von einzelnen Wirkwerkzeugen problemlos möglich.

[0018] Vorzugsweise weist die Befestigungsgeometrie eine Anlagefläche auf, die senkrecht zu den Nuten gerichtet ist. Die Anlagefläche ist also parallel zu den offenen Schmalseiten der Nuten gerichtet. Wenn der Wirkwerkzeugträger mit seiner Anlagefläche gegen den Korpus der Wirkwerkzeugbarre gezogen wird, dann ergibt sich keine Verformung des Wirkwerkzeugträgers dergestalt, dass die Wirkwerkzeuge eine Welligkeit bilden. Vielmehr bleiben die Wirkwerkzeuge in einer einzigen Ebene, so dass auch durch die Montage des Wirkwerkzeugträgers eine Fehlausrichtung nicht zu befürchten ist.

[0019] Vorzugsweise weist die Befestigungsgeometrie ein in Längsrichtung verlaufendes Ausrichtelement, insbesondere eine Passfedernut, auf. In die Passfedernut kann eine Passfeder eintreten, wenn der Wirkwerkzeugträger am Korpus der Wirkwerkzeugbarre montiert wird. Die Passfeder sorgt dafür, dass der Wirkwerkzeugträger eine klar definierte Position am Korpus einnimmt und er auch dort gehalten wird.

[0020] Vorzugsweise weist der Wirkwerkzeugträger eine Länge von mindestens 9 Zoll auf. Damit steht ein Raum für eine Vielzahl von Wirkwerkzeugen zur Verfügung. Alle diese Wirkwerkzeuge können dann außerhalb der Kettenwirkmaschine montiert und justiert werden.

[0021] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1
eine erste Ausführungsform einer Wirkwerkzeugbarre und
Fig. 2
eine zweite Ausführungsform einer Wirkwerkzeugbarre.


[0022] Fig. 1 zeigt schematisiert eine Wirkwerkzeugbarre 1 mit einem Korpus 2, dessen Längsrichtung senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 1 verläuft. Der Korpus 2 erstreckt sich über die Arbeitsbreite einer nicht näher dargestellten Kettenwirkmaschine. Der Korpus 2 weist Befestigungsmittel 3 auf, mit denen er an Hebeln der Kettenwirkmaschine befestigt werden kann. Die Wirkwerkzeugbarre 1 kann in Längsrichtung auch geteilt sein, so dass mehr als ein einziger Korpus 2 vorhanden ist.

[0023] Die Wirkwerkzeugbarre 1 trägt eine Vielzahl von Wirkwerkzeugen 4, die im vorliegenden Fall als Wirknadeln ausgebildet sind. Die Wirknadeln werden vielfach aus als "Arbeitsnadeln" bezeichnet. Die Wirkwerkzeuge 4 sind senkrecht zur Zeichenebene hintereinander angeordnet, also in Längsrichtung des Korpus 2. Die Wirkwerkzeuge 4 sollten für einen ordnungsgemäßen Betrieb der Kettenwirkmaschine entlang der Längsrichtung genau ausgerichtet sein, also genau hintereinander.

[0024] Die Wirkwerkzeuge sind in einer Wirkwerkzeugaufnahme 5 angeordnet. Die Wirkwerkzeugaufnahme 5 weist eine Vielzahl von Nuten 6 auf, die quer zur Längsrichtung verlaufen, in der Darstellung der Fig. 1 also von links nach rechts. Gestrichelt ist ein Nutgrund 7 eingezeichnet, an dem ein Rücken 8 der Wirkwerkzeuge 4 anliegt.

[0025] Um ein Herausfallen der Wirkwerkzeuge 4 aus der Wirkwerkzeugaufnahme 5 zu verhindern, ist ein Deckel 9 vorgesehen, der von einem Halter 10 auf die Wirkwerkzeuge 4 gedrückt wird. Nach Entfernen des Halters 10 und des Deckels 9 können die Wirkwerkzeuge 4 einzeln aus der Wirkwerkzeugaufnahme 5 herausgenommen und ggfs. ersetzt werden.

[0026] Die Wirkwerkzeugaufnahme 5 ist an einem Wirkwerkzeugträger 11 angeordnet. Der Wirkwerkzeugträger ist ein vom Korpus 2 getrenntes Element. Es ist daher möglich, die Wirkwerkzeuge 4 in die Wirkwerkzeugaufnahme 5 einzusetzen und dort zu justieren, wenn der Wirkwerkzeugträger 11 von dem Korpus 2 der Wirkwerkzeugbarre 1 demontiert ist. Man kann also den Wirkwerkzeugträger 11 an eine geeignete Arbeitsposition verbringen und dort die Wirkwerkzeuge 4 montieren und justieren. Ggfs. kann das Einsetzen der Wirkwerkzeuge 4 in die Wirkwerkzeugaufnahme 5 und/oder das Justieren auch maschinell oder zumindest mit maschineller Hilfe erfolgen.

[0027] Der Wirkwerkzeugträger 11 ist mit Schraubbolzen 12 am Korpus 2 befestigt. Mehrere derartige Schraubbolzen 12 können in Längsrichtung verteilt hintereinander über die Länge des Korpus 2 angeordnet sein.

[0028] Wie man aus Fig. 1 erkennen kann, ist die Spannkraft der Schraubbolzen 12 parallel zu den Nuten gerichtet und damit auch parallel zur Hauptrichtung der Wirkwerkzeuge 4. Wenn man die Schraubbolzen 12 anzieht und dadurch eine Spannkraft erzeugt, bleibt eine Ebene, in der beispielsweise die Rücken 8 der Wirkwerkzeuge 4 angeordnet sind, unverändert erhalten. Damit bleibt auch die Ausrichtung der Wirkwerkzeuge 4 bei der Befestigung unverändert erhalten. Kleinere Verschiebungen von Spitzen 13 der Wirkwerkzeuge 4 sind weniger kritisch.

[0029] Um eine Ausrichtung des Wirkwerkzeugträgers 11 am Korpus 2 mit hoher Genauigkeit vornehmen zu können, ist eine Passfeder 14 zwischen dem Korpus 2 und dem Wirkwerkzeugträger 11 vorgesehen. Die Passfeder 14 bildet ein Ausrichtelement. Die Passfeder 14 ist in eine Nut 15 am Wirkwerkzeugträger 11 und in eine Nut 16 am Korpus 2 eingelegt. Sie stabilisiert den Wirkwerkzeugträger 11 auch am Korpus 2, so dass der Wirkwerkzeugträger 11 auch relativ schwach dimensioniert werden kann. Die Passfeder 14 kann in Längsrichtung in mehrere Teile unterteilt sein.

[0030] Der Halter 10 ist mit Hilfe einer Schraube 17 am Wirkwerkzeugträger 11 befestigt. Der Halter 10 stützt sich auch am Korpus 2 ab, um den Deckel 9 auf die Wirkwerkzeuge 4 drücken zu können.

[0031] Der Wirkwerkzeugträger 11 sollte eine möglichst große Länge in Längsrichtung des Korpus 2 haben, um auch eine entsprechend große Anzahl von Wirkwerkzeugen 4 aufnehmen zu können. Je mehr Wirkwerkzeuge 4 im Wirkwerkzeugträger 11 aufgenommen sind, desto weniger Ausrichtarbeiten sind erforderlich. Der Wirkwerkzeugträger 11 sollte eine Länge von mindestens 9 Zoll (mindestens 22, 86 cm) aufweisen. Es ist allerdings bevorzugt, wenn der Wirkwerkzeugträger 11 eine Länge aufweist, die mindestens einem Drittel der Länge des Korpus 2 entspricht. In diesem Fall hat man lediglich zwei Stoßstellen, an denen man die Wirkwerkzeugträger 11 gegeneinander ausrichten muss. Insbesondere bei der Ausbildung der Wirkwerkzeuge 4 als Wirknadeln ist es allerdings bevorzugt, wenn der Wirkwerkzeugträger 11 eine Länge aufweist, die der Länge des Korpus 2 entspricht.

[0032] Die Wirkwerkzeuge 4 unterliegen im Betrieb einem gewissen Verschleiß durch die abrasive Wirkung der zur Bildung einer Wirkware verwendeten Kettfäden. Die Wirkwerkzeuge 4 müssen also von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Dieser Austausch kann nun relativ rasch und damit mit geringen Stillstandszeiten und geringen Kosten erfolgen. Zum Austausch wird der gesamte Wirkwerkzeugträger 11 von dem Korpus 2 der Wirkwerkzeugbarre 1 demontiert und ein anderer Wirkwerkzeugträger 11 mit neuen, bereits justierten Wirkwerkzeugen 4 wird an dem Korpus 2 der Wirkwerkzeugbarre 1 montiert. Bei einem über die Länge des Korpus 2 durchgehenden Wirkwerkzeugträgers 11 ist keine weitere Justierung der Wirkwerkzeuge 4 erforderlich. Sollte der Wirkwerkzeugträger 11 kürzer sein als der Korpus 2, müssen ggfs. Ausrichtarbeiten an einigen wenigen Stoßstellen zwischen Wirkwerkzeugträgern 11 vorgenommen werden. Der alte Wirkwerkzeugträger 11 mit den verschlissenen Wirkwerkzeugen 4 kann dann außerhalb der Kettenwirkmaschine mit neuen Wirkwerkzeugen 4 bestückt werden, wobei die Wirkwerkzeuge auch außerhalb der Kettenwirkmaschine justiert werden können.

[0033] Gelegentlich kommt es vor, dass im Betrieb der Kettenwirkmaschine ein einzelnes Wirkwerkzeug ausgetauscht werden muss, weil es beispielsweise beschädigt worden ist. In diesem Fall kann man den Deckel 9 entfernen, das entsprechende Wirkwerkzeug 4 austauschen und den Deckel 9 wieder montieren. Es ist also bei Ausfall eines einzelnen Wirkwerkzeugs 4 nicht erforderlich, gleich eine Gruppe von Wirkwerkzeugen mit auszutauschen, so dass auch in diesem Fall die Kosten niedrig gehalten werden können.

[0034] Im vorliegenden Fall ist der Wirkwerkzeugträger 11 im Querschnitt annähernd dreieckförmig ausgebildet, d.h. er weist eine Anlagefläche 18 auf, die etwa rechtwinklig zum Nutgrund 7 verläuft und damit senkrecht zu den Nuten 6 gerichtet ist. Damit verhindert man beim Anziehen des Schraubbolzens 12 eine Welligkeit der Ebene, in der der Nutgrund 7 der jeweiligen Nuten 6 angeordnet ist.

[0035] Die Passfeder 14 kann über die Länge des Korpus 2 durchgehen. Sie kann auch aus mehreren einzelnen Teilen zusammengesetzt sein. Insgesamt ist die Passfeder 14 aber als gradlinig verlaufendes Element ausgebildet.

[0036] Fig. 2 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform einer Wirkwerkzeugbarre 1, bei der gleiche und entsprechende Elemente wie in Fig. 1 mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind.

[0037] Auch hier ist der Wirkwerkzeugträger 11 als vom Korpus 2 getrenntes Element ausgebildet. Die Wirkwerkzeuge 4 sind einzeln entnehmbar in Nuten 6 der Wirkwerkzeugaufnahme 5 angeordnet.

[0038] Ein Unterschied zu der Ausgestaltung nach Fig. 1 liegt darin, dass der Schraubbolzen 12 eine Spannkraft erzeugt, die quer zur Ausrichtung der Nuten 6 und quer zur Längsrichtung des Korpus 2 gerichtet ist.

[0039] Darüber hinaus weist der Wirkwerkzeugträger 11 eine Anschlagkante 19 auf, die bei der Montage zur Anlage an den Korpus 2 kommt.


Ansprüche

1. Wirkwerkzeugbarre (1) mit mindestens einem eine Längsrichtung aufweisenden Korpus (2) und einer Wirkwerkzeugaufnahme (5), die eine Vielzahl von quer zur Längsrichtung verlaufenden Nuten (6) aufweist, in denen Wirkwerkzeuge (4) lösbar angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkwerkzeugaufnahme (5) an einem Wirkwerkzeugträger (11) angeordnet ist, der lösbar am Korpus (2) befestigt ist.
 
2. Wirkwerkzeugbarre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Wirkwerkzeugträger (11) und dem Korpus (2) mindestens ein sich in Längsrichtung erstreckendes Ausrichtelement angeordnet ist.
 
3. Wirkwerkzeugbarre nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichtelement als Passfeder (14) ausgebildet ist.
 
4. Wirkwerkzeugbarre nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkwerkzeugträger (11) mit einer Befestigungsanordnung am Korpus (2) befestigt ist, deren Spannkraft parallel zu den Nuten gerichtet ist.
 
5. Wirkwerkzeugbarre nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkwerkzeugträger (11) eine Länge von mindestens 9 Zoll aufweist.
 
6. Wirkwerkzeugbarre nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkwerkzeugträger (11) eine Länge aufweist, die mindestens einem Drittel der Länge des Korpus (2) entspricht.
 
7. Wirkwerkzeugbarre nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Wirkwerkzeugträger (11) eine Länge aufweist, die der Länge des Korpus (2) entspricht.
 
8. Wirkwerkzeugbarre nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkwerkzeuge (4) als Wirknadeln ausgebildet sind.
 
9. Wirkwerkzeugträger (11) mit einer Längserstreckung, einer Wirkwerkzeugaufnahme (5), die eine Vielzahl von Nuten (6) aufweist, in denen Wirkwerkzeuge (4) lösbar angeordnet sind, und einer Befestigungsgeometrie zum Befestigen des Wirkwerkzeugträgers (11) am Korpus (2) einer Wirkwerkzeugbarre (1).
 
10. Wirkwerkzeugträger nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsgeometrie eine Anlagefläche (18) aufweist, die senkrecht zu den Nuten (6) gerichtet ist.
 
11. Wirkwerkzeugträger nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsgeometrie ein in Längsrichtung verlaufendes Ausrichtelement, insbesondere eine Passfedernut (16), aufweist.
 
12. Wirkwerkzeugträger nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Länge von mindestens 9 Zoll aufweist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht