[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsvorrichtung für einen Bagger oder ein Baugerät,
mit der verhindert werden kann, dass während des Aufnahmevorgangs und Kupplungsvorgangs
eines Werkzeugs mit Hilfe einer Schnellwechselvorrichtung das Werkzeug unbeabsichtigt
aus der Schnellwechselvorrichtung herausfällt.
[0002] Auf Baustellen werden zu Beschleunigung des Bauablaufs und zur Erleichterung der
Arbeiten für das Baustellenpersonal Schnellwechsler verwendet.
[0003] Bei Baugeräten für den Tiefbau werden die Arbeitsgeräte und dort insbesondere die
Auslegerarme von Baggern oder sonstigen Aushubgeräten mit Schnellwechselvorrichtungen
ausgestattet, die dem Fahrer ermöglichen, auf schnelle und unkomplizierte Weise am
Gerät unterschiedliche Werkzeuge befestigen zu können.
[0004] Da man nicht für jedes Werkzeug der einzelnen Arbeitsschritte ein extra Trägergerät
einsetzen kann, ist es zweckmäßig, an einem Baugerät sowohl unterschiedliche Tieflöffel,
Greifer, Zangen, Geräte zur Bodenverdichtung oder sonstige Werkzeuge zu befestigen.
[0005] Dabei ist es wünschenswert, dass der Werkzeugwechsel schnell und zuverlässig erfolgen
kann und dabei der Fahrer das Fahrzeug nicht verlassen muss.
Zudem soll vermieden werden, dass der Fahrer körperliche Tätigkeiten ausführen muß,
die sowohl Kraft erfordern als auch zur Verschmutzung der Hände führen.
[0006] Ein Schnellwechsler besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen.
[0007] Am Auslegerarm des Trägergerätes oder Baggers ist eine Schnellwechselvorrichtung
angeordnet, welche unterschiedliche, hydraulisch betätigbare Einrichtungen wie Hydraulikzylinder
enthält, welche von der Fahrerkabine aus betätigt werden.
Die Schnellwechselvorrichtung besteht im Wesentlichen aus 2 vertikalen Seitenblechen
mit Aussparungen für Aufnahmebolzen der Werkzeuge oder Werkzeughalter und diverser
Steuer -und Betätigungsvorrichtungen
[0008] An den diversen Werkzeugen, die am Bagger oder Trägergerät angeschlossen werden sollen,
sind zur Schnellwechselvorrichtung passende Werkzeughalter angeordnet. Auch diese
bestehen im Wesentlichen aus 2 vertikalen Seitenblechen, die mit zwei Bolzen versehen
sind, in welche die Aussparungen der Schnellwechselvorrichtung am Auslegerarm eingreifen
können.
[0009] Hat die Schnellwechselvorrichtung vollständig in die beiden Bolzen des Werkzeughalters
eingegriffen, wird ein Verriegelungszylinder betätigt, damit sich der Werkzeughalter
nicht mehr aus der Schnellwechselvorrichtung lösen kann. Dadurch entsteht ein kraftschlüssiger
Verbund des Werkzeugs mit dem Bagger oder Trägergerät.
[0010] Neben der kraftschlüssigen Verbindung eines Werkzeugs mit einer Schnellwechselvorrichtung
dienen diese Schnellwechselvorrichtungen auch dazu, bei Werkzeugen, die mit Strom
oder Hydraulik angetrieben werden, gleichzeitig eine funktionsfähige Verbindung der
entsprechenden Leitungen oder Schläuchen zu ermöglichen.
[0011] Um mit der Schnellwechselvorrichtung ein neues Werkzeug aufzunehmen, wird das vorher
benutzte Werkzeug abgelegt und dann greift die Schnellwechselvorrichtung am Baggerausleger
oder Baggerstiel mit einer Art Fangschlitz in einen der Aufnahmebolzen am Werkzeughalter
des entsprechenden Werkzeugs .
Je nach Oberflächenzustand des Geländes und der räumlichen Lage des Werkzeugs kann
sich das als schwierig erweisen, weil das Werkzeug schief oder verdreht zum Arbeitsgerät
steht.
[0012] In einem ersten Arbeitsschritt muß der erste Aufnahmebolzen des Werkzeugs vollständig
die Endlage im Fangschlitz der Schnellwechselvorrichtung am Auslegerarm einnehmen,
das heißt er muß an mindestens 2 Stellen kraftschlüssig in den vorgesehenen Ausnehmungen
der Schnellwechselvorrichtung aufliegen.
Diese halbkreisförmigen Ausnehmungen liegen meistens in den beiden Seitenblechen der
Schnellwechselvorrichtung.
Erst in dieser richtigen Stellung wird es möglich, durch Ausführen einer Schwenkbewegung
der Schnellwechselvorrichtung um diesen ersten Aufnahmebolzen auch den zweiten Aufnahmebolzen
in die vorgesehene Ausnehmung an der Schnellwechselvorrichtung zu bringen.
[0013] Wenn die beiden Aufnahmebolzen Kraftschluss haben und vollständig und richtig sitzen,
dann kann die Schnellwechselvorrichtung mit dem Werkzeughalter so verriegelt werden,
dass sich beide Teile nicht mehr voneinander lösen können.
Die abschließende Verriegelung erfolgt in der Regel durch Verriegelungsklinken, Zylinder
und Kolben in der Schnellwechselvorrichtung, die hydraulisch ausgefahren werden und
die verhindern, dass sich die Aufnahmebolzen aus den Ausnehmungen herausbewegen können.
[0014] Dieses Einfangen der Werkzeuge und der Schließvorgang mit der Schnellwechselvorrichtung
ist leider mit erheblichen Gefahren verbunden.
[0015] Da die Werkzeuge nach dem Ablegen nicht immer in der perfekten Lage bleiben, um sie
später wieder problemlos aufnehmen zu können, ist ein gefährlicher Zeitpunkt, wenn
der erste Aufnahmebolzen des Werkzeughalters mit dem daran befestigten Werkzeug in
einer ersten Phase über den Fangschlitz herangezogen wird.
Dieser Fangschlitz funktioniert dabei wie ein Haken.
[0016] Wird dabei der erste Aufnahmebolzen nicht perfekt gegriffen, kann bereits das Werkzeug
bzw. der Werkzeughalter bei Schwenkbewegungen oder einer Anhebebewegung des Baggerauslegers
wieder herausrutschen, und dabei kann durch das große Gewicht dieser Werkzeuge in
der Nähe stehendes Baustellenpersonal gefährdet werden.
[0017] Eine weitere, gefährliche Phase ist dann gegeben, wenn das Werkzeug nur am ersten
Aufnahmebolzen pendelnd im Fangschlitz hängt und nun durch eine Drehbewegung der Schnellwechselvorrichtung
der zweite Aufnahmebolzen eingefädelt und in die richtige Stellung gebracht werden
soll.
Während dieser Schwenkbewegungen lösen sich immer wieder Werkzeuge aus der Schnellwechselvorrichtung,
hängen schief oder fallen ganz heraus oder in unterschiedliche Fangvorrichtungen.
Man muß dann wieder neu mit dem Wechselvorgang beginnen und das kostet extra Zeit.
[0018] Damit das Werkzeug beim Aufnehmen nicht unbeabsichtigt aus der Schnellwechselvorrichtung
heraus fällt, gibt es unterschiedliche Erfindungen nach dem Stand der Technik.
[0019] Die
EP 08015317.4 zeigt eine hakenförmige Vorrichtung, die das vorzeitige Herausfallen verhindern soll.
Da der Haken und die Öse im gekoppelten Zustand weit aus der Vorrichtung herausragen
und somit während der Aushubarbeiten durch den Boden bewegt werden, unterliegen diese
Teile einem starken Verschleiß oder sie können beschädigt oder verbogen werden.
[0020] In der
EP 15450039 sind Elemente zur Sicherung vorgesehen, die filigran und offen zugänglich ausgestaltet
sind. Unter der hohen Kraftbeanspruchung, wie sie bei Aushubarbeiten auftritt, werden
sie leicht beschädigt und es ergeben sich nur kurze Standzeiten wegen hohem Verschleiß.
Zudem können Bodenkörner in die Vorrichtung eindringen und zu Funktionsstörungen führen
[0021] Die Erfindung hat die Aufgabe, ein unbeabsichtigtes Herausfallen eines Werkzeughalters
aus einer Schnellwechselvorrichtung zu vermeiden und gleichzeitig die Durchführung
des Schnellwechselvorgangs zu vereinfachen und zu beschleunigen. Des Weiteren soll
der Verschleiß an der Sicherungs-Hilfsvorrichtung minimiert werden.
[0022] Die Lösung der Aufgabe erfolgt entsprechend den Merkmalen des Hauptanspruchs 1. Erfindungsgemäße
Ausführungsbeispiele sind in den Unteransprüchen dargelegt.
[0023] Die Erfindung wird anhand der Figuren 1 bis 6 erläutert.
Fig. 1 zeigt einen vertikalen Schnitt durch eine erfindungsgemäße Schnellwechselvorrichtung
1, wie sie am Auslegerarm eines Baggers befestigt ist.
Fig. 2 zeigt einen vertikalen Schnitt durch einen erfindungsgemäßen Werkzeughalter
9 mit den Aufnahmebolzen 3, 13, an dem unterschiedliche Werkzeuge befestigt sein können
(nicht dargestellt) und der mit der Schnellwechselvorrichtung 1 verbunden werden soll.
Fig. 3a zeigt den Zustand der Werkzeugaufnahme, bei dem ein Seitenblech des Schnellwechslers
1 mit seinem Fangschlitz 5 in den ersten Aufnahmebolzen 3 des Werkzeughalters 9 in
der Einfädelrichtung 10 eingreift und die erfindungsgemäße Sicherungsvorrichtung aktiviert
wird. Das Einfädeln ist nur in dieser Stellung möglich.
Fig. 3b zeigt eine Stellung des Einfädelvorgangs, bei dem sich bereits der Werkzeughalter
9 nicht mehr von der Schnellwechselvorrichtung 1 lösen kann und in der Stellung der
Werkzeughalter 9 bereits vom Boden hochgehoben werden kann, sich pendelnd verdrehen
kann, ohne dass er nach unten herausfallen kann.
Fig. 3c zeigt den Endzustand, wenn die Schnellwechselvorrichtung 1 vollständig und
passgenau in den Werkzeughalter 9 eingeführt ist.
Beide Aufnahmebolzen 3, 13 sind in den entsprechenden Ausnehmungen der Schnellwechselvorrichtung
1 , der Verriegelungsbolzen 21 ist betätigt und somit der der dauerhafte Kraftschluss
hergestellt.
Fig. 4 zeigt eine besondere Ausführungsvariante, bei der das erfindungsgemäße Ringstück
2, 22 am Ende besonders ausgestaltet ist.
Fig. 5 zeigt eine Ausführungsvariante, bei der das erfindungsgemäße Klemmstück 7 in
einen Teilring 33 integriert ist, der besonders ausgestaltet ist.
Fig. 6a bis 6c zeigen Ausführungsvarianten für die erfindungsgemäße Vorrichtung und
deren einzelne Arbeitsstellungen.
[0024] Die Lösung der Aufgabe erfolgt in Form einer Sicherheitsvorrichtung gegen unbeabsichtigtes
Herausfallen eines Werkzeughalters 9 aus einer Schnellwechselvorrichtung 1 während
des Kupplungsvorgangs , dadurch dass an einer Schnellwechselvorrichtung 1 mindestens
ein Ringstück 2, 22 angeordnet ist, dessen Innendurchmesser dem Außendurchmesser des
Aufnahmebolzens 3 entspricht und dass das Ringstück 2, 22 mindestens in den halben
Umfang 4 des Aufnahmebolzens 3 eingreifen kann und dass die Öffnung des Ringstücks
2, 22 in Richtung des Fangschlitzes 5 weist und dass am Werkzeughalter 9 im Bereich
des Aufnahmebolzens 3 mindestens ein Klemmstück 7 in einem Abstand 8 vom Aufnahmebolzen
3 angeordnet ist, welcher im wesentlichen der Ringstärke 6 des Ringstücks 2, 22 entspricht
und dass das Klemmstück 7 in seiner Lage zu einer vorgewählten Einfädelrichtung 10
mit einem Einfädelwinkel 11 auf einer Linie 17 liegt, die durch den Mittelpunkt des
Aufnahmebolzens 3 geht und in wesentlichen senkrecht zu der vorgewählten Einfädelrichtung
10 und dem Einfädelwinkel 11 verläuft und dass somit im eingefädelten Zustand die
Schnellwechselvorrichtung 1 und der Werkzeughalter 9 sich nur in einer Einfädelrichtung
10 ein- und aushaken können.
[0025] Die Besonderheit der Erfindung liegt darin, dass an der Schnellwechselvorrichtung
1 ein Ringstück 2, 22 angeordnet ist.
Dieses Ringstück 2, 22 ist entweder wie eine Scheibe an den Seitenblechen der Schnellwechselvorrichtung
1 befestigt oder im Raum zwischen den beiden Seitenflächen der Schnellwechselvorrichtung
1 angeordnet.
Die Befestigung des Ringstücks 2, 22 erfolgt entweder durch Schweißen, Nieten oder
Schrauben oder das Ringstück 2, 22 wird aus dickeren Stellen der Seitenbleche durch
drehende oder spanende Fertigung herausgearbeitet.
Diese Technik ist besonders dann zweckmäßig, wenn die Schnellwechselvorrichtung 1
aus einem massiven Stück gefräst ist.
Das Ringstück 2, 22 wird dabei so angeordnet, dass sein innerer Radius mit dem Endradius
des Fangschlitz 5 übereinstimmt und deckungsgleich ist. Dieser Radius entspricht wiederum
dem Radius des Aufnahmebolzens 3 vom Werkzeughalter 9.
[0026] Soll das Ringstück 2, 22 im inneren Bereich des Schnellwechslers 1 angeordnet werden,
so ist das Ringstück 2, 22 im wesentlichen ein halbes Rohr, das zwischen den beiden
Seitenblechen der Schnellwechselvorrichtung 1 kraftschlüssig eingebaut ist. Bevorzugter
weise durch Schweißen oder drehende oder spanende Fertigung.
[0027] Der innere Umfang des Ringstücks 2, 22 erstreckt sich maximal über den halben Durchmesser
des Aufnahmebolzens 3, damit das Ringstück 2, 22 nach dem Einfangen des Werkzeughalters
9 flächig auf dessen Aufnahmebolzen 3 zum Aufliegen kommt.
Der äußere Umfang des Ringstücks 2, 22 kann sich etwas weiter als über die Hälfte
es Aufnahmebolzens 3 erstrecken, wie in den Fig. 4 bis 6c dargestellt. Wie in Fig.4
an einer Ausführungsvariante gezeigt, bringt die größere Umfangserstreckung mehr Stabilität
und erleichtert den Einfädelvorgang.
An den Enden empfiehlt sich eine Abrundung der Kanten, was das einfädeln erleichtert.
[0028] Der äußere Krümmungsradius des Ringstücks 2, 22 darf aber im Endbereich nicht größer
werden, sonst funktioniert das Sicherungssystem nicht.
[0029] Fig. 1 und Fig. 4 zeigen die minimal erforderlichen Abmessungen des Ringstücks 2,
22, wie sie zu einer einwandfreien Funktionsweise notwendig sind.
Das bedeutet, da sich beim Einhängen, Aufnehmen und Hochheben des Werkzeughalters
9 mit der Schnellwechselvorrichtung 1 in der Regel Pendelbewegungen um den Aufnahmebolzen
3 in einer Größenordnung von +/- 90° einstellen, sollte das Ringstück 2, 22 eine Bewegung
um bis zu 180° ermöglichen.
Zudem wird das Ringstück 2, 22 so angeordnet, dass sein Innenkreis deckungsgleich
mit dem halbkreisförmigen Ausschnitt des Fangschlitzes 5 ist.
[0030] So wird das Ringstück 2, 22 bevorzugter Weise in der Größenordnung eines Halbrings
an den beiden Seitenblechen oder als ca. halbes Rohr zwischen den Seitenblechen ausgeführt.
[0031] Am Werkzeughalter 9 ist mindestens ein Klemmstück 7 angeordnet. Dieses Klemmstück
7 ist entweder scheibenartig an den Seitenblechen des Werkzeughalters 9 durch Anschweißen,
Nieten oder Schrauben befestigt oder es erstreckt sich kraftschlüssig zwischen den
beiden Seitenblechen des Werkzeughalters 9.
[0032] Für das erfindungsgemäße Funktionsprinzip reicht es aus, dass das Klemmstück 7 verhältnismäßig
klein ist.
Grundsätzlich könnte das Klemmstück 7 auch eine Schraube oder ein Bolzen sein, die
durch Bohrungen in den Seitenblechen des Werkzeughalters 9 eingebaut würden.
[0033] Die innere Kontaktfläche 19 des Klemmstücks 7 weist einen Abstand 8 zum Umfang des
Aufnahmebolzens 3 auf, der im wesentlichen der Wandstärke 6 des Ringstückes 2, 22
entspricht oder ist um einige zehntel Millimeter größer und entspricht den Toleranzen
des Stahlbaus.
[0034] Sinnvoller Weise hat die Kontaktfläche 19 die gleiche Krümmung wie der Außendurchmesser
des Aufnahmebolzens 3.
[0035] Das Prinzip des erfindungsgemäßen Schutzes vor unbeabsichtigtem Herausfallen erfolgt
dadurch, dass nachdem man den Fangschlitz 5 in der Einfädelrichtung 10 über den Aufnahmebolzen
3 geschoben hat, das Ringstück 2, 22 in den Raum 8 zwischen Aufnahmebolzen 3 und Klemmstück
7 eindringt. Wird nun die Schnellwechselvorrichtung 1 weiter gedreht oder dreht sich
der Werkzeughalter 9, so gerät der innere Mantel des Ringstücks 2, 22 hinter den Aufnahmebolzen
3 und verhindert, dass der Aufnahmebolzen 3 wieder aus dem Fangschlitz 5 zurückweichen
kann.
[0036] In einer bevorzugten Ausführungsvariante wird das kleine Klemmstück 7 in einen größeren
Teilring 33 integriert. (Figur 5)
[0037] Grund dafür ist, dass verhältnismäßig große Kräfte beim Aufnehmen eines Werkzeugs
mit der Schnellwechselvorrichtung 1 auftreten. So ist es zweckmäßig, aus Stabilitätsgründen
und Gründen einer besseren Kraftübertragung in den Werkzeughalter 9 , das Klemmstück
7 in einen Teilring 33 zu integrieren. Damit lassen sich die einwirkenden Kräfte auf
das Klemmstück 7 leichter in die Seitenbleche des Werkzeughalters 9 einleiten.
[0038] In einer Ausführungsvariante sind die Ringstücke 2, 22 , das Klemmstück 7 und der
Teilring 33 scheibenartig an den meist vertikalen Seitenblechen der Schnellwechselvorrichtung
1 und des Werkzeughalters 9 angeordnet.
[0039] Zur Erhöhung der Stabilität und Verschleißfestigkeit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
kann es auch zweckmäßig sein, dass der Teilring 33 nur auf der zum Aufnahmebolzen
3 gerichteten Seite einen kreisförmigen Querschnitt besitzt, während die äußere Form
eine größere, polygonartige Begrenzung aufweist, wie sie beispielsweise dadurch erreicht
wird, dass in ein Vierkantstahlprofil eine kreisförmige Rinne mit dem Radius des Aufnahmebolzens
3 eingefräst wird.
[0040] Die Ringstücke 2, 22 , das Klemmstück 7 und der Teilring 33 können auch in Form von
Halbrohren oder längsgeteilten Rohren ausgeführt werden, die kraftschlüssig zwischen
den beiden meist vertikalen Seitenblechen der Schnellwechselvorrichtung 1 und des
Werkzeughalters 9 angeordnet bzw. eingeschweißt sind.
Wird der Teilring 33 als längsgeteiltes Rohr ausgeführt, das sich kraftschlüssig von
einem Seitenblech zum anderen erstreckt, kann die Längsteilung auch weniger als die
Hälfte eines Rohres umfassen und das Sicherungssystem funktioniert dennoch.
[0041] Aus Stabilitätsgründen ist es zweckmäßig, den Teilring 33 in der Größenordnung eines
Halbrohres auszuführen, welches zwischen den Seitenblechen des Werkzeughalters 9 verläuft.
[0042] Die Lage und Anordnung des Klemmstücks 7 bzw. des Teilrings 33 und ihren halb- oder
teilrohrförmigen Ausgestaltungsvarianten an den Seitenblechen des Werkzeughalters
9 erfolgt unter besonderen Gesichtspunkten.
[0043] Um ein unbeabsichtigtes Herausfallen des Werkzeughalters 9 aus dem Schnellwechsler
1 zu verhindern, wird nur eine sehr stark eingeschränkte Einfädelrichtung 10 bzw.
ein Einfädelwinkel 11 zugelassen. Das bedeutet, dass der Schnellwechsler 1 in den
Werkzeughalter 9 im Wesentlichen nur unter einem Einfädelwinkel 11 eingeführt werden
kann. Dieser Einfädelwinkel 11 ist definiert als der Winkel, mit dem der Fangschlitz
5
in den Aufnahmebolzen 3 bewegt wird. Insbesondere ist das der Winkel zwischen der
Linie 25, die durch die beiden Aufnahmebolzen 3, 13 bestimmt ist und der Einfädelrichtung
10 des Fangschlitzes 5.
[0044] Bevorzugter weise liegt dieser Einfädelwinkel 11 in eine Größenordung von 20 bis
30°, prinzipiell kann er aber auch in einem Bereich bis zu 90° variieren. Entsprechend
diesem vorgewählten Einfädelwinkel 11 muss die Lage des Klemmstücks 7 bzw. des Teilrings
33 im Werkzeughalter 9 orientiert werden.
[0045] Da es in der Arbeitspraxis nicht möglich ist, den Einfädelwinkel 11 aufs Grad genau
anzufahren, wird der Stahlbau in seinen Toleranzen so ausgeführt, dass sich ein Toleranzwinkel
12 einstellen kann.
[0046] Dieser Toleranzwinkel 12 liegt im Bereich weniger Grade (kleiner ca.10 °) und wird
im wesentlichen dadurch erreicht, dass die Enden des Ringstücks 2, 22 und die Enden
des Klemmstücks 7 oder des Teilrings 33 abgerundet oder abgeschrägt werden. Durch
diese abgerundeten Enden ist es leichter möglich, das Ringstück 2, 22 in das Klemmstück
7 bzw. den Teilring 33 beim Einfädelvorgang einzuführen.
[0047] Die Sicherung erfolgt dadurch, dass zwei Halbringe ineinander verdreht werden und
durch den dazwischen angeordneten Aufnahmebolzen 3 sich nicht mehr voneinander lösen
lassen. Zudem hat das erfindungsgemäße Sicherungssystem den Vorteil, dass es auf Grund
der geschützten Lage im Inneren des Werkzeughalters 9 geringerer Beanspruchung aus
abrassiven Bodenkörnern unterliegt.
[0048] Besonders die Figuren 5 und 6c lassen den Vorteil erkennen, dass bei Verwendung von
Halbrohren die Bestandteile der Sicherungseinrichtung sich sogar gegenseitig vor eindringendem
Bodenmaterial schützen und so der Verscheiß minimiert und die Funktionssicherheit
erhöht wird.
1. Sicherheitsvorrichtung gegen unbeabsichtigtes Herausfallen eines Werkzeughalters (9)
aus einer Schnellwechselvorrichtung (1) während des Kupplungsvorgangs, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Schnellwechselvorrichtung (1) mindestens ein Ringstück (2, 22) angeordnet
ist, dessen Innendurchmesser dem Außendurchmesser des Aufnahmebolzens (3) entspricht
und dass das Ringstück (2, 22) mindestens in den halben Umfang (4) des Aufnahmebolzens
(3) eingreifen kann und dass die Öffnung des Ringstücks (2, 22) in Richtung des Fangschlitzes
(5) weist
und dass am Werkzeughalter (9) im Bereich des Aufnahmebolzens (3) mindestens ein Klemmstück
(7) in einem Abstand (8) vom Aufnahmebolzen (3) angeordnet ist, welcher der Ringstärke
(6) des Ringstücks (2, 22) entspricht und dass das Klemmstück (7) in seiner Lage zu
einer vorgewählten Einfädelrichtung (10) mit einem Einfädelwinkel (11) auf einer Linie
(17) liegt, die durch den Mittelpunkt des Aufnahmebolzens (3) geht und in wesentlichen
senkrecht zu der vorgewählten Einfädelrichtung (10) und dem Einfädelwinkel (11) verläuft
und dass somit im eingefädelten Zustand die Schnellwechselvorrichtung (1) und der
Werkzeughalter (9) sich nur in einer Einfädelrichtung (10) aus- und einhaken können.
2. Sicherheitsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmstück (7) in einen Teilring (33) integriert ist, dessen Innendurchmesser
dem Außendurchmesser des Ringstücks (2, 22) entspricht.
3. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Ringstücke (2, 22) und des Teilrings (33) abgerundet ausgeführt werden.
4. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeich - net, dass der Einfädetwinkel (11) in einem bevorzugten Bereich zwischen 20° und 90° gewählt
wird.
5. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächen des Ringstücks (2, 22) bzw. des Klemmstücks (7) oder des Teilrings
(33) im Eintrittsbereich so bearbeitet sind, dass sich ein Toleranzwinkel (12) um
den Einfädelwinkel (11) der vorgewählten Einfädelrichtung (10) einstellen kann, der
nur wenige Grad umfasst.
6. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilring (33) nur in seinem inneren Bereich einen Radius aufweist, der dem Außenradius
des Ringstücks (2, 22) entspricht und die äußere Begrenzung einem Polygon entspricht
oder beliebig geometrisch begrenzt ist.
7. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Teilring (33) maximal ein Halbring ist nach Figur 5.
8. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringstücke (2, 22), das Klemmstück (7) und der Teilring (33) scheibenartig an
den Seitenblechen der Schnellwechselvorrichtung (1) und des Werkzeughalters (9) angeordnet
sind.
9. Sicherheitsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringstücke (2, 22), das Klemmstück (7) und der Teilring (33) in Form von Halbrohren
oder längsgeteilten Rohren kraftschlüssig zwischen den Seitenblechen der Schnellwechselvorrichtung
(1) und des Werkzeughalters (9) angeordnet sind.