[0001] Die Erfindung betrifft eine Rückführstufe zur Durchströmung mittels eines Prozessfluids
entlang einer Durchströmungsrichtung einer Radialturbomaschine, insbesondere Radialturboverdichterrückführstufe,
wobei die Rückführstufe sich ringförmig um eine Achse erstreckt, wobei die Rückführstufe
nach radial innen von einer inneren Grenzkontur und nach radial außen von einer äußeren
Grenzkontur definiert ist, wobei entlang einer ersten Durchströmungsrichtung die Rückführstufe
sich in einem ersten Abschnitt nach radial außen erstreckt, wobei die Rückführstufe
sich in einem zweiten Abschnitt entlang der ersten Durchströmungsrichtung eine bogenförmige
Umlenkung beschreibend von radial außen nach radial innen erstreckt, wobei die Rückführstufe
sich entlang der ersten Durchströmungsrichtung in einem dritten Abschnitt von radial
außen nach radial innen erstreckt, wobei die Rückführstufe sich entlang der ersten
Durchströmungsrichtung in einem vierten Abschnitt eine bogenförmige Umlenkung beschreibend
von radial innen nach axial erstreckt, wobei mindestens eine Leitschaufelstufe umfassend
Leitschaufeln sich zumindest entlang eines Teils des dritten Abschnitts erstreckt
und die Rückführstufe in Umfangsrichtung in Strömungskanäle segmentiert, wobei jeweils
eine Profilmittellinie eines Profilquerschnitts der Leitschaufeln der Leitschaufelstufe
seitens der inneren Grenzkontur eine innere Spur und seitens der äußeren Grenzkontur
eine äußere Spur definiert. Daneben betrifft die Erfindung eine Radialturbomaschine,
insbesondere einen Radialturboverdichter mit mindestens einer derartigen Rückführstufe.
[0002] Radialturbomaschinen sind entweder als Radialturboverdichter oder Radialturboexpander
bekannt. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich - wenn nicht anders angegeben
- auf die Ausführung als Verdichter. Die Erfindung ist für Expander grundsätzlich
genauso anwendbar, wie für Verdichter, wobei ein Radialturboexpander gegenüber einem
Radialturboverdichter im Wesentlichen eine umgekehrte Strömungsrichtung des Prozessfluids
vorsieht.
[0003] Unter Entspannung und Umlenkung eines Prozessfluid findet bei einem Radialturboexpander
eine Umwandlung der thermodynamisch im Prozessfluid gespeicherten Energie in technische
Arbeit mittels Antriebs des Laufrads statt.
Bei Radialturboverdichter ist dieser Vorgang umgekehrt, diese wandeln bzw. speichern
technische Arbeit in Strömungsarbeit, die thermodynamisch im Prozessfluid gespeichert
wird. Hierzu saugen Laufräder des Verdichters in der Regel ein Prozessfluid axial
zu einer Rotationsachse oder schräg zu der Rotationsachse mit einer axialen Geschwindigkeitskomponente
an und beschleunigen und verdichten dieses Prozessfluid mittels des jeweiligen Laufrads
- das auch als Impeller bezeichnet wird -, das die Strömungsrichtung des Prozessfluids
in die radiale Richtung umlenkt. An das Laufrad schließt sich bei einem mehrstufigen
Radialturboverdichter stromabwärts eine Rückführstufe an, wenn stromabwärts mindestens
ein weiteres Laufrad vorgesehen ist.
[0004] Eine mehrstufige Radialturbomaschine bedeutet in der Begriffswelt dieser Erfindung,
dass mehrere Laufräder um die gleiche Rotationsachse drehbar angeordnet sind. Hierbei
ist ein Laufrad gleichzusetzen mit einer Stufe der Radialturbomaschine. Aus der Mehrstufigkeit
ergibt sich das Erfordernis, dass im Falle des Verdichters das radial aus dem Laufräder
ausströmende Prozessfluid wieder zurück in Richtung der Rotationsachse geführt werden
muss und mit einer axialen Geschwindigkeitskomponente in das nachfolgende Laufrad
der stromabwärtigen Stufe einströmen kann. Die Strömungsführung, die diese Rückführung
des Prozessfluids ermöglicht nennt sich daher "Rückführstufe". Im Falle des Expanders
kann das Bauteil identisch ausgebildet sein und wird lediglich in umgekehrter Richtung
durchströmt.
[0005] Neben der Rückführung des Prozessfluides in Richtung der Rotationsachse und der Umlenkung
der Strömungsrichtung des Prozessfluids in axiale Richtung sind in den Rückführstufen
regelmäßig auch Leitschaufeln vorgesehen, die einen in der Strömung aus dem stromaufwärtigen
Laufrad aufgeprägten Drall zumindest teilweise oder vollständig neutralisieren oder
sogar einen Drall in Gegenrichtung aufprägen für den Eintritt in die nächste stromabwärtige
Stufe.
[0006] Die übliche Ausfertigung einer Rückführstufe sieht vor, dass dieses Gesamtbauteil
mittels eines sogenannten Zwischenbodens mittels geeigneter Auflager in der Regel
in einem Gehäuse oder einer sonstigen Auflagevorrichtung abgestützt und ausgerichtet
ist. Weiterhin umfasst die Rückführstufe einen sogenannten Schaufelboden, der an dem
Zwischenboden mit den bereits erläuterten Leitschaufeln unter Ausbildung eines Rückführkanals
befestigt ist. Durch den Rückführkanal strömt das Prozessfluid zum nächsten Laufradeintritt.
In diesem Gebilde kommen den Leitschaufeln zwei Funktionen zu. Einerseits haben die
Leitschaufeln die aerodynamische Funktion, dem Prozessfluid einen Gegendrall soweit
aufzuprägen, dass zumindest der Drall aus der stromaufwärtigen Stufe weitestgehend
kompensiert ist und andererseits haben die Leitschaufeln die mechanische Aufgabe,
den Schaufelboden an dem Zwischenboden derart zu befestigen, dass trotz der dynamischen
Belastung ein sicherer Halt gewährleistet ist.
[0008] Die herkömmlichen Rückführstufen des Standes der Technik weisen unterschiedliche
Nachteile auf, die die Erfindung zu vermeiden versucht. Die geometrisch eher einfach
gestalteten Rückführstufen sind zum größten Teil aerodynamisch schlechter an die strömungstechnische
Aufgabe angepasst, so dass die komplexe dreidimensionale Strömungssituation zumindest
teilweise unberücksichtigt bleibt, insbesondere über die Schaufelhöhe bleiben Unterschiede
unbeachtet und dementsprechend treten unverhältnismäßig große Strömungsverluste auf,
die den Wirkungsgrad mindern. Andere Lösungen, insbesondere die Rückführstufe nach
WO2014072288A1 sehen eine vollständig dreidimensional ausgebildete Beschaufelung der Rückführstufe
vor, die fertigungstechnisch sehr schwierig umzusetzen ist und eine aufwändige individuelle
Auslegung erfordert, damit sich jedenfalls ein besserer Wirkungsgrad als bei der einfachen
Geometrie ergibt. Daneben ergeben sich große Probleme in der Montage der Rückführstufe,
da die Beschaufelung aufgrund der dreidimensionalen Ausbildung häufig nicht in der
Lage ist, herkömmliche Befestigungselemente zwischen Schaufelboden und Zwischenboden
durch die Leitschaufeln sich erstreckend zuzulassen. An dieser Stelle müssen dann
ggf. teure Speziallösungen eingesetzt werden, so dass ein derartiges Konzept schließlich
chancenlos am Markt ist.
[0009] Die Erfindung hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die Eigenschaften vereinfachte
Fertigung, optimierte Aerodynamik und einfache Montage miteinander zu vereinen.
[0010] Zur Lösung der Aufgabe wird erfindungsgemäß eine Rückführstufe bzw. eine Radialturbomaschine
gemäß der Ansprüche 1 bzw. 8 vorgeschlagen. Die jeweils rückbezogenen Unteransprüche
beinhalten vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
[0011] Grundsätzlich dient die Rückführstufe einer Radialturbomaschine dazu, das Prozessfluid
von einem stromaufwärts gelegenen Laufrad aus der nach radial außen gerichteten Strömungsrichtung
wieder nach radial innen umzulenken und axial dem nachfolgenden stromabwärts gelegenen
Laufrad zuzuführen. Die Begriffe axial, radial, tangential, Umfangsrichtung und ähnliche
werden hierbei bzw. in diesem Dokument jeweils auf die zentrale Achse bezogen, um
die sich die Rückführstufe ringförmig erstreckt. Diese Achse ist bei einer Radialturbomaschine
auch die Rotationsachse eines Rotors bzw. der Welle mit den Laufrädern.
[0012] Die sich in der Rückführstufe befindende Leitschaufelstufe umfasst Leitschaufeln,
die die Ringform der Rückführstufe in Umfangsrichtung in einzelne Kanäle segmentieren.
Grundsätzlich können diese Leitschaufeln auch Unterbrechungen (split) aufweisen, sind
aber nach der Erfindung bevorzugt entlang der ersten Strömungsrichtung ununterbrochen
ausgebildet. Die Leitschaufeln weisen Profile auf, die sich - entsprechend abgewickelt
- auch zweidimensional darstellen lassen. Eine zweidimensionale Darstellung ist beispielsweise
möglich, wenn der ringförmige Kanal der Rückführstufe entlang einer sich in Umfangsrichtung
erstreckenden mittleren Fläche geschnitten wird. Diese Schnittfläche einer einzelnen
Leitschaufel lässt sich in eine Ebene abwickeln, zu einer zweidimensionalen Darstellung.
Eine Profilmittellinie der aufeinandergestapelten Profile der Leitschaufeln ist erzeugbar
mittels Mittelpunkten eingeschriebener Kreise in dem Profil.
[0013] Auf diese Weise lässt sich eine Profilmittellinienlaufkoordinate entlang der ersten
Durchströmungsrichtung entlang einer mittleren Höhe der jeweiligen Leitschaufel definieren.
Die Länge der Leitschaufel entlang dieser Koordinate ist zweckmäßig normiert auf eine
Gesamtlänge 1.
[0014] Die Höhenrichtung der Leitschaufel wird vorliegend als die Richtung definiert, die
senkrecht zu der Durchströmungsrichtung - insbesondere zur ersten Durchströmungsrichtung
- und senkrecht zu der Umfangsrichtung orientiert ist.
[0015] Die Profilmittellinie der Leitschaufel unmittelbar angrenzend an der äußeren Grenzkontur
des ringförmigen Kanals der Rückführstufe wird hier als äußere Spur der Leitschaufel
bezeichnet und die Profilmittellinie des unmittelbar an der inneren Grenzkontur befindlichen
Profilquerschnitts der Leitschaufel wird als die innere Spur der Leitschaufel bezeichnet.
In diesem Zusammenhang kann die äußere Grenzkontur der Rückführstufe auch als deckscheibenseitige
Grenzkontur bezeichnet werden, weil ein mit einer Deckscheibe versehenes Laufrad diese
Deckscheibe auf der Seite der äußeren Grenzkontur aufweist. Die nabenseitige Strömungskontur
des Laufrades befindet sich dazu gegenüberliegend auf der inneren Grenzkontur der
Rückführstufe, so dass die innere Grenzkontur der Rückführstufe auch als nabenseitige
Grenzkontur bezeichnet werden kann. Entlang der komplexen Geometrie der Rückführstufe
kann die innere Grenzkontur nicht immer als radial weiter innen liegend angesehen
werden als die äußere Grenzkontur für gleiche Positionen entlang einer mittleren Strömungslinie
durch die Rückführstufe, so dass derartige alternative Bezeichnungen zum besseren
Verständnis zweckmäßig sind.
[0016] Der Umfangspositionswinkel bestimmt die jeweilige Position in Umfangsrichtung der
in Bezug genommenen Bauteile - hier im Wesentlichen Referenzpunkte oder Linien der
Leitschaufeln, z.B. Punkte auf Profilmittelinien von bestimmten Profilquerschnitten.
Die positive Verlaufsrichtung des Umfangspositionswinkels ist hierbei entgegen der
Rotationsrichtung der Welle bzw. des Rotors gewählt. Der Scheitelpunkt dieses Winkels
fällt mit der zentralen Achse zusammen. Für den Fachmann ist die Rückführstufe stets
mit einer strömungstechnischen Aufgabenstellung verbunden, so dass eine Loslösung
der Begriffswelt der Rückführstufe von der Rotationsrichtung der Turbomaschine grundsätzlich
nicht zweckmäßig ist.
[0017] Die drei Profilabschnitte der Leitschaufeln der Leitschaufelstufe unterscheiden sich
aufgrund der Schwerpunkte ihrer Funktionen erfindungsgemäß voneinander. Der erste
und der dritte Profilabschnitt stehen in starkem Zusammenhang mit einer bogenförmigen
Umlenkung des Prozessfluids, wobei der zweite Profilabschnitt weniger die bogenförmige
Umlenkung als strömungstechnische Aufgabe aufweist. Alle drei Profilabschnitte stehen
im Zusammenhang entweder mit einer Verzögerung oder Beschleunigung des Prozessfluids,
so dass auch dahingehend anspruchsvolle überlagerte aerodynamische Vorgänge stattfinden.
Der zweite Profilabschnitt ist darüber hinaus noch besonders bevorzugt, der Hindurchführung
mindestens eines Befestigungselementes für den Zwischenboden an dem Schaufelboden
zu dienen. Diesen Gegebenheiten trägt die Erfindung im besonderen Maße Rechnung. Vorteilhaft
homogenisiert die Erfindung die Strömung über die Höhenerstreckung der Leitschaufeln,
indem jeweils für Werte von L in den Profilabschnitten gilt:
in dem ersten Profilabschnitt (PS1):

in dem zweiten Profilabschnitt (PS2): OTR (L) =θITR (L) und (θOTR (L) -θITR (L)) '=0,
in dem dritten Profilabschnitt (PS3):

[0018] Besonders zweckmäßig ist eine weiterbildende Ausbildung, bei der in dem ersten Profilabschnitt
gilt:

wobei in dem dritten Profilabschnitt (PS3) gilt:

[0019] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass gilt:

[0020] Der mittlere, zweite Profilabschnitt erstreckt sich vorteilhaft von höchstens L=0,4
bis mindestens L=0,6.
[0021] Zur Befestigung des Zwischenbodens an dem Schaufelboden ist es sinnvoll, wenn zumindest
einige der Leitschaufeln in dem zweiten Profilabschnitt eine sich von einem Punkt
der Innenspur zu einem Punkt der Außenspur erstreckende Ausnehmung aufweisen zur Durchführung
eines Befestigungselements zwischen der inneren Grenzkontur und der äußeren Grenzkontur.
Bevorzugt ist diese Ausnehmung zu den lateralen Schaufelprofiloberflächen hin geschlossen.
Besonders bevorzugt weist die Ausnehmung eine zentrale gerade Erstreckungsachse auf
und kann insbesondere als Bohrung ausgeführt sein.
[0022] Der Wirkungsgrad der Rückführstufe kann weiter optimiert werden, wenn die Leitschaufeln
jeweils mit einer Eintrittskante jeweils in dem zweiten Abschnitt angeordnet sind,
bevorzugt in einem Bereich der bogenförmigen Umlenkung des zweiten Abschnitts zwischen
0°-90° eines ersten Umlenkungswinkels zur zentralen Achse.
[0023] Der Umlenkungswinkel ist bei den bogenförmigen Umlenkungen in der Rückführstufe jeweils
die Winkeldifferenz einer Projektion der jeweiligen Durchströmungsrichtung, insbesondere
der ersten Durchströmungsrichtung, der Rückführstufe in einer axial-radialen Ebene
eingangs zu ausgangs des betrachteten umlenkenden Abschnitts.
[0024] Eine weitere Verbesserung der Aerodynamik ergibt sich dadurch, dass die Leitschaufeln
jeweils mit einer Austrittskante jeweils in dem vierten Abschnitt angeordnet sind,
bevorzugt in einem Bereich der bogenförmigen Umlenkung des vierten Abschnitts zwischen
0°-60° zweiten Umlenkungswinkel zur Achse.
[0025] Eine Radialturbomaschine nach der Erfindung umfasst eine Rückführstufe der bereits
beschriebenen Art, wobei die Achse, um die sich die Rückführstufe ringförmig erstreckt
mit der Rotationsachse eines Rotors bzw. einer Welle, die Laufräder trägt, identisch
ist. Die Rückführstufe führt hierbei die Strömung entlang der ersten Durchströmungsrichtung
von einem Laufrad zu einem stromabwärts gelegenen Laufrad.
[0026] Besonders zweckmäßig ermöglicht die Erfindung, dass das Verhältnis von einem Zwischendurchmesser
zu einem Austrittsdurchmesser kleiner als 1,5, insbesondere kleiner als 1,4 ist, wobei
der Austrittsdurchmesser der Austrittsdurchmesser des stromaufwärts der Rückführstufe
gelegenen Laufrades ist und der Zwischendurchmesser der Durchmesser des Übergangsquerschnitts
der Rückführstufe von dem ersten Abschnitt zu dem zweiten Abschnitt ist.
[0027] Im Folgenden ist die Erfindung anhand eines speziellen Ausführungsbeispiels unter
Bezugnahme auf Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen schematisch:
- Figur 1
- ein axialer Längsschnitt durch den Ausschnitt eines Gehäuses einer Radialturbomaschine
mit einer Rückführstufe und Laufrädern,
- Figur 2
- zeigt eine Darstellung eines Querschnitts gemäß dem in Figur 1 ausgewiesenen Schnitt
II-II,
- Figur 3
- zeigt eine dreidimensionale Widergabe der Leitschaufelstufe einer erfindungsgemäßen
Rückführstufe zusammen mit einem Zwischenboden und
- Figur 4
- zeigt den Umfangspositionswinkeldifferenzverlauf zwischen der äußeren Spur und der
inneren Spur der Profilmittellinie einzelner Leitschaufeln der Leitschaufelstufe der
Rückführstufe aufgetragen über die auf 1 (dimensionslos) normierte Profillängenlaufkoordinate
entlang der ersten Strömungsrichtung.
[0028] Figur 1 zeigt eine Rückführstufe RC einer Radialturbomaschine RTM, die als Radialturboverdichter
CO ausgebildet ist.
[0029] Die hier beispielhaft für einen Radialturboverdichter CO erläuterten Bauteile sind
bauidentisch erfindungsgemäß auch umsetzbar als Radialturboexpander, wobei ein Prozessfluid
PF diese Bauteile in einem Radialturboverdichter CO in einer ersten Durchströmungsrichtung
FD1 und in einem Radialturboexpander in einer entgegengesetzten zweiten Durchströmungsrichtung
FD2 durchströmt. Die Schilderungen beziehen sich in diesem Dokument stets auf die
erste Durchströmungsrichtung FD1, sofern nicht anders angegeben.
[0030] Figur 1 zeigt Teile zweier aufeinanderfolgend durchströmter Stufen, einer ersten
Stufe ST1 und einer zweiten Stufe ST2 einer ausschnittsweise dargestellten Radialturbomaschine
RTM bzw. Radialturboverdichters CO, wobei eine Rückführstufe RTC zwischen den beiden
Stufen ST1, ST2 hierbei vollständig schematisch dargestellt ist. Die beiden Stufen
ST1, ST2 sind hier mit um die Rotationsachse X drehbar angeordneten Laufrädern, einem
ersten Laufrad IP1 und einem zweiten Laufrad IP2 dargestellt.
[0031] Ein Prozessfluid PF durchströmt in der Darstellung der Figur 1 zunächst das erste
Laufrad IP1 axial einströmend und radial ausströmend entlang einer ersten Durchströmungsrichtung
FD1. Nur beispielhaft ist auch eine entgegengesetzt ausgerichtete zweite Durchströmungsrichtung
FD2 angegeben, wie diese vorläge bei einem Radialexpander. Stromabwärts anschließend
an das erste Laufrad IP1 erreicht das Prozessfluid PF radial nach außen strömend einen
radial nach außen gerichteten ersten Abschnitt SG1 und wird dort verzögert, gelangt
stromabwärts in eine ca. 180°-Umlenkung eines zweiten Abschnitts SG2 und anschließend
in eine radial nach innen gerichtete Rückführung eines dritten Abschnitts SG3 der
Rückführstufe RTC. Stromabwärts des dritten Abschnitts SG3 gelangt das Prozessfluid
PF in einem vierten Abschnitt SG4 von radial nach innen strömend nach axial strömend
umgelenkt in das zweite Laufrad IP2, um dort wieder radial nach außen beschleunigt
zu werden.
[0032] Die Rückführstufe RTC umfasst einen Schaufelboden RR, Leitschaufeln VNS und einen
Zwischenboden DGP. Der Zwischenboden DGP ist mittels mindestens eines Auflagers SUP
in einer Auflagervorrichtung - hier in einem Gehäuse CAS - abgestützt und dort positioniert.
Das Auflager SUP und der abstützende Abschnitt des Gehäuses CAS sind hierbei als Nut-Feder-Verbindung
formschlüssig ausgebildet.
[0033] In nicht näher dargestellter Weise weist die Rückführstufe RTC bzw. weisen der Schaufelboden
RR und der Zwischenboden DGP eine Teilfuge auf, die in einer gemeinsamen Ebene im
Wesentlichen entlang der Achse X verläuft. Zweckmäßig für die Montage ist diese Teilfuge
in der identischen Teilfugenebene gelegen, wie eine nicht dargestellte Teilfuge des
Gehäuses CAS.
[0034] Grundsätzlich ist es auch denkbar, dass der Rotor zwischen zwei Laufrädern teilbar
ausgebildet ist oder die Laufräder axial zueinander zum Zwecke der Montage verschieblich
ausgebildet sind, so dass die Rückführstufen RTC ungeteilt ausgebildet sein können
und schrittweise mit den Laufrädern IP1, IP2 des Rotors zusammen montiert werden bevor
ein Zusammenführung mit einem umgebenden Gehäuse stattfindet. Das Gehäuse CAS kann
jedenfalls horizontal oder vertikal geteilt ausgebildet sein.
[0035] Die herkömmliche Ausbildung der Rückführstufe RTC, die in der Figur 1 gezeigt ist,
sieht vor, dass der Schaufelboden RR, die Leitschaufeln VNS und der Zwischenboden
DGP aneinander befestigt sind. Vorliegend ist dies mittels Schrauben SCR gemacht,
die mittels strichpunktierter Linien vereinfacht dargestellt sind. Damit die Schrauben
SCR einerseits den Schaufelboden RR an dem Zwischenboden DGP hinreichend befestigen
und damit eine Mindeststärke aufweisen müssen, muss andererseits in den Leitschaufeln
VNS eine hinreichend große Durchgangsbohrung vorgesehen werden, so dass das Profil
der Leitschaufeln VNS hinreichend stark ausgebildet sein muss.
[0036] Die Leitschaufeln sind entlang der ersten Durchströmungsrichtung FD1 in drei aufeinanderfolgende
Profilabschnitte PS aufgeteilt:
einen ersten Profilabschnitt PS1,
einen zweiten Profilabschnitt PS2,
einen dritten Profilabschnitt PS3.
[0037] Figur 2 zeigt schematisch einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Radialturbomaschine
RTM, wie er in der Figur 1 mit II-II ausgewiesen ist. Das auf der Welle SH montierte
erste Laufrad IP1 ist entlang der Rotationsrichtung ROT um die Achse X drehbar gelagert.
Exemplarisch sind die Richtungen radial horizontal und vertikal einzeichnet. Der Umfangspositionswinkel
θ verläuft positiv entgegen der Rotationsrichtung ROT. Das erste Laufrad IP1 weist
exemplarisch eingezeichnet Laufschaufeln IPB einer Laufschaufelstufe auf. Für eine
Laufschaufel IPB ist die Austrittskante TEI eingetragen. Stromabwärts des ersten Laufrads
IP1 erstreckt sich die Rückführstufe RTC. Die Rückführstufe RTC weist eine Leitschaufelstufe
VST auf, mit Leitschaufeln VNS, von denen eine exemplarisch eingezeichnet ist. Die
schematisch eingezeichnete Leitschaufel VNS ist nur mit ihrer Eintrittskante LER dargestellt.
Insgesamt zeigt die Figur 2 den Zusammenhang zwischen der Rotationsrichtung ROT der
Welle SH bzw. der Laufräder IP1, IP2 und dem Umfangspositionswinkel θ.
[0038] Figur 3 zeigt dreidimensional Teile der Rückführstufe RTC, nämlich die Leitschaufelstufe
VST mit den Leitschaufeln VNS und deren dreidimensionale Gestaltung.
[0039] Die Figur 4 zeigt den Verlauf der Differenz zwischen dem Umfangspositionswinkel der
äußeren Spur zu der inneren Spur aufgetragen über der Profilmittellinienlaufkoordinate
L, die normiert auf eine gesamte Länge 1 angegeben ist. Eine erste Alternative ALT1
sieht vor, dass die Differenz zunächst positiv ist und anschließend bei ca. 0,3L auf
0 abfällt und dort konstant verläuft bis bei ca. 0,65LΔθ ins Negative abfällt. Eine
zweite Alternative ALT2 sieht vor, dass die Umfangspositionswinkeldifferenz Δθ zunächst
positiv ist im Bereich der Eintrittskante LER, anschließend ins Negative abfällt,
dort ein lokales Minimum aufweist und wieder aufsteigt bis zu einer Differenz von
0 bei etwa 0,3L. Dort bleibt Δθ bis etwa 0,65L konstant und steigt anschließend ins
Positive an, bis zu einem lokalen Maximum, um anschließend wieder ins Negative abzufallen.
In beiden Fällen ist in einem ersten Profilabschnitt PS1 die Umfangspositionswinkeldifferenz
(bis auf einen Kreuzungspunkt mit der 0-Achse) ungleich 0, ebenso, wie in dem dritten
Profilabschnitt PS3. In dem zweiten Profilabschnitt PS2 in der Mitte der jeweiligen
Leitschaufel VNS ergibt sich eine Umfangspositionswinkeldifferenz von 0 konstant.
1. Rückführstufe (RTC) zur Durchströmung mittels eines Prozessfluids entlang einer Durchströmungsrichtung
einer Radialturbomaschine (RTM), insbesondere Radialturboverdichterrückführstufe (RCC),
wobei die Rückführstufe (RTC) sich ringförmig um eine Achse (X) erstreckt,
wobei die Rückführstufe (RTC) nach radial innen von einer inneren Grenzkontur (IDC)
und nach radial außen von einer äußeren Grenzkontur (ODC) definiert ist,
wobei entlang einer ersten Durchströmungsrichtung (FD1) die Rückführstufe (RTC) sich
in einen ersten Abschnitt (SG1) nach radial außen erstreckt,
wobei die Rückführstufe (RTC) sich in einem zweiten Abschnitt (SG2) entlang der ersten
Durchströmungsrichtung (FD1) eine bogenförmige Umlenkung beschreibend von radial außen
nach radial innen erstreckt,
wobei die Rückführstufe (RTC) sich entlang der ersten Durchströmungsrichtung (FD1)
in einem dritten Abschnitt (SG3) von radial außen nach radial innen erstreckt, wobei
die Rückführstufe (RTC) sich entlang der ersten Durchströmungsrichtung (FD1) in einem
vierten Abschnitt (SG4) eine bogenförmige Umlenkung beschreibend von radial innen
nach axial erstreckt,
wobei mindestens eine Leitschaufelstufe (VST) umfassend Leitschaufeln (VNS) sich zumindest
entlang eines Teils des dritten Abschnitts (SG3) erstreckt und die Rückführstufe in
Umfangsrichtung in Strömungskanäle segmentiert,
wobei jeweils eine Profilmittellinie (PML) eines Profilquerschnitts (PRC) der Leitschaufeln
(VNS) der Leitschaufelstufe (VST) seitens der inneren Grenzkontur (IDC) eine innere
Spur (ITR) und seitens der äußeren Grenzkontur (ODC) eine äußere Spur (OTR) definiert,
wobei die Verläufe der inneren Spur (ITR) bzw. äußeren Spur (OTR) definierbar sind
als:

mit
θ: Umfangspositionswinkel in Rotationsrichtung der Radialturbomaschine (RTM) mit Scheitelpunkt
an Achse (X),
L: Profilmittellinienlaufkoordinate entlang der ersten Durchströmungsrichtung (FD1)entlang
einer mittleren Höhe der jeweiligen Leitschaufel (VNS) normiert auf eine Gesamtlänge
1,
Fθ(L): funktioneller Zusammenhang zwischen Umfangspositionswinkel θ und Position L auf
der Profilmittellinie,
R: Radius der Position von innerer Spur (ITR) bzw. äußerer Spur (OTR),
wobei die Leitschaufeln (VNS) entlang der ersten Durchströmungsrichtung (FD1) drei
aufeinanderfolgende Profilabschnitte (PS) aufweisen:
einen ersten Profilabschnitt (PS1),
einen zweiten Profilabschnitt (PS2),
einen dritten Profilabschnitt (PS3),
dadurch gekennzeichnet,
dass jeweils für Werte von L in den Profilabschnitten gilt:
in dem ersten Profilabschnitt (PS1):

in dem zweiten Profilabschnitt (PS2):

in dem dritten Profilabschnitt (PS3):

2. Rückführstufe (RTC) nach Anspruch 1,
wobei in dem ersten Profilabschnitt (PS1) gilt:

wobei in dem dritten Profilabschnitt (PS3) gilt:
3. Rückführstufe (RTC) nach Anspruch 1 oder 2, wobei gilt:
4. Rückführstufe (RTC) nach Anspruch 1, 2 oder 3,
wobei sich der zweite Profilabschnitt (PS2) erstreckt von höchstens L=0,4 bis mindestens
L=0,6.
5. Rückführstufe (RTC) nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4,
wobei zumindest einige der Leitschaufeln (VNS) in dem zweiten Profilabschnitt (PS2)
eine sich von einem Punkt der Innenspur zu einem Punkt der Außenspur erstreckende
Ausnehmung aufweisen zur Durchführung eines Befestigungselements zwischen der inneren
Grenzkontur (IDC) und der äußeren Grenzkontur (ODC).
6. Rückführstufe (RTC) nach Anspruch 1, 2, 3, 4 oder 5,
wobei die Leitschaufeln (VNS) jeweils mit einer Eintrittskante (VLE) jeweils in dem
zweiten Abschnitt (SG2) angeordnet sind, bevorzugt in einem Bereich der bogenförmigen
Umlenkung des zweiten Abschnitts (SG2) zwischen 0°-90° eines ersten Umlenkungswinkels
(BA1).
7. Rückführstufe (RTC) nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5 oder 6,
wobei die Leitschaufeln (VNS) jeweils mit einer Austrittskante (VTE) jeweils in dem
vierten Abschnitt (SG4) angeordnet sind, bevorzugt in einem Bereich der bogenförmigen
Umlenkung des vierten Abschnitts (SG2) zwischen 0°-60° eines zweiten Umlenkungswinkels
(BA2).
8. Radialturbomaschine (RTM), insbesondere Radialturboverdichter, mit mindestens einer
Rückführstufe (RTC) nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 6 oder 7, wobei die Radialturbomaschine
(RTM) einen um die Achse (X) drehbar gelagerten Rotor (ROT) aufweist, der mindestens
zwei Laufräder (IP1, IP2) umfasst, wobei die Rückführstufe (RTC) die Strömung entlang
der ersten Durchströmungsrichtung (FD1) von einem Laufrad (IP1, IP2) zu einem stromabwärtigen
Laufrad (IP1, IP2) führt.
9. Radialturbomaschine (RTM) nach Anspruch 8,
wobei der Laufräder (IP1, IP2) stromaufwärts der Rückführstufe (RTC) einen Austrittsdurchmesser
(D2) aufweist, wobei der Übergangsquerschnitt der Rückführstufe von dem ersten Abschnitt
(SG1) zu dem zweiten Abschnitt (SG2) auf einem Zwischendurchmesser (DRR) angeordnet
ist, wobei gilt:

mit:
D2: Austrittsdurchmesser Laufräder (IP1, IP2)
DRR: Zwischendurchmesser Übergangsquerschnitt der Rückführstufe von dem ersten Abschnitt
(SG1) zu dem zweiten Abschnitt (SG2).