[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung für ein Rechenzentrum, ein Rechenzentrum
mit einer derartigen Anordnung, ein Rechenzentrum mit mehreren derartigen Anordnungen
und Verfahren zum Betrieb einer derartigen Anordnung oder zum Betrieb derartiger Rechenzentren.
Die Anordnung ist vornehmlich für die Innenaufstellung, insbesondere in einem Gebäude,
gedacht.
[0002] In Rechenzentren ist Computerhardware, wie z. B. Server, in größerer Stückzahl angeordnet,
sodass für den Betrieb von Rechenzentren große Mengen an elektrischer Energie erforderlich
sind. Neben der elektrischen Energie, die von dem IT-Komponenten benötigt wird, wird
ein wesentlicher Teil dieser Energie von den Kühleinrichtungen, wie z. B. CRAC (Computer
Room Air Conditioning) -Einheiten, verbraucht. Aus diversen Gründen ist dies häufig
nicht ausreichend energieeffizient.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Rechenzentrum bereitzustellen,
das noch energieeffizienter als bisher ist.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gemäß einem ersten Aspekt gelöst durch eine Anordnung
für ein Rechenzentrum, umfassend eine Einhausung und eine darin angeordnete erste
Rackreihe, für oder mit IT-Komponenten, insbesondere Server, wobei sich in der Einhausung
vor der ersten Rackreihe ein Gang befindet, und die Einlagerung von IT-Komponenten
in die Rackreihe oder die Auslagerung von IT-Komponenten aus der Rackreihe vom Gang
her erfolgen kann, und wobei die Anordnung über ein Mittel zum Kühlen der IT-Komponenten
verfügt. Die Einhausung separiert den Kaltraumbereich, in diesem Fall die Umgebung,
vom Warmraumbereich (Warmgang), der sich innerhalb der Einhausung befindet.
[0005] Weiterhin wird diese Aufgabe gemäß einem zweiten Aspekt gelöst durch ein Rechenzentrum
mit einer Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 19.
[0006] Gemäß einem dritten Aspekt wird diese Aufgabe gelöst durch ein Rechenzentrum mit
mehreren Anordnungen nach einem der Ansprüche 1 bis 19, wobei die Anordnungen horizontal
nebeneinander und/ oder horizontal hintereinander und/ oder vertikal übereinander
angeordnet sind.
[0007] Gemäß einem vierten Aspekt wird diese Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Betrieb
einer Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 19 oder zum Betrieb eines Rechenzentrums
nach Anspruch 20 oder 21, wobei eine IT-Komponente, insbesondere ein Server, in die
Einhausung verbracht wird, Parameter einer Temperaturregelung an eine maximale Temperaturzulässigkeit
der IT-Komponente(n) in der Anordnung angepasst werden, und die Temperaturregelung
der Anordnung mit den angepassten Parametern betrieben wird.
[0008] Schließlich wird diese Aufgabe gemäß einem fünften Aspekt gelöst durch ein Verfahren
zum Betrieb einer Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 19 oder zum Betrieb eines
Rechenzentrums nach Anspruch 20 oder 21, wobei eine IT-Komponente, insbesondere ein
Server, aus der Einhausung entnommen wird, Parameter einer Temperaturregelung an eine
maximale Temperaturzulässigkeit der verbleibenden IT-Komponenten in der Anordnung
angepasst werden, und die Temperaturregelung der Anordnung mit den angepassten Parametern
betrieben wird.
[0009] Bei der Anordnung gemäß dem ersten Aspekt kann die Einhausung als Warmgangeinhausung
gestaltet sein. Es ist aber auch eine Kaltgangeinhausung möglich. Innen im eingehausten
Gang ist dann die kalte Zuluft und außen im Raum/Umgebung ist die warme Abluft.
[0010] Gemäß einer besonderen Ausführungsform befindet sich gegenüber der ersten Rackreihe
eine zweite Rackreihe für oder mit IT-Komponenten, insbesondere Server, zwischen denen
der Gang verläuft. Der Gang wird dann links und rechts durch die Rackreihen, oben
beispielsweise durch eine Klimatisierung, insbesondere Cooltop-Klimatisierung, unten
vom Boden, vorne beispielsweise von einem Kommissionierungsterminal und hinten durch
eine Wand eingehaust. So kann beispielsweise ein gehauster Warmgang entstehen.
[0011] Vorteilhafterweise umfasst das Mittel zum Kühlen der IT-Komponenten mindestens einen
Ventilator, der oberhalb der Rackreihe, insbesondere über dem Gang, angeordnet ist,
um erwärmte Luft aus der Einhausung abzuführen.
[0012] Zweckmäßigerweise umfasst das Mittel zum Kühlen mindestens ein Register, um die warme
abzuführende Luft abzukühlen, insbesondere wobei es sich bei dem Register um ein Direktverdampferregister
oder um ein wassergekühltes Register handelt.
[0013] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung befinden sich in
der ersten Rackreihe und/oder zweite Rackreihe thermoelektrische Generatoren, die
mittels des Temperaturunterschieds zwischen warmer IT-Komponente und Kühlmedium elektrischen
Strom erzeugen können.
[0014] Vorteilhafterweise befinden sich die thermoelektrischen Generatoren auf wärmeabgebenden
IT-Komponenten, insbesondere auf Prozessoren und/oder auf Netzteilen.
[0015] Vorteilhafterweise umfasst die Anordnung eine Batterie (Akku), die von den thermoelektrischen
Generatoren gespeist werden kann.
[0016] Insbesondere kann dabei vorgesehen sein, dass die Anordnung eine unterbrechungsfreie
Stromversorgung zur Versorgung der IT-Komponenten umfasst und die Batterie in die
unterbrechungsfreie Stromversorgung eingebunden ist.
[0017] Zweckmäßigerweise wird/werden der mindestens eine Ventilator und/oder eine Beleuchtung
der Anordnung und/oder eine Robotik in der Anordnung von der Batterie mit elektrischer
Energie versorgt.
[0018] Gemäß einer weiteren besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst
die Anordnung ein Kommissionierungssystem zum vollautomatischen Einlagern und Auslagern
von IT-Komponenten, insbesondere Servern, in die Rackreihe(n), insbesondere wobei
das Kommissionierungssystem einen Roboter beinhaltet, der sich über vorzugsweise die
gesamte Rackreihenlänge bewegen kann.
[0019] Zweckmäßigerweise umfasst die Anordnung ein Terminal, mittels dessen die Übergabe
von IT-Komponenten, wie z. B. Servern, an das Kommissionierungssystem erfolgen kann,
vorzugsweise wobei das Terminal an einer Stirnseite der Einhausung angeordnet ist,
vorzugsweise wobei das Terminal als IT-Komponenten-Eingabefach gestaltet ist und besonders
bevorzugt als Klimaschleuse zwischen der Einhausung und deren Umgebung wirkt.
[0020] Vorteilhafterweise verfügt die Anordnung über ein IT-Komponenten-Verwaltungssystem
und auch über Mittel, um IT-Komponenten, wie z. B. Server, die eingelagert oder ausgelagert
werden, automatisch in das IT-Komponenten-Verwaltungssystem einzubuchen bzw. auszubuchen,
wobei bevorzugt Betriebsdaten der IT-Komponenten im IT-Komponenten-Verwaltungssystem
hinterlegt werden.
[0021] Insbesondere kann dabei vorgesehen sein, dass das Terminal über Mittel verfügt, um
IT-Komponenten im Terminal zu identifizieren, damit sie im IT-Komponenten-Verwaltungssystem
eingebucht oder ausgebucht werden können, insbesondere wobei die Identifizierung mittels
eines Barcodescanners erfolgen kann.
[0022] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass das IT-Komponenten-Verwaltungssystem so
gestaltet ist, dass für jede IT-Komponente, die sich in der Anordnung befindet, eine
maximale Temperaturzulässigkeit der IT-Komponente gespeichert ist, wobei es sich bevorzugt
um eine maximale Zulufttemperatur oder eine maximale Rücklufttemperatur handelt, unter
der die IT-Komponente in der Einhausung betreibbar ist.
[0023] Zweckmäßigerweise umfasst die Anordnung eine Temperaturregelung, die so ausgestaltet
ist, dass eine Warmgangtemperatur so eingestellt wird, dass sie sich an der maximalen
Temperaturzulässigkeit der IT-Komponente(n) orientiert.
[0024] Außerdem kann vorgesehen sein, dass die Anordnung so gestaltet ist, dass bei jeder
Einlagerung oder Auslagerung einer IT-Komponente Parameter der Temperaturregelung
angepasst werden, insbesondere unter Berücksichtigung der maximalen Temperaturzulässigkeit
der sich in der Anordnung befindlichen IT-Komponenten, wie z. B. Server.
[0025] Insbesondere kann dabei vorgesehen sein, dass die Temperaturreglung so gestaltet
ist, dass sich eine Rücklufttemperatur im Gang von mindestens 30°C, bevorzugt von
mindestens 32°C, besonders bevorzugt von mindestens 35°C und ganz besonders bevorzugt
von mindestens 39°C einstellt. In der Zukunft können die Temperaturen, die zu hoch
wären, um für menschliche Mitarbeiter eine zulässige Umgebungstemperatur darzustellen,
sogar noch höher sein.
[0026] Schließlich kann vorgesehen sein, dass die Anordnung eine biometrische Anwendererkennung
beinhaltet, die bevorzugt als Handvenenscanner ausgeführt ist.
[0027] Der vorliegenden Erfindung liegt die überraschende Erkenntnis zugrunde, dass durch
das Vorsehen einer Einhausung das IT-Equipment mit höheren Zuluft-und Ablufttemperaturen
arbeiten kann, ohne dass Mitarbeiter den damit verbundenen höheren Temperaturen ausgesetzt
werden müssen. Die "
Thermal Guidelines for Data Processing Environments" von ASHRAE zeigen auf, dass IT-Equipments mit immer höheren Zuluft- und Abluft (Rückluft)-Temperaturen
arbeiten können. Heutzutage zählen Zulufttemperaturen zu den IT-Komponenten von 25°C
und AbluftTemperaturen von ca. 39°C als Standard-Temperaturen in einem Rechenzentrum.
In "
Thermal Guidelines for Data Processing Environments" Fourth Edition von ASHRAE (2015) geben die Komponentenhersteller für ihre neuen Produkte immer höhere mögliche Zuluft-Temperaturen
an. Je höher die Zuluft-Temperatur ist, desto effizienter wird eine Klimatisierung
eines Rechenzentrums. Ist eine Zuluft-Temperatur möglich, die jederzeit höher als
die Außentemperatur (Umgebung) ist, kann auf eine mechanische Kälteerzeugung verzichtet
werden. Die Wärmeabfuhr von den IT-Komponenten kann dann komplett über direkte oder
indirekte freie Kühlung realisiert werden. Das führt zu einem immensen Einsparpotential
im Bereich der Klimatisierung und somit werden Carpex- und Opex-Kosten deutlich gesenkt.
[0028] Höhere Temperaturen als 39°C im Warmbereich eines Rechenzentrums sind für Mitarbeiter
sehr extreme Arbeitsbedingungen. Damit die Mitarbeiter nicht diesen Bedingungen (im
Warmgang) ausgesetzt sind, kann gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung mindestens ein Roboter bzw. Robotersystem zur Automatisierung und Kommissionierung
eingesetzt werden.
[0029] Zudem können die höheren Temperaturen gemäß einer besonderen Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung verwendet werden, um unter Verwendung von thermoelektrischen
Generatoren aus der Abwärme elektrischen Strom zu erzeugen. Beispielsweise können
die thermoelektrischen Generatoren genutzt werden, um kleine, dezentrale USV (Unterbrechungsfreie
Stromversorgung)-Anlagen zu betreiben und so auf zentrale USV-Anlagen zu verzichten.
Die thermoelektrischen Generatoren können auch ausreichend Strom erzeugen, um beispielsweise
Ventilatoren der Klimatisierung zu betreiben.
[0030] Durch gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung Register,
vorzugsweise Wärmeübertrager-Register, kann der effiziente Betrieb der Anordnung bzw.
des Rechenzentrums -insbesondere bei zu erwartenden immer höher werdenden Temperaturen
im Rechenzentrumsumfeld- noch verbessert werden.
[0031] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten Ansprüchen
und aus der nachfogenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der schematischen
Zeichnungen. Dabei zeigt:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf eine Anordnung gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung;
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht der Anordnung von Figur 1;
- Figur 3
- eine gegenüber der in der Figur 2 gezeigten Anordnung erweiterte Anordnung in perspektivischer
Ansicht;
- Figur 4
- eine Schnittansicht entlang der Linie IV-IV in Figur 1 nebst Luftströmung;
- Figur 5
- eine Schnittansicht entlang der Linie V-V in Figur 1; und
- Figur 6
- eine Schnittansicht ähnlich wie Figur 4, aber von einer Ausführungsfrom mit einer
Kaltgangeinhausung.
[0032] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Anordnung 10 für ein Rechenzentrum (nicht gezeigt)
gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, wobei die Anordnung
in Modulbauweise (siehe Module 28 in den Figuren 1 bis 3) ausgeführt ist (s. a. Figur
3). Die Anordnung 10 umfasst eine Einhausung 12, eine darin angeordnete erste Rackreihe
14, die in diesem Beispiel drei nebeneinander angeordnete Racks 16 umfasst, aber in
anderen Beispielen auch eine abweichende Anzahl und auch nur ein Rack umfassen kann,
einen Gang 18 sowie eine zweite Rackreihe 20 gegenüber der ersten Rackreihe 14, zwischen
denen der Gang 18 verläuft. Die Einhausung 12 ist als eine Warmgangeinhausung gestaltet.
Mit anderen Worten ist der Gang 18 ein Warmgang, in den warme Luft strömt. Figur 6
zeigt eine Ausführungsform, bei der die Einhausung 12 als eine Kaltgangeinhasung gestaltet
ist. Der Gang 18 ist dann ein Katlgang, in den kalte Luft strömt. Genauer gesagt ist
dann innen im eingehausten Gang die kalte Zuluft und außen im Rauen / in der Umgebung
die warem Abluft.
[0033] Wie sich aus den Figuren 1 bis 5 ergibt, sind oberhalb des Warmgangs 18 drei Ventilatoren
22, in diesem Beispiel zudem Radialventilatoren, in Längsrichtung des Gangs 18 hintereinander
als Mittel zum Kühlen von Servern 17 (von denen nur wenige (s. Figur 4) gekennzeichnet
sind) in den Racks 16 vorhanden. Genauer gesagt ist zwischen jedem Paar von gegenüberliegenden
Racks 16 ein jeweiliger Ventilator 22 oberhalb der Racks angeordnet. Die Ventilatoren
22 sind in diesem Beispiel einzeln regelbar (je nach Wärmeabgabe im jeweiligen Segment).
Sie saugen (warme) Luft aus dem Gang (Wärmegang) 18 nach oben ab. Um die warme abzuführende
Luft abzukühlen, ist den Ventilatoren 22 ein Register 24 vorgeschaltet. Bei dem Register
24 kann es sich beispielsweise um ein Direktverdampferregister oder um ein wassergekühltes
Register handeln.
[0034] Wie sich aus der Figur 4 (siehe insbesondere die Strömungspfeile dort) ergibt, strömt
somit kühle Luft von außen in die Einhausung 12 über die Server 17 oder andere IT-Komponenten
in den Racks 16 und nimmt die Wärme dieser Komponenten auf. Von den IT-Komponenten
strömt die warme Luft in den innenliegenden Gang (Warmgang) 18. Die Ventilatoren 22
saugen die warme Luft aus dem Gang (Warmgang) 18 über das Register 24 an. In dem Register
24 wird die Wärme der Luft an ein Medium, das das Register 24 durchströmt, übertragen.
Das Register kann beispielsweise klassisch mit Kaltwasser durchströmt werden. Jedoch
sind auch beispielsweise Glykolgemische möglich, um das erwärmte Glykolwassergemisch
direkt zu außenstehenden Rückkühlwerken (nicht gezeigt) zu leiten, oder aber kann
das Register 24 mit Kältemittel durchströmt werden und so ein Kältemittelkreislauf
installiert werden, bei dem das Register 24 als Verdampfer genutzt wird.
[0035] Auf beispielsweise der CPU der IT-Komponenten oder anderen sehr warmen Komponenten
sind in diesem Ausführungsbeispiel (siehe Fig. 4) Thermoelemente 26 (von denen nur
einige gekennzeichnet sind) installiert. Diese nutzen die hohe Temperaturdifferenz
der IT-Komponenten etc. zur kühlen Luft, um einen Teil der Abwärme der Komponenten
in elektrische Energie umzuwandeln. Mittels dieser erzeugten elektrischen Energie
können beispielsweise dezentrale kleine USV-Anlagen (unterbrechungsfreie Stromversorgung,
vereinfacht beispielsweise kleine Batterien)-Anlagen der einzelnen IT-Komponenten
versorgt werden. Die USV-Anlagen sind beispielsweise einzeln jeder IT-Komponente zugeordnet
und somit kann auf eine zentrale USV-Anlage verzichtet werden. Eine andere Möglichkeit
wäre beispielsweise mittels der durch die Thermoelemente 26 erzeugten elektrischen
Energie die Ventilatoren 22 zur Klimatisierung der Anordnung zu versorgen.
[0036] Wie sich ebenfalls aus der Figur 4 ergibt, sind die Ventilatoren 22 so gestaltet
und angeordnet, dass die abgekühlte Luft seitlich in den Kaltraum 30 gestoßen bzw.
geleitet wird. Dies hat den Vorteil, dass in dem gesamten Raum, in dem eine oder mehrere
Anordnungen 10 stehen, die Temperatur der Zuluft eine gewünschte Temperatur (z.B.
25°C) aufweist und sich die Mitarbeiter nur in dem Raum mit der gemäßigten Lufttemperatur
aufhalten.
[0037] Im Übrigen ist in diesem Beispiel dem Register 24 ein Luftfilter (Umluftfilter) 32
vorgeschaltet.
[0038] Je nach gewünschten Zu- und Rückluft (Abluft)temperaturen (Kaltraum- und Warmgangtemperatur)
kann das Register 24 an ein Kaltwassernetz mit indirekter freier Kühlung und Kaltwassersatz
angeschlossen werden. Alternativ kann das Register 24 gleich mit Kältemittel durchströmt
werden und als Verdampfer dienen (hier wäre beispielsweise auch eine indirekte freie
Kühlung oder DX-Betrieb möglich). Wenn es die Zulufttemperaturen zulassen, dann könnte
hier auch komplett auf die mechanische Kälte verzichtet werden (kein Kaltwassersatz
oder DX-System) und das Wasser könnte einfach über ein Rückkühlwerk die Wärme an die
Umgebung abgeben.
[0039] Je nach gewählter Zu- und Rückluft (Abluft)temperatur und den Mediumtemperaturen
im Register 24 können über die Anordnung unterschiedliche Leistungen abgefahren werden.
[0040] Zum Beispiel können bei einer Zulufttemperatur von 20°C, einer Rückluft (Abluft)temperatur
von 35°C und bei einer Wassertemperatur von 15°C/21°C, das durch das Register 24 strömt,
15 kW pro Rack 16 abgefahren werden. Dies sind noch sehr zurückhaltende Werte. Bei
höheren Zuluft- und Rückluft (Abluft)temperaturen kann auch mehr Leistung abgefahren
werden.
[0041] Wie sich beispielsweise aus der Figur 3 ergibt, kann in einer besonderen Ausführungsform
die bauliche Länge der Anordnung 10 frei und flexibel gewählt werden und nach der
ersten Ausbaustufe weiter erweitert werden. Die in der Figur 3 gezeigte Aordnung 10
weist zwei in diesem Fall identische Module 28 auf.
[0042] Es hat sich gezeigt, dass eine sinnvolle Skalierungsgröße drei Racks 16 beispielsweise
mit jeweils einer Breite von 800 mm auf jeder Seite des Gangs (Warmgangs) 18 ist.
Bei einem Register 24 mit einer Länge von bspw. 2400 mm und einer Breite von bspw.
1200 mm ergeben sich die besten Skallierungsfaktoren mit jeweils drei Racks auf jeder
Seite.
[0043] Da anstatt der Racks 16 auch beliebig vorgefertigte Regale, wie z.B. Stahlgerüstregale,
für die Aufnahme gut geeignet sind und die Register auch genau auf die jeweiligen
Längen angepasst werden können, kann die Skallierung auch komplett frei gewählt werden.
[0044] So entsteht ein intelligentes, flexibles und nachhaltiges High-Tech-Rechenzentrums-Komplettsystem,
das nahezu in allen Räumlichkeiten eingesetzt werden kann und auf effektive Weise
die immer höher erlaubten Zulufttemperaturen für die IT-Komponenten ausnutzt und so
die energetische Effizienz deutlich steigert.
[0045] Die Anordnung kann auch zusätzlich mit folgenden Standardausrüstungen bestückt sein:
- Brandmelder,
- Gaslöschung,
- Energiemanagement.
[0046] Höhere Temperaturen als 39°C im warmen Bereich eines Rechenzentrums sind für Mitarbeiter
sehr extreme Arbeitsbedingungen. Bei der Anordnung gemäß einer besonderen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist der Warmbereich als Gang (Warmgang) 18 komplett eingehaust.
Die Bestückung der Racks 16 (Regale bzw. (Stahl-)Konstruktionen zur Aufnahme von IT-Komponenten,
insbesondere Servern) erfolgt gemäß einer besonderen Ausführungsform im Gang (Warmgang)
18 durch ein Robotersystem.
[0047] Ein Robotersystem dient als ein Kommissionierungssystem und weist einen Greifroboter
34 (siehe Figuren 2-4) auf, der sich auf Laufschienen (nicht gezeigt) mit einem Schrittmotor
(nicht gezeigt) über die gesamte Länge einer oder mehrerer Rackreihen bewegen kann.
Durch den Schrittmotor erfolgt eine exakte Positionierung. Zwischen den oberen und
unteren Längsschienen ist eine vertikale Querschiene (nicht gezeigt) geführt, über
die der Greifroboter 34 die Position jeder IT-Komponente, egal auf welcher Seite und
in welcher Höhenposition, in einem jeweiligen Rack erreichen kann.
[0048] Gemäß einer besonderen Ausführungsform werden die IT-Komponenten über ein Plug &
Play-System mit Strom und Daten versorgt. Dieses Plug & Play-System ermöglicht es,
dass der Greifroboter 34 die IT-Komponenten problemlos herausziehen und wechseln kann.
Diese Aktivitäten kann der Greifroboter vollkommen autonom durchführen. Zur Kommissionierung
gibt es an der Frontseite ein Kommissionierungs-Terminal 36, bei dem Mitarbeiter neue
IT-Komponenten (Hardware) aufgeben können oder die genutzten IT-Komponenten entnehmen
können. Dabei steht der Mitarbeiter immer im Bereich des Kaltraumes 30. Der Greifroboter
34 ist für die hohen Temperaturen im Gang (Warmgang) 18 ausgelegt und kann einwandfrei
in dieser warmen Umgebung (bis über ca. 60°C) arbeiten.
[0049] Ein Verfahren zum Betrieb einer Anordnung, beispielsweise einer Anordnung 10 gemäß
den Figuren 1, 2, 4 und 5 beziehungsweise einer Anordnung 10 gemäß den Figuren 1,
3, 4 und 5 beziehungsweise eines Rechenzentrums mit einer entsprechenden Anordnung,
kann gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wie folgt aussehen:
Eine IT-Komponente, wie beispielsweise ein Server (beispielsweise Server 17), wird
in die Einhausung (wie beispielsweise Einhausung 12) verbracht, Parameter einer Temperaturregelung
werden an eine maximale Temperaturzulässigkeit (zulässige Temperatur) der IT-Komponente(n)
in der Anordnung angepasst und eine Temperaturregelung (nicht gezeigt) der Anordnung
wird mit den angepassten Parametern betrieben.
[0050] Ein Verfahren zum Betrieb einer Anordnung, wie z. B. einer in den Figuren 1 bis 5
gezeigten Anordnung, oder eines Rechenzentrums, beispielsweise mit einer derartigen
Anordnung, gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst:
Eine IT-Komponente, insbesondere ein Server, wie z. B. ein Server 17, wird aus der
Einhausung, wie z. B. der Einhausung 12, entnommen, Parameter einer Temperaturregelung
(nicht gezeigt) werden an eine maximale Temperaturzulässigkeit (zulässige Temperatur)
der verbleibenden IT-Komponenten in der Anordnung angepasst, und die Temperaturregelung
der Anordnung wird mit den angepassten Parametern betrieben.
[0051] Zumindestens in einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann
eine Anordnung angeforderte oder eingegebene IT-Komponente, wie z. B. Server, innerhalb
weniger Sekunden in den Entnahmebereich bringen und können diese dann dort in ergonomischer
Höhe ausgelagert werden. Nicht der Mensch geht zur Ware, sondern die Ware kommt zum
Menschen. Die Zugriffszeiten werden entscheidend verkürzt und die Kommissionierungsleistung
erheblich gesteigert. Durch beispielsweise ein Barcodescanning im IT-Komponenten-Eingabefach
kann ein optimales Data Center Infrastructure Management realisiert werden.
[0052] Das ergonomische Einladen beispielsweise der Serversysteme in eine Server-Handling-Unit
(SHU) zur Rechenzentrum-Automaisierung minimiert die körperliche Belastung der Mitarbeiter.
[0053] Die Anordnung ist aufgrund einer möglichen Standardisierung eine schnell integrierbare,
überall einsetzbare Lösung. Ob in Bestandsimmobilien mit einem Kernnutzungskonzept
für Rechenzentren wie Cloud Data Center, Colocation oder Housing, zweckentfremdete
Immobilien aus der Industrieproduktion oder Edge Data Center- Konzepte.
[0054] Zumindestens in einer besonderen Ausführungsform spart eine derartige Anordnung auf
einer Fläche von ca. 1000 qm IT-Whitespace ca. 30 % an Fläche gegenüber herkömmlichen
Rechenzentren mit klassischem Warmgang/Kaltgang-Prinzip und nutzt die vorhandenen
Flächen optimal aus. Entsprechend der Raumhöhe ist das System der Anordnung nicht
nur in der Horizontalen sondern auch in der Vertikalen skalierbar.
[0055] Mittels der Anordnung werden IT-Komponenten, insbesondere Server- Komponenten ohne
Raumverlust höhenoptimiert eingelagert. Somit entsteht auf kleinster Grundfläche ein
Maximum an Lagerkapazität. Das spart Kosten und hilft, die Fläche bebauten Raumes
ökonomischer zu benutzen.
[0056] Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in den beliebigen
Kombinationen für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen
wesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 10
- Anordnung
- 12
- Einhausung
- 14
- erste Rackreihe
- 16
- Racks
- 17
- Server
- 18
- Gang
- 20
- zweite Rackreihe
- 22
- Ventilatoren (Umluftventilatoren)
- 24
- Register
- 26
- Thermoelemente
- 28
- Module
- 30
- Kaltraum
- 32
- Luftfilter
- 34
- Greifroboter
- 36
- Kommissionierungs-Terminal
1. Anordnung (10) für ein Rechenzentrum, umfassend eine Einhausung (12) und eine darin
angeordnete erste Rackreihe (14), für oder mit IT-Komponenten, insbesondere Server
(17), wobei sich in der Einhausung (12) vor der ersten Rackreihe (14) ein Gang (18)
befindet,
und die Einlagerung von IT-Komponenten in die Rackreihe oder die Auslagerung von IT-Komponenten
aus der Rackreihe vom Gang (18) her erfolgen kann, und
wobei die Anordnung über ein Mittel zum Kühlen der IT-Komponenten verfügt.
2. Anordnung (10) nach Anspruch 1, wobei die Einhausung (12) als Warmgangeinhausung gestaltet
ist.
3. Anordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich gegenüber der ersten
Rackreihe (14) eine zweite Rackreihe (20) für oder mit IT-Komponenten, insbesondere
Server (17), befindet, zwischen denen der Gang (18) verläuft.
4. Anordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Mittel zum Kühlen
der IT-Komponenten mindestens einen Ventilator (22) umfasst, der oberhalb der Rackreihe
(n), insbesondere über dem Gang (18), angeordnet ist, um erwärmte Luft aus der Einhausung
(12) abzuführen.
5. Anordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Mittel zum Kühlen
mindestens ein Register (24) umfasst, um die warme abzuführende Luft abzukühlen, insbesondere
wobei es sich bei dem Register um ein Direktverdampferregister oder um ein wassergekühltes
Register handelt.
6. Anordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich in der ersten Rackreihe
(14) und/oder der zweiten Rackreihe (20) thermoelektrische Generatoren befinden, die
mittels eines Temperaturunterschieds elektrischen Strom erzeugen können.
7. Anordnung (10) nach Anspruch 6, wobei sich die thermoelektrischen Generatoren auf
wärmeabgebenden IT-Komponenten, insbesondere auf Prozessoren und/oder auf Netzteilen,
befinden.
8. Anordnung (10) nach Anspruch 6 oder 7, wobei die Anordnung eine Batterie umfasst,
die von den thermoelektrischen Generatoren gespeist werden kann.
9. Anordnung (10) nach Anspruch 8, wobei die Anordnung eine unterbrechungsfreie Stromversorgung
zur Versorgung der IT-Komponenten umfasst und die Batterie in die unterbrechungsfreie
Stromversorgung eingebunden ist.
10. Anordnung (10) nach Anspruch 8 oder 9, wobei der mindestens eine Ventilator (22) und/oder
eine Beleuchtung der Anordnung und/oder eine Robotik in der Anordnung von der Batterie
mit elektrischer Energie versorgt wird.
11. Anordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anordnung ein Kommissionierungssystem
zum vollautomatischen Einlagern und Auslagern von IT-Komponenten, insbesondere Servern,
in die Rackreihe(n) umfasst, insbesondere wobei das Kommissionierungssystem einen
Roboter beinhaltet, der sich über vorzugsweise die gesamte Rackreihenlänge bewegen
kann.
12. Anordnung (10) nach Anspruch 11, wobei die Anordnung (10) ein Terminal umfasst, mittels
dessen die Übergabe von IT-Komponenten, wie z. B. Servern, an das Kommissionierungssystem
erfolgen kann, vorzugsweise wobei das Terminal an einer Stirnseite der Einhausung
(12) angeordnet ist, vorzugsweise wobei das Terminal als IT-Komponenten-Eingabefach
gestaltet ist und besonders bevorzugt als Klimaschleuse zwischen der Einhausung und
deren Umgebung wirkt.
13. Anordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anordnung über ein
IT-Komponenten-Verwaltungssystem und auch über Mittel verfügt, um IT-Komponenten,
die eingelagert oder ausgelagert werden, automatisch in das IT-Komponenten-Verwaltungssystem
einzubuchen bzw. auszubuchen, wobei bevorzugt Betriebsdaten der IT-Komponenten im
IT-Komponenten-Verwaltungssystem hinterlegt werden.
14. Anordnung (10) nach Anspruch 13 mit Anspruch 12, wobei das Terminal über Mittel verfügt,
um IT-Komponenten im Terminal zu identifizieren, damit sie im IT-Komponenten-Verwaltungssystem
eingebucht oder ausgebucht werden können, insbesondere wobei die Identifizierung mittels
eines Barcodescanners erfolgen kann.
15. Anordnung (10) nach Anspruch 13 oder Anspruch 14, wobei das IT-Komponenten-Verwaltungssystem
so gestaltet ist, dass für jede IT-Komponente, die sich in der Anordnung befindet,
eine maximale Temperaturzulässigkeit der IT-Komponente gespeichert ist, wobei es sich
bevorzugt um eine maximale Zulufttemperatur oder eine maximale Rücklufttemperatur
handelt, unter der die IT-Komponente in der Einhausung betreibbar ist.
16. Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 2 bis 15, wobei die Anordnung eine Temperaturregelung
umfasst, die so ausgestaltet ist, dass eine Warmgangtemperatur so eingestellt wird,
dass sie sich an der maximalen Temperaturzulässigkeit der IT-Komponente(n) orientiert.
17. Anordnung (10) nach Anspruch 14 mit Anspruch 15, wobei die Anordnung so gestaltet
ist, dass bei jeder Einlagerung oder Auslagerung einer IT-Komponente Parameter der
Temperaturregelung angepasst werden, insbesondere unter Berücksichtigung der maximalen
Temperaturzulässigkeit der sich in der Anordnung befindlichen IT-Komponenten, wie
z. B. Server (17).
18. Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 16 oder 17, wobei die Temperaturreglung so
gestaltet ist, dass sich eine Rücklufttemperatur im Gang von mindestens 30°C, bevorzugt
von mindestens 32°C, besonders bevorzugt von mindestens 35°C und ganz besonders bevorzugt
von mindestens 39°C einstellt.
19. Anordnung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anordnung eine biometrische
Anwendererkennung beinhaltet, die bevorzugt als Handvenenscanner ausgeführt ist.
20. Rechenzentrum mit einer Anordnung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche.
21. Rechenzentrum mit mehreren Anordnungen (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 19, wobei
die Anordnungen horizontal nebeneinander und/oder horizontal hintereinander und/oder
vertikal übereinander angeordnet sind.
22. Verfahren zum Betrieb einer Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 19 oder
zum Betrieb eines Rechenzentrums nach Anspruch 20 oder 21, wobei
- eine IT-Komponente, insbesondere ein Server (17), in die Einhausung (12) verbracht
wird,
- Parameter einer Temperaturregelung an eine maximale Temperaturzulässigkeit der IT-Komponente(n)
in der Anordnung angepasst werden, und
- die Temperaturregelung der Anordnung mit den angepassten Parametern betrieben wird.
23. Verfahren zum Betrieb einer Anordnung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 19 oder
zum Betrieb eines Rechenzentrums nach Anspruch 20 oder 21, wobei
- eine IT-Komponente, insbesondere ein Server (17), aus der Einhausung (12) entnommen
wird,
- Parameter einer Temperaturregelung an eine maximale Temperaturzulässigkeit der verbleibenden
IT-Komponenten in der Anordnung angepasst werden, und
- die Temperaturregelung der Anordnung mit den angepassten Parametern betrieben wird.