[0001] Die Erfindung betrifft eine Transportvorrichtung zum Transportieren eines Coils,
eine Verwendung einer solchen Transportvorrichtung, eine Coilverarbeitungsanlage mit
einer solchen Transportvorrichtung sowie ein Verfahren zum Transportieren eines Coils.
[0002] In der Metallindustrie ist es üblich, ein Walzprodukt, wie zum Beispiel ein Metallband
oder einen Metalldraht, als Bund, d. h. in aufgewickelter Form, zu transportieren.
Ein solcher Bund aus einem aufgewickelten Walzprodukt wird in Fachkreisen auch Coil
genannt.
[0003] Für den Transport eines Coils kann beispielweise ein Coiltransportwagen eingesetzt
werden, der mit einer Coilauflage ausgestattet ist, auf welche das Coil auflegbar
ist.
[0004] Ein Coil, bei dem das aufgewickelte Walzprodukt eine hohe Festigkeit und/oder eine
hohe Dicke aufweist, kann dazu neigen, aus einer Coilauflage eines Coiltransportwagens
aufzuspringen oder von der Coilauflage herunterzufallen, da das Coil aufgrund seiner
Materialsteifigkeit wie eine (Spiral-)Feder wirkt. Das Aufspringen eines Coils birgt
das Risiko, dass Personen in der Umgebung des Coils verletzt und/oder Anlagenkomponenten
beschädigt werden.
[0005] Um ein Aufspringen eines Coils, insbesondere bei dessen Transport, zu verhindern,
kann das Coil nach dem Aufwickeln des Walzprodukts mit einem oder mehreren Umreifungsbändern
verschlossen werden.
[0006] Ferner ist es bekannt, in einer Beprobungsstation eine Probe von einem Coil zu nehmen,
um dessen Qualität zu überwachen.
[0007] Zum Zwecke der Probenentnahme wird das Coil üblicherweise in der Beprobungsstation
teilweise abgewickelt. Gegebenenfalls vorhandene Umreifungsbänder müssen zuvor entfernt
werden. Nach der Probenentnahme wird das restliche Coil vollständig aufgewickelt und
typischerweise (erneut) mit einem oder mehreren Umreifungsbändern verschlossen.
[0008] Werden gegebenenfalls vorhandene Umreifungsbänder in einer separaten, der Beprobungsstation
vorgelagerten Bandentfernungsstation entfernt, besteht die Gefahr, dass ein zum Aufspringen
neigendes Coil während seines Transports von der Bandentfernungsstation zu der Beprobungsstation
aufspringt. Ebenso kann ein zum Aufspringen neigendes Coil, falls es in einer der
Beprobungsstation nachgelagerten Umreifungsstation (erneut) umreift wird, unter Umständen
während seines Transports von der Beprobungsstation zu der Umreifungsstation aufspringen.
[0009] Darüber hinaus besteht bei einem Coil, welches eine geringe Breite sowie einen großen
Durchmesser aufweist und derart auf einem Coiltransportwagen aufliegend transportiert
wird, dass seine Coilachse beim Transport horizontal ausgerichtet ist, eine hohe Gefahr,
dass das Coil beim Transport, insbesondere beim Anfahren und/oder Abbremsen des Coiltransportwagens,
umkippt. Der Transport solcher schmalen Coils mit großen Durchmessern birgt somit
ebenfalls das Risiko, dass Personen in der Umgebung des Coils verletzt und/oder Anlagenkomponenten
beschädigt werden.
[0010] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, einen sicheren Transport eines Coils zu ermöglichen.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Transportvorrichtung nach Anspruch
1, durch eine Coilverarbeitungsanlage nach Anspruch 8, durch eine Verwendung nach
Anspruch 10 sowie durch ein Verfahren nach Anspruch 12. Vorteilhafte Weiterbildungen
der erfindungsgemäßen Transportvorrichtung, der erfindungsgemäßen Coilverarbeitungsanlage,
der erfindungsgemäßen Verwendung sowie des erfindungsgemäßen Verfahrens sind jeweils
Gegenstand der abhängigen Patentansprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung.
[0012] Die erfindungsgemäße Transportvorrichtung zum Transportieren eines Coils weist einen
Coiltransportwagen auf. Der Coiltransportwagen umfasst ein Fahrgestell und eine Coilauflage,
welche gegenüber dem Fahrgestell höhenverstellbar ist. Zudem weist die erfindungsgemäße
Transportvorrichtung eine verfahrbare Fixiervorrichtung mit einer Klemmeinheit zum
Anpressen des zu transportierenden Coils gegen die Coilauflage auf, wobei die Klemmeinheit
gegenüber der Coilauflage höhenverstellbar ist und zumindest teilweise in ein Coilauge
des Coils einführbar ist.
[0013] Mithilfe des Coiltransportwagens kann ein zu transportierendes Coil auf der Coilauflage
des Coiltransportwagens aufliegend von einem Ort zu einem anderen Ort gefahren werden.
[0014] Die verfahrbare Fixiervorrichtung, insbesondere deren Klemmeinheit, kann dazu genutzt
werden, das Coil während seines Transports gegenüber der Coilauflage zu fixieren,
d. h. das Coil bezüglich der Coilauflage in seiner Position festzuhalten.
[0015] Ein Anpressen des zu transportierenden Coils gegen die Coilauflage mithilfe der Klemmeinheit
ermöglicht es, einen Kraftschluss zwischen dem Coil und der Coilauflage auszubilden.
[0016] Durch das Anpressen des zu transportierenden Coils gegen die Coilauflage kann das
Coil zuverlässig gegen ein Umkippen und/oder gegen ein Aufspringen gesichert werden.
Die Transportvorrichtung kann somit insbesondere dazu genutzt werden, zum Aufspringen
und/oder zum Umkippen neigende Coils zu transportieren, wobei die Transportvorrichtung
nicht auf den Transport solcher Coils beschränkt ist.
[0017] Außerdem ist die Transportvorrichtung nicht auf den Transport von Coils eines vorbestimmten
Durchmessers beschränkt, sondern kann Coils unterschiedlicher Durchmesser transportieren.
[0018] Dadurch, dass ein zu transportierendes Coil mithilfe der Klemmeinheit bezüglich der
Coilauflage fixiert werden kann, ist es ferner nicht erforderlich, dass das Coil bei
seinem Transport auf dem Coiltransportwagen mit einem oder mehreren Umreifungsbändern
verschlossen ist - insbesondere selbst dann, wenn das Coil zum Aufspringen neigt.
[0019] Mithilfe der Klemmeinheit ist es an einer Coilverarbeitungsstation außerdem möglich,
das Coil gegen eine Coilaufnahme der Coilverarbeitungsstation zu drücken. Dies ermöglicht
eine sichere Verarbeitung des Coils in/an der Coilverarbeitungsstation, insbesondere
auch dann, wenn das Coil zum Aufspringen neigt und nicht mit einem Umreifungsband
umreift ist.
[0020] Der Coiltransportwagen ist vorzugsweise ein schienengeführter Wagen. Mit anderen
Worten, der Coiltransportwagen ist in bevorzugter Weise auf Schienen verfahrbar.
[0021] Vorteilhafterweise ist der Coiltransportwagen mit Rädern ausgestattet, auf welchen
der Coiltransportwagen verfahrbar ist. Weiter ist es vorteilhaft, wenn der Coiltransportwagen
eine Antriebseinheit, insbesondere einen Elektromotor, zum Antreiben der Räder aufweist.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Coiltransportwagen mit
einer Antriebseinheit zum Antreiben der Coilauflage, insbesondere zum Anheben und
Absenken der Coilauflage, ausgestattet. Diese Antriebseinheit kann zum Beispiel ein
Hubzylinder, insbesondere ein hydraulischer Hubzylinder, sein. Hydraulische Hubzylinder
haben den Vorteil, dass sie im Allgemeinen kompakt und robust sind.
[0023] Ferner ist es vorteilhaft, wenn die Fixiervorrichtung eine eigene Antriebseinheit
zum Antreiben der Klemmeinheit, insbesondere zum Anheben und Absenken der Klemmeinheit,
aufweist. Bei dieser Antriebseinheit kann es sich beispielsweise um einen Hubzylinder,
insbesondere einen hydraulischen Hubzylinder, handeln.
[0024] In bevorzugter Weise ist die Klemmeinheit linear bewegbar. Der Coiltransportwagen
kann beispielweise ein Führungselement, insbesondere eine Gleitführung, aufweisen,
mittels welchem die Klemmeinheit relativ zur Coilauflage des Coiltransportwagens linear
verschiebbar gelagert ist. Ein solches Führungselement kann zum Beispiel ein Teil
der Coilauflage oder des Fahrgestells sein oder an der Coilauflage oder dem Fahrgestells
befestigt sein.
[0025] Weiterhin ist es grundsätzlich möglich, dass die Klemmeinheit schwenkend bewegbar
ist. Insbesondere kann die Klemmeinheit gegeneinander verschwenkbare Abschnitte aufweisen.
[0026] Die Fixiervorrichtung kann einen eigenen Wagen aufweisen, der parallel zu dem Coiltransportwagen
verfahrbar ist, insbesondere auf derselben (Schienen-)Fahrbahn wie der Coiltransportwagen
oder einer dazu parallelen Fahrbahn. In diesem Fall umfasst die Transportvorrichtung
vorteilhafterweise eine Synchronisierungseinrichtung zum Synchronisieren der Bewegungen
der beiden Wagen.
[0027] Vorzugsweise ist besagte Synchronisierungseinrichtung dazu eingerichtet, den Coiltransportwagen
und den Wagen der Fixiervorrichtung derart anzusteuern, dass sich die beiden Wagen
synchron, d. h. mit gleichem Geschwindigkeitsbetrag und gleicher Bewegungsrichtung,
bewegen. Ferner kann die Synchronisierungseinrichtung unter anderem einen oder mehrere
Positionssensoren zum Überwachen der Positionen des Coiltransportwagens und/oder des
anderen Wagens aufweisen.
[0028] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist die Fixiervorrichtung, insbesondere
deren Antriebseinheit zum Antreiben der Klemmeinheit, an der Coilauflage oder am Fahrgestell
des Coiltransportwagens befestigt. Dies ermöglicht eine kompakte Ausgestaltung der
Transportvorrichtung, da auf einen eigenen Wagen für die Fixiervorrichtung sowie auf
besagte Synchronisierungsvorrichtung in diesem Fall verzichtet werden kann. Die Verfahrbarkeit
der Fixiervorrichtung kann also insbesondere durch die Verfahrbarkeit des Coiltransportwagens
gewährleistet werden.
[0029] Ist die Fixiervorrichtung am Fahrgestell des Coiltransportwagens befestigt, umfasst
die Transportvorrichtung vorzugsweise eine Synchronisierungseinrichtung zum Synchronisieren
der Bewegungen der Klemmeinheit und der Coilauflage. Diese Synchronisierungseinrichtung
ist vorteilhafterweise dazu eingerichtet, die Antriebseinheit zum Antreiben der Klemmeinheit
sowie die Antriebseinheit zum Antreiben der Coilauflage derart anzusteuern, dass sich
die Coilauflage und die Klemmeinheit synchron, d. h. mit gleichem Geschwindigkeitsbetrag
und gleicher Bewegungsrichtung, bewegen. Zum Überwachen der Positionen der Klemmeinheit
und/oder der Coilauflage kann die Synchronisierungseinrichtung einen oder mehrere
Positionssensoren aufweisen.
[0030] Ist die Fixiervorrichtung an der Coilauflage befestigt, wird die Klemmeinheit beim
Anheben/Absenken der Coilauflage vorzugsweise um dieselbe Höhe bewegt wie die Coilauflage,
sofern die Klemmeinheit nicht durch die Antriebseinheit der Fixiervorrichtung relativ
zur Coilauflage angehoben/abgesenkt wird. Auf eine Synchronisierungsvorrichtung zum
Synchronisieren der Bewegungen der Klemmeinheit und der Coilauflage kann in diesem
Fall prinzipiell verzichtet werden.
[0031] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Klemmeinheit einen
Klemmabschnitt und einen mit dem Klemmabschnitt verbundenen Basisabschnitt auf. Der
Klemmabschnitt kann insbesondere einstückig mit dem Basisabschnitt ausgebildet sein.
Ferner sind der Klemmabschnitt und der Basisabschnitt vorzugsweise senkrecht zueinander
ausgerichtet. Des Weiteren erstreckt sich der Klemmabschnitt in bevorzugter Weise
in Längsrichtung der Coilauflage.
[0032] Die zuvor erwähnte Antriebseinheit der Fixiervorrichtung kann zumindest teilweise
in die Klemmeinheit, insbesondere in den Basisabschnitt der Klemmeinheit, integriert
sein.
[0033] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Klemmeinheit zumindest
teilweise, insbesondere zumindest ein Teil seines Klemmabschnitts, in der Coilauflage
versenkbar ist. Die Klemmeinheit kann in der Coilauflage insbesondere dann versenkt
werden, wenn eine Anpressung des zu transportierenden Coils gegen die Coilauflage
nicht erforderlich ist, beispielsweise weil das Coil weder zum Aufspringen noch zum
Umkippen neigt. In solch einem Fall kann auf ein Einführen der Klemmeinheit in ein
Coilauge des zu transportierenden Coils sowie auf ein Anpressen des Coils gegen die
Coilauflage verzichtet werden, was den Coiltransport insgesamt zeiteffizienter machen
kann.
[0034] Die Coilauflage weist vorzugweise eine Aussparung auf, in welcher die Klemmeinheit
zumindest teilweise versenkbar ist. Besonders bevorzugt ist es, wenn die Klemmeinheit
derart in der Coilauflage versenkbar ist, dass seine Oberseite bündig mit der Oberseite
der Coilauflage abschließt.
[0035] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Klemmeinheit
mit einer Reibungsverringerungseinheit ausgestattet ist. Vorteilhafterweise dient
die Reibungsverringerungseinheit dazu, einen Reibungswiderstand zwischen dem Coil
und der Klemmeinheit zu verringern, insbesondere beim Auf- und/oder Abwickeln des
Coils. Die Reibungsverringerungseinheit kann beispielsweise eine oder mehrere Rollen
als Reibungsverringerungsmittel aufweisen. Vorteilhafterweise sind die Rollen drehbar
gelagert.
[0036] Vorzugsweise ist die Reibungsverringerungseinheit an der Unterseite des Klemmabschnitts
der Klemmeinheit, insbesondere an demjenigen Ende des Klemmabschnitts, welches von
dem Basisabschnitt der Klemmeinheit entfernt ist, angeordnet.
[0037] Ferner kann die Klemmeinheit eine abgerundete Anpressfläche zum Anpressen an das
Coilauge aufweisen. Durch die Abrundung der Anpressfläche der Klemmeinheit kann dessen
Anpresskraft (im Vergleich zu einer ebenen Anpressfläche) auf eine größere Fläche
des zu transportierenden Coils einwirken. Dadurch können Beschädigungen des Coils
durch die Klemmeinheit, zum Beispiel in Form von Eindrückungen, vermieden oder zumindest
reduziert werden.
[0038] In bevorzugter Weise befindet sich die abgerundete Anpressfläche an der Unterseite
des Klemmabschnitts der Klemmeinheit, insbesondere an demjenigen Ende des Klemmabschnitts,
welches von dem Basisabschnitt der Klemmeinheit entfernt ist.
[0039] Des Weiteren kann die Coilauflage mehrere Auflagezinken aufweisen, auf welchen das
Coil auflegbar ist. Es ist vorteilhaft, wenn die Auflagezinken zur Längsmittelebene
der Coilauflage hin abgeschrägt sind. Auf diese Weise können die Auflagezinken das
zu transportierende Coil auf der Coilauflage stabilisieren.
[0040] Unter der Längsmittelebene der Coilauflage ist eine zur Längsrichtung der Coilauflage
parallele Ebene, bezüglich welcher die Coilauflage spiegelsymmetrisch ausgebildet
ist, zu verstehen. Die Formulierung, dass "die Auflagezinken zur Längsmittelebene
der Coilauflage hin abgeschrägt sind" kann dahingehend verstanden werden, dass die
Oberseite des jeweiligen Auflagezinkens schräg zur Längsmittelebene orientiert ist
sowie der Längsmittelebene zugewandt ist.
[0041] Wie eingangs erwähnt, betrifft die Erfindung eine Coilverarbeitungsanlage.
[0042] Die erfindungsgemäße Coilverarbeitungsanlage umfasst eine erste Coilverarbeitungsstation
und eine zweite Coilverarbeitungsstation. Darüber hinaus umfasst die erfindungsgemäße
Coilverarbeitungsanlage mindestens eine Transportvorrichtung der oben beschriebenen
Art, also mindestens eine erfindungsgemäße Transportvorrichtung, zum Transportieren
eines Coils von einer der beiden Coilverarbeitungsstationen zu der anderen der beiden
Coilverarbeitungsstationen.
[0043] Unter einer Coilverarbeitungsanlage ist eine Anlage zur Verarbeitung eines oder mehrerer
Coils zu verstehen. Unter einer Verarbeitung eines Coils wiederum ist eine Durchführung
eines oder mehrerer Prozess-/Verfahrensschritte mit oder an dem Coil zu verstehen.
Die Verarbeitung eines Coils kann beispielsweise ein Wiegen des Coils, ein Beproben
des Coils, ein Verpacken des Coils, ein Umreifen des Coils und/oder ein Entfernen
eines Umreifungsbands von dem Coil umfassen.
[0044] Die Coilverarbeitungsanlage kann insbesondere eine Coilumreifungsanlage, also eine
Anlage zum Umreifen eines Coils, sein. Ferner kann die Coilverarbeitungsanlage beispielweise
eine Coilverpackungsanlage, d. h. eine Anlage zum Verpacken eines Coils mit einem
Verpackungsmaterial, sein.
[0045] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Coilverarbeitungsanlage
eine Coilbeprobungsanlage, also eine Anlage zur Entnahme einer Probe von einem Coil
(Beprobung eines Coils). In diesem Fall ist eine der beiden Coilverarbeitungsstationen
zweckmäßigerweise eine Beprobungsstation. Die Beprobungsstation ist vorteilhafterweise
mit einer Trennvorrichtung, wie zum Beispiel einer Schere oder einem Plasmaschneider,
ausgestattet, welche dazu eingesetzt werden kann eine Probe von dem Coil abzutrennen.
[0046] Die Beprobungsanlage ist nicht auf das Beproben eines Coils beschränkt. Zusätzlich
zu einer Beprobung eines Coils kann das Coil in der Beprobungsanlage unter anderem
gewogen und/oder mit einem oder mehreren Umreifungsbändern verschlossen werden.
[0047] Die andere der beiden zuvor erwähnten Coilverarbeitungsstationen der Coilverarbeitungsanlage
kann beispielweise eine Abgabestation, eine Abholstation, eine Wiegestation, eine
Bandentfernungsstation oder eine Umreifungsstation sein.
[0048] Falls eine der Coilverarbeitungsstationen eine Umreifungsstation ist, kann es sich
dabei insbesondere um eine Umfangsumreifungsstation zum Umreifen eines Außenumfangs
eines Coils oder um eine Augenumreifungsstation zum Umreifen eines Coils durch sein
Coilauge handeln. Weiterhin kann die Umreifungsstation eine kombinierte Umreifungsstation
sein, welche sowohl zum Umreifen eines Coils durch sein Coilauge als auch zum Umreifen
eines Außenumfangs des Coils eingesetzt werden kann.
[0049] Des Weiteren muss ein die Coilbeprobungsanlage durchlaufendes Coil nicht notwendigerweise
beprobt werden. Zum Beispiel kann das Coil - ohne beprobt zu werden - die Coilbeprobungsanlage
durchlaufen, um eine Umreifung durch sein Coilauge und/oder um seinen Außenumfang
zu erhalten und/oder um gewogen zu werden.
[0050] Zusätzlich zu den beiden zuvor erwähnten Coilverarbeitungsstationen kann die Coilverarbeitungsanlage
eine oder mehrere weitere Coilverarbeitungsstationen aufweisen.
[0051] Die jeweilige Coilverarbeitungsstation der Coilverarbeitungsanlage weist vorzugsweise
eine Coilaufnahme auf, auf welcher das zu verarbeitende Coil ablegbar ist. Darüber
hinaus kann die jeweilige Coilverarbeitungsstation eine oder mehrere Niederhaltevorrichtungen,
wie zum Beispiel einen Schwenkarm mit einer Niederhalterolle, aufweisen. Eine solche
Niederhaltevorrichtung kann dazu eingesetzt werden, das zu verarbeitende Coil auf
der Coilaufnahme der jeweiligen Coilverarbeitungsstation zu fixieren.
[0052] Falls die Coilverarbeitungsanlage mehrere Transportvorrichtungen der oben beschriebenen
Art aufweist, können die Transportvorrichtungen in unterschiedlichen Bereichen der
Coilverarbeitungsanlage eingesetzt werden.
[0053] Bei einer erfindungsgemäßen Verwendung wird die oben beschriebene Transportvorrichtung,
also die erfindungsgemäße Transportvorrichtung, zum Transportieren eines Coils in
einer Coilverarbeitungsanlage, insbesondere in der zuvor beschriebenen Coilverarbeitungsanlage,
verwendet. Dabei wird das Coil mithilfe der Transportvorrichtung von einer ersten
Coilverarbeitungsstation der Coilverarbeitungsanlage zu einer zweiten Coilverarbeitungsstation
der Coilverarbeitungsanlage transportiert.
[0054] Alternativ oder zusätzlich kann die Transportvorrichtung dazu verwendet werden, das
Coil von der zweiten Coilverarbeitungsstation zu der ersten Coilverarbeitungsstation
der Coilverarbeitungsanlage zu transportieren.
[0055] Beim Transport des Coils liegt das Coil vorteilhafterweise auf der Coilauflage der
Transportvorrichtung auf. Weiter kann vorgesehen sein, dass beim Transport des Coils
die Klemmeinheit der Transportvorrichtung in ein Coilauge des Coils eingeführt ist.
Zudem kann das Coil bei dessen Transport mithilfe der Klemmeinheit gegen die Coilauflage
gedrückt werden.
[0056] Alternativ ist es möglich, dass die Klemmeinheit beim Transport des Coils nicht in
das Coilauge des Coils eingeführt ist. Die Klemmeinheit kann beim Transport des Coils
beispielsweise zumindest teilweise in der Coilauflage, insbesondere in deren Aussparung,
versenkt sein.
[0057] Die Erfindung betrifft weiterhin, wie eingangs erwähnt, ein Verfahren zum Transportieren
eines Coils.
[0058] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Coil mithilfe einer Transportvorrichtung
von einer ersten Coilverarbeitungsstation zu einer zweiten Coilverarbeitungsstation
einer Coilverarbeitungsanlage transportiert.
[0059] Die in dem Verfahren eingesetzte Transportvorrichtung kann insbesondere die oben
beschriebene Transportvorrichtung, also die erfindungsgemäße Transportvorrichtung,
sein. Ferner können die nachfolgend im Zusammenhang mit dem Verfahren genannten Vorrichtungselemente
insbesondere die zuvor genannten Vorrichtungselemente sein.
[0060] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, dass
- ein Coiltransportwagen der Transportvorrichtung an das in/an der ersten Coilverarbeitungsstation
befindliche Coil herangefahren wird und dabei, d. h. beim Heranfahren an das Coil,
eine Klemmeinheit der Transportvorrichtung in ein Coilauge des Coils eingeführt wird,
- die in das Coilauge eingeführte Klemmeinheit abgesenkt wird, bis die Klemmeinheit
gegen das Coil drückt,
- eine Coilauflage der Transportvorrichtung angehoben wird, bis das Coil auf der Coilauflage
aufliegt,
- die Coilauflage und die Klemmeinheit, nachdem das Coil auf der Coilauflage aufliegt
und die Klemmeinheit gegen das Coil drückt, synchron angehoben werden und
- das Coil auf der Coilauflage aufliegend mithilfe des Coiltransportwagens zu der zweiten
Coilverarbeitungsstation transportiert wird und dabei, d. h. während des Transports,
das Coil von der Klemmeinheit gegen die Coilauflage gedrückt wird.
[0061] Bei dem transportierten Coil kann es sich beispielsweise um ein Warmbandcoil, insbesondere
um einen Warmbandcoil aus Stahl, handeln. Des Weiteren kann das Coil während seines
Transports von der ersten Coilverarbeitungsstation zu der zweiten Coilverarbeitungsstation
gegebenenfalls mit mindestens einem Umreifungsband umreift sein.
[0062] Bevor der Coiltransportwagen an das Coil herangefahren wird, wird vorzugsweise die
Höhenposition der Klemmeinheit derart eingestellt, dass die Klemmeinheit bei einer
horizontalen Verschiebung des Coiltransportwagens in das Coilauge einführbar ist.
[0063] Das Anheben der Coilauflage ermöglicht ein Abheben des Coils von einer Coilaufnahme
der ersten Coilverarbeitungsstation, auf welcher das Coil zunächst ruht.
[0064] Unter einem synchronen Anheben der Coilauflage und der Klemmeinheit ist eine Bewegung
der Coilauflage und der Klemmeinheit zu verstehen, bei welcher diese beiden Elemente
mit der gleichen Geschwindigkeit angehoben werden.
[0065] Vorzugsweise werden die Coilauflage und die Klemmeinheit, wenn das Coil die zweite
Coilverarbeitungsstation erreicht hat, synchron - d. h. mit gleicher Geschwindigkeit
- abgesenkt, bis das Coil auf einer Coilaufnahme der zweiten Coilverarbeitungsstation
aufliegt. Dann wird vorzugsweise die Coilauflage abgesenkt. Bei einer vorteilhaften
Ausführung der Erfindung, wird das Coil beim Absenken der Coilauflage von der Klemmeinheit
gegen die Coilaufnahme der zweiten Coilverarbeitungsstation gedrückt.
[0066] Weiter kann vorgesehen sein, dass, während sich das Coil in/an der ersten Coilverarbeitungsstation
befindet, eine gegen das Coil, insbesondere gegen dessen Außenumfang, drückende Niederhaltevorrichtung
der ersten Coilverarbeitungsstation von dem Coil entfernt wird, wenn die Klemmeinheit
gegen das Coil drückt. Bei entfernter Niederhaltevorrichtung kann ein Aufspringen
des Coils durch die Klemmeinheit verhindert werden, sodass eine Gefährdung von Personen
oder Anlagenkomponenten vermieden werden kann.
[0067] In einer Ausführungsvariante der Erfindung wird, wenn das Coil die zweite Coilverarbeitungsstation
erreicht hat, die Klemmeinheit erst dann von dem Coil abgehoben, wenn eine Niederhaltevorrichtung
der zweiten Coilverarbeitungsstation gegen das Coil, insbesondere gegen dessen Außenumfang,
drückt.
[0068] Nachdem das Coil auf die Coilaufnahme der zweiten Coilverarbeitungsstation abgelegt
worden ist, kann der Coiltransportwagen von dem Coil weggefahren werden. Danach kann
die Klemmeinheit zumindest teilweise in einer Aussparung der Coilauflage versenkt
werden. Anschließend kann der Coiltransportwagen mit versenkter Klemmeinheit erneut
an das Coil herangefahren werden.
[0069] Ferner kann die Coilauflage angehoben werden, bis das Coil auf der Coilauflage aufliegt.
Dann kann das Coil auf der Coilauflage aufliegend mithilfe des Coiltransportwagens
von der zweiten Coilverarbeitungsstation abtransportiert werden, insbesondere zurück
zu der ersten Coilverarbeitungsstation oder zu einer anderen Coilverarbeitungsstation.
[0070] Das Wegfahren des Coiltransportwagens von dem Coil und das Versenken der Klemmeinheit
in der Coilauflage sind jedoch nicht unbedingt erforderlich, um das Coil von der zweiten
Coilverarbeitungsstation abtransportieren zu können.
[0071] Ferner ist es grundsätzlich möglich, dass die Klemmeinheit bereits während des Transports
des Coils von der ersten zu der zweiten Coilverarbeitungsstation zumindest teilweise
in der Coilauflage versenkt sein kann.
[0072] Die bisher gegebene Beschreibung vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung enthält
zahlreiche Merkmale, die in den einzelnen abhängigen Patentansprüchen teilweise zu
mehreren zusammengefasst wiedergegeben sind. Diese Merkmale können jedoch auch einzeln
betrachtet und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammengefasst werden. Insbesondere
sind diese Merkmale jeweils einzeln und in beliebiger geeigneter Kombination mit der
erfindungsgemäßen Transportvorrichtung, der erfindungsgemäßen Coilverarbeitungsanlage,
der erfindungsgemäßen Verwendung sowie dem erfindungsgemäßen Verfahren kombinierbar.
Ferner können Verfahrensmerkmale auch als Eigenschaft der entsprechenden Vorrichtungseinheit
gesehen werden.
[0073] Auch wenn in der Beschreibung bzw. in den Patentansprüchen einige Begriffe jeweils
im Singular oder in Verbindung mit einem Zahlwort verwendet werden, soll der Umfang
der Erfindung für diese Begriffe nicht auf den Singular oder das jeweilige Zahlwort
eingeschränkt sein.
[0074] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile der Erfindung sowie die
Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele der Erfindung,
die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Die Ausführungsbeispiele
dienen der Erläuterung der Erfindung und beschränken die Erfindung nicht auf die darin
angegebenen Kombinationen von Merkmalen, auch nicht in Bezug auf funktionale Merkmale.
Außerdem können dazu geeignete Merkmale eines jeden Ausführungsbeispiels auch explizit
isoliert betrachtet, aus einem Ausführungsbeispiel entfernt, in ein anderes Ausführungsbeispiel
zu dessen Ergänzung eingebracht und mit einem beliebigen der Ansprüche kombiniert
werden.
[0075] Es zeigen:
- FIG 1
- eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsvariante einer Transportvorrichtung sowie
eines auf der Transportvorrichtung aufliegenden Coils, in einem Zustand, bei dem eine
Coilauflage der Transportvorrichtung abgesenkt ist;
- FIG 2
- eine Seitenansicht der Transportvorrichtung aus FIG 1 sowie eines auf der Transportvorrichtung
aufliegenden Coils, in einem Zustand, bei dem die Coilauflage angehoben ist;
- FIG 3
- eine Frontalansicht der Transportvorrichtung aus FIG 1 und FIG 2;
- FIG 4
- eine Frontalansicht einer zweiten Ausführungsvariante einer Transportvorrichtung zum
Transportieren eines Coils;
- FIG 5
- eine Seitenansicht der Transportvorrichtung aus FIG 4;
- FIG 6
- eine Seitenansicht einer dritten Ausführungsvariante einer Transportvorrichtung sowie
eines auf der Transportvorrichtung aufliegenden Coils, in einem Zustand, bei dem eine
Klemmeinheit der Transportvorrichtung in deren Coilauflage versenkt ist;
- FIG 7
- eine Draufsicht der Transportvorrichtung aus FIG 6 sowie eines auf der Transportvorrichtung
aufliegenden Coils;
- FIG 8
- eine 3D-Ansicht einer möglichen Ausgestaltungsvariante einer Coilauflage sowie einer
Klemmeinheit für eine Transportvorrichtung zum Transportieren eines Coils;
- FIG 9
- eine 3D-Ansicht einer möglichen Ausgestaltungsvariante eines Fahrgestells für eine
Transportvorrichtung zum Transportieren eines Coils;
- FIG 10
- eine Draufsicht einer Coilverarbeitungsanlage;
- FIG 11
- eine Seitenansicht einer Bandentfernungsstation der Coilverarbeitungsanlage aus FIG
10;
- FIG 12
- eine Seitenansicht einer Beprobungsstation der Coilverarbeitungsanlage aus FIG 10;
- FIG 13
- eine Seitenansicht einer Umfangsumreifungsstation der Coilverarbeitungsanlage aus
FIG 10;
- FIG 14
- eine Draufsicht einer anderen Coilverarbeitungsanlage.
[0076] FIG 1 zeigt eine Seitenansicht einer ersten Ausführungsvariante einer Transportvorrichtung
2 zum Transportieren eines Coils. Ein mithilfe der Transportvorrichtung 2 zu transportierendes
Coil 4 ist in FIG 1 ebenfalls dargestellt.
[0077] Die Transportvorrichtung 2 umfasst einen Coiltransportwagen 6 mit einem Fahrgestell
8 und einer Coilauflage 10. Zudem umfasst die Transportvorrichtung 2 eine Fixiervorrichtung
12.
[0078] Der Coiltransportwagen 6 umfasst vier rotierbar gelagerte Räder 14, die am Fahrgestell
8 des Coiltransportwagens 6 montiert sind. Mittels dieser Räder 14 ist der Coiltransportwagen
6 auf einer Schienenbahn verfahrbar.
[0079] Die zuvor erwähnte Coilauflage 10 ist mit einer Mehrzahl von Auflagezinken 16 ausgestattet.
Wie aus FIG 1 ersichtlich ist, liegt das zu transportierende Coil 4 auf der Coilauflage
10, genauer gesagt auf deren Auflagezinken 16, auf, wobei das Coil 4 derart auf der
Coilauflage 10 aufliegt, dass seine Coilachse 18 parallel zur Längsrichtung 20 der
Coilauflage 10 ausgerichtet ist.
[0080] Besagte Fixiervorrichtung 12 umfasst eine Klemmeinheit zum Anpressen des zu transportierenden
Coils 4 gegen die Coilauflage 10. Die Klemmeinheit 22 weist einen Klemmabschnitt 24
auf, welcher parallel zu Längsrichtung 20 der Coilauflage 10 ausgerichtet ist. Zudem
umfasst die Klemmeinheit 22 einen mit dem Klemmabschnitt 24 verbundenen Basisabschnitt
26 sowie einen mit dem Klemmabschnitt 24 verbundenen Gleitabschnitt 28. Sowohl der
Basisabschnitt 26 als auch der Gleitabschnitt 28 sind senkrecht zum Klemmabschnitt
24 der Klemmeinheit 22 ausgerichtet.
[0081] Die Coilauflage 10 ist gegenüber dem Fahrgestell 8 höhenverstellbar. Mit anderen
Worten, die Höhenposition der Coilauflage 10 kann relativ zum Fahrgestell 8 verstellt
werden.
[0082] Ferner verfügt der Coiltransportwagen 6 über eine Antriebseinheit 30 zum Anheben
und Absenken der Coilauflage 10. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist diese Antriebseinheit
30 als hydraulischer Hubzylinder ausgeführt, welcher eine Hubstange 32 aufweist (vgl.
FIG 2). Um die Coilauflage 10 relativ zum Fahrgestell 8 anzuheben, wird die Hubstange
32 der besagten Antriebseinheit 30 ausgefahren. Umgekehrt wird, um die Coilauflage
10 relativ zum Fahrgestell 8 abzusenken, die Hubstange 32 der Antriebseinheit 30 eingefahren.
[0083] Des Weiteren ist die Klemmeinheit 22 gegenüber der Coilauflage 10 höhenverstellbar.
D. h., die Höhenposition der Klemmeinheit 22 kann relativ zur Coilauflage 10 verstellt
werden.
[0084] Die Fixiervorrichtung 12 umfasst eine Antriebseinheit 34 zum Anheben und Absenken
der Klemmeinheit 22. Auch diese Antriebseinheit 34 ist als hydraulischer Hubzylinder
mit einer Hubstange 36 ausgebildet. Ferner ist die Antriebseinheit 34 der Fixiervorrichtung
12, genauer gesagt, deren Hubstange 36, in den Basisabschnitt 26 der Klemmeinheit
22 integriert. Um die Klemmeinheit 22 relativ zur Coilauflage 10 anzuheben, wird die
Hubstange 36 der Antriebseinheit 34 der Fixiervorrichtung 12 ausgefahren. Umgekehrt
wird, um die Klemmeinheit 22 relativ zur Coilauflage 10 abzusenken, die Hubstange
36 dieser Antriebseinheit 34 eingefahren.
[0085] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Fixiervorrichtung 12, genauer gesagt
ihre Antriebseinheit 34, an der Coilauflage 10 befestigt. Außerdem weist die Coilauflage
10 eine Gleitführung 38 auf, durch welche der zuvor erwähnte Gleitabschnitt 28 der
Klemmeinheit 22 geführt ist und mittels welcher die Klemmeinheit 22 linear verschiebbar
gelagert ist.
[0086] Des Weiteren weist die Coilauflage 10 eine Aussparung 40 auf, in welcher der Klemmabschnitt
24 der Klemmeinheit 22 versenkbar ist, falls eine Anpressung des Coils 4 gegen die
Coilauflage 10 nicht erforderlich ist.
[0087] In FIG 1 befindet sich die Coilauflage 10 in ihrer niedrigsten Position bezüglich
des Fahrgestells 8. In diesem Zustand ist die Hubstange 32 der Antriebseinheit 30
des Coiltransportwagens 6 so weit wie möglich eingefahren. Zudem ist der Klemmabschnitt
24 der Klemmeinheit 22 in ein Coilauge 42 des zu transportierenden Coils 4 eingeführt
und drückt das Coil 4 gegen die Coilauflage 10.
[0088] FIG 2 zeigt eine weitere Seitenansicht der Transportvorrichtung 2 aus FIG 1.
[0089] Auch in dieser Abbildung liegt ein zu transportierendes Coil 4 auf der Coilauflage
10 der Transportvorrichtung 2 auf. Zudem ist die Klemmeinheit 22 in ein Coilauge 42
des zu transportierenden Coils 4 eingeführt und drückt diesen gegen die Coilauflage
10 der Transportvorrichtung 2.
[0090] Im Vergleich zu dem in FIG 1 dargestellten Zustand der Transportvorrichtung 2 ist
die Coilauflage 10 in FIG 2 angehoben. Die Coilauflage 10 befindet sich also relativ
zum Fahrgestell 8 in einer höheren Position als in FIG 1. Entsprechend ist die zuvor
erwähnte Antriebseinheit 30 des Coiltransportwagens 6, genauer gesagt deren Hubstange
32, weiter ausgefahren als in FIG 1.
[0091] FIG 3 zeigt eine Frontalansicht der Transportvorrichtung 2 aus FIG 1 und FIG 2.
[0092] Aus FIG 3 ist ersichtlich, dass die Klemmeinheit 22 eine abgerundete Anpressfläche
44 aufweist, mit welcher die Klemmeinheit 22 an ein Coilauge eines zu transportierenden
Coils anpressbar ist. Besagte abgerundete Anpressfläche 44 befindet sich an der Unterseite
46 des Klemmabschnitts 24 der Klemmeinheit 22.
[0093] Des Weiteren ist aus FIG 3 ersichtlich, dass die zuvor erwähnten Auflagezinken 16
zur Längsmittelebene 48 der Coilauflage 10 hin abgeschrägt sind. Auf diese Weise stabilisieren
die Auflagezinken 16 das zu transportierende Coil auf der Coilauflage 10 quer deren
Längsrichtung 20.
[0094] Die Beschreibungen der nachfolgenden Ausführungsbeispiele beschränken sich jeweils
primär auf die Unterschiede zu dem vorhergehenden Ausführungsbeispiel, auf das bezüglich
gleichbleibender Merkmale und Funktionen verwiesen wird. Im Wesentlichen gleiche und/oder
einander entsprechende Elemente sind, soweit zweckdienlich, mit den gleichen Bezugszeichen
bezeichnet und nicht erwähnte Merkmale sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
übernommen, ohne dass sie erneut beschrieben werden.
[0095] FIG 4 zeigt eine Frontalansicht einer zweiten Ausführungsvariante einer Transportvorrichtung
50 zum Transportieren eines Coils.
[0096] Die Klemmeinheit 22 dieser Transportvorrichtung 50 ist mit einer Reibungsverringerungseinheit
52 ausgestattet. Die Reibungsverringerungseinheit 52 dient dazu, einen Reibungswiderstand
zwischen einem zu transportierenden Coil und der Klemmeinheit 22 zu verringern, wenn
das Coil auf der Coilauflage 10 aufliegend gedreht werden soll und dabei die Klemmeinheit
22 gegen das Coil drückt. Ein Drehen eines auf der Coilauflage 10 aufliegenden Coils
kann zum Beispiel beim Auf- und/oder Abwickeln des Coils erfolgen, insbesondere im
Rahmen einer Beprobung des Coils.
[0097] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel umfasst die Reibungsverringerungseinheit 52 mehrere
drehbar gelagerte Rollen 54 als Reibungsverringerungsmittel. Diese Rollen 54 sind
an der Unterseite 46 des Klemmabschnitts 24 der Klemmeinheit 22 angeordnet.
[0098] FIG 5 zeigt eine Seitenansicht der Transportvorrichtung 50 aus FIG 4.
[0099] Aus FIG 5 ist ersichtlich, dass die Rollen 54 der Reibungsverringerungseinheit 52
an dem vom Basisabschnitt 26 der Klemmeinheit 22 entfernten Ende des Klemmabschnitts
24 angeordnet sind.
[0100] FIG 6 zeigt eine Seitenansicht einer dritten Ausführungsvariante einer Transportvorrichtung
56 zum Transportieren eines Coils.
[0101] Bei dieser Transportvorrichtung 56 ist die Fixiervorrichtung 12, insbesondere deren
Antriebseinheit 34, nicht an der Coilauflage 10, sondern an dem Fahrgestell 8 des
Coiltransportwagens 6 montiert. Zudem weist die Coilauflage 10 keine Gleitführung
für die Klemmeinheit 22 auf. Stattdessen verfügt das Fahrgestell 8 über eine Gleitführung
58 für die Klemmeinheit 22.
[0102] Der Basisabschnitt 26 der Klemmeinheit 22 ist durch die Gleitführung 58 des Fahrgestells
8 geführt und mithilfe dieser Gleitführung 58 linear verschiebbar gelagert. Bei der
Transportvorrichtung 56 aus FIG 6 erfüllt der Basisabschnitt 26, in welchen die Antriebseinheit
34 der Fixiervorrichtung 12 integriert ist, somit zugleich die Funktion des Gleitabschnitts
28 der Klemmeinheit 22 vorangegangener Ausführungsbeispiele. Ein eigener Gleitabschnitt
ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel daher bei der Klemmeinheit 22 nicht vorgesehen.
[0103] Zudem weist die Transportvorrichtung 56 aus FIG 6 eine (figürlich nicht dargestellte)
Synchronisierungseinrichtung zum Synchronisieren der Bewegungen der Klemmeinheit 22
und der Coilauflage 10 auf.
[0104] In dem in FIG 6 dargestellten Zustand der Transportvorrichtung 56 ist die Klemmeinheit
22 nicht in ein Coilauge 42 eines zu transportierenden Coils 4 eingeführt. Vielmehr
ist die Klemmeinheit 22, genauer gesagt deren Klemmabschnitt 24, in der Aussparung
40 der Coilauflage 10 versenkt, insbesondere derart, dass die Oberseite 60 des Klemmabschnitts
24 bündig mit der Oberseite 62 der Coilauflage 10 abschließt. Das zu transportierende
Coil 4 liegt in diesem Fall auf der Coilauflage 10 sowie auf der Oberseite 60 des
Klemmabschnitts 24 auf.
[0105] Außerdem erstreckt sich die Breite 64 des zu transportierenden Coils 4 im vorliegenden
Ausführungsbeispiel im Wesentlichen über die gesamte Länge der Coilauflage 10.
[0106] FIG 7 zeigt eine Draufsicht der Transportvorrichtung 56 aus FIG 6 sowie des auf ihrer
Coilauflage 10 aufliegenden Coils 4.
[0107] FIG 8 zeigt eine 3D-Ansicht einer möglichen Ausgestaltungsvariante einer Coilauflage
10 sowie einer Klemmeinheit 22 für eine Transportvorrichtung zum Transportieren eines
Coils.
[0108] Die Coilauflage 10 verfügt über einen Gleitabschnitt 66, welcher in eine Gleitführung
eines Fahrgestells einsetzbar ist.
[0109] Außerdem weist die Coilauflage 10 eine Gleitführung 38 auf. Die Klemmeinheit 22,
genauer gesagt dessen Basisabschnitt 26, ist durch diese Gleitführung 38 geführt,
und mittels der Gleitführung 38 linear verschiebbar gelagert.
[0110] Bei der Klemmeinheit 22 aus FIG 8 erfüllt sein Basisabschnitt 26, zugleich die Funktion
des Gleitabschnitts 28 der Klemmeinheit 22 vorangegangener Ausführungsbeispiele. Ein
eigener Gleitabschnitt ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel daher bei der Klemmeinheit
22 nicht vorgesehen.
[0111] Ferner ist in FIG 8 eine Aussparung 40 der Coilauflage 10 sichtbar, in welcher die
Klemmeinheit 22, genauer gesagt deren Klemmabschnitt 24, versenkbar ist.
[0112] FIG 9 zeigt eine 3D-Ansicht einer möglichen Ausgestaltungsvariante eines Fahrgestells
8 für eine Transportvorrichtung zum Transportieren eines Coils.
[0113] Das Fahrgestell 8 umfasst eine Gleitführung 68 zum Führen einer Coilauflage. Diese
Gleitführung 68 ist insbesondere dazu eingerichtet, einen Gleitabschnitt einer Coilauflage,
wie zum Beispiel den Gleitabschnitt 66 der Coilauflage 10 aus FIG 8, aufzunehmen.
[0114] Des Weiteren sind an dem Fahrgestell 8 vier rotierbar gelagerte Räder 14 montiert,
mittels welcher das Fahrgestell 8 auf einer Schienenbahn verfahren werden kann. In
FIG 9 sind jedoch lediglich drei dieser vier Räder 14 (zumindest teilweise) sichtbar.
[0115] FIG 10 zeigt eine Draufsicht einer Coilverarbeitungsanlage 70, bei der es sich im
vorliegenden Ausführungsbeispiel um eine Coilbeprobungsanlage handelt.
[0116] Diese Coilverarbeitungsanlage 70 umfasst acht Coilverarbeitungsstationen 72-86. Grundsätzlich
sind auch Ausführungen der Coilverarbeitungsanlage 70 möglich, bei denen die Coilverarbeitungsanlage
70 eine andere Anzahl von Coilverarbeitungsstationen aufweist.
[0117] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel handelt es bei den Coilverarbeitungsstationen
72-86 um eine erste Abgabestation 72, eine zweite Abgabestation 74, eine Bandentfernungsstation
76, eine Beprobungsstation 78, eine Umfangsumreifungsstation 80, eine Wiegestation
82, eine Augenumreifungsstation 84 und eine Abholstation 86. Die einzelnen Coilverarbeitungsstationen
72-86 müssen nicht notwendigerweise in der in FIG 10 dargestellten Reihenfolge angeordnet
sein.
[0118] Des Weiteren umfasst die Coilverarbeitungsanlage 70 eine (in FIG 10 nicht sichtbare)
Transportvorrichtung 88, die auf einer Schienenbahn 90 (vgl. FIG 12) der Coilverarbeitungsanlage
70 verfahrbar ist und hinsichtlich ihrer Ausgestaltung einer der zuvor beschriebenen
Transportvorrichtungen 2, 50, 56 entspricht.
[0119] In FIG 10 ist beispielhaft jede der Coilverarbeitungsstationen 72-86 mit einem Coil
4 besetzt. Grundsätzlich ist es möglich, dass nur einige der Coilverarbeitungsstationen
72-86 zur gleichen Zeit mit einem Coil 4 besetzt sind.
[0120] Nachfolgend wird für ein einzelnes Coil 4 exemplarisch beschrieben, wie dieses Coil
4 in der Coilverarbeitungsanlage 70 verarbeitet wird. Es wird davon ausgegangen, dass
dieses Coil 4 mit einer Umfangsumreifung, also mit einem sich um den Außenumfang des
Coil 4 erstreckenden Bindeband, verschlossen ist.
[0121] Das Coil 4 wird mithilfe eines (figürlich nicht dargestellten) Transportsystems,
wie zum Beispiel eines Krans, zur Coilverarbeitungsanlage 70 transportiert und an
der ersten oder zweiten Abgabestation 72, 74 abgelegt.
[0122] Mittels der zuvor erwähnten Transportvorrichtung 88 der Coilverarbeitungsanlage 70
wird das Coil 4 in der nachfolgend beschriebenen Weise von der ersten bzw. zweiten
Abgabestation 72, 74 zur Bandentfernungsstation 76 transportiert.
[0123] Zunächst wird die Höhenposition der Klemmeinheit 22 der Transportvorrichtung 88 derart
eingestellt, dass die Klemmeinheit 22 bei einer horizontalen Verschiebung des Coiltransportwagens
6 in ein Coilauge 42 des Coils 4 einführbar ist.
[0124] Der Coiltransportwagen 6 der Transportvorrichtung 88 wird an das in der ersten bzw.
zweiten Abgabestation 72, 74 befindliche Coil 4 herangefahren und dabei die Klemmeinheit
22 der Transportvorrichtung 88 in das Coilauge 42 des Coils 4 eingeführt.
[0125] Die in das Coilauge 42 eingeführte Klemmeinheit 22 wird abgesenkt, bis die Klemmeinheit
22 gegen das Coil 4 drückt. Dann wird die Coilauflage 10 der Transportvorrichtung
88 angehoben, bis das Coil 4 auf der Coilauflage 10 aufliegt. Die Höhenposition der
Klemmeinheit 22 wird hierbei nicht verändert. Anschließend werden die Coilauflage
10 und die Klemmeinheit 22 synchron angehoben.
[0126] Dann wird das Coil 4 auf der Coilauflage 10 aufliegend mithilfe des Coiltransportwagens
6 zu der Bandentfernungsstation 76 transportiert, wobei das Coil 4 während des Transports
von der Klemmeinheit 22 gegen die Coilauflage 10 gedrückt wird.
[0127] Wenn das Coil 4 die Bandentfernungsstation 76 erreicht hat, werden die Coilauflage
10 und die Klemmeinheit 22 synchron abgesenkt werden, bis das Coil 4 auf einer Coilaufnahme
92 der Bandentfernungsstation 76 aufliegt (vgl. FIG 11). Dann wird die Coilauflage
10 abgesenkt, wobei das Coil 4 beim Absenken der Coilauflage 10 von der Klemmeinheit
22 gegen die Coilaufnahme 92 der Bandentfernungsstation 76 gedrückt wird.
[0128] In der Bandentfernungsstation 76 wird die Umfangsumreifung des Coils 4 entfernt.
[0129] Anschließend wird das Coil 4 mittels der Transportvorrichtung 88 von der Bandentfernungsstation
76 zu der Beprobungsstation 78 transportiert. In der Beprobungsstation 78 wird von
dem Coil 4 eine Probe entnommen.
[0130] Dann wird das Coil 4 mittels der Transportvorrichtung 88 von der Beprobungsstation
78 zu der Umfangsumreifungsstation 80 transportiert. Dort erhält das Coil 4 eine Umfangsumreifung.
[0131] Danach wird das Coil 4 von der Umfangsumreifungsstation 80 zu der Wiegestation 82
transportiert, wo das Coil 4 gewogen wird.
[0132] Nach dem Wiegen wird das Coil 4 mittels der Transportvorrichtung 88 von der Wiegestation
82 zur Augenumreifungsstation 84 transportiert, wo das Coil 4 eine Umreifung durch
sein Coilauge 42 erhält.
[0133] Anschließend wird das Coil 4 mittels der Transportvorrichtung 88 von der Augenumreifungsstation
84 zur Abholstation 86 transportiert. Dort wird das Coil 4 mithilfe eines (figürlich
nicht dargestellten) Transportsystems, wie zum Beispiel eines Krans, von der Coilverarbeitungsanlage
70 abtransportiert.
[0134] Der Transport des Coils 4 von einer der Coilverarbeitungsstationen 72-86 zur jeweils
nächsten Coilverarbeitungsstation 72-86 erfolgt in der gleichen Weise wie weiter oben
beim Transport von der ersten bzw. zweiten Abgabestation 72, 74 zur Bandentfernungsstation
76 beschrieben.
[0135] FIG 11 zeigt eine Seitenansicht der Bandentfernungsstation 76 der Coilverarbeitungsanlage
70 aus FIG 10.
[0136] Die Bandentfernungsstation 76 umfasst eine Bandentfernungsvorrichtung 94 zum Entfernen
eines Umreifungsbands von dem Coil 4. Außerdem weist die Bandentfernungsstation 76
im vorliegenden Beispiel eine Niederhaltevorrichtung 96 auf, welche einen Schwenkarm
98 mit einer am Schwenkarm 98 befestigten Niederhalterolle 100 umfasst.
[0137] In FIG 11 ist das zu verarbeitende Coil 4 auf der zuvor erwähnten Coilaufnahme 92
der Bandentfernungsstation 76 abgelegt. Zudem ist die Coilauflage 10 der Transportvorrichtung
88 abgesenkt, sodass die Coilauflage 10 von dem Coil 4 beabstandet ist.
[0138] Ferner wird in FIG 11 das Coil 4 von der Klemmeinheit 22, welcher in das Coilauge
42 des Coils 4 eingeführt ist, gegen die Coilaufnahme 92 gedrückt. Hierdurch ist ein
gefahrloses Entfernen der Umfangsumreifung des Coils 4 möglich, da mithilfe der Klemmeinheit
22 ein Aufspringen des Coils 4 beim Entfernen der Umfangsumreifung verhindert wird.
Auf die zuvor erwähnte Niederhaltevorrichtung 96 der Bandentfernungsstation 76 kann
daher grundsätzlich verzichtet werden, sofern die Transportvorrichtung 88 während
der Entfernung der Umfangsumreifung nicht für den Transport eines anderen Coils 4
verwendet wird.
[0139] FIG 12 zeigt eine Seitenansicht der Beprobungsstation 78 der Coilverarbeitungsanlage
70 aus FIG 10.
[0140] Die Beprobungsstation 78 umfasst eine erste Niederhaltevorrichtung 102 sowie eine
zweite Niederhaltevorrichtung 104, die jeweils einen Schwenkarm 98 sowie eine an dem
Schwenkarm 98 befestigte Niederhalterolle 100 aufweisen. Außerdem weist die Beprobungsstation
78 eine dritte Niederhaltevorrichtung 106 auf, welche mit einer linear verschiebbaren
Niederhalterolle 100 ausgestattet ist.
[0141] Des Weiteren umfasst die Beprobungsstation 78 eine verfahrbare Trennvorrichtung 108
zum Abtrennen einer Probe von einem Coil 4. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist
die Trennvorrichtung 108 als Plasmaschneider ausgebildet.
[0142] Ferner ist in FIG 12 die zuvor erwähnte Schienenbahn 90, auf welcher die Transportvorrichtung
88 verfahrbar ist, sichtbar.
[0143] In FIG 12 ist das Coil 4 auf einer Coilaufnahme 110 der Beprobungsstation 78 abgelegt,
welche zwei Bodenrollen 112 aufweist. Zum Abwickeln und erneuten Aufwickeln des Coils
4 für dessen Beprobung kann das Coil 4 auf den Bodenrollen 112 der Coilaufnahme 110
gedreht werden.
[0144] Die Coilauflage 10 der Transportvorrichtung 88 ist in FIG 12 abgesenkt, sodass die
Coilauflage 10 von dem Coil 4 beabstandet ist. Ferner wird das Coil 4 von der ersten
Niederhaltevorrichtung 102 gegen die Bodenrollen 112 gedrückt. Alternativ oder zusätzlich
kann das Coil 4 von mindestens einer der beiden anderen Niederhaltevorrichtungen 104,
106 gegen die Bodenrollen 112 gedrückt werden.
[0145] Des Weiteren ist die Klemmeinheit 22 der Transportvorrichtung 88 in FIG 12 in der
Coilauflage 10 versenkt. Alternativ oder zusätzlich zu den Niederhaltevorrichtungen
102, 104, 106 kann die Klemmeinheit 22 dazu verwendet werden, das Coil 4 gegen die
Bodenrollen 112 zu drücken.
[0146] FIG 13 zeigt eine Seitenansicht der Umfangsumreifungsstation 80 der Coilverarbeitungsanlage
70 aus FIG 10.
[0147] Die Umfangsumreifungsstation 80 umfasst eine Umreifungsvorrichtung 114 zum Umreifen
eines Coils 4 an dessen Außenumfang. Darüber hinaus weist die Umfangsumreifungsstation
80 eine Coilaufnahme 116 auf.
[0148] In FIG 13 ist das Coil 4 auf der Coilaufnahme 116 der Umfangsumreifungsstation 80
abgelegt. Ferner wird das Coil 4 durch die Klemmeinheit 22 der Transportvorrichtung
88, die in das Coilauge 42 des Coils 4 eingeführt ist, gegen die Coilaufnahme 116
gedrückt. Die Coilauflage 10 der Transportvorrichtung 88 ist abgesenkt, sodass sie
von dem Coil 4 beabstandet ist.
[0149] Ist eine Anpressung eines zu transportierenden Coils gegen die Coilauflage 10 der
Transportvorrichtung 88 nicht erforderlich, kann die Klemmeinheit 22 in der Coilauflage
10 versenkt werden (oder versenkt bleiben) und das Coil im versenkten Zustand der
Klemmeinheit 22 auf der Coilauflage 10 aufliegend von einer der Coilverarbeitungsstationen
72-86 zu einer der anderen Coilverarbeitungsstationen 72-86 transportiert werden.
[0150] Falls an der ersten oder zweiten Abgabestation 72, 74 ein Coil abgelegt wird, das
in Coilverarbeitungsanlage 70 nicht beprobt, sondern lediglich umreift und ggf. gewogen
werden soll, kann das Coil von der ersten bzw. zweiten Abgabestation 72, 74 mittels
der Transportvorrichtung 88 direkt zu der Umfangsumreifungsstation 80 oder der Augenumreifungsstation
84 transportiert werden.
[0151] Ferner ist es möglich, dass ein Coil, welches nicht mit einem oder mehreren Umreifungsbändern
verschlossen ist, in die Coilverarbeitungsanlage 70 eingebracht wird, um beprobt zu
werden. In diesem Fall kann das Coil von der ersten bzw. zweiten Abgabestation 72,
74 mittels der Transportvorrichtung 88 direkt zu der Beprobungsstation 78, also ohne
Zwischenstopp bei der Bandentfernungsstation 76, transportiert werden.
[0152] Außerdem ist möglich, dass die Coilverarbeitungsanlage 70 mehrere Transportvorrichtungen
der zuvor beschriebenen Art aufweist. Diese können in unterschiedlichen Bereichen
der Coilverarbeitungsanlage 70 eingesetzt werden. Beispielsweise kann die zuvor erwähnte
Transportvorrichtung 88 für den Transport eines Coils von der ersten Abgabestation
72 bis zur Beprobungsstation 78 eingesetzt werden, während eine zusätzliche Transportvorrichtung
für den Transport desselben Coils von der Beprobungsstation 78 bis zur Abholstation
86 eingesetzt werden kann.
[0153] FIG 14 zeigt eine Draufsicht einer anderen Coilverarbeitungsanlage 118, bei der es
sich ebenfalls um eine Coilbeprobungsanlage handelt.
[0154] Diese Coilverarbeitungsanlage 118 umfasst vier Coilverarbeitungsstationen 72, 76,
78, 80. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel handelt es bei den Coilverarbeitungsstationen
72, 76, 78, 80 um eine Abgabestation 72, eine Bandentfernungsstation 76, eine Umfangsumreifungsstation
80 und eine Beprobungsstation 78. Die einzelnen Coilverarbeitungsstationen 72, 76,
78, 80 müssen nicht notwendigerweise in der in FIG 14 dargestellten Reihenfolge angeordnet
sein. So können beispielsweise die Bandentfernungsstation 76 und die Umfangsumreifungsstation
80 gegeneinander ausgetauscht werden.
[0155] Des Weiteren umfasst die Coilverarbeitungsanlage 118 eine (in FIG 14 nicht sichtbare)
Transportvorrichtung, die hinsichtlich ihrer Ausgestaltung einer der zuvor beschriebenen
Transportvorrichtungen 2, 50, 56 entspricht.
[0156] Mithilfe eines (figürlich nicht dargestellten) Transportsystems, wie zum Beispiel
eines Krans, wird ein in der Coilverarbeitungsanlage 118 zu verarbeitendes Coil 4
zur Abgabestation 72 transportiert und dort abgelegt.
[0157] Mittels der Transportvorrichtung der Coilverarbeitungsanlage 118 wird das Coil 4
gemäß der weiter oben im Zusammenhang mit FIG 10 beschriebenen Weise von der Abgabestation
72 in Richtung der Beprobungsstation 78 transportiert, wobei gegebenenfalls auf dem
Weg zur Beprobungsstation 78 ein das Coil 4 verschließendes Umreifungsband in der
Bandentfernungsstation 76 entfernt wird.
[0158] Nach seiner Beprobung in der Beprobungsstation 78 wird das Coil 4 mittels der Transportvorrichtung
der Coilverarbeitungsanlage 118 in die umgekehrte Richtung von der Beprobungsstation
78 zu der Umreifungsstation 80 transportiert, wo das Coil 4 umreift wird.
[0159] Von der Umreifungsstation 80 wird das Coil 4 mittels der Transportvorrichtung der
Coilverarbeitungsanlage 118 zur Abgabestation 72 transportiert. Dort wird das Coil
4 mithilfe des zuvor erwähnten Transportsystems aus der Coilverarbeitungsanlage 118
abtransportiert. Die Abgabestation 72 dient somit zugleich als Abholstation der Coilverarbeitungsanlage
118.
[0160] Prinzipiell kann die Beprobungsstation 78 mit einer eigenen Bandentfernungsvorrichtung
ausgestattet sein. In solch einem Fall, könnte auf die Bandentfernungsstation 76 der
Coilverarbeitungsanlage 118 grundsätzlich verzichtet werden.
[0161] Obwohl die Erfindung im Detail durch die bevorzugten Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang
der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0162]
- 2
- Transportvorrichtung
- 4
- Coil
- 6
- Coiltransportwagen
- 8
- Fahrgestell
- 10
- Coilauflage
- 12
- Fixiervorrichtung
- 14
- Rad
- 16
- Auflagezinken
- 18
- Coilachse
- 20
- Längsrichtung
- 22
- Klemmeinheit
- 24
- Klemmabschnitt
- 26
- Basisabschnitt
- 28
- Gleitabschnitt
- 30
- Antriebseinheit
- 32
- Hubstange
- 34
- Antriebseinheit
- 36
- Hubstange
- 38
- Gleitführung
- 40
- Aussparung
- 42
- Coilauge
- 44
- Anpressfläche
- 46
- Unterseite
- 48
- Längsmittelebene
- 50
- Transportvorrichtung
- 52
- Reibungsverringerungseinheit
- 54
- Rolle
- 56
- Transportvorrichtung
- 58
- Gleitführung
- 60
- Oberseite
- 62
- Oberseite
- 64
- Breite
- 66
- Gleitabschnitt
- 68
- Gleitführung
- 70
- Coilverarbeitungsanlage
- 72
- Abgabestation
- 74
- Abgabestation
- 76
- Bandentfernungsstation
- 78
- Beprobungsstation
- 80
- Umfangsumreifungsstation
- 82
- Wiegestation
- 84
- Augenumreifungsstation
- 86
- Abholstation
- 88
- Transportvorrichtung
- 90
- Schienenbahn
- 92
- Coilaufnahme
- 94
- Bandentfernungsvorrichtung
- 96
- Niederhaltevorrichtung
- 98
- Schwenkarm
- 100
- Niederhalterolle
- 102
- Niederhaltevorrichtung
- 104
- Niederhaltevorrichtung
- 106
- Niederhaltevorrichtung
- 108
- Trennvorrichtung
- 110
- Coilaufnahme
- 112
- Bodenrolle
- 114
- Umreifungsvorrichtung
- 116
- Coilaufnahme
- 118
- Coilverarbeitungsanlage
1. Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) zum Transportieren eines Coils (4), aufweisend
einen Coiltransportwagen (6) mit einem Fahrgestell (8) und einer Coilauflage (10),
welche gegenüber dem Fahrgestell (8) höhenverstellbar ist, gekennzeichnet durch eine verfahrbare Fixiervorrichtung (12) mit einer Klemmeinheit (22) zum Anpressen
des zu transportierenden Coils (4) gegen die Coilauflage (10), wobei die Klemmeinheit
(22) gegenüber der Coilauflage (10) höhenverstellbar ist und zumindest teilweise in
ein Coilauge (42) des Coils (4) einführbar ist.
2. Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixiervorrichtung (12) an der Coilauflage (10) oder am Fahrgestell (8) des Coiltransportwagens
(6) befestigt ist.
3. Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Coilauflage (10) eine Aussparung (40) aufweist, in welcher die Klemmeinheit (22)
zumindest teilweise versenkbar ist.
4. Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinheit (22) mit einer Reibungsverringerungseinheit (52) zur Verringerung
eines Reibungswiderstands zwischen dem Coil (4) und der Klemmeinheit (22) beim Auf-
und/oder Abwickeln des Coils (4) ausgestattet ist.
5. Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Reibungsverringerungseinheit (52) eine oder mehrere Rollen (54) als Reibungsverringerungsmittel
aufweist.
6. Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinheit (22) eine abgerundete Anpressfläche (44) zum Anpressen an das Coilauge
(42) aufweist.
7. Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Coilauflage (10) mehrere Auflagezinken (16) aufweist, auf welchen das Coil (4)
auflegbar ist, wobei die Auflagezinken (16) zur Längsmittelebene (48) der Coilauflage
(10) hin abgeschrägt sind.
8. Coilverarbeitungsanlage (70, 118) mit einer ersten Coilverarbeitungsstation (72-86),
einer zweiten Coilverarbeitungsstation (72-86) und mindestens einer Transportvorrichtung
(2, 50, 56, 88) nach einem der vorhergehenden Ansprüche zum Transportieren eines Coils
(4) von einer der beiden Coilverarbeitungsstationen (72-86) zu der anderen der beiden
Coilverarbeitungsstationen (72-86).
9. Coilverarbeitungsanlage (70, 118) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Coilverarbeitungsanlage (70, 118) eine Coilbeprobungsanlage ist, wobei eine der
beiden Coilverarbeitungsstationen (72-86) eine mit einer Trennvorrichtung (108) ausgestattete
Beprobungsstation (78) ist und die andere der beiden Coilverarbeitungsstationen (72-86)
eine Abgabestation (72, 74), eine Abholstation (86), eine Wiegestation (82), eine
Bandentfernungsstation (76) oder eine Umreifungsstation (80, 84) ist.
10. Verwendung einer Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) nach einem der Ansprüche 1 bis
7 zum Transportieren eines Coils (4) in einer Coilverarbeitungsanlage (70, 118), insbesondere
in einer Coilbeprobungsanlage, wobei das Coil (4) mithilfe der Transportvorrichtung
(2, 50, 56, 88) von einer ersten Coilverarbeitungsstation (72-86) der Coilverarbeitungsanlage
(70, 118) zu einer zweiten Coilverarbeitungsstation (72-86) der Coilverarbeitungsanlage
(70, 118) transportiert wird.
11. Verwendung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass beim Transport des Coils (4)
- das Coil (4) auf der Coilauflage (10) der Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) aufliegt,
- die Klemmeinheit (22) der Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) in ein Coilauge (42)
des Coils (4) eingeführt ist und
- das Coil (4) mithilfe der Klemmeinheit (22) gegen die Coilauflage (10) gedrückt
wird.
12. Verfahren zum Transportieren eines Coils (4), bei dem das Coil (4) mithilfe einer
Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88), insbesondere einer Transportvorrichtung (2,
50, 56, 88) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, von einer ersten Coilverarbeitungsstation
(72-86) zu einer zweiten Coilverarbeitungsstation (72-86) einer Coilverarbeitungsanlage
(70, 118) transportiert wird, wobei
- ein Coiltransportwagen (6) der Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) an das in/an
der ersten Coilverarbeitungsstation (72-86) befindliche Coil (4) herangefahren wird
und dabei eine Klemmeinheit(22) der Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) in ein Coilauge
(42) des Coils (4) eingeführt wird,
- die in das Coilauge (42) eingeführte Klemmeinheit (22) abgesenkt wird, bis die Klemmeinheit
(22) gegen das Coil (4) drückt,
- eine Coilauflage (10) der Transportvorrichtung (2, 50, 56, 88) angehoben wird, bis
das Coil (4) auf der Coilauflage (10) aufliegt,
- die Coilauflage (10) und die Klemmeinheit (22), nachdem das Coil (4) auf der Coilauflage
(10) aufliegt und die Klemmeinheit (22) gegen das Coil (4) drückt, synchron angehoben
werden und
- das Coil (4) auf der Coilauflage (10) aufliegend mithilfe des Coiltransportwagens
(6) zu der zweiten Coilverarbeitungsstation (72-86) transportiert wird und dabei das
Coil (4) von der Klemmeinheit (22) gegen die Coilauflage (10) gedrückt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass, wenn das Coil (4) die zweite Coilverarbeitungsstation (72-86) erreicht hat, die
Coilauflage (10) und die Klemmeinheit (22) synchron abgesenkt werden, bis das Coil
(4) auf einer Coilaufnahme (92, 110, 116) der zweiten Coilverarbeitungsstation (72-86)
aufliegt, und dann die Coilauflage (10) abgesenkt wird, wobei das Coil (4) beim Absenken
der Coilauflage (10) von der Klemmeinheit(22) gegen die Coilaufnahme (92, 110, 116)
der zweiten Coilverarbeitungsstation (72-86) gedrückt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass, während sich das Coil (4) in/an der ersten Coilverarbeitungsstation (72-86) befindet,
eine gegen das Coil (4) drückende Niederhaltevorrichtung (96, 102-106) der ersten
Coilverarbeitungsstation (72-86) von dem Coil (4) entfernt wird, wenn die Klemmeinheit
(22) gegen das Coil (4) drückt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass, wenn das Coil (4) die zweite Coilverarbeitungsstation (72-86) erreicht hat, die
Klemmeinheit (22) erst dann von dem Coil (4) abgehoben wird, wenn eine Niederhaltevorrichtung
(96, 102-106) der zweiten Coilverarbeitungsstation (72-86) gegen das Coil (4) drückt.