[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen einstückigen Kolben für Kartuschen zum Auspressen
von Massen sowie eine Kartusche mit derartigen Kolben.
[0002] Kartuschen für auspressbare Massen, wie beispielsweise Dicht- oder Füllmassen, bestehen
aus einem rohrförmigen Kartuschenkörper, in den die Masse eingefüllt wird. Der Kartuschenkörper
ist am vorderen Ende geschlossen und das Einfüllen der Masse erfolgt vom offenen rückwärtigen
Ende her. Anschließend wird der Kolben ebenfalls vom rückwärtigen Ende her in den
Kartuschenkörper eingeführt, um diesen abzudichten.
[0003] Aus
EP 1 845 033 A1 (Fischbach) ist ein Kolben mit zwei Dichtlippen bekannt, die an der Wand des Kartuschenkörpers
entlang streichen und die den die auspressende Masse enthaltenen Raum gegen die Umgebung
abdichten. Eine vordere Dichtlippe ist mit Durchbrüchen versehen, durch die beim Setzen
des Kolbens, das heißt beim Einführen des Kolbens in die Kartusche, Luft, die sich
vor dem Kolben in der Kartusche befindet, entweichen kann. An der hinteren Lippe befinden
sich Durchlässe, so dass die hintere Lippe nicht vollflächig an der Innenfläche der
Kartusche anliegen kann und somit die Luft über die hintere Dichtlippe entweichen
kann.
[0004] EP 2 108 599 B1 (Fischbach) sieht zusätzlich zu den Dichtlippen einen gegenüber den Dichtlippen starren Schutzrand
vor, der die Lippen in axialer Projektion teilweise überdeckt. Durch den Schutzrand
werden die sich da hinter befindlichen flexiblen Lippen gegenüber der sich in der
Kartusche befindlichen Masse geschützt und somit wird ein Umklappen oder Beschädigen
der Dichtlippen beim Kolbensetzen aufgrund von Masse, die gegen die Dichtlippen gedrückt
wird, vermieden.
[0005] DE 203 19 464 A1 offenbart einen Kolben gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0006] Die vorbekannten Kolben haben sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, da beim
Setzen des Kolbens die überschüssige Luft in vorteilhafter Weise entweichen kann und
dennoch die Kolben dichtend abschließen. Die Dichtlippen sind bei derartigen Kolben
nach vorne gerichtet und beim Auspressen mit einer mechanischen Kartuschenpistole
werden sehr gute Ergebnisse erzielt. Bei dem zuvor beschriebenen Kolben entsteht sowohl
beim Setzen in dem Raum vor der Kolbenbrust ein erhöhter Druck, der die Luft austreibt.
Im späteren Gebrauch der Kartusche drückt die Masse gegen die Dichtlippen, wobei die
Dichtlippen aufgrund des Druckes nach außen gegen die Kartuschenwand gedrückt werden,
wodurch ein vorteilhaftes Abdichten erfolgt.
[0007] Bei der Verwendung von Druckluftpistolen kann Druckluft direkt auf den Kartuschenkolben
einwirken. Damit der Kartuschenkolben durch die Druckluft bewegt wird, muss ein Druckunterschied
zwischen der Auspressmasse in der Kartusche und dem im bzw. hinter dem Kolben angeordneten
Bereich vorhanden sein, wobei im bzw. hinter dem Kolben befindlichen Bereich ein höherer
Druck vorherrscht. Dadurch kann die von hinten am Kolben anliegende Druckluft in den
Spalt zwischen der Seitenwand des Auspresskolbens und der Kartusche gelangen und die
nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippen überwinden und somit in dem Bereich der
auspressbaren Masse gelangen. Dadurch kann die auspressbare Masse einerseits erhärten
oder verderben und es können Luftblasen in der auspressbaren Masse entstehen, die
während des Auspressvorgangs der Kartusche zu unerwünschten Unterbrechungen des ausgepressten
Füllmassenstranges führen.
[0008] Aus
DE 3005855 A1 (Fischbach) ist ein Kartuschenkolben zum Antrieb mit Druckluft bekannt, bei dem neben einer
nach vorne gerichteten Abstreiflippe mindestens eine nach hinten gerichtete weitere
Dichtlippe vorgesehen ist, die eine Drucktasche bildet. Die von hinten in den Spalt
zwischen der Seitenwand des Kartuschenkolbens und der Kartusche eindringende Druckluft
drückt von unten gegen die Drucktasche und somit die Dichtlippe dichtend an die Kartuschenwand.
[0009] Ein derartiger Kolben ist jedoch nur für die Verwendung mit Druckluft als Vortriebsantrieb
vorteilhaft. Bei einer Verwendung einer herkömmlichen Druckluftpistole mit Stempel
können die nach hinten gerichteten Dichtlippen aufgrund des fehlenden Drucks von hinten
leicht durch Einfüllmasse zur Seite gedrückt werden, wenn die davor angeordnete nach
vorne gerichtete Abstreiflippe versagt. Ferner ist die Entlüftung bei diesem vorbekannten
Kartuschenkolben in manchen Situationen unzureichend.
[0010] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen Kolben für Kartuschen zum
Auspressen von Massen aus einer Kartusche bereitzustellen, der auch beim Einsatz verschiedener
Auspresswerkzeuge eine geringe Störanfälligkeit bei der Kolbenhandhabung besitzt.
[0011] Die Erfindung ist definiert durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0012] Bei dem erfindungsgemäßen einstückigen Kolben für Kartuschen zum Auspressen von Masse
aus einer Kartusche mit einer vorderen Kolbenbrust, einer umlaufenden Seitenwand und
mindestens einer an der Seitenwand angeordneten, nach vorne abstehenden flexiblen
Dichtlippe, wobei die Seitenwand einen hinteren Wandabschnitt aufweist, der sich ausgehend
von der Kolbenbrust hinter der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe erstreckt,
ist vorgesehen, dass an dem hinteren Wandabschnitt der Seitenwand ein umlaufender
erster hinterer Dichtvorsprung angeordnet ist, der eine maximale Wandstärke D
max1 besitzt, die größer ist als eine minimale Wandstärke d
min der Seitenwand in dem zwischen der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe und
dem hinteren Dichtvorsprung angeordneten Bereich des hinteren Wandabschnitts und/oder
in dem ausgehend von der Kolbenbrust hinter dem hinteren Dichtvorsprung angeordneten
Bereich des hinteren Wandabschnitts.
[0013] Bei der Variante des Kolbens, bei dem eine maximale Wandstärke D
max1 des umlaufenden ersten hinteren Dichtvorsprungs größer ist als eine minimale Wandstärke
d
min der Seitenwand in dem ausgehend von der Kolbenbrust hinter dem hinteren Dichtvorsprung
angeordneten Bereich des hinteren Wandabschnitts, weist die Seitenwand zusätzlich
am von der Kolbenbrust abgewandten Ende einen nach außen gebogenen Dichtabschnitt
auf.
[0014] Dieser Dichtabschnitt bildet eine weitere Dichtung gegen die von unten wirkende Druckluft
auf den Kolben, wenn der Kolben mithilfe einer Druckluftpistole betrieben wird. Gleichzeitig
kann der nach außengebogene Dichtabschnitt auch eine Schutzwirkung für den ersten
Dichtvorsprung entfalten.
[0015] Unter maximale Wandstärke wird im Rahmen der Erfindung die größte Wandstärke eines
Bauteils verstanden, wobei das Bauteil grundsätzlich eine sich verändernde Wandstärke
besitzen kann. Unter minimaler Wandstärke wird die Wandstärke eines Bauteils verstanden,
die am geringsten ist, wobei das Bauteil grundsätzlich eine sich verändernde Wandstärke
besitzen kann. Mit anderen Worten: Die maximale Wandstärke gibt die Wandstärke der
"dicksten Stelle" des Bauteils an, wohingegen die minimale Wandstärke die Wandstärke
des "dünnsten Abschnitts" des Bauteils bezeichnet.
[0016] Bei der Bestimmung der Wandstärke wird im Rahmen der Erfindung eine Erstreckung orthogonal
zur neutralen Faser des entsprechenden Bauteils verstanden. Bei der maximalen Wandstärke
D
max1 des hinteren Dichtvorsprungs wird die Wandstärke D
max1 entweder orthogonal zur neutralen Faser oder parallel zur Seitenwand gemessen.
[0017] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des hinteren Wandabschnitts mit einer minimalen
Wandstärke d
min, die geringer ist als maximale Wandstärke D
max1 des hinteren Dichtvorsprungs wird erreicht, dass der hintere Dichtvorsprung zumindest
abschnittsweise steifer ist als die Seitenwand in den Wandabschnitt der minimale Wandstärke
d
min. Bei einer Beaufschlagung des Kolbens mit Druckluft ist die Seitenwand in dem Bereich
der minimalen Wandstärke d
min somit relativ flexibel, so dass es zu einer Aufspreizung der Seitenwand in dem hinteren
Wandabschnitt kommen kann. Vorzugsweise ist die Seitenwand in dem Bereich der minimalen
Wandstärke d
min elastisch verformbar. Wenn der Bereich des hinteren Wandabschnitts mit der minimalen
Wandstärke d
min zwischen der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe und dem hinteren Dichtvorsprung
angeordnet ist, wird sichergestellt, dass durch die Aufspreizung der Seitenwand der
hintere Dichtvorsprung in vorteilhafter Weise gegen die Innenwandung der Kartusche,
in der der Kolben eingesetzt ist, angedrückt wird. Die nach vorne abstehende flexible
Dichtlippe bewirkt ein vorteilhaftes Abdichten des Kolbens mit der Kartusche bei dem
Auspressen der Masse aus der Kartusche. Dadurch, dass die flexible Dichtlippe nach
vorne absteht, wird zwischen der flexiblen Dichtlippe und der Seitenwand eine Tasche
gebildet, in die die auspressbare Masse gelangen kann, die somit die nach vorne abstehende
flexible Dichtlippe in vorteilhafter Weise dichtend an die Innenwandung der Kartusche
drückt. Durch die Ausgestaltung des hinteren Wandabschnittes der Seitenwand mit dem
ersten hinteren Dichtvorsprung wird hingegen sichergestellt, dass bei einer Beaufschlagung
mit Druckluft eine gute Abdichtung gegen die in den Spalt zwischen der Kartuscheninnenwandung
und der Seitenwand des Kolbens eindringende Druckluft erfolgt.
[0018] Vorzugsweise besteht der Kolben aus einem Kunststoff mit einem Elastizitätsmodul
E ≤ 500 N/mm
2, vorzugsweise E ≤ 300 N/mm
2, gemessen nach ISO 178. Der Kunststoff kann beispielsweise ein LDPE sein.
[0019] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der umlaufende erste hintere Dichtvorsprung eine
Dichtlippe ist, die nach hinten absteht. Dadurch wird eine nach hinten offene Drucktasche
zwischen der Seitenwand und der Dichtlippe gebildet, so dass die in den Spalt zwischen
der Seitenwand des Kolbens und der Kartusche eindringende Druckluft in die Drucktasche
drückt und somit in vorteilhafter Weise die Dichtlippe gegen die Innenwandung der
Kartusche dichtend andrückt. Ferner kann beim Entlüften des Kolbens Luft aus dem Kolben
in vorteilhafter Weise von oben gegen die Dichtlippe drücken, so dass diese beim Setzen
des Kolbens von der Innenwandung der Kartusche weggedrückt wird und somit ein Entlüftungsweg
entsteht. Dabei kann sich einerseits ein Teil der Dichtlippe und andererseits auch
die Seitenwand verformen. Das Andrücken der hinteren Dichtlippe an die Innenwandung
der Kartusche erfolgt durch eine elastische Verformung der Seitenwand zumindest in
dem Bereich der minimalen Wandstärke und kann durch eine elastische Verformung zumindest
einzelne Abschnitt der Dichtlippe unterstützt werden.
[0020] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Seitenwand vor der nach vorne abstehenden flexiblen
Dichtlippe einen umlaufenden oder unterbrochenen vorderen Schutzrand aufweist, der
in axialer Projektion einen Teilbereich der mindestens einen nach vorne abstehenden
flexible Dichtlippe überdeckt. Der vordere Schutzrand hat eine größere Steifigkeit
als die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe. Er ist relativ starr und dient
als Schutzschirm, so dass bei einem setzen des Kolbens in die Kartusche die nach vorne
abstehende flexible Dichtlippe geschützt ist.
[0021] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Seitenwand zumindest einen ersten geraden Abschnitt
mit einer ersten mittleren Wandstärke d1 und in dem hinteren Wandabschnitt einen zweiten
geraden Abschnitt mit einer zweiten mittleren Wandstärke d2 aufweist, wobei der zweite
gerade Abschnitt ausgehend von der Kolbenbrust hinter dem ersten geraden Abschnitt
verläuft und wobei gilt: d
1>d
2. Mit anderen Worten: der erste gerade Abschnitt weist grundsätzlich eine größere
Wandstärke auf, als der zweite gerade Abschnitt. Unter einem geraden Abschnitt wird
ein Abschnitt des Kolbens verstanden, der im in die Kartusche eingesetzten Zustand
mit seiner äußeren Wand parallel zu der Kartuschenwandung verläuft. Unter mittlerer
Wandstärke wird die Wandstärke eines Abschnitts verstanden, die über die Länge des
Abschnitts gemittelt ist.
[0022] Der erste gerade Abschnitt verläuft im Wesentlichen parallel zu der nach vorne abstehenden
flexiblen Dichtlippe. Somit besitzt der Kolben in diesem Bereich eine große Steifigkeit
und eine Verformung der Seitenwand wird verhindert. Der dünnere gerade Abschnitt mit
der zweiten Wandstärke d2 im hinteren Wandabschnitt hingegen kann elastisch verformt
werden. Dabei kann vorgesehen sein, dass die mittlere Wandstärke d2 größer als die
minimale Wandstärke d
min oder gleich der minimalen Wandstärke d
min ist. Die Seitenwand ist im gesamten zweiten gerade Abschnitt in vorteilhafter Weise
elastisch verformbar und kann durch anliegende Druckluft nach außen gedrückt werden,
um somit in vorteilhafter Weise den Dichtvorsprung an die Innenwandung der Kartusche
zu drücken.
[0023] Direkt unterhalb der vorderen Kolbenbrust können Rippen zur Versteifung des Kolbens
vorgesehen sein, die innerhalb des ersten geraden Abschnitts mit der Seitenwand verbunden
sind. Zumindest einen Teil der rückwärtigen Enden der Rippen können in einer Ebene
liegen, so dass ein Teller eines Auspresswerkzeugs an diesen anliegen kann.
[0024] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der erste hintere Dichtvorsprung an dem zweiten
gerade Abschnitt oder am von der Kolbenbrust abgewandten Ende der Seitenwand angeordnet
ist.
[0025] Der vordere Schutzrand kann in einem ersten Übergangsabschnitt der Seitenwand angeordnet
sein, der von der Kolbenbrust schräg nach außen verläuft und in den ersten geraden
Abschnitt übergeht, wobei der Schutzrand seitlich von der Seitenwand absteht. Vorzugsweise
steht der Schutzrand seitlich nach vorne von der Seitenwand ab. Eine derartige Ausgestaltung
hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt.
[0026] Die Seitenwand kann einen zweiten Übergangsabschnitt aufweisen, der zwischen dem
ersten und dem zweiten geraden Abschnitt angeordnet ist, wobei der zweite Übergangsabschnitt
eine in Richtung des zweiten geraden Abschnitts abnehmende Wandstärke. Dadurch wird
ein vorteilhafter Übergang zwischen dem ersten und dem zweiten geraden Abschnitt geschaffen.
Der zweite Übergangsabschnitt kann schräg nach außen verlaufen, so dass sich der zweite
gerade Abschnitt etwas weiter außen befindet, als der erste gerade Abschnitt. Bei
dem Ausführungsbeispiel, bei dem der Dichtvorsprung an dem zweiten geraden Abschnitt
angeordnet ist, wird dadurch erreicht, dass der zweite Dichtvorsprung in radialer
Richtung nur eine relativ geringe Erstreckung aufweisen muss, um den Innendurchmesser
der Kartusche zu erreichen. Dadurch wird sichergestellt, dass der erste hintere Dichtvorsprung
eine ausreichende Steifigkeit besitzt, um in vorteilhafter Weise eine Dichtwirkung
durch das Anpressen des Dichtvorsprungs an der Innenwandung der Kartusche zu erreichen,
indem sich insbesondere der hintere Wandabschnitt der Wand verformt.
[0027] Vorzugsweise ist die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe an dem zweiten Übergangsabschnitt
angeordnet. Da dieser zweite Übergangsabschnitt eine relativ hohe Steifigkeit aufweist,
ist sichergestellt, dass eine Dichtwirkung durch eine flexible Verformung der flexiblen
Dichtlippe erfolgt und die Seitenwand in diesem Abschnitt nahezu nicht verformt wird.
Dadurch wird sichergestellt, dass beispielsweise beim Setzen des Kolbens der vorgesehene
Außendurchmesser der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe nicht überschritten
wird, so dass die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe in die Kartusche eingeführt
werden kann, ohne gegen den hinteren Rand der Kartuschenwandung zu stoßen.
[0028] In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist vorgesehen,
dass die Seitenwand einen nach außen von der Seitenwand abstehenden umlaufenden Rand
aufweist, an dem die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe angeordnet ist, wobei
an dem umlaufenden Rand ferner eine zweite hintere Dichtlippe angeordnet ist, die
nach hinten absteht. Der nach außen abstehende umlaufende Rand an der Seitenwand erhöht
die Steifigkeit der Seitenwand in dem Bereich. Dadurch, dass die nach vorne abstehende
flexible Dichtlippe an dem durch den Rand verstärkten Bereich der Seitenwand angeordnet
ist, wird sichergestellt, dass es nicht zu einer Verformung der Seitenwand in diesem
Bereich kommen kann, so dass die zuvor beschriebene Problematik in besonders vorteilhafter
Weise vermieden wird. Die an dem umlaufenden Rand ebenfalls angeordnete zweite hintere
Dichtlippe dichtet den zwischen der Seitenwand und der Innenwandung der Kartusche
gebildeten Spalt gegen Druckluft von hinten ab. Diese dient als zusätzliche Abdichtung
nach hinten. Ferner wird durch die zweite hintere Dichtlippe erreicht, dass Druckluft,
die beim Bewegen des Kolbens den ersten hinteren Dichtvorsprung passiert, davon abhält
gegen die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe drücken. Zwischen der zweiten
hinteren Dichtlippe und dem ersten hinteren Dichtvorsprung wird somit eine Tasche
gebildet, in der die den ersten hinteren Dichtvorsprung passierende Druckluft zurückhalten
wird. Die zurückgehaltene Druckluft, hat einen höheren Druck als die von oben gegen
die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe wirkender Druck. Dadurch, dass die zweite
hintere Dichtlippe die Druckluft abhält, wird somit verhindert, dass die nach vorne
abstehende Dichtlippe eingedrückt werden kann und Luft in die auspressbare Masse gelangen
kann.
[0029] Die Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Kolbens mit einem nach außen von der Seitenwand
abstehenden umlaufenden Rand, an dem die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe
und eine zweite hintere Dichtlippe, die nach hinten absteht, angeordnet ist, hat auch
unabhängige erfinderische Bedeutung und ist somit auch ohne ersten hinteren Dichtvorsprung
verwirklichbar. Eine derartige Ausgestaltung des Kolbens ist ferner mit allen zuvor
beschriebenen Merkmalen einzeln oder gemeinsam kombinierbar.
[0030] Bei der Ausgestaltung des erfinderischen Kolbens ohne den ersten hinteren Dichtvorsprung
bewirkt die zweite hintere Dichtlippe eine alleinige Abdichtung gegen die von hinten
einwirkende Druckluft. Dabei wird durch das Abstehen nach hinten der zweiten hinteren
Dichtlippe wiederum eine Drucktasche gebildet, gegen die die von hinten einwirkende
Druckluft drücken kann, wodurch die Dichtlippe in vorteilhafter Weise gegen die Innenwandung
der Kartusche gedrückt wird. Beim Setzen des Kolbens hingegen kann die zweite hintere
Dichtlippe in vorteilhafter Weise von der Innenwandung weggedrückt werden um einen
Entlüftungsweg zu bilden.
[0031] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die zweite hintere Dichtlippe eine maximale Wandstärke
D
max2 besitzt, die größer ist als die maximale Wandstärke D
max3 der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe. Mit anderen Worten: Die zweite hintere
Dichtlippe besitzt eine höhere Steifigkeit als die nach vorne abstehende flexible
Dichtlippe, wobei die höhere Steifigkeit noch dadurch unterstützt wird, dass die zweite
hintere Dichtlippe kürzer ausgebildet ist, als die nach vorne abstehende Dichtlippe.
Vorzugsweise besitzt die zweite hintere Dichtlippe eine Länge, die maximal die Hälfte
der Länge der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe aufweist. Die Länge der
Dichtlippen wird im Rahmen der Erfindung entlang der neutralen Faser bestimmt.
[0032] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Seitenwand im Bereich des umlaufenden Rands
eine die Seitenwand und den umlaufenden Rand umfassende maximale Wandstärke D
max4 aufweist, die größer ist als die Wandstärken des hinteren Wandabschnitts und der
zwischen der Kolbenbrust und der vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe angeordnete
Bereich der Seitenwand. Mit anderen Worten: Die Seitenwand besitzt im Bereich des
umlaufenden Rands eine sehr große Wandstärke, die inklusive des umlaufenden Rands
gemessen wird, und somit einen Bereich mit großer Steifigkeit, so dass sichergestellt
ist, dass die Seitenwand in diesem Bereich, an dem die zweite hintere Dichtlippe und
die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe angeordnet ist, nicht bzw. nur sehr
gering verformt wird.
[0033] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der vordere Schutzrand mindestens eine Durchbrechung
aufweist. Durch die Durchbrechung wird einerseits in vorteilhafter Weise die Entlüftung
des Kolbens gewährleistet, indem die Luft durch die Durchbrechungen gelangen kann.
Ferner kann auch ein Teil der auspressbaren Masse durch die Durchbrechung gelangen
und in die zwischen der Seitenwand und der nach vorne abstehenden flexiblen Lippe
gebildeten Tasche fließen. Über die auspressbare Masse wird die nach vorne abstehende
flexible Dichtlippe dann nach außen gegen die Kartuschenwandung gedrückt.
[0034] Vorzugsweise weist der vordere Schutzrand mehrere Durchbrechungen, vorzugsweise mindestens
zehn Durchbrechungen, auf, wobei die Durchbrechungen vorzugsweise gleichmäßig beabstandet
sind. Es hat sich herausgestellt, dass das Vorsehen einer Vielzahl von Durchbrechungen
und somit einen relativ großen Strömungsquerschnitt, durch den die auspressbare Masse
gelangen kann, den vorteilhaften Effekt hat, dass die auspressbare Masse relativ schnell
in die zwischen der Seitenwand und der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe
gepresst wird.
[0035] Bei dem erfindungsgemäßen Kolben ist es somit gewollt, dass die zwischen der Seitenwand
und der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe gebildete Tasche vollständig bzw.
nahezu vollständig mit der auspressbaren Masse gefüllt wird, so dass die auspressbare
Masse in besonders vorteilhafter Weise die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe
nach außen drückt. Durch die gleichmäßige Beabstandung wird sichergestellt, dass relativ
gleichmäßig auspressbare Masse in die Tasche zwischen der Seitenwand und der nach
vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe gelangt.
[0036] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des Kolbens ist vorgesehen, dass die nach
vorne abstehende flexible Dichtlippe mehrere Durchlässe aufweist. Über die Durchlässe
kann beim Setzen des Kolbens die nach hinten strömende Luft die nach vorne abstehende
flexible Dichtlippe passieren. Dadurch ist eine vorteilhafte Entlüftung möglich. Es
kann auch vorgesehen sein, dass beim Setzen des Kolbens nach dem Entlüften Masse,
die in die zwischen der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe und der Seitenwand
gebildeten Tasche gelangt, ferner bis zu den Durchlässen geschoben wird und diese
abdichtet. Bei dem anschließenden Gebrauch der Kartusche, bei dem die auspressbare
Masse mittels des Kolbens ausgedrückt wird, kann aufgrund des kontinuierlichen Drucks
auf die Masse diese sogar durch die Durchlässe hindurch geschoben werden und in die
zwischen der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe, der zweiten hinteren Dichtlippe
und der Kartuschenwand gebildeten Spalttasche gelangen. Die in der Spalttasche befindliche
Masse bewirkt eine Dichtwirkung gegenüber Druckluft, die gegebenenfalls den nach außen
gebogenen Dichtabschnitt, den ersten hinteren Dichtvorsprung bzw. die zweite hintere
Dichtlippe passiert hat. Dadurch wird in vorteilhafter Weise erreicht, dass Druckluft,
die gegebenenfalls an dem ersten hinteren Dichtvorsprung und/oder der zweiten hinteren
Dichtlippe vorbei strömen konnte, nicht durch die Durchlässe bzw. die nach vorne abstehende
Dichtlippe passieren und in die Kartusche gelangen kann. Die sich in der Spalttasche
befindliche Masse wird über die zweite hintere Dichtlippe von der Kartuschenwandung
abgestreift.
[0037] Die Durchlässe weisen vorzugsweise eine an die Viskosität der auspressbaren Masse
der Kartusche angepasste Breite und Höhe auf, so dass bei einem vorgegebenen Druck
und einer vorgegebenen Zeitdauer die Masse durch die Durchlässe hindurch gedrückt
wird. Es kann auch vorgesehen sein, dass die Durchlässe unterschiedliche Abmessungen
aufweisen. Beispielsweise kann ein Teil der Durchlässe eine größere Breite aufweise,
als ein zweiter Teil der Durchlässe.
[0038] Der zweite Teil der Durchlässe kann beispielsweise an die Viskosität der auspressbaren
Masse angepasst sein, so dass diese beim Auspressen der auspressbaren Masse langsam
von dieser durchdrungen werden und die auspressbare Masse in die Spalttasche gelangt.
Der erste Teil der Durchlässe hingegen kann durch den kontinuierlichen Druck beim
Auspressen der auspressbaren Masse zumindest teilweise gegen die Kartuschenwand gedrückt
werden, wodurch ein Durchdringen der Masse durch diese Durchlässe zumindest weitestgehend
verhindert wird.
[0039] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass eine erste Anzahl der Durchlässe gegenüber den
Durchbrechungen in Umfangsrichtung versetzt und eine zweite Anzahl der Durchlässe
in axialer Projektion im Überdeckungsbereich der Durchbrechungen angeordnet ist. Mit
anderen Worten: Einige der Durchlässe sind im gleichen Umfangsbereich wie die Durchbrechungen
im Schutzrand angeordnet worden, wohingegen andere Durchlässe versetzt zu den Durchbrechungen
sind. Es hat sich herausgestellt, dass eine derartige Anordnung von Vorteil ist, um
Lufteinschlüsse in den Abschnitt zwischen dem Schutzrand und der nach vorne abstehenden
flexiblen Dichtlippe und insbesondere in der zwischen der nach vorne abstehenden flexiblen
Dichtlippe und der Seitenwand gebildeten Tasche zu vermeiden, da die Luft beim Setzen
des Kolbens sehr schnell die zweite Dichtlippe passieren kann.
[0040] Dabei kann insbesondere vorgesehen sein, dass eine im Vergleich zu der Anzahl der
Durchbrechungen große Anzahl von Durchlässen an der davon abstehenden flexiblen Dichtlippe
vorgesehen sind. Beispielsweise kann die Anzahl der Durchlässe größer als das Dreifache
vorzugsweise das Fünffache der Anzahl der Durchbrechungen sein.
[0041] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass im in die Kartusche eingesetzten Zustand des Kolbens
die Durchbrechungen zusammen mit der Kartuschenwandung in ihrer Gesamtheit einen geringeren
Strömungswiderstand aufweisen, als derjenige der Gesamtheit der Durchlässe zusammen
mit der Kartuschenwandung. Mit anderen Worten: Alle Durchbrechungen zusammengenommen,
besitzen einen Strömungswiderstand, der kleiner ist als der durch alle Durchlässe
zusammen gebildete Strömungswiderstand. Dadurch, dass der Strömungswiderstand der
Durchlässe größer ist, als der der Durchbrechungen, werden die Durchlässe von der
entweichenden Luft relativ einfach passiert, jedoch beim Setzen des Kolbens nicht
von der Masse. Diese wird zunächst vollständig oder fast vollständig von den Durchlässen
zurückgehalten.
[0042] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Durchlässe in einem Wulstrand am Ende der nach
vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe als wulstlose Bereiche vorgesehen sind. Dadurch,
dass die Durchlässe am freien Ende der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe
angeordnet sind, wird sichergestellt, dass zunächst die Masse in die zwischen der
nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe und der Seitenwand des Kolbens gebildeten
Tasche gelangt und nachdem diese nahezu vollständig ausgefüllt ist zu den Durchlässen
gelangt und von den Durchlässen zurückgehalten wird. Durch die Ausbildung der Durchlässe
in einem Wulstrand als wulstloses Bereiche ist eine besonders einfache Fertigung der
Durchlässe möglich.
[0043] Die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe muss eine hohe Flexibilität aufweisen,
um sich auch bei geringem Drücken verformend an die Kartuschenwand anschmiegen zu
können. Dazu ist die Dichtlippe derart flexible ausgeführt, indem sie wenigstens in
Teilbereichen eine geringe Wanddicke aufweist, gleichzeitig aber auch eine möglichst
große Länge besitzt. Vorzugsweise ist die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe
mindestens dreimal, besser fünfmal, besonders vorzugsweise mindestens achtmal länger
als die Wandstärke an der dünnsten Stelle der Dichtlippe. Bei solche einer Ausführung
ist eine durch einen Schutzrand schützenswerte Dichtlippe gegeben. Der Schutzrand
ist in jedem Fall starrer ausgeführt, als die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe
und schützt diese. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass im nicht eingesetzten Zustand
des Kolbens in die Kartusche der Schutzrand mehr als 20 % der radialen Höhe der nach
vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe, besser mehr als 35 %, besonders bevorzugt
mehr als 50 % der radialen Höhe der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe überdeckt.
[0044] Im eingesetzten Zustand des Kolbens in die Kartusche überdeckt der Schutzrand wenigstens
50 %, besser mehr als 70 %, besonders bevorzugt mehr als 90 % der radialen Höhe der
nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe.
[0045] Der vordere Schutzrand hat vorzugsweise keinen Kontakt mit der Kartuscheninnenwand,
das heißt sein Durchmesser ist somit kleiner als der der Kartuscheninnenwand.
[0046] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der Dichtabschnitt eine mittlere Wandstärke d3
aufweist, die der Wandstärke d2 des zweiten gerade Abschnitts entspricht oder größer
ist.
[0047] Grundsätzlich können der erste hintere Dichtvorsprung bzw. der erste hintere Dichtvorsprung
und der Dichtabschnitt auch eine Abstreiffunktion besitzen. Insbesondere bei der Verwendung
von Druckluft, bei der der erste hintere Dichtvorsprung bzw. der erste hintere Dichtvorsprung
und der Dichtabschnitt aufgrund des Druckes auf die Seitenwand eng an die Kartuschenwandung
angepresst werden, können diese in besonders vorteilhafter Weise ein Abstreifen durchführen.
[0048] Der erste hintere Dichtvorsprung und/oder die zweite hintere Dichtlippe können eine
außenliegende Dichtfläche aufweisen, die als polierte Oberfläche ausgebildet ist.
Der erste hintere Dichtvorsprung und/oder die zweite hintere Dichtlippe weisen somit
eine Fläche auf, die dichtend an der Kartuscheninnenwandung anliegt. Durch die Ausbildung
als polierte Oberfläche ist eine besonders vorteilhafte Dichtwirkung möglich, da die
polierte Oberfläche besonders dicht an die Kartuscheninnenwandung angelegt werden
kann. Die Ausgestaltung des ersten hinteren Dichtvorsprungs und/oder der zweiten hinteren
Dichtlippe mit der ausliegenden Dichtfläche hat darüber hinaus den Vorteil, dass diese
einen geringeren Verschleiß unterliegen und anders als Dichtspitzen von Dichtlippen
weniger anfällig bezüglich Beschädigungen sind. Vorzugsweise ist die außenliegende
Dichtfläche nach außen gewölbt, das heißt konvex ausgebildet.
[0049] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der erste hintere Dichtvorsprung und die zweite
hintere Dichtlippe einen im unbelasteten Zustand gleichen oder annähernd den gleichen
Durchmesser aufweisen.
[0050] Es kann auch vorgesehen sein, dass der erste hintere Dichtvorsprung oder die zweite
hintere Dichtlippe und der nach außen gebogene Dichtabschnitt einen im unbelasteten
Zustand gleichen oder annähernd den gleichen Durchmesser aufweisen.
[0051] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe,
die zweite hintere Dichtlippe, der erste hintere Dichtvorsprung und der nach außen
gebogene Dichtabschnitt den gleichen oder annähernd den gleichen Durchmesser aufweisen.
Dadurch, dass diese Bauteile oder ein Teil dieser Bauteile den gleichen Durchmesser
aufweisen, kann der Kolben in vorteilhafter Weise auf dem Außenumfang dieser Bauteile
abrollen. Bei der Zuführung des Kolbens zu der Kartusche, um den Kolben in die Kartusche
einzusetzen, kann dieser somit in vorteilhafter Weise rollend transportiert werden.
Zum Einsetzen des Kolbens in die Kartusche werden die nach vorne stehende Dichtlippe,
der erste hintere Dichtvorsprung und/oder der nach außen gebogene Dichtabschnitt mit
Öl benetzt, um ein zuverlässiges Gleiten an der Innenwandung der Kartusche zu gewährleisten.
Durch das Vorsehen des gleichen oder des annähernd gleichen Durchmessers dieser Bauteile
kann die Benetzung mit Öl erfolgen, indem diese über einen in Öl getränkten Stoff,
beispielsweise einen Filz, gerollt werden. Ferner gewährleistet der gleiche oder annähernd
gleiche Durchmesser, dass die Kolben beim Rollen nicht kippen und somit in zuverlässiger
Weise maschinell aufgenommen werden können, um in die Kartusche eingesetzt zu werden.
[0052] Unter "annähernd den gleichen Durchmesser" wird im Rahmen der Erfindung verstanden,
dass zwei Bauteile einen Durchmesserunterschied von maximal ± 0,25 mm, vorzugsweise
maximal ± 0,1 mm, aufweisen.
[0053] Die Erfindung betrifft ferner eine Kombination einer Kartusche mit einem erfindungsgemäßen
Kolben.
[0054] Die Erfindung ist insbesondere bei Kolben mit starrer Kolbenbrust anwendbar. Sie
eignet sich jedoch auch für Kartuschenkolben, die einen sogenannten "Membranboden"
aufweisen. Beim Auspressen des Produkts aus der Kartusche stülpt sich der Membranboden
nach außen, so dass sich eine Kolbenbrust nach vorne auswölbt. Beim Nachlassen des
Auspressdruckes auf den Kartuschenkolben bildet sich der Membranboden elastisch wieder
in seine Ursprungsform zurück, dadurch wird die Masse in die Kartusche zurückgesaugt,
so dass ein Nachtropfen verhindert wird.
[0055] Im Folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die nachfolgenden Figuren näher
beschrieben:
Es zeigen
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Kolbens für Kartuschen,
- Fig. 2
- eine schematische Schnittdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Kolbens im in eine Kartusche
eingesetzten Zustand,
- Fig. 3
- eine schematische vergrößerte Schnittdarstellung der Seitenwand des erfindungsgemäßen
Kolbens und
- Fig. 4
- eine schematische Seitenansicht des erfindungsgemäßen Kolbens.
[0056] In Fig. 1 ist ein einstückiger Kolben 1 für Kartuschen 100 zum Auspressen von Massen
aus einer Kartusche schematisch in einer perspektivischen Darstellung gezeigt.
[0057] Der Kolben 1 weist eine vordere Kolbenbrust 3 und eine umlaufende Seitenwand 5 auf.
Wie am besten aus Fig. 2 erkennbar ist, in der der erfindungsgemäße Kolben 1 in einer
schematischen Schnittdarstellung im in einer Kartusche 100 eingesetzten Zustand dargestellt
ist, ist an der Seitenwand 5 des Kolbens 1 ausgehend von der Kolbenbrust 3 zunächst
einen Schutzrand 9, eine nach vorne abstehende flexible Dichtlippe 7, eine zweite
hintere Dichtlippe 23, ein erster hinterer Dichtvorsprung 11 und ein nach außen gebogener
Dichtabschnitt 25 angeformt.
[0058] Die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe 7, der erste hintere Dichtvorsprung
11, die zweite hintere Dichtlippe 23 und der nach außen gebogene Dichtabschnitt 25
liegen dichtend an der Kartuschenwandung 102 an. Der Schutzrand 9 hat einen etwas
geringeren Durchmesser als die Kartuschenwandung 102. Von der Kolbenbrust 3 aus erstrecken
sich Rippen 14 in rückwärtiger Richtung. Die rückwärtigen Enden zumindest eines Teils
der Rippen 14 liegen annähernd in einer Ebene, gegen die der Teller eines nicht dargestellten
Auspresswerkzeugs drücken kann, das den Kolben 1 in der Kartusche 100 vorschiebt.
Alternativ kann vorgesehen sein, dass ein Druckluftauspresswerkzeug verwendet wird.
Dazu wird in dem sich in dem Kolben und hinter dem Kolben befindlichen Raum 110 mittels
Druckluft ein höherer Druck erzeugt als in dem vor dem Kolben 1 befindlichen Raum
105 in der Kartusche 100. Durch diesen Druckunterschied wird ein Vortrieb des Kolben
1 bewirkt.
[0059] Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, in der die Seitenwand 5 des erfindungsgemäßen Kolbens
1 in einer vergrößerten Schnittdarstellung schematisch dargestellt ist, besteht die
Seitenwand 5 aus mehreren Abschnitten. Ausgehend von der Kolbenbrust 3 verläuft die
Seitenwand 5 zunächst in einem ersten Übergangsabschnitt 17. Von dem ersten Übergangsabschnitt
17 steht der Schutzrand 9 seitlich und leicht nach vorne gerichtet ab. Der Übergangsabschnitt
17 geht in einen ersten geraden Wandabschnitt 13 über, dessen Außenseite in etwa parallel
zu der Kartuschenwandung 102 verläuft. Der erste gerade Wandabschnitt 13 verläuft
ferner nahezu parallel zu der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe 7, so dass
zwischen dem ersten geraden Abschnitt 13 und der nach vorne abstehenden flexiblen
Dichtlippe 7 eine Tasche 8 gebildet ist. Der erste gerade Wandabschnitt 13 geht in
einen zweiten Übergangsabschnitt 19 über, der den ersten geraden Wandabschnitt 13
mit einem zweiten geraden Wandabschnitt 15, dessen Außenseite in etwa parallel zu
der Kartuschenwandung 102 verläuft, verbindet. An den von der Kolbenbrust 3 abgewandten
Ende der Seitenwand 5 weist diese den nach außen gebogenen Dichtabschnitt 25 auf.
[0060] Im Bereich des Übergangs zwischen dem ersten geraden Abschnitt 13 und dem zweiten
Übergangsabschnitt 21 weist die Seitenwand 5 einen umlaufenden Rand 21 auf. Der umlaufende
Rand 21 bildet die Basis für die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe 7 sowie
die zweite hintere Dichtlippe 23. Mit anderen Worten: Die nach vorne abstehende flexible
Dichtlippe und die zweite hintere Dichtlippe sind an dem nach außen abstehenden umlaufenden
Rand 21 angeordnet. Dadurch wird erreicht, dass der Abschnitt der Seitenwand, indem
die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe 7 angeordnet ist, eine besonders hohe
Steifigkeit aufweist, so dass keine bzw. nur eine geringe Verformung der Seitenwand
5 erfolgt. Der erste gerade Abschnitt 13 besitzt eine erste mittlere Wandstärke d1.
Der zweite gerade Abschnitt 15 weist eine mittlere Wandstärke d2 auf. Der erste hintere
Dichtvorsprung 11, der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel als eine schräg
nach außen und nach hinten abstehende Dichtlippe ausgebildet ist, ist an dem zweiten
geraden Abschnitt 15 angeordnet. Die Seitenwand weist im Bereich des zweiten geraden
Abschnitts 15 eine minimale Wandstärke d
min auf, wobei sich der Abschnitt mit der minimalen Wandstärke d
min zumindest in dem Bereich des zweiten geraden Abschnitts 15 befindet, der auf der
der Kolbenbrust 3 zugewandten Seite des ersten hinteren Dichtvorsprungs 11 angeordnet
ist. Durch diese Ausgestaltung des zweiten gerade Abschnitts 15 mit der minimalen
Wandstärke d
min der Seitenwand 5 ist die Seitenwand in diesem hinteren Wandabschnitt relativ flexible.
Bei einer Beaufschlagung des Kolbens 1 mit Druckluft trifft die Druckluft auf die
Innenseite der Seitenwand 5 und drückt den hinteren Wandabschnitt der Seitenwand 5
nach außen, wodurch der erste hintere Dichtvorsprung 11 gegen die Kartuschenwandung
102 gedrückt wird. Gleichzeitig wird auch der nach außen gebogene Dichtabschnitt 25
gegen die Kartuschenwandung 102 gedrückt.
[0061] Wie aus Fig. 4 hervorgeht, weist der Schutzrand 9 Durchbrechungen 27 auf. Ferner
ist an der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe 7 an ihrem freien Ende einen
Wulstrand 7a angeordnet, der mehrere Durchlässe 29 besitzt. Beim Setzen des Kolbens
dringt die in dem Raum 105 vor dem Kolben 1 befindliche Luft durch die Durchbrechungen
27 des Schutzrands 9 und über den äußeren Rand des Schutzrandes 9 und gelangt in den
Bereich der Tasche 8. Durch die Durchlässe 29 kann die Luft die nach vorne abstehende
flexible Dichtlippe 7 passieren. Ferner drückt die Luft beim Setzen des Kolbens die
zweite hintere Dichtlippe 23, den ersten hinteren Dichtvorsprung 11 und den nach außen
gebogenen Dichtabschnitt 25 zur Seite und die gewünschte Lüftung kann erfolgen. Da
das Setzen des Kolbens mit einem Stempel erfolgt, entsteht kein Gegendruck durch Druckluft,
so dass die zweite hintere Dichtlippe 23, der erste hintere Dichtvorsprung 11 sowie
der nach außen gebogene Dichtabschnitt 25 ohne weiteres von der Kartuschenwandung
102 gelöst werden kann. Um die Entlüftung beim Setzen des Kolbens zu vereinfachen,
kann auch vorgesehen sein, dass dieser schräg, das heißt nicht achsparallel, in die
Kartusche eingesetzt wird. Dadurch wird an einer Seite des Kolbens ein vergrößerter
Strömungsweg für die Luft gebildet.
[0062] Ferner dringt ein Teil der Masse durch die Durchbrechungen 27 und füllt die Taschen
8, die zwischen der Seitenwand 5 und der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe
7 gebildet ist. Diese werden allmählich mit Masse befüllt bis die Masse den Wulstrand
7a der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe 7 erreicht. Die Masse füllt dann
zumindest teilweise die Durchlässe 29, wodurch eine zusätzliche Dichtwirkung erreicht
wird. Die in der Tasche 8 angeordnete Masse drückt ferner die nach vorne abstehende
flexible Lippe 7 nach außen, wodurch diese enger an die Wandung 102 der Kartusche
100 gedrückt wird. Im Gebrauch der Kartusche, bei der die Masse ausgepresst wird,
kann aufgrund des kontinuierlichen Drucks auf die Masse diese sogar zum Teil durch
die Durchlässe 29 hindurch fließen und füllt die zwischen der nach vorne abstehenden
flexiblen Dichtlippe 7, der zweiten hinteren Dichtlippe 23 und der Kartuschenwandung
102 gebildeten Spalttasche 24. Dadurch erfolgt eine weitere Abdichtung, so dass eventuell
im Gebrauch mit Druckluft den nach außen gebogenen Dichtabschnitt 25, den ersten hinteren
Dichtvorsprung 11 und die zweite hintere Dichtlippe 23 passierende Druckluft von der
in der Spalttasche 24 befindlichen Masse abgehalten wird. Die zweite hintere Dichtlippe
23 kann die in der Spalttasche 24 befindliche Masse von der Kartuschenwandung 102
abstreifen. Grundsätzlich können auch der erste hintere Dichtvorsprung 11 bzw. der
erste hintere Dichtvorsprung 11 und der nach außen gebogene Dichtabschnitt 25 Masse,
die eventuell von der zweiten hinteren Dichtlippe 23 nicht vollständig von der Kartuschenwandung
abgestreift worden ist, abstreifen. Da der erste hintere Dichtvorsprung 11 und der
Dichtabschnitt 25 aufgrund der auf die Seitenwand 5 einwirkenden Druckluft gegen die
Kartuschenwandung 102 gepresst werden, können der erste hintere Dichtvorsprung 11
und der Dichtabschnitt 25 in besonders vorteilhafter Weise das Abstreifen durchführen.
[0063] Im Gebrauch mit Druckluft zur Erzeugung eines Vortriebs des Kolbens 1 drückt die
Druckluft von innen gegen die Seitenwand 5 und drückt zumindest den zweiten geraden
Abschnitt 15 nach außen. Dadurch wird der erste hintere Dichtvorsprung 11 besonders
fest gegen die Wandung 102 der Kartusche 100 gedrückt. Beim Setzen des Kolbens gelangt
Luft in den Spalt zwischen dem nach außen gebogenen Dichtabschnitt 25 und dem ersten
vorderen Dichtvorsprung 11, zwischen dem ersten hinteren Dichtabschnitt 11 und der
zweiten hinteren Dichtlippe 23. Durch das nach außen Drücken der Seitenwand 15 durch
die von innen gegen den Kolben einzuwirkenden Druckluft wird der Druck der Luft in
diesen Spalt erhöht. Ferner können geringe Luftmengen der Druckluft den nach außen
gebogenen Dichtabschnitt 25 oder den ersten hinteren Dichtvorsprung 11 passieren,
beispielsweise durch Verunreinigungen in der Kartusche oder ähnlichem. Dadurch herrscht
ein Druck in den zuvor beschriebenen Spalträumen, der höher ist als der in dem Raum
105 vor dem Kolben 1 herrschende Druck. Dadurch, dass der erste hintere Dichtvorsprung
11 als schräg nach außen nach hinten verlaufende Dichtlippe sowie die zweite hintere
Dichtlippe ebenfalls nach außen hinten abstehend ausgebildet ist, werden auf der rückwärtigen
Seite des ersten hinteren Dichtvorsprungs 11 und der zweiten hinteren Dichtlippe 23
Drucktaschen 11b,23b gebildet, so dass die sich in den zuvor beschriebenen Spalten
befindliche Luft gegen den ersten hinteren Dichtvorsprung 11 und die zweite hintere
Dichtlippe 23 drückt und somit diese stärker gegen die Kartuschen Wandung 102 drückt,
wodurch eine vergrößerte Dichtwirkung gegeben ist. Dadurch wird weitestgehend verhindert,
dass die Luft den ersten hinteren Dichtvorsprung 11 und die zweite hintere Dichtlippe
23 passieren kann. Luft, die sich in dem Spaltraum zwischen der zweiten hinteren Dichtlippe
23 und der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe 7 befindet, wird durch die
nach vorne stehende flexible Dichtlippe 7 sowie die zwischenzeitlich mit Masse befüllten
Durchlässe 29 bzw. die im Spaltraum 24 befindliche Masse zurückgehalten.
[0064] Der erste gerade Abschnitt 13 weist eine erste mittlere Wandstärke d1 auf, die größer
als die mittlere Wandstärke d2 des zweiten geraden Wandabschnitts 15 ist. Grundsätzlich
besitzt die Seitenwand 5 im ersten Übergangsabschnitt 17 und im ersten gerade Abschnitt
13 eine relativ große Wandstärke, da diese Teile von außen mit Masse in Berührung
kommen und durch die große Wandstärke ein Diffundieren von Luft durch die Seitenwand
verhindert werden kann. Der umlaufende erste hintere Dichtvorsprung weist eine maximale
Wandstärke D
max1 auf, die größer ist als die minimale Wandstärke d
min der Seitenwand in den hinteren Wandabschnitt, insbesondere in dem zweiten geraden
Abschnitt 15. Die zweite hintere Dichtlippe 23 weist eine maximale Wandstärke D
max2 auf, die größer ist als die maximale Wandstärke D
max3 der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe 7. Der nach außen gebogene Dichtabschnitt
25 weist eine Wandstärke d3 auf, die der mittleren Wandstärke d2 des zweiten geraden
Abschnitts 15 entspricht.
[0065] Im Bereich des umlaufenden Rands 21 weist die Seitenwand 5 inklusive des umlaufenden
Rands 21 eine maximale Wandstärke D
max4 auf, die größer ist als die Wandstärken des hinteren Abschnitts, der sich ausgehend
von der Kolbenbrust 3 hinter der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe 7 erstreckt
und der auch größer ist als des zwischen der Kolbenbrust 3 und der nach vorne abstehenden
flexiblen Dichtlippe angeordneten Bereich der Seitenwand 5, der im Wesentlichen durch
den ersten Übergangsabschnitt 17 und den ersten gerade Abschnitt 13 gebildet ist.
Mit anderen Worten: Die Seitenwand 5 besitzt im Bereich des umlaufenden Rands 21 die
größte Wandstärke.
[0066] Die Wandstärken werden orthogonal zu der neutralen Faser der jeweiligen Wand bzw.
Lippe gemessen. Die neutrale Faser ist in den Figuren schematisch durch eine gebrochene
Linie dargestellt.
[0067] Durch die vorgegebenen Wandstärkenverhältnisse ist sichergestellt, dass einerseits
eine vorteilhafte Dichtwirkung des hinteren Dichtvorsprungs 11 durch die notwendige
Stabilität des ersten hinteren Dichtvorsprungs 11 erreicht wird und andererseits die
notwendige Flexibilität des hinteren Wandabschnitts der Seitenwand 5 gegeben ist.
Ferner wird erreicht, dass die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe 7 und die
zweite hintere Dichtlippe 23 an einer besonders stabilen Position der Seitenwand 5
angeordnet sind.
[0068] Die zweite hintere Dichtlippe 23 weist eine außenliegende Dichtfläche 23a, die als
polierte Oberfläche ausgebildet ist. Der erste hintere Dichtvorsprung 11 weist ebenfalls
eine außenliegende Dichtfläche 11a auf, die als polierte Oberfläche ausgebildet ist.
Grundsätzlich kann auch der nach außen gebogene Dichtabschnitt 25 eine als polierte
Oberfläche ausgebildete Dichtfläche besitzen. Im Gegensatz zu Spitzen von Dichtlippen,
die die Dichtung bewirken sieht die vorliegende Erfindung vor, dass polierte Oberflächen
als Dichtflächen 11a,23a vorgesehen sind, wodurch eine verbesserte Dichtwirkung erreicht
wird. Die Dichtflächen können nach außen gewölbt ausgebildet sein.
1. Einstückiger Kolben (1) für Kartuschen (100) zum Auspressen von Masse aus einer Kartusche
(100), mit einer vorderen Kolbenbrust (3), einer umlaufenden Seitenwand (5) und mindestens
einer an der Seitenwand (5) angeordneten, nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe
(7), wobei die Seitenwand (5) einen hinteren Wandabschnitt aufweist, der sich ausgehend
von der Kolbenbrust (3) hinter der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe (7)
erstreckt, wobei an dem hinteren Wandabschnitt der Seitenwand (5) ein umlaufender
erster hinterer Dichtvorsprung (11) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass
der umlaufende erste hintere Dichtvorsprung (11) eine maximale Wandstärke Dmax1 besitzt,
die größer ist als eine minimale Wandstärke dmin der Seitenwand (5) in dem zwischen der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe
(7) und dem hinteren Dichtvorsprung (11) angeordneten Bereich des hinteren Wandabschnitts.
2. Kolben nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die maximale Wandstärke größer ist als eine minimale Wandstärke dmin der Seitenwand (5) in dem ausgehend von der Kolbenbrust hinter dem hinteren Dichtvorsprung
(11) angeordneten Bereich des hinteren Wandabschnitts,
wobei die Seitenwand (5) am von der Kolbenbrust (3) abgewandten Ende einen nach außen
gebogenen Dichtabschnitt (25) aufweist.
3. Kolben nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der umlaufende erste hintere Dichtvorsprung (11) eine Dichtlippe ist, die nach hinten
absteht.
4. Kolben nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (5) vor der nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe (7) einen
umlaufenden oder unterbrochenen vorderen Schutzrand (9) aufweist, der in axialer Projektion
einen Teilbereich der mindestens einen vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe (7)
überdeckt.
5. Kolben nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (5) zumindest einen ersten geraden Abschnitt (13) mit einer ersten
mittleren Wandstärke d1 und in dem hinteren Wandabschnitt einen zweiten geraden Abschnitt
(15) mit einer zweiten mittleren Wandstärke d2 aufweist, wobei der zweite gerade Abschnitt
(15) ausgehend von der Kolbenbrust (3) hinter dem ersten geraden Abschnitt (13) verläuft
und wobei gilt: d1>d2.
6. Kolben nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste hintere Dichtvorsprung (11) an dem zweiten geraden Abschnitt (15) angeordnet
ist.
7. Kolben nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass vordere Schutzrand (9) an einem ersten Übergangsabschnitt (17) der Seitenwand (5)
angeordnet ist, der von der Kolbenbrust (3) schräg nach außen verläuft und in den
ersten geraden Abschnitt (13) übergeht, wobei der Schutzrand (9) seitlich von der
Seitenwand (5) absteht.
8. Kolben nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (5) einen zweiten Übergangsabschnitt (19) aufweist, der zwischen dem
ersten und dem zweiten geraden Abschnitt (13,15) angeordnet ist, wobei der zweite
Übergangsabschnitt (19) eine in Richtung des zweiten geraden Abschnitts (15) abnehmende
Wandstärke aufweist.
9. Kolben nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 oder einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (5) einen nach außen von der Seitenwand (5) abstehenden, umlaufenden
Rand (21) aufweist, an dem die nach vorne abstehende flexible Dichtlippe (7) angeordnet
ist, wobei an dem umlaufenden Rand (21) ferner eine zweite hintere Dichtlippe (23)
angeordnet ist, die nach hinten absteht.
10. Kolben nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite hintere Dichtlippe (23) eine maximale Wandstärke Dmax2 besitzt, die größer ist als die maximale Wandstärke Dmax3 der nach vorne abstehende flexible Dichtlippe (7).
11. Kolben nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (5) im Bereich des umlaufenden Rands (21) eine die Seitenwand (5)
und den umlaufenden Rand (21) umfassende maximale Wandstärke Dmax4 aufweist, die größer ist als die Wandstärken des hinteren Wandabschnitts und des
zwischen der Kolbenbrust (3) und der vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe (7) angeordneten
Bereichs der Seitenwand (5) ist.
12. Kolben nach einem der Ansprüche 4 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass der vordere Schutzrand (9) mindestens eine Durchbrechung (27) aufweist oder dass
der vordere Schutzrand (9) mehrere Durchbrechungen (27), vorzugsweise mindestens 10
Durchbrechungen (27) aufweist, wobei die Durchbrechungen (27) gleichmäßig beabstandet
sind.
13. Kolben nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die nach vorne abstehenden flexiblen Dichtlippe (7) mehrere Durchlässe (29) aufweist,
wobei vorzugsweise eine erste Anzahl der Durchlässe (29) gegenüber den Durchbrechungen
(27) in Umfangsrichtung versetzt und eine zweite Anzahl der Durchlässe (29) in axialer
Projektion im Überdeckungsbereich der Durchbrechungen (27) angeordnet ist.
14. Kolben nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der nach außen gebogenen Dichtabschnitt (25) eine mittlere Wandstärke d3 aufweist,
die der mittlere Wandstärke d2 des zweiten geraden Abschnitt (15) entspricht oder
größer als diese ist.
15. Kolben nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der erste hintere Dichtvorsprung (11) und/oder die zweite hintere Dichtlippe (23)
eine außenliegende Dichtfläche (11a, 23a) aufweist, die als polierte Oberfläche ausgebildet
ist.
1. A one-piece piston (1) for cartridges (100) for squeezing mass out of a cartridge
(100), having a front piston chest (3), a circumferential sidewall (5) and at least
on forwardly projecting flexible sealing lip (7) arranged on the sidewall (5), the
sidewall (5) comprising a rear wall section extending from the piston chest (3) behind
the forwardly projecting flexible sealing lip (7), a circumferential first rear sealing
projection (11) being arranged on the rear wall section of the sidewall (5),
characterized in that
the circumferential first rear sealing projection (11) has a maximum wall thickness
Dmax1 which is greater than a minimum wall thickness dmin of the sidewall (5) in the area of the rear wall section being arranged between the
forwardly projecting flexible sealing lip (7) and the rear sealing projection (11).
2. The piston according to claim 1, characterized in that the maximum wall thickness is greater than a minimum wall thickness dmin of the sidewall (5) in the area of the rear wall section being arranged starting
from the piston chest behind the rear sealing projection (11),
wherein the sidewall (5) comprises an outwardly bent sealing section (25) at the end
facing away from the piston chest (3).
3. The piston according to claim 1 or 2, characterized in that the circumferential first rear sealing projection (11) is a rearwardly projecting
sealing lip.
4. The piston according to any one of claim 1 to 3, characterized in that the sidewall (5) comprises before the forwardly projecting flexible sealing lip (7)
a circumferential or interrupted front protection edge (9) covering in axial projection
a partial area of the at least one forwardly projecting sealing lip (7).
5. The piston according to any one of claims 1 to 4, characterized in that the sidewall (5) comprises at least one first straight section (13) having a first
medium wall thickness d1 and in the rear wall section a second straight section (15)
having a second medium wall thickness d2, wherein the second straight section (15)
passes starting from the piston chest (3) behind the first straight section (13) and
wherein it applies: d1>d2.
6. The piston according to claim 5, characterized in that the first rear sealing projection (11) is arranged on the second straight section
(15).
7. The piston according to claim 5 or 6, characterized in that the front protection edge (9) is arranged on a first transition section (17) of the
sidewall (5) which extends obliquely outwards from the piston chest (3) and merges
into the first straight section (13), wherein the protection edge (9) projects laterally
from the sidewall (5).
8. The piston according to any one of claim 5 to 7, characterized in that the sidewall (5) comprises a second transition section (19) being arranged between
the first and the second straight section (13, 15), the second transition section
(19) comprising a wall thickness decreasing in the direction of the second straight
section (15).
9. The piston according to the preamble of claim 1 or any one of claims 1-7, characterized in that the sidewall (5) comprises a circumferential edge (21) projecting outwardly from
the sidewall (5) at which the forwardly projecting flexible sealing lip (7) is arranged,
wherein a rearwardly projecting second rear sealing lip (23) is further arranged on
the circumferential edge (21).
10. The piston according to claim 9, characterized in that the second rear sealing lip (23) has a maximum wall thickness Dmax2 which is greater than the maximum wall thickness Dmax3 of the forwardly projecting flexible sealing lip (7).
11. The piston according to claim 9 or 10, characterized in that sidewall (5) comprises in the area of the circumferential edge (21) a maximum wall
thickness Dmax4 including the sidewall (5) and the circumferential edge (21), the maximum wall thickness
Dmax4 being greater than the wall thicknesses of the rear wall section and the area of
the sidewall (5) being arranged between the piston chest (3) and the forwardly projecting
flexible sealing lip (7).
12. The piston according to any one of claims 4-11, characterized in that the front protection edge (9) comprises at least one breakthrough (27), or that the
front protection edge (9) comprises a plurality of breakthroughs (27), preferably
at least 10 breakthroughs (27), the breakthroughs (27) being evenly spaced.
13. The piston according to any one of claims 1 to 12, characterized in that the forwardly projecting flexible sealing lip (7) comprises a plurality of passages
(29), wherein preferably a first number of passages (29) is offset opposite to the
breakthroughs (27) in circumferential direction and a second number of passages (29)
is arranged in axial projection in the overlap area of the breakthroughs (27).
14. The piston according to any one of claims 1 to 13, characterized in that the outwardly bent sealing section (25) has a medium wall thickness d3 corresponding
to or being greater than the medium wall thickness d2 of the second straight section
(15).
15. The piston according to any one of claims 1 to 14, characterized in that the first rear sealing projection (11) and/or the second rear sealing lip (23) comprises
an external sealing surface (11a, 23a) being provided as a polished surface.
1. Piston d'une seule pièce (1) pour cartouches (100) destiné à presser des masses hors
d'une cartouche (100), doté d'un poitrail de piston avant (3), d'une paroi latérale
périphérique (5) et d'au moins une lèvre d'étanchéité flexible (7) agencée sur la
paroi latérale (5) et faisant saillie vers l'avant, dans lequel la paroi latérale
(5) comporte une section de paroi arrière, laquelle s'étend à partir du poitrail de
piston (3) derrière la lèvre d'étanchéité flexible (7) faisant saillie vers l'avant,
dans lequel sur la section de paroi arrière de la paroi latérale (5) est agencée une
première protubérance d'étanchéité (11) arrière périphérique,
caractérisé en ce que
la première protubérance d'étanchéité (11) arrière périphérique possède une épaisseur
de paroi maximale Dmax1,
laquelle est supérieure à une épaisseur de paroi minimale dmin de la paroi latérale (5) dans la zone de la section de paroi arrière qui est agencée
entre la lèvre d'étanchéité flexible (7) faisant saillie vers l'avant et la protubérance
d'étanchéité (11) arrière.
2. Piston selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'épaisseur de paroi maximale est supérieure à une épaisseur de paroi minimale dmin de la paroi latérale (5) dans la zone de la section de paroi arrière qui est agencée
derrière la protubérance d'étanchéité (11) arrière et s'étend depuis la poitrail de
piston,
dans lequel la paroi latérale (5) comporte à l'extrémité se détournant du poitrail
de piston (3) une section d'étanchéité (25) recourbée vers l'extérieur.
3. Piston selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la première protubérance d'étanchéité (11) arrière périphérique est une lèvre d'étanchéité,
laquelle fait saillie vers l'arrière.
4. Piston selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la paroi latérale (5) comporte devant la lèvre d'étanchéité flexible (7) faisant
saillie vers l'avant une bordure protectrice (9) avant périphérique ou interrompue,
laquelle couvre en projection axiale une zone partielle de l'au moins une lèvre d'étanchéité
flexible (7) faisant saillie vers l'avant.
5. Piston selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la paroi latérale (5) comporte au moins une première section droite (13) avec une
première épaisseur de paroi moyenne d1 et dans la section de paroi arrière une deuxième
section droite (15) avec une deuxième épaisseur de paroi moyenne d2, dans lequel la
deuxième section droite (15) s'étend derrière la première section droite (13) depuis
le poitrail de piston (3) et dans lequel vaut : d1>d2.
6. Piston selon la revendication 5, caractérisé en ce que la première protubérance d'étanchéité (11) arrière est agencée sur la deuxième section
droite (15).
7. Piston selon la revendication 5 ou 6, caractérisé en ce que la bordure protectrice avant (9) est agencée sur une première section de passage
(17) de la paroi latérale (5), laquelle s'étend obliquement vers l'extérieur depuis
le poitrail de piston (3) et fait saillie dans la première section droite (13), dans
lequel la bordure protectrice (9) fait saillie latéralement de la paroi latérale (5).
8. Piston selon l'une des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que la paroi latérale (5) comporte une deuxième section de passage (19), laquelle est
agencée entre la première et la deuxième section droite (13, 15), dans lequel la deuxième
section de passage (19) présente une épaisseur de paroi décroissant dans la direction
de la deuxième section droite (15).
9. Piston selon le terme général de la revendication 1 ou l'une des revendications 1-7,
caractérisé en ce que la paroi latérale (5) comporte une bordure périphérique (21) dépassant de la paroi
latérale (5) vers l'extérieur, sur laquelle est agencée la lèvre d'étanchéité flexible
(7) faisant saillie vers l'avant, dans lequel est en outre agencée sur la bordure
périphérique (21) une deuxième lèvre d'étanchéité arrière (23), laquelle fait saillie
vers l'arrière.
10. Piston selon la revendication 9, caractérisé en ce que la deuxième lèvre d'étanchéité arrière (23) possède une épaisseur de paroi maximale
Dmax2, laquelle est supérieure à l'épaisseur de paroi maximale Dmax3 de la lèvre d'étanchéité flexible (7) faisant saillie vers l'avant.
11. Piston selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que la paroi latérale (5) présente dans la zone de la bordure périphérique (21) une épaisseur
de paroi maximale Dmax4 comprenant la paroi latérale (5) et la bordure périphérique (21), laquelle est supérieure
aux épaisseurs de paroi de la section de paroi arrière et de la section de la paroi
latérale (5) agencée entre le poitrail de piston (3) et la lèvre d'étanchéité flexible
(7) faisant saillie vers l'avant.
12. Piston selon l'une des revendications 4-11, caractérisé en ce que la bordure protectrice avant (9) comporte au moins une découpe (27) ou en ce que la bordure protectrice avant (9) comporte plusieurs découpes (27), de préférence
au moins 10 découpes (27), dans lequel les découpes (27) sont uniformément espacées.
13. Piston selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que la lèvre d'étanchéité flexible (7) faisant saillie vers l'avant comporte plusieurs
passages (29), dans lequel de préférence un premier nombre des passages (29) est décalé
dans la direction périphérique par rapport aux découpes (27) et un deuxième nombre
des passages (29) est agencé dans la zone de couverture des découpes (27) en projection
axiale.
14. Piston selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que la section d'étanchéité (25) recourbée vers l'avant présente une épaisseur de paroi
moyenne d3, laquelle correspond à l'épaisseur de paroi moyenne d2 de la deuxième section
droite (15) ou est supérieure à celle-ci.
15. Piston selon l'une des revendications 1 à 14, caractérisé en ce que la première protubérance d'étanchéité (11) arrière et/ou la deuxième lèvre d'étanchéité
(23) arrière comporte une surface étanche externe (11a, 23a), laquelle est réalisée
comme surface polie.