Hintergrund der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Umwandeln von thermischer Energie aus
einer Wärmequelle in mechanische Energie mittels eines thermodynamischen Kreisprozesses
mit einem Arbeitsmedium, das in dem Kreisprozess geführt und dabei einem wechselnden
Druck ausgesetzt ist, wobei dem jeweiligen Druck ein Sattdampftemperaturwert des Arbeitsmediums
zugehörig ist, sowie einer Expansionseinrichtung zum Expandieren des Arbeitsmediums
von einem erhöhten Druck auf einen niedrigeren Druck, wobei das Arbeitsmedium nach
dem Expandieren auf den niedrigeren Druck eine Abdampftemperatur aufweist. Ferner
betrifft die Erfindung ein dementsprechendes Verfahren zum Umwandeln von thermischer
Energie in mechanische Energie.
[0002] Gattungsgemäße Vorrichtungen und Verfahren werden zum Erzeugen von elektrischer Energie
aus thermischer Energie zu einer sogenannten Wärmeverstromung genutzt. Als thermodynamischer
Kreisprozess wird dabei in der Regel ein Clausius-Rankine-Kreisprozess durchgeführt,
der in Dampfkraftwerken weit verbreitet mit Wasser als Arbeitsmedium abläuft. Das
Wasser wird mittels Hochtemperatur-Wärmequellen, wie Kohle, Erdgas, Erdöl und Kernenergie
auf etwa 600 °C erhitzt. Wird anstatt Wasser ein organisches Arbeitsmedium verwendet,
spricht man vom sogenannten ORC-Prozess (Organic-Rankine-Cycle-Process). Organische
Arbeitsmedien können einen weit tieferen Siedepunkt als Wasser aufweisen und bei niedrigeren
Temperaturen verdampfen. Deswegen werden ORC-Prozesse dazu verwendet, thermische Energie
aus Niedertemperatur-Wärmequellen zu verwerten, die Temperaturen von 60 °C bis 200
°C aufweisen. Solche Wärmequellen sind solarthermische oder geothermische Quellen
sowie Abwärme von Motoren, Industrieproduktionsprozessen und Biogasanlagen. Sie können
mit herkömmlichen Vorrichtungen und Verfahren nur ungenügend verwertet werden.
[0003] In einem thermodynamischen Kreisprozess durchläuft das Arbeitsmedium periodische
Änderungen in seinen thermodynamischen Zustandsgrößen wie Temperatur und Druck. Je
nach Änderung der Zustandsgrößen kann vom Arbeitsmedium Energie aus der Umgebung aufgenommen
oder in die Umgebung abgegeben werden. Dabei ist das Arbeitsmedium also einem wechselnden
Druck ausgesetzt. Es wird zunächst als flüssiges Arbeitsmedium unter einen erhöhten
Druck gesetzt und dann mittels Übertragen von thermischer Energie aus der Wärmequelle
verdampft und überhitzt. Es entsteht ein energiereicher komprimierter Arbeitsmedium-Dampf,
der seine aufgenommene Energie bei einer Expansion von dem erhöhten Druck auf einen
niedrigeren Druck mittels einer Expansionseinrichtung wieder abgeben kann. Die abgegebene
Energie kann in Form von mechanischer Energie einen Generator zum Erzeugen von elektrischer
Energie antreiben.
[0004] Nach der Expansion bzw. des Expansionsprozesses weist der Arbeitsmedium-Dampf als
Abdampf oftmals einen Anteil an flüssigem Arbeitsmedium auf. Dieser Anteil an flüssigem
Arbeitsmedium erniedrigt den Wirkungsgrad und die Lebensdauer vieler Expansionseinrichtungen.
Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die meisten Expansionseinrichtungen, wie zum
Beispiel Verdrängermaschinen und insbesondere Flügelzellexpander, in der Regel eine
Ölschmierung mit einem Schmieröl benötigen. Mittels des Schmieröls kann eine Reibung
zwischen beweglichen Bauteilen der Expansionseinrichtung gering gehalten und können
Leckspalten in einem das Arbeitsmedium führenden Expansionsraum abgedichtet werden.
Reichert sich hingegen das Schmieröl mit dem Anteil an flüssigem Arbeitsmedium an,
so sinken die Schmiereigenschaften und Abdichtfähigkeiten des Schmieröls.
[0005] Geringere Schmiereigenschaften erhöhen einen Verschleiß an den beweglichen Bauteilen.
Geringere Abdichtfähigkeiten führen zu höheren Leckverlusten des Arbeitsmediums in
der Expansionseinrichtung und damit zu einem niedrigeren Wirkungsgrad. Zudem ist eine
zusätzliche Heizenergie für ein nachträgliches thermisches Austreiben von flüssigem
Arbeitsmedium aus einem rückgeführten Schmieröl notwendig, was den Wirkungsgrad weiter
erniedrigt.
Zugrundeliegende Aufgabe
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren für
einen thermodynamischen Kreisprozess mit einem Arbeitsmedium zum Umwandeln von thermischer
Energie zu schaffen. Dabei soll der thermodynamische Kreisprozess optimiert werden,
insbesondere hinsichtlich Lebensdauer und Wirkungsgrad der Expansionseinrichtung und
des Expansionsprozesses.
Erfindungsgemäße Lösung
[0007] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung zum Umwandeln von thermischer
Energie aus einer Wärmequelle in mechanische Energie mittels eines thermodynamischen
Kreisprozesses mit einem Arbeitsmedium, das in dem Kreisprozess geführt und dabei
einem wechselnden Druck ausgesetzt ist, wobei dem jeweiligen Druck ein Sattdampftemperaturwert
des Arbeitsmediums zugehörig ist, sowie einer Expansionseinrichtung zum Expandieren
des Arbeitsmediums von einem erhöhten Druck auf einen niedrigeren Druck, wobei das
Arbeitsmedium nach dem Expandieren auf den niedrigeren Druck eine Abdampftemperatur
aufweist, gelöst. Dabei ist eine Einstelleinrichtung zum Einstellen der Abdampftemperatur
auf einen definierten Abdampftemperaturwert oberhalb des dem niedrigeren Druck zugehörigen
Sattdampftemperaturwerts vorgesehen.
[0008] Mittels der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist das in dem Kreisprozess geführte Arbeitsmedium
einem wechselnden Druck ausgesetzt, der insbesondere periodischen Änderungen unterworfen
ist. Dabei ist jedem jeweiligen Druck, dem das Arbeitsmedium ausgesetzt ist, ein Sattdampftemperaturwert
des Arbeitsmediums zugehörig. Der Sattdampftemperaturwert ist der Temperaturwert,
bei dem sich flüssiges Arbeitsmedium mit gasförmigem Arbeitsmedium im Gleichgewicht
befindet. Er ist vom jeweiligen Druck abhängig, der als Sattdampfdruckwert bezeichnet
wird. Die Abhängigkeit von Sattdampfdruckwert und Sattdampftemperaturwert kann als
Phasengrenzlinie zwischen flüssigem und gasförmigem Arbeitsmedium in einer Dampfkurve
dargestellt werden. Die Dampfkurve ist für jedes Arbeitsmedium spezifisch.
[0009] Weist das Arbeitsmedium eine Temperatur unterhalb des Sattdampftemperaturwerts des
jeweiligen Drucks auf, dem es gerade ausgesetzt ist, so ist das Arbeitsmedium flüssig.
Weist das Arbeitsmedium eine Temperatur oberhalb des Sattdampftemperaturwerts des
jeweiligen Drucks auf, so ist das Arbeitsmedium gasförmig. Bei einem Abkühlen des
gasförmigen Arbeitsmediums bilden sich beim Erreichen des Sattdampftemperaturwerts
erste Kondensationstropfen des Arbeitsmediums.
[0010] Mittels der Expansionseinrichtung ist das im Kreisprozess geführte Arbeitsmedium
von einem erhöhten Druck auf einen niedrigeren Druck zu expandieren bzw. zu entspannen.
Beim Expandieren sinkt nicht nur der Druck des Arbeitsmediums auf den niedrigeren
Druck, sondern auch die Temperatur des Arbeitsmediums. Die Temperatur, die das Arbeitsmedium
nach dem Expandieren auf den niedrigeren Druck aufweist, ist als Abdampftemperatur
bezeichnet.
[0011] Erfindungsgemäß ist eine Einstelleinrichtung vorgesehen, mit der diese Abdampftemperatur
auf einen definierten Abdampftemperaturwert oberhalb des dem niedrigeren Druck zugehörigen
Sattdampftemperaturwerts einstellbar ist. Mit einer solchen Einstelleinrichtung kann
der Abdampftemperaturwert des Arbeitsmediums gezielt oberhalb des dem niedrigeren
Druck zugehörigen Sattdampftemperaturwerts eingestellt werden. Das Arbeitsmedium,
das einen Abdampftemperaturwert oberhalb der Sattdampftemperatur aufweist, ist gasförmig.
Ein Kondensieren des Arbeitsmediums von seinem gasförmigen in seinen flüssigen Aggregatzustand
beim und nach dem Expandieren kann zuverlässig vermieden werden. Damit ist in der
zugehörigen Expansionseinrichtung ein durchwegs kondensatfreier Arbeitsmedium-Dampf
ohne einem Anteil an flüssigem Arbeitsmedium erreicht. In und an der Expansionseinrichtung
vorhandenes und in der Regel flüssiges Schmiermittel, wie insbesondere ein Schmieröl,
kann nicht mit flüssigem Arbeitsmedium verunreinigt werden. Das derart sauber gehaltene
Schmiermittel verhindert sicher die Reibung zwischen beweglichen Bauteilen der Expansionseinrichtung
und dichtet den Expansionsraum gegenüber einem Austritt von Arbeitsmedium zuverlässig
ab. Zudem ist ein nachträgliches Erhitzen zum Austreiben eines andernfalls auftretenden
flüssigen Arbeitsmediums im in der Regel rückgeführten Schmiermittel nicht nötig.
Damit sind sowohl der Wirkungsgrad als auch die Lebensdauer der Expansionseinrichtung
gemäß der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Vergleich zu herkömmlichen gattungsgemäßen
Vorrichtungen erheblich verbessert.
[0012] Die erfindungsgemäße Lösung überrascht zunächst, da für die Einstelleinrichtung zusätzliche
Bauteile und ein zusätzlicher Energieaufwand benötigt werden. Zudem ergibt sich im
Vergleich zu herkömmlichen gattungsgemäßen Vorrichtungen ein höherer Abdampftemperaturwert.
Ein solch höherer Abdampftemperaturwert resultiert in einem Energieverlust. Es kann
bei der Expansion entsprechend vergleichsweise weniger Energie freigesetzt werden,
die als mechanische Energie weiter nutzbar ist. Erfindungsgemäß hat sich jedoch überraschenderweise
gezeigt, dass der Vorteil des durchwegs kondensatfreien Arbeitsmedium-Dampfes in der
Expansionseinrichtung den zusätzlichen Energieaufwand und den resultierenden Energieverlust
bei weitem überwiegt.
[0013] Ferner kann mit der erfindungsgemäßen Lösung die Kondensation des gasförmigen Arbeitsmediums
nach dem Expandieren unabhängig von verschiedensten äußeren und inneren Bedingungen
des thermodynamischen Kreisprozesses vermieden werden. Egal welche thermische Energie
die Wärmequelle aufweist und egal welche Temperatur und welchen Druck das Arbeitsmedium
bei Eintritt in die Expansionseinrichtung hat, ist der Abdampftemperaturwert des Arbeitsmediums
immer oberhalb des dem niedrigeren Druck zugehörigen Sattdampftemperaturwerts eingestellt.
Es ist also der Abdampftemperaturwert in Abhängigkeit des niedrigeren Drucks definiert,
der je nach Eintrittstemperatur und Eintrittsdruck des Arbeitsmediums in die Expansionseinrichtung
variieren kann. Dabei sind die Eintrittstemperatur und der Eintrittsdruck oftmals
abhängig von der thermischen Energie der Wärmequelle. Zudem ist der Abdampftemperaturwert
in Abhängigkeit des zum niedrigeren Druck gehörigen Sattdampftemperaturwerts definiert.
Dieser Sattdampftemperaturwert ist für jedes Arbeitsmedium spezifisch, sodass die
Kondensation des gasförmigen Arbeitsmediums nach dem Expandieren auch unabhängig von
der Art des Arbeitsmediums immer zuverlässig vermieden werden kann.
[0014] Erfindungsgemäß bevorzugt ist der definierte Abdampftemperaturwert dabei konstant
oberhalb des dem niedrigeren Druck zugehörigen Sattdampftemperaturwerts zu halten.
Mit dem derart konstant gehaltenen Abdampftemperaturwert kann die Expansion und eine
im Kreisprozess nach der Expansion folgende Kondensation besonders gleichmäßig ohne
große Temperaturschwankungen durchgeführt werden. Dabei treten insbesondere nur wenig
innere Reibungsverluste im Arbeitsmedium und wenig äußere Reibungsverluste gegenüber
einer das Arbeitsmedium führenden Leitung auf. Andernfalls auftretende Energieverluste
können eingespart werden.
[0015] In erfindungsgemäß vorteilhafter Weise liegt der definierte Abdampftemperaturwert
zwischen 2 K und 12 K, bevorzugt zwischen 4 K und 8 K sowie besonders bevorzugt zwischen
5 K und 6 K oberhalb des dem niedrigeren Druck zugehörigen Sattdampftemperaturwerts.
Es wurde festgestellt, dass bereits ein solch geringer Unterschied zwischen dem Abdampftemperaturwert
und dem maßgeblichen Sattdampftemperaturwert ausreicht, um eine Kondensation im Arbeitsmedium-Dampf
bei der Expansion auf den niedrigeren Druck sicher vermeiden zu können. Für einen
größeren Unterschied müsste ein höherer Abdampftemperaturwert eingestellt werden,
was einen unnötigen Energieverlust verursachen würde.
[0016] Ferner ist erfindungsgemäß vorteilhaft mittels der Einstelleinrichtung eine Temperatur
des Arbeitsmediums derart zu erhöhen, dass die Abdampftemperatur den definierten Abdampftemperaturwert
oberhalb des dem niedrigeren Druck zugehörigen Sattdampftemperaturwerts aufweist.
Eine solche Temperaturerhöhung ist einfach durchführbar.
[0017] Bekanntermaßen ist das in einem thermodynamischen Kreisprozess geführte Arbeitsmedium
in seinem flüssigen Aggregatzustand von einem niedrigeren Druck unter einen erhöhten
Druck zu setzen. Danach ist das unter den erhöhten Druck gesetzte Arbeitsmedium isobar
zu verdampfen und zu überhitzen. Dabei steigt die Temperatur des Arbeitsmediums. Beim
Expandieren des komprimierten und überhitzten Arbeitsmedium-Dampfes auf den niedrigeren
Druck sinkt die Temperatur des Arbeitsmedium-Dampfes auf die Abdampftemperatur.
[0018] Erfindungsgemäß bevorzugt ist die Temperatur des im Kreisprozess geführten Arbeitsmediums
nun nach dem Verdampfen und vor oder beim Expandieren mittels der Einstelleinrichtung
derart zu erhöhen, dass dann die Abdampftemperatur den definierten Abdampftemperaturwert
oberhalb des dem niedrigeren Druck zugehörigen Sattdampftemperaturwerts aufweist.
[0019] Erfindungsgemäß besonders bevorzugt ist mittels der Einstelleinrichtung die Temperatur
des Arbeitsmediums innerhalb der Expansionseinrichtung zu erhöhen. Damit kann die
Temperatur während des Expansionsprozesses erhöht werden, was energiesparender ist
als eine Temperaturerhöhung des überhitzten Arbeitsmedium-Dampfes vor dem Expandieren.
Insbesondere ist dabei die Temperatur des Arbeitsmediums gegen Ende des Expansionsprozesses
zu erhöhen. Gegen Ende des Expansionsprozesses ist die Temperatur des sich entspannenden
Arbeitsmedium-Dampfes niedriger als am Anfang oder in der Mitte des Expansionsprozesses.
Damit kann die Temperatur des Arbeitsmediums energiesparend von einer vergleichsweise
niedrigen Temperatur auf den benötigten Temperaturwert angehoben werden, mit dem nach
dem Expandieren der definierte Abdampftemperaturwert erreicht werden soll.
[0020] Ferner umfasst die Einstelleinrichtung erfindungsgemäß vorteilhaft eine Dampfzuführung
zum Zuführen von Dampf zum Arbeitsmedium, wobei der Dampf insbesondere überhitzter
Dampf ist. Den Dampf bildende Dampf-Moleküle bewegen sich schnell und übertragen ihre
Bewegung bei einem Zusammenstoß entsprechend schnell an die Arbeitsmedium-Dampf-Moleküle,
was die Temperatur des Arbeitsmedium-Dampfes entsprechend schnell erhöht. Zudem kann
je nach Temperatur und Menge des zuzuführenden Dampfes die Temperatur des Arbeitsmedium-Dampfes
sehr zielgerichtet auf den definierten Abdampftemperaturwert eingestellt werden. Ist
der Dampf überhitzt, so erfolgt die Temperaturerhöhung noch schneller.
[0021] Bevorzugt ist die Dampfzuführung dazu angepasst, den Dampf in die Expansionseinrichtung
zuzuführen, insbesondere nach dem Zuführen des im Kreisprozess geführten Arbeitsmedium-Dampfes
in die Expansionseinrichtung. Damit kann die Temperatur des Arbeitsmedium-Dampfes
energiesparend während des Expandierens erhöht werden. Eine bevorzugt gegen Ende des
Expandierens in die Expansionseinrichtung führende Dampfzuführung ist gemäß oben beschriebener
Ausführungen besonders energiesparend.
[0022] Darüber hinaus hat die Dampfzuführung in die Expansionseinrichtung den Vorteil, dass
der zugeführte Dampf als zusätzlicher Dampf expandieren kann. Daraus resultiert eine
zusätzliche Expansionsleistung des zusätzlichen Dampfes, die in Form von zusätzlicher
mechanischer Leistung an die Expansionseinrichtung abgegeben werden kann. Eine höhere
Leistung und ein damit verbundener höherer Wirkungsgrad der Expansionseinrichtung
sind erzielbar, was den Wirkungsgrad der gesamten Vorrichtung erhöht.
[0023] Ferner ist der Dampf erfindungsgemäß vorteilhaft ein Dampf des Arbeitsmediums. Damit
bleibt das Arbeitsmedium trotz des Zuführens von zusätzlichem Dampf ein reines Arbeitsmedium,
das nicht mit dem Dampf eines anderen Mediums verunreinigt ist. Bevorzugt stammt der
Dampf des Arbeitsmediums aus dem gleichen Kreisprozess wie der Arbeitsmedium-Dampf
selbst, der zu Beginn des Expandierens in die Expansionseinrichtung zu leiten ist.
Es ist dann energie- und bauteilsparend nur eine einzige Dampferzeugung nötig, wofür
besonders effizient thermische Energie aus der Wärmequelle übertragen werden kann.
[0024] Erfindungsgemäß vorteilhaft ist die Expansionseinrichtung als eine Verdrängermaschine
zum Durchleiten des Arbeitsmediums in mindestens einem sich beim Durchleiten vergrößernden
Expansionsraum bzw. Volumenraum gestaltet. Dabei ist ein Einlass zum Einlassen des
unter dem erhöhten Druck gesetzten Arbeitsmedium-Dampfes in den Expansionsraum vorgesehen.
Der eingelassene Arbeitsmedium-Dampf verschiebt dann ein Bauteil, das den Expansionsraum
begrenzt. Dadurch wird der Expansionsraum vergrößert und zugleich das Bauteil zum
Verrichten von mechanischer Arbeit bewegt. Das Vergrößern des Expansionsraums bewirkt
eine Expansion des Arbeitsmedium-Dampfes von dem erhöhten Druck auf den niedrigeren
Druck.
[0025] Bei einer solchen Verdrängermaschine kann der Arbeitsmediums-Dampf durch den Einlass
und der zusätzliche Dampf durch eine zwischen dem Einlass und dem Auslass positionierte
Dampfzuführung in den Expansionsraum geführt werden. Dabei kann der Arbeitsmedium-Dampf
beim Durchleiten durch den sich vergrößernden Expansionsraum expandieren und kann
während des sich vergrößernden Expansionsraums mittels des zugeführten Dampfes zwischenerhitzt
werden. Zusammen mit dem zugeführten Dampf kann der zwischenerhitzte Arbeitsmedium-Dampf
in Richtung des Auslasses weiter expandieren.
[0026] Besonders zielgerichtet kann die Dampfzuführung bei einer solchen Verdrängermaschine
mit zwei oder mehr Expansionsräumen gestaltet sein. Die Dampfzuführung kann in diesem
Fall so gestaltet sein, dass zusätzlicher Dampf gezielt in den Expansionsraum zu leiten
ist, wenn der Expansionsraum eine gewünschte Größe erreicht hat. Entsprechend dieser
Größe befindet sich dann dort entsprechend expandierter und abgekühlter Arbeitsmedium-Dampf,
der dann gezielt zu erwärmen ist. Der erwärmte Arbeitsmedium-Dampf kann dann im sich
weiter vergrößernden Expansionsraum weiter expandieren, bis mit dem Expansionsraum
ein Auslass erreicht ist, aus dem der Arbeitsmedium-Dampf und der zusätzliche Dampf
austreten können. Dabei ist zumindest der Einlass für den Arbeitsmedium-Dampf räumlich
so weit von der Dampfzuführung entfernt angeordnet, dass ein sich beim Einlass befindender
Expansionsraum räumlich getrennt von einem sich bei der Dampfzuführung befindenden
Expansionsraum ist. Bevorzugt ist der Auslass räumlich so weit von der Dampfzuführung
entfernt angeordnet, dass sich ein beim Auslass befindender Expansionsraum räumlich
getrennt von dem sich bei der Dampfzuführung befindenden Expansionsraum ist. Damit
ist eine besonders zielgerichtete Temperaturerhöhung während des Expandierens in einer
definierten Expansionszone möglich. Die definierte Expansionszone entspricht dabei
der Größe des Expansionsraums an der Dampfzuführung.
[0027] Darüber hinaus ist erfindungsgemäß in vorteilhafter Weise mittels der Einstelleinrichtung
ein Gegendruck auf das Arbeitsmedium derart zu erzeugen, dass die Abdampftemperatur
den definierten Abdampftemperaturwert oberhalb des dem niedrigeren Druck zugehörigen
Sattdampftemperaturwerts aufweist. Ein Aufbau eines solchen Gegendrucks ist besonders
energiesparend.
[0028] Mit dem derartigen Gegendruck ist beim Expandieren der niedrigere Druck zunächst
nicht erreicht, sondern ein entsprechend des Gegendrucks erhöhter niedrigerer Druck.
Dem erhöhten niedrigeren Druck ist ein entsprechend erhöhter Sattdampftemperaturwert
des Arbeitsmediums zugehörig. Mittels des Gegendrucks ist der Arbeitsmedium-Dampf
zunächst auf dem erhöhten niedrigeren Druck gehalten und weist dabei eine Abdampftemperatur
auf, die diesem erhöhten Sattdampftemperaturwert entspricht. Bei einem weiteren Expandieren
ist der entsprechend des Gegendrucks erhöhte niedrigere Druck dann auf den niedrigeren
Druck restzuentspannen bzw. zu expandieren. Nach dem Restentspannen weist der Arbeitsmedium-Dampf
eine Abdampftemperatur auf, die dem definierten Abdampftemperaturwert oberhalb des
dem niedrigeren Druck zugehörigen Sattdampftemperaturwerts entspricht. Eine Kondensation
des Arbeitsmedium-Dampfes ist über den gesamten Expansionsprozess hinweg sicher vermieden.
[0029] Dazu ist bevorzugt eine Expansionseinrichtung zum Expandieren des Arbeitsmediums
von einem erhöhten Druck auf einen niedrigeren Druck vorgesehen, bei der der niedrigere
Druck mittels eines zweistufigen Expansionsprozesses zu erreichen ist. Der erhöhte
Druck ist dabei in einer ersten Expansionsstufe zunächst mittels des Erzeugens bzw.
Aufbaus von Gegendruck auf einen ersten niedrigeren Druck zu expandieren. Danach ist
der erste niedrigere Druck in einer zweiten Expansionsstufe auf einen zweiten niedrigeren
Druck zu expandieren, wobei der zweite niedrigere Druck dem oben genannten niedrigeren
Druck nach dem Expandieren entspricht.
[0030] Dabei können die erste und die zweite Expansionsstufe in einer einzigen Expansionseinrichtung
ablaufen. Besonders bevorzugt sind die erste Expansionsstufe in einer ersten Expansionseinrichtung
und die zweite Expansionsstufe getrennt davon in einer zweiten Expansionseinrichtung
durchzuführen. Die erste Expansionseinrichtung ist dabei insbesondere mit einer Verdrängermaschine
gestaltet und die zweite Expansionseinrichtung bautechnisch einfach als ein Leitungselement
innerhalb einer das Arbeitsmedium führenden Leitung. Die erste und zweite Expansionseinrichtung
stellen dann insgesamt die Expansionseinrichtung dar.
[0031] Ferner umfasst die Einstelleinrichtung erfindungsgemäß vorteilhaft zum Erzeugen des
Gegendrucks auf das Arbeitsmedium ein Sperrelement, das insbesondere mit einem Ventil
zum wahlweisen Öffnen und Verschließen einer das Arbeitsmedium führenden Leitung gestaltet
ist. Mittels des Sperrelements kann ein Arbeitsmedium-Strom bzw. Arbeitsmedium-Fluss
des im Kreisprozess geführten Arbeitsmediums bautechnisch besonders einfach und schnell
abgesperrt werden. Nach einem solchen Absperren baut sich der gewünschte Gegendruck
auf das Arbeitsmedium auf. Der Gegendruck kann mit kurzen Reaktionszeiten bei Bedarf
wieder abgebaut werden, indem das Sperrelement mit einem Ventil gestaltet ist, das
einfach wieder geöffnet werden kann.
[0032] Bevorzugt ist das Sperrelement dabei innerhalb der Expansionseinrichtung zwischen
der ersten und zweiten Expansionseinrichtung angeordnet, womit dann der beschriebene
zweistufige Expansionsprozess ermöglicht ist.
[0033] Zudem ist in erfindungsgemäß vorteilhafter Weise das Arbeitsmedium in einer Kreislaufrichtung
geführt und in Kreislaufrichtung nach der Expansionseinrichtung ist eine Kondensationseinrichtung
zum Kondensieren des expandierten Arbeitsmediums vorgesehen, wobei die Einstelleinrichtung
ein Temperaturmesselement zum Messen einer Temperatur des Arbeitsmediums in Kreislaufrichtung
nach dem Expandieren und vor dem Kondensieren und/oder ein Druckmesselement zum Messen
des Druckes des Arbeitsmediums in Kreislaufrichtung nach dem Expandieren und vor dem
Kondensieren umfasst. Mit einem solchen Temperaturmesselement und/oder Druckmesselement
ist eine Regeleinrichtung geschaffen, mit der die Einstelleinrichtung in Abhängigkeit
der gemessenen Temperatur und/oder des gemessenen Drucks zu regeln ist. Derart regelbar,
kann mit der Einstelleinrichtung die Abdampftemperatur bedarfsgerecht und zuverlässig
immer auf den gewünschten definierten Abdampftemperaturwert eingestellt werden.
[0034] Dabei misst das Temperaturmesselement insbesondere die Abdampftemperatur des Arbeitsmediums
nach dem Expandieren. Die Abdampftemperatur ist auch von der Temperatur eines Eintrittsdampfes
des Arbeitsmediums bei Eintritt in die Expansionseinrichtung abhängig. Zudem ist die
Temperatur des Arbeitsmediums vor dem Kondensieren bzw. der Kondensationstemperaturwert
bestimmbar. Der Kondensationstemperaturwert entspricht dabei insbesondere dem dem
niedrigeren Druck zugehörigen Sattdampftemperaturwert. Mit dem Druckmesselement kann
insbesondere kurz vor dem Kondensieren ein aktuell gültiger Sattdampfdruckwert bzw.
Kondensationsdruckwert des Arbeitsmediums gemessen werden, der abhängig von einer
Kühlkapazität der Kondensationseinrichtung ist.
[0035] Ferner ist die Erfindung auf ein Verfahren zum Umwandeln von thermischer Energie
aus einer Wärmequelle in mechanische Energie mittels eines thermodynamischen Kreisprozesses
gerichtet, mit einem Arbeitsmedium, das in dem Kreisprozess geführt und dabei einem
wechselnden Druck ausgesetzt wird, wobei dem jeweiligen Druck ein Sattdampftemperaturwert
des Arbeitsmediums zugehörig ist, sowie einem Schritt des Expandierens des Arbeitsmediums
von einem erhöhten Druck auf einen niedrigeren Druck, wobei das Arbeitsmedium nach
dem Expandieren auf den niedrigeren Druck eine Abdampftemperatur aufweist. Dabei wird
die Abdampftemperatur auf einen definierten Abdampftemperaturwert oberhalb des dem
niedrigeren Druck zugehörigen Sattdampftemperaturwerts eingestellt.
[0036] Die Vorteile eines solchen erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den bereits
bei der Beschreibung der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellten Vorteilen.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0037] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele einer erfindungsgemäßen Lösung anhand der
beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- ein vereinfachtes Prozessschema einer Vorrichtung zum Umwandeln von thermischer Energie
gemäß dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- ein schematisches Druck(log)-Enthalpie-Diagramm des thermodynamischen Kreisprozesses
gemäß Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Dampfkurve eines im Kreisprozess geführten Arbeitsmediums,
- Fig. 4
- das Detail IV gemäß Fig. 1 eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
- Fig. 5
- ein schematisches Druck(log)-Enthalpie-Diagramm des thermodynamischen Kreisprozesses
gemäß Fig. 4,
- Fig. 6
- einen Querschnitt einer Verdrängermaschine der Vorrichtung gemäß Fig. 4,
- Fig. 7
- das Detail IV gemäß Fig. 1 eines zweiten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung und
- Fig. 8
- ein schematisches Druck(log)-Enthalpie-Diagramm des thermodynamischen Kreisprozesses
Fig. 7.
Detaillierte Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0038] In den Fig. sind eine Vorrichtung 10 und ein zugehöriges Verfahren 12 zum Umwandeln
von thermischer Energie aus einer Wärmequelle 14 dargestellt. Die Vorrichtung 10 bildet
ein geschlossenes System einer Prozessanlage, in der ein thermodynamischer Kreisprozess
16 mittels eines im Kreisprozess 16 geführten Arbeitsmediums durchzuführen ist.
[0039] Der dargestellte thermodynamische Kreisprozess 16 ist ein modifizierter Organic-Rankine-Cycle-Process
(ORC-Prozess), bei dem das Arbeitsmedium ein organisches Arbeitsmedium ist. Vorliegend
ist das Arbeitsmedium mit Ammoniak gestaltet, bevorzugt mit wasserfreiem Ammoniak
(NH
3, R 717) in einer Konzentration von über 99, 6 Massenprozent. Mit einem solch nahezu
reinen Ammoniak können die physikalischen und thermodynamischen Eigenschaften von
Ammoniak ohne störende Einflüsse von anderen Stoffen ausgenutzt werden. So hat flüssiges
Ammoniak eine hohe Verdampfungsenthalpie, womit relativ viel Energie aufgewendet werden
muss, um Ammoniak von seinem flüssigen in seinen gasförmigen Aggregatzustand zu überführen.
Es kann also entsprechend viel Energie im gasförmigen Ammoniak gespeichert werden
und dann beim Expandieren in mechanische Energie umgesetzt werden.
[0040] Als Wärmequelle 14 dienen Niedertemperatur-Wärmequellen. Dabei kann die Wärmequelle
14 eine einzige Wärmequelle 14 oder mit zwei verschiedenen Wärmequellen 14 und 17
mit gestaltet sein. In den dargestellten Ausführungsbeispielen werden zwei verschiedene
Wärmequellen energetisch verwertet, bei denen die Wärmequelle 14 eine niedrigere Temperatur
als die Wärmequelle 17 aufweist. Dabei ist die Wärmequelle 14 eine Motorabwärme und
die Wärmequelle 17 eine Abgasabwärme eines Verbrennungsmotors eines Blockheizkraftwerks.
[0041] In einem zum Kreisprozess 16 gehörenden Sammelbehälter 18 wird das Arbeitsmedium
in Form eines druckverflüssigten Gases bereitgestellt. Dabei steht das Arbeitsmedium
unter einem Druck, der als niedrigerer Druck 20 ein unteres Druckniveau des thermodynamischen
Kreisprozesses 16 darstellt. Ausgehend von dem Sammelbehälter 18 führt eine Leitung
22 das Arbeitsmedium in einer Kreislaufrichtung 24 zu einer Druckerhöhungseinrichtung
26. Mit der Druckerhöhungseinrichtung 26 ist der Druck, dem das Arbeitsmedium ausgesetzt
ist, von dem niedrigeren Druck 20 auf einen Druck zu erhöhen, der als erhöhter Druck
28 ein oberes Druckniveau des Kreisprozesses 16 darstellt.
[0042] In Kreislaufrichtung 24 anschließend wird das flüssige Arbeitsmedium von der Druckerhöhungseinrichtung
26 durch die Leitung 22 zu einer Wärmeübertragungseinrichtung 30 gepumpt. Die Wärmeübertragungseinrichtung
30 umfasst einen ersten Wärmeübertrager 32 und einen in Reihe geschalteten zweiten
Wärmeübertrager 34. Der erste Wärmeübertrager 32 ist wärmeübertragend mittels eines
durch eine Leitung 36 geführtes Übertragungsmedium mit der Wärmequelle 14 gekoppelt.
Dementsprechend ist der zweite Wärmeübertrager 34 mittels eines durch eine Leitung
38 geführtes Übertragungsmedium mit der Wärmequelle 17 gekoppelt.
[0043] Zwischen den beiden Wärmeübertragern 32 und 34 ist ein Abscheider 40 mit einem unteren
Raumbereich 42 und einem oberen Raumbereich 44 angeordnet. In den oberen Raumbereich
44 ist das flüssige Arbeitsmedium mittels der Leitung 22 geführt. Das flüssige Arbeitsmedium
trennt sich von gegebenenfalls vorhandenem gasförmigem Arbeitsmedium ab und sinkt
in den unteren Raumbereich 42. Von dort führt eine Leitung 46 das derart abgetrennte
flüssige Arbeitsmedium in den ersten Wärmeübertrager 32, der als Vorerwärmer und Verdampfer
dient. Dort wird das flüssige Arbeitsmedium mittels Übertragens von thermischer Energie
aus der ersten Wärmequelle 14 vorerwärmt und größtenteils verdampft. Ein derart erzeugter
Arbeitsmedium-Dampf ist ein Nassdampf. Dies bedeutet, dass noch kleine Tropfen und
fein verteiltes flüssiges Arbeitsmedium als Kondensatanteil im gasförmigen Arbeitsmedium
vorhanden sind. Der Nassdampf ist aus dem ersten Wärmeübertrager 32 durch eine Leitung
48 in den oberen Raumbereich 44 des Abscheiders 40 geführt. Dabei sinkt der Kondensatanteil
in den unteren Raumbereich 42 und sammelt sich dort als flüssiges Arbeitsmedium, während
im oberen Raumbereich 44 nur gasförmiges Arbeitsmedium verbleibt. Es kann also ein
besonders trockenes gasförmiges Arbeitsmedium erzeugt werden. Das flüssige Arbeitsmedium
gelangt aus dem unteren Raumbereich 42 durch die Leitung 46 wieder zurück in den ersten
Wärmeübertrager 32 zum erneuten Erwärmen.
[0044] Mit dem Abscheider 40, den in dessen oberen Raumbereich 44 führenden Leitungen 22
und 48 sowie der aus dessen unteren Raumbereich 42 führenden Leitung 46 ist ein Verdampfen
gemäß eines Thermo-Siphon-Prinzips ermöglicht. Dieses Prinzip beruht darauf, dass
sich beim Verdampfen im ersten Wärmeübertrager 32 die Dichte des dort befindlichen
Arbeitsmediums aufgrund des gebildeten Nassdampfs verringert. Damit drängt der Nassdampf
durch die Leitung 48 in den Abscheider 40. Ferner fließt immer genau so viel flüssiges
Arbeitsmedium aus dem unteren Raumbereich 42 des Abscheiders 40 durch die Leitung
46 in den Wärmeübertrager 32 nach, das gerade zum Verdampfen benötigt wird. Im Abscheider
40 ist ein nicht dargestellter Niveauregler vorgesehen, mit dem die Druckerhöhungseinrichtung
26 derart zu regeln ist, dass nur so viel Arbeitsmedium zum ersten Wärmeübertragers
32 gepumpt wird, das auch verdampft werden kann.
[0045] Aus dem Abscheider 40 ist das gasförmige Arbeitsmedium aus dem oberen Raumbereich
44 durch eine Leitung 50 in den zweiten Wärmeübertrager 34 geführt. Der zweite Wärmeübertrager
34 dient als Überhitzer, mit dem das gasförmige Arbeitsmedium beim Übertragen von
thermischer Energie aus der Wärmequelle 17 zu überhitzen ist. Der überhitzte Arbeitsmedium-Dampf
ist dann aus dem zweiten Wärmeübertrager 34 durch eine Leitung 52 mittels eines Eintrittsventils
54 in eine Expansionseinrichtung 56 geführt.
[0046] Mit der Expansionseinrichtung 56 ist der überhitzte Arbeitsmedium-Dampf von dem erhöhten
Druck 28 auf den niedrigeren Druck 20 zu expandieren, wobei zugleich die Temperatur
des Arbeitsmediums sinkt. Die dabei freiwerdende Energie wird als mechanische Energie
auf die Expansionseinrichtung 56 übertragen, die als Antriebsaggregat für einen an
die Expansionseinrichtung 56 gekoppelten Generator 58 zum Erzeugen von elektrischer
Energie dient.
[0047] Vorliegend ist eine zur Expansionseinrichtung 56 parallel geschaltete weitere Expansionseinrichtung
vorgesehen, in die mittels eines zugehörigen weiteren Eintrittsventils der komprimierte
und überhitzte Arbeitsmedium-Dampf geführt ist. Zur besseren Übersicht ist die weitere
Expansionseinrichtung mit ihren zugehörigen Bauteilen mit den gleichen Bezugszeichen
wie die Expansionseinrichtung 56 benannt. Mit einer solchen Parallelschaltung der
Expansionseinrichtungen 56 ist ein über die Zeit hinweg besonders gleichmäßiges Expandieren
des überhitzten Arbeitsmedium-Dampfes ohne große Pulsationen möglich. Sofern erforderlich,
kann zudem eine größere Menge an Arbeitsmedium-Dampf expandiert werden. Damit kann
insgesamt eine gleichmäßige und hohe Leistung aus dem Kreisprozess 16 abgenommen werden.
Zur Verbesserung dieses Effekts können auch mehr als zwei parallel geschaltete Expansionseinrichtungen
56 vorgesehen sein.
[0048] Der expandierte Arbeitsmedium-Dampf ist in Kreislaufrichtung 24 nach der Expansionseinrichtung
56 durch eine Leitung bzw. Abdampfleitung 60 aus der Expansionseinrichtung 56 herausgeführt
und durch eine Kondensationseinrichtung 62 geleitet. Mit der Kondensationseinrichtung
62 wird der expandierte Arbeitsmedium-Dampf abgekühlt und kondensiert. Das kondensierte
Arbeitsmedium ist in den Sammelbehälter 18 geleitet, der in der Leitung 22 in Kreislaufrichtung
24 nach der Kondensationseinrichtung 62 angeordnet ist. Mit dem Kondensieren ist der
thermodynamische Kreisprozess 16 geschlossen und kann je nach Bedarf entsprechend
oft wiederholt werden.
[0049] Des Weiteren verfügt die Vorrichtung 10 über einen Ölversorgungskreislauf 64 mit
jeweils einer Ölzuführleitung 66, durch die ein Öl mittels jeweils eines zugehörigen
Öleintrittsventils 68 in die jeweils zugehörige Expansionseinrichtung 56 zu führen
ist. Das Öl dient zum Abdichten und Schmieren von Bauteilen der Expansionseinrichtung
56. Während des Expandierens des Arbeitsmedium-Dampfes kann das Öl in der Expansionseinrichtung
56 in den Arbeitsmedium-Dampf gelangen. Deswegen ist der expandierte Arbeitsmedium-Dampf
zusammen mit dem Öl aus jeder Expansionseinrichtung 56 durch die zugehörige Abdampfleitung
60 in einen jeweils zugehörigen Ölabscheider 70 geführt. Mit dem Ölabscheider 70 ist
das Öl aus dem expandierten Arbeitsmedium-Dampf abzuscheiden. Dazu ist im Ölabscheider
70 oben angeordnet ein Trennelement 71 als mechanischer Ölabscheider gestaltet. Das
Trennelement 71 trennt das Öl als Flüssigkeit von dem expandierten Arbeitsmedium-Dampf
als Gas mechanisch und aufgrund unterschiedlicher Dichten von Flüssigkeit und Gas
ab.
[0050] Der derart gereinigte expandierte Arbeitsmedium-Dampf ist aus dem Ölabscheider 70
durch die Abdampfleitung 60 weiter im Kreisprozess 16 zur Kondensationseinrichtung
62 geführt.
[0051] Das abgeschiedene Öl ist aus jedem Ölabscheider 70 durch eine zugehörige Ölabfuhrleitung
72 in einen Ölsammelbehälter 74 geleitet. Dabei kann das abgeschiedene Öl einen Anteil
an flüssigem Arbeitsmedium enthalten, das sich beim Expandieren des Arbeitsmedium-Dampfes
in herkömmlicher Weise gebildet hat. Zum Entfernen dieses Anteils an flüssigem Arbeitsmedium
ist im Ölsammelbehälter 74 ein Ölheizer 76 vorgesehen. Mit dem Ölheizer 76 ist das
abgeschiedene Öl so lange und so weit zu erhitzen, bis der Anteil an flüssigem Arbeitsmedium
nahezu vollständig aus dem Öl ausgedampft bzw. ausgetrieben ist. Ein dabei entstehender
Arbeitsmedium-Dampf ist mittels einer Dampfleitung 78 aus dem Ölsammelbehälter 74
in Kreislaufrichtung 24 zwischen dem Ölabscheider 70 und der Kondensationseinrichtung
62 zurück in die Abdampfleitung 60 und damit in den Kreisprozess 16 geführt.
[0052] In der Ölzuführleitung 66 ist ferner eine Ölpumpe 80 angeordnet, mit der das abgeschiedene
und von flüssigem Arbeitsmedium gereinigte Öl durch die Ölzuführleitung 66 erneut
in die Expansionseinrichtung 56 geführt ist. Zudem umfasst der Ölheizer 76 eine ein
Heizmedium führende Heizkreislaufleitung 82, die mit der zweiten Wärmequelle 17 wärmeübertragend
gekoppelt ist.
[0053] Fig. 2 zeigt ein schematisches Druck(log)-Enthalpie-Diagramm des thermodynamischen
Kreisprozesses 16 des Verfahrens 12, das mittels der Vorrichtung 10 gemäß Fig. 1 durchführbar
ist. Dabei ist an der Ordinatenachse der Logarithmus des Druckes 83 und an der Abszissenachse
die Enthalpie 84 aufgetragen. Die dargestellte bogenförmige Linie gibt eine Phasengrenzlinie
85 des Arbeitsmediums wieder. So lange die Phasengrenzlinie 85 steigt, handelt es
sich dabei um die Siedelinie, an der ein Übergang von gesättigtem flüssigem Arbeitsmedium
in Nassdampf erfolgt. Fällt die Phasengrenzlinie 85, so stellt sie die Taulinie dar,
die einen Übergang des Nassdampfes zu einem gesättigten Arbeitsmedium-Dampf markiert.
Bei dem derartigen Übergang wird der Dampf auch als Sattdampf bezeichnet. Eine von
der Phasengrenzlinie 85 und der Abszissenachse eingeschlossene Fläche ist ein Nassdampfgebiet
86 des Arbeitsmediums, in dem zugleich Arbeitsmedium-Dampf als gasförmige Phase und
flüssiges Arbeitsmedium als flüssige Phase vorliegen.
[0054] Ausgehend von dem unter dem niedrigeren Druck 18 stehenden flüssigen Arbeitsmedium
wird in einem Verfahrensschritt bzw. Schritt 88 des Druckerhöhens das Arbeitsmedium
mittels der Druckerhöhungseinrichtung 26 unter den erhöhten Druck 28 gesetzt. Ammoniak
wird von einem niedrigeren Druck 18 von etwa 8,4 bar und einer Temperatur von etwa
23 °C unter einen erhöhten Druck 28 von etwa 37 bar und eine Temperatur von etwa 30
°C gesetzt.
[0055] Dabei sind alle hier angegebenen Druckwerte als absolute Druckwerte zu verstehen.
[0056] Mit dem ersten Wärmeübertrager 32 wird in einem Schritt 90 des Vorerwärmens das unter
dem erhöhten Druck 28 stehende Arbeitsmedium auf einen dem erhöhten Druck 28 zugehörigen
Verdampfungstemperaturwert isobar erwärmt. Bei Ammoniak liegt dieser Wert bei etwa
76 °C. Nachfolgend wird in einem Schritt 92 des Verdampfens das noch flüssige, auf
den Verdampfungstemperaturwert vorerwärmte Arbeitsmedium isobar verdampft. Während
des Schrittes 92 wird dem Arbeitsmedium der Hauptanteil der thermischen Energie zugeführt.
Beim Verdampfen bleibt die Temperatur des Arbeitsmediums gleich.
[0057] Nachfolgend wird mittels des zweiten Wärmeübertragers 34 in einem Schritt 94 des
Überhitzens der im Schritt 92 erzeugte Arbeitsmedium-Dampf auf eine Endtemperatur
isobar überhitzt. Die Endtemperatur beträgt bei Ammoniak etwa 120 °C.
[0058] Der derart überhitzte Arbeitsmedium-Dampf wird als überhitztes Ammoniakgas in einem
Schritt 96 des Expandierens mittels den zwei parallel geschalteten Expansionseinrichtungen
56 adiabatisch expandiert. Adiabatisch bzw. adiabat bedeutet, dass bei der Expansion
keine Wärme mit der Umgebung ausgetauscht wird. Bei der Expansion findet die eigentliche
Umsetzung der thermischen Energie in mechanische Energie statt. Dabei weist das in
die Expansionseinrichtung 56 eintretende Arbeitsmedium den erhöhten Druck 28 als Eintrittsdruck
und die Temperatur des überhitzten Arbeitsmedium-Dampfes als Eintrittstemperatur auf.
Das aus der Expansionseinrichtung 56 austretende Arbeitsmedium weist dann den niedrigeren
Druck 20 als Abdampfdruck und eine Abdampftemperatur auf, die niedriger ist als die
Eintrittstemperatur. Eintretendes Ammoniak hat den erhöhten Druck 28 von etwa 37 bar
und die Eintrittstemperatur von etwa 120 °C und austretendes Ammoniak hat den niedrigeren
Druck 20 von etwa 8,4 bar und die Abdampftemperatur von etwa 23 °C. Dabei ist im austretenden
Arbeitsmedium-Dampf ein flüssiger Anteil im Abdampf enthalten, da sowohl die Eintrittstemperatur
als auch die Abdampftemperatur gewissen Toleranzen unterworfen sind. Bereits bei einer
etwas tieferen Eintrittstemperatur bildet sich ein Kondensat im Abdampf. Die dann
erreichte Abdampftemperatur, also der Endpunkt des Schrittes 96 des Expandierens,
befindet sich im Nassdampfgebiet 86.
[0059] Anschließend wird das entspannte und aus der Expansionseinrichtung 56 austretende
Arbeitsmedium in einem Schritt 98 des Kondensierens mittels der Kondensationseinrichtung
62 isobar kondensiert und erreicht damit wieder seinen Ausgangszustand im Kreisprozess
16.
[0060] Fig. 3 zeigt eine Sättigungsdampfdruckkurve bzw. Dampfdrucklinie bzw. Dampfkurve
100 des im Kreisprozess 16 geführten Arbeitsmediums, vorliegend die Dampfkurve 100
von Ammoniak. Dabei ist an der Ordinatenachse der Druck und an der Abszissenachse
die Temperatur aufgetragen. Die gekrümmte Linie gibt die Dampfkurve 100 des Arbeitsmediums
wieder und ist die Phasengrenzlinie zwischen flüssigem und gasförmigem Arbeitsmedium.
Dementsprechend kann an der Dampfkurve 100 abgelesen werden, welcher Sattdampftemperaturwert
einem jeweiligen Druck des Arbeitsmediums zugehörig ist, bei dem gasförmiges Arbeitsmedium
zu kondensieren beginnt. Zum niedrigeren Druck 20 gehört der Sattdampftemperaturwert
102, der für Ammoniak einen Wert von 23 °C bei einem niedrigeren Druck 20 von 8,4
bar hat.
[0061] Fig. 4 und Fig. 7 zeigen einen Ausschnitt der Vorrichtung 10, bei der im Unterschied
zur Vorrichtung 12 gemäß Fig. 1 eine Einstelleinrichtung 104 zum Einstellen der Abdampftemperatur
des Arbeitsmediums nach dem Schritt 96 des Expandierens vorgesehen ist. Mittels der
Einstelleinrichtung 104 wird die Abdampftemperatur auf einen definierten Abdampftemperaturwert
106 oberhalb des dem niedrigeren Druck 20 zugehörigen Sattdampftemperaturwerts 102
eingestellt. Der definierte Abdampftemperaturwert 106 liegt dabei zwischen 4 K und
8 K oberhalb des dem niedrigeren Druck 20 zugehörigen Sattdampftemperaturwerts 102.
[0062] Gemäß Fig. 4 umfasst die Einstelleinrichtung 104 eine Dampfzuführung 108 zum Zuführen
von Dampf während des Schrittes 96 des Expandierens in jede Expansionseinrichtung
56. Das derartige Zuführen von Dampf wird auch als Zwischeneinspritzung bezeichnet.
Mit einer solchen Dampfzuführung 108 kann die Temperatur des Arbeitsmedium-Dampfes
beim Expandieren derart erhöht werden, dass die Abdampftemperatur des Arbeitsmediums
nach dem Schritt 96 den definierten Abdampftemperaturwert 106 aufweist.
[0063] Dazu ist die Dampfzuführung 108 mit jeweils einer Dampfzuführleitung 110 und einem
darin angeordneten zusätzlichen Eintrittsventil 112 gestaltet, die in Kreislaufrichtung
24 nach dem Eintrittsventil 54 in die zugehörige Expansionseinrichtung 56 führen.
Zudem ist die Dampfzuführleitung 110 fluidleitend mit der Leitung 52 verbunden. Derart
verbunden, kann der mittels des zweiten Wärmeübertragers 34 überhitzte Arbeitsmedium-Dampf
aus der Leitung 52 durch das zusätzliche Eintrittsventil 112 in die Expansionseinrichtung
56 geleitet werden. Dabei wird der überhitzte Arbeitsmedium-Dampf in einem fortgeschrittenen
Stadium, insbesondere gegen Ende des Schrittes 96 des Expandierens in die Expansionseinrichtung
56 geleitet.
[0064] Ferner umfasst die Einstelleinrichtung 104 gemäß Fig. 4 jeweils ein zu jeder Expansionseinrichtung
56 gehöriges Temperaturmesselement 114, das in Kreislaufrichtung 24 nach dem Expandieren
kurz nach jedem Ölabscheider 70 angeordnet ist. Derart angeordnet, ist mittels des
Temperaturmesselements 114 die Abdampftemperatur des Arbeitsmediums bestimmbar. Zudem
sind ein in Kreislaufrichtung 24 kurz vor der Kondensationseinrichtung 62 angeordnetes
Temperaturmesselement 116 und ein kurz davor angeordnetes Druckmesselement 118 vorgesehen.
[0065] Das der Kondensationseinrichtung 62 zugehörige Druckmesselement 118 und Temperaturmesselement
116 sind mit jeweils dem zu einer Expansionseinrichtung 56 gehörigen Temperaturmesselement
114 gekoppelt. Dazu sind die Messwerte in jeweils eine zu jeder Expansionseinrichtung
56 gehörige Regeleinrichtung 120 übertragbar. Die Regeleinrichtung 120 öffnet und
schließt das zusätzliche Eintrittsventil 112 dann zum Zuführen von Dampf in die Expansionseinrichtung
56 in Abhängigkeit des Messergebnisses.
[0066] Dazu wird mit dem Druckmesselement 118 jeweils ein im Kreisprozess 16 aktuell gültiger
Druckwert des niedrigeren Drucks 20 kurz vor der Kondensationseinrichtung 62 gemessen.
Der niedrigere Druck 20 kann je nach Eintrittsdruckwert des erhöhten Drucks 28 in
die Expansionseinrichtung 56 und je nach Kondensationstemperatur der Kondensationseinrichtung
62 variieren.
[0067] Entsprechend des gemessenen Druckwerts des niedrigeren Drucks 20 ergibt sich gemäß
der in der Regeleinrichtung 120 hinterlegten Dampfkurve 100 der zugehörige aktuell
gültige Sattdampftemperaturwert 102. Je nach gültigem Sattdampftemperaturwert 102
wird mittels der Regeleinrichtung 120 das zusätzliche Eintrittsventil 112 so lange
und/oder so weit geöffnet, bis mit dem Temperaturmesselement 114 der definierte Abdampftemperaturwert
106 gemessen wird. Je nach Zeitdauer und Öffnungsweite des Eintrittsventils 112 wird
damit eine entsprechende Menge an zusätzlichem Dampf zugeführt, bis der definierte
Abdampftemperaturwert 106 erreicht und insbesondere konstant gehalten ist.
[0068] Alternativ oder zusätzlich kann mit dem Temperaturmesselement 116 der Temperaturwert
des Arbeitsmediums vor der Kondensationseinrichtung 62 bestimmt werden. Dieser gemessene
Temperaturwert entspricht einem aktuell gültigen Sattdampftemperaturwert 102, der
von einer Kühlkapazität der Kondensationseinrichtung 62 abhängig ist. Die Kühlkapazität
kann entsprechend der Temperatur des Kühlmittels variieren. Insbesondere wenn das
Kühlmittel bautechnisch besonders einfach und kostengünstig Luft aus der Umgebung
ist, ist die Kühlkapazität direkt von der herrschenden Außentemperatur abhängig. Je
nach gemessenem, aktuell gültigem Sattdampftemperaturwert 102 wird mittels der Regeleinrichtung
120 das zusätzliche Eintrittsventil 112 so lange und/oder so weit geöffnet, bis mit
dem Temperaturmesselement 114 der definierte Abdampftemperaturwert 106 gemessen wird.
[0069] In Abhängigkeit des gemessenen, aktuell gültigen Sattdampftemperaturwerts 102 ist
gemäß der Dampfkurve 100 der zugehörige Sattdampfdruckwert bestimmbar. Dieser Sattdampfdruckwert
entspricht dem geltenden niedrigeren Druck 20.
[0070] In Fig. 5 sind im Unterschied zum Diagramm gemäß Fig. 2 zusätzlich Linien eingetragen,
die den Isothermen entsprechen, also Linien gleicher Temperatur. Dabei bezeichnet
122 die 20 °C-Isotherme 122 und 124 die 30 °C-Isotherme 124. Zudem ist entlang des
Schrittes 96 erkennbar, wie sich die Temperatur des Arbeitsmediums beim Zuführen von
überhitztem Arbeitsmedium-Dampf gegen Ende des Expandierens mittels der Dampfzuführung
108 erhöht. Bei Erreichen des niedrigeren Drucks 20 hat das Arbeitsmedium den definierten
Abdampftemperaturwert 106 oberhalb des dem niedrigeren Druck 20 zugehörigen Sattdampftemperaturwerts
102. Damit befindet sich der Endpunkt des Schrittes 96 relativ weit außerhalb des
Nassdampfgebiets 86, sodass ein Kondensat im Abdampf zuverlässig vermieden ist. Bei
Ammoniak weist der definierte Abdampftemperaturwert 106 etwa 28 °C auf und liegt damit
etwa 5 K oberhalb des Sattdampftemperaturwerts 102 von etwa 23 C bei dem niedrigeren
Druck 20 von etwa 8,4 bar.
[0071] Fig. 6 zeigt die Expansionseinrichtung 56, die in der Vorrichtung 10 gemäß Fig. 4
verwendet und mit einer Drehschiebermaschine als Verdrängermaschine gestaltet ist.
Die Drehschiebermaschine ist ein Umlaufkolbenexpander, der entgegengesetzt eines Umlaufkolbenverdichters
arbeitet und vorliegend ein Flügelzellenexpander ist.
[0072] Ein solcher Flügelzellenexpander weist ein Ringgehäuse 126 mit einem Einlass 128
und einem Auslass 130 auf. Der Einlass 128 dient zum Einlassen des unter dem erhöhten
Druck 28 stehenden Arbeitsmedium-Dampfes und der Auslass 130 zum Auslassen des expandierten
Arbeitsmedium-Dampfes. Dabei ist jede Strömungsrichtung des Arbeitsmedium-Dampfes
mit einem Strömungspfeil angedeutet. Das Ringgehäuse 126 ist mit einem zylinderförmigen
Hohlzylinder gebildet, dessen innere Mantelfläche eine innere Ringwand 132 bildet.
Im Ringgehäuse 126 ist exzentrisch zur Achse des Hohlzylinders ein Drehkolben 134
zentrisch um eine Welle 136 rotierbar gelagert. Der Drehkolben 134 umfasst entlang
seiner Längserstreckung acht Nuten 138, in denen jeweils ein zugehöriger Schieber
140 radial hin und her verschiebbar gelagert ist.
[0073] Zum Begrenzen des Ringgehäuses 126 sind in axialer Richtung zwei gegenüberliegende,
nicht dargestellte Begrenzungsflächen vorgesehen. Die beiden Begrenzungsflächen grenzen
zusammen mit dem Drehkolben 134, der inneren Ringwand 132 und den acht Schiebern 140
acht Zellen 142 mit jeweils einem variablen Volumen 144 ab.
[0074] Das einzelne variable Volumen 144 ist dadurch gebildet, dass der jeweilige Schieber
140 im Laufe einer Rotation durch wirkende Fliehkräfte abdichtend gegen die Ringwand
132 gedrückt wird. Dadurch, dass der Drehkolben 134 im Ringgehäuse 126 exzentrisch
gelagert ist, variiert während der Rotationsbewegung der Abstand zwischen dem Drehkolben
134 und der Ringwand 132. Deswegen wird der jeweilige Schieber 140 beim Drehen in
der zugehörigen Nut 138 hin und her geschoben. Bei einem sich vergrößernden Abstand
wird der Schieber 140 aus der zugehörigen Nut 138 ausgeschoben, bis das Maximum des
Abstands und damit auch das Volumenmaximum des Volumens 144 erreicht ist. Daran anschließend
verkleinert sich der Abstand wieder und der Schieber 140 wird beim Entlanggleiten
an der Ringwand 132 sozusagen von der Ringwand 132 in die zugehörige Nut 138 eingeschoben,
bis das Minimum des Abstands und damit auch das Volumenminimum des Volumens 144 erreicht
ist.
[0075] Das variable Volumen 144 nimmt während der Rotationsbewegung vom Einlass 128 bis
zum Auslass 130 zu, sodass beim Durchleiten des von unter dem erhöhten Druck 28 stehenden
Arbeitsmedium-Dampfes dieser Arbeitsmedium-Dampf expandiert wird. Beim Expandieren
drückt der Arbeitsmedium-Dampf in Umlaufrichtung gegen jeweils einen Schieber 140,
sodass die Rotationsbewegung in Gang gesetzt und gehalten wird. Damit wird die Welle
136 angetrieben, die ihrerseits den Generator 58 zum Erzeugen von elektrischem Strom
antreibt.
[0076] Das variable Volumen 144 jeder Zelle 142 ist dabei in seiner Größe von einem der
Rotationsbewegung zugehörigen Drehwinkel abhängig, der in einzelne aufeinanderfolgende
Drehwinkelzonen eingeteilt werden kann. So weist das Volumen 144 in einer Drehwinkelzone
146 sein Volumenminimum auf. Am Einlass 128 nimmt das Volumen 144 in einer Drehwinkelzone
148 während des Einströmens des verdichteten Arbeitsmedium-Dampfes langsam zu und
wird in der Drehwinkelzone 150 bis zu seinem Volumenmaximum entspannt. Beim Entspannen
sinkt die Temperatur des Arbeitsmedium-Dampfes. Vor Erreichen des Volumenmaximums
wird durch die Dampfzuführleitung 110 hindurch mittels der Dampfzuführung 108 überhitzter
Arbeitsmedium-Dampf in jede Zelle 142 zugeführt bzw. zwischeneingespritzt. Dank des
zwischeneingespritzten Arbeitsmedium-Dampfes wird die Temperatur des sich entspannenden
Arbeitsmedium-Dampfes so weit angehoben, dass die Abdampftemperatur des durch den
Auslass 130 austretenden Arbeitsmedium-Dampfes den definierten Abdampftemperaturwert
106 aufweist. Der derart zwischenerhitzte und am Volumenmaximum entspannte Arbeitsmedium-Dampf
strömt anschließend in einer Drehwinkelzone 152 bis auf ein kleines Restvolumen aus
dem Auslass 130 aus. Der durch den Auslass 130 austretende Arbeitsmedium-Dampf jeder
Zelle 142 ist dabei der durch den Einlass 128 eingelassene Arbeitsmedium-Dampf zusammen
mit dem zwischeneingespritzten Arbeitsmedium-Dampf. Das Restvolumen verbleibt in der
jeweiligen Zelle 142 und wird über die Drehwinkelzone 146 verdichtet bis am Einlass
128 erneut komprimierter Arbeitsmedium-Dampf einströmt. Dieser Vorgang wiederholt
sich periodisch.
[0077] Das Expansionsverhältnis, das heißt das Verhältnis zwischen dem Volumen 144 am Einlass
128 und dem Volumen 144 am Auslass 130 ist auf 1 zu 3 bis 1 zu 4 eingestellt und damit
für das Arbeitsmedium Ammoniak speziell angepasst.
[0078] Zum Abdichten und Schmieren der zwischen der jeweiligen Nut 138 und des zugehörigen
Schiebers 140 auftretenden radialen und axialen Schieberspalten ist die Ölzuführleitung
66 zum Zuführen von Öl vorgesehen (Fig. 4). Mit dem Öl ist speziell auch die Lauffläche
des Schiebers 140 entlang der Ringwand 132 abgedichtet und geschmiert. Das Öl vermischt
sich beim Expandieren des Arbeitsmedium-Dampfes wie bereits beschrieben mit dem Arbeitsmedium-Dampf
und ist durch die Abdampfleitung 60 durch den Ölabscheider 70 aus der Expansionseinrichtung
56 wieder abzuführen. Im Ölabscheider 70 scheidet sich das Öl wieder um Arbeitsmedium-Dampf
ab. Dadurch, dass im abgeschiedenen Öl mittels der Vorrichtungen 10 gemäß Fig. 4 und
Fig. 7 ein Anteil an flüssigem Arbeitsmedium zuverlässig vermieden wird, kann der
ansonsten erforderliche Ölheizer 76 gemäß Fig. 1 kosten- und energiesparend entfallen.
[0079] Bei der Vorrichtung 10 gemäß Fig. 7 ist mittels der Einstelleinrichtung 104 ein Gegendruck
auf das Arbeitsmedium derart zu erzeugen, dass die Abdampftemperatur des expandierten
Arbeitsmediums den definierten Abdampftemperaturwert 106 oberhalb des dem niedrigeren
Druck 20 zugehörigen Sattdampftemperaturwerts 102 aufweist. Dazu ist ein Ventil bzw.
Abdampfregelventil 154 als Sperrelement 156 vorgesehen, mit dem die Abdampfleitung
60 abgesperrt werden kann. Derart abgesperrt, wird ein Abbau von Druck des Arbeitsmediums
in Kreislaufrichtung 24 verhindert. Das Arbeitsmedium wird in der Abdampfleitung 60
entgegen der Kreislaufrichtung 24 bzw. der Strömungsrichtung angestaut, wodurch der
gewünschte Gegendruck erzeugt werden kann. Mit einem Öffnen des Abdampfregelventils
154 kann der Gegendruck bei Bedarf wieder abgebaut werden.
[0080] Zum Regeln des Abdampfregelventils 154 umfasst die Einstelleinrichtung 104 der Vorrichtung
10 gemäß Fig. 7 das Temperaturmesselement 114 nach dem Expandieren in Kreislaufrichtung
24 kurz vor dem Abdampfregelventil 154. Nach dem Abdampfregelventil 154 und kurz vor
der Kondensationseinrichtung 62 ist das Temperaturmesselement 116 angeordnet, mit
dem dort der aktuell gültige Sattdampftemperaturwert 102 des Arbeitsmediums, wie zu
Fig. 4 beschrieben, bestimmbar ist. Zudem ist das Druckmesselement 118 in Kreislaufrichtung
24 nach dem Abdampfregelventil 154 und kurz vor der Kondensationseinrichtung 62 vorgesehen.
Mit dem Druckmesselement 118 kann jeweils ein im Kreisprozess 16 aktuell gültiger
Druckwert des niedrigeren Drucks 20 kurz vor der Kondensationseinrichtung 62 entsprechend
den Ausführungen zu Fig. 4 gemessen werden.
[0081] Die Temperaturmesselemente 114 und 116 sowie das Druckmesselement 118 sind messwertübertragend
mit der Regeleinrichtung 120 gekoppelt, die das Abdampfregelventil 154 je nach Messergebnis
verschließt oder öffnet. Entsprechend des gemessenen Druckwerts des niedrigeren Drucks
20 und damit des aktuell gültigen Sattdampfdrucks ergibt sich gemäß der in der Regeleinrichtung
120 hinterlegten Dampfkurve 100 der zugehörige aktuell gültige Sattdampftemperaturwert
102. Je nach gültigem Sattdampftemperaturwert 102 wird mittels der Regeleinrichtung
120 das Abdampfregelventil 154 so lange und/oder so weit geschlossen, bis mit dem
Temperaturmesselement 114 bzw. 116 der definierte Abdampftemperaturwert 106 gemessen
wird.
[0082] In Fig. 8 ist ersichtlich, dass mittels des Abdampfregelventils 154 der Abdampfdruck
auf einen ersten niedrigeren Druck 158 angehoben wird, der etwas höher ist als der
niedrigere Druck 20. Damit wird der überhitzte Arbeitsmedium-Dampf mittels der Expansionseinrichtung
56 in einer ersten Expansionsstufe 160 zunächst auf den ersten niedrigeren Druck 158
entspannt. Bei Ammoniak liegt dieser erste niedrigere Druck 158 etwa 12 bar. Diesem
ersten niedrigeren Druck 158 ist gemäß der Dampfkurve 100 eine Sattdampftemperatur
von etwa 33 °C zugehörig.
[0083] In Kreislaufrichtung 24 nach dem Abdampfregelventil 154 wird der erste niedrigere
Druck 158 dann in einer zweiten Expansionsstufe 162 auf einen zweiten niedrigeren
Druck restentspannt, der dem den niedrigeren Druck 20 entspricht. Der niedrigere Druck
20 ist der Kondensationsdruck des Arbeitsmediums, das heißt der Druck, bei dem das
Arbeitsmedium in der Kondensationseinrichtung 62 kondensiert wird. Der Fig. 8 kann
entnommen werden, dass die Temperatur des Arbeitsmediums nach dem Restentspannen beim
niedrigeren Druck 20 den definierten Abdampftemperaturwert 106 oberhalb der dem niedrigeren
Druck 20 zugehörigen Sattdampftemperaturwert 102 aufweist. Der Endpunkt des Schrittes
96 befindet sich also außerhalb des Nassdampfgebiets 86, womit ein Kondensieren des
Arbeitsmedium-Dampfes verhindert ist.
[0084] In einem weiteren nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Druckerhöhungsreinrichtung
26 mit einer Dampfpumpe gestaltet. Die Dampfpumpe dient zum Erhöhen des Druckes auf
das Arbeitsmedium unter Einwirkung von Dampf auf das Arbeitsmedium. Dazu ist die Dampfpumpe
wärmeübertragend mittels der Wärmeübertragungseinrichtung 30 und eines Dampfüberführmittels
an die Wärmequelle 14 gekoppelt. Der mit der Wärmeübertragungseinrichtung 30 gebildete
Arbeitsmedium-Dampf ist zum Teil von dem Dampfüberführmittel in die Dampfpumpe zu
überführen. Damit kann die thermische Energie der Wärmequelle 14 besonders gut ausgenutzt
werden und zudem eine ansonsten erforderliche elektrische Energie für die Druckerhöhungsreinrichtung
26 eingespart werden. Insgesamt kann der Wirkungsgrad nochmals erhöht werden.
[0085] Zudem kann mittels der erfindungsgemäßen Lösung auch ein Trocknungsprozess zum Trocknen
eines Stoffes energetisch optimiert werden. Dazu wird freiwerdende Energie des Schrittes
98 des Kondensierens des Arbeitsmediums energieübertragend mit dem Trocknungsprozess
gekoppelt. Zusätzlich werden zum Trocknen des Stoffes als weitere Wärmequellen 14
und 17 die Motorabwärme und die Abgasabwärme eines Verbrennungsprozesses von Brennstoff,
insbesondere von Biogas, genutzt.
Bezugszeichenliste
[0086]
- 10
- Vorrichtung zum Umwandeln von thermischer Energie
- 12
- Verfahren
- 14
- Wärmequelle
- 16
- thermodynamischer Kreisprozess
- 17
- Wärmequelle
- 18
- Sammelbehälter
- 20
- niedrigerer Druck
- 22
- Leitung
- 24
- Kreislaufrichtung
- 26
- Druckerhöhungseinrichtung
- 28
- erhöhter Druck
- 30
- Wärmeübertragungseinrichtung
- 32
- erster Wärmeübertrager
- 34
- zweiter Wärmeübertrager
- 36
- Leitung
- 38
- Leitung
- 40
- Abscheider
- 42
- unterer Raumbereich
- 44
- oberer Raumbereich
- 46
- Leitung
- 48
- Leitung
- 50
- Leitung
- 52
- Leitung
- 54
- Eintrittsventil
- 56
- Expansionseinrichtung
- 58
- Generator
- 60
- Leitung bzw. Abdampfleitung
- 62
- Kondensationseinrichtung
- 64
- Ölversorgungskreislauf
- 66
- Ölzuführleitung bzw. Zuführeinrichtung
- 68
- Öleintrittsventil
- 70
- Ölabscheider
- 71
- Trennelement
- 72
- Ölabfuhrleitung
- 74
- Ölsammelbehälter
- 76
- Ölheizer
- 78
- Dampfleitung
- 80
- Ölpumpe
- 82
- Heizkreislaufleitung
- 83
- Logarithmus Druck
- 84
- Enthalpie
- 85
- Phasengrenzlinie
- 86
- Nassdampfgebiet
- 88
- Schritt des Erhöhens von Druck
- 90
- Schritt des Vorerwärmens
- 92
- Schritt des Verdampfens
- 94
- Schritt des Überhitzens
- 96
- Schritt des Expandierens
- 98
- Schritt des Kondensierens
- 100
- Dampfkurve
- 102
- Sattdampftemperaturwert
- 104
- Einstelleinrichtung
- 106
- definierter Abdampftemperaturwert
- 108
- Dampfzuführung
- 110
- Dampfzuführleitung
- 112
- Eintrittsventil
- 114
- Temperaturmesselement
- 116
- Temperaturmesselement
- 118
- Druckmesselement
- 120
- Regeleinrichtung
- 122
- Isotherme bei 20 °C
- 124
- Isotherme bei 30 °C
- 126
- Ringgehäuse
- 128
- Einlass
- 130
- Auslass
- 132
- innere Ringwand
- 134
- Drehkolben
- 136
- Welle
- 138
- Nut
- 140
- Schieber
- 142
- Zelle
- 144
- Volumen
- 146
- Drehwinkelzone
- 148
- Drehwinkelzone
- 150
- Drehwinkelzone
- 152
- Drehwinkelzone
- 154
- Ventil bzw. Abdampfregelventil
- 156
- Sperrelement
- 158
- erster niedrigerer Druck
- 160
- erste Expansionsstufe
- 162
- zweite Expansionsstufe
1. Vorrichtung (10) zum Umwandeln von thermischer Energie aus einer Wärmequelle (14,
17) in mechanische Energie mittels eines thermodynamischen Kreisprozesses (16) mit
- einem Arbeitsmedium, das in dem Kreisprozess (16) geführt und dabei einem wechselnden
Druck ausgesetzt ist, wobei dem jeweiligen Druck ein Sattdampftemperaturwert des Arbeitsmediums
zugehörig ist, sowie
- einer Expansionseinrichtung (56) zum Expandieren des Arbeitsmediums von einem erhöhten
Druck (28) auf einen niedrigeren Druck (20), wobei das Arbeitsmedium nach dem Expandieren
auf den niedrigeren Druck (20) eine Abdampftemperatur aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Einstelleinrichtung (104) zum Einstellen der Abdampftemperatur auf einen definierten
Abdampftemperaturwert (106) oberhalb des dem niedrigeren Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts
(102) vorgesehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der definierte Abdampftemperaturwert (106) zwischen 2 K und 12 K, bevorzugt zwischen
4 K und 8 K sowie besonders bevorzugt zwischen 5 K und 6 K oberhalb des dem niedrigeren
Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts (102) liegt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Einstelleinrichtung (104) eine Temperatur des Arbeitsmediums derart zu
erhöhen ist, dass die Abdampftemperatur den definierten Abdampftemperaturwert (106)
oberhalb des dem niedrigeren Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts (102)
aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Einstelleinrichtung (104) die Temperatur des Arbeitsmediums innerhalb
der Expansionseinrichtung (56) zu erhöhen ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einstelleinrichtung (104) eine Dampfzuführung (108) zum Zuführen von Dampf zum
Arbeitsmedium umfasst, wobei der Dampf insbesondere überhitzter Dampf ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Dampf ein Dampf des Arbeitsmediums ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Einstelleinrichtung (104) ein Gegendruck auf das Arbeitsmedium derart
zu erzeugen ist, dass die Abdampftemperatur den definierten Abdampftemperaturwert
(106) oberhalb des dem niedrigeren Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts
(102) aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einstelleinrichtung (104) zum Erzeugen des Gegendrucks auf das Arbeitsmedium
ein Sperrelement (156) umfasst, das insbesondere mit einem Ventil (154) zum wahlweisen
Öffnen und Verschließen einer das Arbeitsmedium führenden Leitung (60) gestaltet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsmedium in einer Kreislaufrichtung (24) geführt ist und in Kreislaufrichtung
(24) nach der Expansionseinrichtung (56) eine Kondensationseinrichtung (62) zum Kondensieren
des expandierten Arbeitsmediums vorgesehen ist, wobei die Einstelleinrichtung (104)
ein Temperaturmesselement (114, 116) zum Messen einer Temperatur des Arbeitsmediums
in Kreislaufrichtung (24) nach dem Expandieren und vor dem Kondensieren und/oder ein
Druckmesselement (118) zum Messen des Druckes des Arbeitsmediums in Kreislaufrichtung
(24) nach dem Expandieren und vor dem Kondensieren umfasst.
10. Verfahren (12) zum Umwandeln von thermischer Energie aus einer Wärmequelle (14, 17)
in mechanische Energie mittels eines thermodynamischen Kreisprozesses (16) mit einem
Arbeitsmedium, das in dem Kreisprozess (16) geführt und dabei einem wechselnden Druck
ausgesetzt wird, wobei dem jeweiligen Druck ein Sattdampftemperaturwert des Arbeitsmediums
zugehörig ist,
sowie einem Schritt (96) des Expandierens des Arbeitsmediums von einem erhöhten Druck
(28) auf einen niedrigeren Druck (20), wobei das Arbeitsmedium nach dem Expandieren
auf den niedrigeren Druck (20) eine Abdampftemperatur aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abdampftemperatur auf einen definierten Abdampftemperaturwert (106) oberhalb
des dem niedrigeren Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts (102) eingestellt
wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Vorrichtung (10) zum Umwandeln von thermischer Energie aus einer Wärmequelle (14,
17) in mechanische Energie mittels eines thermodynamischen Kreisprozesses (16) mit
- einem Arbeitsmedium, das in dem Kreisprozess (16) geführt und dabei einem wechselnden
Druck ausgesetzt ist, wobei dem jeweiligen Druck ein Sattdampftemperaturwert des Arbeitsmediums
zugehörig ist, sowie
- einer Expansionseinrichtung (56) zum Expandieren des Arbeitsmediums von einem erhöhten
Druck (28) auf einen niedrigeren Druck (20), wobei das Arbeitsmedium nach dem Expandieren
auf den niedrigeren Druck (20) eine Abdampftemperatur aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Einstelleinrichtung (104) zum Einstellen der Abdampftemperatur auf einen definierten
Abdampftemperaturwert (106) oberhalb des dem niedrigeren Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts
(102) vorgesehen ist, wobei die Einstelleinrichtung (104) eine Dampfzuführung (108)
zum Zuführen von überhitztem Dampf zum Arbeitsmedium umfasst.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der definierte Abdampftemperaturwert (106) zwischen 2 K und 12 K, bevorzugt zwischen
4 K und 8 K sowie besonders bevorzugt zwischen 5 K und 6 K oberhalb des dem niedrigeren
Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts (102) liegt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Einstelleinrichtung (104) eine Temperatur des Arbeitsmediums derart zu
erhöhen ist, dass die Abdampftemperatur den definierten Abdampftemperaturwert (106)
oberhalb des dem niedrigeren Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts (102)
aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Einstelleinrichtung (104) die Temperatur des Arbeitsmediums innerhalb
der Expansionseinrichtung (56) zu erhöhen ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Dampf ein Dampf des Arbeitsmediums ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Einstelleinrichtung (104) ein Gegendruck auf das Arbeitsmedium derart
zu erzeugen ist, dass die Abdampftemperatur den definierten Abdampftemperaturwert
(106) oberhalb des dem niedrigeren Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts
(102) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einstelleinrichtung (104) zum Erzeugen des Gegendrucks auf das Arbeitsmedium
ein Sperrelement (156) umfasst, das insbesondere mit einem Ventil (154) zum wahlweisen
Öffnen und Verschließen einer das Arbeitsmedium führenden Leitung (60) gestaltet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das Arbeitsmedium in einer Kreislaufrichtung (24) geführt ist und in Kreislaufrichtung
(24) nach der Expansionseinrichtung (56) eine Kondensationseinrichtung (62) zum Kondensieren
des expandierten Arbeitsmediums vorgesehen ist, wobei die Einstelleinrichtung (104)
ein Temperaturmesselement (114, 116) zum Messen einer Temperatur des Arbeitsmediums
in Kreislaufrichtung (24) nach dem Expandieren und vor dem Kondensieren und/oder ein
Druckmesselement (118) zum Messen des Druckes des Arbeitsmediums in Kreislaufrichtung
(24) nach dem Expandieren und vor dem Kondensieren umfasst.
9. Verfahren (12) zum Umwandeln von thermischer Energie aus einer Wärmequelle (14, 17)
in mechanische Energie mittels eines thermodynamischen Kreisprozesses (16) mit einem
Arbeitsmedium, das in dem Kreisprozess (16) geführt und dabei einem wechselnden Druck
ausgesetzt wird, wobei dem jeweiligen Druck ein Sattdampftemperaturwert des Arbeitsmediums
zugehörig ist,
sowie einem Schritt (96) des Expandierens des Arbeitsmediums von einem erhöhten Druck
(28) auf einen niedrigeren Druck (20), wobei das Arbeitsmedium nach dem Expandieren
auf den niedrigeren Druck (20) eine Abdampftemperatur aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Abdampftemperatur auf einen definierten Abdampftemperaturwert (106) oberhalb
des dem niedrigeren Druck (20) zugehörigen Sattdampftemperaturwerts (102) eingestellt
wird, wobei überhitzter Dampf zum Arbeitsmedium zugeführt wird.