[0001] Die Erfindung betrifft eine Flüssigkeitspumpe, und bezieht sich insbesondere auf
eine okklusive Peristaltikpumpe bzw. peristaltische Pumpe zum Fördern von Blut, steriler
Dialysierflüssigkeit, 0,9% Salzlösung und dergleichen, allgemein auch von Medikamenten
und/oder im Rahmen einer extrakorporalen Blutbehandlung zu pumpenden Flüssigkeiten,
bei der eine Okklusion eines flüssigkeitsführenden Schlauchs durch eine federbeaufschlagte
Rolle gegen eine rund geformte Lauffläche erfolgt.
[0002] Die Funktion einer peristaltischen Pumpe beruht allgemein auf Druck und Entlastung,
die alternierend auf einen Hohlleiter, beispielsweise einen Schlauch oder ein Rohr,
einwirken.
[0003] Zumindest ein rotierendes Element, beispielsweise in Form eines Schuhs oder einer
Rolle, läuft Druck auf den Hohlleiter ausübend und zyklisch so entlang eines vorbestimmten
Teilstücks des Hohlleiters, dass dessen Öffnungsgrad geringer und eine Abdichtwirkung
zwischen der Ansaug- und Auslassseite der Pumpe erzeugt wird. Ohne Druckeinwirkung,
d. h. nachdem das rotierende Element das vorbestimmte Teilstück des Hohlleiters passiert
hat, kehrt der Hohlleiter in seinen ursprünglichen Zustand zurück und bildet sich
ein Vakuum, das sich in dem Hohlleiter befindenden Inhalt in den Hohlleiter saugt
und einen zu pumpenden Stoff in die Pumpe zieht. Häufig sind dazu für einen pulsationsarmen
Volumenstrom und eine geringere mechanische Belastung des Hohlleiters rotierende Elemente
zueinander versetzt und umlaufend angeordnet.
[0004] Bekannte okklusive Peristaltikpumpen sind beispielsweise solche, bei welchen zumindest
eine Rolle durch eine Feder an einer Schwinge mit einer Kraft beaufschlagt wird. Die
Schwinge ist dabei mittels eines zusätzlichen Bolzens an einem Grundkörper angebracht
und als Hebel beweglich angeordnet. Die Lagerung der Rolle befindet sich in der Schwinge.
Die Feder befindet sich auf Höhe der Rolle oder weiter hinter der Rolle. Eine Kraftübertragung
geschieht durch Formschluss oder Kraftschluss, wobei die Kraftübertragung ohne Umgreifen
einsetzen kann bzw. eine selbstständige Ausrichtung bei Einsetzen der Kraftübertragung
erfolgen kann. Bajonettverschlüsse ohne Selbstzentrierung mit separater Klappe oder
mit ungefederter Kappe können vorgesehen sein.
[0005] Nachteilig bei den bekannten Anordnungen ist insbesondere, dass die Rolle zur Okklusion
des Schlauchs über eine gelenkig gelagerte Schwinge als Hebel mit Federkraft beaufschlagt
wird, woraus eine erhöhte Anzahl notwendiger Teile, ein größerer Bearbeitungsaufwand
und ein erhöhter Montageaufwand resultieren.
[0006] Der Erfindung liegt daher als eine Aufgabe zugrunde, eine Pumpe der vorgenannten
Art bereitzustellen, bei welcher eine federnde Lagerung zumindest der der Andruckrolle
ohne Verschlechterung des Behandlungsergebnisses kostengünstig realisierbar ist.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der beigefügten
Unteransprüche.
[0008] In Übereinstimmung mit einer allgemeinen erfinderischen Idee ist bei einer okklusiven
Peristaltikpumpe anstelle einer Schwinge eine Linearführung in beispielsweise zumindest
einem Gehäuseabschnitt, beispielsweise einem Deckelabschnitt und/oder einem Bodenabschnitt
des Gehäuses eines Pumpenläufers, angeordnet, die keine zusätzlichen Lagerungen erfordert.
Eine für den Druckaufbau zur Okklusion vorgesehene Feder ist direkt hinter der Andruckrolle
angeordnet. Ein Winkel der Linearführung ist durch die Bestimmung der Kraftrichtung
und der Kraftgröße zur Okklusion des Schlauchs festgelegt.
[0009] Die Linearführung der Schwinge ist in Richtung der aufzuwendenden Okklusionskraft
angebracht, wobei der Winkel der Linearführung vorzugsweise im Bereich von 35° bis
55° zu liegen kommt und ein Optimum bei 42° erwartet wird. Dieser Winkel liegt zwischen
einer Okklusionsstelle des Schlauchs und einem Anschlagpunkt bzw. Lagerpunkt einer
Antriebswelle der Pumpe. Die Linearführung kann zur Kompensation einer Ausformschräge
beispielsweise eines Radius einer Umlaufwandung angeschrägt sein. Die zusätzliche
Kraftkomponente durch das Anschrägen kann durch Lagerung innerhalb eines Getriebes
aufgenommen werden. Um Verschleiß an der Linearführung zu minimieren, kann diese beispielsweise
als Profil (z. B. schwalbenschwanzförmig) ausgeführt sein. Alternativ kann eine gerade
Anlage der Schwinge an einem Deckel und/oder Boden schräg ausgeführt sein, um eine
Reibdauer und damit Verschleiß sowie Verklemmen zu verringern. Vorzugsweise kommen
dazu reibungsoptimale Werkstoffpaarungen, d. h. solche mit geringem Reibungskoeffizienten,
zum Einsatz, die ein Verklemmen nicht begünstigen. Beispielsweise kann eine Paarung
von PBT (Polybutylenterephthalat) mit PBT vorgesehen werden, oder kann eine Paarung
von PBT mit PI (Polyimid) + Graphit + PTFE (Polytetrafluorethylen) als ein Insert
bzw. Einsatz oder Formstück in die Führung verwendet werden.
[0010] Vorzugsweise ist zumindest eine Rolle außen gelagert, so dass keine Distanzstücke
benötigt werden, und werden Lager von außen über eine Presspassung gehalten. Die Schwinge
selbst ist vorzugsweise aus Kunststoffspritzguss gefertigt, und die Lagerung wiederum
über eine Presspassung in der Schwinge fixiert. Vorzugsweise werden Deckel (Gleichteile
für Oberseite und Unterseite) durch Zylinderstifte an der Schwinge gehalten.
[0011] Die Feder ist vorzugsweise hinter Schwinge festgelegt, durch einen Zylinderstift
gesichert und über Silikon an Enden eines (kleinen) Zylinderstifts bedämpft. Das aus
Feder und Schwinge bestehende Bauteil ist vormontierbar und kann dadurch vor einem
Einbau auf beispielsweise Einhaltung einer vorbestimmt spezifizierten Federkraft geprüft
werden.
[0012] Ein Grundkörper kann für ein verbessertes Halten der Okklusionskraft an Durchzügen
für die Schwinge mit einem Blech verstärkt sein. In diesem Fall kann eine blechseitige
Ausnehmung eine Montage über einen Bajonettverschluss ermöglichen, der nach einer
Drehung um 90° durch die Federkraft in der Vorspannung sicherbar sein kann.
[0013] Beide Schwingen können so in den Grundkörper (vor)montiert werden. Vorzugsweise erfolgt
eine Vormontage von der Bodenseite her durch Einsetzen der Magnete. Eine Vormontage
des Deckels durch Einsetzen der Kappe für die Kraftübertragung, vorzugsweise mit Federung,
ist möglich. Eine Federung zum Lösen des Formschlusses bei Drücken des entsprechenden
Sicherungsblechs kann vorgesehen sein. Eine Zentrierung des Pumpenläufers ist durch
ein Profil im Boden des Pumpenläufers und ein korrespondierendes Profil auf der Antriebswelle
realisiert. Die Schwingen sind durch das Aufsetzen von Deckel und Boden sicherbar.
[0014] Eine Lauffläche kann für eine produktionsgünstig bessere Zerspanung von Boden und/oder
Deckel trennbar sein, wobei die Verwendung von endgeometrienahem Rohmaterial möglich
ist. Eine Bodenplatte dient gleichzeitig als Deckel eines ein Getriebe aufnehmenden
Getriebeabschnitts. In diesem Bereich kann eine Passung über vorzugsweise Kegelstifte
und eine Fixierung durch Schrauben vorgesehen sein, woraus eine geringere Anzahl an
geometrischen Toleranzen in Bezug auf die Toleranz der Okklusionsstelle resultiert
und größere Toleranzen ausgeglichen werden können. Die Lauffläche kann mit der Bodenplatte
als Spritzguss ausgeführt sein, wobei hierbei die Kompensation der Ausformschräge
durch den Pumpenläufer erfolgen kann oder die Ausformschräge durch Nacharbeit entfernbar
ist. Hier kann ebenfalls die Rückseite des Bodens der Pumpe als Getriebedeckel verwendet
werden.
[0015] Eine außen aufgebrachte Blende kann für funktionelle Unterschiede (Verwendung eines
Multiverbinders bzw. vorbestimmten Schlauchsatzes) ausgelegt sein.
[0016] Erfindungsgemäße Ausführungsformen weisen somit vorteilhaft weniger Teile auf, sind
einfacher montierbar und kostengünstig herstellbar.
[0017] Im Einzelnen wird die Aufgabe gelöst durch eine Flüssigkeitspumpe nach dem Prinzip
einer okklusiven Peristaltikpumpe, beinhaltend: einen in der Flüssigkeitspumpe rotierbaren
Pumpenläufer, bestehend aus einem Grundkörper, einem ersten, oberseitig an dem Grundkörper
festgelegten Deckelelement und einem zweiten, unterseitig an dem Grundkörper festgelegten
Deckelelement; und zumindest ein in dem Grundkörper aufgenommenes Andruckelement mit
einem Andruckkörper zur Okklusion eines flüssigkeitsführenden Hohlleiterabschnitts
gegen eine rund geformte Lauffläche an einem Gehäuseabschnitt der Flüssigkeitspumpe,
wobei das zumindest eine Andruckelement durch das erste Deckelelement und das zweite
Deckelelement in Wirkrichtung einer Okklusionskraft linear geführt wird.
[0018] Bevorzugt weisen das erste und das zweite Deckelelement jeweils zumindest eine gegenüber
dem Grundkörper in Wirkrichtung der Okklusionskraft vorstehende erste Auskragung auf;
weist das zumindest eine Andruckelement gehäuseaußenseitig Ausnehmungen auf, die positionell
der zumindest einen ersten Auskragung an jeweils dem ersten und dem zweiten Deckelelement
entsprechen; und greifen in dem in dem Grundkörper aufgenommenen Zustand des Andruckelements
die ersten Auskragungen dem ersten und dem zweiten Deckelelement in die gehäuseaußenseitigen
Ausnehmungen des Andruckelements ein und bilden eine Linearführung des Andruckelements
aus.
[0019] Bevorzugt ist ein Winkel der Linearführung, der zwischen einer Okklusionsstelle des
Hohlleiters und einem Anschlagpunkt einer Antriebswelle eines Antriebs zur Rotation
des Pumpenläufers besteht, durch die Kraftrichtung und die Kraftgröße zur Okklusion
des Hohlleiters bestimmt und liegt vorzugsweise in einem Bereich von 35° bis 55°,
optimalerweise bei 42°.
[0020] Bevorzugt ist die Linearführung zur Kompensation einer Ausformschräge und/oder zur
Verringerung einer Reibdauer und/oder einer Verklemmungsneigung angeschrägt ausgeformt,
und/oder ist die Linearführung verschleißmindernd in einem vorbestimmten Profil ausgeführt.
[0021] Bevorzugt ist die Linearführung unter Verwendung reibungsoptimaler Werkstoffpaarungen
erzeugt, wobei Werkstoffpaarungen vorzugsweise PBT mit PBT oder PBT mit PI+Graphit+PTFE,
ausgeführt als Insert in die Linearführung, sind.
[0022] Bevorzugt weisen zumindest das erste oder das zweite Deckelelement zumindest eine
gegenüber dem Grundkörper außerhalb der Wirkrichtung der Okklusionskraft und in Rotationsrichtung
vor dem Andruckelement vorstehende zweite Auskragung auf, wobei die zweite Auskragung
dazu angeordnet ist, einen im Nachgang von dem Andruckelement okkludierten Hohlleiterabschnitt
auf Höhe des Andruckkörpers niederzuhalten.
[0023] Bevorzugt ist der Andruckkörper ein rollenförmiges Element aus vorzugweise Metall,
das in dem Andruckelement mittels außenendseitig gehaltenen Presspassungen distanzstückfrei
außengelagert ist.
[0024] Bevorzugt ist der Andruckkörper derart federbeaufschlagt, dass eine Feder einen rückseitigen
Gehäusefortsatz umschließt und in dem Gehäusefortsatz mit einem stiftförmigen Sicherungsmittel
gegen Herausfallen gesichert ist, wobei die Feder vorzugsweise eine Druckfeder ist.
[0025] Bevorzugt weist der Grundkörper zumindest einen Durchzug für zumindest ein Andruckelement
und in dem zumindest einen Durchzug ein Verstärkungselement auf, wobei das Verstärkungselement
ringförmig mit einer Ausnehmung erzeugt ist, die in Wirkverbindung mit dem stiftförmigen
Sicherungsmittel einen Bajonettverschlusses ausbildet, an dem durch Hindurchführen
des stiftförmigen Sicherungsmittels durch die Ausnehmung und sodann Drehung von Andruckelement
mit Sicherungsmittel um 90° in der Vorspannung der Feder durch die Federkraft in der
Vorspannung das Andruckelement sicherbar ist.
[0026] Bevorzugt ist das zweite, unterseitige Deckelelement dazu konfiguriert, vormontierbare
Magnete aufzunehmen und eine Zentrierung des Pumpenläufers durch ein eingearbeitetes
Profil bereitzustellen, das zu einem Profil auf einer Antriebswelle korrespondiert;
ist das erste, oberseitige Deckelelement dazu konfiguriert, vormontierbar ein Kappenelement
für eine Kraftübertragung von einer Antriebswelle und zumindest eine sich gegen den
Grundkörper und/oder das zweite Deckelelement abstützende Feder aufzunehmen; ist zwischen
Grundkörper und erstem Deckelelement ein betätigbares Sicherungselement angeordnet,
das dazu konfiguriert ist, bei seiner Betätigung einen mittels der Feder federbeaufschlagten
Formschluss zwischen Grundkörper und erstem Deckelelement zu lösen; und sind das erste
und das zweite Deckelelement dazu konfiguriert, den zumindest einen Andruckkörper
im auf den Grundkörper ortsfest aufgesetzten Zustand zu sichern.
[0027] Bevorzugt sind der Grundkörper und das erste und das zweite Deckelelement aus einem
spritzgießbaren Kunststoff hergestellt; und beinhaltet ein Gehäuse der Flüssigkeitspumpe
einen ersten Gehäuseteil mit einem Abschnitt, in welchem die rund geformte Lauffläche
erzeugt ist, und zumindest einen zweiten Gehäuseteil, der eine mit dem ersten Gehäuseteil
mechanisch verbindbare Bodenplatte umfasst, die rückseitig als ein Motordeckel und/oder
Getriebedeckel konfiguriert ist, wobei der erste Gehäuseteil und der zumindest eine
zweite Gehäuseteil aus einem zerspanbaren Material hergestellt sind; oder der erste
Gehäuseteil und der zumindest eine zweite Gehäuseteil aus einem spritzgießbaren Kunststoff
hergestellt sind.
[0028] Die Erfindung wird nachstehend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung einer nach dem Prinzip einer okklusiven Peristaltikpumpe
arbeitenden Flüssigkeitspumpe in geöffneter Aufsicht mit verbautem Pumpenläufer, zwei
linear geführten Andruckelementen, rund geformter Lauffläche (Pumpenbett) und eingelegtem
Hohlleiter (Schlauch) gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 2 eine vereinfachte Ansicht eines mehrteiligen Pumpenläufers einer Flüssigkeitspumpe
gemäß dem Ausführungsbeispiel in einem zusammengesetzten Zustand, in dem Andruckelemente
noch nicht bestückt sind;
Fig. 3 eine vereinfachte Detailansicht eines Andruckelements gemäß dem Ausführungsbeispiel;
Fig. 4 eine schematische Aufsicht auf den Pumpenläufer mit daran angeordneten, linear
geführten Andruckelementen gemäß dem Ausführungsbeispiel;
Fig. 5 eine schematische Aufsicht auf den Pumpenläufer gemäß Fig. 4 bei abgenommenem
Deckel gemäß dem Ausführungsbeispiel;
Fig. 6 eine vereinfachte Explosionsansicht einer Konfiguration des Pumpenläufers gemäß
dem Ausführungsbeispiel; und
Fig. 7 eine schematische Ansicht eines Kräftediagramms in dem Ausführungsbeispiel.
[0029] Nachstehend wird zunächst ein grundlegender Aufbau einer Flüssigkeitspumpe nach Art
einer okklusiven Peristaltikpumpe, die beispielsweise als Blutpumpe bei extrakorporaler
Blutbehandlung in oder an einem Gerät für extrakorporaler Blutbehandlung, wie beispielsweise
einer Dialysemaschine, angeordnet sein kann, ohne darauf beschränkt zu sein, unter
Bezugnahme auf die Prinzipdarstellung in Fig. 1 und Fig. 6 beschrieben.
[0030] Fig. 1 zeigt eine Prinzipdarstellung einer Flüssigkeitspumpe 100 in geöffneter Aufsicht
mit verbautem Pumpenläufer 20, zwei linear geführten und als solche identisch aufgebautem
Andruckelementen 40, rund geformter Lauffläche (Pumpenbett) 60 und eingelegtem Hohlleiter
(Schlauch) 80 (in durchbrochener Linie dargestellt) gemäß einem Ausführungsbeispiel.
[0031] Die Flüssigkeitspumpe 100 gemäß dem Ausführungsbeispiel besteht zumindest aus dem
in einem Gehäuse der Flüssigkeitspumpe 100 verbaubaren Pumpenläufer 20, an dem in
der Regel eine vorbestimmte Anzahl von gegenüber einem Grundkörper (Mittelteil) 30,
der Teil bzw. einen Mittelteil des mehrteiligen Pumpenläufers 20 bildet, beweglichen
Andruckelementen 40 (d. h. zumindest ein Andruckelement und in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
zwei Andruckelemente) montiert ist.
[0032] Ein Andruckelement 40 kann auch als ein Okklusionselement bezeichnet werden, da es
den Hohlleiter 80 mit einer Hohlleiterschließkraft bzw. Okklusionskraft vorbestimmter
Richtung und Größe beaufschlagt und dadurch eine lokale, mit der bei Rotation des
Pumpenläufers 20 erfolgenden Umlaufbewegung des Andruckelements 40 wandernde Verengung
und/oder Verschlussstelle (Okklusion) am Hohlleiter 80 erzeugt.
[0033] Zu zumindest abschnittsweise rund geformten Lauffläche 60 des Gehäuses hin freiliegend
ist dazu an jedem Andruckelement 40 ein Andruckkörper 42, beispielsweise eine (Andruck-)
Rolle oder Walze aus vorzugsweise Metall, ortsfest und um eine koaxial verlaufende
Mittelachse derselben drehbar angeordnet. Das Andruckelement 40 stützt sich über eine
Feder 45, die auch die Andruckkraft gegen den Hohlleiter 80 erzeugt, an dem Grundkörper
30 ab. Die Umfangsfläche bzw. Mantelfläche des Andruckkörpers 42 ist dazu angeordnet,
an dem am Hohlleiter 80, beispielsweise einem Schlauch, abzulaufen.
[0034] Der Pumpenläufer 20 ist mehrteilig vormontierbar aufgebaut und besteht grundlegend
aus dem Grundkörper 30 (in Fig. 1 nicht dargestellt) sowie einem daran montierten
oberseitigen, ersten Deckelelement 22 und unterseitigen, zweiten Deckelelement 24
(in Fig. 1 nicht dargestellt), und ist als solcher in das Gehäuse der Flüssigkeitspumpe
100 einsetzbar, das innenseitig die rund geformte Lauffläche 60, gegen welche die
Andruckkörper (Andruckrollen) 40 bei zwischenliegendem Hohlleiter (Schlauch) 80 anlaufen,
und bedarfsweise weitere Gehäuseabschnitte für beispielsweise ein (nicht gezeigtes)
Getriebe und einen (nicht gezeigten) Antrieb bzw. Motor aufweist. Der Pumpenläufer
20 ist ferner über eine Antriebsachse, die über das Getriebe und/oder einen Antriebsmotor
für eine Rotation des Pumpenläufers 20 kraftschlüssig gekoppelt ist, in dem Gehäuse
antreibbar.
[0035] Innenliegende Teile wie beispielsweise das Andruckelement 40, der Grundkörper 30,
die Deckelelemente 22, 24 und dergleichen (und damit der Pumpenläufer 20) können gewichtsvorteilhaft
aus beispielsweise einem Kunststoffspritzguss erzeugt sein, während das Gehäuse bzw.
Pumpengehäuse aus einem spanend bearbeitbaren Metall und jeder Andruckkörper 42, die
Feder 45, Sicherungs- und/oder Halteteile, wie beispielsweise Zylinderstifte 46 und/oder
den Kunststoffspritzguss verstärkende bzw. versteifende Komponenten, wie beispielsweise
Verstärkungsbleche 32, ebenfalls aus einem Metall bestehen können, oder alternativ
das Gehäuse bzw. Pumpengehäuse aus einem spritzgießbaren Kunststoffmaterial und jeder
Andruckkörper 42, die Feder 45, Sicherungs- und/oder Halteteile, wie beispielsweise
Zylinderstifte 46, und/oder den Kunststoffspritzguss verstärkende bzw. versteifende
Komponenten, wie beispielsweise Verstärkungsbleche 32, wiederum aus einem Metall bestehen
können.
[0036] Nachstehend wird unter Bezugnahme auf Fig. 2 und Fig. 6 der Aufbau des Pumpenläufers
20 näher beschrieben. Aus Gründen der Übersichtlichkeit und Symmetrie sind in Fig.
6 erkennbar mehrfach dargestellte und als solche identische Gleichteile nicht mehrfach
mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
[0037] Wie in Fig. 2 gezeigt, ist der in der Flüssigkeitspumpe 100 rotierbare Pumpenläufer
20 aus dem ersten, oberen Deckelelement 22, dem Grundkörper 30 und einem zweiten,
unteren Deckelelement 24 zusammengesetzt, wobei die Deckelelemente 22, 24 jeweils
ortsfest mit dem Grundkörper 30 verbunden bzw. an diesem festgelegt sind.
[0038] Das erste, obere Deckelelement 22 entspricht in seinem wesentlichen Umfangsverlauf
demjenigen des Grundkörpers 30, mit Ausnahme zumindest einer ersten Auskragung (erste
armförmige Erstreckung) 26 und einer zweiten Auskragung (zweite armförmige Erstreckung)
27.
[0039] Die erste Auskragung 26 erstreckt sich in Wirkrichtung einer Okklusionskraft plattenförmig
und plan bzw. bündig zur oberen Oberfläche des ersten Deckelelements 22 gegenüber
dem Grundkörper 30 vorstehend. In anderen Worten ist die erste Auskragung 26 als plattenförmiger
Vorsprung von geringerer Höhe als das erste Deckelelement 22 erzeugt, das bündig mit
dessen oberer Oberfläche nach außen zur Lauffläche 60 hin vorsteht. Die Anzahl von
Auskragungen 26 entspricht der Anzahl von in der Flüssigkeitspumpe 100 angeordneten
Andruckelementen 40.
[0040] Die zweite Auskragung 27 ist ebenfalls bündig mit der oberen Oberfläche des ersten
Deckelelements 22 und armförmig in Rotationsrichtung vor der ersten Auskragung 26
und mit einer Höhe, die der Höhe des ersten Deckelelements 22 entsprechen kann, angeordnet
und dient mit entsprechend vorbestimmter Länge dazu, einen im Nachgang von dem Andruckelement
40 okkludierten Hohlleiterabschnitt auf Höhe des Andruckkörpers 40 niederzuhalten.
In anderen Worten kann die zweite Auskragung 40 bei Betrieb der Flüssigkeitspumpe
100 vor dem Andruckkörper 40 über die Oberfläche des Hohlleiters 80 gleiten und dabei
die Höhenlage des Hohlleiters 80 auf die Höhe des Andruckkörpers 42 (der Rolle) bringen,
so dass dieser sodann auf der Oberfläche des Hohlleiters 80 abrollen und die Okklusionskraft
anwenden kann. Die Anzahl von Auskragungen 27 entspricht der Anzahl von in der Flüssigkeitspumpe
100 angeordneten Andruckelementen 40.
[0041] Ein Mittenabschnitt des ersten Deckelelements 22 weist eine Öffnung 28 für ein Kappenelement
29 bzw. eine Kappe (Laufkappe) auf, das bzw. die beispielsweise näherungsweise rechteckförmig
ausgeformt sein kann. Das Kappenelement 29 ist dazu konfiguriert, eine Kraftübertragung
von der bodenseitig durch den Pumpenläufer 20 geführten und mit dem Antriebsmotor
und/oder dem Getriebe verbundenen Antriebswelle zu leisten oder zumindest zu unterstützen.
[0042] Der Grundkörper 30 weist stirnseitig zumindest eine in seinen Innenraum öffnende
Öffnung 31 zur Aufnahme des Andruckelements 40 auf, die einen Durchzug für dasselbe
ausbildet. In der Öffnung 31 ist ein Verstärkungselement 32, beispielsweise ein dem
Grunde nach ringförmiges Blechteil, zur Verbesserung der Okklusionskraft-Haltefähigkeit
angeordnet. Das Verstärkungselement 32 weist zumindest eine Ausnehmung 33 auf, durch
welche ein an dem Andruckelement 40 vorgesehenes stiftförmiges Sicherungsmittel 46,
beispielsweise ein Zylinderstift, geführt und nach einer Verdrehung gegen das Verstärkungselement
32 und damit gegen Lösen gesichert werden kann. In anderen Worten ist das Verstärkungselement
32 ringförmig mit der Ausnehmung 33 erzeugt, die in Wirkverbindung mit dem stiftförmigen
Sicherungsmittel 46 einen Bajonettverschlusses ausbildet, der eine Montage des Andruckelements
40 über den Bajonettverschluss ermöglicht und an dem durch Hindurchführen des stiftförmigen
Sicherungsmittels 46 durch die Ausnehmung 33 und sodann Drehung von Andruckelement
40 mit daran ortsfestem Sicherungsmittel um 90° in der Vorspannung der Feder 45 durch
die Federkraft in der Vorspannung das Andruckelement 40 sicherbar ist. Auf diese Weise
kann das zumindest eine bzw. können die mehreren Andruckelemente 40 in den Grundkörper
30 montiert bzw. vormontiert werden.
[0043] Das zweite, untere Deckelelement 24 entspricht im Wesentlichen ebenfalls dem Umfangsverlauf
des Grundkörpers 30, mit Ausnahme zumindest der auch hier bereitgestellten ersten
Auskragung 26. Die zweite Auskragung 27 wird an dem zweiten Deckelelement 24 nicht
benötigt und ist daher an diesem nicht bereitgestellt.
[0044] Die erste Auskragung 26 ist auch an dem zweiten Deckelelement 24 in Wirkrichtung
der Okklusionskraft platten- oder tafelförmig und plan zur unteren Oberfläche des
zweiten Deckelelements 24 gegenüber dem Grundkörper 30 vorstehend angeordnet. In anderen
Worten ist die erste Auskragung 26 als plattenförmiger Vorsprung von geringerer Höhe
als das zweite Deckelelement 24 erzeugt, das bündig mit dessen unterer Oberfläche
nach außen hin vorsteht. Die Anzahl von Auskragungen 26 entspricht auch bei dem zweiten
Deckelelement 24 der Anzahl von in der Flüssigkeitspumpe 100 angeordneten Andruckelementen
40.
[0045] Ein Mittenabschnitt in der Bodenfläche des zweiten Deckelelements 24 weist vorzugsweise
ein (nicht gezeigtes) Profil zur Zentrierung des Pumpenläufers 20 auf, wobei das Profil
zu einem Profil auf der Antriebswelle korrespondiert.
[0046] Bei dem in Fig. 2 gezeigten Pumpenläufer 20 ist das zweite, unterseitige Deckelelement
24 dazu konfiguriert, vormontierbar Magnete zur Drehzahlmessung in beispielsweise
den Auskragungen 26 aufzunehmen und eine Zentrierung des Pumpenläufers 20 durch das
eingearbeitete Profil bereitzustellen, das zu einem Profil auf einer Antriebswelle
korrespondiert, und ist das erste, oberseitige Deckelelement 22 dazu konfiguriert,
ebenfalls vormontierbar das Kappenelement 29 für die Kraftübertragung von der Antriebswelle
und zumindest eine sich gegen den Grundkörper 30 und/oder das zweite Deckelelement
24 abstützende (nicht gezeigte) Feder aufzunehmen.
[0047] Nachstehend wird unter Bezugnahme auf Fig. 3 und Fig. 6 das Andruckelement 40 gemäß
dem Ausführungsbeispiel näher beschrieben. Wie in Fig. 3 gezeigt, weist das Andruckelement
40 ein mehrteiliges, beispielsweise dreiteiliges, Gehäuse 41 auf, dessen Teile beispielsweise
aus einem Kunststoff spritzgegossen und mittels innen liegenden Zylinderstiften (48
in Fig. 6) verbindbar sind.
[0048] An einer vorderseitigen Öffnung des Gehäuses 41 liegt der Andruckkörper 42 zum Hohlleiter
80 hin frei. Der Andruckkörper 42 besteht im Übrigen aus einem außengelagerten Walzenkörper
bzw. einer außengelagerte Rolle derart, dass Außenlager (49 in Fig. 6) von außen über
Presspassungen (50 in Fig. 6) in äußeren Gehäuseteilen des mehrteiligen Gehäuses 41
haltbar sind und keine Distanzstücke benötigt werden. Das Andruckelement 42 ist vormontierbar
durch Einsetzen bzw. Fixieren eines der Lager des Andruckkörpers 42 in die Presspassung
50 eines der Gehäuseteile und Führen bzw. Fixieren des anderen Gehäuseteils über die
Zylinderstifte 48, bis das andere Lager des Andruckkörpers 42 in der Presspassung
50 des anderen Gehäuseteils zu liegen kommt bzw. darin fixiert ist.
[0049] Stiftförmige Fortsätze 47 des Gehäuses im Seitenbereich des Andruckkörpers 42 sind
dazu konfiguriert, eine Führung für den Hohlleiter 80 bzw. Schlauch bereitzustellen,
um den Hohlleiter 80 über dem Andruckkörper 42 zu führen und ein Abrutschen desselben
von dem Andruckkörper 42 zu verhindern.
[0050] Rückseitig des Gehäuses 41 ist ein Gehäusefortsatz 44 angeordnet, über welchen eine
Feder 45 schiebbar und mittels eines als Sicherungsmittel dienendem Sicherungsstifts
46 (Zylinderstift) festlegbar ist. Die Feder 45 kann mit einer vorbestimmten Vorspannung
aufgesetzt werden, und das so vormontierte Andruckelement 42 kann mittels des Sicherungsstifts
46 in dem Bajonettverschluss 32, 33 in der Öffnung 31 des Grundkörpers 30 befestigt
werden, wie vorstehend beschrieben wurde und in Fig. 4 dargestellt ist. Der Sicherungsstift
46 ist mittels beispielsweise Silikon an seinen Enden bedämpfbar. Das vormontierte
Bauteil kann darüber hinaus vor dem Einbau in den Grundkörper 30 auf beispielsweise
die Einhaltung einer spezifizierten Federkraft geprüft werden.
[0051] An Flanken des Gehäuses 41 sind beidseitig Ausnehmungen 43 angeordnet, die in Form
und Größe der ersten Auskragung 26 an dem ersten und dem zweiten Deckelelement 22,
24 entsprechen.
[0052] Nach der Montage des Andruckelements 40 in den Grundkörper 30, d. h. nach Einsetzen
desselben in einer ersten Ausrichtung in die Öffnung 31 des Grundkörpers 30 und Hindurchführen
des Sicherungsstifts 46 gegen die Vorspannung der Feder 45 durch die Ausnehmung 33
des Verstärkungselements 32 und sodann Fixieren in dieser Einbaulage durch Verdrehen
des Andruckelements 40 um beispielsweise 90°, liegen die Ausnehmungen 43 parallel
zu den Auflageflächen für das erste und das zweite Deckelelement 22, 24 an dem Grundkörper
30.
[0053] Werden in diesem Teilmontagezustand des Pumpenläufers 20 das erste und das zweite
Deckelelement 22, 24 auf den Grundkörper 30 aufgesetzt und mit diesem verbunden, greifen
die Auskragungen 26 des ersten und des zweiten Deckelteils 22, 24 in die Ausnehmungen
43 des Andruckelements 40 ein und bilden in Wirkverbindung mit denselben eine Linearführung
des Andruckelements 40, in welcher das Andruckelement 40 einerseits durch das Aufsetzen
des ersten Deckelelements 22 bzw. Deckels und des zweiten Deckelelements 24 bzw. Bodens
verdrehfest und gegen Herausfallen gesichert ist und andererseits gleichzeitig eine
Längsbewegung des Andruckelements 40 in einer durch die Linearführung, die durch den
Eingriff der Ausnehmung 43 und der Auskragung 26 gebildet wird, definierten Richtung
(Kraftrichtung) möglich ist.
[0054] Nachstehend wird die Herstellung eines Kraftschlusses zwischen Grundkörper 30, erstem
Deckelelement 22 und der Antriebsachse bzw. Antriebswelle in dem Pumpenläufer 20 unter
Bezugnahme auf Fig. 5 und Fig. 6 näher beschrieben. Fig. 5 zeigt eine Aufsicht auf
den Grundkörper 30 bei abgenommener erster Deckeleinrichtung 22 und aufgesetztem Kappenelement
29.
[0055] Die in Fig. 5 gezeigte Teilvorrichtung gemäß dem Ausführungsbeispiel erlaubt eine
Montage und ein Lösen des Kappenelements 29 mittels einer Kombination einer Federung
66 und eines beispielsweise durch Drücken und dadurch Verschieben in eine Ausnehmung
an dem Grundkörper 30 betätigbaren Sicherungselements 62, beispielsweise eines Sicherungsblechs
mit einer Ausnehmung entlang einer Längsseite desselben. Das Kappenelement 29 (Laufkappe)
ermöglicht in seiner gelösten Position eine unabhängige Rotation des Pumpenläufers
20 und der Antriebswelle nach Art eines Freilaufs.
[0056] Im Einzelnen ist das Kappenelement 29 in die Öffnung 28 im Bereich der Mitte des
ersten Deckelelements 22 einsetzbar und dazu angeordnet, eine lösbar formschlüssige/kraftschlüssige
Verbindung und dadurch eine Kraftübertragung zwischen der Antriebswelle und dem Grundkörper
30 (Mittelteil des Pumpenläufers 20) herzustellen.
[0057] Die formschlüssige/kraftschlüssige Verbindung wird durch das Sicherungselement 62
hergestellt, welches auf der Oberfläche des Grundkörpers 30 gleitend verschiebbar
bereitgestellt ist, und in einer ersten Position (Verriegelungsposition) mit einer
ersten Breite, die größer ist als die Ausnehmung, in eine hinterschnittene Ausnehmung
des Kappenelements 29 eingreift und in einer zweiten Position (Löseposition), an der
sich die Ausnehmung befindet und das Sicherungselement 62 eine geringere Breite aufweist,
aus dem Hinterschnitt in dem Kappenelement 29 herausbewegt ist. Dadurch wird das Kappenelement
29 durch gegen das zweite Deckelelement 24 gelagerte Federn 66 nach oben gedrückt
und löst sich der Formschluss zwischen Kappenelement 29 und Antriebswelle, so dass
der Pumpenläufer 20 auf der Antriebswelle gelagert frei drehbar ist.
[0058] Wie in Fig. 6 dargestellt, ist in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel das Kappenelement
29 zumindest zweiteilig ausgeführt und beinhaltet ein Formteil 64 mit zumindest einem
Mitnehmerprofilstück 68 entlang einer vorbestimmten Höhe des Formteils 64, das in
der Verriegelungsposition in ein Gegenprofil an dem Grundkörper 30 eingreift und diesen
rotatorisch mitnimmt und in der Löseposition durch die Federkraft der Federn 66 nach
oben aus dem Eingriff mit dem Gegenprofil gedrückt und frei drehbar ist.
[0059] Das Mitnehmerprofilstück 68 ist oberseitig, d. h. zu dem ersten Deckelelement 22
(Deckel) hin, mit einem Deckelteil des Kappenelements 29 steckbar verbindbar. Das
Einlegen bzw. die Montage des Mitnehmerprofilstücks 68, der Federn 66 und des Sicherungselements
62 kann beispielsweise in bzw. auf den Grundkörper 30 vor Aufsetzen des ersten Deckelelements
22 erfolgen. Die Formschlüssigkeit kann sodann nach Aufsetzen des ersten Deckelelements
22 durch Niederdrücken des Kappenelements 29 und des Mitnehmerprofilstücks 68 gegen
die Federkraft der Federn 66 und Schieben des Sicherungselements 62 in die Verriegelungsposition
hergestellt werden. Alternativ kann eine Vormontage desselben an dem ersten Deckelelement
22 nach Art eines Anordnens des Mitnehmerprofilstücks 68 auf der Unterseite des ersten
Deckelelements 22, Einstecken des Deckelteils des Kappenelements 29 von der Oberseite
des ersten Deckelelements 22 her in dessen Öffnung 28, und Herstellen des Formschlusses
mittels des Sicherungselements 62 mit nachfolgenden Einsetzen der so vormontierten
Teile in den Grundkörper 30 vorgesehen sein.
[0060] Das Kappenelement 29 bildet insoweit eine Notlaufkappe aus und stellt eine Notlauffunktion
für die Flüssigkeitspumpe bereit, da im entriegelten Zustand bzw. in der Löseposition
der Pumpenläufer entkoppelt von Getriebe und Antriebsmotor weiterhin drehbar bleibt.
[0061] Es wird angemerkt, dass der Grundkörper 30 symmetrisch ausgebildet, d. h. seine Verbaulage
bezüglich dem ersten und dem zweiten Deckelelement 22, 24 tauschbar ist. Aufgrund
dieser Symmetrieeigenschaften weist daher, analog ausgebildet und funktionell zu dem
ersten Deckelelement 22 gleichwirkend, auch das als Boden dienende zweite Deckelelement
24 das formschlüssig eingreifende Sicherungselement 62 und Hülsenanordnungen zur Festlegung
des zweiten Deckelelements 24 an dem Grundkörper 30 auf.
[0062] Die bisher aus dem Stand der Technik bekannte Schwingenanordnung mit Kipplagerung
ist durch eine Linearführung ersetzt, die ohne zusätzliche Lagerungen auskommt. Die
Feder 45 ist direkt hinter dem Andruckkörper 42 angeordnet. Die Linearführung des
Andruckelements 40 erfolgt in Richtung der Okklusionskraft. Ein Winkel (Fig. 7) der
Linearführung (Winkel zwischen einer Okklusionsstelle des Hohlleiters 80 und dem Anschlagpunkt
der Antriebswelle) ist durch die Bestimmung der Kraftrichtung und der Kraftgröße zur
Okklusion des Hohlleiters 80 festgelegt und liegt vorzugsweise im Bereich von 35°
bis 55°, und optimalerweise bei 42°.
[0063] Fig. 7 zeigt ein Kräftediagramm zur Erläuterung von Kräften an der Okklusionsstelle.
In Fig. 7 ist F
c die Federkraft der Feder 45, ist F
cw die wirksame Federkraft senkrecht auf einen Hebel, ist Fo die Okklusionskraft, und
ist F
p die Öffnungskraft zur Aufhebung der Okklusion aufgrund des Mediendrucks im Hohlleiter
80 sowie der Schlauchelastizität. Die Kraftrichtung der Feder (Führungsrichtung des
Andruckelements 40) zeigt in einem Winkel von 90°-β, d. h. in einem Bereich von 35°
bis 55° und optimalerweise 42°, abgewinkelt gegen die Kraftrichtung der Okklusion
des Hohlleiters 80.
[0064] Wie vorstehend beschrieben wurde, beinhaltet eine nach dem Prinzip einer okklusiven
Peristaltikpumpe arbeitende Flüssigkeitspumpe 100 einen in der Flüssigkeitspumpe rotierbaren
Pumpenläufer 20, bestehend aus einem Grundkörper 30, einem ersten, oberseitig an dem
Grundkörper festgelegten Deckelelement 22 und einem zweiten, unterseitig an dem Grundkörper
festgelegten Deckelelement 24, und zumindest ein in dem Grundkörper aufgenommenes
Andruckelement 40 mit einem Andruckkörper 42 zur Okklusion eines flüssigkeitsführenden
Hohlleiterabschnitts gegen eine rund geformte Lauffläche 60 an einem Gehäuseabschnitt
der Flüssigkeitspumpe 100. Das zumindest eine Andruckelement 40 wird durch das erste
Deckelelement 22 und das zweite Deckelelement 24 in Wirkrichtung einer Okklusionskraft
linear geführt.
[0065] Gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel kann die Flüssigkeitspumpe eine Peristaltikpumpe
einer Dialysemaschine sein, mit einer linearen Führung des Andruckelements 40 bzw.
Andruckkörpers 42. Die Kraftrichtung der Feder 45 (Führungsrichtung des Andrucks)
zeigt abgewinkelt gegen die Kraftrichtung der Okklusion des Schlauchs. Der rollenförmige
Andruckkörper 42 ist über das Andruckelement 40 außen an dem Grundkörper 30 gelagert,
wobei der Andruckkörper über einen Bajonettverschluss an dem Grundkörper 30 montiert
ist. Das Andruckelement kann zweiteilig (Elementkörper und Deckelteil) oder dreiteilig
(Elementkörper und zwei Deckelteile) und mittels Zylinderstift(en) zusammenfügbar
sein. Die Feder 45 ist hinter dem Andruckelement 40 angebracht und durch den Zylinderstift
46 gesichert. Eine Montage und ein Lösen der Laufkappe 29, 68 ist durch die Kombination
aus Federung 66 und Sicherungselement 62 möglich, wobei die Laufkappe 29, 68 in der
gelösten, d. h. abgekoppelten, Position eine unabhängige Rotation des Pumpenläufers
20 in der Antriebswelle in Form eines Freilaufs ermöglicht. Der durch das zweite Deckelelement
24 gebildete Boden wird durch ein weiteres Sicherungselement lösbar an der Antriebswelle
festgelegt und ist für eine Drehzahlmessung mit Magneten vormontiert. Es ist ein Pumpengehäuse
mit Abdeckung bereitgestellt. Der Deckel des Getriebes bzw. Antriebs kann gleichzeitig
Lauffläche des Pumpenläufers 20 sein, wobei ein Stützflächenmodul an die Lauffläche
montierbar ist. Das heißt, Getriebe bzw. Antrieb und Pumpenläufer 20 sind durch nur
eine Gehäusewandung mit durch die Wandung verlaufender Antriebswelle voneinander getrennt.
Die Zentrierung des Pumpenläufers 20 erfolgt durch korrespondierende Profile im Boden
des Pumpenläufers 20 und der Antriebswelle. Rollenlager werden von außen über eine
Presspassung 50 gehalten.
[0066] Die Linearführung kann zur Kompensation einer Ausformschräge, d. h. einer notwendigen
Schräge von Oberflächen zur Ausformung aus dem Werkzeug nach dem Kunststoffspritzgießen,
angeschrägt sein. Eine durch ein solches Anschrägen entstehende zusätzliche Kraftkomponente
kann durch entsprechende Lagerung im Getriebe aufgenommen werden.
[0067] Zur Minimierung von Verschleiß an der Linearführung kann diese entweder als Profil
(z. B. als Schwalbenschwanz) ausgeführt sein. Alternativ kann die Anlage des Andruckelements
an Deckel und Boden nicht gerade, sondern schräg ausgeführt sein, um die Dauer des
Reibens und damit den Verschleiß sowie ein Verklemmen zu verringern. Vorzugsweise
sind hierbei reibungsoptimale Werkstoffpaarungen einsetzbar, die ein Verklemmen nicht
begünstigen. Beispielsweise kann eine Paarung von PBT mit PBT vorgesehen werden, oder
kann eine Paarung von PBT mit PI+Graphit+PTFE als Insert in die Führung verwendet
werden.
[0068] Bezugnehmend auf das Gehäuse der Flüssigkeitspumpe 100 kann die Lauffläche bzw. das
Pumpenbett 60 für eine einfachere und bessere Zerspanung von einem Bodenteil getrennt
sein, wodurch endgeometrienahes Rohmaterial verwendbar ist. Eine Bodenplatte für den
die Lauffläche aufweisenden Gehäuseteil bzw. deren Rückseite kann außerdem gleichzeitig
als Deckel eines Getriebes ausgebildet sein. Gehäuseteile sind über Kegelstifte passbar
und/oder durch Schrauben fixierbar, woraus eine geringere Anzahl an geometrischen
Toleranzen in Bezug auf die Toleranz der Okklusionsstelle resultiert und wodurch größere
Toleranzen ausgleichbar sind.
[0069] Alternativ kann die Lauffläche mit der Bodenplatte als Spritzguss ausgeführt sein,
wobei die Kompensation der Ausformschräge durch den Pumpenläufer 20 darstellbar ist
oder die Ausformschräge durch Nacharbeit entfernbar ist. Auch in diesem Fall kann
eine Bodenplatte für den die Lauffläche aufweisenden Gehäuseteil bzw. deren Rückseite
außerdem gleichzeitig als ein Deckel eines Getriebes ausgebildet sein.
1. Flüssigkeitspumpe nach dem Prinzip einer okklusiven Peristaltikpumpe, bei der
zumindest ein Okklusionskraft erzeugendes Andruckelement (40) in Wirkrichtung der
Okklusionskraft in einer Linearführung (26, 43) linear geführt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
das zumindest eine Andruckelement (40) in einer die Linearführung (26, 43) erzeugenden
Wirkverbindung mit einem ersten Deckelelement (22) und einem zweiten Deckelelement
(24) eines Grundkörpers (30) der Flüssigkeitspumpe linear geführt wird; und
ein Winkel der Linearführung (26, 43) zwischen einer Okklusionsstelle eines Hohlleiters
(80) und einem Anschlagpunkt einer Antriebswelle eines Antriebs durch die Kraftrichtung
und die Kraftgröße zur Okklusion des Hohlleiters (80) bestimmt ist.
2. Flüssigkeitspumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel der Linearführung (26, 43) in einem Bereich von 35° bis 55°, optimalerweise
bei 42°, liegt.
3. Flüssigkeitspumpe nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch:
einen in der Flüssigkeitspumpe (100) rotierbaren Pumpenläufer (20), bestehend aus
dem Grundkörper (30), dem ersten, oberseitig an dem Grundkörper (30) festgelegten
Deckelelement (22) und dem zweiten, unterseitig an dem Grundkörper (30) festgelegten
Deckelelement (24); und
das zumindest eine Andruckelement (40), das in dem Grundkörper (30) aufgenommen ist
und einen Andruckkörper (42) zur Okklusion des Hohlleiters (80) gegen eine rund geformte
Lauffläche (60) an einem Gehäuseabschnitt der Flüssigkeitspumpe (100) aufweist, wobei
das zumindest eine Andruckelement (40) in der die Linearführung (26, 43) erzeugenden
Wirkverbindung mit dem ersten Deckelelement (22) und dem zweiten Deckelelement (24)
linear geführt wird.
4. Flüssigkeitspumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
das erste und das zweite Deckelelement (22, 24) jeweils zumindest eine gegenüber dem
Grundkörper (30) in Wirkrichtung der Okklusionskraft vorstehende erste Auskragung
(26) aufweisen;
das zumindest eine Andruckelement (40) gehäuseaußenseitig Ausnehmungen (43) aufweist,
die positionell der zumindest einen ersten Auskragung (26) an jeweils dem ersten und
dem zweiten Deckelelement (22, 24) entsprechen; und
in dem in dem Grundkörper (30) aufgenommenen Zustand des Andruckelements (40) die
ersten Auskragungen (26) dem ersten und dem zweiten Deckelelement (22, 24) in die
gehäuseaußenseitigen Ausnehmungen (43) des Andruckelements (40) eingreifen und eine
Linearführung (26, 43) des Andruckelements (40) ausbilden.
5. Flüssigkeitspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die Linearführung (26, 43) zur Kompensation einer Ausformschräge und/oder zur Verringerung
einer Reibdauer und/oder einer Verklemmungsneigung angeschrägt ausgeformt ist, und/oder
die Linearführung (26, 43) verschleißmindernd in einem vorbestimmten Profil ausgeführt
ist.
6. Flüssigkeitspumpe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Linearführung (26, 43) unter Verwendung reibungsoptimaler Werkstoffpaarungen erzeugt
ist, wobei Werkstoffpaarungen vorzugsweise PBT mit PBT oder PBT mit PI+Graphit+PTFE,
ausgeführt als Insert in die Linearführung (26, 43), sind.
7. Flüssigkeitspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest das erste oder das zweite Deckelelement (22, 24) zumindest eine gegenüber
dem Grundkörper (30) außerhalb der Wirkrichtung der Okklusionskraft und in Rotationsrichtung
vor dem Andruckelement (40) vorstehende zweite Auskragung (27) aufweisen, wobei die
zweite Auskragung (27) dazu angeordnet ist, einen im Nachgang von dem Andruckelement
(40) okkludierten Hohlleiterabschnitt auf Höhe des Andruckkörpers (42) niederzuhalten.
8. Flüssigkeitspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 7, bei der
der Andruckkörper (42) ein rollenförmiges Element aus vorzugweise Metall ist, das
in dem Andruckelement (40) mittels außenendseitig gehaltenen Presspassungen (50) distanzstückfrei
außengelagert ist.
9. Flüssigkeitspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
der Andruckkörper (42) derart federbeaufschlagt ist, dass eine Feder (45) einen rückseitigen
Gehäusefortsatz (44) umschließt und in dem Gehäusefortsatz (44) mit einem stiftförmigen
Sicherungsmittel (46) gegen Herausfallen gesichert ist, wobei die Feder (45) vorzugsweise
eine Druckfeder ist.
10. Flüssigkeitspumpe nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass
der Grundkörper (30) zumindest einen Durchzug (31) für zumindest ein Andruckelement
(40) und in dem zumindest einen Durchzug (31) ein Verstärkungselement (32) aufweist,
wobei das Verstärkungselement (32) ringförmig mit einer Ausnehmung (33) erzeugt ist,
die in Wirkverbindung mit dem stiftförmigen Sicherungsmittel (46) einen Bajonettverschlusses
ausbildet, an dem durch Hindurchführen des stiftförmigen Sicherungsmittels (46) durch
die Ausnehmung (33) und sodann Drehung von Andruckelement (40) mit Sicherungsmittel
(46) um 90° in der Vorspannung der Feder (45) durch die Federkraft in der Vorspannung
das Andruckelement (40) festlegbar ist.
11. Flüssigkeitspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass
das zweite, unterseitige Deckelelement (24) dazu konfiguriert ist, vormontierbar Magnete
aufzunehmen und eine Zentrierung des Pumpenläufers (20) durch ein eingearbeitetes
Profil bereitzustellen, das zu einem Profil auf einer Antriebswelle korrespondiert;
das erste, oberseitige Deckelelement (22) dazu konfiguriert ist, vormontierbar ein
Kappenelement (29, 68) für eine Kraftübertragung von einer Antriebswelle und zumindest
eine sich gegen den Grundkörper (30) und/oder das zweite Deckelelement (24) abstützende
Feder (66) aufzunehmen;
zwischen Grundkörper (30) und erstem Deckelelement (22) ein betätigbares Sicherungselement
(62) angeordnet ist, das dazu konfiguriert ist, bei seiner Betätigung einen mittels
der Feder (66) federbeaufschlagten Formschluss zwischen Grundkörper (30) und erstem
Deckelelement (22) zu lösen; und
das erste und das zweite Deckelelement (22, 24) dazu konfiguriert sind, den zumindest
ein Andruckelement (40) im auf den Grundkörper (30) ortsfest aufgesetzten Zustand
zu sichern.
12. Flüssigkeitspumpe nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass
der Grundkörper (30) und das erste und das zweite Deckelelement (22, 24) aus einem
spritzgießbaren Kunststoff hergestellt sind; und
ein Gehäuse der Flüssigkeitspumpe (100) einen ersten Gehäuseteil mit einem Abschnitt,
in welchem die rund geformte Lauffläche (60) erzeugt ist, und zumindest einen zweiten
Gehäuseteil, der eine mit dem ersten Gehäuseteil mechanisch verbindbare Bodenplatte
umfasst, die rückseitig als ein Motordeckel und/oder Getriebedeckel konfiguriert ist,
beinhaltet, wobei
der erste Gehäuseteil und der zumindest eine zweite Gehäuseteil aus einem zerspanbaren
Material hergestellt sind; oder
der erste Gehäuseteil und der zumindest eine zweite Gehäuseteil aus einem spritzgießbaren
Kunststoff hergestellt sind.