[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einstellen einer an einen Dichtsitz anpressbaren
Verschlusseinheit für das wenigstens teilweise Freigeben und Verschließen einer Öffnung
für das Befüllen und/oder Entleeren einer um eine Drehachse rotierbaren Mischertrommel
für ein Mischgut. Die Erfindung betrifft außerdem eine Steuereinrichtung für einen
Antrieb einer an einen Dichtsitz anpressbaren Verschlusseinheit für das wenigstens
teilweise Freigeben und Verschließen einer Öffnung für das Befüllen und/oder Entleeren
einer um eine Drehachse rotierbaren Mischertrommel für ein Mischgut. Darüber hinaus
betrifft die Erfindung ein Transportfahrzeug mit einer um eine Drehachse rotierbaren
Mischertrommel mit einer Öffnung für das Beschicken und/oder Entleeren und mit einer
Verschlusseinheit für das wenigstens teilweise Freigeben und Verschließen der Öffnung.
[0002] Ein als Fahrmischer ausgebildetes Transportfahrzeug mit einer rotierbaren Mischertrommel
ist beispielsweise aus der
EP 0374 682 B1 bekannt. Die Mischertrommel ist hier an einem Fahrzeugrahmen des Transportfahrzeugs
um eine Drehachse drehbar gelagert. Sie hat an ihrem in Bezug auf das Transportfahrzeug
hinteren Ende eine von einem ringförmigen Flansch begrenzte Öffnung. Diese Öffnung
dient für das Befüllen und Entleeren der Mischertrommel. Mit einer mittels eines Antriebselements
verstellbaren Verschlusseinheit in Form einer Klappe, die an einem an dem Fahrzeugrahmen
befestigen Gestell schwenkbar gelagert ist, kann die Öffnung der Mischertrommel wahlweise
freigegeben und verschlossen werden. Die Verschlusseinheit hat einen Ringflansch,
an dem eine ringförmige Dichtung befestigt ist. In ihrer Schließstellung ist die Verschlusseinheit
an dem am Fahrzeugrahmen befestigten Gestell abgestützt. In der Schließstellung gleitet
die ringförmige Dichtung der Verschlusseinheit an dem als ein Dichtsitz wirkenden
ringförmigen Flansch der Mischertrommel, wenn sich diese um die Drehachse an dem Transportfahrzeug
dreht. Dies verursacht Verschleiß, so dass die ringförmige Dichtung rasch ihre dichtende
Wirkung verliert und dann ausgetauscht werden muss.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, das Freigeben und zuverlässige Verschließen der Öffnung
für das Befüllen und/oder Entleeren einer um eine Drehachse rotierbaren Mischertrommel
über lange Zeiträume hinweg zu ermöglichen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch das in Anspruch 1 angegebene Verfahren, die in Anspruch
11 angegebene Steuereinrichtung und das in Anspruch 12 angegebene Transportfahrzeug
gelöst.
[0005] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0006] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, dass die Standzeit von Dichtelementen,
an denen eine Verschlusseinheit für das Verschließen der Öffnung einer an einem Transportfahrzeug
aufgenommenen Mischertrommel anliegt, erhöht werden kann, indem eine Anpresskraft
für die Verschlusseinheit an einem an der Mischertrommel ausgebildeten Dichtsitz abhängig
von dem Betriebszustand des Transportfahrzeugs und/oder der Mischertrommel und/oder
der Art und der Menge des in der Mischertrommel aufgenommenen Mischguts so eingestellt
wird, dass diese das erforderliche Abdichten der Öffnung der Mischertrommel gewährleistet
und nicht größer ist als es eine gewünschte Dichtwirkung erfordert.
[0007] Die Erfindung schlägt vor, dass das Einstellen einer die Verschlusseinheit an den
Dichtsitz anpressenden Anpresskraft in Abhängigkeit von wenigstens einer gemessenen
Größe, d. h. einer Messgröße erfolgt. Diese Messgröße kann z. B. eine Messgröße aus
der Gruppe Lage der Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz, translatorische Geschwindigkeit
der Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz, translatorische Beschleunigung der
Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz, Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel
um die Drehachse, Volumen des Mischguts in der Mischertrommel, Konsistenz, insbesondere
Viskosität des Mischguts in der Mischertrommel, Masse des Mischguts in der Mischertrommel
sein.
[0008] Mit dieser Maßnahme lässt sich die Anpresskraft in Abhängigkeit tatsächlich im Betrieb
vorhandener und zugleich oft wechselnder Gegebenheiten (faktischer Betriebszustand,
d. h. dynamischer Zustand der Mischertrommel und/oder des Transportfahrzeuges) einstellen,
wobei die Einstellung derart wählbar ist, dass die Anpresskraft größer oder gleich
Null, jedoch zugleich minimal gewählt werden kann. Wenn die Anpresskraft minimal gewählt
ist, ergeben sich nur geringe Reibungsverluste zwischen (rotierender) Mischertrommel
und Verschlusseinheit.
[0009] Erfindungsgemäß wird die Anpresskraft wenigstens teilweise mittels eines Antriebs
für das Verstellen der Verschlusseinheit erzeugt. Besonders bevorzugt ist der Antrieb
als ein mit Hilfe eines Fluids aktivierbarer hydraulischer oder pneumatischer Antrieb
ausgebildet, der mit oder ohne ein Getriebe auf die Verschlusseinheit einwirkt. Kurzfristig
mittels elektronischer Steuerbefehle ansteuerbare Ventile ermöglichen dabei eine verzögerungsarme
Betätigung der Antriebseinheit.
[0010] Da das Mischgut häufig eine flüssige Komponente enthält, neigt das Mischgut bei einer
entsprechenden Bewegung der Mischertrommel zum Schwappen, im Zuge dessen Lage und
Verhalten des Mischguts sich ändern. Das Mischgut drückt dann einmal stark und einmal
weniger stark gegen die Verschlusseinheit. Eine Idee der Erfindung ist es deshalb,
eine (vorbestimmte minimale) Anpresskraft der Verschlusseinheit gegen ihren Dichtsitz
zu vergrößern, wenn sich der Druck erhöht, mit dem das Mischgut gegen die Verschlusseinheit
drückt. Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass die Verschlusseinheit durch den
Druck des Mischguts geöffnet wird und aus der die an sich geschlossene Befüllöffnung
austritt. Die minimale Anpresskraft, die erforderlich ist, um das Austreten von Mischgut
aus der Mischertrommel zu unterbinden, müsste ansonsten ohne eine aktuelle Erfassung
einer oder mehrerer der vorstehend genannten Messgrößen auf einen vorbestimmten Wert
(fest) eingestellt werden. Dieser vorbestimmte Wert müsste dann nämlich so groß sein,
dass auch bei sehr hohen Drücken, die das Mischgut auf die Verschlusseinheit ausübt,
ein Austreten vom Mischgut vermieden wird.
[0011] Als Referenz für Lage, translatorische Beschleunigung und Rotationsgeschwindigkeit
der Mischertrommel kann bevorzugt eine im Schwerefeld der Erde ortsfeste und/oder
horizontale Ebene gewählt werden. Aktuelle Werte der Messgrößen können beispielsweise
mit Hilfe eines oder mehrerer Lage-, Neigungs- und/oder Beschleunigungssensoren an
der Mischertrommel, mit Hilfe eines überregionalen Positionserfassungssystems (z.
B. GPS) und/oder mittels manueller oder automatischer Eingabe von Daten an einer zugehörigen
Steuereinrichtung erfasst werden. Volumen, Konsistenz und/oder Masse des Mischguts
in der Mischertrommel können beispielsweise mit Hilfe von Gewichtskraft-, Druck-,
Temperatur- und/oder Volumensensoren in der Mischertrommel und/oder mittels manueller
oder automatischer Eingabe von Daten an einer zugehörigen Steuereinrichtung erfasst
werden.
[0012] Eine Idee der Erfindung ist es, dass unter Verwendung eines oder mehrerer aktueller
Messwerte der genannten Messgrößen über eine zugehörige Steuereinrichtung, insbesondere
eine Steuereinrichtung zur Steuerung der Mischertrommel sowie der Verschlusseinheit,
eine Information über das Verhalten und/oder die Lage des Mischguts in der Mischertrommel
gewonnen wird. Bevorzugt werden hierzu ergänzend Daten über Form und Volumen der Mischertrommel
sowie mittlere Dichte des Mischguts herangezogen. Aus dem Verhalten und/oder der Lage
des Mischguts in der Mischertrommel kann dann wiederum ein möglicher Druck ermittelt
werden, den das Mischgut auf die Verschlusseinheit ausübt.
[0013] Besonders bevorzugt werden aktuelle Messwerte zu wenigstens einer der folgenden Messgrößen:
Lage der Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz, translatorische Geschwindigkeit
der Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz, translatorische Beschleunigung der
Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz, Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel
um ihre Drehachse, in einer entsprechenden Steuereinrichtung in Kombination ausgewertet
mit aktuellen Messwerten wenigstens einer der folgenden Messgrößen: Volumen des Mischguts
in der Mischertrommel, Konsistenz, insbesondere Viskosität des Mischguts in der Mischertrommel,
Masse des Mischguts in der Mischertrommel.
[0014] Es können auch eine oder mehrere der folgenden Messgrößen: Lage der Mischertrommel
in Bezug auf eine Referenz, translatorische Geschwindigkeit der Mischertrommel in
Bezug auf eine Referenz, translatorische Beschleunigung der Mischertrommel in Bezug
auf eine Referenz, Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel um ihre Drehachse,
von einer zugehörigen Steuereinrichtung in ggf. fest vorbestimmten zeitlichen Intervallen
ausgewertet werden, während eine oder mehrere der folgenden Messgrößen: Volumen des
Mischguts in der Mischertrommel, Konsistenz, insbesondere Viskosität des Mischguts
in der Mischertrommel, Masse des Mischguts in der Mischertrommel nach einem Befüll-
oder Entleerungsvorgang der Mischertrommel und/oder nach einer Inbetriebnahme des
Transportfahrzeugs erfasst und/oder nach einem (ggf. kurzfristigen) Stillstand des
Transportfahrzeugs ausgewertet werden.
[0015] Aktuelle Werte von Messgrößen können beispielsweise mit Hilfe einer Transportfahrzeug-Lagebestimmungseinrichtung
in Form eines oder mehrerer an einem Tragrahmen oder Fahrwerk des Transportfahrzeugs
angeordneter Neigungsmesser bzw. Inklinometer ermittelt werden. Die so gewonnenen
Messwerte werden dann z. B. in einem Hauptsteuergerät des Transportfahrzeuges gespeichert.
Sie können von dort an die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung übermittelt werden.
[0016] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird für das Bestimmen der translatorischen
Geschwindigkeit der Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz eine Lage eines die
Mischertrommel aufnehmenden Transportfahrzeugs aus einer Transportfahrzeug-Geschwindigkeitsbestimmungseinrichtung
ausgelesen und einer den Antrieb für das Verstellen der Verschlusseinheit steuernden
Verschlusseinheit-Steuereinrichtung zugeführt. Dabei wird die translatorische Geschwindigkeit
des Transportfahrzeugs bevorzugt auf dieselbe Referenz bezogen ermittelt wie die translatorische
Geschwindigkeit der Mischertrommel, nämlich bevorzugt bezogen auf eine im Schwerefeld
der Erde ortsfeste Ebene. Ferner wird bevorzugt die translatorische Geschwindigkeit
in Richtung einer Längsachse des Transportfahrzeugs gewählt. Aktuelle Werte der Messgrößen
können beispielsweise mit Hilfe einer Transportfahrzeug-Geschwindkeitsbestimmungseinrichtung
in Form eines hinlänglich bekannten Tachometers, eines Drehzahlmessers an einer Fahrwerksachse
oder dergleichen ermittelt werden. Die so gewonnenen Messwerte werden üblicherweise
in einem Hauptsteuergerät des Transportfahrzeuges gespeichert und können von dort
an die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung übermittelt werden.
[0017] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird für das Bestimmen der translatorischen
Beschleunigung der Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz eine Beschleunigung eines
die Mischertrommel aufnehmenden Transportfahrzeugs aus einer Transportfahrzeug-Beschleunigungsbestimmungseinrichtung
ausgelesen und einer den Antrieb für das Verstellen der Verschlusseinheit steuernden
Verschlusseinheit-Steuereinrichtung zugeführt. Dabei wird die translatorische Beschleunigung
des Transportfahrzeugs bevorzugt auf dieselbe Referenz bezogen ermittelt wie die translatorische
Beschleunigung der Mischertrommel, nämlich auf eine im Schwerefeld der Erde ortsfeste
Ebene. Insbesondere wird die Beschleunigung in Richtung der Längsachse des Transportfahrzeugs
ermittelt. Grundsätzlich können jedoch auch Querbeschleunigungen des Transportfahrzeugs
ermittelt werden. Aktuelle Werte entsprechender Messgrößen können beispielsweise mit
Hilfe einer Transportfahrzeug-Beschleunigungsbestimmungseinrichtung in Form eines
oder mehrerer am Fahrwerk oder Tragrahmen des Transportfahrzeugs angeordneter Beschleunigungssensoren
ermittelt werden. Die so gewonnenen Messwerte werden üblicherweise in einem Hauptsteuergerät
des Transportfahrzeuges gespeichert und können von dort an eine Steuereinrichtung
für einen Antrieb der Verschlusseinheit übermittelt werden.
[0018] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird die eingestellte Anpresskraft minimal
gewählt, wenn die Masse und/oder das Volumen des Mischguts in der Mischertrommel einen
jeweiligen Schwellwert unterschreiten. Anhand vorbestimmter Schwellwerte für Masse
und/oder Volumen kann eine unkritische Füllmenge an Mischgut in der Mischertrommel
definiert werden. Falls eine unkritische Füllmenge vorliegt bzw. die Mischtrommel
näherungsweise leer ist, kann die Steuereinrichtung für den Antrieb für das Verstellen
der Verschlusseinheit auch stillsetzen. In einer modifizierten Ausführungsform der
Erfindung kann in diesem Fall die Steuereinrichtung für den Antrieb der Verschlusseinheit
auch eine (zweite) Kraftkomponente erzeugen, die der ersten von der Gewichtskraft
der Verschlusseinheit erzeugten Kraftkomponente entgegenwirkt. Somit könnte die eingestellte
Anpresskraft auf Null gesetzt werden. Eine (negative) Anpresskraft, wie sie beispielsweise
zum Öffnen der Verschlusseinheit beim Befüllen oder Entleeren der Mischertrommel eingestellt
werden kann, bleibt hierbei außer Betracht.
[0019] Bevorzugt wird die Anpresskraft wenigstens teilweise mittels eines Antriebs für das
Verstellen der Verschlusseinheit erzeugt. Indem die Anpresskraft wenigstens teilweise
mittels einer Kraftkomponente erzeugt wird, die von einer auf die Verschlusseinheit
wirkenden Gewichtskraft hervorgerufen wird, ist es möglich, den Antrieb für das Bereitstellen
von vergleichsweise kleinen Verschlusskräften auszulegen.
[0020] Als Verschlusseinheit wird bevorzugt eine verschwenkbare Klappe vorgesehen, die weiter
bevorzugt derart gelagert ist, dass ihr Massenmittelpunkt mit einem Abstand zur Schwenkachse
angeordnet ist. Das in dieser Konfiguration durch die Schwerkraft hervorgerufene Drehmoment,
das auf die Verschlusseinheit wirkt, bewirkt dann auch ein Anpressen der Klappe an
den Dichtsitz. Hier ist es von Vorteil, wenn der Dichtsitz um die Befüllöffnung mit
Abstand zur Schwenkachse der Klappe und unterhalb der Schwenkachse der Klappe angeordnet
ist.
[0021] Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, dass für das Bestimmen
der Lage der Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz eine Lage eines die Mischertrommel
aufnehmenden Transportfahrzeugs aus einer Transportfahrzeug-Lagebestimmungseinrichtung
ausgelesen und einer den Antrieb für das Verstellen der Verschlusseinheit steuernden
Verschlusseinheit-Steuereinrichtung zugeführt wird. Die Referenz der Lage der Mischertrommel
kann z. B. eine horizontale Ebene oder die auf eine horizontale Ebene bezogene Lage
eines die Mischertrommel aufnehmenden Transportfahrzeugs sein. Eine Idee der Erfindung
ist es auch, dass für das Bestimmen der translatorischen Geschwindigkeit der Mischertrommel
in Bezug auf eine Referenz eine Geschwindigkeit eines die Mischertrommel aufnehmenden
Transportfahrzeugs aus einer Transportfahrzeug-Geschwindigkeitsbestimmungseinrichtung
ausgelesen und einer den Antrieb für das Verstellen der Verschlusseinheit steuernden
Verschlusseinheit-Steuereinrichtung zugeführt wird.
[0022] Erfindungsgemäß kann die Referenz der translatorischen Geschwindigkeit der Mischertrommel
auch die Referenz einer in einem die Mischertrommel aufnehmenden Transportfahrzeug
erfassten Transportfahrzeug-Fahrgeschwindigkeit sein.
[0023] Eine Idee der Erfindung ist es insbesondere, dass für das Bestimmen der translatorischen
Beschleunigung der Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz eine Beschleunigung eines
die Mischertrommel aufnehmenden Transportfahrzeugs aus einer Transportfahrzeug-Beschleunigungsbestimmungseinrichtung
ausgelesen und einer den Antrieb für das Verstellen der Verschlusseinheit steuernden
Verschlusseinheit-Steuereinrichtung zugeführt wird.
[0024] Eine Idee der Erfindung ist es außerdem, dass die Referenz der translatorischen Beschleunigung
der Mischertrommel die Referenz einer in einem die Mischertrommel aufnehmenden Transportfahrzeug
erfassten Transportfahrzeug-Beschleunigung ist. Darüber hinaus ist es eine Idee der
Erfindung, dass die eingestellte Anpresskraft minimal ist, wenn die Masse und/oder
das Volumen des Mischguts in der Mischertrommel einen jeweiligen Schwellwert unterschreiten.
[0025] Die Erfindung erstreckt sich auch auf eine Steuereinrichtung für einen Antrieb einer
an einen Dichtsitz anpressbaren Verschlusseinheit für das wenigstens teilweise Freigeben
und Verschließen einer Öffnung für das Befüllen und/oder Entleeren einer um eine Drehachse
rotierbaren Mischertrommel für ein Mischgut mit einem Datenverarbeitungsprogramm zur
Durchführung aller Schritte eines vorstehend angegebenen Verfahrens.
[0026] Ein erfindungsgemäßes Transportfahrzeug hat eine um eine Drehachse rotierbare Mischertrommel
für ein Mischgut mit einer Öffnung für das Befüllen und/oder Entleeren und umfasst
ein die Mischertrommel tragendes Fahrgestell. Das Transportfahrzeug enthält eine an
einen Dichtsitz anpressbare Verschlusseinheit für das wenigstens teilweise Freigeben
und Verschließen der Öffnung und einen Antrieb für das Verstellen der Verschlusseinheit.
In dem Transportfahrzeug gibt es eine Steuereinrichtung für das Ansteuern des Antriebs
der Verschlusseinheit in Abhängigkeit einer der Steuereinrichtung zugeführten dynamischen
Zustandsgröße aus der Gruppe dynamischer Zustand des Transportfahrzeugs und/oder dynamischer
Zustand der Mischertrommel.
[0027] Eine Idee der Erfindung ist es insbesondere, dass von der Steuereinrichtung aktuelle
Messwerte zu wenigstens einer der folgenden Messgrößen: Lage der Mischertrommel in
Bezug auf eine Referenz, translatorische Geschwindigkeit der Mischertrommel in Bezug
auf eine Referenz, translatorische Beschleunigung der Mischertrommel in Bezug auf
eine Referenz, Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel um die Drehachse, in Kombination
ausgewertet werden, mit aktuellen Messwerten zu wenigstens einer der folgenden Messgrößen:
Volumen des Mischguts in der Mischertrommel, Konsistenz, insbesondere Viskosität des
Mischguts in der Mischertrommel, Masse des Mischguts in der Mischertrommel.
[0028] Von Vorteil ist es, wenn die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung mit dem Antrieb
für das Verstellen der Verschlusseinheit in Kontakt steht und Steuerungsbefehle an
den Antrieb übermittelt, sobald die Auswertung der Messwerte zu den erfassten Messgrößen
eine Änderung der Anpresskraft zwischen Dichtsitz und Verschlusseinheit erforderlich
macht. Ein Verändern der Anpresskraft zwischen Dichtsitz und Verschlusseinheit kann
erfindungsgemäß insbesondere dann erfolgen, wenn sich das Mischgut in der Mischertrommel
in Folge einer Änderung des dynamischen Zustands von Transportfahrzeug und/oder Mischertrommel
der Befüllöffnung nähert, z. B. am Beginn einer Neigung des Transportfahrzeuges oder
nach einer Stillsetzung/Inbetriebnahme der Mischertrommel. Hierfür können, wie vorstehend
ausgeführt, Lage, translatorische Geschwindigkeit und translatorische Beschleunigung
der Mischertrommel direkt gemessen oder aus Lage, translatorischer Geschwindigkeit
und translatorischer Beschleunigung des Transportfahrzeugs ermittelt bzw. abgeleitet
werden.
[0029] Besonders bevorzugt werden einer oder mehrere der nachfolgenden Messgrößen: Lage
der Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz, translatorische Geschwindigkeit der
Mischertrommel in Bezug auf eine Referenz, translatorische Beschleunigung der Mischertrommel
in Bezug auf eine Referenz, Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel um die Drehachse,
von der Verschlusseinheit-Steuereinrichtung in zeitlichen Intervallen ausgewertet,
deren Länge insbesondere zwischen 0,1 ms und 5 s gewählt sein können, während einer
oder mehrere der folgenden Messgrößen: Volumen des Mischguts in der Mischertrommel,
Konsistenz, insbesondere Viskosität des Mischguts in der Mischertrommel, Masse des
Mischguts in der Mischertrommel nach einem Befüll- oder Entleerungsvorgang der Mischertrommel
und/oder nach einer Inbetriebnahme des Transportfahrzeugs und/oder einem (ggf. kurzfristigen)
Stillstand des Transportfahrzeugs erfasst und/oder ausgewertet werden. Wie vorstehend
ausgeführt, können auch hierfür Lage, translatorische Geschwindigkeit und translatorische
Beschleunigung der Mischertrommel direkt gemessen oder aus Lage, translatorischer
Geschwindigkeit und translatorischer Beschleunigung des Transportfahrzeugs, insbesondere
in dessen Längsrichtung ermittelt bzw. abgeleitet werden.
[0030] Ein erfindungsgemäßes Transportfahrzeug kann insbesondere ein Fahrmischer sein. Er
hat eine um eine Drehachse rotierbaren Mischertrommel und eine die Mischertrommel
tragendes Fahrgestell. Die Mischertrommel ist durch eine Befüllöffnung mit einem Mischgut,
insbesondere Beton befüllbar. Der Mischertrommel ist eine Verschlusseinheit zugeordnet
und es gibt einen Antrieb für das wenigstens teilweise Verschließen der Befüllöffnung.
Die Verschlusseinheit ist an einen Dichtsitz um die Befüllöffnung mittels des Antriebs
anpressbar. Es gibt eine Verschlusseinheit-Steuereinrichtung auf, mit welcher der
Antrieb der Verschlusseinheit in Abhängigkeit eines dynamischen Zustands des Transportfahrzeuges
und/oder der Mischertrommel ansteuerbar ist.
[0031] Der dynamische Zustand des Transportfahrzeugs kann z. B. eine Lage des Transportfahrzeugs,
eine horizontale Neigung des Transportfahrzeugs, eine translatorische Geschwindigkeit
des Transportfahrzeugs in Richtung seiner Längsachse und/oder eine translatorische
Beschleunigung des Transportfahrzeugs in Richtung seiner Längsachse sein, die ermittelt
wird. Bevorzugt wird der dynamische Zustand der Mischertrommel zum einen aus dem dynamischen
Zustand des Transportfahrzeugs und zum anderen aus der Rotationsgeschwindigkeit der
Mischertrommel abgeleitet. Der dynamische Zustand von Transportfahrzeug und/oder Mischertrommel
kann auch anhand eines oder mehrerer der vorgenannten Größen beschrieben werden. Zu
bemerken ist, dass anhand der dynamischen Zustände von Transportfahrzeug und/oder
Mischertrommel einerseits sowie anhand gewisser Informationen über das Mischgut, wie
z. B. Menge, Viskosität, Dichte etc. andererseits ein möglicher Druck, den das Mischgut
auf die Verschlusseinheit ausübt, abgeschätzt werden.
[0032] Bevorzugt enthält das Transportfahrzeug eine Einrichtung für das fortlaufende Erfassen
wenigstens einer Messgröße aus der Gruppe Transportfahrzeug-Lage, Transportfahrzeug-Geschwindigkeit,
Transportfahrzeug-Beschleunigung, Mischertrommel-Rotationsgeschwindigkeit, wobei der
Steuereinrichtung die wenigstens eine fortlaufend erfasste Messgröße übermittelt wird
und wobei in der Steuereinrichtung die wenigstens eine fortlaufend erfasste Messgröße
mit wenigstens einer Information aus der Gruppe Volumen des Mischguts in der Mischertrommel,
Konsistenz, insbesondere Viskosität des Mischguts in der Mischertrommel, Masse des
Mischguts (B) in der Mischertrommel zum Steuern des Antriebs der an den Dichtsitz
anpressbaren Verschlusseinheit verknüpft wird.
[0033] Es kann z. B. eine Transportfahrzeug-Lagebestimmungseinrichtung, eine Transportfahrzeug-Geschwindigkeitsbestimmungseinrichtung,
eine Transportfahrzeug-Beschleunigungsbestimmungseinrichtung und/oder eine Mischertrommel-Rotationsgeschwindigkeitsbestimmungseinrichtung
vorgesehen sein. Hier werden aktuelle Messwerte für eine Lage, eine translatorische
Geschwindigkeit, eine translatorische Beschleunigung des Transportfahrzeuges in Bezug
auf eine Referenz und/oder für die Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel während
des Betriebs des Transportfahrzeuges kontinuierlich erfasst und an eine Steuereinrichtung
übermittelt. Dabei werden in der Steuereinrichtung die aktuellen Messwerte für eine
Lage, eine translatorische Geschwindigkeit, eine translatorische Beschleunigung des
Transportfahrzeuges und/oder für die Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel mit
wenigstens einer Information über Volumen des Mischguts in der Mischertrommel, Konsistenz,
insbesondere Viskosität des Mischguts in der Mischertrommel und/oder Masse des Mischguts
in der Mischertrommel verknüpft.
[0034] Dabei kann aus intermittierend zu messenden dynamischen Informationen, nämlich den
oben genannten Lage-, Geschwindigkeits- und/oder Beschleunigungsmesswerten sowie aus
einer statischen Information über die Substanz des Mischguts auf das Verhalten bzw.
den Zustand bzw. die Position des Mischguts in der Mischertrommel geschlossen werden.
Daraus wiederum ergibt sich eine Information über einen möglichen Druck des Mischguts
auf die Verschlusseinheit.
[0035] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in der Zeichnung in schematischer Weise
dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0036] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Transportfahrzeug in Form eines Fahrmischers in einem ersten Betriebszustand;
- Fig. 2
- das Transportfahrzeug in einem zweiten Betriebszustand,
- Fig. 3
- das Transportfahrzeug in einem dritten Betriebszustand; und
- Fig. 4
- das Transportfahrzeug in einem dritten Betriebszustand.
[0037] Die Fig. 1 zeigt ein als ein Fahrmischer 10 ausgebildetes Transportfahrzeug. Der
Fahrmischer hat ein vierachsiges, langgestrecktes Fahrgestell 11 mit einem Fahrwerk,
auf dem eine Mischertrommel 12 für ein Mischgut B, z. B. Transportbeton drehbar gelagert
ist. Die Mischertrommel 12 ist in einem mittleren Bereich des Fahrgestells 11 auf
einem Tragrahmen 13 angeordnet und kann mit Hilfe einer Mischertrommel-Antriebseinheit
15 um eine Drehachse 14 rotiert werden. Der die Mischertrommel 12 aufnehmende Tragrahmen
13 ist mit dem Fahrgestell des Fahrmischers 10 fest verbunden. Die Mischertrommel
12 hat eine Öffnung 16 für das Befüllen bzw. Beschicken und Entleeren der Mischertrommel
12. Die Öffnung 16 der Mischertrommel 12 ist an einem rückwärtigen Ende des Fahrmischers
10 angeordnet und weist in Bezug auf das Fahrgestell 11 schräg nach oben. Zum Verschließen
der Öffnung 16 ist in einem Schwenkgelenk 24 mit einer Schwenkachse 19 an dem Tragrahmen
13 eine als Verschlussklappe ausgebildete Verschlusseinheit 20 schwenkbar gelagert.
Der Tragrahmen 13 hält ein Beschickungstrichter 18, durch den die Mischertrommel 12
mit dem Mischgut B beschickt werden kann. Die Schwenkachse 19 durchsetzt einen Bereich
an einem oberhalb der Drehachse 14 der Mischertrommel 12 liegenden Abschnitt der Öffnung
16. Für das Verschwenken der Verschlusseinheit 20 in dem Schwenkgelenk 24 um die Schwenkachse
19 entsprechend dem Doppelpfeil 25 gibt es in dem Fahrmischer 10 einen Antrieb 22,
der mit der Verschlusseinheit 20 gekoppelt und von der Verschlusseinheit 20 entkoppelt
werden kann. Für die Verschlusseinheit 20 gibt es an der Mischertrommel 12 einen Dichtsitz
17. Wenn die Verschlusseinheit 20 die Öffnung 16 der Mischertrommel 12 verschließt,
liegt diese an dem Dichtsitz 17 an.
[0038] An dem Dichtsitz 17 und/oder der Verschlusseinheit 20 sind in nicht näher dargestellter
Weise verschleißarme Dichtelemente vorgesehen, die eine reibungsarme Relativbewegung
der Mischertrommel 12 mit dem daran ausgebildeten Dichtsitz 17 und der Verschlusseinheit
20 ermöglichen. Insbesondere weist die Verschlusseinheit 20 wenigstens ein elastomeres
Dichtelement auf, das auf eine entsprechende, sich mit der Mischertrommel 12 bewegende
Gegenfläche im Bereich des Dichtsitzes 17 drückt. Diese Gegenfläche kann insbesondere
eine Stirnfläche eines sogenannten Tropfrings der Mischertrommel 12 sein. Ein solcher
Topfring kann auch verhindern, dass aus der Öffnung 16 der Mischertrommel 12 versehentlich
austretendes Mischgut entlang der auf dem Fahrgestell 11 angeordneten Mischertrommel
12 nach vorne zu der Frontseite des Fahrmischers 10 läuft und diese verschmutzt.
[0039] Zu bemerken ist, dass die Verschlusseinheit 20 insbesondere ein die Öffnung 16 der
Mischertrommel 12 verschließender Deckel sein kann. Zu bemerken ist auch, dass der
Beschickungstrichter für das Beschicken der Mischertrommel 12 in einem zu dem vorstehend
angegebenen Fahrmischer 10 alternativen, modifizierten Fahrmischer-Ausführungsbeispiel
an der Verschlusseinheit festgelegt sein kann.
[0040] Die Verschlusseinheit 20 verhindert insbesondere beim Befahren von Steigungen, z.
B. bergauf bei Vorausfahrt oder bergab bei Rückwärtsfahrt, dass das transportierte,
meist dickflüssige oder viskose Mischgut B aus der Öffnung 16 für das Befüllen und/oder
Entleeren der Mischertrommel 12 unbeabsichtigt austritt. Weil die Schwenkachse 19
des Schwenkgelenks 24 in einem oberen Bereich der Befüllöffnung 16 angeordnet ist,
drückt eine lose gelagerte als Verschlussklappe ausgebildete Verschlusseinheit 20
bei ausgekuppeltem Antrieb 22 mit Hilfe der auf die Verschlusseinheit 20 wirkenden
Erdanziehungskraft auf einen an der Mischertrommel 12 ausgebildeten Dichtsitz 17.
[0041] Der Antrieb 22 für die Verschlusseinheit 20 ist als ein an dem Tragrahmen 13 festgelegter,
hydraulischer Stellantrieb gestaltet. Zu bemerken ist, dass der Antrieb 22 alternativ
hierzu auch als ein pneumatischer und/oder elektromechanischer Stellantrieb ausgebildet
sein kann. Mittels des Antriebs 22 ist es möglich, in die Verschlusseinheit 20 für
das Verstellen um die Schwenkachse 19 ein Drehmoment bzw. Stellkräfte einzuleiten.
[0042] Die Fig. 1 zeigt den Fahrmischer 10 mit einer Position der Verschlusseinheit 20,
in der die Öffnung 16 der Mischertrommel 12 freigegeben ist. Hier erzeugt der Antrieb
22 ein die Verschlusseinheit 20 anhebendes (negatives) Drehmoment. Erfindungsgemäß
werden die Stellkräfte während einer Fahrt des Fahrmischers 10 bedarfsgerecht eingestellt
und in Abhängigkeit eines oder mehrerer bestimmter Messgrößen variiert. Insbesondere
besteht ein Bedarf nach zeitweise erhöhten Stellkräften, mit denen die Verschlusseinheit
20 gegen den Dichtsitz 17 an der Mischertrommel 12 gedrückt wird, wenn der Fahrmischer
10, wie in der Fig. 4 gezeigt, eine Steigung befährt und/oder beschleunigt wird. Außerdem
besteht ein Bedarf nach zeitweise erhöhten Stellkräften, mit denen die Verschlusseinheit
20 gegen ihren Dichtsitz 17 an der Mischertrommel 12 gedrückt wird, wenn der Fahrmischer
10, wie in der Fig. 2 und Fig. 3 gezeigt, über eine sogenannte "Normalbefüllung" hinaus
befüllt wird. Weiter besteht insbesondere zeitweise ein Bedarf nach minimalen oder
negativen Stellkräften, wenn der Fahrmischer 10, wie in der Fig. 3 gezeigt, bergab
bewegt oder gebremst bewegt wird. Zu bemerken ist auch, dass wie bei dem in der Fig.
3 gezeigten Fahrzustand des Fahrmischers 10 sich gegenläufige Effekte wie Überfüllung
und Bergabfahrt zeitweise überlagern können.
[0043] In dem in der Fig. 1 gezeigten Fahrmischer 10 gibt es erste Sensoranordnungen, die
zur Erfassung von Messgrößen über den dynamischen Zustand des Fahrmischers 10 dienen.
Die von den ersten Sensoranordnungen bereitgestellten Daten werden an eine Fahrzeugsteuereinrichtung
30, insbesondere an ein Hauptsteuergerät des Fahrmischers 10 übermittelt und dort
weiterverarbeitet und/oder weitergeleitet. Die ersten Sensoranordnungen, die zur Erfassung
eines dynamischen Fahrzustands des Fahrmischers 10 dienen, umfassen insbesondere eine
Transportfahrzeug-Lagebestimmungseinrichtung 31 in Form eines Neigungsmessers, eine
Transportfahrzeug-Geschwindigkeitsbestimmungseinrichtung 32 in Form eines Tachometers
und/oder eine Transportfahrzeug-Beschleunigungsbestimmungseinrichtung 33 in Form eines
Trägheitsbeschleunigungssensors.
[0044] Die Transportfahrzeug-Lagebestimmungseinrichtung 31 ermöglicht das Bestimmen der
Neigung des Fahrmischers 10 relativ zu einer Referenz in Form einer horizontalen Ebene
H. Die horizontale Ebene H ist dabei im Wesentlichen orthogonal zu der Richtung der
Schwerkraft. In einem modifizierten Ausführungsbeispiel kann alternativ hierzu vorgesehen
sein, dass die Transportfahrzeug-Lagebestimmungseinrichtung 31 die Neigung des Fahrmischers
10 relativ zu einer Ebene in einem anderen als eine Referenz dienenden Inertialsystem
bestimmt.
[0045] Mittels der Transportfahrzeug-Geschwindigkeitsbestimmungseinrichtung 32 wird bevorzugt
eine translatorische Geschwindigkeit des Fahrmischers 10 relativ zu einer Referenz
in Form einer auf der Erde ruhenden Ebene erfasst, beispielsweise relativ zu einer
Fahrbahn F, auf welcher der Fahrmischer 10 bewegt werden kann. In einem modifizierten
Ausführungsbeispiel kann die Geschwindigkeit des Fahrmischers 10 auch relativ zu einem
anderen Inertialsystem als Referenz bestimmt werden.
[0046] Mittels der Transportfahrzeug-Beschleunigungsbestimmungseinrichtung 33 wird bevorzugt
eine translatorische Beschleunigung des Fahrmischers 10 relativ zu einer Referenz
in Form einer auf der Erde ruhenden Ebene erfasst, beispielsweise relativ zu einer
Fahrbahn F, auf welcher der Fahrmischer 10 bewegt werden kann. In einem modifizierten
Ausführungsbeispiel kann die Beschleunigung des Fahrmischers 10 auch relativ zu einem
anderen Inertialsystem als Referenz bestimmt werden. Es versteht sich von selbst,
dass aus Messwerten der Transportfahrzeug-Geschwindigkeitsbestimmungseinrichtung 32
Beschleunigungswerte errechnet werden können.
[0047] Aus den mittels der ersten Sensoranordnungen gewonnenen dynamischen Daten zu der
Bewegung des Fahrmischers 10 können in der Fahrzeugsteuereinrichtung 30 und/oder in
der Verschlusseinheit-Steuereinrichtung 40 dynamische Daten zu der Bewegung der Mischertrommel
12 bestimmt werden. Gemäß einem besonders einfachen erfindungsgemäßen Verfahren werden
die zu dem Fahrmischer 10 gewonnenen Daten als Daten über die Bewegung der Mischertrommel
12 interpretiert. In einem modifizierten Ausführungsbeispiel werden die ersten Sensoranordnungen
zur Erfassung eines dynamischen Zustands der Mischertrommel 12 direkt an der Mischertrommel
angeordnet.
[0048] Der Fahrmischer 10 kann optional eine zweite Sensoranordnung 41 enthalten, die zur
Erfassung eines dynamischen Zustandsparameters der Mischertrommel 12, insbesondere
der Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel 12 dient. Die von der zweiten Sensoranordnung
41 gewonnenen Daten sind an eine Verschlusseinheit-Steuereinrichtung 40 übertragbar,
wobei die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung 40 dazu vorgesehen ist, den Antrieb
22 für das Verstellen der Verschlusseinheit 20 anzusteuern bzw. zu regeln. In einem
weiter bevorzugten Ausführungsbeispiel wird die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung
40 auch zur Ansteuerung der Mischertrommel-Antriebseinheit 15 verwendet. Erfindungsgemäß
werden die Daten der ersten Sensoranordnungen an die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung
40 übermittelt und dort gespeichert und/oder verarbeitet. Insbesondere sind aus den
Daten der ersten Sensoranordnungen sowie aus den Daten der zweiten Sensoranordnung
41 Informationen errechenbar über den dynamischen Zustand der Mischertrommel 12 und/oder
des Mischguts B. In einem modifizierten Ausführungsbeispiel ist die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung
in die Fahrzeugsteuereinrichtung integriert.
[0049] Optional kann der Fahrmischer 10 auch eine dritte Sensoranordnung 52 aufweisen, mit
der Daten zu Volumen, Konsistenz, d.h. Dichte und/oder Viskosität und/oder Art oder
Zusammensetzung des Mischguts etc., Temperatur und/oder Masse des Mischguts B in der
Mischertrommel 12 erfasst bzw. gesammelt werden können. Insbesondere kann eine Waage
zur Erfassung einer durch das in der Mischertrommel befindliche Mischgut ausgeübte
Gewichtskraftkomponente vorgesehen sein. Alternativ oder zusätzlich kann in dem Fahrmischer
10 auch ein Eingabe-/Datenübermittlungsgerät 50 vorgesehen sein, mit dem von außerhalb
des Fahrmischers 10 ankommende Informationen über Volumen, über Konsistenz, d.h. die
Dichte, die Viskosität, die Art oder Zusammensetzung des Mischguts etc., über Temperatur
und/oder Masse des Mischguts B in der Mischertrommel 12 eingelesen und ggf. verarbeitet
werden können. Besonders bevorzugt ist das Eingabe-/Datenübermittlungsgerät 50 so
ausgebildet, dass der Fahrer des Fahrmischers 10 hier Informationen über Volumen,
über Konsistenz, d.h. die Dichte, die Viskosität, die Art oder Zusammensetzung des
Mischguts etc., über Temperatur und/oder Masse des Mischguts B manuell eingeben kann.
[0050] Die von der dritten Sensoranordnung 52 bereitgestellten Daten und/oder die über das
Eingabe-/Datenübermittlungsgerät 50 erfassten Daten ermöglichen Rückschlüsse auf intrinsische,
latente bzw. stoffliche und/oder körperliche Eigenschaften des Mischguts B. Die genannten
Daten werden an die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung 40 übertragen, in der sie
zur Ermittlung eines dynamischen Zustands des Mischguts in der Mischertrommel 12 herangezogen
werden können. Es versteht sich von selbst, dass nicht alle der genannten Messgrößen
erfasst bzw. verarbeitet werden müssen. Vielmehr kann anhand ausgewählter einzelner
Daten bereits mit hinreichender Konkretisierung und Genauigkeit auf die stofflichen
bzw. körperlichen Eigenschaften des Mischguts geschlossen werden. In einem modifizierten
Ausführungsbeispiel werden beispielsweise nur Art des Mischguts, Masse und/oder Volumen
des Mischguts mit Hilfe der dritten Sensoranordnung 52 und/oder mit Hilfe des Eingabe-/Datenübermittlungsgeräts
50 erfasst, wobei unter Verwendung voreingestellter Relationen oder Stoffwerte zu
einem bestimmten Mischgut-Typ ein ausreichender Rückschluss auf aktuelle Eigenschaften
des geladenen Mischguts ermöglicht wird.
[0051] Bei einem erfindungsgemäßen Betrieb wird der Fahrmischer 10 zunächst mit Mischgut
B befüllt. In diesem Zusammenhang werden zumindest optional Daten über das Mischgut,
nämlich Volumen des Mischguts B in der Mischertrommel 12, Konsistenz, insbesondere
Viskosität, Dichte und/oder Art des Mischguts B in der Mischertrommel 12 und/oder
Masse des Mischguts B mit Hilfe der dritten Sensoranordnung 52 und/oder mit Hilfe
des Eingabe-/Datenübermittlungsgeräts 50 erfasst.
[0052] Der Fahrmischer 10 wird z. B. über die Fahrbahn F bewegt, um das Mischgut von einem
Ort zu einem anderen zu transportieren. Dabei wird während des Transportvorgangs die
Mischertrommel 12 in hinreichend bekannter Weise um ihre Drehachse 14 rotiert, so
dass das Mischgut in Bewegung bleibt. Während des Transportvorgangs wird außerdem
die Öffnung 16 zum Beschicken und Entleeren der Mischertrommel 12 mittels der Verschlusseinheit
20 verschlossen, sofern die Mischertrommel 12 nicht leer ist. Zum Einstellen einer
Anpresskraft zwischen Verschlusseinheit 20 und Dichtsitz 17 wird der Antrieb 22 für
das Verstellen der Verschlusseinheit 20 von der Verschlusseinheit-Steuereinrichtung
40 angesteuert.
[0053] Zur Bestimmung der erforderlichen Anpresskraft werden durch die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung
40 aktuelle Werte zu wenigstens einem der folgenden Messgrößen ausgewertet: Lage des
Fahrmischers 10 und/oder der Mischertrommel 12 in Bezug auf die horizontale Ebene
H, translatorische Geschwindigkeit des Fahrmischers 10 und/oder der Mischertrommel
12 in Bezug auf eine Fahrbahn F, translatorische Beschleunigung des Fahrmischers 10
und/oder der Mischertrommel 12 in Bezug auf eine Fahrbahn F, Rotationsgeschwindigkeit
der Mischertrommel 12 um ihre Drehachse 14.
[0054] Nach Erfassung aktueller Messwerte von wenigstens einer der vorgenannten Messgrößen
während eines Transportvorgangs, insbesondere während einer Fahrt des Fahrmischers
10, wird eine die Verschlusseinheit 20 an den Dichtsitz 17 anpressende Anpresskraft
in Abhängigkeit wenigstens einer dieser Messgrößen ermittelt und nachfolgend eingestellt.
Optional kann die Anpresskraft auch zusätzlich in Abhängigkeit von erfassten Daten
zum Mischgut eingestellt werden.
[0055] Ein bevorzugtes erfindungsgemäßes Verfahren weist im Einzelnen folgende Verfahrensschritte
auf: Anhand kontinuierlich zu erfassender aktueller Messwerte der ersten Sensoranordnungen
zu einem oder mehreren der folgenden Messgrößen wird in einem Verfahrensschritt auf
den dynamischen Zustand der Mischertrommel 12 während einer Fahrt des als Fahrmischers
10 ausgebildeten Transportfahrzeugs rückgeschlossen: Lage des Fahrmischers 10 in Bezug
auf die horizontale Ebene H, translatorische Geschwindigkeit des Fahrmischers 10 in
Bezug auf die Fahrbahn F, translatorische Beschleunigung des Fahrmischers 10 in Bezug
auf die Fahrbahn F, Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel 12 um die Drehachse
14.
[0056] Dabei wird davon ausgegangen, dass Lage und Bewegung des Fahrmischers 10 über das
Fahrgestell 11 und den Tragrahmen 13 unmittelbar auch Auswirkungen auf die Mischertrommel
12 haben. Entsprechend werden alle zu der Lage und Bewegung des Fahrmischers 10 ermittelten
Daten als Daten herangezogen, welche die Lage und Bewegung der Mischertrommel 12 beschreiben.
[0057] In einem weiteren Verfahrensschritt wird eine aktuelle Information zu einem der folgenden
Messgrößen mit Hilfe der zweiten Sensoranordnung und/oder mit Hilfe des Eingabe-/Datenübermittlungsgeräts
50 in eine von der Verschlusseinheit-Steuereinrichtung 40 durchzuführende Rechenoperation
einbezogen: Volumen des Mischguts B in der Mischertrommel 12, Konsistenz, insbesondere
Temperatur, Dichte, Zusammensetzung und/oder Viskosität des Mischguts B in der Mischertrommel
12, Masse des Mischguts B in der Mischertrommel 12.
[0058] Anschließend wird in der Verschlusseinheit-Steuereinrichtung 40 auf den dynamischen
Zustand des Mischguts B in der Mischertrommel 12 geschlossen. Anhand des dynamischen
Zustandes des Mischguts B in der Mischertrommel 12 wird wiederum ermittelt, ob das
Mischgut gegen die Verschlusseinheit 20 drückt bzw. mit der Verschlusseinheit in Kontakt
gelangt. Falls die Verschlusseinheit-Steuereinrichtung 40 einen Druck des Mischguts
B auf die Verschlusseinheit 20 bzw. einen drohenden Kontakt errechnet, erhöht sie
die Anpresskraft der Verschlusseinheit auf ihren Dichtsitz, indem sie den Antrieb
22 der Verschlusseinheit 20 entsprechend ansteuert.
[0059] Hierfür können insbesondere folgende dynamischen Zustände des Mischguts B in der
Mischertrommel 12 z. B. automatisiert ermittelt werden:
- a) Normalbefüllung der Mischertrommel in Kombination mit ruhendem Fahrmischer-Transportfahrzeug
(vgl. Fig. 1),
- b) Normalbefüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer Fahrt auf ebener Fahrbahn
mit konstanter Geschwindigkeit,
- c) Normalbefüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer Talfahrt des Fahrmischer-Transportfahrzeugs,
- d) Normalbefüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer Bergfahrt des Fahrmischer-Transportfahrzeugs,
- e) Normalbefüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer beschleunigenden Fahrt
des Fahrmischer-Transportfahrzeugs,
- f) Normalbefüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer gebremsten Fahrt des
Fahrmischer-Transportfahrzeugs,
- g) Überfüllung oder Maximalfüllung der Mischertrommel in Kombination mit ruhendem
Fahrmischer-Transportfahrzeug (vgl. Fig. 2),
- h) Überfüllung oder Maximalfüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer Fahrt
auf ebener Fahrbahn mit konstanter Geschwindigkeit,
- i) Überfüllung oder Maximalfüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer Talfahrt
des Fahrmischer-Transportfahrzeugs (vgl. Fig. 3),
- j) Überfüllung oder Maximalfüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer Bergfahrt
des Fahrmischer-Transportfahrzeugs (vgl. Fig. 4),
- k) Überfüllung oder Maximalfüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer beschleunigenden
Fahrt des Fahrmischer-Transportfahrzeugs,
- l) Überfüllung oder Maximalfüllung der Mischertrommel in Kombination mit einer gebremsten
Fahrt des Fahrmischer-Transportfahrzeugs.
[0060] In den Zuständen d) und e) kann das Mischgut B durch Schwappen infolge seiner Trägheit
gegen die Verschlusseinheit 20 gedrückt werden, wobei es in den Zuständen a) bis c)
sowie f) nicht mit der Verschlusseinheit 20 in Berührung kommen sollte. Einer der
letztgenannten Betriebszustände, Zustand a), ist in beispielhaft in Fig. 1 skizziert.
[0061] In den Zuständen g) bis l) kommt das Mischgut B regelmäßig mit der Verschlusseinheit
20 in Berührung, wobei der auf die Verschlusseinheit ausgeübte Druck stark von den
aktuellen Werten der o.g. Messgrößen abhängt.
[0062] Folglich wird eine die Verschlusseinheit 20 an den Dichtsitz 17 drückende Anpresskraft
wie folgt an die o.g. Zustände angepasst bedarfsgerecht eingestellt:
- a) Anpresskraft wird auf einen vorbestimmten Minimalwert größer oder gleich Null eingestellt,
in bestimmten Fällen (z. B. beim Befüllen) wird eine negative Anpresskraft eingestellt
(vgl. Fig. 1),
- b) Anpresskraft wird auf einen vorbestimmten Minimalwert größer oder gleich Null eingestellt,
- c) Anpresskraft wird auf einen vorbestimmten Minimalwert größer oder gleich Null eingestellt,
- d) Anpresskraft wird gegenüber dem Minimalwert erhöht, je größer die Steigung, desto
höher die Anpresskraft,
- e) Anpresskraft wird gegenüber dem Minimalwert erhöht, je größer die Beschleunigung,
desto höher die Anpresskraft,
- f) Anpresskraft wird auf einen vorbestimmten Minimalwert größer oder gleich Null eingestellt,
- g) Anpresskraft wird gegenüber dem Minimalwert erhöht, je größer die Überfüllung,
desto höher die Anpresskraft (vgl. Fig. 2),
- h) Anpresskraft wird gegenüber dem Minimalwert erhöht, je größer die Überfüllung,
desto höher die Anpresskraft,
- i) Anpresskraft wird gegenüber dem Minimalwert erhöht, je größer das Gefälle, desto
geringer ist die Erhöhung gegenüber der minimalen Anpresskraft (vgl. Fig. 3),
- j) Anpresskraft wird gegenüber den Werten in den Fällen g) und h) weiter erhöht, je
größer die Steigung, desto höher die Anpresskraft (vgl. Fig. 4),
- k) Anpresskraft wird gegenüber den Werten in den Fällen g) und h) weiter erhöht, je
größer die Beschleunigung, desto höher die Anpresskraft,
- l) Anpresskraft wird gegenüber dem Minimalwert erhöht, je stärker die Verzögerung,
desto geringer ist die Erhöhung gegenüber der minimalen Anpresskraft.
[0063] Die Fig. 2 zeigt den Fahrmischer 10 der Fig. 1 bei der Fahrt mit einer konstanten
Geschwindigkeit v1 auf einer horizontalen Fahrbahn F. Hier ist die Mischertrommel
12 überfüllt. In die Mischertrommel 12 ist hier mehr Mischgut B eingefüllt als in
dem in der Fig. 1 gezeigten Betriebszustand des Fahrmischers 10. Dabei drückt das
Mischgut B gegen die Verschlusseinheit 20. Erfindungsgemäß wird der Antrieb 22 hier
derart aktiviert und angesteuert, dass er dann eine gegenüber der minimalen Anpresskraft
erhöhte Anpresskraft P1 auf die Verschlusseinheit 20 ausübt.
[0064] In Fig. 3 ist der Fahrmischer 10 der Fig. 1 auf einer Fahrt mit einer konstanten
Geschwindigkeit v2 auf einer abschüssigen Fahrbahn F skizziert, wobei die Mischertrommel
12 zugleich eine gewisse Überfüllung aufweist. Hier ist mehr Mischgut B eingefüllt
als im Betriebszustand nach Fig. 1. Dabei gleichen sich teilweise gegenläufige Effekte
aus, wobei per Saldo das Mischgut B immer noch gegen die Verschlusseinheit 20 drückt.
Erfindungsgemäß wird der Antrieb 22 hier derart aktiviert und angesteuert, dass er
eine Anpresskraft P2 auf die Verschlusseinheit 20 ausübt. Die Anpresskraft P2 ist
dabei kleiner als die Anpresskraft P1 im Betriebszustand nach Fig. 2.
[0065] Die Fig. 4 zeigt den Fahrmischer 10 der Fig. 1 auf einer Fahrt mit einer konstanten
Geschwindigkeit v3 auf einer ansteigenden Fahrbahn F. Die Mischertrommel 12 ist auch
hier überfüllt, d.h. es ist in die Mischertrommel 12 mehr Mischgut B eingefüllt als
in dem in der Fig. 1 gezeigten Betriebszustand. Es addieren sich hier gleichlaufende
Effekte, wobei per Saldo das Mischgut B besonders stark gegen die Verschlusseinheit
20 drückt. Erfindungsgemäß wird der Antrieb 22 derart aktiviert und angesteuert, dass
er eine Anpresskraft P3 auf die Verschlusseinheit 20 ausübt. Die Anpresskraft P3 ist
dabei größer als die Anpresskraft P1 im Betriebszustand nach Fig. 2 und ebenfalls
größer als die Anpresskraft P2 im Betriebszustand nach Fig. 3.
[0066] In einem weiter modifizierten Ausführungsbeispiel wird bei nicht rotierender Mischertrommel
12 in allen Betriebszuständen die Anpresskraft auf einen vorbestimmten Minimalwert
eingestellt.
[0067] Indem die Anpresskraft bedarfsgerecht erhöht und vermindert wird, kann der vorbestimmte
Minimalwert besonders klein gewählt werden. Der Minimalwert der Anpresskraft, welche
die Verschlusseinheit 20 gegen den Dichtsitz 17 drückt, kann auch auf den Wert Null
eingestellt werden. Hier kompensiert der Antrieb 22 dann eine von der Gewichtskraft
der Verschlusseinheit 20 hervorgerufene Kraftkomponente mit einer Gegenkraft. Diese
Maßnahme minimiert den zwischen der rotierenden Mischertrommel 12 und der Verschlusseinheit
20 auftretenden Verschleiß. Umgekehrt wird durch eine bedarfsabhängige, zuverlässige
Erhöhung der Anpresskraft der Verschlusseinheit auf ihren Dichtsitz ein Austritt von
Mischgut auch unter Extrembedingungen wie Überladung und Bergfahrt zuverlässig vermieden.
[0068] Darüber hinaus sei bemerkt, dass sich die Erfindung auch auf Mischertrommein mit
einer an einen Dichtsitz anpressbaren Verschlusseinheit und Verfahren zum Einstellen
einer solchen Verschlusseinheit erstreckt, bei denen Kombinationen von Merkmalen verschiedener
Ausführungsbeispiele der vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele anzutreffen
sind.
[0069] Zusammenfassend sind folgende bevorzugte Merkmale der Erfindung festzuhalten: Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einstellen einer an einen Dichtsitz 17 anpressbaren
Verschlusseinheit 20 für das wenigstens teilweise Freigeben und Verschließen einer
Öffnung 16 für das Befüllen und/oder Entleeren einer um eine Drehachse 14 rotierbaren
Mischertrommel 12 für ein Mischgut B. Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf:
Erfassen wenigstens einer Messgröße aus der Gruppe Lage der Mischertrommel 12 in Bezug
auf eine Referenz F, H, translatorische Geschwindigkeit der Mischertrommel in Bezug
auf eine Referenz F, translatorische Beschleunigung der Mischertrommel in Bezug auf
eine Referenz F, Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel 12 um die Drehachse 14,
Volumen des Mischguts B in der Mischertrommel 12, Konsistenz, insbesondere Viskosität
des Mischguts B in der Mischertrommel 12, Masse des Mischguts B in der Mischertrommel
12 und Einstellen einer die Verschlusseinheit 20 an den Dichtsitz 17 anpressenden
Anpresskraft P1, P2, P3 in Abhängigkeit der wenigstens einen Messgröße. Die Erfindung
betrifft auch ein Transportfahrzeug mit einer um eine Drehachse rotierbaren Mischertrommel
12, insbesondere Fahrmischer 10, mit einem die Mischertrommel 12 tragenden Fahrgestell
11, wobei die Mischertrommel 12 durch eine Öffnung 16 mit einem Mischgut B, insbesondere
Beton, befüllbar ist, und wobei der Mischertrommel 12 eine Verschlusseinheit 20 zugeordnet
ist für das wenigstens teilweise Verschließen der Öffnung 16, die an einen Dichtsitz
17 um die Öffnung 16 mittels eines Antriebs 22 anpressbar ist. Das Transportfahrzeug
enthält eine Steuereinrichtung 40, mittels welcher der Antrieb 22 der Verschlusseinheit
20 in Abhängigkeit eines dynamischen Zustands des Transportfahrzeuges, insbesondere
Fahrmischers 10 und/oder der Mischertrommel 12 ansteuerbar ist.
Bezugszeichenliste:
[0070]
- 10
- Fahrmischer bzw. Transportfahrzeug
- 11
- Fahrgestell
- 12
- Mischertrommel
- 13
- Tragrahmen und Fahrgestell
- 14
- Drehachse
- 15
- Mischertrommel-Antriebseinheit
- 16
- Öffnung
- 17
- Dichtsitz
- 18
- Beschickungstrichter
- 19
- Schwenkachse
- 20
- Verschlusseinheit
- 22
- Antrieb
- 24
- Schwenkgelenk
- 25
- Doppelpfeil
- 30
- Steuereinrichtung
- 31
- Transportfahrzeug-Lagebestimmungseinrichtung
- 32
- Transportfahrzeug-Geschwindigkeitsbestimmungseinrichtung
- 33
- Transportfahrzeug-Beschleunigungsbestimmungseinrichtung
- 40
- Verschlusseinheit-Steuereinrichtung
- 41
- zweite Sensoranordnung
- 50
- Eingabe-/Datenübermittlungsgerät
- 52
- dritte Sensoranordnung
- B
- Mischgut
- F
- Fahrbahn
- H
- Referenz, horizontale Ebene
- P1
- Anpresskraft
- P2
- Anpresskraft
- P3
- Anpresskraft
- v1
- Geschwindigkeit
- v2
- Geschwindigkeit
- v3
- Geschwindigkeit
1. Verfahren zum Einstellen einer an einen Dichtsitz (17) anpressbaren Verschlusseinheit
(20) für das wenigstens teilweise Freigeben und Verschließen einer Öffnung (16) für
das Befüllen und/oder Entleeren einer um eine Drehachse (14) rotierbaren Mischertrommel
(12) für ein Mischgut (B),
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
Erfassen wenigstens einer Messgröße aus der Gruppe Lage der Mischertrommel (12) in
Bezug auf eine Referenz (F, H), translatorische Geschwindigkeit der Mischertrommel
in Bezug auf eine Referenz (F), translatorische Beschleunigung der Mischertrommel
in Bezug auf eine Referenz (F), Rotationsgeschwindigkeit der Mischertrommel (12) um
die Drehachse (14), Volumen des Mischguts (B) in der Mischertrommel (12), Konsistenz,
insbesondere Viskosität des Mischguts (B) in der Mischertrommel (12), Masse des Mischguts
(B) in der Mischertrommel (12); und
Einstellen einer die Verschlusseinheit (20) an den Dichtsitz (17) anpressenden Anpresskraft
(P1, P2, P3) in Abhängigkeit der wenigstens einen Messgröße.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpresskraft (P1, P2, P3) wenigstens teilweise mittels eines Antriebs (22) für
das Verstellen der Verschlusseinheit (20) erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpresskraft (P1, P2, P3) wenigstens teilweise mittels einer Kraftkomponente
erzeugt wird, die von einer auf die Verschlusseinheit (20) wirkenden Gewichtskraft
hervorgerufen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass für das Bestimmen der Lage der Mischertrommel (12) in Bezug auf eine Referenz (H)
eine Lage eines die Mischertrommel (12) aufnehmenden Transportfahrzeugs (10) aus einer
Transportfahrzeug-Lagebestimmungseinrichtung (31) ausgelesen und einer den Antrieb
(22) für das Verstellen der Verschlusseinheit (20) steuernden Verschlusseinheit-Steuereinrichtung
(40) zugeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenz (H) der Lage der Mischertrommel (12) eine horizontale Ebene ist oder
die auf eine horizontale Ebene (H) bezogene Lage eines die Mischertrommel (12) aufnehmenden
Transportfahrzeugs (10) ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass für das Bestimmen der translatorischen Geschwindigkeit der Mischertrommel (12) in
Bezug auf eine Referenz (F) eine Geschwindigkeit (v1, v2, v3) eines die Mischertrommel
(12) aufnehmenden Transportfahrzeugs (10) aus einer Transportfahrzeug-Geschwindigkeitsbestimmungseinrichtung
(32) ausgelesen und einer den Antrieb (22) für das Verstellen der Verschlusseinheit
(20) steuernden Verschlusseinheit-Steuereinrichtung (40) zugeführt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenz (F) der translatorischen Geschwindigkeit der Mischertrommel (12) die
Referenz (F) einer in einem die Mischertrommel (12) aufnehmenden Transportfahrzeug
(10) erfassten Transportfahrzeug-Fahrgeschwindigkeit (v1, v2, v3) ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass für das Bestimmen der translatorischen Beschleunigung der Mischertrommel (12) in
Bezug auf eine Referenz (F) eine Beschleunigung eines die Mischertrommel (12) aufnehmenden
Transportfahrzeugs (10) aus einer Transportfahrzeug-Beschleunigungsbestimmungseinrichtung
(33) ausgelesen und einer den Antrieb (22) für das Verstellen der Verschlusseinheit
(20) steuernden Verschlusseinheit-Steuereinrichtung (40) zugeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenz (F) der translatorischen Beschleunigung der Mischertrommel (12) die
Referenz (F) einer in einem die Mischertrommel (12) aufnehmenden Transportfahrzeug
(10) erfassten Transportfahrzeug-Beschleunigung ist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die eingestellte Anpresskraft (P1, P2, P3) minimal ist, wenn die Masse und/oder das
Volumen des Mischguts in der Mischertrommel (12) einen jeweiligen Schwellwert unterschreiten.
11. Steuereinrichtung (40) für einen Antrieb (22) einer an einen Dichtsitz (17) anpressbaren
Verschlusseinheit (20) für das wenigstens teilweise Freigeben und Verschließen einer
Öffnung (16) für das Befüllen und/oder Entleeren einer um eine Drehachse (14) rotierbaren
Mischertrommel (12) für ein Mischgut (B) mit einem Datenverarbeitungsprogramm zur
Durchführung aller Schritte eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10.
12. Transportfahrzeug, insbesondere Fahrmischer (10) mit einer um eine Drehachse rotierbaren
Mischertrommel (12) für ein Mischgut mit einer Öffnung (16) für das Befüllen und/oder
Entleeren, mit einem die Mischertrommel (12) tragenden Fahrgestell (11, 13) und mit
einer an einen Dichtsitz (17) anpressbaren Verschlusseinheit (20) für das wenigstens
teilweise Freigeben und Verschließen der Öffnung (16), und mit einem Antrieb (22)
für das Verstellen der Verschlusseinheit (20),
gekennzeichnet durch
eine Steuereinrichtung (40) für das Ansteuern des Antriebs (22) der Verschlusseinheit
(20) in Abhängigkeit einer der Steuereinrichtung (40) zugeführten dynamischen Zustandsgröße
aus der Gruppe dynamischer Zustand des Transportfahrzeugs (10) und/oder dynamischer
Zustand der Mischertrommel (12).
13. Transportfahrzeug nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (40) nach Anspruch 11 ausgestaltet ist.
14. Transportfahrzeug nach Anspruch 12 oder 13, gekennzeichnet durch eine Einrichtung (31, 32, 33, 41) für das fortlaufende Erfassen wenigstens einer
Messgröße aus der Gruppe Transportfahrzeug-Lage, Transportfahrzeug-Geschwindigkeit,
Transportfahrzeug-Beschleunigung, Mischertrommel-Rotationsgeschwindigkeit, wobei die
Steuereinrichtung (30, 40) die wenigstens eine fortlaufend erfasste Messgröße erhält
und wobei die Steuereinheit (30, 40) die wenigstens eine fortlaufend erfasste Messgröße
mit wenigstens einer Information aus der Gruppe Volumen des Mischguts (B) in der Mischertrommel
(12), Konsistenz, insbesondere Viskosität des Mischguts (B) in der Mischertrommel
(12), Masse des Mischguts (B) in der Mischertrommel (12) für das Steuern des Antriebs
(22) der an den Dichtsitz (17) anpressbaren Verschlusseinheit (20) verknüpft.
15. Als Fahrmischer ausgebildetes Transportfahrzeug nach einem der Ansprüche 12 bis 14.