[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Anordnung einer Zugsicherungskomponente,
insbesondere einer Balise, zwischen zwei Stockschienen in einem Gleisbereich.
[0002] Zugsicherungskomponenten, wie Balise, Gleismagnete, Loop-Kabel, werden im Eisenbahnverkehr
eingesetzt, um sicherheitsrelevante Informationen auf ein Schienenfahrzeug zu funken
bzw. von diesem zu empfangen. Zugsicherungskomponenten sind damit in der Regel im
eigentlichen Sinne elektromagnetische Sende- und Empfangstransponder, die im Gleisbereich
zwischen den beiden Stockschienen des Gleises angeordnet sind. Wird das Gleis von
Schwellenkörpern getragen, werden die Zugsicherungskomponenten in der Regel in einem
sogenannten Schwellenfach zwischen zwei Schwellenkörpern angeordnet. Bei einer festen
Fahrbahn wird die Zugsicherungskomponente entsprechend direkt auf dem Boden der Fahrbahn
befestigt. Mit der Einführung des European Train Control System (ETCS) sind sowohl
der Ort der Anordnung einer Balise (auch ETCS-Balise genannt) als auch die von der
Balise zu sendenden und zu empfangenden Telegramme weitgehend vorbestimmt.
[0003] Besonders in den alpinen Zone sind grundsätzlich alle im Gleisbereich angeordneten
Zugsicherungs- und Zugbeeinflussungselemente, und damit auch Balisen, anspruchsvollen
Umweltbedingungen ausgesetzt. Extremer Frost, grosse Hitze, Nässe, zum Teil gepaart
mit Streusalz, sowie vor allen Dingen die in diesen alpinen Bereichen im Winterhalbjahr
auftretende Schneebedeckung stellen die Lieferanten der Zugsicherungskomponenten und
die Bahnunternehmen vor gewisse Herausforderungen. Dabei stellt besonders die automatische
Schneeräumung mit Schneeräumfahrzeugen, wie Pneu- und Raupenfahrzeugen, eine besondere
Gefahr dar, weil zum Beispiel die Balisen ungeschützt und unsichtbar unter der Schneedecke
liegen. Es hängt damit oft vom Geschick der Schneeräumung ab, dass die Balisen bei
der Schneeräumung nicht zerstört bzw. aus ihrer Verankerung gerissen werden.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur
Anordnung einer Zugsicherungskomponente, insbesondere einer Balise, zwischen zwei
Stockschienen in einem Gleisbereich anzugeben, bei der die Zugsicherungskomponente
signifikant besser gegen Beschädigungen bei der Schneeräumung geschützt ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch eine Vorrichtung zur Anordnung einer Zugsicherungskomponente
zwischen zwei Stockschienen in einem Gleisbereich gelöst, welche die folgenden Komponenten
umfasst:
- a) eine Abdeckplatte;
- b) eine Anzahl von Montageelementen, mit denen die Abdeckplatte an den Stockschienen
oder an die Stockschienen tragenden Schwellenkörpern befestigbar ist;
- c) auf der Unterseite der Abdeckplatte angeordnete Halteelemente, insbesondere Einschubelemente,
aufweist, von denen die Zugsicherungskomponente aufnehmbar ist; und
- d) Befestigungselemente zur Befestigung der Zugsicherungskomponente an den Halteelementen
und/oder an der Abdeckplatte.
[0006] Auf diese Weise ist es mit der Vorrichtung möglich die Zugsicherungskomponente sicher
gegen Beschädigungen bei der Schneeräumung schützen zu können. Durch die Befestigung
der Abdeckplatte an den Stockschienen und/oder den Schwellenkörpern und die an der
Abdeckplatte unterseitig angeordneten Einschubelement wird die Zugsicherungskomponente
zudem in einer vorbestimmbaren Position relativ zum Gleis gehalten.
[0007] Zur Vermeidung eines Hitze- oder Feuchtigkeitsstaus unter der Abdeckplatte kann es
vorgesehen sein, dass die Abdeckplatte Durchbrüche aufweist. Diese Durchbrüche können
als runde Löcher oder auch als Gitterrost realisiert sein. Die Grösse dieser Durchbrüche
kann dabei auch so bemessen sein, dass eine manuelle oder automatische Gleisstopfung
des Gleisschotters bis nah heran an die Zugsicherungskomponente ermöglicht ist.
[0008] Da die Zugsicherungskomponente in der Regel ein elektromagnetischer Transponder ist,
kann die Abdeckplatte aus einem Material gestaltet ist, das für elektrische und magnetische
Wechselfelder transparent ist. Hierzu kann die Abdeckplatte beispielsweise aus einem
glasfaserverstärkten Kunststoff oder einem Polymerbeton gefertigt sein.
[0009] Bei Bauarbeiten oder sonstige Gleisarbeiten kann es gewünscht sein, dass die Zugsicherungskomponente
temporär deaktivierbar ist. Hierzu können die Halteelemente vorzugsweise so ausgestaltet
sein, dass zwischen die Zugsicherungskomponente und die Unterseite der Abdeckplatte
eine Abschirmplatte einführbar ist. Damit kann das Schienenfahrzeug die von der Zugsicherungskomponente
ausgesendeten Datentelegramme nicht empfangen, was auch in der umgekehrten Richtung
gilt.
[0010] Um gegen die bei der Schneeräumung eingesetzten Werkzeuge möglichst wenig Angriffsfläche
zu bieten, kann es in einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen
sein, die Abdeckplatte an ihrer Rändern zumindest teilweise in Richtung zu ihrer Unterseite
abgebogen ist.
[0011] Die Vorrichtung ist besonders zweckmässig einsetzbar, wenn die Zugsicherungskomponente
eine Balise ist.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung können den übrigen Unteransprüchen
entnommen werden.
[0013] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend mit
Bezug zu den anhängenden Figuren beschrieben. Diese zeigen in:
Figur 1 schematisch eine Aufsicht auf ein Gleis mit zwei jeweils unter einer Abdeckplatte
montierte Balisen;
Figur 2 schematisch die Figur 1 nun leicht perspektivisch von unten gesehen;
Figur 3 schematisch die Figur 1 von unten gesehen; und
Figur 4 schematisch die Figur 1 von unten gesehen mit geringfügig geänderten Einschubelementen.
[0014] Die Figur 1 zeigt schematisch eine Aufsicht auf ein Gleis 2 mit zwei jeweils unter
einer Abdeckplatte 4, 6 montierten Balisen 8, 10 (vgl. Figur 2). Die Abdeckplatten
4, 6 liegen auf Schwellenkörper 12 auf, die auch die beiden Stockschienen 14, 16 des
Gleises 2 tragen. Weiter sind je Abdeckplatte 4, 6 vier Montageelemente 18a bis 18d
vorgesehen, mit denen die Abdeckplatte an dem Schienenfuss der Stockschienen 14, 16
befestigt sind. Es wäre auch denkbar, die Abdeckplatten 4, 6 alternativ oder zusätzlich
direkt auf den Schwellenkörpern 12 zu befestigen. Auf ihren Unterseiten weisen die
Abdeckplatten 4, 6, wie in Figur 2 besser ersichtlich, als Halteelemente ausgestaltete
Einschubelemente 20a, 20b auf, die in diesem Ausführungsbeispiel u-förmig gestaltet
sind, sodass die Balisen 8, 10 leicht in diese Einschubelemente 20a, 20b einschiebbar
sind. Für die Balise 8 ist zusätzlich noch schematisch eine Anschlussleitung 22 gezeigt.
Ausserdem sind mit kreisrunden Hervorhebungen 24 Befestigungselemente symbolisiert,
die zur symmetrische und asymmetrischen Befestigung der Balise 8, 10 an den Einschubelementen
20a, 20b und/oder an der Abdeckplatte 4, 6 dienen. So können die kreisrunden Hervorhebungen
24 auch Löcher darstellen, in die Flachkopfschrauben eingedreht sind, so dass auch
bei festgesetzter Balise die Schraubenköpfe nicht über die zugseitig ausgerichtete
Oberfläche der Abdeckplatten 4, 6 hinausragen. Aus der leicht perspektivischen Ansicht
von unten ist auch zu erkennen, dass die Abdeckplatten 4, 6 an ihren über die äusseren
Schwellenkörper hinausragenden Ende 26a, 26b leicht nach unten gebogen sind, um so
den Schneeräumwerkzeugen so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten.
[0015] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die Abdeckplatte 4, 6 aus einem Material
gestaltet ist, das für elektrische und magnetische Wechselfelder transparent ist.
Vorliegend wurden die Abdeckplatten als Gitterrost aus einem glasfaserverstärkten
Kunststoff gefertigt. Denkbar wäre es auch, die Abdeckplatten aus einem Polymerbeton
zu fertigen. Insbesondere das letztere Material würde auch eine hier nicht weiter
dargestellte Modifikation dahingehend erlauben, dass die Balisen 8, 10 unter der Abdeckplatte
in einem als Halteelement ausgestalteten Balisenkasten angeordnet werden, wobei die
Abdeckplatte und/oder der Balisenkasten mit den Stockschienen und/oder den Schwellenkörpern
verbunden werden, um die Balisen in einer gewünschten Position relativ zum Gleis positionieren
zu können. Die Einschubelemente 20a, 20b wären in diesem Fall dann eher als Einschubkasten
ausgeführt. Weiter wäre es aber auch möglich den mit der Abdeckplatte verschlossenen
Balisenkasten im Schwellenfach zwischen zwei Schwellenkörpern zu montieren, wobei
der Balisenkasten dann lose, aber aufgrund seines Gewichts doch ortsfest in einer
Aussparung des Gleisschotter zu liegen kommt. Die Oberkante der Abdeckplatte wird
dabei so ausgerichtet, dass sie maximal auf der Höhe der Oberkante des Schwellenkörpers,
vorzugweise aber tiefer liegt.
[0016] Figur 3 zeigt nun eine Ansicht von unten, bei der geringfügig modifizierte Abdeckplatten
4', 6' und geringfügig modifizierte Einschubelemente 20a' und 20b' eingesetzt sind.
Während erstere nun Öffnungen 28 aufweisen (beispielsweise zum manuellen oder maschinellen
Stopfen des Gleisschotters), sind letztere nun als zwei Schienen ausgestaltet (ähnlich
wie die für Schrankschubladen eingesetzten Teleskopschienen). Entsprechend weist die
Figur 4 nochmalig modifizierte Einschubelemente auf.
[0017] Hier werden ein Distanzstück 30, das einem festen Anschlag 31 anliegt, und zwei bewegliche
Anschlagstück 32 eingesetzt, um die Balise 8, 10 auch in ihrer asymmetrischen Lage
bei einem Einschub von der anderen Seite genau zu positionieren. In einer hier nicht
weiter ausgestalteten Ausführungsform können die Einschubelemente so ausgestaltet
sein, dass allgemein gesprochen zwischen der Zugsicherungskomponente und der Unterseite
der Abdeckplatte eine Abschirmplatte einführbar ist.
1. Vorrichtung zur Anordnung einer Zugsicherungskomponente (8, 10) zwischen zwei Stockschienen
(14, 16) in einem Gleisbereich (2), umfassend:
a) eine Abdeckplatte (4, 4', 6, 6');
b) eine Anzahl von Montageelementen (18a bis 18d), mit denen die Abdeckplatte (4,
4', 6, 6') an den Stockschienen (14, 16) oder an die Stockschienen (14, 16) tragenden
Schwellenkörpern (12) befestigbar ist;
c) auf der Unterseite der Abdeckplatte (4, 4', 6, 6') angeordnete Halteelemente, insbesondere
Einschubelemente (20a, 20a', 20b, 20b'), aufweist, in denen die Zugsicherungskomponente
(8, 10) aufnehmbar ist; und
d) Befestigungselemente (24) zur Befestigung der Zugsicherungskomponente (8, 10) an
den Halteelementen (20a, 20a', 20b, 20b') und/oder an der Abdeckplatte (4, 4', 6,
6').
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdeckplatte (4, 4', 6, 6') Durchbrüche (28) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdeckplatte (4, 4', 6, 6') aus einem Material gestaltet ist, das für elektrische
und magnetische Wechselfelder transparent ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdeckplatte (4, 4`, 6, 6') aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff oder einem
Polymerbeton gefertigt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Halteelemente (20a, 20a', 20b, 20b') so ausgestaltet sind, dass zwischen die Zugsicherungskomponente
(8, 10) und die Unterseite der Abdeckplatte (4, 4, 6, 6') eine Abschirmplatte einführbar
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdeckplatte (4, 4', 6, 6') an ihrer Rändern (26a, 26b) zumindest teilweise in
Richtung zu ihrer Unterseite abgebogen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zugsicherungskomponente eine Balise (8, 10) ist.