[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wuchteinrichung, insbesondere für Turbolader,
mit einem Grundkörper, der eine zentral angeordnete Aufnahme aufweist, in welcher
ein zu wuchtendes Rotationselement, insbesondere eine Rumpfgruppe eines Turboladers,
axial einschiebbar ist, um das Rotationselement in der Aufnahme um dessen Rotationsachse
drehend zu halten, wobei an dem Grundkörper mehrere, um die Aufnahme herum angeordnete
Hydraulikzylinder vorgesehen sind, mittels welcher das Rotationselement in der zentralen
Aufnahme fixiert oder fixierbar ist.
[0002] Wuchteinrichtungen der oben genannten Art zur dynamischen Messung von Unwuchten auf
einem Rotationselement sind allgemein bekannt. Insbesondere bei Turboladern ist es
notwendig, Drehgeschwindigkeit zwischen 20.000 und über 200.000 Umdrehungen pro Minute
und die dabei entstehenden Unwuchten beziehungsweise Vibrationen zu messen.
[0003] Dazu wird im Stand der Technik vorgeschlagen, dass Rotationselement - hier in der
Form einer Rumpfgruppe eines Turboladers, welche aus einem Verdichterrad und einem
Turbinenrad zusammengesetzt ist, die über eine Welle mit einer Wellenmutter zur dynamischen
Messung von Unwuchten in einer oder mehreren Ebenen miteinander gekoppelt sind, in
die Wuchteinrichtung einzusetzen. Dazu wird die Rumpfgruppe in eine in der Wuchteinrichtung
ausgebildete zentrale Aufnahme geschoben und darin fixiert. Anschließend wird das
Rotationselement in Drehung versetzt und über Sensoren Unwuchten des Rotationselementes
detektiert.
[0004] Die Befestigung der Rumpfgruppe in der Wuchteinrichtung erfolgt häufig über an der
zentralen Aufnahme angebrachte Bolzen. Nachteilig an einer solchen Lösung ist jedoch,
dass die Fixierung der Rumpfgruppe jeweils sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, was die
Taktzeiten der Wuchteinrichtung deutlich verlängert.
[0005] Zur Verringerung der Taktzeiten wurde im Stand der Technik vorgeschlagen, die Rumpfgruppe
mit einer Trägerstruktur in der zentralen Aufnahme zu fixieren, wobei die Trägerstruktur
parallel zur Rotationsachse der Rumpfgruppe verschoben wird. Diese Form von Trägerstrukturen
sind jedoch sehr sperrig und massiv und erhöhen somit die bei dem Wuchtvorgang zu
beschleunigenden Massen, was zu einer Verfälschung des Wuchtergebnisses führen kann.
[0006] Um diesem Problem zu entgehen, wird in der
US 9,261,110 B2 vorgeschlagen, ebenfalls einen Grundkörper vorzusehen, an dem eine Rumpfgruppe in
eine in dem Grundkörper ausgebildete zentrale Aufnahme aufgenommen wird. Der Grundkörper
ist dabei als Entkopplungselement ausgebildet, welches eine Basisstruktur aufweist,
die elastisch eine Stützstruktur umgibt. Die Elastizität wird durch Vorsehen von Federelementen
erreicht. Das heißt aus dem Entkopplungselement werden Strukturen derart mittels Drahterosion
herausgeschnitten, dass das Basiselement und das Stützelement über sich durch den
Erosionsvorgang gebildete Federn miteinander elastisch verbunden sind.
[0007] Nachteilig an dieser Ausbildung des Entkopplungselements ist jedoch, dass die Rumpfgruppe
über an dem Basiselement befestigte Hydraulikzylinder an der Struktur befestigt werden
muss. Um eine damit einhergehende Vergrößerung der Masse entgegenzuwirken, wird in
der
US 9, 261, 110 B2 vorgeschlagen, zwischen die auf dem Entkopplungselement fixierten und vorgespannten
Hydraulikzylinder und die zu fixierenden Rumpfgruppe Fensterelemente vorzusehen, die
eine federnde punktuelle Fixierung der Rumpfgruppe innerhalb der zentralen Aufnahme
ermöglichen sollen. Diese Fenster sind jedoch sehr aufwändig reproduzierbar herzustellen.
[0008] Zum anderen besteht bei einer Fehlbestückung der Wuchteinrichtung wie beispielsweise
ein Nichteinsetzen der Rumpfgruppe die Gefahr, dass sich die Hydraulikzylinder nebst
Fensterelementen aufgrund der radialen Krafteinwirkung der Hydraulikzylinder zur axialen
Fixierung der Rumpfgruppe und der damit einhergehenden Krafteinwirkung auf das Entkopplungselement
derart in die Aufnahme hinein bewegen, dass es schließlich zu einem Bruch der zwischen
Basisstruktur und Trägerstruktur ausgebildeten Federelemente kommt. Als Folge muss
das einteilig ausgebildete Entkopplungselement vollständig erneuert werden, da die
zwischen den Basiselement und der Stützelement vorgesehenen Federelemente nicht ersetzt
werden können.
[0009] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Wuchteinrichtung bereitzustellen,
die einen einfacheren und sicheren Aufbau aufweist.
[0010] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst,
indem der Grundkörper als Entkopplungsplatte ausgebildet ist, die einen inneren Plattenabschnitt
und einen mit dem inneren Plattenabschnitt elastisch verbundenen, den inneren Plattenabschnitt
umgebenden, ortsfest angeordneten äußeren Plattenabschnitt aufweist, wobei der Grundkörper
mehrere Umfangsschlitze aufweist, über welche der innere Plattenabschnitt vom äußeren
Plattenabschnitt federnd entkoppelt ist, derart, dass sich mehrere, voneinander getrennte
Halteabschnitte auf der Entkopplungsplatte bilden.
[0011] Mit anderen Worten ist erfindungsgemäß vorgesehen, von den im Stand der Technik bekannten
einzelnen Federelementen zwischen den Plattenelementen Abstand zu nehmen und stattdessen
auf der Entkopplungsplatte in Umfangsrichtung angeordnete Umfangsschlitze vorzusehen,
die es ermöglichen, dass sich der innere Plattenabschnitt losgelöst vom ortsfesten
fixierten äußeren Plattenabschnitt federnd bewegen kann.
[0012] Die Entkopplungsplatte wird durch Vorsehen der Umfangsschlitze in zwei Plattenabschnitte
- einen inneren und einen äußeren Plattenabschnitt - aufgeteilt. Dies hat zur Folge,
dass der innere Plattenabschnitt durch die Umfangsschlitze von dem äußeren ortsfesten
Plattenabschnitt getrennt und so in ausreichendem Maße gegenüber dem äußeren Plattenabschnitt
elastisch gehalten ist.
[0013] Die einteilig ausgebildete Entkopplungsplatte an sich bleibt dabei im Wesentlichen
stabil, was sich gerade für den Fall einer Fehlbestückung der Wuchteinrichtung positiv
auswirkt, da die Stabilität der Entkopplungsplatte im Wesentlichen erhalten bleibt
und so beispielsweise einer Überbelastung wie bei den im Stand der Technik bekannten
Federelementen erfolgreich entgegengewirkt wird.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass sich die
Umfangsschlitze jeweils über eine Länge von wenigstens 70%, insbesondere wenigstens
80% der Gesamtlänge des jeweiligen Halteabschnittes auf der Entkopplungsplatte erstrecken.
[0015] In bevorzugter Weise ist die Entkopplungsplatte kreisförmig ausgebildet und die Umfangsschlitze
der Halteabschnitte verlaufen jeweils parallel zu den Außenwandungen des äußeren Plattenabschnittes.
[0016] Die Umfangsschlitze definieren jeweils wenigstens einen Halteabschnitt, wobei die
Umfangsschlitze derart entlang des inneren und äußeren Plattenabschnittes ausgebildet
sind, dass sie an die zu erwartende Art der bei der Rotation des Rotationselementes
entstehenden Kräfte und Momente angepasst sind.
[0017] An Endbereichen der Umfangsschlitze können zumindest teilweise Ausnehmungen, insbesondere
in Form von Federstegen oder -nasen in der Entkopplungsplatte vorgesehen sein. Dabei
können die Federstege oder -nasen an den Endbereichen der Umfangsschlitze parallel
zueinander verlaufen und insbesondere parallel zu einer zwischen den Halteabschnitten
liegenden Längsmittelebene der Entkopplungsplatte ausgerichtet sein.
[0018] Benachbarte Halteabschnitte können unmittelbar durch Vorsehen mindestens einer Ausnehmung
voneinander getrennt werden, wenn beispielsweise Umfangsschlitze der beiden benachbarten
Halteabschnitte in die gleiche Ausnehmung münden. So ist es möglich, mindestens zwei
benachbarte Umfangsschlitze unmittelbar durch jeweils radial verlaufende Ausnehmungen
voneinander zu trennen.
[0019] Alternativ ist es auch möglich, die Umfangsschlitze beabstandet zueinander anzuordnen
und zur Bildung der Halteabschnitte zumindest teilweise in ihren Endbereichen überlappend
auszubilden beziehungsweise Ausnehmungen in den Endbereichen der Umfangsschlitze so
anzuordnen, dass sie überlappend angeordnet sind.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass eine geradzahlige
Anzahl von Halteabschnitten an der Grundplatte angeordnet sind, die insbesondere spiegelsymmetrisch
zu einer Längsmittelebene der Entkopplungsplatte ausgebildet sein können.
[0021] Alternativ ist es auch möglich, insgesamt drei Halteabschnitte an der Entkopplungsplatte
vorzusehen, die sich insbesondere jeweils in einem Winkelbereich von wenigstens 70°,
insbesondere wenigstens 80° und besonders bevorzugt wenigstens 100° entlang des Umfangs
des Grundkörpers erstrecken.
[0022] Natürlich ist es auch möglich, insgesamt zwei Paare von Halteabschnitten vorzusehen,
die bezüglich zweier senkrecht zueinander stehende Längsmittelebenen des Grundkörpers
spiegelsymmetrisch angeordnet und ausgebildet sind.
[0023] Die Umfangsschlitze und/oder die Ausnehmung können mittels Wasserstrahlschneiden
und/oder Drahterosion in den Grundkörper eingebracht werden.
[0024] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist ferner
vorgesehen, dass das Rotationselement durch eine im Wesentlichen axiale Verschiebungen
der an den Halteabschnitten vorgesehenen Hydraulikzylinder in der zentralen Aufnahme
des Grundkörpers verspannt oder verspannbar ist.
[0025] Wenn die Hydraulikzylinder an dem inneren Plattenabschnitt angeordnet und befestigt
sind, kann so erreicht werden, dass sämtliche weiteren, an der Wuchteinrichtung vorgesehene
Massen gesamthaft an dem ortsfest an dem zu der Wuchteinrichtung fixierten äußeren
Plattenabschnitt verbleiben, so dass die Rotationsbewegung des Rotationselementes
mit deutlich geringerer Zusatzmasse erfolgen kann, da lediglich eine Rotation des
inneren Plattenabschnittes zusammen mit den Hydraulikzylindern erfolgen kann. Die
Gefahr einer Verfälschung der Messergebnisse kann so deutlich verringert werden. Die
Hydraulikzylinder können innerhalb des inneren Plattenabschnitts axial, also parallel
zur Rotationsachse des Rotationselement derart verfahrbar sein, dass sich an die Hydraulikzylinder
anschließende Hebelelemente durch deren axiale Verschiebung so verkippen lassen, dass
sich eine kraft- und/oder formflüssige Verbindung zwischen den Hebelelementen und
dem Rotationselement einstellt.
[0026] Eine Verbesserung der Automatisierbarkeit des Verfahrens zum Wuchten von Rumpfgruppen
beziehungsweise Rotationselementen sieht vor, an dem äußeren ortsfesten Plattenabschnitt
mehrere Pneumatikzylinder vorzusehen, um die Hydraulikzylinder und/oder die Hebelelemente
nach Einsetzen des Rotationselementes in die zentrale Aufnahme an dem zu befestigenden
Rotationselement zu positionieren und anschließend die ortsfest an dem äußeren Plattenabschnitt
befestigten Pneumatikzylinder nach der Fixierung des Rotationselementes mittels der
Hebelelemente in der zentralen Aufnahme zurückzufahren. So ist es möglich, eine automatische
Positionierung der Hebelelemente an den zu befestigenden Rotationselement bereitzustellen
und zu verhindern, dass weitere die Vibration des Rotationselement beeinträchtigende
Massen den Wuchtvorgang beispielsweise durch die Pneumatikzylinder beeinflussen.
[0027] Um auch einen schnellen Ausbau des Grundkörpers aus der Wuchteinrichtung beispielsweise
bei Wechsel der äußeren Abmessung des Rotationselementes bzw. der Rumpfgruppe zu ermöglichen,
ist in einem Ausführungsbeispiel vorgesehen, dass die Wuchteinrichtung eine Basisplatte
aufweist, mittels welcher die Wuchteinrichtung beispielsweise mit Druckluft und Hydrauliköl
versorgt werden kann, an welche eine an dem Grundkörper vorgesehene Adapterplatte
einfach aufgeschoben werden kann. So entfallen bei einem Werkzeugwechsel zusätzliche
Arbeitsschritte wie beispielsweise Bereitstellung einer Luft- oder Hydraulikölzufuhr
oder ähnliches.
[0028] Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird auf die Unteransprüche
sowie die nachfolgende Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen
verwiesen.
[0029] In der Zeichnung zeigt
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Entkopplungsplatte in Draufsicht;
- Figur 2
- eine erfindungsgemäße Entkopplungsplatte mit eingesetzter Rumpfgruppe von der Seite;
- Figur 3
- eine Schnittdarstellung der Entkopplungsplatte entlang der Schnittlinie AA gemäß Figur
1; und
- Figur 4
- eine Teildarstellung der erfindungsgemäßen Kopplungsplatte mit eingesetzter Rumpfgruppe
gemäß Schnitt B-B in der Figur 3.
[0030] Die Figur 1 zeigt eine Wuchteinrichtung 1 für eine Rumpfgruppe 2 eines Turboladers.
Die Rumpfgruppe 2 umfasst eine Welle 3, an deren Enden jeweils ein Turbinenrad 4 beziehungsweise
ein Verdichterrad 5 des Turboladers befestigt und über eine Wellenmutter 3a fixiert
sind.
[0031] Die Wuchteinrichtung 1 ist mit einem Grundkörper 6 versehen, der eine zentral angeordnete
Aufnahme 7 aufweist, um die Rumpfgruppe 2 in die Aufnahme 7 einzuschieben und das
Rotationselement 3, 4, 5 um seine Rotationsachse drehend über nicht näher dargestellte
Lager zu halten. An dem Grundkörper 6 sind mehrere, um die Aufnahme 7 herum angeordnete
Hydraulikzylinder 8 vorgesehen, mittels welcher die Rumpfgruppe 2 in der zentralen
Aufnahme 7 befestigt ist.
[0032] Der Grundkörper 6 weist eine kreisförmige Entkopplungsplatte 9 auf, die einen inneren
Plattenabschnitt 10 und einen mit dem inneren Plattenabschnitt 10 elastisch verbundenen,
den inneren Plattenabschnitt 10 umgebenden, ortsfest in der Wuchteinrichtung 1 angeordneten
äußeren Plattenabschnitt 11 umfasst.
[0033] In der Entkopplungsplatte 9 sind entlang des Umfangs der Entkopplungsplatte 9, d.
h. entlang eines Kreisbogens um die zentrale Drehachse des Rotationselementes 3, 4,
5 angeordnete Umfangsschlitze 12 vorgesehen, über welche der innere Plattenabschnitt
10 vom äußeren Plattenabschnitt 11 federnd entkoppelt ist.
[0034] Die Umfangsschlitze 12 sind dabei so angeordnet, dass sie sich nahezu entlang des
gesamten Umfangs des Entkopplungsplatte 9 erstrecken. Die einzelnen Umfangsschlitze
12 sind derart voreinander beabstandet, dass sich vier, voneinander getrennte Halteabschnitte
13 in der Entkopplungsplatte 9 ausbilden. Dazu sind die Umfangsschlitze 12 jeweils
über eine Länge von 80 ° der Umfangslänge eines jeden Halteabschnittes 13 der Entkopplungsplatte
9 angeordnet.
[0035] An den Endbereichen der Umfangsschlitze 12 sind Ausnehmungen in Form von Federstegen
14 und Federnasen 15 in der Entkopplungsplatte 9 vorgesehen, die auf die zu erwartende
Belastung in den Halteabschnitten13 angepasst ausgebildet sind, d.h. im Bereich von
zu erwartenden Biege- und Torsionskräften als Federnasen 15, im Bereich von zu erwartenden
durch Auf- und Abwärtsbewegungen hervorgerufenen Linearkräften als Federstege 14.
[0036] Wie in Figur 1 genauer zu sehen ist, handelt es sich bei den Endbereichen der Umfangsschlitze
12 in der 12-Uhr-Position und in der 6-Uhr-Position um Federnasen 15, die so angeordnet
sind, dass sie sich beabstandet voneinander im Bereich der Ausbildung der Nasenform
überlappen und dazu geeignet sind Schwingungen aufgrund von Rotationen zu komprimieren.
[0037] In der 3-Uhr und 9-Uhr-Position hingegen sind die Endbereiche zweier benachbarter
Umfangsschlitze 12 als Federstege 14 ausgebildet, die sich beabstandet zueinander
parallel zum Achsmittelpunkt der Entkopplungsplatte 9 hin erstrecken.
[0038] Zur Fixierung der Rumpfgruppe 2 an der Entkopplungsplatte 9 ist mit vier Halteabschnitten
13 eine geradzahlige Anzahl vorgesehen, die spiegelsymmetrisch zu einer Längsmittelebene
der Entkopplungsplatte 9 angeordnet sind.
[0039] In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel sind lediglich drei Halteabschnitte
an der Entkopplungsplatte 9 vorgesehen, die sich jeweils über einen Winkelbereich
von 100° entlang des Umfangs des Grundkörpers 6 erstrecken. Auf diese Ausführungsform
wird in diesem Ausführungsbeispiel jedoch nicht weiter eingegangen.
[0040] Die Umfangsschlitze 12 und Ausnehmungen 14, 15 sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel
mittels Wasserstrahlschneiden in die Entkopplungsplatte 9 eingebracht worden. Die
Entkopplungsplatte 9 ist demnach weiterhin einteilig ausgebildet. Durch die verschiedenen
Ausbildungsformen der Umfangsschlitze 12 und Ausnehmungen 14, 15 und der zwischen
ihnen ausgebildeten Stege 14a, 15a wird eine federnde Lagerung des inneren Plattenabschnittes
10 vom ortsfesten äußeren Plattenabschnitt 11 unter Ausgleich von Krafteinwirkungen
aufgrund der mit der Rotation und der Massenbewegungen der verschiedenartigen Bauteile
erreicht. Dies ist gleichzusetzen mit einer Entkopplung des inneren Plattenabschnitts
10 vom ortsfesten äußeren Plattenabschnitt 11, was mit einer deutlichen Reduktion
der zu bewegenden Massen während des Wuchtungsvorganges einhergeht.
[0041] Um die Rumpfgruppe 2 in der zentralen Aufnahme 7 der Entkopplungsplatte 9 zu fixieren,
werden zunächst an dem äußeren Plattenabschnitt 11 angebrachte, nicht dargestellte
Pneumatikzylinder ausgefahren. Dieses Verfahren der Pneumatikzylinder ruft eine im
Wesentlichen kraftlose Verschiebung der an dem inneren Plattenabschnit 10 angeordneten
Hydraulikzylinder 8 innerhalb einer in dem inneren Plattenabschnitt 11 vorgesehenen
Ausnehmung 16 hervor, Durch Positionierung der Hydraulikzylinder können an den Hydraulikzylinder
8 anschließende Hebelelemente 17 verkippt werden, was eine Fixierung der Rumpfgruppe
2 mittels daran vorgesehenen Halteflanschen 18 ermöglichen.
[0042] Dies erfolgt durch eine im Wesentlichen axiale Verschiebung der Hydraulikzylinder
8 also auch achsparallel zur zentralen Achse der Rumpfgruppe 2, was zu einer Verkippung
der sich daran anschließenden Hebelelemente 17 führt, wodurch die Hebelelemente 17
mit dem Halteflansch 18 der Rumpfgruppe 2 in Verbindung gelangen und so die Rumpfgruppe
2 in gespannter Position an dem inneren Plattenabschnitt 11 fixiert wird. Mit anderen
Worten wird durch die im Wesentlichen axiale beziehungsweise achsparallele Verschiebung
der Hydraulikzylinder 8 eine kraft- und/oder formschlüssigen Verbindung zwischen den
Hebelelementen 17 und der Rumpfgruppe 2 erreicht.
1. Wuchteinrichung (1), insbesondere für Turbolader, mit einem Grundkörper (6), der eine
zentral angeordnete Aufnahme (7) aufweist, in welcher ein zu wuchtendes Rotationselement
(3, 4. 5), insbesondere eine Welle (3) eines Turboladers, axial einschiebbar ist,
um das Rotationselement (3, 4, 5) in der Aufnahme (7) um dessen Rotationsachse drehend
zu halten, wobei an dem Grundkörper (6) mehrere, um die zentrale Aufnahme (7) herum
angeordnete Hydraulikzylinder (8) vorgesehen sind, mittels welcher das Rotationselement,
insbesondere eine Rumpfgruppe (2) des Turboladers in der zentralen Aufnahme (7) fixierbar
ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (6) als Entkopplungsplatte (9) ausgebildet ist, die einen inneren
Plattenabschnitt (10) und einen mit dem inneren Plattenabschnitt (10) elastisch verbundenen,
den inneren Plattenabschnitt (10) umgebenden, ortsfest angeordneten äußeren Plattenabschnitt
(11) aufweist, wobei die Entkopplungsplatte (9) mehrere Umfangsschlitze (12) aufweist,
über welche der innere Plattenabschnitt (10) vom äußeren Plattenabschnitt (11) federnd
entkoppelt ist, derart, dass sich mehrere, voneinander getrennte Halteabschnitte (13)
auf der Entkopplungsplatte (9) bilden.
2. Wuchteinrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Umfangsschlitze (12) jeweils über eine Länge von wenigstens 70%, insbesondere
wenigstens 80% der Gesamtlänge eines jeden Halteabschnittes (13) der Entkopplungsplatte
(9) erstrecken.
3. Wuchteinrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an den Endbereichen der Umfangsschlitze (12) zumindest teilweise Ausnehmungen, insbesondere
Federstege (14) oder -nasen (15) in der Entkopplungsplatte (9) vorgesehen sind.
4. Wuchteinrichtung (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei benachbarte Umfangsschlitze (12) unmittelbar durch jeweils radial
verlaufende Ausnehmungen (14, 15) voneinander getrennt sind.
5. Wuchteinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Umfangsschlitze (12) beabstandet zueinander ausgebildet sind und sich zur
Bildung der Halteabschnitte (13) zumindest teilweise in ihren Endbereichen überlappen.
6. Wuchteinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine geradzahlige Anzahl von Halteabschnitten (13) vorgesehen sind, die spiegelsymmetrisch
zu einer Längsmittelebene der Entkopplungsplatte (9) angeordnet und ausgebildet sind.
7. Wuchteinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass insgesamt drei Halteabschnitte (13) an der Entkopplungsplatte (9) vorgesehen sind,
die sich insbesondere jeweils über einen Winkelbereich von wenigstens 70°, insbesondere
wenigstens 80° und besonders bevorzugt wenigstens 100° entlang des Umfangs des Grundkörpers
(6) erstrecken.
8. Wuchteinrichtung (1) nacheinem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Umfangsschlitze (12) und/oder die Ausnehmungen (14, 15) mittels Wasserstrahlschneiden
und/oder mittels Drahterosion in den Grundkörper (6) eingebracht sind.
9. Wuchteinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationselement (3, 4, 5) durch eine im Wesentlichen axiale Verschiebung der
Hydraulikzylinder (8) in der zentralen Aufnahme (7) des Grundkörpers (6) verspannt
oder verspannbar ist.
10. Wuchteinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikzylinder (8) an dem inneren Plattenabschnitt (10) angeordnet oder befestigt
sind.
11. Wuchteinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hydraulikzylinder (8) innerhalb des inneren Plattenabschnittes (10) achsparallel
zur Rotationsachse des Rotationselements (3, 4, 5) derart verfahrbar sind, dass sie
an die Hydraulikzylinder (8) sich anschließende Hebelelemente (17) so verschieben,
dass sich eine kraft- und/oder formflüssige Verbindung zwischen den Hebelelementen
(17) und der Rumpfgruppe (2) einstellt.
12. Wuchteinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem äußeren ortsfesten Plattenabschnitt (11) mehrere Pneumatikzylinder vorgesehen
sind, um die Hydraulikzylinder (8) und/ oder die Hebelelemente (17) an der Rumpfgruppe
(2) zu positionieren.
13. Wuchteinrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Adapterplatte aufweist, die zur Speisung des Grundkörpers (6) der Wuchteinrichtung
(1) mit Druckluft und Hydrauliköl mit einer in der Wuchteinrichtung (1) fixierten
Basisplatte koppelbar ist.