[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum mechanischen Anspitzen von Borsten sowie
eine Schleifvorrichtung zum mechanischen Anspitzen von Borsten.
[0002] In verschiedenen Bürsten, insbesondere Zahnbürsten, kommen angespitzte Borsten zur
Anwendung, da sich diese vorteilhaft auf die Reinigungseigenschaften der Bürste auswirken.
[0003] Zum Anspitzen von Borsten ist zum einen ein Verfahren bekannt, bei dem die Borsten
als Borstenbüschel in einem Büschelhalter eingespannt und mechanisch mit Hilfe von
Schleifvorrichtungen angespitzt werden. Ein solches Verfahren ist beispielsweise aus
der
EP 0 444 436 A2 bekannt. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass die Borsten nach aktuellem Stand
der Technik nur bis zu einem Grad angespitzt werden können, der die Anforderungen
an die Reinigungseigenschaften der Bürste nur unzureichend erfüllt
[0004] Zum anderen ist ein chemisches Verfahren zum Anspitzen von Borsten bekannt, mit dem
die Güte der Borstenspitzen verbessert werden kann. Hierbei werden die Borstenenden
in eine stark basische oder saure Lösung getaucht und über einen Zeitraum von ca.
30 Minuten aus der Lösung herausgezogen. An der Stelle, an der die Borsten in Kontakt
mit der Lösung stehen, löst sich die Oberfläche der Borsten auf und führt so zu einem
graduell abnehmenden Durchmesser und somit zur Anspitzung der Borstenenden.
[0005] Der Nachteil des chemischen Verfahrens besteht in den umweltschädlichen Eigenschaften
der zum Einsatz kommenden Lösung. So werden nicht nur die Mitarbeiter und die Umwelt
durch die Lösung gefährdet, sondern es werden auch die Betriebsmittel, beispielsweise
durch Korrosion, geschädigt. Dies führt zu geringeren Standzeiten der Maschinen und
Werkzeuge und ist daher aus ökonomischer Sicht nachteilig.
[0006] Weiter sind aus der
EP 0 346 646 A2 sowie der
US 2,554,777 A verschiedene Verfahren zum mechanischen Abrunden von Borsten sowie entsprechende
Schleifvorrichtung zum Durchführen dieser Verfahren bekannt.
[0007] Die
BE 1 013 968 A3 zeigt ferner eine Vorrichtung, mittels der Borsten, die in einem Bürstenkopf befestigt
sind, mit einer Kontur versehen werden können.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anspitzen von
Borsten bereitzustellen, die eine hohe Güte der Borstenspitzen gewährleistet, ohne
auf umweltschädliche chemische Lösungsmittel zurückzugreifen.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum mechanischen Anspitzen
von Borsten für Bürsten, insbesondere Zahnbürsten, durch Schleifen, mit folgenden
Schritten gelöst:
- a) Halten von Borstenbüschel (12) in einen Büschelhalter (18) derart, dass das Verhältnis
(L/I) der freien Länge (L) des Borstenbüschels, gemessen ab der Halterung bis zum
freien, anzuspitzenden Ende, zur Länge (I) der zu erzeugenden, konischen Spitze der
Borsten größer gleich 3 ist, und
- b) Schleifen der Borstenenden am ersten freien Ende.
[0010] Zum Schleifen werden hierbei eine oder mehrere Schleifwalzen verwendet, die vorzugsweise
eine kreiszylindrische oder konische Mantelfläche, an der der Schleifprozess ausgeführt
wird, haben. Ferner rotiert der Büschelhalter während des Schleifens um eine Drehachse,
die parallel zur Längsrichtung der eingespannten Borsten und in einem Winkel von mindestens
80° zur Rotationsachse der Schleifwalze steht. Diese Relativbewegung begünstigt das
Anspitzen der Borstenenden. Das Verhältnis (R/r) vom Radius der Schleifwalze zum Abstand
des am weitesten zur Drehachse des Büschelhalters entfernten, eingespannten Borstenbüschels
von der Drehachse beträgt 1 bis 4, insbesondere 1 bis 3. Dieses Verhältnis wirkt sich
hierbei vorteilhaft auf die Güte der Borstenspitzen aus.
[0011] Die vorliegende Erfindung gibt bei der Bearbeitung eine gegenüber dem Stand der Technik
völlig andere Vorgabe, wie weit das Borstenbüschel gegenüber der Halterung vorstehen
soll, wenn die Borsten eine Spitze von vorbestimmter Länge haben sollen, über welche
sie konisch zulaufen. Wird beispielsweise das Borstenbüschel so geschliffen, dass
die einzelnen Borsten eine angespitzt Länge von 4 mm haben oder haben sollen, so wird
das Borstenbüschel derart in den Büschelhalter eingespannt, dass zu Beginn des Schleifvorgangs
die frei auskragende Länge des Borstenbüschels mindestens 12 mm beträgt. Als Halterung
ist dabei diejenige Stelle des Büschelhalters zu verstehen, die dem gerade geschliffenen
Ende des Borstenbüschels am nächsten ist, aber Kontakt mit dem Borstenbüschel hat.
[0012] Diese große freie Länge der Borsten erweist sich beim Schleifvorgang als vorteilhaft,
so dass eine besonders hohe Güte der Borstenspitzen erzielt wird. Im Stand der Technik
wurden die Borstenbüschel stets so eingespannt, dass ihre freie Länge deutlich unter
diesem Verhältnis lag. Vorzugsweise betrug im Stand der Technik sogar die freie Länge
der eingespannten, zu schleifenden Borstenbüschel weniger als die Hälfte der Gesamtlänge.
Im Stand der Technik sah man die relativ kurze, freie Länge als vorteilhaft, weil
man glaubte, sie verbessere die Lagestabilität der Borsten und die Vorhersehbarkeit
des Schleifvorgangs, was man als vorteilhaft ansah. Die Erfindung sorgt jedoch dafür,
dass gerade durch die extreme Elastizität der überlang vorstehenden Borstenbüschel
die Büschel in einem spitzeren Winkel und viel exakter gespitzt werden. Die Borsten
erhalten eine konisch zulaufende Spitze.
[0013] Dieses Verfahren eignet sich auch für Bürsten mit ankerfrei befestigten Borsten,
bei denen die einseitig angespitzten Borsten mit ihrem nicht angespitzten Ende im
Bürstenkopf befestigt, insbesondere verklebt oder verschweißt, werden ebenso wie für
Borstenbüschel, die über einen Anker oder eine Drahtschlaufe befestigt werden.
[0014] Die gekrümmte Oberfläche der Schleifwalzen wirkt sich hierbei vorteilhaft auf die
Güte der Borstenspitzen aus. Natürlich ist es auch möglich, die Schleifwalzen mit
beliebigen Formen von rotationssymmetrischen Mantelflächen auszuführen. Es müssen
nicht zwingend kreiszylindrische oder konische Formen verwendet werden.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beträgt das zuvor erwähnte
Verhältnis L/I mindestens 4 und/oder ist kleiner gleich 7, insbesondere kleiner gleich
6,5.
[0016] Um das andere Ende des Borstenbüschels nach dem Schleifen des ersten Endes zu schleifen
und die Borsten anzuspritzen sieht die Erfindung folgende weitere Schritte vor:
c) Ändern der Position des Borstenbüschels im Büschelhalters, so das für das noch
nicht geschliffene, freie Ende dasselbe Verhältnis eingestellt wird, welches zum Anspitzen
des bereits gespitzten Endes eingestellt war, und
d) Schleifen der Borstenenden am zweiten freien Ende.
[0017] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht im vorgenannten
Schritt a) vor, Borstenbüschel in einen Büschelhalter so einzuspannen, dass die freie
Länge der Borstenbüschel von der Halterung zum freien, anzuspitzenden ersten Ende
mindestens 12 mm und/oder mehr als 40% der Gesamtlänge des ungeschliffenen Borstenbüschels
beträgt.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst dieses verfeinerte Verfahren im Anschluss
an Schritt b) folgende weitere Schritte:
e) Ändern der Position des Borstenbüschels im Büschelhalter, so dass die freie Länge
der Borstenbüschel von der Halterung zum freien, entgegengesetzten Ende des Borstenbüschels
mindestens 12 mm und/oder mehr als 40% der Gesamtlänge des ungeschliffenen Borstenbüschels
beträgt; und
f) Schleifen der Borstenenden am zweiten freien Ende.
[0019] Hierdurch werden die Borsten an beiden Borstenenden angespitzt, wobei durch das Ändern
der Position des Borstenbüschels im Büschelhalter die große freie Länge der Borsten
erreicht wird, die notwendig ist, um eine besonders hohe Güte der Borstenspitzen zu
gewährleisten.
[0020] Das Verfahren zum beidseitigen Anspitzen von Borsten ist besonders für Bürsten geeignet,
bei denen die Borsten gefaltet und mit einem Metallanker oder einer Drahtschlaufe
im Bürstenkopf befestigt werden.
[0021] Bevorzugt werden diese Borsten in kleinen Bürsten, insbesondere Zahnbürsten, verwendet,
deren Borsten ca. 10 mm bis 15 mm aus dem Bürstenkopf herausstehen.
[0022] Im Verfahren kann es vorgesehen sein, dass der Büschelhalter nach dem Schritt b)
und vor dem Schritt d) um eine Achse, die orthogonal zur Längsrichtung der eingespannten
Borsten steht, um 180° gedreht wird, um die Borstenenden auf der anderen Seite des
Büschelhalters in eine Position zum Bearbeiten zu bringen.
[0023] Vorzugsweise haben die ungeschliffenen Borstenbüschel eine Länge von 26 mm bis 32
mm und eignen sich aufgrund dieser Eigenschaft ideal für Zahnbürsten mit gefalteten
Borsten.
[0024] Die Erfindung betrifft über hinaus in einer weiteren Lösung ein Verfahren zum mechanischen
Anspitzen von Borsten für Bürsten, insbesondere Zahnbürsten, durch Schleifen von Borstenbüscheln
auf einer Schleifoberfläche eines sich drehenden Werkzeugs, das dadurch gekennzeichnet
ist, dass die Borstenbüschel während des laufenden Schleifprozesses zunehmend weiter
in Richtung der werkzeugseitigen Schleifoberfläche zugestellt werden und dabei die
Relativgeschwindigkeit zwischen der Schleifoberfläche und den Borstenbüscheln zunehmend
reduziert wird. Diese Lösung lässt sich mit der zuvor genannten Lösung natürlich auch
kombinieren.
[0025] Die Idee hierbei ist, dass die Spitzen der Borsten zuerst mit hoher Schleifgeschwindigkeit
angespitzt werden. Anschließend werden die Borsten immer weiter in Richtung zur Schleifoberfläche
zugestellt, sodass ein immer größerer Abschnitt der Borstenenden mit der Schleifoberfläche
in Kontakt treten kann. So wird ferner das Borstenende über einen immer größer werdenden
axialen Abschnitt geschliffen. Dabei nimmt jedoch die Schleifgeschwindigkeit (Relativgeschwindigkeit
zwischen dem Borstenbüschel und der Schleifoberfläche) auch zunehmend ab, wobei das
weitere Zustellen der Borstenbüschel in Richtung zur Schleifoberfläche und das Reduzieren
der Schleifgeschwindigkeit kontinuierlich erfolgen kann. Die Schleifqualität wird
dadurch extrem verbessert, wie umfangreiche Versuchsreihen ergeben haben. Zudem lassen
sich nun Borsten aus Materialien mechanisch schleifen, die bislang als nicht mechanisch
anspitzbar galten, zum Beispiel aus Nylon oder PBT. Dies wird dadurch erreicht, dass
dann, wenn die Borsten über eine relativ große Länge auf der Schleifoberfläche aufliegen
und die Reibung damit steigt, die Schleifgeschwindigkeit reduziert wird. Damit wird
weniger Reibungswärme erzeugt. Die Borsten werden nicht mehr nahe an die kritische
Schmelztemperatur gebracht. Ferner ist der größte Materialabtrag ohnehin an den Enden
der Borsten notwendig, und an dieser Stelle wurde ja bereits zu Beginn des Schleifvorgangs
ein großer Teil des notwendigen Materialabtrags gemacht. Die Schleifoberfläche bewegt
sich beim erfindungsgemäßen Verfahren relativ im Raum. Die Borstenbüschel werden beim
Schleifen gedreht, indem der Büschelhalter ebenfalls dreht.
[0026] Vorzugsweise wird der Büschelhalter während des Schleifprozesses im Wesentlichen
in Längsrichtung an der Mantelfläche entlang verfahren. Hierbei verläuft die Verfahrrichtung
des Büschelhalters insbesondere nicht parallel zur Rotationsachse der Schleifwalze.
Zusätzlich oder anstelle ist es insbesondere möglich, dass sich der Abstand des Büschelhalters
zur Mantelfläche und/oder Rotationsachse während des Verfahrens zunehmend verringert.
Auch diese Anordnung der Borsten gegenüber den Schleifwalzen wirkt sich günstig auf
das Anspitzen der Borstenenden aus, weil diese zunehmend über eine größere Länge spitzt
werden.
[0027] In einer vorteilhaften Ausführungsform liegen mit Sicht in Richtung der Drehachse
des Büschelhalters, sämtliche Borstenbüschel des Büschelhalters innerhalb der die
Mantelfläche begrenzenden Außenränder.
[0028] Der Büschelhalter wird vorzugsweise so nahe an die Oberfläche des Schleifkörpers
herangebracht, dass die am weitesten entfernten Borsten über ihre gesamte Rotationsbahn
am Schleifkörper anliegen. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn bei einer Büschellänge
von 26 mm bis 32 mm der kleinste Abstand von der Halterung im Büschelhalter zur Schleifoberfläche
im Bereich von 5 mm bis 12 mm liegt. Hierbei soll sichergestellt werden, dass alle
Borsten in Kontakt mit dem Schleifkörper kommen und angespitzt werden. Natürlich ist
es jedoch möglich, dass einzelne Borsten zeitweise übereinander liegen und somit nicht
alle Borsten ununterbrochen Kontakt zum Schleifkörper haben.
[0029] Erfindungsgemäß ist zur Lösung der oben genannten Aufgabe auch eine Schleifvorrichtung
vorgesehen. Diese Schleifvorrichtung zum mechanischen Anspitzen von Borsten für Bürsten,
insbesondere Zahnbürsten, umfasst mindestens einen Büschelhalter mit mindestens einer
Aufnahme für ein Borstenbüschel und mindestens einen Schleifkörper mit einer Schleifoberfläche.
Der Büschelhalter ist dabei mit einer Halteeinheit ausgebildet, die in einer geschlossenen
Position ein Klemmen des zumindest einen Borstenbüschels an unterschiedlichen Stellen
des Borstenbüschels über dessen Länge und in einer offenen Position ein Verschieben
des Borstenbüschels in nicht klemmender Stellung des Büschelhalters relativ zum Büschelhalter
erlaubt. Der Schleifkörper ist hierbei eine Schleifwalze mit einer als Schleifoberfläche
ausgebildeten Mantelfläche, die vorzugsweise kreiszylindrisch oder konisch geformt
ist. Ferner rotiert der Büschelhalter während des Schleifens um eine Drehachse. Die
Drehachse rotiert parallel zur Längsrichtung des eingespannten Borstenbüschels und
in einem Winkel von mindestens 80° zur Rotationsachse der Schleifwalze steht, und
das Verhältnis vom Radius der Schleifwalze zum Abstand des am weitesten zur Drehachse
des Büschelhalters entfernten, gehaltenen Borstenbüschels von der Drehachse beträgt
zwischen 1 und 4. Der Büschelhalter dient als Werkzeug und bildet später keinen Teil
des fertigen Bürstenkopfes. Der Büschelhalter ermöglicht es durch seine Halteeinheit,
die freie Länge der Borsten einzustellen, die zum Erzielen einer besonders hohen Güte
der Borstenspitzen notwendig ist. Ferner erlaubt es der Büschelhalter, an beiden freien
Enden zu schleifen, da die Büschel zu diesem Zweck umgespannt werden müssen, denn
ihre übergroße vorstehende Länge erlaubt es nicht, den Büschelhalter einfach zu schwenken.
Dann würde nämlich die freie Länge des noch nicht geschliffenen Büschels nicht die
erfindungsgemäß freie Mindestlänge erreichen. Die gekrümmte Oberfläche der Schleifwalzen
wirkt sich hierbei vorteilhaft auf die Güte der Borstenspitzen aus.
[0030] Vorzugsweise beträgt die freie Länge der Borsten von der Halterung zum freien, anzuspitzenden
ersten Ende mindestens 12 mm und/oder mehr als 40% der Gesamtlänge des ungeschliffenen
Borstenbüschels. Somit ist die notwendige freie Länge der Borsten für eine hohe Güte
der Borstenspitzen sichergestellt.
[0031] In einer vorteilhaften Ausführungsform verfügt der Büschelhalter über mehrere Aufnahmen
für mehrere Borstenbüschel, die auf diese Weise zusammen angespitzt werden können.
[0032] Die Halteeinheit umfasst vorzugsweise Druckelemente und zumindest ein zwischen den
Druckelementen angeordnetes elastisches Element. Das elastische Element umgibt hierbei
eine Aufnahmeöffnung für das Borstenbüschel und kann durch Kompression den Querschnitt
der Aufnahmeöffnung reduzieren, um das Borstenbüschel in der Aufnahme zu halten. Dieser
Aufbau ermöglicht eine kompakte Gestaltung sowie eine einfache Steuerung der Halteeinheit.
Das elastische Element kann hierbei beispielsweise in Form eines O-Rings oder als
Schicht mit mehreren durchführenden Aufnahmeöffnungen gestaltet sein. Wenn O-Ringe
vorgesehen sind, muss natürlich an jeder Aufnahme ein O-Ring vorhanden sein.
[0033] Der Büschelhalter kann zum Anspitzen von beiden entgegengesetzten Borstenenden um
eine Achse, die orthogonal zur Längsrichtung der eingespannten Borsten steht, um 180°
gedreht werden, um beide Enden zu spitzen.
[0034] Der Büschelhalter rotiert während des Schleifens um eine Drehachse, die parallel
zur Längsrichtung der eingespannten Borsten und in einem Winkel von mindestens 80°
zur Rotationsachse der Schleifwalze steht. Durch diese Relativbewegung werden die
Borstenenden günstig angespitzt.
[0035] Vorzugsweise ist der Büschelhalter im Wesentlichen in Längsrichtung an der Mantelfläche
entlang verfahrbar gelagert. Hierbei verläuft die Verfahrrichtung des Büschelhalters
insbesondere nicht parallel zur Rotationsachse der Schleifwalze und/oder es verringert
sich der Abstand des Büschelhalters zur Mantelfläche und/oder Rotationsachse während
des Verfahrens zunehmend. Dies hat, wie gesagt, den Vorteil, dass der Anteil der Borsten
in Kontakt mit dem Schleifkörper mit zunehmendem Verfahrweg steigt und somit die Borsten
zunehmend stärker bearbeitet werden, was wiederum einen vorteilhaften Effekt auf das
Anspitzen der Borsten hat.
[0036] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Verhältnis (R/r)
vom Radius der Schleifwalze zum Abstand des am weitesten zur Drehachse des Büschelhalters
entfernten, eingespannten Borstenbüschels von der Drehachse in etwa zwischen 1 und
4, insbesondere 1 bis 3, beträgt. Hierbei liegen mit Sicht in Richtung der Drehachse
des Büschelhalters insbesondere sämtliche Borstenbüschel des Büschelhalters innerhalb
der die Mantelfläche in Draufsicht begrenzenden Außenränder. Durch diese Gestaltung
wird sichergestellt, dass alle Borstenenden gleichmäßig bearbeitet werden und nach
dem Schleifvorgang vergleichbar gut angespitzt sind.
[0037] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in
Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen. In diesen zeigen:
- Figur 1 in einer Seitenansicht den erfindungsgemäßen Verfahrensablauf der Schritte
zum beidseitigen Anspitzen von Borsten in einer erfindungsgemäßen Schleifvorrichtung,
- Figur 2 in einer perspektivischen Ansicht die Befüllung eines Büschelhalters mit Borstenbüscheln
aus einem Magazin,
- Figur 3 in einer perspektivischen Ansicht den erfindungsgemäßen Schleifvorgang der
Borstenbüschel eines Büschelhalters an einer Schleifwalze einer erfindungsgemäßen
Schleifvorrichtung,
- Figur 4 den Schleifvorgang aus Figur 3 in einer Seitenansicht,
- Figur 5 eine Seitenansicht einer Variante der erfindungsgemäßen Schleifvorrichtung
mit einem konischen Schleifkörper,
- Figur 6 drei verschiedene Schritte beim Schleifen von zahlreichen Borstenbüscheln,
- Figur 7 eine Borste, deren angespritztes Ende in verschiedene Abschnitte unterteilt
ist,
- Figur 8 ein Diagramm, welches eine Relation von Zustelltiefe und Drehgeschwindigkeit
des Schleifkörpers zeigt,
- Figur 9 in einer Seitenansicht die in einem Büschelhalter eingespannten Borstenbüschel,
und
- Figur 10a und Figur 10b in einer Schnittansicht die Aufnahmen eines Büschelhalters
in offener bzw. geschlossener Stellung.
[0038] In Figur 1 ist der Verfahrensablauf zum beidseitigen Anspitzen von Borsten für Bürsten,
insbesondere Zahnbürsten, unter Verwendung einer Schleifvorrichtung 10 in fünf Schritten
dargestellt.
[0039] Im ersten Schritt werden die Borstenbüschel 12 von einem Büschelvereinzelner 14 einem
Magazin 16 entnommen, über einem Büschelhalter 18 in Position gebracht und von einem
Schieber 20 in den Büschelhalter 18 geschoben.
[0040] Im zweiten Schritt werden die in dem Büschelhalter 18 eingespannten Borstenbüschel
12 über den Schleifkörper 22 bewegt und auf ihrer mit dem Schleifkörper 22 in Kontakt
kommenden Seite angespitzt.
[0041] Im folgenden dritten Schritt wird der Büschelhalter 18 um 180° gedreht.
[0042] Im vierten Schritt folgt ein zum zweiten Schritt analog verlaufender Schleifprozess,
wobei dieses Mal die entgegengesetzten Borstenenden 24 angespitzt werden.
[0043] Im fünften und gleichzeitig letzen Schritt werden die beidseitig angespitzten Borstenbüschel
12 aus dem Büschelhalter 18 in einen Borstenbehälter 26 entleert.
[0044] In Figur 2 ist der erste Schritt aus Figur 1 in einer perspektivischen Ansicht gezeigt.
Die Borstenbüschel 12, mit einer Länge von ca. 26 mm bis 32 mm (entspricht der Borstenlänge)
und einem Durchmesser von ca. 1,5 mm bis 3 mm, werden von einem Büschelvereinzelner
14 einem Magazin 16 entnommen, über einem Büschelhalter 18 in Position gebracht und
durch einen Schieber 20 in die Aufnahmen 28 des Büschelhalters 18 geschoben. Hierbei
werden die Borstenbüschel 12 so angeordnet, dass diese an dem im folgenden Schritt
zu bearbeitenden Ende eine relativ große freie Länge L, gemessen von der Halterung,
genauer gesagt von der dem zu spitzenden Ende nächsten Haltestelle der Halterung (siehe
Figur 10b), besitzen. Beim Schleifen wird (siehe Figur 7) an jeder Borsten eine komisch
zulaufende Spitze hergestellt, die eine Länge l aufweist. Diese Länge l ist konstruktiv
vorgegeben. Das Borstenbüschel 12 wird nun so eingestellt, dass das zu bearbeitende
frei Ende entsprechend weit gegenüber der Halterung vorsteht, um ein Verhältnis L/I
größer gleich 3, insbesondere größer gleich 4 zu erreichen.
[0045] Optional kann auch eine Obergrenze vorgesehen sein, nämlich kleiner gleich 7, insbesondere
kleiner gleich 6,5.
[0046] Eine Option besteht darin, dass das Borstenbüschel 12 so eingespannt ist, dass die
freie Länge des zu bearbeitenden Endes mindestens 12 mm oder mehr als 40% der Gesamtlänge
des ungeschliffenen Borstenbüschels 12 bezogen auf die Halterung beträgt.
[0047] Die Figuren 3 und 4 zeigen den zweiten Schritt aus Figur 1 in einer perspektivischen
Ansicht. Die in dem Büschelhalter 18 gehalterten, z.B. eingeklemmten, Borstenbüschel
12 werden über den rotierenden Schleifkörper 22 bewegt, der in dieser Ausführungsform
eine Schleifwalze ist, an deren kreiszylindrischer oder konischer Mantelfläche 30
(Schleifoberfläche) der Schleifprozess ausgeführt wird. Während dieser Bewegung rotiert
zusätzlich der Büschelhalter 18 um eine Drehachse A, die parallel zur Längsrichtung
der eingespannten Borstenbüschel 12 steht. Der Büschelhalter wird längs einer linearen
Bahn B, die in Draufsicht parallel ° zur Rotationsachse X der Schleifwalze steht oder
mit ihr zusammenfällt. In Seitenansicht, siehe Figur 4, ist jedoch zu erkennen, dass
die Bahn B leicht zur Schleifoberfläche, d.h. der Mantelfläche 30 gekippt verläuft,
nämlich unter einem Winkel α von 2-10°. Das bedeutet, während des Schleifprozesses
und des Verfahrens des Büschelhalters 18 entlang der Schleifoberfläche wird der Büschelhalter
18 und die Borstenbüschel zunehmend in Richtung zur Rotationsachse X oder, mit anderen
Worten, zur Mantelfläche 30 zugestellt. Es wird also ein immer größerer axialer Abschnitt
der Borsten geschliffen. Da bei der Ausführungsform nach Figur 4 der Schleifkörper
eine kreiszylindrische Mantelfläche 30, besitzt, ist der Winkel α auch zwischen der
Mantelfläche 30 und der Rotationsachse X vorhanden.
[0048] Der kleinste Abstand a der Halterung im Büschelhalter 18 zur Schleifoberfläche liegt
hierbei im Bereich von 5 mm bis 10 mm.
[0049] Alternativ oder zusätzlich kann auch der Abstand des Büschelhalters 18 zum Schleifkörper
22 verringert werden, indem der Schleifkörper 22 derart geformt ist, zum Beispiel
konisch gemäß Figur 5, dass sich der Abstand zwischen Büschelhalter 18 und der Oberfläche
des Schleifkörpers 22 verringert.
[0050] Das Verhältnis (R/r) vom Radius der Schleifwalze zum Abstand des am weitesten zur
Drehachse A des Büschelhalters 18 entfernten, gehaltenen Borstenbüschels 12 von der
Drehachse A beträgt in dieser Ausführungsform zwischen 1 und 4, kann aber auch zwischen
1 und 3 betragen.
[0051] Mit Sicht in Richtung der Drehachse A des Büschelhalters 18, liegen zusätzlich sämtliche
Borstenbüschel 12 des Büschelhalters 18 innerhalb der die Mantelfläche in Draufsicht
begrenzenden, linienförmigen Außenränder 40 der Schleifwalze.
[0052] Bei dieser Ausführungsform ist auch ein Konuswinkel β des Schleifkörpers 22 dargestellt.
[0053] Dadurch, dass der Büschelhalter 18 während seiner linearen Bewegung längs der Bahn
B von dem Ende des Schleifkörpers 22 mit größerem Durchmesser R zum Ende mit kleinerem
Durchmesser verfährt, beginnt der Schleifßprozess an dem Abschnitt des Schleifkörpers
22, an dem die Mantelfläche eine größere Umfangsgeschwindigkeit besitzt als am Ende
mit dem kleineren Durchmesser.
[0054] Wie in Figur 5 gut zu sehen ist, werden zuerst nur die Enden der Borsten geschliffen,
wobei dieser Schleifprozess mit hoher Schleifgeschwindigkeit vollzogen wird. Anschließend
wird der Abstand des Büschelhalters 18 zur Schleifoberfläche immer geringer, d.h.
die Borstenbüschel werden zunehmend zur Schleifoberfläche zugestellt. Gleichzeitig
reduziert sich jedoch die Umfangsgeschwindigkeit des Schleifkörpers 22. Damit nimmt
die durch Reibung in die Borsten eingetragene Wärmemenge ab.
[0055] Die Idee, während des Schleifvorgangs die einzelnen Borsten zunehmend weiter zur
Schleifoberfläche zuzustellen, gleichzeitig aber die Schleifgeschwindigkeit zu verringern,
lässt sich auch noch auf andere Weise realisieren, wie in Figur 6 dargestellt.
[0056] Figur 6 zeigt fünf nebeneinander angeordnete Büschelhalter 18, die zahlreiche Borstenbüschel
12 aufnehmen und um ihre Achsen A rotieren. Im ersten Schritt, der in Figur 6 oben
dargestellt ist, ist der Abstand T3 des Büschelhalters 18 zur Rotationsachse R noch
relativ groß, sodass nur die axialen Endabschnitte der Borsten geschliffen werden.
Die Schleifgeschwindigkeit ist dabei aber relativ hoch, weil der Schleifkörper 22
schnell mit der Drehzahl n1 rotiert. In Schritten oder kontinuierlich werden die Rotationsgeschwindigkeit
und die Drehzahl dann von n2 auf n1 reduziert und gleichzeitig der Abstand des Büschelhalters
18 zur Rotationsachse R über T2 auf T1 verringert.
[0057] Bei der Ausführungsform nach Figur 6 werden die Büschelhalter 18 nicht längs einer
quer zur Drehachse A verlaufenden Bahn B verfahren, sondern nur gedreht und in Richtung
ihrer Drehachse A zugestellt, die daher die Bahn B darstellt. Natürlich können auch
umgekehrt die Walzen in Richtung Büschelhalter zugestellt werden.
[0058] Figur 7 zeigt, welche unterschiedlichen Abschnitte der späteren, fertigen Borstenspitze
mit welchen Drehzahlen und bei welchem Abstand erzeugt wurden.
[0059] Figur 8 gibt verschiedene Verläufe von Drehzahländerung zur Abstandsänderung wieder,
längs der der Schleifprozess ausgeführt wird. Die Figuren 4 und 5 zeigen bereits einseitig
angespitzt Borsten, die am zweiten Ende gespitzt werden. Symbolisch sind dabei die
Borstenbüschel spitz zulaufend dargestellt. In Wirklichkeit sehen die Borstenbüschel
so aus, wie in der vergrößerten Ansicht in Figur 9, links unten, in der die einzelnen
Borsten selbst angespitzt dargestellt sind.
[0060] In Figur 9 ist der dritte Schritt aus Figur 1 in einer Seitenansicht gezeigt. Der
Büschelhalter 18 wird zum Schleifen der anderen Borstenenden 24 um eine Achse, die
orthogonal zur Längsrichtung der eingespannten Borstenbüschel 12 steht, um 180° gedreht.
Zusätzlich werden die Borstenbüschel 12 innerhalb des Büschelhalters 18 axial verschoben
(siehe Pfeil in Figur 9), z. B. mit einem Schieber 20, nachdem der Büschelhalter 18
aus einer halternden, z.B. klemmenden Stellung (Figur 10b) in eine nicht halternden,
z.B. nicht klemmende Stellung (Figur 10a) gebracht wurde. Dadurch haben die Borstenbüschel
12 an ihrem noch nicht angespitzten Ende eine freie Länge L von mindestens 12 mm oder
mehr als 40% der Gesamtlänge des ungeschliffenen Borstenbüschels 12.
[0061] Allgemeiner ausgedrückt beträgt das Verhältnis L/I der freien Länge L zu der Länge
l der zu erzeugenden konisch zulaufenden Spitze größer gleich 3, insbesondere größer
gleich 4. Das bedeutet, das entsprechende Verhältnis L/I wird auch beim Schleifen
des zweiten Endes des Borstenbüschels 12 eingestellt, sodass die beiden Enden gleiche
Spitzenformen und Spitzenlängen an ihren Borsten besitzen.
[0062] Als Obergrenze kann 6 oder 5 als Verhältnis L/I vorteilhaft sein.
[0063] Die Figuren 10a und 10b zeigen einen Büschelhalter 18 mit zwei Aufnahmen 28 und jeweils
darin angeordneter Halteeinheiten 32, mit deren Hilfe sich die Borstenbüschel 12 über
ihre Länge an unterschiedlichen Stellen befestigen lassen sowie ein Verschieben des
Borstenbüschels 12 in nicht klemmender Stellung des Büschelhalters 18 relativ zum
Büschelhalter 18 möglich ist.
[0064] Figur 10a zeigt hierbei die offene Position der Halteeinheit 32, bei der sich zwei
plattenartige Druckelemente 34 in einer offenen, voneinander entfernten Position und
die dazwischen angeordneten elastischen Elemente 36 in Form von O-Ringen in einer
nicht klemmenden Position befinden.
[0065] In Figur 10b ist die geschlossene Position der Halteeinheit 32 gezeigt, bei der sich
die beiden Druckelemente 34 in geschlossener, einander angenäherter Position und die
dazwischen angeordneten elastischen Elemente 36 in einer klemmenden, gequetschten
Position befinden. In dieser Position werden die die Borstenbüschel 12 umgebenden
Aufnahmeöffnungen durch Kompression der elastischen Elemente 36 im Querschnitt reduziert
und klemmen so die Borstenbüschel 12 in den Aufnahmen 28.
[0066] Es ist nicht zwingend erforderlich, dass zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
die Borstenbüschel im Büschelhalter längst verschoben werden müssen, d.h. umgespannt
werden müssen, wenn das andere Ende angespitzt werden soll, wie dies in den Figuren
9 und 10 dargestellt ist. Es ist auch möglich, beide Enden in derselben Aufspannung
zu schleifen.
[0067] Bei Anwendungen, bei denen Borstenbüschel ungefaltet, das heißt ohne Anker, im Bürstenkörper
gehalten werden, muss nur ein Ende der Borsten angespitzt werden. Da diese Borsten
jedoch extrem kurz sind, können sie ohne Zuschnitt nicht mechanisch angespitzt werden.
Die Lösung dieses Problems besteht darin, dass man überlange Borsten verwendet, diese
an beiden Enden wie zuvor beschrieben angespitzt und danach mittig durchtrennt.
1. Verfahren zum mechanischen Anspitzen von Borsten für Bürsten, insbesondere Zahnbürsten,
durch Schleifen, mit folgenden Schritten:
a) Halten von Borstenbüschel (12) in einen Büschelhalter (18) derart, dass das Verhältnis
(L/I) der freien Länge (L) des Borstenbüschels, gemessen ab der Halterung bis zum
freien, anzuspitzenden Ende, zur Länge (I) der zu erzeugenden, konischen Spitze der
Borsten größer gleich 3 ist, und
b) Schleifen der Borstenenden (24) am ersten freien Ende,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Schleifen eine oder mehrere Schleifwalzen verwendet werden, die eine kreiszylindrische
oder konische Mantelfläche (30) haben, an der der Schleifprozess ausgeführt wird,
wobei der Büschelhalter (18) während des Schleifens um eine Drehachse (A) rotiert,
wobei die Drehachse (A) parallel zur Längsrichtung des eingespannten Borstenbüschels
(12) und in einem Winkel (α) von mindestens 80° zur Rotationsachse (X) der Schleifwalze
steht,
und wobei das Verhältnis (R/r) vom Radius der Schleifwalze (R) zum Abstand (r) des
am weitesten zur Drehachse (A) des Büschelhalters (18) entfernten, gehaltenen Borstenbüschels
(12) von der Drehachse (A) zwischen 1 und 4 beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis (L/I) größer gleich 4 ist und/oder dass das Verhältnis (L/I) kleiner
gleich 7, insbesondere kleiner gleich 6,5 ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren im Anschluss an Schritt b) folgende weitere Schritte umfasst:
c) Ändern der Position des Borstenbüschels (12) im Büschelhalter (18), so dass für
das noch nicht geschliffene, zweite freie Ende dasselbe Verhältnis (L/I) eingestellt
wird, welches zum Anspitzen des bereits gespitzten Endes eingestellt war, und
d) Schleifen der Borstenenden (24) am zweiten freien Ende.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt b) die freie Länge (L) der Borstenbüschel (12), gemessen ab der Halterung
zum freien, anzuspitzenden ersten Ende, mindestens 12 mm und/oder mehr als 40% der
Gesamtlänge des ungeschliffenen Borstenbüschels (12) beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren im Anschluss an Schritt b) folgende weitere Schritte umfasst:
e) Ändern der Position des Borstenbüschels (12) im Büschelhalter (18), so dass die
freie Länge (L) der Borstenbüschel (12) von der Halterung zum freien, entgegengesetzten
Ende des Borstenbüschels (12) mindestens 12 mm und/oder mehr als 40% der Gesamtlänge
des ungeschliffenen Borstenbüschels (12) beträgt; und
f) Schleifen der Borstenenden (24) am zweiten freien Ende.
6. Verfahren nach Anspruch 3 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Büschelhalter (18) nach dem Schritt b) und vor dem Schritt d) um eine Achse,
die orthogonal zur Längsrichtung des eingespannten Borstenbüschels (12) steht, um
180° gedreht wird.
7. Verfahren, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, zum mechanischen
Anspitzen von Borsten für Bürsten, insbesondere Zahnbürsten, durch Schleifen von Borstenbüscheln
auf einer Schleifoberfläche eines sich drehenden Werkzeugs, dadurch gekennzeichnet, dass die Borstenbüschel (12) während des Schleifprozesses zunehmend weiter in Richtung
der werkzeugseitigen Schleifoberfläche zugestellt werden und dabei die Relativgeschwindigkeit
zwischen der Schleifoberfläche und den Borstenbüscheln (12) zunehmend reduziert wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verfahrrichtung des Büschelhalters (18) nicht parallel zur Rotationsachse (X)
der Schleifwalze verläuft und/oder dass sich der Abstand (a) des Büschelhalters (18)
zur Mantelfläche (30) während des Verfahrens zunehmend verringert.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zum Schleifen eine oder mehrere Schleifwalzen verwendet werden, die eine Mantelfläche
(30), an der der Schleifprozess ausgeführt wird, haben, und dass mit Sicht in Richtung
der Drehachse (A) des Büschelhalters (18) sämtliche Borstenbüschel (12) des Büschelhalters
(18) innerhalb von die Mantelfläche begrenzenden Außenrändern der Schleifwalze liegen.
10. Schleifvorrichtung (10) zum mechanischen Anspitzen von Borsten für Bürsten, insbesondere
Zahnbürsten, mit mindestens einem Büschelhalter (18) mit mindestens einer Aufnahme
(28) für ein Borstenbüschel (12) und mindestens einem Schleifkörper (22) mit einer
Schleifoberfläche, wobei der Büschelhalter (18) mit einer Halteeinheit (32) ausgebildet
ist, die in einer geschlossenen Position ein Halten, insbesondere Klemmen, des zumindest
einen Borstenbüschel (12) an unterschiedlichen Stellen des Borstenbüschels (12) über
dessen Länge und in einer offenen Position ein Verschieben des Borstenbüschels (12)
in nicht haltender, insbesondere nicht klemmender, Stellung des Büschelhalters (18)
relativ zum Büschelhalter (18) erlaubt, dadurch gekennzeichnet, dass der Schleifkörper (22) eine Schleifwalze mit einer als Schleifoberfläche ausgebildeten
Mantelfläche (30) ist, die kreiszylindrisch oder konisch geformt ist, wobei der Büschelhalter
(18) während des Schleifens um eine Drehachse (A) rotiert, wobei die Drehachse (A)
parallel zur Längsrichtung des eingespannten Borstenbüschels (12) und in einem Winkel
(a) von mindestens 80° zur Rotationsachse (X) der Schleifwalze steht, und wobei das
Verhältnis (R/r) vom Radius der Schleifwalze (R) zum Abstand (r) des am weitesten
zur Drehachse (A) des Büschelhalters (18) entfernten, gehaltenen Borstenbüschels (12)
von der Drehachse (A) zwischen 1 und 4 beträgt.
11. Schleifvorrichtung (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die freie Länge (L) der Borstenbüschel (12) von der Halterung zum freien, anzuspitzenden
ersten Ende mindestens 12 mm und/oder mehr als 40% der Gesamtlänge des ungeschliffenen
Borstenbüschels (12) beträgt.
12. Schleifvorrichtung (10) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinheit (32) Druckelemente (34) und zumindest ein zwischen den Druckelementen
(34) angeordnetes elastisches Element (36) umfasst, wobei das elastische Element (36)
eine Aufnahmeöffnung für das Borstenbüschel (12) umgibt und durch Kompression das
elastischen Elements (36) den Querschnitt der Aufnahmeöffnung reduzieren kann, um
das Borstenbüschel (12) in der Aufnahme (28) zu halten bzw. klemmen.
13. Schleifvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Büschelhalter (18) zum Anspitzen von beiden entgegengesetzten Borstenenden (24)
um eine Achse, die orthogonal zur Längsrichtung des eingespannten Borstenbüschels
(12) steht, um 180° gedreht werden kann.
14. Schleifvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 10 bis 13 dadurch gekennzeichnet, dass der Büschelhalter (18) im Wesentlichen in Längsrichtung an der Mantelfläche (30)
entlang verfahrbar gelagert ist.
1. A method for mechanically pointing bristles for brushes, in particular toothbrushes,
by grinding, comprising the following steps:
a) holding bristle tufts (12) in a tuft holder (18) such that the ratio (L/I) of the
free length (L) of the bristle tuft, as measured from the fixture to the free end
to be pointed, to the length (I) of the conical bristle tip to be produced is greater
than or equal to 3, and
b) grinding the bristle ends (24) at the first free end,
characterized in that one or more grinding rollers are used for grinding which have a circular cylindrical
or conical shell surface (30) on which the grinding process is carried out,
the tuft holder (18) rotating about an axis of rotation (A) during grinding,
the axis of rotation (A) being parallel to the longitudinal direction of the clamped
bristle tuft (12) and at an angle (α) of at least 80° with respect to the axis of
rotation (X) of the grinding roller,
and the ratio (R/r) of the radius of the grinding roller (R) to the distance (r) of
the held bristle tuft (12) furthest away from the axis of rotation (A) of the tuft
holder (18) from the axis of rotation (A) being between 1 and 4.
2. The method according to claim 1, characterized in that the ratio (L/I) is greater than or equal to 4 and/or in that the ratio (L/I) is less than or equal to 7, in particular less than or equal to 6.5.
3. The method according to claim 1 or 2,
characterized in that subsequent to step b), the method comprises the following further steps:
c) changing the position of the bristle tuft (12) in the tuft holder (18) so that
for the second free end, not yet ground, the same ratio (L/I) is set as was set for
pointing the already pointed end, and
d) grinding the bristle ends (24) at the second free end.
4. The method according to any of the preceding claims, characterized in that in step b) the free length (L) of the bristle tufts (12), as measured from the fixture
to the free first end to be pointed, is at least 12 mm and/or more than 40% of the
total length of the unground bristle tuft (12).
5. The method according to claim 4,
characterized in that subsequent to step b), the method comprises the following further steps:
e) changing the position of the bristle tuft (12) in the tuft holder (18), so that
the free length (L) of the bristle tufts (12) from the fixture to the free, opposite
end of the bristle tuft (12) is at least 12 mm and/or more than 40% of the total length
of the unground bristle tuft (12); and
f) grinding the bristle ends (24) at the second free end.
6. The method according to claim 3 or 5, characterized in that after step b) and before step d), the tuft holder (18) is rotated by 180° about an
axis that is orthogonal to the longitudinal direction of the clamped bristle tuft
(12).
7. A method, in particular according to any of the preceding claims, for mechanically
pointing bristles for brushes, in particular toothbrushes, by grinding bristle tufts
on a grinding surface of a rotating tool, characterized in that during the grinding process the bristle tufts (12) are increasingly fed in the direction
of the tool-side grinding surface and in the process the relative speed between the
grinding surface and the bristle tufts (12) is increasingly reduced.
8. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the direction of travel of the tuft holder (18) is not parallel to the axis of rotation
(X) of the grinding roller and/or in that the distance (a) of the tuft holder (18) to the shell surface (30) is increasingly
reduced during the traveling.
9. The method according to any of the preceding claims, characterized in that one or more grinding rollers are used for grinding which have a shell surface (30)
on which the grinding process is carried out, and in that with a view in the direction of the axis of rotation (A) of the tuft holder (18),
all bristle tufts (12) of the tuft holder (18) are located within outer edges of the
grinding roller that define the shell surface.
10. A grinding device (10) for mechanically pointing bristles for brushes, in particular
toothbrushes, comprising at least one tuft holder (18) with at least one receptacle
(28) for a bristle tuft (12) and at least one abrasive body (22) with a grinding surface,
the tuft holder (18) being configured with a holding unit (32) which, in a closed
position, allows a holding, in particular clamping, of the at least one bristle tuft
(12) at different points of the bristle tuft (12) along the length thereof and, in
an open position, allows a shifting of the bristle tuft (12) in a non-holding, in
particular non-clamping, position of the tuft holder (18) relative to the tuft holder
(18), characterized in that the abrasive body (22) is a grinding roller with a shell surface (30) that is configured
as a grinding surface and has a circular cylindrical or conical shape, the tuft holder
(18) rotating about an axis of rotation (A) during grinding, the axis of rotation
(A) being parallel to the longitudinal direction of the clamped bristle tuft (12)
and at an angle (α) of at least 80° with respect to the axis of rotation (X) of the
grinding roller, and the ratio (R/r) of the radius of the grinding roller (R) to the
distance (r) of the held bristle tuft (12) furthest away from the axis of rotation
(A) of the tuft holder (18) from the axis of rotation (A) being between 1 and 4.
11. The grinding device (10) according to claim 10, characterized in that the free length (L) of the bristle tufts (12) from the fixture to the free first
end to be pointed is at least 12 mm and/or more than 40% of the total length of the
unground bristle tuft (12).
12. The grinding device (10) according to claim 10 or 11, characterized in that the holding unit (32) comprises pressure elements (34) and at least one elastic element
(36) arranged between the pressure elements (34), wherein the elastic element (36)
surrounds a receiving opening for the bristle tuft (12) and can reduce the cross-section
of the receiving opening by a compression of the elastic element (36) in order to
hold or clamp the bristle tuft (12) in the receptacle (28).
13. The grinding device (10) according to any of claims 10 to 12, characterized in that for pointing both opposite bristle ends (24), the tuft holder (18) can be rotated
by 180° about an axis that is orthogonal to the longitudinal direction of the clamped
bristle tuft (12).
14. The grinding device (10) according to any of claims 10 to 13, characterized in that the tuft holder (18) is mounted to be movable along the shell surface (30) substantially
in the longitudinal direction.
1. Procédé d'appointage mécanique de poils pour brosses, en particulier pour brosses
à dents, par meulage, comprenant les étapes suivantes :
a) maintien de touffes de poils (12) dans un support de touffes (18) de sorte que
le rapport (L/I) entre la longueur libre (L) de la touffe de poils, mesurée de la
fixation à l'extrémité libre à appointer, et la longueur (I) de la pointe conique
à produire des poils est supérieure ou égal à 3, et
b) meulage des extrémités de poils (24) à la première extrémité libre,
caractérisé en ce que pour le meulage, un ou plusieurs rouleaux de meulage présentant une surface latérale
(30) cylindrique circulaire ou conique sur laquelle le processus de meulage est effectué
sont utilisés,
le support de touffes (18) tournant autour d'un axe de rotation (A) pendant le meulage,
l'axe de rotation (A) étant parallèle au sens longitudinal de la touffe de poils (12)
enserrée et étant agencé selon un angle (α) d'au moins 80° par rapport à l'axe de
rotation (X) du rouleau de meulage,
et le rapport (R/r) du rayon du rouleau de meulage (R) à la distance (r) de la touffe
de poils (12) maintenue la plus éloignée de l'axe de rotation (A) du support de touffes
(18), de l'axe de rotation (A) étant compris entre 1 et 4.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le rapport (L/I) est supérieur ou égal à 4 et/ou en ce que le rapport (L/I) est inférieur ou égal à 7, en particulier inférieur ou égal à 6,5.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que le procédé comprend les étapes supplémentaires suivantes après l'étape b) :
c) modification de la position de la touffe de poils (12) dans le support de touffes
(18) de sorte que le même rapport (L/I) que celui qui a été fixé pour l'appointage
de l'extrémité déjà appointée est fixé pour la deuxième extrémité libre pas encore
meulée, et
d) meulage des extrémités de poils (24) à la deuxième extrémité libre.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'à l'étape b), la longueur libre (L) des touffes de poils (12), mesurée de la fixation
à la première extrémité libre à appointée, est d'au moins 12 mm et/ou supérieure à
40% de la longueur totale de la touffe de poils (12) non meulée.
5. Procédé selon la revendication 4,
caractérisé en ce que le procédé comprend les étapes supplémentaires suivantes après l'étape b) :
e) modification de la position de la touffe de poils (12) dans le support de touffes
(18) de sorte que la longueur libre (L) de la touffe de poils (12), de la fixation
à l'extrémité opposée libre de la touffe de poils (12), est d'au moins 12 mm et/ou
supérieure à 40% de la longueur totale de la touffe de poils (12) non meulée ; et
f) meulage des extrémités de poils (24) à la deuxième extrémité libre.
6. Procédé selon la revendication 3 ou 5, caractérisé en ce qu'après l'étape b) et avant l'étape d), le support de touffes (18) est tourné de 180°
autour d'un axe orthogonal au sens longitudinal de la touffe de poils (12) enserrée.
7. Procédé, en particulier selon l'une des revendications précédentes, d'appointage mécanique
de poils pour brosses, en particulier pour brosses à dents, par meulage de touffes
de poils sur une surface de meulage d'un outil rotatif, caractérisé en ce que pendant le processus de meulage, les touffes de poils (12) sont de plus en plus avancées
en direction de la surface de meulage côté outil et la vitesse relative entre la surface
de meulage et les touffes de poils (12) est de plus en plus réduite.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le sens de déplacement du support de touffes (18) n'est pas parallèle à l'axe de
rotation (X) du rouleau de meulage et/ou en ce que la distance (a) du support de touffes (18) par rapport à la surface latérale (30)
est de plus en plus réduite pendant le déplacement.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que pour le meulage, un ou plusieurs rouleaux de meulage présentant une surface latérale
(30) sur laquelle le processus de meulage est effectué sont utilisés, et en ce que dans une vue en direction de l'axe de rotation (A) du support de touffes (18), toutes
les touffes de poils (12) du support de touffes (18) se trouvent à l'intérieur des
bords extérieurs du rouleau de meulage délimitant la surface latérale.
10. Dispositif de meulage (10) pour l'appointage mécanique de poils pour brosses, en particulier
pour brosses à dents, comprenant au moins un support de touffes (18) présentant au
moins un logement (28) pour une touffe de poils (12) et au moins un corps de meulage
(22) présentant une surface de meulage, le support de touffes (18) étant réalisé avec
une unité de maintien (32) qui, dans une position fermée, permet un maintien, en particulier
un serrage, de ladite au moins une touffe de poils (12) en différents points de la
touffe de poils (12) sur la longueur de celle-ci et, dans une position ouverte, permet
un déplacement de la touffe de poils (12) dans une position de non maintien, notamment
de non serrage, du support de touffes (18) par rapport au support de touffes (18),
caractérisé en ce que le corps de meulage (22) est un rouleau de meulage présentant une surface latérale
(30) qui est réalisée sous forme de surface de meulage et qui est de forme circulaire
cylindrique ou conique, le support de touffes (18) tournant autour d'un axe de rotation
(A) pendant le meulage, l'axe de rotation (A) étant parallèle au sens longitudinal
de la touffe de poils (12) enserrée et étant agencé selon un angle (α) d'au moins
80° par rapport à l'axe de rotation (X) du rouleau de meulage, et le rapport (R/r)
du rayon du rouleau de meulage (R) à la distance (r) de la touffe de poils (12) maintenue
la plus éloignée de l'axe de rotation (A) du support de touffes (18), de l'axe de
rotation (A) étant compris entre 1 et 4 .
11. Dispositif de meulage (10) selon la revendication 10, caractérisé en ce que la longueur libre (L) des touffes de poils (12), de la fixation à la première extrémité
libre à appointée, est d'au moins 12 mm et/ou supérieure à 40% de la longueur totale
de la touffe de poils (12) non meulée.
12. Dispositif de meulage (10) selon la revendication 10 ou 11, caractérisé en ce que l'unité de maintien (32) comprend des éléments de pression (34) et au moins un élément
élastique (36) agencé entre les éléments de pression (34), l'élément élastique (36)
entourant une ouverture de logement pour la touffe de poils (12) et étant apte à réduire
la section transversale de l'ouverture de logement par compression de l'élément élastique
(36) pour maintenir ou serrer la touffe de poils (12) dans le logement (28).
13. Dispositif de meulage (10) selon l'une des revendications 10 à 12, caractérisé en ce que le support de touffes (18) est apte à être tourné de 180° autour d'un axe orthogonal
au sens longitudinal de la touffe de poils (12) enserrée pour appointer les deux extrémités
de poils (24) opposées.
14. Dispositif de meulage (10) selon l'une des revendications 10 à 13, caractérisé en ce que le support de touffes (18) est monté de manière à pouvoir être déplacé sensiblement
dans le sens longitudinal le long de la surface latérale (30).