[0001] Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Herstellung von Kohlenstofffasern gemäß Anspruch
1.
[0002] Bei der herkömmlichen Herstellung von Kohlenstofffasern verringert sich der Wirkungsgrad
der konventionellen Karbonisierungsöfen mit steigender Temperatur, wodurch die Prozess-
und damit die Herstellungskosten für Kohlenstofffasern steigen. Um die Faserkosten
einigermaßen wettbewerbsfähig gegenüber alternativen Leichtbaumaterialien zu machen,
werden insbesondere im Automobilbau HT (high tenacity)-Fasern eingesetzt, deren maximale
Karbonisierungstemperatur zwischen 1200 °C und 1500 °C liegt. Für bestimmte Anforderungen
bzw. Einsatzbereiche (insbesondere Luft- und Raumfahrt, Sport (z. B. Hochleistungssportgeräte),
Transport, Konstruktion (z. B. Industriewalzen), Medizin, Energie, usw.) werden jedoch
Fasern mit höherem Zug-E-Modul (IM (intermediate modulus)/ oder HM (high modulus))
/ ggf. mit negativem thermischen Ausdehnungskoeffizienten benötigt, deren Herstellung
höhere Karbonisierungstemperaturen erfordert (IM-Typ:1.500 °C bis 1.800 °C, Tabelle
1 zeigt beispielhaft die Eigenschaften der unterschiedlichen Faserklassentypen.
Tabelle 1: Eigenschaften von Kohlenstofffasern
| Eigenschaft |
Einheit |
HT (HTA) |
IM (IM 600) |
HM (HM 35) |
| Dichte |
g/cm3 (20 °C) |
1,78 |
1,8 |
1,97 |
| Zugfestigkeit |
MPa (N/mm2) |
3.400 |
5.400 |
2.350 |
| Zug-E-Modul |
GPa |
235 |
290 |
358 |
| Bruchdehnung |
% |
1,4 |
1,7 |
0,6 |
| spez. elektr. Widerstand |
Ohm/cm (20 °C) |
710 |
- |
710 |
| thermischer Ausdehnungskoeffizient |
10-6/K |
-0,1 |
- |
-0,5 |
| Wärmeleitfähigkeit |
W/(m·K) |
17 |
- |
115 |
| spez. Wärmekapazität |
J/(kg·K) |
710 |
- |
710 |
[0003] Da mit der konventionellen Ofentechnologie die Heizraten nicht beliebig erhöht werden
können, wird sich vorrangig auf die Herstellung von Kohlenstofffasern des HT-Typs
konzentriert, der wahrscheinlich bald den Standard-Carbonfasertyp bildet. Die hohen
Energiekosten und damit die hohen Faserpreise der IM- und HM-Typen sind z.B. im Automobilbau
mit den herkömmlichen Herstellungsverfahren nicht wettbewerbsfähig.
[0004] Für eine flexiblere Gestaltung der mechanischen Eigenschaften (Faserzugfestigkeit
steigt bis ca. 1500 °C und sinkt anschließend bei weiter steigendem Zug-E-Modul wieder)
ist es unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit/des Preises für den Einsatz in
oben aufgeführten Bereichen erforderlich, den Energie- und Zeitaufwand des Herstellungsprozesses
insbesondere bei den hohen Karbonisierungstemperaturen zu reduzieren.
[0005] Da bekannt ist, dass oberhalb 900 °C bis zu einer Temperatur von 3000 °C mit Heizraten
von mehreren 100 K/min ohne Qualitätseinbußen gearbeitet werden kann, sollen alternative
Heizverfahren mit höheren Aufheizraten eingesetzt werden können, die die Energie direkt
(anstatt konvektiv) auf die Faser übertragen und damit zu einer schnelleren Aufheizung
mit höherem Wirkungsgrad führen. Dadurch kann eine Kostensenkung im Karbonisierungsprozess
um bis zu 25 % erzielt werden. Damit kann ein Hauptnachteil des Einsatzes von Kohlenstofffasern
- nämlich der hohe Preis - reduziert und die Fasern können besser in ihren mechanischen
Eigenschaften/thermischen Ausdehnungskoeffizienten auf die Produktanforderungen abgestimmt
werden.
[0006] Am häufigsten werden als Precursor Polyacryl-Nitril- Fasern (PAN) eingesetzt. Es
können aber auch andere Precursoren, die mit anderen Kohlenwasserstoffverbindungen
sowie mit Kohlenwasserstoffe enthaltende Verbindungen gebildet sind, eingesetzt und
mit angepassten Prozessparametern angewandt werden. So können beispielsweise auch
Polyolefine wie Polyethylen, Zellulose, Lignin, Polyvinylchlorid, Phenole und deren
Copolymere eingesetzt werden.
[0007] WO2015012349 offenbart ein Karbonisierungsverfahren zum Karbonisieren von Vorläuferfasern, wobei
während des Transports sind mehrere Karbonisierungsöfen zum Erhitzen der Fasern in
der Transportrichtung angeordnet, und in mindestens einem der Karbonisierungsöfen
unter den mehreren Karbonisierungsöfen wird ein Plasma verwendet um die Fasern zu
erhitzen, die durch den Ofeninnenraum laufen.
[0008] US7824495 offenbart eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von vollständig carbonisierten
oder graphitisierten Kohlenstofffasern unter Verwendung einer Mikrowellenunterstützten
Plasma (MAP) -Verarbeitung umfasst eine längliche Kammer, in der ein Mikrowellenplasma
in einer ausgewählten Gasatmosphäre angeregt wird. Die Faser wird kontinuierlich durch
die Kammer gezogen und tritt durch Öffnungen ein und aus, um das Eindringen von Luft
zu minimieren.
[0009] So ist es in der nicht vorveröffentlichten
DE 10 2015 204 589 beschrieben, dass der konventionelle Karbonisierungsprozess auch bei Temperaturen
über 1150 °C durchgeführt werden kann. Darüber hinaus sind alternative Verfahren für
höhere Heizraten und größere Prozesseffizienz durch direkte Wärmeenergieübertragung
anstatt der indirekten konvektiven Wärmeenergieübertragung beschrieben:
- Karbonisierung mittels Laser
- Karbonisierung mittels Elektronenstrahlen
- Karbonisierung mittels Mikrowellenplasma
- Karbonisierung mittels elektrischer Widerstandsheizung:
Eine Erwärmung durch Anlegen einer elektrischen Spannung, wie dies bei einer elektrischen
Widerstandsheizung durchgeführt wird, setzt eine elektrische Mindestleitfähigkeit
der weiter zu erwärmenden Fasern voraus, die nach dem Stabilisieren konventioneller
Precursoren noch nicht vorhanden ist (elektrische Leitfähigkeit im MΩ-Bereich). Es
ist daher eine vorgeschaltete erste Karbonisierungszone bis zu einer Temperatur von
mindestens 600 °C (PAN-Precursoren) erforderlich, um elektrische Widerstände der Fasern
im unteren kΩ-Bereich zu erreichen, die eine ausreichende elektrische Leitfähigkeit
ermöglichen. Der elektrische Widerstand für PAN-Precursorfasern kann im Bereich bis
1200 °C reduziert werden.
[0010] Es ist auch bekannt, dass die Karbonisierungstemperatur die entscheidende Prozessgröße
ist, während die Karbonisierungsatmosphäre (N2, H2, Ar, Vakuum) und Vorspannung der
Fasern während des Stabilisierens nur von untergeordneter Bedeutung sind. Außerdem
ist es bekannt, dass sich die elektrische Leitfähigkeit bis ca. 1300 °C erhöht. Diese
bleibt anschließend bei höheren Temperaturen nahezu konstant. Das heißt, dass der
elektrische Widerstand als Parameter zur Online-Qualitätskontrolle nur bis zu einer
Temperatur von 1300 °C eingesetzt werden kann.
[0011] Wird eine elektrische Spannung an PAN-Fasern für eine elektrische Widerstandsbeheizung
angelegt, kann dies bisher lediglich bis zu einer maximalen Temperatur von 2450 °C
durchgeführt werden. Hier beginnt die Sublimation der im Kern liegenden Kohlenstofffasern,
wobei die Filamente im Mantel den Kohlenstoff adsorbieren, was wiederum den elektrischen
Widerstand und die erreichbare Erwärmung reduziert, so dass noch mehr sublimierter
Kohlenstoff aufgenommen werden kann und dadurch der Faserdurchmesser weiter steigt.
Dieser Umbauprozess führt zu einem Loch in der Kabelmitte und kann letztendlich zum
Bruch führen.
[0012] Es ist davon auszugehen, dass jedes Material (abhängig von Precursorpolymertyp, Faserfeinheit,
Aufmachungsform (Filamentkabel, Flächengebilde)) eine spezifische elektrische Widerstandskurve
aufweist, so dass zu empfehlen ist, diese mittels online-Messung zu ermitteln, wobei
der elektrische Widerstand immer temperaturabhängig ist (Arrhenius-Gleichung).
[0013] Die elektrische Mindestleitfähigkeit kann auch dadurch erreicht werden, dass die
Precursorfaser durch Zusatz von leitfähigen Partikeln, insbesondere Kohlenstoffnanoröhren
(CNT) leitfähig gemacht wird. Dadurch kann die elektrische Widerstandsheizung auch
für eine Stabilisierung der Ausgangsfasern eingesetzt werden. Die Pyrolyse beginnt
im Randbereich der CNTs (Elektronen wandern innerhalb der Matrix in den CNTs), so
dass hier höhere Temperaturen als in der PAN-Matrix auftreten. Schrittweise breitet
sich die Pyrolyse in der Precursormatrix aus.
[0014] Die oben genannten Verfahren wurden jeweils als separate Prozesse entwickelt.
[0015] Eine weitere bekannt Möglichkeit ist die laserunterstützte Hybrid-Karbonisierung
von stabilisierten Polymerfasern, wie sie in
DE 10 2015 204 589 beschrieben ist. Darin wird bereits der optionale Einsatz einer Mikrowellenplasmaquelle
zur effizienteren Erwärmung der Precursorfaser(n) nach der konventionellen Ofenerwärmung
vor der Laserbehandlung angesprochen. Darüber hinaus sind bisher keine Herstellungsverfahren
bekannt, bei denen unterschiedliche Ansätze gemeinsam zur Erwärmung und die Herstellung
von Kohlenstofffasern angewandt werden.
[0016] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, Möglichkeiten für die Herstellung von Kohlenstofffasern
anzugeben, mit denen der Energiebedarf reduziert und/oder die für die Herstellung
erforderliche Zeit reduziert werden kann.
[0017] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einer Anlage, die die Merkmale des Anspruchs
1 aufweist, gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
können mit in untergeordneten Ansprüchen bezeichneten Merkmalen realisiert werden.
[0018] Bei der erfindungsgemäßen Anlage zur Herstellung von Kohlenstofffasern wird mindestens
eine aus einem polymeren Material gebildete Faser oder ein textiles Gebilde aus solchen
Fasern in bereits stabilisierter Form als Vorprodukt durch mehrere Module hindurchgeführt.
Dabei ist mindestens ein Modul zur elektrischen Widerstandsheizung der Faser(n), mindestens
ein weiterer Modul zur Erwärmung der Faser(n) mittels eines mit Mikrowellen generierten
Plasmas und/oder zur Erwärmung der Faser(n) mittels eines auf die Faser(n) gerichteten
defokussierten Laserstrahls ausgebildet.
[0019] Nachfolgend soll ausschließlich der Begriff Faser genutzt und darunter auch ein aus
diesen Fasern gebildetes textiles Gebilde, wie beispielsweise ein Gewebe, Gewirk oder
Geflecht verstanden werden.
[0020] Vorteilhaft sollte in jedem Fall ein Modul vorhanden sein, der zur elektrischen Widerstandsheizung
der Faser(n) ausgebildet ist.
[0021] Vorteilhaft kann in einer Ausführungsform in Vorschubbewegungsrichtung der Faser(n)
ein Modul, der zur Erwärmung der Faser(n) mittels eines mit Mikrowellen generierten
Plasmas ausgebildet ist, vor einem Modul zur elektrischen Widerstandsheizung der Faser(n)
angeordnet sein.
[0022] Günstig ist es, wenn ein Modul zur gleichzeitigen Erwärmung der Faser(n) (3) durch
elektrische Widerstandsheizung und durch Bestrahlung mit defokussiertem Laserstrahl
ausgebildet ist, wodurch der erforderliche Bauraum für die Installation der Anlage
reduziert werden kann.
[0023] An einer erfindungsgemäßen Anlage können Messwalzen oder Messkontakte an der/den
Faser(n) angreifen, mit denen die elektrische Leitfähigkeit der Faser(n) für eine
Regelung der Erwärmung der Faser(n) bestimmbar ist. Die Regelung kann dabei für alle
genutzten Module der Anlage erfolgen. Neben der Regelung der für die Erwärmung genutzten
Leistung kann auch die Vorschubgeschwindigkeit der Faser(n) geregelt werden.
[0024] In einer Ausführungsform eines Moduls zur Erwärmung der Faser(n) mittels elektrischer
Widerstandsheizung ist/sind die Faser(n) zwischen Walzenpaaren hindurch geführt und
zwei in Vorschubbewegungsrichtung der Faser(n) nacheinander angeordnete Walzenpaare
(2, 2') jeweils an einen Pol einer elektrischen Spannungsquelle angeschlossen.
[0025] In einer anderen Ausführungsform eines solchen Moduls ist/sind die Faser(n) um entgegengesetzt
zueinander angeordnete Oberflächenbereiche von mindestens zwei in Vorschubbewegungsrichtung
der Faser(n) angeordneten Walzen geführt und die zwei Walzen jeweils an einen Pol
einer elektrischen Spannungsquelle angeschlossen. Bei dieser Ausführungsform können
die mindestens zwei Walzen parallel zueinander bewegt werden, wodurch der Weg den
die Faser(n) zwischen den jeweiligen zwei Walzen bei der Vorschubbewegung zurücklegen
und die entsprechend dazu erforderliche Zeit verändert werden kann. Es kann so zusätzlich
Einfluss auf die Erwärmung der Faser(n) genommen werden, ohne dass die elektrische
Leistung und insbesondere der elektrische Strom bei der elektrischen Widerstandsheizung
zwingend verändert werden muss. Allein oder zusätzlich dazu können die parallel zueinander
ausgerichteten Rotationsachsen der mindestens zwei Walzen in unterschiedlichen Ebenen
angeordnet sein, so dass sie in mindestens zwei Achsen zueinander versetzt angeordnet
sein können.
[0026] Es besteht auch die Möglichkeit, bei einem Modul, der zur elektrischen Widerstandsheizung
ausgebildet ist, dass in Vorschubbewegungsrichtung der Faser(n) mehrere Heizelemente
nacheinander angeordnet sind und dabei jeweils zwei nebeneinander angeordnete Heizelemente
an einen Pol einer elektrischen Spannungsquelle angeschlossen sind. Vorteilhaft kann/können
die Faser(n) durch die thermisch isolierten Heizelemente hindurch geführt werden.
[0027] Es kann auch ein Modul als herkömmlich ausgebildeter Durchlaufofen ausgebildet sein.
[0028] In mindestens einem der Module können mehrere Heizzonen zur sukzessiven Erwärmung
der Faser(n) in Vorschubbewegungsrichtung vorhanden sein.
[0029] Die Module können miteinander in Reihe und dabei in vorteilhafter Reihenfolge kombiniert
angeordnet werden, wobei die jeweilige Anlage horizontal, vertikal oder U-förmig aufgebaut
sein kann. Das zu karbonisierende Precursormaterial (insbesondere voroxidiertes Material
in Form von Fasern, ein oder mehrere parallel nebeneinanderliegende Endlosfilamentgarne
oder Rovings oder textile Flächengebilde) wird an einer Stirnseite der Anlage hinein
und auf der anderen Stirnseite herausgeführt. Dabei sollte in allen eingesetzten Modulen
mit den bei der Karbonisierung üblichen Inertgasen gearbeitet werden.So können die
Module beispielsweise wie folgt kombiniert werden:
- Mikrowelle - elektrische Widerstandsheizung
- Mikrowelle - Laser
- elektrische Widerstandsheizung - Laser
- elektrische Widerstandsheizung - Mikrowelle
[0030] Es können aber auch drei unterschiedliche Module miteinander kombiniert werden. Dabei
besteht auch die Möglichkeit einen Modul, der als herkömmlicher Ofen ausgebildet ist,
in eine erfindungsgemäße Anlage zu integrieren.
[0031] In einer ebenfalls günstigen Ausführungsform kann ein zur elektrischen Widerstandsheizung
ausgebildetes Modul genutzt werden, bei dem Precusorsfasern mit einer ausreichenden
elektrischen Leitfähigkeit in einen solchen Modul eingeführt werden. Dazu können an
und/oder in Fasern elektrisch leitende Partikel fixiert oder vorhanden sein. Bevorzugt
sollten Kohlenstoffnanoröhren mit besonders hohem Aspektverhältnis dazu genutzt werden,
da diese bereits mit einem geringen Anteil zu einer ausreichend großen elektrischen
Leitfähigkeit der Fasern führen. So vorbereitete Precursorfasern können beispielsweise
einen Kern-Mantelaufbau aufweisen. Dabei können die elektrisch leitenden Partikel
in einen äußeren Mantel integriert sein oder einen Kern, der von einem mit Precursormaterial
gebildeten Mantel umschlossen ist, bilden. Es besteht auch die Möglichkeit, einen
Mantel, der einen Kern, der vollständig oder überwiegend aus Kohlenstoffnanoröhren
gebildet ist, umschließt, vor der thermischen Behandlung zu entfernen, so dass Kohlenstoffnanoröhren
ausschließlich oder nahezu ausschließlich karbonisiert und/oder zu einer Faser verfestigt
und aus ihnen Kohlenstofffasern oder daraus gebildete textile Gebilde hergestellt
werden können. Es ist aber auch möglich, einen Kern, der nicht aus Kohlenstoffnanoröhren
gebildet ist, zu entfernen und lediglich einen Mantel, der vollständig oder zumindest
überwiegend aus Kohlenstoffnanoröhren besteht, thermisch zu behandeln, um Kohlenstoffasern
zu erhalten. Dabei kann ein solcher Kern auch durch thermische Behandlung, beispielsweise
Sublimation oder Pyrolyse entfernt werden.
[0032] Es können auch Kohlenstoffnanoröhren beispielsweise in einer mit Wasser und ggf.
einer oberflächenaktiven Verbindung (Tensid) gebildeten Suspension auf die Oberfläche
eines Precursormaterials aufgebracht und fixiert werden. Nach dem Verdampfen kann
eine thermische Behandlung durch elektrische Widerstandsheizung in einem entsprechend
ausgebildeten Modul durchgeführt und eine Karbonisierung erreicht werden. Dazu können
beispielsweise entsprechend ausgebildete Walzen und elektrische Kontakte genutzt werden,
wie dies bereits beschrieben ist und nachfolgend zu beschreiben sein wird. Es können
also so elektrisch leitende Fasern oder aus solchen Fasern hergestellte textile Gebilde
bei einem für eine elektrische Widerstandsheizung ausgebildeten Modul verwendet werden.
[0033] Sollten die Fasern trotz der zugesetzten Nanopartikel, vorzugsweise Kohlenstoffnanoröhren,
noch nicht die für die Karbonisierung ausreichenden elektrischen Widerstände im Ohmbereich
aufweisen, kann der elektrische Widerstand in Abhängigkeit des Gehaltes an Kohlenstoffnanoröhren
zum Beispieldurch eine angelegte Wechselspannung größer 100 V bei einer Stromstärke
kleiner 10 mA und einem Walzenabstand von zum Beispiel 35 mm deutlich reduziert und
so eine Erwärmung durch elektrische Widerstandsheizung möglich werden. Dieser ersten
Heizzone können weitere folgen.
[0034] Je nach Ausgangsprecursormaterial und dessen elektrischer Leitfähigkeit sowie den
Karbonisierungsanforderungen kann das Verfahren mit vorliegender Erfindung variabel
für alle drei Faserklassen (Tabelle 1) gestaltet und ggf. auch optional mit einem
konventionellen Ofenprozess zur konvektiven Erwärmung kombiniert werden.
[0035] Die Module wie Ofen, Mikrowellenplasma und elektrische Widerstandsheizung können
ein- oder mehrzonig aufgebaut sein.
[0036] Bei einer elektrischen Widerstandsheizung kann elektrischer Gleich- oder auch elektrischer
Wechselstrom durch die zu erwärmende(n) Faser(n) fließen. Zwischen einem Eingangs-
und Ausgangswalzenpaar einer Heizzone - die vorzugsweise aus Graphit bestehen können
und außerhalb eines Rohres (z.B. aus Quarzglas, Graphit) kalt gelagert sind - kann
eine elektrische Spannung angelegt werden, mit der durch den elektrischen Stromfluss
durch die Faser(n) das Fasermaterial erwärmt wird. Das Fasermaterial sollte dabei
möglichst vollständig und homogen auf den Walzenoberflächen aufliegen, um die elektrischen
Übergangswiderstände so klein, wie möglich zu halten. Um dies zu erreichen, können
vor den Heizwalzen Systeme zur Ausrichtung und Positionierung der Faser(n), insbesondere
Breithaltewalzen angeordnet sein. Die Oberwalzen können auf die elektrischen stromführenden
Unterwalzen mit einem konstanten Liniendruck, z. B. durch Federkraft, gepresst werden.
Da durch die Karbonisierung in einer Zone 1 (s. Figur 1) das Fasermaterial elektrisch
leitfähiger wird, kann in der jeweils nachfolgenden Zone 2 ggf. mit reduzierter elektrischer
Stromstärke gearbeitet werden, um das Material nicht zu überhitzen. Alternativ kann
der Walzenabstand zwischen den an eine elektrische Spannungsquelle angeschlossenen
Walzenpaaren verändert werden. Die Fadenzugspannung der Faser(n) kann in jeder Heizzone
durch die Wahl der Drehzahlen des jeweiligen Ein- und Ausgangswalzenpaares separat
eingestellt werden.
[0037] Um die aus Konvektion und Strahlung resultierenden Wärmeverluste zu minimieren, kann
eine Rohrauskleidung mittels temperaturbeständigen Reflektoren/Spiegeln erfolgen.
[0038] Eine elektrische Widerstandsheizung kann online gesteuert und/oder geregelt werden.
Damit lassen sich die Karbonisierungsgrade definiert einstellen.
[0039] Bevorzugt kann in der jeweils in Vorschubrichtung der Faser(n) letzten Heizzone die
Steuerung und/oder Regelung durchgeführt werden. Das Messwalzenpaar für die Steuerung
kann vor den Breithaltewalzen angeordnet sein Ein Messwalzenpaar für die Regelung
der Vorschubgeschwindigkeit und/oder des elektrischen Stromes für die elektrische
Widerstandsheizung der Faser(n) kann unmittelbar nach dem Ausgang der Heizzone angeordnet
sein. Diese Walzen können den elektrischen Widerstand der elektrisch leitenden Faser(n)
erfassen und darauf aufbauend ein Steuer- oder Regelsignal für die Änderung des Stromstärke
(Spannungs)-Nennwertes an den beheizten Walzen abgeben, so dass bei Abweichungen des
elektrischen Widerstandes vom Sollwert direkt in den Prozess eingegriffen werden kann,
um einen konstanten Karbonisierungsgrad zu sichern. Das ist bis zu einer Karbonisierungstemperatur
von z.B. etwa 1300 °C (PAN-Precursoren) möglich. Die Karbonisierung kann hier bis
zu einem konstanten elektrischen Widerstand (einem konstanten Karbonisierungsgrad)
geführt werden, evtl. Schwankungen des Faserdurchmessers und daraus resultierende
unterschiedliche elektrische Widerstände können ausgeglichen werden.
[0040] Die Widerstandsheizung kann darüber hinaus auch bei Karbonisierungstemperaturen bis
zu 2450 °C eingesetzt werden. Die Prozesskontrolle kann dabei beispielsweise indirekt
über eine Temperaturmessung, z.B. mittels Pyrometer oder mit Messung mit Wärmebildkamera
durch Sichtfenster, erfolgen.
[0041] Stabilisiertes Fasermaterial kann zuerst von einer Abwicklung durch einen Modul,
in dem das Fasermaterial mit einem Plasma, das von mindestens einer Mikrowellenplasmaquelle
generiert worden ist, erwärmt und modifiziert werden. Dadurch reduziert sich der elektrische
Widerstand, so dass sich an dieses Modul in Vorschubbewegungsrichtung des Fasermaterials
ein weiteres Modul, das zur elektrischen Widerstandsheizung ausgebildet ist, anschließen
kann. Am Einlauf in das Modul und am Auslauf zur elektrischen Widerstandsheizung sind
vorteilhaft Messstellen zur Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit der Faser(n)
vorhanden. An den Modul mit elektrischer Widerstandsheizung kann sich ein Modul, in
dem eine zusätzliche Erwärmung mittels Laserstrahlung erfolgt, in Vorschubbewegungsrichtung
der Faser(n) anschließen.
[0042] Es ist aber auch ein kombinierter Modul, mit dem eine Erwärmung durch elektrische
Widerstandsheizung und Laserstrahlung erreicht werden kann, möglich. Dabei sollte
die Kammerwandung dieses Moduls zumindest bereichsweise für Laserstrahlung transparent
sein, so dass mindestens ein Laserstrahl auf die Oberfläche der/den Faser(n) gerichtet
werden kann. Die Kammerwand kann dabei beispielsweise zumindest bereichsweise aus
Quarzglas gebildet sein.
[0043] An den letzten Modul vor einer Aufwicklung kann eine Avivagevorrichtung angeordnet
sein.
[0044] Die Anlage kann durch einen Zusatzmodul zur Stabilisierung erweitert werden. Dieser
soll vorzugsweise aus einem Mikrowellenplasma-Modul in O2-Atmosphäre bestehen.
[0045] Anstelle rotierender Walzenpaare kann die Erwärmung der Faser(n) mit stationären
Walzen, die nicht rotieren, erfolgen. Die nicht rotierenden Walzen können aber translatorisch
bewegt werden, so dass die jeweilige Achse der jeweiligen mittleren Längsachse der
Walze verschoben werden kann. So kann z.B. der Abstand zwischen den mittleren Längsachsen
und damit auch der Abstand der Oberflächen von zwei nebeneinander angeordneten Walzen
verändert werden. Für die Vorschubbewegung der Faser(n) können dann andere geeignete
Mittel eingesetzt werden, wie dies z.B. Walzenpaare, zwischen denen die Faser(n) transportiert
werden, sein können.
[0046] Die zum Heizen eingesetzte elektrische Spannung kann dabei nicht punktuell, sondern
auf der gesamten Oberfläche von Walzen, über die die Fasermaterialien (Filamentgarn,
flexible Fläche) geführt werden, wirksam sein. Eine stationäre Walze kann aus einem
flexiblen Heizband (Hohlwalze) bestehen. Eine der beiden Walzen eines Walzenpaares
(oder beide) können vertikal verschiebbar gelagert sein, um die Faserlänge zwischen
den beiden Walzen einstellen und damit zusätzlich die in die Faser übertragene Wärmeenergie
beeinflussen zu können. Der Aufbau kann dabei ebenfalls modular sein. Vorzugsweise
in der in Vorschubbewegungsrichtung letzten Heizzone kann eine kombinierte Steuerung
und Regelung der elektrischen Stromstärke (Spannung) integriert werden, wie dies bereits
vorab beschrieben worden ist.
[0047] Vorteile stationärer Walzen sind:
- einfachere Konstruktion
- geringere Wartung
- bessere Ausnutzung der Wärmeenergie zur Pyrolyse
- größere Fläche zur Wärmeübertragung sowie den elektrischen Stromfluss und damit
- höhere Durchlaufgeschwindigkeiten.
[0048] Anstelle eines Walzenpaares zum Transport des Materials (Fasern, flexible Flächen)
kann auch ein Einzugstisch, der eine auf das Material abgestimmte Gravur, z. B. Rillen,
besitzen kann, eingesetzt werden.
[0049] Die Gestaltung der Heizelemente kann bei Fasern und insbesondere flexiblen Flächen
geringer Breite auch so ausgeführt werden, dass die Materialien nicht auf der Oberfläche
der Heizflächen entlang geführt werden, sondern durch das Innere von Heizelementen,
die mit elektrischen Kontakten für den Anschluss elektrischen Stroms versehen sind.
Diese Kontakte können in Vorschubbewegungsrichtung nacheinander angeordnet sein. Es
können mehrere solcher Heizelemente nacheinander angeordnet sein und mit mehreren
Kontakten durch elektrische Widerstandsheizung eine stufenweise Erwärmung der Faser(n)
erreicht werden.
[0050] Die Heizelemente können eine unterschiedliche Geometrie, z.B. mit kreisrundem oder
halbkreisförmigem Querschnitt aufweisen, so dass die translatorisch bewegte(n) Faser(n)
von der Heizelementwandung, die bevorzugt thermisch isoliert ist, teilweise umschlossen
ist/sind und die Faser(n) durch kleine an den Stirnseiten der Heizelemente angeordnete
Öffnungen durch die Heizelemente hindurchgeführt werden. Die Länge kann an die gewünschte
Vorschubgeschwindigkeit der Faser(n) angepasst werden (Je länger die Heizelemente
sind, desto höher kann die Vorschubgeschwindigkeit sein.). Zum Zwecke der elektrischen
Kontaktierung der Faser(n) können zusätzliche Faserführungselemente, z.B. mit Federkraft
aufgedrückte, infolge der Anpresskraft selbst rotierende Rollen, eingesetzt werden.
[0051] Der Aufbau kann modular sein. Vorzugsweise in der letzten Heizzone kann eine kombinierte
Steuerung und Regelung der Stromstärke (Spannung) integriert werden, wie dies bereits
vorab beschrieben ist.
[0052] Vorteile dieser Lösung im Vergleich zu Walzen sind:
Die Wärmeenergie bleibt im Heizelement und damit in einem begrenzten Volumen. Daraus
resultieren ein höherer Wirkungsgrad und die Reduzierung von erforderlicher Heizenergie.
[0053] Der Aufwand für die Wärmeisolierung der Anlage sinkt beträchtlich (Nur beheizte Elemente
anstatt der gesamten Prozesskammer müssen isoliert werden.) Damit ist ein Quarzglasrohr
anstatt eines Graphitrohres auch bei Karbonisierungstemperaturen über 1250 °C einsetzbar.
[0054] Es wurde bereits zumindest andeutungsweise zum Ausdruck gebracht, dass die Vorschubgeschwindigkeit,
mit der die Faser(n) durch einzelne Module bewegt wird, in den einzelnen Modulen geregelt
oder gesteuert werden kann.
[0055] Außerdem kann es erforderlich sein, auch die Zugspannung, die auf die Faser(n) wirkt
in den einzelnen Modulen unterschiedlich einzustellen. Dementsprechend kann es erforderlich
und vorteilhaft sein, die Herstellung diskontinuierlich durchzuführen. Dabei sind
zwischen Modulen, die in Vorschubbewegungsrichtung nacheinander angeordnet sind, Puffer
für die Faser(n) vorzusehen. Dazu kann/können die Faser(n) aufgerollt und in gerollter
Form zwischengelagert werden, bevor sie einem nachfolgend angeordneten Modul zugeführt
werden. Dies ist in der Regel der Fall, wenn in Vorschubbewegungsrichtung ein Modul,
in dem mit größerer Vorschubgeschwindigkeit gearbeitet wird, vor einem Modul, durch
das die Faser(n) mit kleinerer Voschubgeschwindigkeit bewegt werden, angeordnet ist.
[0056] Mit der Erfindung kann der Energiebedarf deutlich vermindert werden, so dass auch
die für die gesamte Modifizierung der eingesetzten Precursorfaser(n) bis hin zur fertig
hergestellten Kohlenstofffaser in erheblich verkürzter Zeit erreicht werden kann.
Der erforderliche Bauraum kann verringert werden, da eine Verkürzung der Anlagenlänge
möglich ist. Außerdem können definierte Heizraten ggf. auch ohne zwischenzeitliche
Abkühlung eingehalten werden. Die Regelbarkeit des gesamten Prozesses sowie des Karbonisierungsgrades
und damit der strukturellen bzw. mechanischen Eigenschaften in definiertem, precursorabhängigen
Temperaturfenstern kann durch verbesserte Online Prozesskontrolle erreicht werden.
Die Prozessführung kann erheblich variabler erfolgen und es sind beliebige Kombinationsmöglichkeiten
aus Plasma-, Widerstands- und Laserkarbonisierung möglich, so dass Kohlenstofffasern
mit ganz bestimmten Eigenschaften hergestellt werden können. Durch Anpassung oder
Austausch von Modulen, die auch anders miteinander kombiniert werden können, was insbesondere
die Reihenfolge in Vorschubbewegungsrichtung betrifft, können unterschiedlich konfigurierte
Kohlenstofffasern mit einer so modifizierten Anlage hergestellt werden.
[0057] Nachfolgend soll die Erfindung beispielhaft näher erläutert werden.
[0058] Dabei zeigen:
- Figur 1
- in schematischer Form ein Beispiel eines Moduls zur elektrischen Widerstandsbeheizung
mit zwei Heizzonen;
- Figur 2
- in schematischer Form ein weiteres Beispiel eines Moduls zur elektrischen Widerstandsbeheizung
mit zwei Heizzonen;
- Figur 3
- in schematischer Form ein weiteres Beispiel eines Moduls zur elektrischen Widerstandsbeheizung
mit mehreren Heizelementen, die Heizzonen bilden und
- Figur 4
- Raman-Spektrogramme für eine Faser vor und nach einer Behandlung mittels elektrischer
Widerstandsheizung gemäß Beispiel 3.
[0059] Bei dem in Figur 1 gezeigten Beispiel eines Moduls zur elektrischen Widerstandsheizung
werden Fasern 3, die bereits teilweise karbonisiert und dabei elektrisch leitend sind
mittels zweier Walzenpaare 1 gefördert. Zwischen den beiden Walzenpaaren 1 sind in
einem Abstand zueinander zwei Walzenpaare 2 angeordnet, von denen jeweils mindestens
eine Walze an eine elektrische Spannungsquelle angeschlossen ist. Bei dem gezeigten
Beispiel handelt es sich jeweils um eine elektrische Gleichspannungsquelle, bei deren
ein Pol an eine oder beide in Vorschubbewegungsrichtung der Fasern 3 vordere(n) und
ein Pol an die danach angeordnete(n) Walze(n) 2 bzw. 2' angeschlossen sind, so dass
über die Fasern 3 zwischen den Walzen 2 bzw. 2' ein für eine Erwärmung ausreichend
großer elektrischer Strom fließt. Die dabei erreichbare Temperaturerhöhung wird durch
den elektrischen Strom und die elektrische Leitfähigkeit der Fasern 3 beeinflusst.
[0060] Wie aus Figur 1 erkennbar, sind bei dem gezeigten Beispiel zwei Heizzonen 1 und 2
in Vorschubbewegungsrichtung nacheinander angeordnet, so dass eine stufenweise Temperaturerhöhung
erreicht werden kann.
[0061] Dabei kann, wie im allgemeinen Teil der Beschreibung bereits erwähnt, der elektrische
Strom bzw. die elektrische Leitfähigkeit der Fasern zwischen oder direkt an Walzen
2 oder 1 gemessen und für eine Regelung der zu erreichenden Temperatur herangezogen
werden, wodurch Einfluss auf die Eigenschaften der so erwärmten Fasern 3 genommen
werden kann.
[0062] Üblicherweise kann bei einer Heizzone 1 mit einer elektrischen Spannung von 20 bis
50 V und einem elektrischen Strom von 2,5 A bis 5 A an den Walzen 2 bei einer Vorschubgeschwindigkeit
von größer als 6 m/h gearbeitet werden.
[0063] In nicht dargestellter Form kann in Vorschubbewegungsrichtung vor dem in Figur 1
gezeigten Modul zur elektrischen Widerstandsbeheizung ein Modul angeordnet sein, bei
dem eine Erwärmung der Fasern 3 durch den Einfluss eines Plasma, das von einer oder
mehreren Mikrowellenquellen generiert wird, erreicht wird. Dabei kann es sich vorteilhaft
um eine Vorrichtung handeln, wie sie in
DE 10 2015 205 809 A1, auf deren Offenbarungsgehalt vollumfänglich Bezug genommen wird, handeln. Bei dieser
Vorrichtung zur Herstellung von Kohlenstofffasern mit Plasmaunterstützung, wird mindestens
eine aus einem polymeren Material gebildete Faser in stabilisierter Form als Vorprodukt
in eine in Richtung der Faser(n) langgestreckte Kammer an einer Stirnseite hinein
und an der gegenüberliegenden Stirnseite herausgeführt ist. Dabei sind mehrere gepulst
betreibbare Magnetrons in einer Reihenanordnung über die Länge der Kammer angeordnet.
Durch eine jeweils gegenüberliegende Anordnung von Einkoppelelementen für Mikrowellen
in einer entsprechenden Reihenanordnung, werden Mikrowellen, die von Magnetrons emittiert
werden, gleichzeitig und mit jeweils gleicher Phase aus zwei entgegengesetzten Richtungen
auf die Faser(n) gerichtet. Die Magnetrons sind an eine elektronische Steuerung angeschlossen,
die so ausgebildet ist, dass eine Steuerung der Magnetrons erreichbar ist, mit der
über die Länge der Kammer ein zumindest nahezu homogenes Plasma ausgebildet ist.
[0064] In der Kammer können Drücke unterhalb des Umgebungsdruckes (Atmosphärendruck) bis
zu einem Druck geringfügig oberhalb des Umgebungsdruckes, bevorzugt maximal 10 % mehr,
eingehalten sein.
[0065] Als Gase für die Behandlung der Faser(n) und die Plasmabildung können die üblicherweise
dazu eingesetzten Gase, insbesondere Argon und Stickstoff genutzt werden.
[0066] An einer Seite der Kammer können beispielsweise vier Magnetrons angeordnet sein.
Über Rechteckhohlleiter können die von den Magnetrons emittierten Mikrowellen infolge
deren Verzweigung jeweils zu an den Längsseiten der Kammer gegenüberliegend angeordneten
Einkoppelelementen geführt und in das Innere der Kammer aus entgegengesetzter Richtung
gerichtet werden. Mit der Energie der Mikrowellen wird ein Plasma aus gasförmigen
Spezies gebildet, die im Inneren der Kammer enthalten sind. Mit den erreichbaren Temperaturen
des gebildeten Plasma kann die Herstellung von Kohlenstofffasern effektiver und in
erheblich kürzerer Zeit erfolgen.
[0067] Plasma kann daher immer zwischen einem Paar von gegenüberliegend angeordneten Einkoppelelementen
ausgebildet werden. Dabei treten Bereiche zwischen nebeneinender angeordneten Einkoppelelementen
auf, in denen das Plasma eine geringere Plasmadichte aufweist. Dem kann mit einem
Versatz der sich gegenüberliegend angeordneten und an ein gemeinsames Magnetron angeschlossenen
Einkoppelelementen in Längsrichtung der Kammer und/oder einem gepulsten Betrieb der
Magnetrons mit einem Phasenversatz entgegen getreten werden. Der Phasenversatz kann
durch zeitweises vollständiges Ausschalten einzelner Magnetrons oder einen Betrieb
der Magnetrons mit gezielt variierender Leistung erreicht werden. Die Magentrons sind
dazu an eine Steuerung angeschlossen.
[0068] Durch den Einsatz eines Mikrowellenplasmamoduls können die Fasern 3 so erwärmt und
modifiziert werden, dass eine gleichmäßigere Veränderung der Morphologie bzw. Veränderung
des Materials über den gesamten Querschnitt der Fasern 3 erreicht werden kann. Die
Nachteile einer solchen ungleichförmigen Materialveränderung von innen nach außen,
wie sie beim Stand der Technik aufgetreten sind, die bis zum Bruch der Fasern führen
konnten, können so vermieden und eine Erwärmung auf höhere Temperaturen, als die bisher
auf 2450 °C begrenzte Maximaltemperatur, mit einer elektrischen Widerstandsheizung
durchgeführt werden.
[0069] Ebenfalls in nicht dargestellter Form kann der in Figur 1 gezeigte Modul dadurch
ergänzt werden, dass auf die elektrisch widerstandsbeheizten Fasern 3 ein Laserstrahl
gerichtet und dadurch die Temperatur weiter erhöht werden kann. Eine zusätzliche Erwärmung
kann aber auch mit einem gesonderten Modul erfolgen, in dem eine zusätzliche nachfolgende
Erwärmung mittels Laserstrahlung erfolgen kann. Unabhängig davon ob die zusätzliche
Erwärmung mittels Laserstrahlung im Modul für eine elektrische Widerstandsheizung
oder einem gesonderten Modul erfolgen kann, kann auf die technische Lehre, wie sie
in der ebenfalls nicht vorveröffentlichten
DE 10 2015 204 589 beschrieben ist, zurück gegriffen werden. Bei dieser Vorrichtung zur Herstellung
von Kohlenstofffasern ist mindestens eine aus einem polymeren Material gebildete Faser
über ein Einlassschleusenelement in eine Heizeinrichtung ein- und aus der Heizeinrichtung
über ein Auslassschleusenelement ausführbar. Mit einer Zugeinrichtung wird eine vorgebbare
Spannung der mindestens einen Faser eingehalten ist. Die Heizeinrichtung ist so ausgebildet,
dass sich eine sukzessiv höhere Temperatur ausgehend vom Einlassschleusenelement bis
zum Auslassschleusenelement ergibt. Es ist eine inerte Atmosphäre in der Heizeinrichtung
eingehalten. In einem Bereich der Heizeinrichtung, in dem eine Temperatur von mindestens
600 °C erreicht ist, wird mindestens ein defokussierter Laserstrahl über ein für den
mindestens einen Laserstrahl transparentes und mit einem Inertgas gespültes Fensterelement
auf die Oberfläche der mindestens einen Faser gerichtet, wodurch eine zusätzliche
Erwärmung der mindestens einen Faser auf eine erhöhte Temperatur durch vom Faserwerkstoff
absorbierte Laserstrahlung erreichbar ist.
[0070] Analog zu dem in Figur 1 gezeigten Beispiel können auch die nachfolgend beschriebenen
Beispiele mit zusätzlichen Modulen ergänzt, zu einer Anlage kombiniert und bei der
Herstellung von Kohlenstofffasern genutzt werden.
[0071] In Figur 2 ist ein weiteres Beispiel für eine elektrische Widerstandsheizung von
Fasern 3 gezeigt.
[0072] Dabei werden Fasern 3 über bei diesem Beispiel Messwalzen 11 geführt, mit denen ein
elektrischer Stromabgriff für die Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit der Fasern
3 erfolgen kann. Dafür können aber auch Schleifkontakte, die gegen die Fasern 3 gedrückt
werden genutzt werden.
[0073] Daran schließt sich in Vorschubbewegungsrichtung ein Einzugswalzenpaar 12 an, von
dem die Fasern über die Oberflächen zweier nacheinander angeordneten Walzen 13 und
13' an, die jeweils an einen Pol einer elektrischen Gleichspannungsquelle (nicht gezeigt)
angeschossen sind. So kann ein elektrischer Stromfluss über die elektrisch leitenden
Oberflächen der Walzen 13 und 13' sowie den Fasern 3 erfolgen, der infolge des elektrischen
Widerstands der Fasern 3 zu einer Erwärmung der Fasern 3 im Bereich der Walzen 13
und 13' vom ersten berührenden Kontakt der Fasern 3 mit der Oberfläche der in Vorschubbewegungsrichtung
der Fasern 13 vorderen Walze 13 und dem letzten berührenden Kontakt der Fasern 3 mit
der Oberfläche der dahinter angeordneten Walze 13' erreicht werden.
[0074] Über ein weiteres Walzenpaar 14 zwischen den die Fasern 3 transportiert werden, gelangen
die Fasern wieder zu zwei nacheinander angeordneten Walzen 13', die ebenfalls jeweils
an einen Pol einer elektrischen Gleichspannungsquelle, die ebenfalls nicht gezeigt
ist, angeschlossen sind.
[0075] Die Fasern 3 sind hierbei so um die Oberflächen der Walzen 13 und 13' geführt, dass
sie von entgegengesetzt angeordneten Oberflächen geführt und mit diesen in Kontakt
stehen. Dadurch kann die Fläche von Fasern 3, die gleichzeitig in unmittelbarem Kontakt
mit der elektrisch leitenden Oberfläche der Walzen 13 und 13' stehen, vergrößert werden,
wodurch der elektrische Stromfluss verbessert und die bei der durch elektrische Widerstandsheizung
mit dem zwischen zwei Walzen 13 und 13' fließenden elektrischen Strom erreichbare
Temperaturerhöhung der Fasern 3 vergrößert werden.
[0076] Wie aus Figur 2 auch erkennbar, können die Rotationsachsen oder mittleren Längsachsen
der Walzen 13 und 13' eines Walzenpaares jeweils in unterschiedlichen Ebenen angeordnet
sein, so dass die Kontaktfläche zwischen Walzenoberfläche und Fasern 3 weiter erhöht
werden kann.
[0077] Mit den Doppelpfeilen soll verdeutlicht werden, dass die Walzen 13' bei diesem Beispiel
translatorisch hier vertikal bewegt werden können, wodurch eine Anpassung der Vorschubgeschwindigkeit,
die jeweilige Länge der Fasern 3, die durch die elektrische Widerstandsheizung beeinflusst
wird, und/oder der Zugspannung mit der die Fasern 3 beaufschlagt werden können, erreichbar
ist.
[0078] Daran schließt sich ein Abzugswalzensystem 14, hier mit drei Walzen an, von denen
eine zur Umlenkung und das Walzenpaar zur Förderung der Fasern 3 dienen.
[0079] Im Nachgang zu diesem Abzugswalzensystem 14 ist wieder ein Messwalzenpaar 11 angeordnet,
mit dem gemeinsam mit dem in Vorschubbewegungsrichtung vorderen Messwalzenpaar 11
die elektrische Leitfähigkeit der Fasern 3 bestimmt und für eine Regelung des elektrischen
Stromes und/oder der Vorschubgeschwindigkeit der Fasern 3 genutzt werden kann.
[0080] Bei einer Ausführung dieses Beispiels können die Walzen 13 und 13' so fixiert sein,
dass sie sich nicht drehen. Dabei besteht aber die optionale Möglichkeit, dass sie
translatorisch bewegt werden können. Die Vorschubbewegung der Faser(n) 3 kann dann
allein mit den Walzenpaaren 12 und 14 realisiert werden. Durch eine Veränderung des
Abstandes der mittleren Längsachsen von nebeneinander angeordneten Walzen 13 und 13'
kann der Weg den die Faser(n) 3 zurücklegen verändert werden, so dass die Zeit, in
der die Faser(n) 3 durch den elektrischen Stromfluss beeinflusst werden, variiert
werden kann.
[0081] Bei dem in Figur 3 gezeigten Beispiel eines Moduls zur elektrischen Widerstandsheizung
ist in Vorschubbewegungsrichtung der Fasern 3 zuerst wieder ein Messwalzenpaar 11,
das in Verbindung mit dem ganz am Ende angeordneten Messwalzenpaar 11 wieder zur Bestimmung
der elektrischen Leitfähigkeit der Fasern 3 genutzt werden kann, angeordnet.
[0082] Nach dem vorderen Messwalzenpaar 11 und vor dem hinteren Messwalzenpaar 11 sind wieder
Einzugswalzenpaare 12 vorhanden, die zur Förderung der Fasern 3 dienen. Zwischen den
Einzugswalzenpaaren 12 sind mehrere Heizelementepaare 15 und 15' jeweils in Vorschubbewegungsrichtung
der Fasern 3 nacheinander angeordnet. Die Heizelemente 15 und 15' sind jeweils an
einen Pol einer elektrischen Gleichspannungsquelle (nicht gezeigt) angeschlossen,
so dass zwischen ihnen ein elektrischer Strom über die Fasern 3 fließt, der zu ihrer
Erwärmung führt. Die Fasern 3 werden dabei durch die Heizelementepaare 15 und 15'
bewegt. Diese Bilden dabei auch eine Abschirmung und thermische Isolation, so dass
die Wärmeverluste reduziert werden können. Bei dem in Figur 3 gezeigten Beispiel ist
optional noch ein Einzugswalzenpaar 12 zwischen Heizelementepaaren 15 und 15' angeordnet,
mit dem eine vergleichmäßigte Vorschubbewegung der Fasern 3 erreicht werden kann.
Bei diesem Beispiel sind die Walzen 11, 12 sowie die Heizelemente 15 und 15' starr
befestigt. Dies ist auch bei allen Walzen des Beispiels nach Figur 1 der Fall.
[0083] In Figur 3 sind auch Schnittdarstellungen durch Heizelemente 15 oder 15' gezeigt,
aus denen deutlich wird, wie die elektrische Kontaktierung der Fasern 3 erfolgt und
wie die thermische Isolation ausgebildet sein kann.
[0084] Bevorzugt soll bei einer erfindungsgemäßen Anlage zuerst eine Vorkarbonisierung stabilisierter
Fasern 3 mittels eines mit Mikrowellen generierten Plasmas mit entsprechender Anordnung
eines dazu ausgebildeten Moduls vor einem Modul, in dem eine weitere Karbonisierung
mittels elektrischer Widerstandbeheizung erfolgen soll. Die Möglichkeit zur Karbonisierung
mittels Mikrowellen generiertem Plasma sind hier bereits und konkreter in
DE 10 2015 205 809 A1 beschrieben.
[0085] Als Ausgangsmaterial für die Plasmakarbonisierung wird zyklisiertes (stabilisiertes)
Polyacrylnitril (PAN), wie es nach dem Stand der Technik bekannt ist, eingesetzt.
Eigenschaften dieses Polymers sind im Folgenden aufgelistet:
- Form: Filamente
- Zugfestigkeit: ca. 300 MPa
- Faserdurchmesser: ca. 13 µm
- nicht brennbar, nicht schmelzbar.
[0086] Das Ausgangsmaterial wurde in einer linearen Mikrowellen-Plasmakammer positioniert,
eine Zugspannung angelegt und entsprechend behandelt. Es wurden verschiedene Prozessparameter
variiert und Versuchsreihen abgearbeitet. Eine Übersicht über die einstellbaren Parameter
enthält Tabelle 1.
Tabelle 2: variierte Parameter
| Mikrowellenleistung |
Tastverhältnis |
Druck |
Verweilzeit |
Plasmagase [slm] |
| [W] |
[%] |
[mbar] |
[min] |
Argon |
Stickstoff |
| 200-2100 |
DC/20 - 75 |
10-50 |
2 - 15 |
1 - 4 |
0,5 - 2 |
[0087] Das Tastverhältnis ist dabei das Verhältnis der Zeit bei der Mikrowellen emittiert
und bei der keine Mikrowellen oder Mikrowellen mit erheblich reduzierter Leistung
emittiert werden (Pulsdauer zu Pulspause).
[0088] Entsprechend der eingestellten Parameter werden die Fasern 3 unterschiedlich elektrisch
leitfähig und im nachfolgenden Prozess mittels elektrischer Widerstandsheizung weiter
karbonisiert. Dazu sollen nachfolgend mehrere Beispiele erläutert werden.
Beispiel 1:
[0089] Es wird eine PAN-Faser 3, die mittels Plasmaunterstützung vorkarbonisiert wird, mittels
elektrischer Widerstandsheizung weiter karbonisiert. Der elektrische Ausgangswiderstand
beträgt 0,625 Ω/cm. Bei einer elektrischen Leistung von 25,8 W wird die Faser 3 auf
700 °C, bei einer elektrischen Leistung von 132 W auf 1500 °C in inerter Atmosphäre
(Ar) bei einem Elektrodenabstand von 35 mm und Einhaltung einer auf die Faser 3 wirkenden
Zugspannung von 3,9 N erwärmt. Nach einer Karbonisierungszeit von ca. 23 min (ab 490
°C) beträgt der elektrische Widerstand der Faser 3 0,45 Ω/cm.
Beispiel 2:
[0090] Es wird eine PAN-Faser 3, die mittels Plasmaunterstützung vorkarbonisiert wird, mittels
elektrischer Widerstandsheizung weiter karbonisiert. Der elektrische Ausgangswiderstand
beträgt 0,75 Ω/cm. Bei einer elektrischen Leistung von 25 W wird die Faser 3 auf 672
°C, bei einer elektrischen Leistung von 91 W auf 1228 °C in inerter Atmosphäre (Ar)
bei einem Elektrodenabstand von 40 mm bei einer Zugspannung von 3,9 N erwärmt. Nach
einer Karbonisierungszeit von ca. 10 min (ab 490 °C) beträgt der elektrische Widerstand
der Faser 0,68 Ω/cm.
Beispiel 3:
[0091] Es wird eine PAN-Faser 3, die mittels Plasmaunterstützung vorkarbonisiert wird, mittels
elektrischer Widerstandsheizung weiter karbonisiert. Der elektrische Ausgangswiderstand
beträgt 50 Ω/cm. Bei einer elektrischen Leistung von 25 W wird die Faser 3 auf 775
°C, bei einer elektrischen Leistung von 106 W auf 1451 °C in inerter Atmosphäre (Ar)
bei einem Elektrodenabstand von 30 mm einer Zugspannung von 3,9 N erhitzt. Nach einer
Karbonisierungszeit von ca. 16 min (ab 490 °C) beträgt der elektrische Widerstand
der Faser 2,8 Ω/cm. Die Fasern werden durch die Behandlung nicht beschädigt, sie haben
keine Defekte auf der Oberfläche. Der mittlere Faserdurchmesser reduziert sich von
10 µm auf 7 µm. Die Faserfestigkeit liegt bei mindestens 1000 MPa, einzelne Filamente
zeigen deutlich höhere Werte von ca. 4000 MPa.
[0092] Figur 4 zeigt dazu Raman-Spektren für Faser 3 vor einer Karbonisierung mittels elektrischer
Widerstandsheizung und danach.
Beispiel 4:
[0093] Es wird eine PAN-Faser 3, die mittels Plasmaunterstützung vorkarbonisiert worden
ist, mittels elektrischer Widerstandsheizung weiter karbonisiert. Der elektrische
Ausgangswiderstand beträgt 3 kΩ/cm. Bei einer elektrischen Leistung von 33 W wird
die Faser auf 500 °C, bei einer elektrischen Leistung von 234 W auf 1200 °C in inerter
Atmosphäre (Ar) bei einem Elektrodenabstand von 40 mm und einer Zugspannung von 3,9
N erhitzt. Nach einer Karbonisierungszeit von ca. 9 min (ab 490 °C) beträgt der elektrische
Widerstand der Faser 1,2 Ω/cm.
1. Anlage zur Herstellung von Kohlenstofffasern, bei der mindestens eine aus einem polymeren
Material gebildete Faser (3) oder ein aus polymeren Fasern gebildetes textiles Gebilde
in stabilisierter Form als Vorprodukt durch mehrere Module hindurchgeführt ist, wobei
mindestens ein Modul zur elektrischen Widerstandsheizung der Faser(n) (3), mindestens
ein weiterer Modul zur Erwärmung der Faser(n) (3) oder des textilen Gebildes mittels
eines mit Mikrowellen generierten Plasmas ausgebildet ist; wobei
in Vorschubbewegungsrichtung der Faser(n) oder des textilen Gebildes ein Modul, der
zur Erwärmung der Faser(n) (3) mittels eines mit Mikrowellen generierten Plasmas ausgebildet
ist, vor einem Modul zur elektrischen Widerstandsheizung der Faser(n) (3) oder des
textilen Gebildes angeordnet ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Modul zur gleichzeitigen Erwärmung der Faser(n) (3) oder des textilen Gebildes
durch elektrische Widerstandsheizung und durch Bestrahlung mit defokussiertem Laserstrahl
ausgebildet ist.
3. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Messswalzen (11) oder Messkontakte an der/den Faser(n) (3) oder dem textilen Gebilde
angreifen, mit denen die elektrische Leitfähigkeit der Faser(n) (3) für eine Regelung
der Erwärmung der Faser(n) (3) bestimmbar ist.
4. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Modul zur Erwärmung der Faser(n) (3) mittels elektrischer Widerstandsheizung
die Faser(n) (3) oder das textile Gebilde zwischen Walzenpaaren (2, 2') hindurch geführt
ist/sind und zwei in Vorschubbewegungsrichtung der Faser(n) oder des textilen Gebildes
nacheinander angeordnete Walzenpaare (2, 2') jeweils an einen Pol einer elektrischen
Spannungsquelle angeschlossen sind
oder
die Faser(n) (3) oder das textile Gebilde um entgegengesetzt zueinander angeordnete
Oberflächenbereiche von mindestens zwei in Vorschubbewegungsrichtung der Faser(n)
(3) angeordneten Walzen (13, 13') geführt ist/sind und die zwei Walzen (13, 13') jeweils
an einen Pol einer elektrischen Spannungsquelle angeschlossen sind.
5. Anlage nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Walzen (13, 13') parallel zueinander bewegbar und/oder
die parallel zueinander ausgerichteten Rotationsachsen oder mittleren Längsachsen
der mindestens zwei Walzen (13, 13') in unterschiedlichen Ebenen angeordnet sind.
6. Anlagen nach den beiden vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (13 und 13') keine Rotationsbewegung durchführen.
7. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Modul mit dem eine Erwärmung der Faser(n) (3) mittels elektrischer Widerstandsheizung
erreichbar ist, in Vorschubbewegungsrichtung der Faser(n) (3) oder des textilen Gebildes
mehrere Heizelemente (15, 15') nacheinander angeordnet sind und dabei jeweils zwei
nebeneiander angeordnete Heizelemente (15 und 15') an einen Pol einer elektrischen
Spannungsquelle angeschlossen sind und
die Faser(n) (3) oder das textile Gebilde durch die thermisch isolierten Heizelemente
(15, 15') hindurch geführt sind.
8. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Modul als herkömmlich ausgebildeter Durchlaufofen ausgebildet ist.
9. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einem Modul mehrere Heizzonen zur sukzessiven Erwärmung der Faser(n)
(3) oder des textilen Gebildes in Vorschubbewegungsrichtung vorhanden sind.
10. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch ein Modul, mit dem eine Erwärmung der Faser(n) (3) mittels elektrischer Widerstandsheizung
erreichbar ist, Faser(n) (3), die mittels elektrisch leitender Partikel, insbesondere
Kohlenstoffnanoröhren mit großem Aspektverhältnis, oder aus solchen Fasern (3) bestehende
textile Gebilde elektrisch leitfähig sind, hindurch führbar sind, wobei die Faser(n)
(3) bevorzugt als Kern-Mantelstruktur, die im Kern oder Mantel vollständig aus Kohlenstoffnanoröhren
ausgebildet oder die Faser(n) (3) vollständig mit Kohlenstoffnanoröhren gebildet ist/sind.
1. Apparatus for producing carbon fibres in which at least one fibre (3) formed from
a polymeric material or a textile structure formed from polymeric fibres in a stabilized
form as a precursor is guided through a plurality of modules, wherein at least one
module is configured for the electrical resistance heating of the fibre(s) (3), and
at least one further module is configured for heating the fibre (s) (3) or the textile
structure by means of a plasma generated by microwaves; wherein
in the feed movement direction of the fibre (s) or of the textile structure a module
configured for heating the fibre (s) (3) by means of a plasma generated by microwaves
is arranged upstream of a module for the electrical resistance heating of the fibre(s)
(3) or of the textile structure.
2. Apparatus according to Claim 1, characterized in that one module is configured for simultaneously heating the fibre (s) (3) or the textile
structure by electrical resistance heating and by irradiation with a defocussed laser
beam.
3. Apparatus according to either of the preceding claims, characterized in that measurement rolls (11) or measurement contacts act on the fibre(s) (3) or the textile
structure and make it possible to determine the electrical conductivity of the fibre(s)
(3) for closed-loop control of the heating of the fibre(s) (3).
4. Apparatus according to any of the preceding claims, characterized in that in a module for heating the fibre(s) (3) by means of electrical resistance heating,
the fibre(s) (3) or the textile structure is/are guided through between pairs (2,
2') of rolls and two pairs (2, 2') of rolls arranged successively in the feed movement
direction of the fibre(s) or of the textile structure are respectively connected to
a pole of an electrical voltage source, or
the fibre (s) (3) or the textile structure is/are guided around mutually oppositely
arranged surface regions of at least two rolls (13, 13') arranged in the feed movement
direction of the fibre(s) (3) and the two rolls (13, 13') are respectively connected
to a pole of an electrical voltage source.
5. Apparatus according to the preceding claim, characterized in that the at least two rolls (13, 13') are movable parallel to one another and/or
the axes of rotation or central longitudinal axes of the at least two rolls (13, 13'),
which axes are oriented parallel to one another, are arranged in different planes.
6. Apparatuses according to the two preceding claims, characterized in that the rolls (13 and 13') do not carry out a rotational movement.
7. Apparatus according to any of the preceding claims, characterized in that in a module which makes it possible to achieve heating of the fibre(s) (3) by means
of electrical resistance heating, in the feed movement direction of the fibre(s) (3)
or of the textile structure a plurality of heating elements (15, 15') are arranged
successively and here in each case two heating elements (15 and 15') arranged next
to one another are connected to a pole of an electrical voltage source, and
the fibre (s) (3) or the textile structure is/are guided through the thermally insulated
heating elements (15, 15').
8. Apparatus according to any of the preceding claims, characterized in that a module is configured as a conventionally configured continuous furnace.
9. Apparatus according to any of the preceding claims, characterized in that a plurality of heating zones for progressively heating the fibre(s) (3) or the textile
structure in the feed movement direction are present in at least one module.
10. Apparatus according to any of the preceding claims, characterized in that the fibre(s) (3) which are electrically conductive by means of electrically conductive
particles, in particular carbon nanotubes having a high aspect ratio, or textile structures
consisting of such fibres (3), are able to be guided through a module which makes
it possible to achieve heating of the fibre(s) (3) by means of electrical resistance
heating, wherein the fibre(s) (3) is/are preferably configured as a core-cladding
structure formed completely from carbon nanotubes in the core or cladding, or of the
fibre(s) (3) is/are formed completely with carbon nanotubes.
1. Installation pour la fabrication de fibres de carbone, dans laquelle au moins une
fibre (3) constituée d'un matériau polymère ou une structure textile constituée de
plusieurs fibres polymères sous forme stabilisée est guidée, en tant que produit précurseur,
à travers plusieurs modules, au moins un module étant conçu pour le chauffage par
résistance électrique de la ou des fibres (3), au moins un autre module étant conçu
pour le chauffage de la ou des fibres ou de la structure textile au moyen d'un plasma
généré avec des micro-ondes ;
dans la direction de l'avance de la ou des fibres ou de la structure textile, est
disposé un module, qui est conçu pour le chauffage de la ou des fibres (3) au moyen
d'un plasma généré avec des micro-ondes, est disposé avant un module pour le chauffage
par résistance de la ou des fibres (3) ou de la structure textile.
2. Installation selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'un module est conçu pour le chauffage simultané de la ou des fibres (3) ou de la structure
textile par un chauffage par résistance et par irradiation avec un faisceau laser
défocalisé.
3. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que des rouleaux de mesure (11) ou des contacts de mesure s'appuient contre la ou les
fibres (3) ou la structure textile, avec lesquels la conductivité électrique de la
ou des fibres (3) peut être déterminée pour une régulation du chauffage de la ou des
fibres (3).
4. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, dans un module pour le chauffage de la ou des fibres (3) au moyen d'un chauffage
par résistance, la ou les fibres (3) ou la structure textile est/sont guidée(s) entre
des paires de rouleaux (2, 2') et deux paires de rouleaux (2, 2') disposées l'une
après l'autre dans la direction d'avance de la ou des fibres ou de la structure textile
étant raccordées chacune à un pôle d'une source de tension électrique et
la ou les fibres (3) ou la structure textile est/sont guidée(s) autour de zones de
surface opposées entre elles d'au moins deux rouleaux (13, 13') disposés dans la direction
d'avance de la ou des fibres (3) et les deux rouleaux (13, 13') sont accordés chacun
à un pôle d'une source de tension électrique.
5. Installation selon la revendication précédente, caractérisée en ce que les au moins deux rouleaux (13, 13') sont mobiles parallèlement entre eux et/ou
les axes de rotations ou les axes longitudinaux centraux parallèles entre eux des
au moins deux rouleaux (13, 13') sont disposés dans des plans différents.
6. Installation selon l'une des deux revendications précédentes, caractérisée en ce que les rouleaux (13 et 13') n'exécutent aucun mouvement de rotation.
7. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, dans un module avec lequel un chauffage de la ou des fibres (3) peut être obtenu
au moyen d'un chauffage par résistance électrique, dans la direction d'avance de la
ou des fibres (3) ou de la structure textile, plusieurs éléments chauffants (15, 15')
sont disposés les uns après les autres et deux éléments chauffants (15 et 15') disposés
l'un à côté de l'autre étant raccordés chacun à un pôle d'une source de tension électrique
et
la ou les fibres (3) ou la structure textile sont guidée(s) à travers les éléments
chauffants (15, 15') isolés thermiquement.
8. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'un module est conçu comme un four à passage continu conventionnel.
9. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, dans au moins un module, sont prévues plusieurs zones de chauffage pour le chauffage
successif de la ou des fibres (3) ou de la structure textile dans la direction d'avance.
10. Installation selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que, à travers un module, avec lequel un chauffage de la ou des fibres (3) peut être
obtenu au moyen d'un chauffage par résistance, une ou des fibres (3), qui sont électro-conductrices
grâce à des particules électro-conductrices, plus particulièrement des nanotubes de
carbone avec un rapport d'aspect important, ou des structures textiles constituées
de telles fibres (3), peu(ven)t être guidée(s), la ou les fibres (3) étant de préférence
conçue(s) comme une structure d'enveloppe à noyau, dont le noyau ou l'enveloppe est
entièrement constitué de nanotubes de carbone ou la ou les fibres (3) étant entièrement
constituée(s) de nanotubes de carbone.