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EP 3 372 305 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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12.09.2018 Patentblatt 2018/37 |
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Anmeldetag: 06.03.2017 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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BA ME |
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Benannte Validierungsstaaten: |
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MA MD |
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Anmelder: Binder, Manfred |
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81375 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Schuster, Rudolf
85551 Kirchheim (DE)
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Bemerkungen: |
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Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ. |
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NIEDERDRUCK MISCHSYSTEM UND -MISCHVERFAHREN VON FLÜSSIGEN UND PASTÖSEN MIT GASFÖRMIGEN
UND FESTEN MISCHKOMPONENTEN, IM DAUERBETRIEB UND EINZELNEN GEMISCHPORTIONEN IN BELIEBIGEN
AUSTRITTSPOSITIONEN |
(57) Niederdruckmischer auch für aushärtbare Gemische aus flüssig, pastösen mit gasförmigen
und festen Komponenten, bei der sich eine schrägstehende Rotorachse mit Mischkammermittellinie
und Mantellinien eines konischen Rotors in einem Taumelpunkte (T) schneiden. Dabei
führt der Rotor neben seiner eigenen Umdrehung eine Taumelbewegung aus. Bei gleicher Relativgeschwindigkeit von Rotor- und Taumelbewegung zur Mischkammerwand
können feste Komponenten mit vermischt werden. Verunreinigungen in den Mischkomponenten
beinträchtigen nicht die Funktion des Mischvorganges. Das Mischverfahren ermöglicht durch den Entleervorgang eine beliebige Auslassrichtung
des Gemisches.
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[0001] Bei der Herstellung von Schäumen nach dem Hochdruckmischsystem werden mit hohem Druck
Mischkomponenten in eine Mischkammer gespritzt deren Strahlen sich gegenseitig durchdringen
und somit eine Mischung entsteht. Verunreinigungen in den Mischkomponenten führen
zur Verstopfung der Mischdüsen und somit zu einem undefinierten Mischungsverhältnis.
[0002] Bei aushärtbaren Gemischen werden Ablagerungen an der Mischkammerwand aufgebaut die
bei einer Mischungsunterbrechung durch einen Kolbenhub von der Mischkammerwand entfernt
wird.
[0003] Bei einem Niederdruckmischsystem werden durch einen Rotor die Mischkomponenten in
einer Mischkammer miteinander vermischt. Der Rotor führt neben seiner Eigendrehung
eine Umlaufbewegung aus.
[0004] Werden die ausgehärteten Schäume zur Isolation genutzt kann bei den Niederdrucksystemen
durch ein kleineres Schaumgewicht und deutlich bessere λ-Werte etwa 50% der Mischkomponenten
bei gleichen Isolationswerten eingespart werden. Zusätzlich wird das zu isolierende
Nutzvolumen vergrößert oder die Außenabmessungen der Isolierung verkleinert. Auch
Verunreinigungen in den Mischkomponenten führen zu keiner Störung.
[0005] Durch den geringen Energieeintrag beim Niederdruckmischen eignet sich dies auch zum
Beimischen von Pentan. Dies führt nochmals zu einer Verbesserung der λ-Werte.
[0006] Niederdruck Mischkopf
EP2271421 ist für den vertikalen Materialauschnitt konzipiert und für den Dauerbetrieb ausgelegt.
Durch die exzentrische Lagerung und der konischen Form des Rotors verändert sich das
Verhältnis der Relativgeschwindigkeiten entlang der Berührlinie von Rotor- und Exzenterbewegung.
[0007] Ziel der Erfindung ist neben der Produktion von hochwertigen Schäumen auch Gemische
mit flüssigen und pastösen Mischkomponenten mit festen und gasförmigen Komponenten,
lageunabhängig, im Dauerbetrieb und zur Mischung von einzelnen Portionen.
[0008] Diese Aufgabe wird durch einen Niederdruckmischer nach Anspruch 1 bis 4 und Mischverfahren
nach Anspruch 5 bis 8 erfüllt.
[0009] Die Lageunabhängigkeit wird erreicht durch die Nutzung eines Verdrängermediums (z.B.
Luft), bei unterbrochenen Mischkomponenten Zufuhr und laufender Rotor- und Taumelbewegung
[0010] Im Lagerbereich kann auch durch einen Überdruck bei einem vertikalen Austritt nach
oben die Lagerung frei von den Mischkomponenten gehalten werden.
[0011] Bei der Mischung mit festen Mischkomponenten soll die Relativgeschwindigkeit entlang
der Berührlinie aus der Drehbewegung des Rotors und der Taubelbewegung gleich sein.
Dadurch wird durch die Keilform ein Druck aufgebaut.
[0012] Das Verhältnis von Rotordrehzahl n
R zur Drehzahl der Taumelbewegung n
T sollte

sein damit die Berührlinie frei von festen Mischkomponenten gehalten wird.
[0013] Dies wird durch eine konische Form von Rotor- und Mischkammer erreicht, bei dem sich
die Mittellinien von Rotorachse und Mischkammer und den Mantellinien des Rotors in
einem Punkt schneidet, dem Taumelpunkt.
- (Fig.1) mit A
- als Mischbereich
- B
- als Taumelpunkt
- C
- als Lagerbereich

[0014] Die Vermischung erfolgt durch eine Wirbelbildung, die durch die Taumelbewegung ihre
Lage verändert und durch die Haftung an Mischkammer- und Rotoroberfläche eine homogene
Mischung ergibt.
[0015] Auch andere Rotorformen sind möglich aber mit deutlich höheren Rotordrehzahlen und
höherem Energieeitrag.
[0016] Soll die Mischung über einen Abstand durch eine kleine Öffnung in einen Hohlraum
eingebracht werden, dann soll der Austrittsstrahl eine möglichst runde Form haben.
Dies kann z.B. durch eine ballige Form erreicht werden bei dem das Ende von Mischkammer
und Rotor gleich ist. (Fig 2)
[0017] Durch Tangentenhilfspunkte (h1, h2 usw.) welche entlang der Rotormittellinie kontinuierlich
verlaufen kann diese Form gebildet werden die guten Mischergebnisse aufweist. Für
feste Mischkomponenten ist diese Form nicht geeignet.
[0018] Bei der balligen Form soll durch den grossen Durchmesser-Unterschied von Rotor und
Mischkammer die Drehzahl des Rotors deutlich höher sein.
[0019] Bei der Zumischung von gasförmigen Mischkomponenten kann z.B. bei CO
2 ein Entzündbarkeit des Schaumes reduziert werden.
[0020] Der Taumelpunkt kann vor der Auslassöffnung aber auch hinter dem Antriebsbereich
liegen.
[0021] Ist der Taumelpunkt vor der Auslassöffnung entsteht eine gedrungene Bauform.
[0022] Liegt der Taumelpunkt im Antriebsbereich oder dahinter entsteht eine schlanke Bauform
mit der durch kleine Öffnungen in einen Hohlraum eingetaucht werden kann und der Aufschäumvorgang
an der hintersten Position beginnt und durch eine Verlagerung der Position des Mischers
bewegt wird (z.B. zum Ausschäumen von Karosserieteilen).
[0023] Dadurch kann die verdrängte Luft durch die Öffnung entweichen und Lufteinschlüsse
im Schaum verhindert werden.
[0024] Ansicht A von Fig. 1 und Fig. 2 zeigt die unterschiedliche Form im Austrittsqerschnitt
bei konischen und balligen Rotor mit der Auswirkung auf den Austrittstrahlquerschnitt.
[0025] Fig. 3 zeigt Mischkomponentenanschlüsse bei den verschiedenen Mischvarianten und
eine mögliche Ausführung des Abschaltmodus.
[0026] Einlass D für höherviskose Mischkomponenten wahlweise mit Beimischung von festen
und / oder gasförmigen Mischkomponenten.
[0027] Einlass F für niederviskose Mischkomponenten mit gasförmigen Mischkomponenten.
[0028] Fig. 4 zeigt mit Anschluss F eine Möglichkeit den Antriebsbereich frei von Mischkomponenten
zu halten.
[0029] Anschluss P1a zeigt eine Möglichkeit mit einem gasförmigen Verdrängermedium und einem
Druckspeichervolumen V in Anschluss G den Inhalt der Mischkammer am Ende einer Mischung
zu entleeren.
[0030] Anschluss P2b eine Möglichkeit mit einem flüssigen Verdrängermedium und einem Druckspeichervolumen
V in Anschluss G den Inhalt der Mischkammer am Ende einer Mischung zu entleeren.
[0031] Fig. 5 zeigt eine Ausführung von einem Mischer mit einem Zuführbereich, einem Mischbereich
und einem Austrittsbereich mit mehreren Auslassöffnungen bei dem das Material im Auslassbereich
V2 aus Antihaftmaterial besteht.
1. Niederdruckmischsystem und Mischverfahren von flüssigen bzw. pastösen mit gasförmigen
und festen Mischkomponenten mit einer Mischkammer, mit zumindest zwei Einlassöffnungen
und zumindest einer Auslassöffnung in dem ein schräg stehender Rotor die zu mischenden
Komponenten durch seine Umdrehungsgeschwindigkeit vermischt und neben seiner eigenen
Umdrehung eine Taumelbewegung um einen Taumelpunkt ausführt und die Mischkammer von
den zu mischenden Komponenten durchströmt wird dadurch gekennzeichnet, dass der Taumelpunkt sich außerhalb der Mischkammer befindet und der Schnittpunkt bzw.
der kleinste Abstand von Mischkammermittellinie und Rotormittellinie ist.
2. Niederdruckmischsystem nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Material von Rotor und Mischkammer zumindest von einer Mischkomponente eine gute
Haftung aufweist.
3. Niederdruckmischsystem nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass im Mischbetrieb die Rotorform und die Mischkammerform im Mischbereich eine durchgehende
Berührlinie aufweist.
4. Niederdruckmischsystem nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Auslass den kleinsten Durchmesser der Mischkammer aufweist.
5. Mischverfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerbereich einen Überdruck aufweist, dessen Größe abhängig von der Lage der
Auslassöffnung und der Strömungsverluste in der Mischkammer ist.
6. Mischverfahren nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass am Ende des Mischvorganges bei unterbrochener Mischkomponentenzufuhr und laufender
Taumel- und Rotorbewegung ein Verdrängermedium (z. B. Luft) druck- und geschwindigkeitsabhängig
den Mischkammerinhalt entleert.
7. Mischverfahren nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass der Verdrängermediumspeicher auf das Volumen des Mischkammervolumen abgestimmt ist.
8. Mischverfahren nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsrichtung der Mischung durch den Druck im Verdrängermediumspeicher eingestellt
werden kann.
9. Mischverfahren nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass Abhängig von der Viskosität des Gemisches und der örtlichen Umdrehungsgeschwindigkeit
durch den keilförmigen Verlauf beidseitig der Berührlinie ein Druck aufgebaut wird.
10. Mischverfahren nach Anspruch 9 dadurch gekennzeichnet, dass bei einer verjüngenden Form von Rotor und Mischkammer entlang der Berührlinie zum
Auslass hin sich der Druck verkleinert und dadurch eine Strömung im berührliniennahen
Material zum Auslass hin unterstützt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Niederdruckmischsystem von flüssigen bzw. pastösen mit gasförmigen und festen Mischkomponenten
mit einer Mischkammer, mit zumindest zwei Einlassöffnungen und zumindest einer Auslassöffnung
in dem ein schräg stehender Rotor die zu mischenden Komponenten durch seine Umdrehungsgeschwindigkeit
vermischt und neben seiner eigenen Umdrehung eine Taumelbewegung um einen Taumelpunkt
ausführt und die Mischkammer von den zu mischenden Komponenten durchströmt wird dadurch gekennzeichnet, dass der Taumelpunkt sich außerhalb der Mischkammer befindet und der Schnittpunkt von
Mischkammermittellinie und Rotormittellinie ist und dass im Mischbetrieb die Rotorform und die Mischkammerform im Mischbereich eine durchgehende
Berührlinie aufweist.
2. Niederdruckmischsystem nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Material von Rotor und Mischkammer zumindest von einer Mischkomponente eine gute
Haftung aufweist.
3. Niederdruckmischsystem nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass der Auslass den kleinsten Durchmesser der Mischkammer aufweist.
4. Niederdruck Mischsystem nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass der Lagerbereich einen Überdruck aufweist, dessen Größe abhängig von der Lage der
Auslassöffnung und der Strömungsverluste in der Mischkammer ist.
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