(57) Die Erfindung betrifft eine Kombi-Schraube, umfassend eine Schraube, die aus einer
Stahllegierung 38B2 gemäß DIN EN 10263 hergestellt ist, und eine Scheibe, die aus
einer Stahllegierung C22 gemäß DIN EN 10083 hergestellt ist, wobei der Scheibenwerkstoff
einen Kohlenstoffgehalt von 0,18 % bis 0,23 %, einen Mangangehalt von 0,5 % bis 0,7
% und einen Chromgehalt von 0,1 % bis 0,4 % aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin
ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Kombischraube.
[0001] Die Erfindung betrifft eine Kombi-Schraube, umfassend eine Schraube und eine unverlierbar
an dieser gehaltene Scheibe, wobei die Schraube aus einer Stahllegierung 38B2 gemäß
DIN EN 10263 und die Scheibe aus einer Stahllegierung C22 gemäß DIN EN 10083 hergestellt
ist. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung einer solchen
Kombischraube.
[0002] Kombischrauben finden in großen Stückzahlen Verwendung und sind in unterschiedlichen
Ausführungen bekannt. Sie umfassen eine Schraube, auf der eine Scheibe unverlierbar
gehalten ist. Hierzu wird auf einen Schraubenrohling eine Scheibe aufgesteckt und
nachträglich wird in den Schraubenschaft meist durch Gewindewalzen ein Gewinde eingebracht,
wodurch die Schraube unverlierbar oberhalb des Gewindes auf dem Schraubenschaft gehalten
ist. Wesentlich bei Kombischrauben ist, dass Schraube und Scheibe eine unterschiedliche
Härte aufweisen müssen. Im Besonderen ist dies der Fall, wenn sowohl die Schraubenunterkopffläche,
als auch die Scheibe mit Rippen versehen sind, welche ein Lösen der Schraube im Betrieb,
bspw. durch Vibrationen oder Temperaturschwankungen, verhindern sollen. Um ein Einprägen
der Rippen der Schraube in die Scheibe zu ermöglichen, ist es erforderlich, dass die
Scheibe weicher ist, als die Schraube. Hierbei wird eine Differenz von wenigstens
40 HV, teilweise sogar von 50 HV der Scheibenhärte zur Schraubenhärte gefordert.
[0003] Schraube und Scheibe einer Kombischraube bestehen regelmäßig aus Stahllegierungen
deren Härten durch eine jeweils geeignete Wärmebehandlung erreicht werden. Für den
Einsatz im Automobilbereich wird die Schraube dabei aus einer Stahllegierung 38B2
gemäß DIN EN 10263 und die Scheibe aus einer Stahllegierung C22 gemäß DIN EN 10083
hergestellt. Da es sich hierbei um unterschiedliche Legierungen und Vormaterial handelt,
müssen beide Werkstoffe bei spezifischen Temperaturen wärmebehandelt werden. Dies
führt dazu, dass Schraubenrohlinge und Scheiben separat wärmebehandelt werden und
das Gewinde nach dem Aufbringen der Scheibe auf einem gehärteten Schraubenrohling
gewalzt werden muss. Dies wiederum führt zu einem kostenintensiven Walzprozess der
durch hohen Werkzeugverschleiß charakterisiert ist. Hier will die Erfindung Abhilfe
schaffen. Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kombischraube
bereitzustellen, die bei ihrer Herstellung in einem gemeinsamen Härteprozess von Schraube
und Scheibe eine vorausplanbare, gegenüber der Schraube verschiedene, insbesondere
geringere Härte der Scheibe ermöglicht. Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch
gelöst, dass der Scheibenwerkstoff einen Kohlenstoffgehalt von 0,18 % bis 0,23 %,
einen Mangangehalt von 0,5 % bis 0,7 % und einen Chromgehalt von 0,1 % bis 0,4 % aufweist.
[0004] Mit der Erfindung ist eine Kombischraube bereitgestellt, die bei ihrer Herstellung
in einem gemeinsamen Härteprozess von Schraube und Scheibe eine vorausplanbare, gegenüber
der Schraube verschiedene, insbesondere geringere Härte der Scheibe ermöglicht. Grundgedanke
der vorliegenden Erfindung ist es, unter Beibehaltung der marktüblichen regelmäßig
verwendeten Legierungen 3B2 und C22 unter Einschränkung der Toleranz des Scheibenwerkstoffs
die mechanischen Eigenschaften der Scheibe, insbesondere deren Härte vorausplanbar
zu machen, um so einen gemeinsamen Vergütungsprozess von Schraube und Scheibe zu ermöglichen,
bei dem eine gegenüber der Schraube verschiedene, insbesondere geringere Härte der
Scheibe zuverlässig erzielbar ist. Hierdurch ist ein Gewindewalzen des Schraubenrohlings
nach Aufbringen der Scheibe vor dem Vergüten ermöglicht, wodurch der Walzprozess der
in Massenproduktion hergestellten Kombischrauben kostenreduziert insbesondere unter
geringerem Werkzeugverschleiß durchführbar ist.
[0005] Für eine Schraube der Güteklasse 10.9 nach DIN 898 Teil 1 wird üblicherweise der
Werkstoff 38B3 eingesetzt. Dieser wird nach Austenitisierung bei 450°C angelassen
um die mechanischen Eigenschaften zu erhalten. Ein für die Scheibe geeigneter und
regelmäßig eingesetzter Scheibenwerkstoff ist die Legierung C22 gemäß DIN EN 10083.
Bei diesem kann jedoch aufgrund der großen Bandbreiten der Legierungsbestandteile
weder die Härtbarkeit an und für sich, noch die reale Härte zuverlässig vorausgesagt
werden.
[0006] Gemäß DIN EN 10083 umfasst die Legierung C22 folgende Zusammensetzung:
| Legierungselemente |
Wert-von (in Massen-%) |
Wert-bis (in Massen-%) |
| Kohlenstoffe (C) |
0,17 |
0,24 |
| Silizium (Si) |
|
0,40 |
| \Mangan (Mn) |
0,40 |
0,70 |
| Phosphor(P) |
|
0,045 |
| Schwefel (S) |
|
0,2 |
| Chrom (Cr) |
|
0,40 |
| Molybdän (Mo) |
|
0,10 |
| Cr+Mo+Ni |
|
0,63 |
[0007] Überraschend hat sich gezeigt, dass die Voraussagbarkeit der mechanischen Eigenschaften,
insbesondere der Härte deutlich gesteigert werden kann, wenn die Toleranzbereiche
der zulässigen Anteile von Kohlenstoff, Mangan und Chrom geeignet eingeschränkt werden.
Es hat sich gezeigt, dass sich die Auswirkungen der Anteile dieser Elemente auf die
sich ergebene Härte der Legierung im Wesentlichen linear zu deren Massenanteil verhalten,
wobei jedoch ein Bereich gefunden wurde, in dem die erreichte Härte einen sprunghaften
Anstieg erfährt. Erfindungsgemäß wurden die Massenprozentanteile von Kohlenstoff,
Mangan und Chrom derart gewählt, dass diese oberhalb des jeweils gefundenen Bereichs
des sprunghaften Verhaltens der Legierung in Bezug auf ihre Härte liegt.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung weist der Scheibenwerkstoff einen Kohlenstoffgehalt
von 0,19 % bis 0,23 %, einen Mangangehalt von 0,55 % bis 0,65 % und einen Chromgehalt
von 0,15 % bis 0,25 % auf. Es hat sich gezeigt, dass hierdurch eine gute Voraussagbarkeit
der Härte der Scheibe, bei gleichzeitig homogenem Verhalten über die Scheibenfläche
erzielbar ist. Bevorzugt weist der Scheibenwerkstoff einen Kohlenstoff-Äquivalent-Gehalt
(Carbon Equivalent Value - CEV) von 0,33 % bis 0,39 %, bevorzugt von 0,35 % bis 0,37
% auf.
[0009] In Ausgestaltung der Erfindung ist die Unterkopffläche der Schraube zumindest bereichsweise
mit Rippen versehen, wobei alternativ oder auch zusätzlich zumindest auf einer Seite
zumindest bereichsweise mit Rippen versehen sein kann.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Herstellung einer solchen Kombischraube bereitzustellen, das kostenreduziert durchführbar
ist. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch ein Verfahren gelöst, bei dem zunächst
ein Schraubenrohling und eine Scheibe hergestellt werden, die Scheibe auf den Schraubenrohling
gesteckt wird und nachfolgend in die Schraube ein Gewinde eingebracht wird, wonach
die so gebildete Kombischraube komplett einer Wärmebehandlung zur Werkstoffhärtung
unterzogen wird. Dabei wird bevorzugt das Gewinde durch Gewindewalzen in den Schraubenschaft
eingebracht.
[0011] Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben:
[0012] Die als Ausführungsbeispiel gewählte Kombischraube umfasst eine Schraube sowie eine
unverlierbar auf dieser gehaltenen Scheibe, wobei die Schraube aus einer Stahllegierung
38B2 gemäß DIN EN 10263 hergestellt ist. Die Scheibe ist aus einer Stahllegierung
C22 gemäß DIN EN 10083 hergestellt, mit einem Kohlenstoffgehalt von 0,21 Massen-%,
einem Mangangehalt von 0,6 Massen-% sowie einem Chromgehalt von 0,2 Massen-%. Der
Kohlenstoff-Äquivalentgehalt (CEV) liegt zwischen 0,25 und 0,37 Massen-%.
[0013] Zur Herstellung der Kombischraube wurde zunächst ein Schraubenrohling aus einer Stahllegierung
38B2 gemäß DIN EN 10263 und eine Scheibe aus einer Stahllegierung C22 gemäß DIN EN
10083 mit den vorgenannten Kohlenstoff-, Mangan- und Chromgehalten hergestellt. Dabei
ist im Ausführungsbeispiel die Schraubenkopfunterseite sowie die dem Schraubenkopf
entgegengerichtete Scheibenunterseite jeweils umlaufend mit Rippen versehen. Die Scheibe
wurde auf den Schraubenrohling gesteckt und nachfolgend wurde in die Schraube ein
Gewinde mittels Gewindewalzen eingebracht, wodurch die Scheibe unverlierbar auf der
Schraube gehalten ist. Die so gebildete Kombischraube wurde einer Wärmebehandlung
unterzogen und bei einer Temperatur von 450 °C angelassen. Dadurch, dass das Gewinde
vor dem Härten in den Schraubenschaft eingewalzt worden ist, konnten höhere Prozessgeschwindigkeiten
bei gleichzeitig höheren Standzeiten der Werkzeuge erzielt werden. Hierdurch ergab
sich eine signifikante Kostenreduktion im Herstellungsprozess.
[0014] Die Scheibe der so hergestellten Kombischraube weist nach dem Anlassen eine Härte
von 269 HV im äußeren Scheibenbereich, 266 HV im mittleren Scheibenbereich und 252
HV im inneren Scheibenbereich auf. Damit ist die Scheibe im Ausführungsbeispiel um
mindestens 90 HV weicher als die Schraube, die eine Härte von 360 HV aufweist.
[0015] Es hat sich gezeigt, dass mit der erfindungsgemäßen Schraube und dem erfindungsgemäßen
Herstellungsverfahren prozesssicher eine Scheibenhärte gewährleistet werden kann,
die mindestens 40 HV weicher ist, als die Schraubenhärte.
1. Kombi-Schraube, umfassend eine Schraube und eine unverlierbar an dieser gehaltene
Scheibe, wobei die Schraube aus einer Stahllegierung 38B2 gemäß DIN EN 10263 und die
Scheibe aus einer Stahllegierung C22 gemäß DIN EN 10083 hergestellt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenwerkstoff einen Kohlenstoffgehalt von 0,18 % bis 0,23 %, einen Mangangehalt
von 0,5 % bis 0,7 % und einen Chromgehalt von 0,1 % bis 0,4 % aufweist.
2. Kombi-Schraube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenwerkstoff einen Kohlenstoffgehalt von 0,19 % bis 0,23 %, einen Mangangehalt
von 0,55 % bis 0,65 % und einen Chromgehalt von 0,15 % bis 0,25 % aufweist.
3. Kombischraube nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenwerkstoff einen Kohlenstoff-Äquivalent-Gehalt von 0,33 % bis 0,39 %,
bevorzugt von 0,35 % bis 0,37 % aufweist.
4. Kombi-Schraube nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterkopffläche der Schraube zumindest bereichsweise mit Rippen versehen ist.
5. Kombi-Schraube nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe zumindest auf einer Seite zumindest bereichsweise mit Rippen versehen
ist.
6. Verfahren zur Herstellung einer Kombischraube nach einem der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zunächst ein Schraubenrohling und eine Scheibe hergestellt werden, die Scheibe auf
den Schraubenrohling gesteckt wird und nachfolgend in die Schraube ein Gewinde eingebracht
wird, wonach die so gebildete Kombischraube komplett einer Wärmebehandlung zur Werkstoffhärtung
unterzogen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde durch Gewindewalzen in den Schraubenschaft eingebracht wird.