[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherungseinrichtung für Nutzfahrzeuge, insbesondere
Pistenbearbeitungsfahrzeuge oder Forst- und Militärmaschinen aller Art in steilen
und/oder gefährlichen Geländezonen.
[0002] Schneefahrzeuge zur Pistenbearbeitung bewegen sich vorwiegend in alpinen Räumen oder
sehr steilem Gelände. Während dem Betrieb der Schneefahrzeuge kann es durch unvorteilhafte
Kraftübertragung vorkommen, dass sich die Schneefahrzeuge im Schnee eingraben und
sich ohne zusätzliche Unterstützung nicht mehr fortbewegen können. Zusätzlich kann
der darunterliegende Boden durch die Raupenketten beschädigt werden. Zudem könnten
sich die Fahrzeuge überschlagen oder abrutschen, oder aufgrund der Steilheit nicht
aufwärts kommen.
[0003] Um dies zu vermeiden, ist es bekannt Schneefahrzeuge über ein mittels Windenmaschine
gespanntes Seil, das über einen über das Fahrerhaus hinausreichenden Kranarm geführt
ist, an einer entsprechenden Sicherungsvorrichtung als Ankerpunktplatz zu sichern.
Die Sicherungsvorrichtung ist stationär am oberen Ende bzw. oberhalb des steilen Geländes
angebracht, in dem sich das zu sichernde Fahrzeug bewegt. Dies gewährleistet zum einen
das ungehinderte Fortkommen der Schneefahrzeuge und ist zum anderen eine geeignete
Sicherung vor dem Abrutschen der Fahrzeuge.
[0004] In der
AT14532(U1) wird ein Pistengerät zur Präparierung von Skipisten beschrieben, welches an einer
bergseitigen Seilwinde gesichert ist, welche an ihrer Montageposition fest mit dem
Untergrund verbunden ist. Die Seilwinde ist stationär angebracht und kann nur durch
hohen Aufwand auf- bzw. abgebaut werden. Zudem ist beschrieben, dass gemäß dem Stand
der Technik bergseitig ein Mast vorgesehen sein kann und die Seilwinde am Pistengerät
vorliegen kann. In der
EP1602786A2 wird beschrieben ein Pistengerät an einem stationären externen Verankerungspunkt
zu sichern.
[0005] Nach dem Stand der Technik ist es bekannt, besagten bergseitigen Mast als dauerhafte
Sicherungsvorrichtung vorzusehen, welche unlösbar und unbeweglich im Untergrund verankert
ist. Bekannte Sicherungsvorrichtungen weisen Gestelle oder Masten auf, die über den
Erdboden bzw. die Schneedecke ragen und am oberen Ende einen Befestigungspunkt aufweisen,
wobei dieser mit einem festen Abstand zum Boden vorliegt. Die Gestelle oder Masten
sind fest mit dem Erdboden verbunden, indem diese in ein Betonfundament eingegossen
sind, an Montageplatten eines solchen verschraubt sind, oder mit mehreren Montageplatten
und Erdschrauben niedergespannt sind. Das Seil der Windenmaschine wird zur Sicherung
des Fahrzeugs am erhöht liegenden Befestigungspunkt fixiert, wodurch eine Verschneidung
des Windenseiles in der Geländekontur vermieden wird.
[0006] Nachteilig am Stand der Technik ist, dass die bekannten Sicherungsvorrichtungen ortsfest
und im Wesentlichen unlösbar angebracht sind, also fest und unbeweglich mit dem Erdboden
verbunden sind. Da die Verankerung im Erdboden aufwändig ist, sind die Sicherungsvorrichtungen
nur mit viel Aufwand aufbaubar und entfernbar, sodass diese an ihrem Aufstellungsort
verbleiben, auch wenn sie nicht benötigt werden, wodurch das Landschaftsbild eine
Beeinträchtigung erfährt. Da sich die Sicherungsvorrichtungen oft auf oder unmittelbar
neben Skipisten befinden, stellen diese zudem eine ernste Gefahr für Wintersportler
dar. Selbst bei Absicherung mit geeigneten Schutzmatten (z.B. Prallschutzmatte) können
schwere Verletzungen nicht ausgeschlossen werden.
[0007] Ferner sind versenkbare Absperrpoller für Straßen und Abstellplätze bekannt (sogenannte
Poller oder Zufahrtskontrollpfähle). Diese Poller sind aufgrund ihres Einsatzgebietes
jedoch nur auf Stoßfestigkeit bzw. Anpralllasten ausgelegt, um Kraftfahrzeuge am Einfahren
oder Parken z.B. auf privaten Parkflächen zu hindern. Solche Poller sind beispielsweise
in den Schriften
DE19955052(A1),
DE29901108(U1),
DE9414554(U1) und
US20070031189(A1) beschrieben.
[0008] Alle genannten Absperrpoller haben als Gemeinsamkeit, dass sie lediglich als Zufahrtsbeschränkung
dienen und somit nur das Fahrzeug am Ein-/Ausfahren hindern sollen, jedoch keine Bieg-,
Zug- oder Querkraft aufnehmen und in den Untergrund ableiten müssen.
[0009] Die
DE7111558U zeigt einen versenkbaren Poller zum Befestigen von Seilen, Tauen oder dgl., wie sie
an Bord von Schiffen und insbesondere in Häfen an den Piers zu finden sind. Der zylindrische
Körper des Pollers dient zur Befestigung von Seilen, sodass wirkende Kräfte nicht
an einer Befestigungsvorrichtung am oberen Ende des Pollers ansetzen. Die Ausfahrhöhe
des Pollers und die aufzunehmenden Kräfte sind als gering anzusehen. Zum Ausfahren
wird der zylindrische Körper des Pollers um eine feststehende Spindel rotiert.
[0010] Die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht darin eine Vorrichtung zur Sicherung
von Fahrzeugen oder beweglichen Gegenständen in steilen Geländen bereitzustellen,
welche den enormen auftretenden Lasten standhält und dennoch rasch und ohne wesentlichen
Aufwand entfernbar ist.
[0011] Zum Lösen der Aufgabe wird vorgeschlagen, eine Sicherungseinrichtung bereit zu stellen,
welche eine im Erdboden verankerte Bodenhülse aufweist, in welcher ein Sicherungspfahl
aufgenommen ist, wobei der Sicherungspfahl entlang der Längsrichtung der Bodenhülse
geführt bewegbar ist und am oberen Endbereich des Sicherungspfahls ein Befestigungspunkt
zur Sicherung eines Fahrzeugs oder Gegenstandes vorliegt, beispielsweise durch Anbindung
eines Sicherungsseils mit Lasthaken oder automatischer Spannzange, wobei die Sicherungseinrichtung
einer Querkraftbelastung am Befestigungspunkt von mindestens 5 t stand hält. Der Sicherungspfahl
kann auch als Pfahlmast bezeichnet werden.
[0012] Der Begriff Sicherungseinrichtung wurde gewählt, da die Bodenhülse im Inneren des
Bodens angebracht ist und somit dort eine Einrichtung darstellt, alternativ kann der
erfindungsgemäße Gegenstand auch als Sicherungsvorrichtung bezeichnet werden.
[0013] Die am oberen Endbereich des Sicherungspfahls angreifenden Lasten des zu sichernden
Fahrzeugs oder Gegenstandes werden über diesen in die Bodenhülse und somit in deren
vertikale Fundamentachse eingeleitet und vom Boden bzw. vom Fundament aufgenommen.
Die Bodenhülse kann auch als Köcher oder Köcheranker bezeichnet werden.
[0014] Der Sicherungspfahl (bzw. Pfahlmast) ist entlang der Bodenhülse (bzw. dem Köcher)
in einem Bereich bewegbar, sodass dieser vollständig entfernbar ist, bevorzugt indem
dieser vollständig in der Bodenhülse versenkbar ist.
[0015] Gegenüber bekannten Sicherungseinrichtungen wird vorteilhaft erreicht, dass die Absturzsicherung
von Nutzfahrzeugen bei deren Arbeitstätigkeit gegeben ist und zu jedem anderen Zeitpunkt
keine Vorrichtungsteile aus dem Boden zu ragen brauchen, welche eine Gefahrenquelle
für Wintersporttreibende oder Fahrzeuge sind, oder eine optische Beeinträchtigung
der Landschaft darstellen.
[0016] Bevorzugt ist die Bodenhülse (bzw. der Köcher) in einem gegossenen Betonfundament
verankert. Bevorzugt ist der Sicherungspfahl (bzw. Pfahlmast) durch eine Hebevorrichtung
automatisiert axial entlang der Bodenhülse verstellbar. Bevorzugt ist dazu in oder
unterhalb der Bodenhülse ein Antrieb vorgesehen.
[0017] Bevorzugt wird eine Sicherungseinrichtung vorgeschlagen, welche eine Absicherung
von Nutzfahrzeugen auf steilen Hängen bereitstellt, wobei der Sicherungspfahl automatisiert
entlang seiner Längsrichtung in der Bodenhülse, also axial zu dieser, verfahrbar ist,
zwischen
- (a) einer ausgefahrenen Position, in der dieser einen erhöhten Befestigungspunkt für
ein Seil zur Sicherung des Nutzfahrzeugs bereitstellt, und
- (b) einer eingefahrenen Position, in der dieser vollständig unter der Oberfläche der
Schneeauflage, des Bodens und/oder des eigenen Fundaments aufgenommen ist.
[0018] Bevorzugt weist die Bodenhülse einen Außenköcher auf, welcher im Boden verankert
ist, und einen Innenköcher, welcher im Außenköcher angeordnet ist und mit dem Außenköcher
über eine Flanschverbindung lösbar verbunden ist, wobei der Sicherungspfahl im Innenköcher
geführt gelagert ist und die Hebevorrichtung zur Höhenverstellung des Sicherungspfahls
mit ihrem unteren Ende am unteren Ende des Innenköchers befestigt ist. Der Innenköcher
kann nach Lösen der Flanschverbindung mitsamt der Hebevorrichtung aus dem Außenköcher
gezogen werden.
[0019] Ein weiterer Aspekt der gegenständlichen Erfindung betrifft ein Verfahren zum erleichterten
Sichern von Fahrzeugen bzw. Anbringen des Sicherungsseils an einer Sicherungsvorrichtung,
da sich insbesondere bei hohen Befestigungspunkten, beispielsweise mit einem Abstand
zum Boden größer zwei Meter, das Problem ergibt, dass ein manuelles Einhängen oder
ein automatisches Andocken eines Lasthakens oder ähnlichem kaum möglich ist.
[0020] Dieses Problem wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gemäß Anspruch 15 gelöst.
[0021] Die Erfindung wird an Hand von Zeichnungen veranschaulicht:
- Fig. 1:
- zeigt eine schematische Darstellung einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen
Sicherungseinrichtung in ausgefahrenem Zustand.
- Fig. 2:
- zeigt eine schematische Darstellung einer zweiten erfindungsgemäßen Sicherungseinrichtung
in Teleskop-Ausführung in ausgefahrenem Zustand.
- Fig. 3:
- zeigt eine schematische Darstellung des Querschnitts der besonders bevorzugten erfindungsgemäßen
Sicherungseinrichtung in ausgefahrenem Zustand.
- Fig. 4:
- zeigt eine schematische Darstellung des Querschnitts der besonders bevorzugten erfindungsgemäßen
Sicherungseinrichtung in eingefahrenem Zustand.
- Fig. 5:
- zeigt eine schematische Darstellung des Querschnitts einer dritten erfindungsgemäßen
Sicherungseinrichtung.
[0022] In Fig. 1 und Fig. 3 ist eine besonders bevorzugte erfindungsgemäße Sicherungseinrichtung
in ausgefahrenem Zustand dargestellt.
[0023] Die Sicherungseinrichtung weist einen Sicherungspfahl 1 auf, welcher in einer Bodenhülse
2 aufgenommen ist.
[0024] Der Sicherungspfahl 1 ist aus einem Profil, bevorzugt aus einem Formrohr gebildet,
dessen Umfang beispielsweise vieleckig, rechteckig, quadratisch, oval, oder rund oder
als Polygon ausgeführt sein kann. Bevorzugt werden aber Formrohre mit rechteckigem
Querschnitt. Bevorzugt wird ein Quadratrohr verwendet mit einer Kantenlänge von vorzugsweise
zwischen 150 mm und 700 mm. Im Fall eines Rechteckrohrs beträgt die Breite bevorzugt
mindestens 150 mm, im Fall eines Rundrohrs beträgt der Durchmesser bevorzugt zumindest
150 mm.
[0025] Bevorzugt ist der Sicherungspfahl 1 aus einem durchgängigen Formrohr gebildet, kann
aber auch aus mehreren unterschiedlichen oder identen Formrohren oder Formprofilen
zusammengestellt bzw. zusammengeschweißt sein. Bevorzugt weist der Sicherungspfahl
1 eine geschlossene Mantelfläche auf, sodass das bevorzugt hohle Innere des Sicherungspfahls
1 gegenüber Witterungseinflüssen geschützt ist. Der Hohlkörper, beispielsweise das
Formrohr, des Sicherungspfahls 1 ist an seinem oberen Ende verschlossen, beispielsweise
durch eine Montageplatte 4 für die Anbringung einer Befestigungsvorrichtung 3.
[0026] An seinem oberen Ende oder zumindest im oberen Endbereich, beispielsweise an seinem
oberen Viertel, weist der Sicherungspfahl 1 eine Befestigungsvorrichtung 3 auf. Die
Befestigungsvorrichtung 3 ist ein Anschluss zur mechanischen und gegebenenfalls vollautomatischen
Sicherung des zu sichernden Fahrzeugs (z.B. einer Pistenbearbeitungsmaschine mit Seilwinde)
oder Gegenstands. Beispielsweise können Bäume gesichert oder mit einer Winde, beispielsweise
Hebelwinde, in eine Richtung gezogen werden, beispielsweise im Zuge von Schlägerungsarbeiten
oder zum Entfernen von verspannten Bäumen im Fall eines Windrisses.
[0027] Die Befestigungsvorrichtung 3 kann insbesondere als Öse ausgeführt sein, um Lasthaken
oder sonstige Aufnahmen an dieser einhängen zu können. Die Befestigungsvorrichtung
3 ist bevorzugt um die Längsachse des Sicherungspfahls 1 drehbar, bevorzugt um 360
Grad drehbar. In anderen Worten liegt der Pfahlmast bevorzugt mit einem um 360° drehbaren
Querhaupt vor.
[0028] Bevorzugt ragt von der Montageplatte 4 am oberen Ende des Sicherungspfahls 1 ein
zylindrischer Fortsatz senkrecht nach oben, an welchem eine hohlzylindrische Hülse
drehbar gelagert ist, an welcher die Öse für den Lasthaken angebracht ist.
[0029] Die Bodenhülse 2 ist bevorzugt als einseitig offener Hohlkörper ausgeführt, wobei
der Sicherungspfahl 1 im Querschnitt des Hohlraums der Bodenhülse 2 Platz findet,
sodass der Sicherungspfahl 1 in die Bodenhülse 2 eingesteckt werden kann, beispielsweise
auch permanent für stationäre Zwecke. Bevorzugt weist der Hohlraum der Bodenhülse
2 dieselbe Querschnittsform wie der Sicherungspfahl 1 auf, wobei der Querschnitt des
Hohlraums der Bodenhülse 2 bevorzugt nur geringfügig größer ist als der Querschnitt
des Sicherungspfahls 1, was vorteilhaft hinsichtlich der Ableitung von Lasten ist.
[0030] Die Bodenhülse 2 ist bevorzugt ebenfalls als Formrohr ausgeführt, welches an seinem
unteren Ende mit einer Grundplatte 5 versehen und durch diese verschlossen ist, wobei
in der Grundplatte 5 ein Drainageelement zum Ableiten von Wasser vorgesehen sein kann.
[0031] Am oberen Ende ist die Bodenhülse 2 offen und kann hier eine Dichtung zum Sicherungspfahl
1 aufweisen, welche den Eintritt von Schmutz und/oder Wasser in den Hohlraum der Bodenhülse
2 verhindert.
[0032] Die Bodenhülse 2 weist am oberen Ende bevorzugt einen Flansch 6 auf.
[0033] Die Bodenhülse 2 weist an ihrer äußeren Mantelfläche bevorzugt Ankerelemente 7 auf,
welche Fortsätze sind, die von der äußeren Mantelfläche abragen, bevorzugt an dieser
angeschweißt sind. Bevorzugt sind die Ankerelemente 7 aus gebogenen Stahlstäben gebildet,
welche jeweils mit ihren beiden Enden in Längsrichtung der Bodenhülse 2 beabstandet
an der Bodenhülse 2 verschweißt sind. Die Anzahl der Ankerelemente 7 an der Bodenhülse
2 kann abhängig von deren Länge gewählt werden. In der gezeigten beispielhaften Ausführungsvariante
sind pro Seite der Bodenhülse 2 drei Ankerelemente 7, somit an der gesamten Bodenhülse
2 zwölf Ankerelemente 7 angebracht.
[0034] Bevorzugt ist die Bodenhülse 2 aus zwei ineinanderlegenden Hülsen bzw. Köchern gebildet,
nämlich einem außenliegenden Außenköcher 8, welcher die Ankerelemente 7 und den Flansch
6 aufweist und einem Innenköcher 9, welcher in den Außenköcher 8 eingesetzt ist, wobei
der Sicherungspfahl 1 im Innenköcher 9 vorliegt. Der Innenköcher 9 kann somit auch
als Innenhülse bezeichnet werden und der Außenköcher 8 als Außenhülse, wobei Innenhülse
und Außenhülse ineinander liegend die Bodenhülse 2 bilden. Der Innenköcher 9 kann
als Hohlkörper oder Hohlprofil vorliegen, wobei dieser keine geschlossene Mantelfläche
aufzuweisen braucht, da dieser vollständig im Außenköcher 8 aufgenommen ist. Der Innenköcher
9 weist an seinem oberen Ende einen Flansch 10 auf, welcher auf dem Flansch 6 des
Außenköchers 8 aufliegt. Der Flansch 10 ist lösbar am Flansch 6 befestigt, bevorzugt
durch eine Schraubverbindung. Nach Lösen der Verbindung, insbesondere Schraubverbindung,
kann der Innenköcher 9 aus dem Außenköcher 8 gezogen werden.
[0035] Die Bodenhülse 2 oder sofern vorgesehen deren Innenköcher 9 kann am oberen Ende bevorzugt
am Flansch 6 oder Flansch 10 einen Anschlag (nicht dargestellt) für den Sicherungspfahl
1 ausbilden, sodass dieser nur bis zu einer gewissen Höhe aus der Bodenhülse 2 ausgefahren
bzw. gezogen werden kann. Beispielsweise kann der Sicherungspfahl 1 erst nach Entfernen
des Anschlags vollständig aus der Bodenhülse 2 entnommen werden. Beispielsweise kann
der Sicherungspfahl 1 gemeinsam mit dem Innenköcher 9 nach Lösen der Flanschverbindung
entfernt werden.
[0036] Der Sicherungspfahl 1 kann im ausgefahrenen Zustand auch mechanisch an der Bodenhülse
2 oder falls vorgesehen dem Innenköcher 9 fixiert werden, beispielsweise durch einen
Sicherungsbolzen, welcher durch ein Element der Bodenhülse 2 und ein Element des Sicherungspfahls
1 ragt, oder jeweils direkt durch deren Formrohr oder deren stabartiges Vollkörperprofil.
[0037] Wie in Fig. 2 dargestellt ist, kann der Sicherungspfahl 1 teleskopartig ausgeführt
sein, indem dieser aus ineinander verschachtelten Formrohren gebildet ist. Vorteilhaft
lässt sich so eine Ausfahrhöhe des Sicherungspfahls 1 erreichen, welche die Länge
der Bodenhülse 2 übersteigen kann. Die Formrohre überlappen sich im voll ausgefahrenen
Zustand jeweils bevorzugt über eine Länge von 60 cm, besonders bevorzugt zumindest
100 cm, insbesondere zumindest 130 cm.
[0038] In Fig. 3 ist der Querschnitt der bevorzugten erfindungsgemäßen Sicherungseinrichtung
in der Einbausituation im ausgefahrenen Zustand gezeigt. Der Sicherungspfahl 1 kann
bevorzugt durch eine Hebevorrichtung 11 entlang der Längsrichtung der Bodenhülse 2
verfahren werden. Die Hebevorrichtung 11 ist einerseits am unteren Ende der Bodenhülse
2, bevorzugt an deren Innenköcher 9 befestigt und andererseits am Sicherungspfahl
1, bevorzugt an dessen oberen Endbereich, beispielsweise an der Montageplatte 4 für
die Befestigungsvorrichtung 3. Die Hebevorrichtung 11 wird durch einen geeigneten
Antrieb 12 beispielsweise elektrisch, hydraulisch- oder pneumatisch angetrieben. Aber
auch eine manuelle bzw. mechanische Betätigung ist denkbar, beispielsweise über eine
Kurbel oder einen Seilzug. Die Hebevorrichtung 11 ist bevorzugt eine Hubspindel, da
diese im Hohlraum des Sicherungspfahl 1 gut Platz findet und ihre Position ohne Energieaufwand
also auch beim Ausfall der Versorgung des Antriebs 12 hält. Alternativ kann die Hebevorrichtung
11 auch einen Linearmotor aufweisen, bzw. ein Linearmotor sein.
[0039] Bei hydraulischem oder pneumatischem Antrieb kann der nötige hydraulische oder pneumatische
Druck durch eine elektrische Pumpe aufgebracht werden, denkbar ist aber auch eine
manuell betätigte Pumpe.
[0040] Die elektrische Versorgung einer Pumpe oder eines direkten elektrischen Antriebs
12 der Hebevorrichtung 11 kann durch ein verlegtes Stromkabel, eine Batterie oder
ein Akku bereitgestellt werden. Denkbar ist auch, einen Anschluss für die Verbindung
mit der Fahrzeugbatterie eines nachfolgend zu sichernden Fahrzeugs vorzusehen.
[0041] Bevorzugt sind alle Komponenten zur Bereitstellung der Energie (elektrisch, hydraulisch
oder pneumatisch) unter der Erde oder außerhalb des Gefahrenbereichs, beispielsweise
außerhalb einer Skipiste, angeordnet. Die benötigte Energie wird über Versorgungsleitungen
13 bereitgestellt, welche bevorzugt in einem Versorgungskanal 14 der Bodenhülse 2
verlaufen. Der Versorgungskanal 14 ist durch eine Ausbuchtung des Profils der Bodenhülse
2, beziehungsweise deren Außenköchers 8, gebildet, welche bevorzugt zentral an einem
Teilbereich einer Seitenkante des Profils vorliegt. Wie in Fig. 1 gut zu erkennen
ist, verläuft der Versorgungskanal 14 bevorzugt entlang einer Seite des Außenköchers
8 von dessen oberem Ende bis zu dessen unterem Ende. Der Flansch 6 des Außenköchers
8 weist eine Aussparung auf, welche den Hohlraum des Versorgungskanals 14 freilässt.
In Richtung der Hebevorrichtung 11 bzw. in Richtung des Sicherungspfahls 1 ist der
Versorgungskanal 14 durch den Innenköcher 9 verschlossen, wobei dieser an seinem unteren
Ende eine Durchleitung für die Versorgungsleitungen 13 aufweist. Die Versorgungsleitungen
13 sind am untenliegenden Antrieb 12 der Hebevorrichtung 11 angeschlossen. Bei Entnahme
des Innenköchers 9 aus dem Außenköcher 8 wird somit die Hebevorrichtung 11 samt Antrieb
12 mitentnommen und die Versorgungsleitungen 13 werden entlang des Versorgungskanals
14 mit herausgezogen.
[0042] Selbst im voll ausgefahrenen Zustand, beziehungsweise in der obersten Position, in
welcher der Sicherungspfahl 1 bezüglich der Bodenhülse 2 fixierbar ist, ragt der Sicherungspfahl
1 noch in die Bodenhülse 2 hinein, um eine flächige Kraftübertragung sicher zu stellen.
Bevorzugt ragt der Sicherungspfahl 1 bei Sicherung eines Fahrzeugs oder Gegenstandes
mindestens 60 cm, besonders bevorzugt 100 cm, insbesondere mindestens 130 cm, in die
Bodenhülse 2 beziehungsweise falls vorhanden deren Innenköcher 9 hinein.
[0043] Die Bodenhülse 2 bzw. deren Außenköcher 8 ist mit dem Untergrund fest und bevorzugt
dauerhaft verbunden, beispielsweise indem diese in ein Betonfundament 15 eingegossen
ist.
[0044] Die mit einer wesentlichen horizontalen Komponente angreifenden Lasten am Befestigungsvorrichtung
3 werden somit über den Sicherungspfahl 1 und die Bodenhülse 2 in die vertikale Fundamentachse
eingeleitet und vom Betonfundament 15 aufgenommen.
[0045] Der Sicherungspfahl 1 kann an seinem oberen Ende mit der Hebevorrichtung 11 mechanisch
verbunden sein, sodass dieser nicht über den maximalen Hub der Hebevorrichtung 11
angehoben werden kann. Insbesondre kann die Hebevorrichtung 11 an der Montageplatte
4 lösbar befestigt sein, wobei die Montageplatte 4 selbst lösbar am Sicherungspfahl
1 befestigt ist, um das Zusammenstellen und Demontieren der erfindungsgemäßen Vorrichtung
vor Ort zu erleichtern.
[0046] Die Hebevorrichtung 11 kann aber auch lediglich an der Montageplatte 4 anliegen,
wobei die Rückstellung des Sicherungspfahls 1 beim Einfahren der Hebevorrichtung 11
in diesem Fall aufgrund der Gewichtskraft erfolgt.
[0047] Wie in Fig. 3 und 4 dargestellt, ist die Bodenhülse 2 bevorzugt vollständig im Boden
versenkt, wobei bevorzugt in Richtung des Bodens an die Bodenhülse 2 ein kurzer Schacht
16 anschließt, welcher Platz für die Befestigungsvorrichtung 3 bietet. Der Schacht
16 kann mit einem Schachtdeckel 17 verschlossen werden, wenn die Vorrichtung längere
Zeit nicht verwendet wird, wie in Fig. 4 dargestellt ist. In Fig. 4 ist zudem eine
Steuerung 18 schematisch dargestellt, welche zur Steuerung der Energieversorgungseinheit
19 des Antriebs 12 dient. Die Energieversorgungseinheit 19 kann selbst einen Energiespeicher
aufweisen, oder mit Energie versorgt werden, welche die Energieversorgungseinheit
19 ggf. in eine andere Energieform umwandelt und bei Betätigung der Steuerung 18 an
den Antrieb 12 freigibt. Die Steuerung 18 kann drahtgebunden oder drahtlos, beispielsweise
aus der Distanz per Funk erfolgen. Die gegenständliche Erfindung kann sowohl mittels
Funksteuerung bedienbar sein, als auch mittels direktem Schalter an der erfindungsgemäßen
Sicherungseinrichtung. Zur Betätigung des Schalters an der erfindungsgemäßen Sicherungseinrichtung
oder an einer separaten ortsfesten Steuerung 18 ist beispielsweise zusätzlich ein
Sicherheitsschlüssel notwendig. Insbesondere bei selten zu verstellenden Sicherungseinrichtungen
kann das Bereitstellen der Energie manuell oder durch zusätzliche Maschinen erfolgen.
[0048] Am unteren Ende weist die Bodenhülse 2 bevorzugt einen Abfluss 20 auf, beispielsweise
in Form eines Drainagerohrs, welcher zum Abführen von eventuell in diese eindringende
Flüssigkeit insbesondere Schmelzwasser dient.
[0049] Die Verstellung kann alternativ durch mechanisches Anheben des gesamten Sicherungspfahls
1, beispielsweise mit einem Lastkran eines externen Fahrzeugs erfolgen, wobei der
Sicherungspfahls 1 nach erfolgter Positionierung in seiner Position stationär verbleibt,
bis eine neuerliche Verstellung durch eine solche Positionsänderung des gesamten Sicherungspfahls
1 erfolgt.
[0050] Eine solche Verstellung kann bei einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsvariante
erfolgen, wie in Fig. 5 veranschaulicht. Im Beispiel der Fig. 5 ist die Bodenhülse
2 einstückig ausgebildet, liegt also ohne eine Innenhülse bzw. einem Innenköcher 9
vor. Der Sicherungspfahl 1 ist in der Bodenhülse 2 axial geführt und kann zumindest
an einer Position entlang der Längsrichtung der Bodenhülse 2 fixiert werden. Das Fixieren
kann wie in Fig. 5 veranschaulicht beispielsweise durch zumindest einen Bolzen 21
erfolgen, welcher durch eine Öffnung der Bodenhülse 2 und eine Öffnung des Sicherungspfahls
1 geschoben ist. Wird der Bolzen 21 entfernt, kann der Sicherungspfahl 1 weiter in
die Bodenhülse 2 abgesenkt werden, oder weiter (bis hin zu ganz) aus dieser herausgezogen
werden. Bevorzugt kann der Sicherungspfahl 1 an unterschiedlichen Positionen fixiert
werden, sodass die Befestigungsvorrichtung 3 auf unterschiedlichen Höhen vorliegen
kann. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass der Sicherungspfahl 1 wie dargestellt
entlang seiner Längsrichtung mehrere zueinander beabstandete Öffnungen für den Bolzen
21 aufweist. Natürlich könnte auch die in Fig. 5 dargestellte Ausführungsvariante
mit einer Verstellvorrichtung bzw. Hebevorrichtung 11 ergänzt werden.
[0051] Das Errichten der erfindungsgemäßen Sicherungseinrichtung erfolgt gemäß den Schritten
a) Ausheben bzw. Bohren eines Lochs mit einer größeren Länge als jene der Bodenhülse
2, b) Platzieren der Bodenhülse 2 in einer definierten Höhe bezüglich des Lochgrunds
und in einer definierten, bevorzugt senkrechten Ausrichtung, c) Vergießen des Lochs
mit Beton zur Fixierung der Bodenhülse 2, d) axiales Einführen des Sicherungspfahls
1 in die Bodenhülse 2 und Fixieren an einer Position entlang der Längserstreckung
der Bodenhülse 2. Der Sicherungspfahl 1 kann dabei in modularen Größen beziehungsweise
als Monoblock mit fester Länge vorliegen, wie in den geordneten Typen 120 cm, 200
cm, 300 cm, 400 cm, 500 cm oder 600 cm. Der Sicherungspfahl 1 kann als Vollkörper,
beispielsweise als Profilelement, insbesondere als verbreiteter Profilstahl (I, U,
T, S, ...) oder auch als Schneckenprofil, ausgeführt sein, oder wie zuvor beschrieben
bevorzugt als Hohlkörper, insbesondere als Stahlhohlprofil. Zum Entfernen des Sicherungspfahls
1 wird die Fixierung des Sicherungspfahls 1 an der Bodenhülse 2 gelöst und der Sicherungspfahl
1 wird axial aus der Bodenhülse 2 gezogen. Die Bodenhülse 2 verbleibt im Boden und
kann durch den Schachtdeckel 17 verschlossen werden. Für den Zeitraum, in welchem
der Sicherungspfahls 1 in der Bodenhülse 2 verbleibt, kann dieser als stationäre Sicherungseinrichtung
bezeichnet werden.
[0052] Das Errichten der besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Sicherungseinrichtung mit
Außenköcher 8, Innenköcher 9 und Hebevorrichtung 11 erfolgt gemäß den Schritten a)
Ausheben bzw. Bohren eines Lochs mit einer größeren Länge als jene des Außenköchers
8, b) Platzieren des Außenköchers 8 in einer definierten Höhe bezüglich des Lochgrunds
und in einer definierten, bevorzugt senkrechten Ausrichtung, c) Vergießen des Lochs
mit Beton zur Fixierung des Außenköchers 8, d) Platzieren des Innenköchers 9 mit der
darin befestigten Hebevorrichtung 11 im Außenköcher 8 und Befestigung des Innenköchers
9 am Außenköcher 8 und d) Platzieren des Sicherungspfahls 1 im Innenköcher 9.
[0053] Der Innenköcher 9 mit der daran befestigten Hebevorrichtung 11 und dem Sicherungspfahl
1 kann auch als vormontierte Einheit in den Außenköcher 8 eingesetzt werden, um den
Montageaufwand vor Ort gering zu halten. Das Einsetzen des Innenköchers 9 mit der
daran befestigten Hebevorrichtung 11 und dem Sicherungspfahl 1 kann bereits vor der
Platzierung des Außenköchers 8 im Loch erfolgen, sodass die gesamte erfindungsgemäße
Verstellvorrichtung als vormontierte Einheit angeliefert werden kann und lediglich
die Energieversorgung am oberen Ende des Außenköchers 8 angeschlossen werden muss.
[0054] Die Profile der Formrohre (des Sicherungspfahl 1, der Bodenhülse 2 oder des Außenköchers
8 und des Innenköchers 9) der gegenständlichen Erfindung können als gängige Standardprofile
(z.B. Formrohr quadratisch, Formrohr rund, Formrohr Prisma, Formrohr oval, Vollstahlkörper,
sonstiger Polygonprofilkörper usw.) ausgeführt werden und bestehen bevorzugt aus Stahl,
insbesondere aus S355 und höher, aber auch Kunststoffe oder Kohlefaserverbundstoffe
sind denkbar.
[0055] Zum Entfernen des Sicherungspfahls 1 der bevorzugten erfindungsgemäßen Sicherungseinrichtung
mit Außenköcher 8, Innenköcher 9 und Hebevorrichtung 11 wird der Sicherungspfahls
1 mit der Hebevorrichtung 11 vollständig in den Innenköcher 9 bzw. unter die Bodenoberfläche
abgesenkt.
[0056] Die Länge eines Sicherungspfahls 1 inklusive Befestigungsvorrichtung 3 ohne Teleskopausführung
beträgt bevorzugt zwischen 170 cm bis 570 cm. Die Tiefe des Hohlraums der Bodenhülse
2 bzw. des Innenköchers 9 beträgt bevorzugt zwischen 200 cm und 570 cm.
[0057] Die Tiefe des Schachts 16 beträgt bevorzugt 20 cm bis 40 cm.
[0058] Die Einbautiefe des Sicherungspfahls 1 also die Tiefe des Hohlraums der Bodenhülse
2 plus der Tiefe des Schachts 16 beträgt bevorzugt zwischen 220 cm und 570 cm.
[0059] Die Höhe der Befestigungsvorrichtung 3 über dem Boden beträgt ohne Teleskopausführung
bevorzugt maximal 100 cm bis 500 cm. Die Höhe der Befestigungsvorrichtung 3 über dem
Boden beträgt bei Teleskopausführung bevorzugt maximal 550 cm. Die Höhe der Befestigungsvorrichtung
3 über dem Boden beträgt bevorzugt zumindest 100 cm, besonders bevorzugt zumindest
150 cm, insbesondere zumindest 200 cm.
[0060] In der nachfolgenden Tabelle 1 sind beispielhafte Dimensionierungen angegeben:
Tabelle 1: Beispielhafte Dimensionierung
| Höhe der Befestigungsvorrichtung 3 über dem Boden |
Länge des Sicherungspfahls 1 |
Einbautiefe des Sicherungspfahls 1 |
| 1 m |
2,3 m |
2,7 m |
| 2 m |
3,3 m |
3,7 m |
| 3 m |
4,3 m |
4,7 m |
| 4 m |
5,3 m |
5,7 m |
[0061] Die gegenständliche Sicherungseinrichtung hält aufgrund des robusten Aufbaus einer
Querkraftbelastung stand, welche aus jeder Richtung von 360° um den Drehpunkt der
Befestigungsvorrichtung 3 auftreten kann und hält insbesondere auch den daraus resultierenden
Biege- und Zugbelastungen stand. Die Sicherungseinrichtung ist bevorzugt für eine
Arbeitslast von mindestens 5 t und eine dynamische Überlast (Sicherheit) von mindestens
9 t dimensioniert. Der zu sichernde Gegenstand hat bevorzugt ein Gewicht von mindestens
5 t. Die Steigung des Geländes, in welchem sich der zu sichernde Gegenstand bewegt
beträgt bevorzugt zumindest 30%, insbesondere zumindest 40%. Bevorzugt hält die Sicherungseinrichtung
einer Last von mindestens 5 t besonders bevorzugt mindestens 9 t stand, welche vertikal
bis horizontal am Befestigungspunkt ansetzen kann.
[0062] Die gegenständliche Erfindung kann ganzjährig bzw. saisonal als stationäre Sicherungseinrichtung
mit fixiertem Sicherungspfahl und somit stationärem erhöhtem Befestigungspunkt verwendet
werden, oder vor bzw. bei jedem Sicherungsvorgang in ihrer Höhe verstellt werden.
[0063] Bevorzugt kann der Sicherungspfahl 1 vollständig in die Bodenhülse 2 bzw. falls vorhanden
deren Innenköcher 9 versenkt werden.
[0064] Die gegenständliche Verstellvorrichtung kann bevorzugt an jeder beliebigen Position
ihres Hubes gestoppt werden, bzw. ist bevorzugt gesteuert höhenverstellbar.
[0065] Wird die erfindungsgemäße Sicherungseinrichtung längere Zeit nicht verwendet, kann
der Sicherungspfahl 1 aus der Bodenhülse 2 entnommen werden. Beispielsweise könnte
so ein Sicherungspfahl 1 nacheinander an mehreren Bodenhülsen 2 eingesetzt werden,
oder nach saisonalem Betrieb eingelagert werden. Im allgemeinsten Fall kann die erfindungsgemäße
Sicherungseinrichtung somit eine im Boden verankerte Bodenhülse 2 und einen darin
eingesetzten Sicherungspfahl 1 aufweisen, wobei die Bodenhülse 2 eine Führung für
den Sicherungspfahl 1 bildet und der Sicherungspfahl 1 an einer gewünschten Position
entlang der Längsrichtung der Bodenhülse 2 fixiert ist oder durch eine Hebevorrichtung
11 gehalten werden kann, um einen am Sicherungspfahl 1 gegenüber dem Boden erhöht
liegenden Befestigungspunkt zur Sicherung von Fahrzeugen oder beweglichen Gegenständen
in steilem Gelände bereit zu stellen.
[0066] In einem bevorzugten erfindungsgemäßen Verfahren zur Sicherung eines Nutzfahrzeuges
wird zuerst der Sicherungspfahl 1, oder lediglich der Befestigungspunkt am Sicherungspfahl
1 in seiner Höhe bezüglich des Untergrunds verstellt, um das Sichern des Nutzfahrzeugs
am Befestigungspunkt zu erleichtern. Beispielsweise kann dies erfolgen, um den Befestigungspunkt
auf eine Höhe zu bringen, in welcher das Einhängen eines Lasthakens manuell vorgenommen
werden kann. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass, wenn der Lasthaken bzw.
eine andere Andockvorrichtung am Kranarm oder einem anderen erhöhten Punkt des zu
sichernden Nutzfahrzeugs vorliegt, der Befestigungspunkt durch Höhenverstellung des
Sicherungspfahls 1, oder des Befestigungspunkts am Sicherungspfahl 1, auf die Höhe
des Lasthakens bzw. der Andockvorrichtung des Nutzfahrzeugs gebracht wird. Dabei kann
vorteilhaft vorgesehen sein, dass die Höhe des Lasthakens bzw. der Andockvorrichtung
des Nutzfahrzeugs von der erfindungsgemäßen Sicherungseinrichtung sensorisch erfasst
wird, oder die Höhe des Lasthakens bzw. der Andockvorrichtung des Nutzfahrzeugs vom
Nutzfahrzeug an die Sicherungseinrichtung kommuniziert wird, woraufhin der Befestigungspunkt
durch die Steuerung 18 automatisch auf eine Höhe mit dem Lasthaken bzw. der Andockvorrichtung
des Nutzfahrzeugs gebracht wird, sodass das Sichern des Nutzfahrzeugs automatisch
oder halbautomatisch erfolgen kann, indem das Nutzfahrzeug auf den Sicherungspfahl
1 zubewegt wird und dieser den Befestigungspunkt automatisch auf den Lasthaken bzw.
die Andockvorrichtung ausrichtet, wobei dazu bevorzugt auch das Gelenk, mit welchem
die Befestigungsvorrichtung 3 und somit der Befestigungspunkt drehbar am Sicherungspfahl
1 gelagert ist, über einen Antrieb aktiv verstellbar ist.
[0067] Zur bergseitigen Sicherung von Nutzfahrzeugen oder beweglichen Gegenständen in steilem
Gelände an einem erhöht liegenden Befestigungspunkt einer Sicherungseinrichtung, welche
ortsfest und bleibend im Untergrund verankert ist, wird also vorgeschlagen, dass die
Sicherungseinrichtung eine Befestigungsvorrichtung 3 aufweist, die den gegenüber dem
Boden erhöht liegenden Befestigungspunkt zur bergseitigen Sicherung von Fahrzeugen
in steilem Gelände bereit stellt, wobei entweder die Sicherungseinrichtung im Boden
oder die Befestigungsvorrichtung 3 an der Sicherungseinrichtung höhenverstellbar ist,
wobei das Sichern des Nutzfahrzeugs oder beweglichen Gegenstands folgende Schritte
umfasst,
[0068] Verfahren des Befestigungspunkts auf eine erste Höhe bezüglich des Bodens, in welcher
das Anbinden eines Sicherungsseils des zu sichernden Nutzfahrzeugs oder beweglichen
Gegenstands erfolgt,
[0069] Verfahren des Befestigungspunkts auf eine zweite Höhe bezüglich des Bodens, in welcher
das Nutzfahrzeugs oder der bewegliche Gegenstand während seiner Bewegung am steilen
Gelände von der Sicherungseinrichtung gesichert wird.
[0070] Als Sicherungseinrichtung eignet sich dafür insbesondere die erfindungsgemäße Sicherungseinrichtung
mit Bodenhülse 2 und Sicherungspfahl 1.
[0071] Bevorzugt kann der Sicherungspfahl 1 mit zumindest einer Warnvorrichtung versehen
sein, welche einerseits den Sicherungspfahl 1 kennzeichnen kann und/oder einen Hinweis
auf das gespannte Seil des gesicherten Fahrzeugs geben kann. Bevorzugt ist am Sicherungspfahl
1, insbesondere an einem stationären Sicherungspfahl 1, eine optische Warnvorrichtung
angebracht, beispielsweise ein Warnlicht, eine Anzeigefläche mit einem Warnhinweis
in Form von Schrift- oder Bildinhalten, oder eine Lichtquelle, welche ausgehend vom
Sicherungspfahl 1 das Seil beleuchtet, welche also bevorzugt mit dem Befestigungspunkt
mitgedreht wird. Zudem kann der Sicherungspfahl 1 akustische Signalgeber wie programmierte
Sprachmodule mit Lautsprecher aufweisen.
[0072] Dadurch, dass der erfindungsgemäße Sicherungspfahl 1 vollständig unter der Schneeauflage
versenkbar ist und/oder mit den genannten Warnvorrichtungen versehen ist, kann dieser
insbesondere auch direkt in einer Skipiste vorgesehen sein, beispielsweise mittig
in dieser, da diese Anordnung der erfindungsgemäßen Sicherungsvorrichtung für die
Bearbeitung der Piste durch eine gesicherte Pistenmaschine vorteilhaft ist, da so
auch bei breiten Pisten ein möglichst geringer Seilwinkel resultiert.
1. Sicherungseinrichtung zur bergseitigen Sicherung von Fahrzeugen oder beweglichen Gegenständen
in steilem Gelände, dadurch gekennzeichnet, dass diese eine im Boden verankerte Bodenhülse (2) und einen darin eingesetzten Sicherungspfahl
(1) aufweist, welcher entlang der Längsrichtung der Bodenhülse (2) geführt in dieser
gelagert ist und an einer Position entlang der Längsrichtung der Bodenhülse (2) entweder
lösbar fixiert ist oder durch eine Verstellvorrichtung (11) gehalten ist, um mit einer
am Sicherungspfahl (1) gegenüber dem Boden erhöht liegenden Befestigungsvorrichtung
(3) einen Befestigungspunkt zur bergseitigen Sicherung von Fahrzeugen oder Gegenständen
in steilem Gelände bereit zu stellen, wobei die Sicherungseinrichtung einer Querkraftbelastung
an der Befestigungsvorrichtung (3) von mindestens 5 t stand hält.
2. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung (3) am Sicherungspfahl (1) drehbar gelagert ist, sodass
diese um die Längsachse des Sicherungspfahls (1) schwenkbar ist.
3. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung (3) am Sicherungspfahl (1) um 360° um dessen Längsachse
drehbar gelagert ist.
4. Sicherungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungspfahl (1) durch eine Hebevorrichtung (11) mit einem Antrieb (12) höhenverstellbar
ist.
5. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungspfahl (1) durch die Hebevorrichtung (11) mit dem Antrieb (12) zwischen
einer ersten Position, in welcher der Sicherungspfahl (1) vollständig unter der Bodenoberfläche
aufgenommen ist und zumindest einer zweiten Position, in welcher dieser den erhöht
liegenden Befestigungspunkt zur bergseitigen Sicherung von Fahrzeugen in steilem Gelände
bereitstellt, entlang der Längsrichtung der Bodenhülse (2) verfahrbar ist.
6. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungspfahl (1) ein nach unten offener Hohlkörper ist und die Hebevorrichtung
(11) im Inneren des Sicherungspfahls (1) vorliegt.
7. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bodenhülse (2) einen Außenköcher (8), welcher im Boden verankert ist, und einen
Innenköcher (9) aufweist, welcher mit dem Außenköcher (8) über eine Flanschverbindung
lösbar verbunden ist, wobei der Sicherungspfahl (1) im Innenköcher (9) geführt gelagert
ist und die Hebevorrichtung (11) mit ihrem unteren Ende am unteren Ende des Innenköchers
(9) befestigt ist.
8. Sicherungseinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenköcher (8) entlang seiner Längserstreckung einen Versorgungskanal (14) aufweist,
welcher durch eine Ausstülpung des Profils des Außenköchers (8) gebildet ist, welche
nach Innen hin durch den Innenköcher (9) begrenzt ist, wobei Versorgungsleitungen
(13) durch den Versorgungskanal (14) zum unteren Ende des Innenköchers (9) verlaufen
und den dort vorliegenden Antrieb (12) mit Energie versorgen.
9. Sicherungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungspfahl (1) in der Bodenhülse (2) in einer Position lösbar fixiert ist
oder durch eine Verstellvorrichtung (11) gehalten ist, in der der Befestigungspunkt
am Sicherungspfahl (1) auf einer Höhe von maximal 100 cm bis 550 cm über dem Bodenniveau
vorliegt, wobei der Sicherungspfahl (1) in jener Position, in welcher er einen gegenüber
dem Boden erhöht liegenden Befestigungspunkt zur bergseitigen Sicherung von Fahrzeugen
in steilem Gelände bereit stellt, in einem Ausmaß von zumindest 60 cm, bevorzugt zumindest
100 cm, besonders bevorzugt zumindest 130 cm, in die Bodenhülse (2) hineinragt.
10. Sicherungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge eines Sicherungspfahls (1) inklusive Befestigungsvorrichtung (3) mindestens
170 cm und maximal 570 cm beträgt.
11. Sicherungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungspfahl (1) teleskopartig aus mehreren ineinander verschachtelten Hohlprofilen
ausgebildet ist.
12. Sicherungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungspfahl (1) in der Bodenhülse (2) in einer Position lösbar fixiert ist
oder durch eine Verstellvorrichtung (11) gehalten ist, in der der Befestigungspunkt
am Sicherungspfahl (1) auf einer Höhe von mindestens 100 cm, bevorzugt zumindest 150
cm besonders bevorzugt mindestens 200cm über dem Bodenniveau vorliegt.
13. Sicherungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das zu sichernde Fahrzeuge oder der zu sichernde bewegliche Gegenstand ein Gewicht
von zumindest 5 Tonnen hat.
14. Sicherungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelände eine Steigung von mindestens 30 % bevorzugt zumindest 40 % aufweist.
15. Verfahren zur bergseitigen Sicherung von Nutzfahrzeugen oder beweglichen Gegenständen
in steilem Gelände an einem erhöht liegenden Befestigungspunkt einer Sicherungseinrichtung,
welche ortsfest und bleibend im Untergrund verankert ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherungseinrichtung eine Befestigungsvorrichtung (3) aufweist, die den gegenüber
dem Boden erhöht liegenden Befestigungspunkt zur bergseitigen Sicherung von Fahrzeugen
in steilem Gelände bereit stellt, wobei entweder die Sicherungseinrichtung im Boden
oder die Befestigungsvorrichtung (3) an der Sicherungseinrichtung höhenverstellbar
ist, wobei das Sichern des Nutzfahrzeugs oder beweglichen Gegenstands folgende Schritte
umfasst,
Verfahren des Befestigungspunkts auf eine erste Höhe bezüglich des Bodens, in welcher
das Anbinden eines Sicherungsseils des zu sichernden Nutzfahrzeugs oder beweglichen
Gegenstands erfolgt,
Verfahren des Befestigungspunkts auf eine zweite Höhe bezüglich des Bodens, in welcher
das Nutzfahrzeugs oder der bewegliche Gegenstand während seiner Bewegung am steilen
Gelände von der Sicherungseinrichtung gesichert wird.