[0001] Zustandsdetektionsvorrichtung für eine eine Schließeinrichtung zur Verriegelung eines
Flügels in einem Rahmen aufweisende Tür oder dergleichen mit einem zur auf dem Rahmen
gerichteten Montage vorgesehenen Befestigungsmittel zur Halterung der Schließeinrichtung,
mit einer Sensoreinheit zur Erfassung des geschlossenen Zustands der Tür.
[0002] Eine solche Zustandsdetektionsvorrichtung ist aus der
DE 10 2010 018 566 B4 bekannt. Bei dieser Zustandsdetektionsvorrichtung dient das Befestigungsmittel zur
Verschraubung einer Schließeinrichtung mit einem Flügel. Innerhalb des Befestigungsmittels
ist eine Sensoreinheit zur Erfassung eines geschlossenen Zustandes der Tür angeordnet.
[0003] Nachteilig bei dieser Zustandsdetektionsvorrichtung ist jedoch, dass das Befestigungsmittel
abhängig ist von den Schlossmaßen der Schließeinrichtung. Daher erfordert diese Gestaltung
eine sehr aufwändige Bevorratung von unterschiedlichen Einheiten der Sensoreinheit
mit dem Befestigungsmittel. Weiterhin ist das Befestigungsmittel mit der Sensoreinheit
starken Einflüssen aus der Umgebung ausgesetzt, da z.B. eine Übertragungsstrecke für
Daten und Energie zwischen Schließeinrichtung und Befestigungsmittel erforderlich
wird.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Zustandsdetektionsvorrichtung der
eingangs genannten Art so weiter zu bilden, dass sie besonders kostengünstig herstellbar
ist.
[0005] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Befestigungsmittel zumindest
teilweise für Signale der Sensoreinheit durchlässig gestaltet ist und dass die Sensoreinheit
vor dem in die Schließeinrichtung hineinragenden Ende des Befestigungsmittels in der
Schließeinrichtung angeordnet ist.
[0006] Durch diese Gestaltung dient das Befestigungsmittel als Leiter für die Signale der
Sensoreinheit. Die Sensoreinheit selbst ist in der Schließeinrichtung angeordnet und
damit zuverlässig geschützt vor Umgebungseinflüssen. Die Befestigungsmittel lassen
sich einfach für die jeweiligen Schlossmaße fertigen. Da die Zustandsdetektionsvorrichtung
mit der Schließeinrichtung eine Einheit bildet, gestaltet sich die Montage besonders
einfach. Die Zustandsdetektionsvorrichtung ist damit besonders kostengünstig herstellbar.
[0007] Ein berührungsloses Abtasten des im Rahmen liegenden Flügels gestaltet sich gemäß
einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung konstruktiv besonders einfach,
wenn die Sensoreinheit als optische Sensoreinheit, beispielsweise mit einer Leuchtdiode,
ausgebildet ist.
[0008] Das Befestigungsmittel könnte für den optischen Sensor geeignete Lichtwellenleiter
aufweisen oder aus einem transparenten Kunststoff gefertigt sein. Das Befestigungsmittel
weist jedoch gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung eine besonders
hohe Stabilität auf, wenn das Befestigungsmittel rohrförmig gestaltet ist. Zur Führung
des Lichts kann in dem rohrförmigen Befestigungselement ein Lichtwellenleiter angeordnet
sein oder ein Trennelement zur Trennung von abgestrahlten und empfangenen Licht der
optischen Sensoreinheit.
[0009] Die Erfassung des geschlossenen, im Rahmen liegenden Zustandes des Flügels gestaltet
sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besonders zuverlässig,
wenn die Sensoreinheit ein dem freien Ende des Befestigungsmittels gegenüberstehendes,
im Rahmen anzuordnendes Reflektorelement hat und in der Schließeinrichtung vor dem
anderem Ende des Befestigungsmittels eine Leuchtdiode zur Abstrahlung von Licht und
eine Fotozelle zum Empfang des von dem Reflektorelement reflektierten Lichts hat.
Durch diese Gestaltung vermag die Sensoreinheit zuverlässig zu detektieren, ob der
Flügel im Rahmen liegt. Vorzugsweise ist das Reflektorelement auf einem im Rahmen
anzuordnenden Schließblech befestigt.
[0010] Manipulationsversuche lassen sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung weitgehend vermeiden, wenn das Reflektorelement eine definierte Polarisationscharakteristik
oder Reflexionscharakteristik hat und die Sensoreinheit Mittel zur Auswertung der
Charakteristik der Reflexionen des Reflektorelements hat. Eine definierte Reflexionscharakteristik
ist z.B. frequenzselektiv oder durch die Polarisationsrichtung beeinflusst. Durch
diese Gestaltung lässt sich das Reflektorelement mit einer vorgesehenen Orientierung,
einer spezifischen Wellenlänge oder einem Muster der Reflektionen ausbilden. Alternativ
kann das Reflektorelement auch den Bereich der Wellenlänge verschieben. Ebenso kann
die Sensoreinheit einen definierten Pulsbetrieb aufweisen. Die spezifische Wellenlänge
kann im sichtbaren Licht oder im Ultraviolett oder Infrarotbereich liegen. Die hierzu
angepasste Sensoreinheit erfasst, ob die Lichtstrahlen von dem Reflektor kommen oder
der Umgebung oder einem Manipulationsversuch, z.B. durch Einbringen eines Polarisationsfilters.
Damit wird zudem der Einfluss von Lichtreflexen aus der Umgebung gering gehalten.
Die Mittel zur Auswertung der Charakteristik der Reflexionen können eine mit der Fotozelle
verbundene Auswerteelektronik sein.
[0011] Die Zustandsdetektionsvorrichtung ermöglicht gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung insbesondere bei elektronischen oder teilelektronischen Schließzylindern
einen besonders zuverlässigen Betrieb, wenn die Schließeinrichtung einen Schließzylinder,
insbesondere einen Schließzylinder mit einem elektronischen Sperrmechanismus hat und
wenn die Sensoreinheit in dem Schließzylinder angeordnet ist. Ein weiterer Vorteil
dieser Gestaltung besteht darin, dass die Zustandsdetektionsvorrichtung automatisch
mit dem Schließzylinder montiert ist. Weitere bauliche Anpassungen sind nicht erforderlich.
Die Auswerteelektronik zur Auswertung der Signale der Fotozelle ist vorzugsweise Teil
einer Steuerelektronik des Schließzylinders.
[0012] Durch eine weitere Ausgestaltung werden Manipulationsversuche besonders gut erkannt,
wenn die Sensoreinheit Mittel zur Bestimmung der Laufzeit der optischen Strahlung
hat. Es kommt vorzugsweise eine lichtaussendende Diode zum Einsatz, die Laserstrahlung
aussendet. Es erfolgte eine Auswertung der Laufzeit des Lichts oder eine Auswertung
der Phasenlage.
[0013] Eine weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung zur Erkennung von Manipulationsversuchen
sieht vor, dass die Sensoreinheit Mittel zur Bestimmung der Phasenlage von emittierter
und reflektierter Strahlung hat.
[0014] Eine mechanische Schwächung des Schließzylinders im Bereich des Befestigungsmittels
lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weitgehend
vermeiden, wenn der Schließzylinder in der Aufnahme für das Befestigungsmittel eine
Umlenkeinheit zur Umlenkung der Signale der Sensoreinheit hat. Die Umlenkeinheit kann
wie das zuvor beschriebene Reflektorelement eine definierte Polarisationscharakteristik
aufweisen.
[0015] Die Zustandsdetektionsvorrichtung ermöglicht gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung eine besonders einfache zentrale Überwachung des im Rahmen liegenden
Flügels, wenn die Schließeinrichtung ein Schloss mit einer Schließzylinderaufnahme
aufweist und wenn die Sensoreinheit in dem Schloss angeordnet ist. Diese Gestaltung
ist insbesondere bei Schließanlagen mit mehreren Türen von Vorteil.
[0016] Eine große Vielfalt von Längenvarianten des Befestigungsmittels lässt sich gemäß
einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden, wenn das
Befestigungsmittel zwei teleskopartig miteinander verschraubte Hohlschrauben aufweist.
[0017] Das Befestigungsmittel mit den zwei teleskopartig miteinander verschraubten Hohlschrauben
lässt sich gemäß einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besonders
einfach von der Schließeinrichtung lösen, wenn das Befestigungsmittel mit den zwei
teleskopartig miteinander verschraubten Hohlschrauben eine Hemmung der Bewegung in
Löserichtung aufweist. Das Befestigungsmittel lässt sich dadurch jederzeit sicher
als gesamte Einheit von der Schließeinrichtung entfernen und aus dem Rahmen, bzw.
dem Flügel führen.
[0018] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips sind mehrere davon in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- eine Tür mit einer Schließeinrichtung und einer Zustandsdetektionsvorrichtung,
- Fig. 2
- einen Teilbereich der Tür mit einer ersten Ausführungsform der Zustandsdetektionsvorrichtung,
- Fig. 3
- einen Teilbereich der Tür mit einer weiteren Ausführungsform der Zustandsdetektionsvorrichtung,
- Fig. 4
- einen Teilbereich der Tür mit einer weiteren Ausführungsform der Zustandsdetektionsvorrichtung.
[0019] Figur 1 zeigt eine Tür mit einem in einem Rahmen 1 verriegelbaren Flügel 2 und mit
einer Schließeinrichtung 3. Die Schließeinrichtung 3 hat ein Schloss 4 mit einem Schließzylinder
5. In der Schließeinrichtung 3 ist zudem eine Zustandsdetektionsvorrichtung 6 angeordnet.
[0020] Figur 2 zeigt schematisch einen Teilbereich der Schließeinrichtung 3 mit angrenzenden
Bereichen der Tür aus Figur 1. Ein Befestigungsmittel 7 zur Verbindung des Schließzylinders
5 in dem Flügel 2 hat eine Hohlschraube 8. Auf dem Rahmen 1 ist ein Reflektorelement
9 dem freien Ende des Befestigungsmittels 7 gegenüberstehend angeordnet. Der Schließzylinder
5 hat eine Aufnahme 10 mit einem Innengewinde für das andere Ende des Befestigungsmittels
7. Diesem Ende des Befestigungsmittels 7 gegenüberstehend ist eine optische Sensoreinheit
11 angeordnet. Die optische Sensoreinheit 11 hat eine Fotozelle 12 und eine Leuchtdiode
13. In dem Befestigungsmittel 7 ist ein Lichtwellenleiter 14 zur Leitung des Lichts
zwischen der Leuchtdiode 13, dem Reflektorelement 9 und der Fotozelle 12 angeordnet.
In einer alternativen Ausführungsform kann das Befestigungsmittel 7 auch transparent,
als Lichtwellenleiter 14 ausgebildet sein.
[0021] Das von der Leuchtdiode 13 abgestrahlte Licht wird durch das Befestigungsmittel 7
gestrahlt. Im geschlossenen Zustand der Tür liegt der Flügel 2 in dem Rahmen 1, so
dass das Reflektorelement 9, wie dargestellt, vor dem freien Ende des Befestigungsmittels
7 liegt. In diesem Fall reflektiert das Reflektorelement 9 das Licht der Leuchtdiode
13 zu der Fotozelle 12. Die Fotozelle 12 erzeugt damit ein Signal, wenn die Tür geschlossen
ist. Die Leuchtdiode 13 und die Fotozelle 12 sind in dem Ausführungsbeispiel in dem
Schließzylinder 5 angeordnet. In einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform
können die Leuchtdiode 13 und die Fotozelle 12 auch in dem Schloss 4 nahe dem Schließzylinder
5 angeordnet sein.
[0022] Figur 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der Zustandsdetektionsvorrichtung 6, welche
sich von der aus Figur 2 dadurch unterscheidet, dass ein Befestigungsmittel 15 zwei
teleskopartig miteinander verbundene Hohlschrauben 16, 17 hat. Der in Figur 2 beschriebene
Lichtwellenleiter 14 durchdringt die beiden Hohlschrauben 16, 17. Die in die Aufnahme
10 des Schließzylinders 5 eingedrehte Hohlschraube 17 hat einen Anschlag 18 am Schließzylinder
5. Ansonsten ist die Zustandsdetektionsvorrichtung 6 mit der optischen Sensoreinheit
11 wie die aus Figur 2 aufgebaut.
[0023] Figur 4 zeigt eine weitere Ausführungsform der Zustandsdetektionsvorrichtung 6, welche
sich von der aus Figur 3 dadurch unterscheidet, dass in der Aufnahme 10 des Schließzylinders
5 für das Befestigungsmittel 15 eine Umlenkeinheit 19 zur Umlenkung des Lichts mit
einem Prisma 20 oder einem Reflektor angeordnet ist. Eine Fotozelle 21 und eine Leuchtdiode
22 einer optischen Sensoreinheit 23 sind neben der Aufnahme 10 für das Befestigungsmittel
15 in dem Schließzylinder 5 angeordnet. Die Umlenkeinheit 19 überträgt die Signale
zwischen Leuchtdiode 22, Reflektorelement 9 und Fotozelle 21. Ansonsten ist die Zustandsdetektionsvorrichtung
6 wie die aus Figur 3 aufgebaut.
1. Zustandsdetektionsvorrichtung (6) für eine eine Schließeinrichtung (3) zur Verriegelung
eines Flügels (2) in einem Rahmen (1) aufweisende Tür oder dergleichen mit einem zur
auf dem Rahmen (1) gerichteten Montage vorgesehenen Befestigungsmittel (7, 15) zur
Halterung der Schließeinrichtung (3), mit einer Sensoreinheit (11, 23) zur Erfassung
des geschlossenen Zustands der Tür, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (7, 15) zumindest teilweise für Signale der Sensoreinheit
(11, 23) durchlässig gestaltet ist und dass die Sensoreinheit (11, 23) vor dem in
die Schließeinrichtung (3) hineinragenden Ende des Befestigungsmittels (7, 15) in
der Schließeinrichtung (3) angeordnet ist.
2. Zustandsdetektionsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (11, 23) als optischen Sensoreinheit ausgebildet ist.
3. Zustandsdetektionsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (7, 15) rohrförmig gestaltet ist.
4. Zustandsdetektionsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (11, 23) ein dem freien Ende des Befestigungsmittels (7, 15) gegenüberstehend
im Rahmen (1) anzuordnendes Reflektorelement (9) hat und in der Schließeinrichtung
(3) vor dem anderen Ende des Befestigungsmittels (7, 15) eine Leuchtdiode (13, 22)
zur Abstrahlung von Licht und eine Fotozelle (12, 21) zum Empfang des von dem Reflektorelement
(9) reflektierten Lichts hat.
5. Zustandsdetektionsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Reflektorelement (9) eine definierte Polarisationscharakteristik oder Reflexionscharakteristik
hat und die Sensoreinheit (11, 23) Mittel zur Auswertung der Charakteristik der Reflexionen
des Reflektorelements (9) hat.
6. Zustandsdetektionsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (11, 23) Mittel zur Bestimmung der Laufzeit der optischen Strahlung
hat.
7. Zustandsdetektionsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinheit (11, 23) Mittel zur Bestimmung der Phasenlage von emittierter und
reflektierter Strahlung hat.
8. Zustandsdetektionsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließeinrichtung (3) einen Schließzylinder (5), insbesondere einen Schließzylinder
(5) mit einem elektronischen Sperrmechanismus hat und dass die Sensoreinheit (11,
23) in dem Schließzylinder (5) angeordnet ist.
9. Zustandsdetektionsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schließzylinder (5) in der Aufnahme (10) für das Befestigungsmittel (15) eine
Umlenkeinheit (19) zur Umlenkung der Signale der Sensoreinheit (23) hat.
10. Zustandsdetektionsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schließeinrichtung (3) ein Schloss (4) mit einer Schließzylinderaufnahme aufweist
und dass die Sensoreinheit in dem Schloss (4) angeordnet ist.
11. Zustandsdetektionsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (15) zwei teleskopartig miteinander verschraubte Hohlschrauben
(16, 17) aufweist.
12. Zustandsdetektionsvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Befestigungsmittel (15) mit den zwei teleskopartig miteinander verschraubten
Hohlschrauben (16, 17) eine Hemmung der Bewegung in Löserichtung aufweist.