(19)
(11) EP 3 372 942 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
29.04.2020  Patentblatt  2020/18

(21) Anmeldenummer: 18160531.2

(22) Anmeldetag:  07.03.2018
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41A 3/26(2006.01)

(54)

VERRIEGELBARE SELBSTLADE-HANDFEUERWAFFE

LOCKABLE SELF-LOADING HANDGUN

ARME À FEU DE POING À CHARGEMENT AUTOMATIQUE VERROUILLABLE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 07.03.2017 DE 102017002190

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
12.09.2018  Patentblatt  2018/37

(73) Patentinhaber: Heckler & Koch GmbH
78727 Oberndorf/Neckar (DE)

(72) Erfinder:
  • Kuhnle, Alexandra
    72172 Sulz (DE)
  • Maier, Tobias
    72145 Hirrlingen (DE)
  • Deubig, Christian
    72224 Ebhausen (DE)
  • Fischbach, Wilhelm
    78652 Deißlingen (DE)

(74) Vertreter: Samson & Partner Patentanwälte mbB 
Widenmayerstraße 6
80538 München
80538 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A1- 19 616 397
US-A- 3 955 470
US-A- 2 971 441
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine verriegelbare Selbstlade-Handfeuerwaffe, die z.B. aus der US 3,955,470 (Kruzell) bekannt ist.

    [0002] Des weiteren ist eine derartige Waffe aus der DE 196 16 397 C2 (Gühring et al.) bekannt und hat sich ausgezeichnet bewährt, insbesondere unter erschwerten Bedingungen, wie etwa im Sand-Schlamm-Test nach NATO AC225.

    [0003] Ähnliche Waffen sind beispielsweise aus der DE-PS 478 630 nebst zugehöriger Stammanmeldung DE-PS 459 454 (beide Kiraly), DE 28 12 732 A (Zedrosser), US-PS 2,941,449 (Reed), US-PS 4,604,942 (Benelli), US-PS 3,318,192 (Miller), US-PS 3,955,470 (Kruzell), bekannt; ebenso als Sturmgewehre HK416, Steyr Aug, FN C.A.L.und US-Schnellfeuergewehr M16.

    [0004] Im Militäreinsatz, bei größeren Polizeiaktionen oder bei Jagdexpeditionen ist es oft erforderlich, Handfeuerwaffen, wie verriegelbare Selbstladegewehre, über längere Zeit hinaus schussbereit oder allenfalls nur gesichert und offen mitzuführen, ohne dass es eine Gelegenheit zum Reinigen der Waffe gibt. Im Mechanismus der Waffe wird sich daher unvermeidlich Sand, Staub und Schlamm absetzen.

    [0005] Außerdem ist oft aus falsch verstandener Vorsicht der Lauf der Waffe stark eingeölt. Wenn nun die nachgeladene Patrone, etwa wegen einer sie beschädigenden Einwirkung beim Nachladevorgang, oder aus einem sonstigen Grunde nicht mehr völlig öldicht ist, kann Öl in die Patrone gelangen und einen Teil der Treibladung unwirksam machen. Die Folge ist ein sog. "schlapper Schuß".

    [0006] Wenn nun in einer Gefahrensituation geschossen werden muss, dann kann es geschehen, dass eine Ladehemmung auftritt, weil entweder der zurücklaufende Verschluss von angesammelten Verunreinigungen zu stark abgebremst wird oder weil in Folge eines Munitionsfehlers die Einwirkung der Verbrennungsgase auf den Nachlade-Mechanismus nicht ganz ausreicht.

    [0007] Weitere Schüsse erfolgen in der Regel unbehindert, da die ggf. von Hand durchgeführte Verschlussbewegung die Verschmutzung zur Seite geräumt hat bzw. bei der nachfolgenden Patrone keine Störung mehr zu erwarten ist.

    [0008] Die vorgenannten Probleme sind alle in der bereits genannten DE 196 16 397 C2 (Gühring et al.) bestens gelöst.

    [0009] Hiervon ausgehend zielt die Erfindung darauf ab, eine alternative Verschluss-Steuerung zur Verfügung zu stellen, welche insbesondere an die Energieverhältnisse in der Waffe beim Selbstladevorgang stärker angepasst und einfach herstellbar ist.

    [0010] Dieses Ziel erreicht die Erfindung mit dem Gegenstand des Patentanspruchs 1.

    [0011] Die Einteilung der Entriegelungs-Steuerkante in drei unterschiedliche, ineinander übergehende Kantenabschnitte mit jeweils zunehmendem Neigungswinkel gegenüber der Längsrichtung dient der Optimierung der Entriegelungs-Funktion des von der Steuerkulisse über den Steuerbolzen gesteuerten Verschlusskopfes. Beim Öffnen des Verschlusses trifft dabei die Steuerkulisse des rückwärts bewegten Verschlussträgers mit ihrem ersten Entriegelungs-Kantenabschnitt mit sehr flacher Steigung auf den längsstationären Steuerbolzen des Verschlusskopfes. Dieser erste Entriegelungs-Kantenabschnitt dient als Lifterschräge zum Lösen und zur Erstbewegung des unter Anpressdruck stehenden Verschlusskopfes. Infolge des flachen Neigungswinkels tritt dabei kaum ein Geschwindigkeitsverlust des rücklaufenden Versschlussträgers ein - wie an sich aus den DE-PS 478 630 und DE-PS 459 454 (Kiraly) bekannt. Der sich daran anschließende zweite Entriegelungs-Kantenabschnitt beschleunigt über den Steuerbolzen die Drehbewegung des Verschlusskopfes in Richtung seiner entriegelten Stellung. Dies ist ebenfalls aus den beiden vorgenannten deutschen Patentschriften Kiraly an sich bekannt. Der sich schließlich anschließende dritte Entriegelungs-Kantenabschnitt beschleunigt in Folge seiner Krümmung zusätzlich und kontinuierlich die Drehbewegung des Verschlusskopfes bis in seine endgültige entriegelte Stellung.

    [0012] Im sich an die Entriegelungs-Steuerkante anschließenden sechsten Kantenabschnitt der Steuerkulisse verbleibt der Steuerbolzen und mit ihm der Verschlusskopf in seiner entriegelten Position. Er nimmt nunmehr an der Rücklaufbewegung des Verschlussträgers teil. Dabei löst er die sich im Patronenlager entliderte Patronenhülse und zieht sie aus. Bei Beschussversuchen hat sich Folgendes herausgestellt: nach Abschuss der Patrone sowie dem Lösen der Patronenhülse im und dessen beginnenden Auszug aus dem Patronenlager herrscht noch ein sicherheitsunschädlicher Restgasdruck im Patronenlager und Rohr. Dieser Restgasdruck beschleunigt die im Patronenlager entliderte Patronenhülse samt schon rücklaufendem Verschlusskopf mit Steuerbolzen zusätzlich nach hinten. Der Verschlusskopf würde aufgrund dieser Rückwärtsbeschleunigung den rückwärts bewegenden Verschlussträger sogar überholen, wäre da nicht der an der Steuerkulisse anstehende Steuerbolzen. Dieses Phänomen wird dadurch genutzt, dass der Längsdurchmesser des sechsten Kantenabschnitts etwas größer als der Durchmesser des Steuerbolzens ist. Deshalb hat der von der Steuerkulisse nach rückwärts mitgenommene Steuerbolzen zunächst einen geringen Abstand vom rechten, d.h. in Rückwärtsrichtung gerichteten unteren Teil des sechsten Kurvenabschnitts und prägt diesem infolge der zuvor genannten Zusatzbeschleunigung einen Impuls auf, der seinerseits die Rücklaufbewegung des gesamten Verschlussträgers nochmals beschleunigt. Gleichzeitig erfolgt diese Impulsaufprägung - entsprechend der Vergrößerung des Längsdurchmessers - etwas verzögert, was sich bei Beschußversuchen sehr bewährt hat. Verschlussträger und Verschlusskopf laufen also insgesamt beschleunigt auf die Schliessfeder auf, von der sie schließlich zum Stilstand gebracht und sodann wieder nach vorne beschleunigt werden.

    [0013] Der Verschlusskopf kommt bei seinem Vorlauf kurz vor dem Patronenlager zum Stillstand - nicht aber der Verschlussträger. Dessen vordere, am Übergang vom sechsten zum vierten Kantenabschnitt z. B. gerundete Kante hebt nun den Steuerbolzen stark an. Die Verriegelungsdrehung des Verschlusskopfes beginnt und wird langsamer werdend vom vierten Kantenabschnitt und weiter vom fünften Verriegelungs-Kantenabschnitt sanft zum Ende geführt.

    [0014] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den nachstehend behandelten Unteransprüchen.

    [0015] Bevorzugt entspricht der Krümmungsradius des an den dritten Entriegelungs-Kantenabschnitt und/oder des an den vierten Verriegelungs-Kantenabschnitt angrenzenden Teiles des kreisbogenartigen sechsten Kantenabschnitts dem Radius des Steuerbolzens (vgl. Anspruch 2). Diese Maßnahme gewährleistet eine gute Halterung des Steuerbolzens in seiner vollständig entriegelten Position während des Rück- und anschließenden Vorlaufes des Verschlussträgers; ebenso eine gute Übertragung des infolge des Rohr-Restgasdruckes ausgeübten Rückwärtsimpulses von der entliderten Patronenhülse auf den Verschlusskopf samt Steuerbolzen und schließlich - über das rückwärtige Ende des sechsten Kantenabschnittes - auf den Verschlussträger.

    [0016] Schiesstechnische Versuche haben ergeben, dass die Differenz zwischen dem gelängten Längsdurchmesser des sechste Kantenabschnitts und dem Durchmesser des Steuerbolzens vorzugsweise im Bereich von 0,2mm bis 1mm, besonders bevorzugt zwischen 0,3mm und 0,8mm, insbesondere im Bereich von 0,4mm bis 0,6mm liegt (vgl. Anspruch 3). Bei der konkreten Wahl dieser Durchmesser-Differenz sind jedoch auch die Waffengeometrie sowie die verwendete Munition, z.B. Kal. 5,56 x 45 NATO, insbesondere der Treibsatz zu berücksichtigen.

    [0017] Am verriegelungsseitigen Ende der Steuerkulisse verbindet bevorzugt ein im Wesentlichen U-förmig ausgebildeter siebter Kantenabschnitt den Anfang des ersten Entriegelungs-Kantenabschnittes mit dem Ende des fünften Verriegelungs-Kantenabschnittes (vgl. Anspruch 4). Diese Maßnahme gewährleistet einen sicheren Sitz des Steuerbolzens in der verriegelten Position des Verschlusskopfes. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass die Entriegelungs-Drehung des Verschlusskopfes je nach Länge der U-Schenkel verzögert beginnt, d.h. wenn der Gasdruck im Rohr bereits ausreichend abgefallen ist. Zusätzlich kann dadurch der Verschlussträger bereits Fahrt aufnehmen, bevor dessen Steuerkulisse den Steuerbolzen u schwenken beginnt.

    [0018] Eine gute Führung des Steuerbolzens in der Steuerkulisse wird dadurch erreicht, dass der Abstand zwischen den zueinander parallelen Entriegelungs- und Verriegelungs-Kantenabschnitten sowie zwischen den beiden U-Schenkeln dem Durchmesser des Steuerbolzens entspricht, vorzugsweise einige hundertstel Millimeter größer als dieser Durchmesser (vgl. Anspruch 5).

    [0019] Schiesstechnische Versuche haben ergeben, dass die Steuerkulisse vorzugsweise so gewählt ist, dass sie eine Längsverschiebung des Verschlussträges relativ zum Steuerbolzen von 9mm bis 17mm, vorzugsweise 11mm bis 15mm, insbesondere 12mm bis 14mm erlaubt (vgl. Anspruch 6).

    [0020] Gleiches gilt für die Maßnahme, den ersten Neigungswinkel des Entriegelungs-Kurvenabschnitts im Bereich von 16° bis 32°, vorzugsweise 20° bis 28°, besonders bevorzugt im Bereich von 22° bis 26° zu wählen; den zweiten Neigungswinkel des zweiten Entriegelungs-Kurvenabschnitts im Bereich von 30° bis 45°, vorzugsweise 34° bis 41°, besonders bevorzugt im Bereich von 35° und 40° zu wählen und die Krümmung des dritten Entriegelungs-Kurvenabschnitts so zu wählen, dass die dritten Neigungswinkel der daran angelegten Tangenten sich im Bereich von 55° bis 85°, vorzugsweise 60° bis 80° bewegen (vgl. Anspruch 7).

    [0021] Bevorzugt ist derjenige U-Schenkel des siebten Kantenabschnitts, der an den Beginn des ersten Entriegelungs-Kantenabschnittes angrenzt und länger als der dazu parallele an das Ende des fünften Verriegelungs-Kantenabschnitts angrenzende U-Schenkel (vgl. Anspruch 8). Hierdurch wird der Beginn der Entriegelungs-Drehung des Verschlusskopfes weiter verzögert, d.h. bei noch geringerem Druck entriegelt.

    [0022] Der eingangs geschilderten und insbesondere in der DE 196 16 397 C2 (Gühring et al) behandelten Verschmutzungsproblematik wird vorzugsweise dadurch begegnet, dass der kreisbogenartige sechste Kantenabschnitt an seinem vorderen Ende und/oder ein Teil der zu diesem Ende hinweisenden und/oder von diesem Ende abweisenden Peripherie des Steuerbolzens eine Aussparung zur Aufnahme von etwaigem Schmutz aufweisen (vgl. Anspruch 9). Meist tritt die Schmutzproblematik nur beim ersten Schuss auf, weil weitere Schüsse oder Bewegungen des Steuerbolzens in der Steuerkulisse in der Regel dafür sorgen, dass der Schmutz von den Steuerkanten abfällt.

    [0023] Eine zusätzliche Sicherung des Steuerbolzens in seiner voll entriegelten Position während seines gemeinsamen Vor- und Rücklaufes mit dem Verschlussträger wird durch eine am Waffengehäuse oberhalb des Steuerbolzens angeordnete horizontale Führungsschiene herbeigeführt (vgl. Anspruch 10).

    [0024] Bevorzugt ist die Steuerkulisse seitlich gegenüber dem Patronenauswurf-Fenster so angeordnet, dass deren Entriegelungskante oberhalb, d.h. über der Verriegelungskante liegt (vgl. Anspruch 11). Diese Maßnahme dient dazu, an der Entriegelungskante etwa anhaftendem Schmutz zu begegnen. Infolge der Schwerkraft fällt er nämlich leichter nach unten.

    [0025] Die Waffe als Gasdrucklader auszubilden (vgl. Anspruch 12) hat den Vorteil, dass weitere Steuermaßnahmen über eine regulierbare Gasabnahme am Rohr vorgenommen werden können, insbesondere nach einem etwaigen Auswechseln des Rohrs und damit verbundener Kaliber- und Treibsatzänderung.

    [0026] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beigefügten schematischen Zeichnungen näher erläutert.

    [0027] In den Zeichnungen zeigen:
    Fig. 1
    das hintere Ende eines Waffenrohres mit Verschluss in verriegelter Stellung,
    Fig. 2
    die selbe Anordnung wie in Fig. 1, jedoch mit entriegeltem Verschluss,
    Fig. 3
    ein Rohr der Waffe mit Verriegelungswarzen und Gasabnahme,
    Fig. 4a
    einen Verschlussträger mit Verschlusskopf in Seitenansicht,
    Fig. 4b
    eine Draufsicht auf den Verschlussträger der Fig. 4a,
    Fig. 5
    eine vergrößerte Kontur der Steuerkulisse des Verschlusses gemäß Fig. 1,2,
    Fig. 6-14
    Steuerbolzen in den verschiedenen Funktionsstellungen in der Steuerkulisse und
    Fig. 15
    einen Steuerbolzen.


    [0028] Alle Figuren verwenden für gleiche Elemente durchgehend gleiche Bezugszeichen. Erläuterungen einer Figur beziehen sich sinngemäß auch auf die jeweils anderen Figuren.

    [0029] Die Figuren 1 bis 4b zeigen jeweils schematisch das Verschluss-System oder Teile davon eines hier als Gasdrucklader ausgebildeten Schnellfeuergewehrs. Das Rohr 2, mit seiner als Längsrichtung 4 bezeichneten Selenachse, weist an seinem hinteren Ende ein Patronenlager 6 auf und ist drehfest in einer Verriegelungshülse 8 befestigt, die ihrerseits starr im (nicht gezeigten) Waffengehäuse angebracht ist. Das hintere Ende der Verriegelungshülse 8 weist einen runde Öffnung 10 auf, von der rundum mit gegenseitigem Abstand angeordnete Radialnuten 12 ausgehen, die jeweils einen etwa rechteckigen Querschnitt aufweisen. Zwischen der Vorderkante 14 dieser Öffnung und dem hinteren Ende des Rohrs 2 ist eine runde Kammer 16 gebildet, deren Innendurchmesser etwa dem Durchmesser entspricht, den die Nutböden der runden Öffnung 10 bilden.

    [0030] Der Verschluss weist einen Verschlussträger 18 und einen darin längsverschieblich und drehbeweglich gelagerten Verschlusskopf 20 auf. Der Verschlusskopf 20 hat an seinem vorderen Ende einen zur runden Öffnung 10 der Verriegelungshülse 8 komplementären Querschnitt mit Vorsprüngen bzw. Verriegelungswarzen 22, deren Geometrie der der Radialnuten 12 entspricht; sowie eine Länge, die der Länge der Kammer 16 entspricht.

    [0031] Somit kann der Verschlusskopf 20 in einer auf die runde Öffnung 10 ausgerichteten Drehwinkellage durch diese hindurch bis in die runde Kammmer16 eingeführt werden. Diese Drehwinkellage des Verschlusskopfes entspricht seiner vollständig entriegelten Position. Aus dieser Position wird der Verschlusskopf 20 bei weiterem Vorlauf des Verschlussträgers 18 in seine verriegelte Drehlage gedreht und nach Abschuss einer Patrone wieder vollständig entriegelt. Seine entriegelte Drehwinkellage muss der Verschlusskopf 20 während seines sich anschließenden gemeinsamen Rücklaufes mit dem Verschlussträger 18 und sich daran wiederum anschließenden Vorlaufes so lange beibehalten, bis er wieder durch die runde Öffnung 10 nach vorne hindurchgelaufen ist.

    [0032] Wird der Verschlusskopf 20 dann in dieser Lage wieder verdreht, hintergreifen seine Verriegelungswarzen 22 die Stege, auch Gegenwarzen genannt, zwischen den Radialnuten 12 der Verriegelungshülse 8, während der Verschlusskopf 20 gleichzeitig auf dem hinteren Ende des Rohres 2 aufsitzt oder nahezu aufsitzt. Nun kann der Verschlusskopf 20 nicht mehr geradlinig in Längsrichtung 4 des Rohres 2 bewegt werden; er ist "verriegelt". Wird er wieder in seine vorherige Lage zurück gedreht, d.h. "entriegelt", dann kann er wieder nach hinten aus der runden Kammer 16 herausgezogen werden.

    [0033] Der Verschlusskopf 20 ist mit seinem hinteren Teil im Verschlussträger 18 geführt. Der Verschlussträger 18 wird mittels einer nicht gezeigten Gaskolben-Einrichtung (Fig. 3 zeigt lediglich eine Gasabnahme-Einrichtung 34 am Rohr 2) beim Schuss nach hinten in Richtung des Pfeils 32 gegen eine (nicht gezeigte) Schließfeder bewegt und danach von dieser wieder in den Vorlauf gezwungen.

    [0034] Die Figuren zeigen außerdem noch eine durch den Verschlusskopf 20 hindurchgehende Bohrung 24 für den Schlagbolzen 26; Fig. 4b zeigt zusätzlich einen Patronenauszieher 28 nebst Patronenausstoßer 30. Ein am hinteren Teil des Verschlusskopfes 20 angebrachter Steuerbolzen 36 durchsetzt eine als Langloch in einer Wandung des Verschlussträgers 18 ausgebildete Steuerkulisse 40.

    [0035] Fig. 5 zeigt schematisch die Kontur der Steuerkulisse 40 ist in vergrößertem Maßstab.

    [0036] Wenn der Verschlusskopf 20 verriegelt ist (Fig. 1) bzw. sich in einer verriegelten Stellung befindet (Fig. 4a und 6), dann befindet sich der Verschlussträger 18 in seiner vordersten Lage und steht am hinteren Ende des Rohres 2 an. Der Steuerbolzen 36 liegt demzufolge kurz vor dem hinteren Ende des U-förmigen siebten Kantenabschnittes 80. Beim Schuss wird der Verschlussträger 18 in Richtung des Pfeils 32 in Fig. 2 bewegt, und gleitet mit seinen in Fig. 5 darstellten Schenkeln und Kantenabschnitten 82, 52, 54 und 56 über den Steuerbolzen 36. Da der Verschlusskopf 20 verriegelt ist, verbleibt er längsstationär; ebenso der mit ihm starr verbundene Steuerbolzen 36. Der Verschlusskopf 20 ist dabei drehbeweglich im Verschlussträger 18 gelagert mit der Folge, dass ihn die Entriegelungs-Steuerkante 50 zunächst mit Hilfe ihres ersten Kantenabschnitts 52, danach ihres zweiten Kantenabschnittes 54 und schließlich ihres dritten Kantenabschnitts 56 zunehmend stärker nach unten drückt und ihn dabei entgegen dem Uhrzeigersinn - von hinten her gesehen - zunehmend schneller bis in die entriegelte Lage dreht. Nach Verlassen des dritten Entriegelungs-Kantenabschnitts 56 verbleibt der Steuerbolzen 36 im sechsten Kantenabschnitt 70. In dieser voll entriegelten Stellung des Verschlusskopfs 20 fluchten dessen Verriegelungswarzen 22 mit den Radialnuten 12 der Verriegelungshülse 8. Der weiter zurücklaufende Verschlussträger 18 nimmt nun den Verschlusskopf 20 mit, d.h. er zieht ihn aus der Kammer 16 heraus. Der im Rohr 2 noch befindliche Restgasdruck beschleunigt nunmehr die Patronenhülse nach hinten, sodass ein Impuls über den Verschlusskopf 20 und den Steuerbolzen 36 auf die hintere Kante des sechsten Kantenabschnitts 70 der Steuerkulisse 40 und damit auf den Verschlussträger 18 übertragen wird. Der Verschlussträger 18 beschleunigt sich dadurch abermals, gewinnt also durch diese Energieausnutzung nochmals an Fahrt.

    [0037] Der sich samt Verschlusskopf 20 zurückbewegende Verschlussträger 18 läuft nun (in an sich bekannter Weise) gegen eine (nicht dargestellte) Schließfeder an, bis er durch deren Rückstellkraft zum Stillstand kommt und dann von der Schließfeder wieder nach vorne gedrückt wird.

    [0038] Der Steuerbolzen 36 liegt bei dieser Vorwärtsbewegung am hinteren Abschnitt des sechsten Kantenabschnitts 70 an. Dieser Vorlauf dauert so lange an, bis der Verschlusskopf 20 vor dem hinteren Ende des Rohrs 2 anliegt. Sobald er und mit ihm der Steuerbolzen 36 längsstationär geworden sind, wird der Steuerbolzen 36 von der Verriegelungskante 60, genauer von deren vierten und fünften Kantenabschnitten 62 und 64 in die verriegelte Position gedreht - also von hinten gesehen im Uhrzeigersinn. Er befindet sich nun wieder in der in den Figuren 1 und 6 gezeigten verriegelten Position.

    [0039] Das Auswerfen der leeren Patronenhülse beim Rücklauf des Verschlusskopfes 20 und das Nachführen einer neuen Patrone während dessen Verlauf erfolgt in an sich bekannter Weise.

    [0040] Im Übrigen kann die voll entriegelte Drehstellung des Verschlusskopfes 20 während seines gemeinsamen Rück- und Vorlaufes mit dem Verschlussträger 18 durch Untergreifen des Steuerbolzens 36 unter eine im Waffengehäuse befestigte Führungsschiene 90 zusätzlich gesichert werden (siehe Fig. 12).

    [0041] Der rückwärtige Kantenabschnitt 80 der Steuerkulisse 40 hat U-Form und nimmt den Steuerbolzen 36 in seiner verriegelten Schwenkposition auf. Er geht mit seinen beiden in Längsrichtung 4 verlaufenden Schenkeln in den ersten Entriegelungs-Kantenabschnitt 52 bzw. den fünften Verriegelungs- Kantenabschnitt 64 über. Die Länge dieser beiden U-Schenkel bestimmt diejenige Strecke D1, welche der Verschlussträger 18 nach dem Schuss zunächst zurückläuft und dabei Bewegungsenergie aufnimmt, bevor dessen Entriegelungs-Steuerkante 50 am Steuerbolzen 36 angreift.

    [0042] Der Fig. 5 ist weiter entnehmbar, dass der Verschlussträger 18 und damit seine Steuerkulisse 40 sich gegenüber dem Verschlusskopf 20 zur vollständigen Drehung desselben in seine entriegelte oder verriegelte Position eine Strecke D2 durchläuft, deren Länge - je nach verwendeter Waffengeometrie und Munition, z.B. Kal. 5,56 x 45 NATO, insbesondere Treibladung - vorzugsweise im Bereich von 9mm bis 17mm, weiter bevorzugt 11mm bis 15mm, besonders bevorzugt 12mm bis 14mm, beispielsweise bei 13mm liegt. Der Mittelpunkt des in der Steuerkulisse 40 liegenden freien Endes des Steuerbolzens 36 durchläuft dabei etwa die mit den Bezugsziffern 41, 42, 44, 46 und 49 gekennzeichnete Strecke. Der bereits angesprochenen Ausnutzung des auf die entliderte Patrone wirkenden Rohr-Restgasdruckes dient der Streckenabschnitt Δd 49. Die Länge von Δd entspricht der Differenz zwischen Längsdurchmesser des sechsten Kantenabschnitts 70 und dem Durchmesser des Steuerbolzens 36. Sie liegt vorzugsweise im Bereich von 0,2mm und 1mm, insbesondere von 0,3mm und 0,8mm, besonders bevorzugt im Bereich von 0,4mm und 0,6mm, beispielsweise 0,5mm. Zwar sind die Krümmungsradien des vorderen und hinteren Bereichs des sechsten Kantenabschnitts 70 dem Radius des Steuerbolzens 36 angepaßt, durch die zusätzliche Strecke Δd 49 wird aber der Längsdurchmesser dieses Kantenabschnittes 70 gelängt, ist also größer als der Durchmesser des Steuerbolzens 36.

    [0043] Gemäß Fig. 5 setzt sich die Entriegelungs-Steuerkante 50 aus dem ersten geradlinigen Kantenabschnitt 52 mit relativ flachem Neigungswinkel a zur Längsrichtung 4, dem sich daran anschließenden geradlinigen zweiten Kantenabschnitt 54, mit deutlich steilerem Neigungswinkel β zur Längsrichtung 4 und einem sich daran anschließenden gekrümmten dritten Kantenabschnitt 56 zusammen, dessen sämtliche Tangenten γi einen größeren Neigungswinkel zur Längsrichtung 4 haben, als der zweite Kantenabschnit 54 mit seinem Neigungswinkel β. Diese Neigungswinkel liegen - je nach innerer Waffengeometrie und verwendetem Kaliber, insbesondere Treibsatz - bevorzugt in folgenden Bereichen: Neigungswinkel a im Bereich von 16° bis 32°, vorzugsweise 20° bis 28°, besonders bevorzugt 22° bis 26°, beispielsweise 24°; Neigungswinkel β im Bereich von 30° bis 45°, vorzugsweise 34° bis 41°, besonders bevorzugt 35° bis 40°, beispielsweise 38°. Die dritten Neigungswinkel γi der Tangenten an dem gekrümmten sechsten Entriegelungs-Kantenabschnitt 70 bewegen sich im Bereich von 55° bis 85°, vorzugsweise 60° bis 80°.

    [0044] Der erste Kantenabschnitt 52 mit dem Neigungswinkel a sichert einen sanften Einlauf der Steuerkulisse 40 in ihre Entriegelungs-Arbeit und ist deutlich kürzer als der zweite Kantenabschnitt 54. Dessen größerer Neigungswinkel β beschleunigt die Entriegelungsdrehung des Verschlusskopfes 36 bis der dritte Kantenabschnitt 56 als gekrümmter Kantenabschnitt dem Steuerbolzen 36 nochmals eine zusätzlich größer werdende Drehbeschleunigung aufprägt. In seiner vollständig entriegelten Position befindet sich der Steuerbolzen 36 im sechsten Kantenabschnitt 70 und liegt zunächst mit seinem nach vorne, d.h. in Längsrichtung 4 gerichteten Peripherie-Abschnitt an dem ebenfalls vorne liegenden Abschnitt des sechsten Kantenabschnitts 70 an. Die beiden aneinander anliegenden Bereiche des Steuerbolzens 36 und des Kantenabschnittes haben einander entsprechende Radien.

    [0045] Beim nunmehr folgenden Ausziehen der Patronenhülse aus dem Patronenlager 6 wird diese Hülse nochmals infolge des im Rohr befindlichen Restgasdrucks nach hinten beschleunigt und überträgt ihren Impuls über den Verschlusskopf 20 und den daran befestigten Steuerbolzen 36 auf den hinteren Abschnitt des sechsten Kantenabschnitts 70. Auch hier sind die Radien des Steuerbolzens 36 und der Krümmungsradius des hinteren Abschnitts des sechsten Kantenabschnitts 70 einander angepaßt. Die Impulsübertragung bewirkt eine weitere Beschleunigung des Verschlussträgers 18 und nutzt dadurch die im Rohr befindliche Restdruckenergie.

    [0046] Nach seinem Rücklauf und anschließendem Vorlauf kommt der Verschlusskopf 20 in der runden Kammer 16 vor dem Patronenlager 6 zum Stillstand. Die Verriegelungs-Steuerkante 60 des weiter in Längsrichtung 4 vorlaufenden Verschlussträgers 18 wirkt jetzt auf den Steuerbolzen 36 ein und verriegelt dadurch den Verschlusskopf 20 mit Hilfe ihrer Kantenabschnitte 62 und 64. Diese beiden Kantenabschnitte verlaufen parallel zu den zuvor genannten Entriegelungs-Kantenabschnitten 52 und 54. Ist der Verschlusskopf 20 verriegelt, läuft der Verschlussträger noch ein wenig vor, aber nicht so weit, dass der Steuerbolzen 36 an das rückwärtige Ende des siebten Kantenabschnitts 80 anstößt. Er wird vorher durch geeignete Mittel abgebremst.

    [0047] Nach einer erneuten Schussabgabe beginnt der soeben beschriebene Zyklus von vorne.

    [0048] Bei heutigen Waffen ist mit einer Kadenz von mindestens 600 Schuß pro Minute zu rechnen, d.h. 10 Schuß pro Sekunde mit jeweils 10 Vor- und 10 Rückläufen der Steuerkulisse 40 pro Sekunde und entsprechend vielen Steuervorgängen des Verschlusssystems.

    [0049] Die Figuren 6 bis 14 zeigen die Steuerkulisse 40 des Verschlussträger 18 und den Steuerbolzen 36 in ihren unterschiedlichen Funktionsstellungen, während eines Zyklusses der Verschlusssteuerung.

    [0050] Fig. 6 zeigt den Steuerbolzen 36 in verriegelter Stellung des Verschlusskopfes 20 - wie bekannt in der oberen hinteren horizontalen Nische der Steuerkulisse 40 des Verschlussträgers 18. Die Steuerkulisse 40 befindet sich - wie schon aus der eingangs genannten DE 196 16 397 C2 (Gühring et al.) bekannt - an der linken vertikalen, dem Patronen-Auswurffenster abgewandten Seite des Verschlussträgers 18. Im Gegensatz zur soeben genannten DE 196 16 397 C2 (Gühring et al.) laufen jedoch der erste und der zweite Kantenabschnitt 52, 54 der Entriegelungs-Steuerkante 50 parallel zu den jeweils gegenüberliegenden vierten und fünften Kantenabschnitten 62 und 64 der Verriegelungs-Steuerkante 60. Dies hat u.a. auch fertigungstechnische Vorteile, da die zueinander parallelen Kanten der Steuerkulisse leichter herstellbar sind, also unterschiedlich geneigte Steuerkanten, beispielsweise in einem einzigen Fräsgang gefertigt werden können.

    [0051] Ebenfalls anders als in der genannten DE-PS 196 16 397 (Gühring et al.) ist der untere vordere Kantenabschnitt 70 der Steuerkulisse 40 als eine in Längsrichtung gelängte, kreisartig gerundete Aussparung vorgesehen, deren Durchmesser in Längsrichtung etwas größer als der Durchmesser des Steuerbolzens 36 ist.

    [0052] Fig. 6 zeig weiter, dass sich ein freier Spalt 81 zwischen dem in seiner verriegelten Position verharrenden Steuerbolzen 36 und dem rechten Ende der Steuerkulisse 40, also dem rechten Ende seines siebten Kantenabschnitts 80 befindet. Der Steuerbolzen steht also im verriegelten Zustand nicht am Verschlussträger an.

    [0053] Zur Optimierung der Entriegelungsfunktion des von der Steuerkulisse 40 über den Steuerbolzen 36 gesteuerten drehbaren Verschlusskopfes 20 dient zunächst die erste Steuerschräge, d.h. der erste Entriegelungs-Kantenabschnitt 52. Aufgrund seiner flachen Steigung dient er als Lifterschräge zum Lösen und zur Erstbewegung des unter Anpressdrucks stehenden Verschlusskopfes 20. Durch den sanften Auflauf der ersten flachen Entriegelungsschräge 52 auf den Steuerbolzen findet kaum ein Geschwindigkeitsverlust des rücklaufenden Verschlussträgers 18 statt.

    [0054] Bei Fig. 7 befindet sich die Steuerkulisse 40 bereits in ihrer Rückwärtsbewegung infolge des nach dem Schuß vom Gaskolben nach hinten angetriebenen Verschlussträgers 18.

    [0055] In Fig. 8 befindet sich der Verschlussträger 18 nach wie vor auf seinem Rücklauf. Der zweite Kantenabschnitt 54 läuft auf die Peripherie des Steuerbolzens 36 auf und beschleunigt erneut dessen Drehbewegung infolge des steileren Neigungswinkels β. Die Entriegelungsdrehung des Verschlusskopfes 20 erhöht sich also.

    [0056] Fig. 9 zeigt den Verschlussträger 18 nach wie vor auf seinem Rücklauf. Dessen dritter Entriegelungs-Kantenabschnitt 56 läuft nun über die Peripherie des Steuerbolzens 36 und drückt infolge ihrer stärkeren Krümmung den Steuerbolzen 36 noch schneller nach unten. Die Schwenkbewegung desselben und damit die Entriegelungsdrehung des Verschlusskopfs 20 wird abermals beschleunigt.

    [0057] Die zuvor beschriebene mehrstufige Entriegelung und Drehbeschleunigung des Verschlusskopfs 20 nach dem Schießen spart Energie und gewährleistet einen fließenden Entriegelungsvorgang. Nach dem endgültigen Verlassen des gekrümmten dritten Entriegelungs-Kantenabschnitts 56 (Fig. 10) befindet sich der Steuerbolzen 36 in seinem entriegelten Zustand im sechsten Kantenabschnitt 70. Dieser Kantenabschnitt hat insoweit eine etwas elliptische Form, als die Krümmungsradien seines vorderen und seines hinteren Abschnitt jeweils dem Radius des Steuerbolzens 36 zwar entsprechen, aber sein Längsdurchmesser um die Distanz Δd länger als der Steuerbolzen-Durchmesser ist.

    [0058] Durch die bereits beschriebene Nutzung der Restdruck-Energie im Rohr 2 schlägt der Steuerbolzen 36 nun gegen den hinteren Abschnitt des sechsten Kantenabschnitts 70 an und beschleunigt diesen nochmals (siehe hierzu Fig. 11). Der hieraus für den Verschlussträger 18 zusätzlich resultierende Geschwindigkeits-Zuwachs kann bis zu Im pro Sekunde und mehr betragen, je nach Restgasdruck im Rohr 2, also abhängig vom Ort der Gasdruckabnahme-Einrichtung 34 am Rohr 2 sowie dem verwendeten Kaliber, insbesondere Treibsatz.

    [0059] Gleichzeitig findet die Impulsübertragung vom Steuerbolzen 36 auf den Verschlussträger 18 infolge der Längsdurchmesser-Verlängerung um den Betrag Δd etwas verzögert statt.

    [0060] Um im Falle eines Schießens unter erschwerten Bedingungen (z.B. Sand-Schlammtests nach NATO AC225) die vollständige Bewegung des Steuerbolzens 36 in seine unterste Position (Entriegelungs-Position) in der Steuerkulisse 40 auch dann sicherzustellen, wenn Verschmutzungen in die Steuerkulisse und sonstwohin eingedrungen sind, sind die in den Figuren 10, 11 und 15 gezeigten Ausgestaltungen des Steuerbolzens 36 und des sechsten Kantenabschnitts 70 vorgesehen. Der Steuerbolzen 36 weist in seinem dem vorderen und/oder dem hinteren Kantenabschnitt des sechsten Kantenabschnittes 70 jeweils gegenüber liegenden Peripherie-Abschnitte eine Ausnehmung 37 auf, so dass nur noch der dunkel schraffierte Bereich des Steuerbolzens 36 stehen bleibt. Zusätzlich oder alternativ ist der sechste Kantenabschnitt 70 in Längsrichtung 4 elliptisch ausgewölbt. Die dabei entstehenden Freiräume dienen als Schmutzreservoir für eventuell in der Steuerkulisse befindliche oder nicht mehr schnell genug entfernbare Verschmutzungsreste. Bei der weiteren Bewegung der Steuerkulisse 40 in Relation zum Steuerbolzen 36 lösen sich in aller Regel etwaige Schmutzreste automatisch heraus. Bei entsprechender Akkumulation, insbesondere vor dem ersten Schuß, können sie jedoch zu hohen Reibungsverlusten und Störungen führen.

    [0061] Nach Auszug und Auswurf der abgeschossenen Hülse erreicht der rücklaufende Verschluß seine hinterste Position im Gehäuse, wonach ihm die im Rücklauf gespannte (nicht gezeigte) Schließfeder wieder umkehrt und nach vorne in Richtung Patronenlager 6 treibt.

    [0062] Im Verschlussvorlauf liegt die hintere untere Rundung des Steuerbolzens 36, wie Fig. 12 zeigt, an der hinteren ebenfalls gerundeten Aussparung der Unterseite des sechsten Kantenabschnitts 70 an. Der Steuerbolzen 36 wird dabei von einer an sich bekannten im Waffengehäuse befestigten Führungsschiene 90 in seiner unteren Position gehalten und daran gehindert, vorzeitig diese Position zu verlassen. Ein Schwenk des Verschlusskopfs 18 und des Steuerbolzens 36 in die verriegelte Position ist erst möglich, nachdem der Verschlusskopf 20 seine vorderste Position in Längsrichtung 4 innerhalb der runden Kammer 16, d.h. vor dem Patronenlager 6 erreicht hat. In dieser Lage des Verschlusskopfes 20 ist der Steuerbolzen 36 in Längsrichtung 4 bereits vor die Führungsschiene 90 gelaufen und wird dann von den Kanten 62 und 64 der Verriegelungs-Steuerkante 60 des weiter vorlaufenden Verschlussträgers 18 in seine Verriegelungsposition geschwenkt, wie die Fig. 13 und 14 zeigen.

    [0063] Fig. 15 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Steuerbolzens 36 mit der Bohrung 24 für den Schlagbolzen 26 und Ausnehmungen 37 zur Bereitstellung eines Freiraums für etwa in die Steuerkulisse 40 eingedrungenen Schmutz. Der mit Bezugsziffer 35 gezeigte Abschnitt des Steuerbolzens 36 ragt aus der Steuerkulisse 40 heraus. Die periphere Schlagbolzen-Oberseite 38 und die gegenüberliegende periphere Schlagbolzen-Unterseite werden von den Steuerkanten der Steuerkulisse 40 geführt.


    Ansprüche

    1. Verriegelbare Selbstlade-Handfeuerwaffe mit

    a.) einem im Waffengehäuse geradlinig in Längsrichtung (4) zurück- und wieder vorlaufenden Verschlussträger (18), in dem
    a.1.) eine als Langloch ausgeformte, sich schräg zur Längsrichtung (4) erstreckende Steuerkulisse (40) ausgebildet ist, mit
    a.1.1.) einer Entriegelungs-Steuerkante (50) und einer ihr gegenüberliegenden Verriegelungs-Steuerkante (60)
    und

    b.) einem Verschlusskopf (20), der

    b.1.) zur Ent- und Verriegelung der Waffe längsverschieblich und um die Längsrichtung (4) verdrehbar mit seinem hinteren Teil im Verschlussträger (18) gelagert ist und

    b.2.) an seinem hinteren Teil einen sich quer zur Längsrichtung (4) erstreckenden Steuerbolzen (36) aufweist,

    c.) der seinerseits in die Steuerkulissse (40) eingreift, sodass

    c.1.) bei Beginn der Öffnungsbewegung des Verschlussträgers (18) der Verschlusskopf (20) bezüglich der Längsrichtung (4) ortsfest bleibt, aber durch Einwirken der Entriegelungs-Steuerkante (50) auf den Steuerbolzen (36) eine Drehbewegung bis zur Entriegelung durchführt und erst dann an der Öffnungsbewegung und der sich daran anschließenden Schließbewegung des Verschlussträgers (18) teilnimmt und

    c.2.) erst kurz vor dem Ende der Schliessbewegung der Verschlusskopf (20) bezüglich der Längsrichtung (4) zum Stillstand gelangt und während der Endphase der Schliessbewegung des Verschlussträgers (18) durch Einwirken der Verriegelungs-Steuerkante (60) auf den Steuerbolzen (36) eine Rückwärtsdrehung bis zur Verriegelung durchführt, wobei

    d.) die Entriegelungs-Steuerkante (50) sich im Wesentlichen aus drei ineinander übergehende unterschiedliche Kantenabschnitte (52, 54,56) zusammensetzt, nämlich

    d.1.) einem geradlinigen ersten Kantenabschnitt (52) mit einem flachen ersten Neigungswinkel (α) zur Längsrichtung (4),

    d.2.) einem sich daran schließenden geradlinigen zweiten Kantenabschnitt (54) mit einem deutlich größeren zweiten Neigungswinkel (β) zur Längsrichtung (4) und

    d.3.) einem sich daran anschließendem gekrümmten dritten Kantenabschnitt (56), dessen Tangenten zunehmend größer werdende Neigungswinkel (γi) zur Längsrichtung (4) haben als der zweite Neigungswinkel (β) des zweiten Kantenabschnittes (54),

    e.) die Verriegelungs-Steuerkante (60) sich im Wesentlichen aus zwei ineinander übergehende unterschiedliche geradlinige Kantenabschnitte (62, 64) zusammensetzt, nämlich

    e.1.) einem vierten Kantenabschnitt (62), der parallel zum zweiten Entriegelungs-Kantenabschnitt (54) verläuft und

    e.2.) einem fünften Kantenabschnitt (64), der parallel zum ersten Entriegelungs-Kantenabschnitt (52) verläuft, und

    f.) am entriegelungsseitigen Ende der Steuerkulisse (40) ein sechster Kantenabschnitt (70) das Ende des gekrümmten dritten Entriegelungs-Kantenabschnittes (56) mit dem Beginn des geradlinigen vierten Verriegelungs-Kantenabschnitts (62) kreisbogenartig verbindet und den Steuerbolzen (36) in seiner Entriegelungs-Position aufnimmt, wobei
    f.1.) dieser kreisbogenartige Kantenabschnitt (70) in Längsrichtung (4) einen etwas größeren (Δd) Durchmesser als der Steuerbolzen (36) hat.


     
    2. Waffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Krümmungsradius des an den dritten Entriegelungs-Kantenabschnitt (56) und/oder an den vierten Verriegelungs-Kantenabschnitt (62) angrenzenden Teiles des sechsten Kantenabschnitts (70) dem Radius des Steuerbolzens (36) entspricht.
     
    3. Waffe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Differenz (Δd) zwischen dem Längsdurchmesser des sechstens Kantenabschnitts (70) und dem Durchmesser des Steuerbolzens (36) im Bereich von 0,2mm und 1mm, vorzugsweise von 0,3mm und 0,8mm, besonders bevorzugt von 0,4mm und 0,6mm liegt.
     
    4. Waffe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am verriegelungsseitigen Ende der Steuerkulisse (40) ein siebter Kantenabschnitt (80) den Anfang des ersten Entriegelungs-Kantenabschnitts (52) mit dem Ende des fünften Verriegelungs-Kantenabschnitts (64) im Wesentlichen U-förmig verbindet, wobei die beiden Schenkel der U-Form sich in der Längsrichtung (4) parallel zueinander erstrecken und mit ihren freien Enden in den ersten bzw. fünften Kantenabschnitt (52, 64) übergehen.
     
    5. Waffe nach einem der vorstehenden Ansprüche, insbesondere nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen den zueinander parallelen Entriegelungs- und Verriegelungs-Kantenabschnitten (52, 54, 62, 64), sowie zwischen den beiden U-Schenkeln des siebten Kantenabschnittes (80) dem Durchmesser des Steuerbolzens (36) entspricht, vorzugsweise einige hundertstel Millimeter größer ist.
     
    6. Waffe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Steuerkulisse (40) so gewählt ist, dass sie eine Längsverschiebung des Verschlussträgers (18) relativ zum Steuerbolzen (36) von 9mm bis 17mm, vorzugsweise 11mm bis 15mm, insbesondere 12mm bis 14mm erlaubt.
     
    7. Waffe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der

    - erste Neigungswinkel (α) im Bereich von 16° bis 32°, vorzugsweise 20° bis 28°, insbesondere 22° bis 26° liegt,

    - der zweite Neigungswinkel (β) im Bereich von 30° bis 45°, vorzugsweise 34° bis 41°, insbesondere 35° bis 40° liegt und

    - die dritten Neigungswinkel (γi) der Tangenten sich im Bereich von 55° bis 85°, vorzugsweise 60° bis 80° bewegen.


     
    8. Waffe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der an den Beginn der ersten Entriegelungs-Kantenabschnittes (52) angrenzende horizontal verlaufende U-Schenkel des siebten Kantenabschnitts (80) länger als der dazu parallele, an das Ende des fünften Verriegelungs-Kantenabschnittes (64) angrenzende U-Schenkel ist, und beide Schenkel eine Länge von 2mm bis 6mm, vorzugsweise 3mm bis 5mm haben.
     
    9. Waffe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der kreisbogenartige sechste Kantenabschnitt (70) an seinem in der Längsrichtung (4) vorderen Ende und/oder ein Teil der zu diesem Ende hinweisenden und/oder von diesem Ende weg weisenden Peripherie des Steuerbolzens (36) eine Aussparung (37) zur Aufnahme von etwaigen Verunreinigungen aufweist.
     
    10. Waffe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine im Waffengehäuse angeordnete horizontale Führungsschiene (90) den Steuerbolzen (36) in seiner entriegelten Position während seines gemeinsamen Rück- und Vorlaufes mit dem Verschlussträger (18) so lange niederhält, bis die Verriegelungswarzen (22) des Verschlusskopfes (20) sich auf ihrem Vorlauf zwischen den hierzu korrespondierenden Gegen-Verriegelungswarzen am hinteren Rohrende eines hinteren Rohrfortsatzes oder einer Verriegelungsbuchse (8) hindurch bewegt haben.
     
    11. Waffe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerkulisse (40) seitlich gegenüber einem Patronenauswurf-Fenster so angeordnet ist, daß die Entriegelungs-Kante (50) über der Verriegelungs-Kante (60) liegt.
     
    12. Waffe nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie als gasdruckladende Waffe ausgebildet ist.
     


    Claims

    1. A lockable self-loading hand firearm having

    a.) a breech block carrier (18) that is linearly displaced backward and forward in the firearm housing in the longitudinal direction (4), in which
    a.1.) a sliding guide (40), formed as an elongated hole and extending at an angle with respect to the longitudinal direction (4), is provided, having
    a.1.1) an unlocking control edge (50) and an oppositely situated locking control edge (60)
    and

    b.) a breech head (20), which

    b.1.) for unlocking and locking the firearm, with its rear portion is supported in the breech block carrier (18) so as to be longitudinally displaceable and rotatable about the longitudinal direction (4) and

    b.2.) on its rear portion has a control pin (36) extending transversely with respect to the longitudinal direction (4),

    c.) the control pin engaging with the sliding guide (40) so that

    c.1.) at the start of the opening motion of the breech block carrier (18), the breech head (20) remains stationary with respect to the longitudinal direction (4), but due to the action of the unlocking control edge (50) on the control pin (36), undergoes a rotational motion until unlocking occurs, and only then does it take part in the opening motion and the subsequent closing motion of the breech block carrier (18) and

    c.2.) shortly before the end of the closing motion, the breech head (20) comes to a stop with respect to the longitudinal direction (4), and during the end phase of the closing motion of the breech block carrier (18), due to the action of the locking control edge (60) on the control pin (36), undergoes a backward rotation until locking occurs, wherein

    d.) the unlocking control edge (50) is made up essentially of three different, intermerging edge sections (52, 54, 56), namely,

    d.1.) a linear first edge section (52) having a flat first inclination angle (α) with respect to the longitudinal direction (4),

    d.2.) a subsequent linear second edge section (54) having a much larger second inclination angle (β) with respect to the longitudinal direction (4), and

    d.3.) a subsequent curved third edge section (56), whose tangents have increasingly larger inclination angles (γi) with respect to the longitudinal direction (4) than the second inclination angle (β) of the second edge section (54),

    e.) the locking control edge (60) is made up essentially two different, intermerging linear edge sections (62, 64), namely,

    e.1.) a fourth edge section (62) that extends parallel to the second unlocking edge section (54) and

    e.2.) a fifth edge section (64) that extends parallel to the first unlocking edge section (52), and

    f.) on the unlocking-side end of the sliding guide (40), a sixth edge section (70) connects the end of the curved third unlocking edge section (56) to the beginning of the linear fourth locking edge section (62) in the manner of a circular arc and accommodates the control pin (36) in its unlocked position, wherein
    f.1.) this circular arc-shaped edge section (70) has a slightly larger (Δd) diameter than the control pin (36) in the longitudinal direction (4).


     
    2. The firearm according to Claim 1, characterized in that the radius of curvature of the portion of the sixth edge section (70) adjoining the third unlocking edge section (56) and/or the fourth locking edge section (62) corresponds to the radius of the control pin (36).
     
    3. The firearm according to Claim 1 or 2, characterized in that the difference (Δd) between the longitudinal diameter of the sixth edge section (70) and the diameter of the control pin (36) is in the range of 0.2 mm to 1 mm, preferably 0.3 mm to 0.8 mm, particularly preferably 0.4 mm to 0.6 mm.
     
    4. The firearm according to one of the preceding claims, characterized in that on the locking-side end of the sliding guide (40), a seventh edge section (80) connects the beginning of the first unlocking edge section (52) to the end of the fifth locking edge section (64) in an essentially U shape, wherein the two legs of the U shape extend parallel to one another in the longitudinal direction (4), and with their free ends merge into the first and fifth edge sections (52, 64).
     
    5. The firearm according to one of the preceding claims, in particular according to Claim 4, characterized in that the distance between the parallel unlocking and locking edge sections (52, 54, 62, 64), and between the two U legs of the seventh edge section (80), corresponds to the diameter of the control pin (36), and is preferably greater than several hundredths of a millimeter.
     
    6. The firearm according to one of the preceding claims, characterized in that the length of the sliding guide (40) is selected in such a way that it allows a longitudinal displacement of 9 mm to 17 mm, preferably 11 mm to 15 mm, in particular 12 mm to 14 mm, of the breech block carrier (18) relative to the control pin (36).
     
    7. The firearm according to one of the preceding claims, characterized in that

    - the first inclination angle (α) is in the range of 16° to 32°, preferably 20° to 28°, in particular 22° to 26°,

    - the second inclination angle (β) is in the range of 30° to 45°, preferably 34° to 41°, in particular 35° to 40°, and

    - the third inclination angles (γi) of the tangents are in the range of 55° to 85°, preferably 60° to 80°.


     
    8. The firearm according to one of the preceding claims, characterized in that the horizontally extending U leg of the seventh edge section (80) adjoining the beginning of the first unlocking edge section (52) is longer than the U leg, parallel thereto, adjoining the end of the fifth locking edge section (64), and both legs have a length of 2 mm to 6 mm, preferably 3 mm to 5 mm.
     
    9. The firearm according to one of the preceding claims, characterized in that the circular arc-shaped sixth edge section (70) has a recess (37) on its an front end in the longitudinal direction (4) and/or on a portion of the periphery of the control pin (36) pointing toward this end and/or pointing away from this end, for accommodating any contaminants.
     
    10. The firearm according to one of the preceding claims, characterized in that a horizontal guide rail (90) situated in the firearm housing holds down the control pin (36) in its unlocked position during its backward and forward displacement with the breech block carrier (18), until the locking lugs (22) of the breech head (20) upon their displacement have moved through between the corresponding counterlocking lugs on the rear tube end of a rear tube extension or of a lock bushing (8).
     
    11. The firearm according to one of the preceding claims, characterized in that the sliding guide (40) is situated laterally with respect to a cartridge ejection aperture in such a way that the unlocking edge (50) is situated above the locking edge (60).
     
    12. The firearm according to one of the preceding claims, characterized in that it is designed as a gas pressure-loaded firearm.
     


    Revendications

    1. Arme à feu portative à chargement automatique pouvant être verrouillée, avec

    a.) un porte-culasse (18) dans le logement de l'arme, reculant et ravançant de façon rectiligne dans la direction longitudinale (4), dans lequel
    a.1.) une coulisse de commande (40) est formée en tant que trou oblong s'étendant à l'oblique par rapport à la direction longitudinale (4), avec
    a.1.1.) une arête de commande de déverrouillage (50) et une arête de commande de verrouillage (60) située en vis-à-vis de celle-ci et

    b.) une tête de culasse (20) qui

    b.1.) pour le déverrouillage et le verrouillage de l'arme, est montée avec sa partie arrière dans le porte-culasse (18), se déplaçant longitudinalement et en rotation autour de la direction longitudinale (4), et

    b.2.) au niveau de sa partie arrière, présente une broche de commande (36) s'étendant transversalement à la direction longitudinale (4),

    c.) qui de son côté s'engage dans la coulisse de commande (40), de sorte que

    c.1.) au début du mouvement d'ouverture du porte-culasse (18), la tête de culasse (20) demeure immobile par rapport à la direction longitudinale (4) mais effectue, par action de l'arête de commande de déverrouillage (50) sur la broche de commande (36), un mouvement de rotation jusqu'au déverrouillage et participe seulement après au mouvement d'ouverture et au mouvement de verrouillage qui s'ensuit du porte-culasse (18) et

    c.2.) parvient à l'arrêt seulement juste avant la fin du mouvement de fermeture de la tête de culasse (20) par rapport à la direction longitudinale (4) et, pendant la phase finale du mouvement de fermeture du porte-culasse (18), effectue une rotation inverse jusqu'au verrouillage par action de l'arête de commande de verrouillage (60) sur la broche de commande (36),
    dans laquelle

    d.) l'arête de commande de déverrouillage (50) se compose essentiellement de trois sections d'arête (52, 54, 56) différentes qui sont en continuité les unes avec les autres, à savoir

    d.1.) une première section d'arête (52) rectiligne avec un premier angle aigu d'inclinaison (α) par rapport à la direction longitudinale (4),

    d.2.) une deuxième section d'arête (54) rectiligne s'ensuivant avec un deuxième angle d'inclinaison (β) nettement plus grand par rapport à la direction longitudinale (4) et

    d.3.) une troisième section d'arête (56) arrondie s'ensuivant dont les tangentes présentent des angles d'inclinaison (yi) devenant progressivement plus grands par rapport à la direction longitudinale (4) que le deuxième angle d'inclinaison (β) de la deuxième section d'arête (54),

    e.) l'arête de commande de verrouillage (60) se compose essentiellement de deux sections d'arête (62, 64) rectilignes différentes qui sont en continuité l'une avec l'autre, à savoir

    e.1.) une quatrième section d'arête (62) qui court parallèlement à la deuxième section d'arête (54) de déverrouillage et

    e.2.) une cinquième section d'arête (64) qui court parallèlement à la première section d'arête (52) de déverrouillage, et

    f.) à l'extrémité du côté déverrouillage de la coulisse de commande (40), une sixième section d'arête (70) qui relie en arc de cercle l'extrémité de la troisième section d'arête (56) de déverrouillage arrondie au début de la quatrième section d'arête (62) de verrouillage rectiligne et reçoit la broche de commande (36) dans sa position de déverrouillage, dans lequel
    f.1.) cette section d'arête (70) en arc de cercle a dans la direction longitudinale (4) un diamètre un peu plus grand (Δd) que la broche de commande (36).


     
    2. Arme selon la revendication 1, caractérisée en ce que le rayon de courbure de la partie de la sixième section d'arête (70) adjacente à la troisième section d'arête (56) de déverrouillage et/ou à la quatrième section d'arête (62) de verrouillage correspond au rayon de la broche de commande (36).
     
    3. Arme selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que la différence (Δd) entre le diamètre longitudinal de la sixième section d'arête (70) et le diamètre de la broche de commande (36) se situe dans la plage de 0,2 mm à 1 mm, de préférence de 0,3 mm à 0,8 mm, particulièrement de préférence de 0,4 mm à 0,6 mm.
     
    4. Arme selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'à l'extrémité du côté déverrouillage de la coulisse de commande (40), une septième section d'arête (80) relie essentiellement en forme de U le début de la première section d'arête (52) de déverrouillage et l'extrémité de la cinquième section d'arête (64) de verrouillage, dans laquelle les deux branches de la forme en U s'étendent parallèlement l'une à l'autre dans la direction longitudinale (4) et sont en continuité avec leurs extrémités libres avec la première et la cinquième section d'arête (52, 64).
     
    5. Arme selon l'une des revendications précédentes, en particulier selon la revendication 4, caractérisée en ce que la distance entre les sections d'arête (52, 54, 62, 64) de déverrouillage et de verrouillage parallèles les unes aux autres, ainsi qu'entre les deux branches en forme de U de la septième section d'arête (80) correspond au diamètre de la broche de commande (36), est de préférence plus grande de quelques centièmes de millimètres.
     
    6. Arme selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la longueur de la coulisse de commande (40) est sélectionnée de telle sorte qu'elle autorise un déplacement longitudinal du porte-culasse (18) par rapport à la broche de commande (36) de 9 mm à 17 mm, de préférence de 11 mm à 15 mm, en particulier de 12 mm à 14 mm.
     
    7. Arme selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le

    - premier angle d'inclinaison (α) se situe dans la plage de 16° à 32°, de préférence de 20° à 28°, en particulier de 22° à 26°,

    - le deuxième angle d'inclinaison (β) se situe dans la plage de 30° à 45°, de préférence de 34° à 41°, en particulier de 35° à 40°, et

    - les troisièmes angles d'inclinaison (γi) des tangentes bougent dans la plage de 55° à 85°, de préférence de 60° à 80°.


     
    8. Arme selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la branche en forme de U de la septième section d'arête (80) courant horizontalement et adjacente au début de la première section d'arête (52) de déverrouillage est plus longue que la branche en forme de U parallèle à celle-ci et adjacente à l'extrémité de la cinquième section d'arête (64) de verrouillage, et les deux branches ont une longueur de 2 mm à 6 mm, de préférence de 3 mm à 5 mm.
     
    9. Arme selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la sixième section d'arête (70) en arc de cercle présente, au niveau de son extrémité avant dans la direction longitudinale (4) et/ou d'une partie de la périphérie de la broche de commande (36) pointant vers cette extrémité et/ou d'une partie de la périphérie de la broche de commande (36) pointant depuis cette extrémité, un évidement (37) pour recevoir d'éventuelles impuretés.
     
    10. Arme selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'un rail de guidage (90) horizontal agencé dans le logement de l'arme retient la broche de commande (36) dans sa position déverrouillée pendant son recul et avancement commun avec le porte-culasse (18) jusqu'à ce que les ergots de verrouillage (22) de la tête de culasse (20) aient traversé sur leur avancement entre les contre-ergots de verrouillage leur correspondant à l'extrémité arrière du tube d'un prolongement de tube arrière ou d'une douille de verrouillage (8).
     
    11. Arme selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce la coulisse de commande (40) est agencée latéralement vis-à-vis d'une fenêtre d'éjection de cartouche de telle sorte que l'arête de déverrouillage (50) se situe au-dessus de l'arête de verrouillage (60).
     
    12. Arme selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'elle est formée en tant qu'arme à rechargement par emprunt de gaz.
     




    Zeichnung
































    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente