[0001] Die Erfindung betrifft eine Stapelvorrichtung für Paletten, um eine zweite Palette
auf einer ersten Palette stapeln zu können.
[0002] Paletten werden im Güterverkehr zum Transport und auch zur Lagerung von Waren aller
Art als Einmal-Paletten oder auch im Tauschverfahren genutzt. In einer häufig benutzten
Variante sind die Paletten aus Holz gefertigt mit zwei oder drei in einer Richtung
parallel verlaufenden und auf dem Boden aufliegenden Trägern, auf denen Querleisten
und Deckbretter angeordnet sind. Die Deckbretter stellen eine Ladefläche bereit, auf
die eine Lager- bzw. Transportgut, z.B. Kartons, gestellt werden können. Zur Sicherung
der Ladung werden in der Regel Bänder oder Folien eingesetzt.
[0003] Die Anordnung der auf dem Boden aufliegenden Träger ermöglicht ein Unterfahren mit
der Gabel eines Flurförderfahrzeugs, beispielsweise eines Hubwagens oder eines Gabelstaplers.
Neben der beschriebenen Konstruktion aus Holzbalkenstücken und Leisten sind auch Versionen
aus einem geprägten oder gespritzten Kunststoff- oder Kunststoff-Komposit-Material
in Verwendung. Mit der sogenannten "Europalette" hat sich eine genormte Palettengröße
etabliert, es sind jedoch regelmäßig Paletten in unterschiedlichen Größen im Einsatz.
[0004] Paletten sind vielseitig einsetzbar und kostengünstig. Im Vergleich zu den allerdings
sehr viel teureren und aufwändigeren Gitterboxen ist bei beladenen Paletten jedoch
die fehlende Stapelbarkeit nachteilig.
[0005] Bekannt sind Aufsatzrahmen aus Holz, die Seitenwände für die Paletten bieten, so
dass kleinere Kartons etc. eingestellt werden können, ohne Bänder oder Folie zum Sichern
dieser Kartons zu verwenden. Die Seitenwände sind eigentlich nicht dazu gedacht, eine
zweite Palette auf eine erste, die mit solchen Seitenwänden ausgestattet ist, zu stapeln.
In der Praxis wird das jedoch durchaus so praktiziert. Allerdings ist die aufgesetzte
zweite Palette nicht seitlich fixiert, so dass keine horizontal wirkenden Kräfte an
die untere erste Palette weitergeleitet werden können. Das Stapeln von Paletten auf
die aufgesetzten Seitenwände mag daher für Lagerzwecke verwendbar sein, ist für Transportzwecke
jedoch ungeeignet, da beim Transport beim Beschleunigen, Bremsen und bei Kurvenfahrten
derartige Seitenkräfte auftreten und aufgefangen werden müssen, um die Ladung gegen
ein Verrutschen oder Umstürzen zu sichern. Zudem kann eine gegebene Seitenwand für
nur eine Palettengröße eingesetzt werden.
[0006] Eine weitere bekannte Möglichkeit zum Stapeln von Paletten bieten Abstandshalter
aus gebogenem Blechmaterial, die im Zubehörhandel erhältlich sind. Diese werden an
den vier Ecken auf die erste untere Palette aufgesetzt, so dass eine zweite Palette
oben auf die Abstandshalter abgesetzt werden kann. Auch diese Lösung ist nur für die
Lagerung, nicht aber für Transportzwecke geeignet. Ein Vorteil dieser Lösung ist,
dass sie für verschiedene Palettengrößen verwendet werden kann.
[0007] Die Druckschrift
DE 1 481 381 A1 beschreibt ein Gerüst zum Aufsetzen auf eine Palette, das zwei parallel gegenüberstehende
starre Rahmen aufweist, die an ihren Seiten durch zwei Scherenmechanismen miteinander
verbunden sind. Durch die Scheren kann das Gerüst in einer Gebrauchslage bis an Anschläge
auseinander gezogen werden und mit Eckbeschlägen auf die untere von zwei Paletten
aufgesetzt werden. Auf vergleichbare Eckbeschläge an den oberen Ecken des Gerüsts
kann die zweite Palette aufgesetzt werden. Durch die starre Ausbildung der parallelen
Rahmen und die Anschläge an den Scheren wird in der Gebrauchslage eine Stabilität
erzielt, die auch einen Transport von derart gestapelten Paletten zulässt. Allerdings
führt die starre Ausbildung je nach Beladung der unteren Palette ggf. zu Leerräumen
zwischen den Paletten, durch die Transportkapazität ungenutzt bleibt. Durch die Scheren
kann das Gerüst beim Rücktransport ohne die Paletten flach zusammengelegt werden,
wodurch wenig Platz beansprucht wird.
[0008] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Stapelvorrichtung für Paletten
zu schaffen, mit der ein gesichertes Stapeln nicht nur zu Lagerungszwecken, sondern
auch während eines Transports mit Flurförderzeugen oder Transportfahrzeugen der Logistik
möglich ist, wobei Transportkapazitäten bestmöglich ausgenutzt werden können.
[0009] Eine erfindungsgemäße Stapelvorrichtung der eingangs genannten Art zeichnet sich
durch vier u-förmige profilierte Eckpfosten aus, wobei Abschnitte der Eckpfosten in
jeweils einem Eckbereich der ersten Palette an Außenseiten der ersten Palette anliegen
können. Jeweils zwei der benachbarten Eckpfosten sind über eine Seitenstrebe miteinander
verbunden. Jeder Eckpfosten weist zudem ein Abstützelement auf, das sich im jeweiligen
Eckbereich auf einer Oberseite der Palette abstützt. In oder an jedem Eckpfosten ist
eine nach oben ausfahrbare Stütze geführt, wobei an einem oberen, freien Ende der
Stütze eine Aufnahme für jeweils eine Ecke einer zweiten Palette angebracht ist. Die
nach oben ausfahrbare Stütze ist bevorzugt in verschiedenen Positionen arretierbar.
Auf diese Weise kann die Stapelhöhe, d.h. der Abstand zwischen der ersten und der
zweiten Palette, nach Bedarf eingestellt werden. So können Transportkapazitäten optimal
ausgenutzt werden. Wird die Stapelvorrichtung in einer Lagerhaltung eingesetzt, kann
die Stapelhöhe auch bewusst erhöht werden, um einen Freiraum oberhalb des Lagerguts
der ersten Palette zu schaffen, der einen leichteren Zugang zum Lagergut ermöglicht.
Zur Arretierung kann eine Lochleiste vorgesehen sein, in die ein Bolzen oder eine
Schraube durchgesteckt wird, um die Stütze in geeigneter Höhe im Eckpfosten festzulegen.
[0010] Dadurch, dass die Eckpfosten die Ecken der unteren ersten Palette außen umgreifen
und jeweils benachbarte Eckpfosten über die Seitenstreben miteinander verbunden sind,
ist ein die Palette umgebender Rahmen gebildet, der Seitenkräfte und Kippmomente von
der oberen, zweiten Palette auf die untere, erste Palette übertragen kann. Die Abstützelemente
übertragen die Gewichtskraft oberen, zweiten Palette auf die untere, erste Palette,
so dass der gesamte gebildete Palettenstapel durch Anheben der ersten Palette durch
einen Stapler oder einen Hubwagen angehoben und z.B. verladen werden kann.
[0011] Das Abstützelement kann fest, insbesondere z.B. durch Schweißen stoffschlüssig mit
dem Eckpfosten verbunden sein. In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Stapelvorrichtung
ist das Abstützelement gegenüber dem Eckpfosten höhenverstellbar, um die Stapelvorrichtung
durch Verändern der Position des Abstützelements an Paletten verschiedener Dicke anpassen
zu können.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Stapelvorrichtung ist das höhenverstellbare
Abstützelement mit der nach oben ausfahrbaren Stütze verbunden. Auf diese Weise werden
Gewichtskräfte der oberen zweiten Palette bzw. aller weiteren darauf gestapelten Paletten
unmittelbar über die ausfahrbare Stütze und das Abstützelement auf die untere, erste
Palette übertragen. Die Eckpfosten selbst brauchen die Gewichtskräfte dann gar nicht
aufnehmen, sondern dienen der Führung der Stützen und der Aufnahme von Seitenkräften.
Eine unvermeidbare Reibung zwischen den Eckpfosten und den Stützen sowie den Eckpfosten
und der ersten Palette verhindert dabei ein Verrutschen der Eckpfosten beim Anheben
der ersten Palette. Die Verbindung zwischen Stütze und Abstützelement kann wiederum
jeweils verstellbar sein, z.B. mittels einer Lochreihe in der Stütze, um die Stapelhöhe
variieren zu können.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung sind zumindest zwei gegenüberliegende
Seitenstreben teleskopierbar, wodurch die Stapelvorrichtung für Paletten unterschiedlicher
Größe einsetzbar ist. Bevorzugt umfassen die teleskopierbaren Seitenstreben zwei ineinander
greifende und zueinander verschiebbare Abschnitte (Teilstücke). Diese können z.B.
durch Schienen mit einem u- oder c-förmigen und ineinander greifenden Profil gebildet
sein. Es können wiederum Lochreihen, gegebenenfalls mit Langlöchern vorgesehen sein,
um die teleskopierbaren Seitenstreben in geeigneten Längen zu fixieren. Auch andere
rastende oder klemmende Mittel, um die teleskopierbaren Seitenstreben in ihrer Länge
zu fixieren, können eingesetzt werden.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Stapelvorrichtung ist zumindest
eine der Seitenstreben an beiden Enden über jeweils ein Schwenklager um eine horizontale
Achse verschwenkbar an den zugeordneten Eckpfosten gelagert ist. Auf diese Weise kann
die Seitenstrebe weggeklappt, insbesondere heruntergeklappt werden, um auch bei gestapelten
Palette deren Lagergut von der Seite einsehen und ggf. auch entnehmen zu können bzw.
Lagergut hinzufügen zu können.
[0015] Weiter bevorzugt können die Seitenstreben mit den Seitenwangen der Eckpfosten fest
verbunden sein oder auch abnehmbar gestaltet sein. Besonders vorteilhaft ist es, wenn
die in eine Richtung der Paletten verlaufenden Seitenstreben fest an den beiden jeweiligen
Eckpfosten verbunden sind, wohingegen die quer dazu verlaufenden Seitenstreben lösbar,
beispielsweise über eine Schraub- oder gegebenenfalls gesicherte Einhakverbindung
lösbar sind, so dass diese Seitenstreben abgenommen werden können. Für Transportzwecke
lässt sich die Stapelvorrichtung dann in zwei längliche Einheiten (jeweils zwei über
die fest montierten Seitenstrebe verbundene Eckpfosten) und zwei separate Seitenstreben
trennen. Diese können flach aufeinander liegend transportiert werden, ohne dass sie
ein großes Transportvolumen einnehmen.
[0016] Alternativ oder zusätzlich können alle oder ein Teil der Seitenstreben z.B. mittels
Scharnieren an den Eckpfosten befestigt sein, so dass sie horizontal schwenkbar sind.
Eine nicht benutzte Stapelvorrichtung, die nicht um eine Palette herum angeordnet
ist, kann durch die Scharniere zu Transportzwecken flach zusammengelegt werden.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Stapelvorrichtung sind die Eckpfosten
und/oder die Stützen und/oder die Seitenstreben bzw. die Teilstücke teleskopierbarer
Seitenstreben ganz oder teilweise aus einem Metallblech gefertigt, insbesondere in
einem Stanz- und Biegeverfahren.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mithilfe mehrerer
Figuren näher erläutert. Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Palette mit einer aufgesetzten Stapelvorrichtung in einer isometrischen
Darstellung in einem ersten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 2
- eine isometrische Darstellung von zwei Einheiten aus Palette und Stapelvorrichtung
gemäß Fig. 1, die aufeinander gestapelt sind;
- Fig. 3
- die Stapelvorrichtung der Fig. 1, aufgesetzt auf einen anderen Typ Palette;
- Fig. 4
- eine Palette mit einer aufgesetzten Stapelvorrichtung in einer isometrischen Darstellung
in einem zweiten Ausführungsbeispiel; und
- Fig. 5
- die Stapelvorrichtung der Fig. 4 mit einer heruntergeklappten Seitenstrebe.
[0019] Fig. 1 zeigt in einer isometrischen schematischen Darstellung eine Palette 1 mit
einem ersten Ausführungsbeispiel einer anmeldungsgemäßen Stapelvorrichtung 10.
[0020] Die Palette 1, die hier beispielhaft eine Europalette ist und in genormten Abmessungen
aus Holzklötzen und Holzbrettern gefertigt ist, weist zwei Außenträger 2 und einen
Mittelträger 3 auf. Diese sind so angeordnet, dass in Längsrichtung der Palette 1
eine Gabel eines Hubwagens oder eines Gabelstaplers eingeschoben werden kann, um die
Palette 1 anzuheben und verladen zu können.
[0021] Außenträger 2 und der Mittelträger 3 sind über Querleisten 4 miteinander verbunden,
auf denen wiederum Deckbretter 5 befestigt sind, die eine Ladefläche der Palette 1
bilden.
[0022] Die Stapelvorrichtung 10 weist vier Eckpfosten 11 auf, die bevorzugt aus gekantetem
Blechmaterial gefertigt sind und jeweils zwei im Wesentlichen rechtwinklig zueinander
stehende Seitenwangen 111 aufweisen. Die Eckpfosten 11 liegen mit den Seitenwangen
111 außen an der Palette 1 an, konkret im Bereich von Eckklötzen der Außenträger 2.
[0023] Jeweils benachbarte Eckpfosten 11 sind über Seitenstreben 14, 15 miteinander verbunden.
In Längsrichtung der Palette 1 sind längere und auch in ihrem Querschnitt breitere
Seitenstreben 14 eingesetzt und entlang der Querseite der Palette 1 kürzere und in
ihrem Querschnitt kleinere Seitenstreben 15.
[0024] Die Seitenstreben 14, 15 sind vorteilhaft jeweils teleskopierbar, z.B. indem zwei
ineinander schiebbare Abschnitte (Teilstücke) eingesetzt werden. Die Seitenstreben
14, 15 können beispielsweise aus zwei u-förmigen oder c-förmigen Teilstücken aufgebaut
sein, die ineinander schiebbar sind.
[0025] Die beiden einzelnen Teilstücke, die die Seitenstreben 14, 15 bilden, können fest
oder lösbar mit der jeweiligen Seitenwange 111 des Eckpfostens 11 verbunden sein.
Eine feste Verbindung der beiden einzelnen Teilstücke der Seitenstreben 14, 15 an
den Seitenwangen 111 der Eckpfosten 11 kann durch eine Vernietung oder Verschweißung
gegeben sein. Eine lösbare Verbindung kann durch eine Verschraubung oder ein Einstecken
oder ähnliches gegeben sein.
[0026] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die längs verlaufenden Seitenstreben 14 fest
mit der Seitenwange 111 des jeweiligen Eckpfostens 11 verbunden, wohingegen die kürzeren
und weniger solide ausgebildeten quer verlaufenden Seitenstreben 15 lösbar mit dem
jeweiligen Eckpfosten 11 verbunden sind. Auf diese Weise kann die Stapelvorrichtung
10, wenn sie nicht in Verwendung ist zerlegt werden und nimmt wenig Transportvolumen
ein.
[0027] Auch ist es denkbar, jeweils zumindest eines der beiden an einen Eckpfosten 11 angrenzendes
Teilstücke der Seitenstreben 14, 15 mittels eines Scharniers am Eckpfosten 11 zu befestigen.
Die Stapelvorrichtung 10 kann dann ebenfalls flach zusammengelegt werden, wenn sie
nicht benötigt wird.
[0028] Die teleskopierbaren Seitenstreben 14, 15 sind bevorzugt mit Rast- oder Fixiermitteln
(vgl. Fixiermittel 141, 151 bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 4 und 5) versehen,
um eine eingestellte Länge kraft- oder formschlüssig beizubehalten. Beispielsweise
können Lochreihen in Verbindung mit durchgesteckten Schrauben oder Bolzen oder Rastmittel
zu diesem Zweck vorgesehen sein. Die Aufnahmeschalen 121, die am freien Ende der Stützen
12 angeordnet, bevorzugt angeschweißt sind, weisen einen Boden und zwei bevorzugt
leicht schräg nach außen ausgestellte Seitenwände auf.
[0029] Auf die Aufnahmeschalen 121 kann eine zweite Palette 1' aufgelegt werden, oder auch
eine Einheit aus einer zweiten Palette 1' und einer weiteren Stapelvorrichtung 10.
Eine solche Anordnung ist in Fig. 2 dargestellt.
[0030] Die Schrägstellung der Seitenwände der Aufnahmeschalen 121 erleichtert das Aufsetzen
der oberen zweiten Palette 1' oder der Einheit aus der zweiten Palette 1' und der
weiteren Stapelvorrichtung 10, wobei gleichzeitig ein seitliches Verrutschen der zweiten
Palette 1' verhindert wird.
[0031] Die Stützen 12 weisen ein dreieckiges Profil auf und sind in den Eckpfosten 11 höhenverstellbar
geführt. Zur Führung sind bei dem in Fig. 1 dargestellten Beispiel Absätze in den
Seitenwangen 111 ausgebildet, bevorzugt eingestanzt, so dass die Stützen 12 im Winkelbereich
der Eckpfosten 11 geführt sind und die Seitenwangen 111 in ihrem äußeren Bereich an
der Palette 1 anliegen.
[0032] Jede Stütze 12 ist mit einem Abstützelement 13 gekoppelt, das auf der Oberseite der
Palette 1 aufliegt. Das Abstützelement 13 ist im dargestellten Beispiel wie ein Fuß
ausgebildet, der auf der Palette 1 aufsitzt. Auf diese Weise werden Gewichtskräfte
der oberen zweiten Palette bzw. aller weiteren darauf gestapelten Paletten unmittelbar
über die ausfahrbare Stütze 12 und das Abstützelement 13 auf die untere, erste Palette
1 übertragen. Die Eckpfosten 11 selbst brauchen die Gewichtskräfte gar nicht aufnehmen,
sondern dienen der Führung der Stützen 12 und der Aufnahme von Seitenkräften.
[0033] In der Stütze 12 ist eine Lochreihe 122 mit vertikal beabstandeten Löchern ausgebildet,
in die das Abstützelement 13 eingreift. Auf diese Weise ist die Verbindung zwischen
der Stütze 12 und dem Abstützelement 13 verstellbar, so dass eingestellt werden kann,
wie weit die Stützen 12 aus dem Eckpfosten 11 herausragen. Es kann so die Stapelhöhe,
also der Abstand zwischen zwei gestapelten Paletten 1 und 1', nach Bedarf variiert
werden.
[0034] In einer alternativen Ausgestaltung der Stapelvorrichtung kann sowohl die Stütze,
als auch das Abstützelement am Eckpfosten, ggf. jeweils höhenverstellbar, befestigt
sein.
[0035] In einer weiteren alternativen Ausgestaltung der Stapelvorrichtung können die Eckpfosten
11 an einem unteren Ende 112 mit beispielsweise dreieckig geformten Bodenplatten verschlossen
sein. So wird die Palette 1 im Eckbereich nicht nur außen, sondern auch von oben und
unten umgriffen, wodurch die Stapelvorrichtung 10 noch sicherer mit der Palette verbunden
ist.
[0036] Fig. 3 zeigt die Stapelvorrichtung 10 gemäß Fig. 1 zusammen mit einer Palette 1 mit
anderen Abmessungen als die Palette 1 der Fig. 1. Gleiche Bezugszeichen kennzeichnen
in dieser Figur gleiche oder gleich wirkende Elemente wie bei Fig. 1.
[0037] Die in Fig. 3 dargestellte Palette 1 weist ein anderes Verhältnis der Länge von Quer-
bzw. Längsseite auf als die in Fig. 1 dargestellte. Beim Beispiel der Fig. 2 ist die
Querseite, auf die geblickt wird, länger als die Längsseite. Beispielsweise ist die
Palette 1 der Fig. 3 eine sogenannte "halbe Europalette", die ebenfalls branchenüblich
eingesetzt wird. Durch Anpassen der Längen der teleskopierbaren Seitenstreben 14 bzw.
15 kann die Stapelvorrichtung 10 auch an diese Palettengröße angepasst werden.
[0038] Fig. 4 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer anmeldungsgemäßen Stapelvorrichtung
10 in einem zweiten Ausführungsbeispiel. Die Stapelvorrichtung ist wiederum auf eine
(Euro-) Palette 10 aufgesetzt. Gleiche Bezugszeichen kennzeichnen in dieser wie der
folgenden Figur gleiche oder gleichwirkende Elemente wie beim ersten Ausführungsbeispiel.
[0039] In ihrem Grundaufbau entspricht die Stapelvorrichtung 10 der in den vorherigen Figuren
beschriebenen. Auf die zugehörige Beschreibung wird hiermit verwiesen.
[0040] Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel sind vorliegend die Eckpfosten 11 leicht
nach innen versetzt. Sie liegen nicht mit ihren Seitenwangen 111 direkt außen an den
Ecken der Palette 1 an, sondern weisen nur an ihrem unteren Ende auf die Seitenwangen
111 aufgesetzte Laschen 113 auf, die seitlich an den Ecken der Palette 1 anliegen.
Die Laschen 113 fixieren die Stapelvorrichtung 10 bezüglich ihrer seitlichen Position.
Sie reichen zu diesem Zweck nicht zwingend bis zum unteren Rand der Palette 1.
[0041] Durch die derart gekröpfte Bauweise der Eckpfosten 11 ragt die Stapelvorrichtung
10 zu den Seiten nur geringfügig - nämlich mit der Materialstärke der Laschen 113
von wenigen Millimetern und dem Rand der Aufnahmeschalen 112 über die Palette 1 hinaus,
wodurch die Palette 1 mit der Stapelvorrichtung 10 bzw. auch mehrere gestapelte Paletten
1 annähernd die gleiche Grundfläche einnehmen wie eine Palette 1 ohne Stapelvorrichtung
10.
[0042] Bei dem Beispiel der Fig. 4 sind mit den Bezugszeichen 141 und 151 die zuvor bereits
erwähnten Fixiermittel zur Feststellung der Länge der Seitenstreben 14 bzw. 15 dargestellt.
[0043] Weiterhin sind bei diesem Ausführungsbeispiel die längs und quer verlaufenden Seitenstreben
14, 15 mit Scharnieren 142 bzw. 152 an den Eckpfosten 11 anmontiert. Dadurch kann
die Stapelvorrichtung 10 im nicht benötigten Zustand flach zusammengelegt werden und
platzsparend transportiert werden.
[0044] Ein weiterer Unterschied zu dem ersten Ausführungsbeispiel besteht darin, dass zumindest
eine der Seitenstreben 14, 15, vorliegend beispielhaft die in der Figur vordere längsseitig
verlaufende Seitenstrebe 14, herunter klappbar ist, um auch bei gestapelten Paletten
1 an deren Lager- bzw. Transportgut zu gelangen. Zu diesem Zweck ist die Seitenstrebe
14 an ihrer unteren Kante um eine horizontale Achse schwenkbar an den Eckpfosten 11
in jeweils einem Schwenklager 143 gelagert. Die Schwenklager 143 weisen z.B. einen
Zapfen mit einer Verdickung am freien Ende auf, um auch auf Zug belastbar zu sein.
Im Bereich der oberen Kante ist auf jeder Seite ein Riegel 144 vorgesehen, um die
Seitenstrebe 14 in der dargestellten geschlossenen Position festzulegen.
[0045] Wie in Fig. 5 gezeigt ist, kann nach einem Entriegeln der Riegel 144 die Seitenstrebe
14 heruntergeklappt werden. Lagergut kann so eingesehen werden und ggf. zur Seite
von der Palette 1 genommen werden.
Bezugszeichen
[0046]
- 1
- erste Palette
- 1'
- zweite Palette
- 2
- Außenträger
- 3
- Mittelträger
- 4
- Leiste
- 5
- Deckbrett
- 10
- Stapelvorrichtung
- 11
- Eckpfosten
- 111
- Seitenwange
- 112
- unteres Ende des Eckpfostens
- 113
- Lasche
- 12
- Stütze
- 121
- Aufnahmeschale
- 122
- Lochreihe
- 13
- Abstützelement
- 14
- Seitenstrebe (längs)
- 141
- Fixiermittel
- 142
- Scharnier
- 143
- Schwenklager
- 144
- Riegel
- 15
- Seitenstrebe (quer)
- 151
- Fixiermittel
- 152
- Scharnier
1. Stapelvorrichtung (10) für Paletten, um eine zweite Palette (1') auf einer ersten
Palette (1) stapeln zu können, dadurch gekennzeichnet, dass die Stapelvorrichtung (10) vier u-förmig profilierte Eckpfosten (11) umfasst, wobei
Abschnitte der Eckpfosten (11) in jeweils einem Eckbereich der ersten Palette (1)
an Außenseiten der ersten Palette (1) anliegen können, wobei jeweils zwei benachbarte
der Eckpfosten (11) über eine Seitenstrebe (14, 15) miteinander verbunden sind, wobei
jeder Eckpfosten (11) ein Abstützelement (13) aufweist, das sich im jeweiligen Eckbereich
auf einer Oberseite der Palette (1) abstützt, und wobei in oder an jedem Eckpfosten
(11) eine nach oben ausfahrbare Stütze (12) geführt ist, an deren oberen, freien Ende
eine Aufnahme für die zweite Palette (1') angebracht ist.
2. Stapelvorrichtung (10) nach Anspruch 1, bei der zumindest zwei gegenüberliegende der
Seitenstreben (14, 15) teleskopierbar ausgebildet sind.
3. Stapelvorrichtung (10) nach Anspruch 2, bei der die teleskopierbaren Seitenstreben
(14, 15) zwei u- oder c-förmig profilierte Teilstücke aufweisen, die zueinander verschiebbar
ineinander greifen.
4. Stapelvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der zumindest zwei der
Seitenstreben (14, 15) lösbar mit den Eckpfosten (11) verbunden sind.
5. Stapelvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der zumindest zwei der
Seitenstreben (14, 15) schwenkbar mit den Eckpfosten (11) verbunden sind.
6. Stapelvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der das jeweilige Abstützelement
(13) höhenverstellbar an dem Eckpfosten (11) angeordnet ist.
7. Stapelvorrichtung (10) nach Anspruch 6, bei der das jeweilige Abstützelement (13)
mit der jeweiligen Stütze (12) verbunden ist.
8. Stapelvorrichtung (10) nach Anspruch 7, bei der das jeweilige Abstützelement (13)
verstellbar mit der jeweiligen Stütze (12) verbunden ist.
9. Stapelvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei der die Aufnahme für
die Ecken der zweiten Palette (1') eine Aufnahmeschale (121) ist.
10. Stapelvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei der zumindestens eine
der Seitenstreben (14, 15) an beiden Enden über jeweils ein Schwenklager (143) um
eine horizontale Achse verschwenkbar an den zugeordneten Eckpfosten (11) gelagert
ist.
11. Stapelvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei der die Seitenstreben
(14, 15) über Scharniere (143) um eine vertikale Achse verschwenkbar an den Eckpfosten
(11) gelagert sind.
12. Stapelvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei der die Eckpfosten (11)
und/oder die Stützen (12) und/oder die Seitenstreben (14, 15) ganz oder teilweise
aus einem Metallblech gefertigt sind.