[0001] Die Erfindung betrifft ein Gestrickteil, mit einem aus wenigstens einem Grundgestrickfaden
gestrickten Grundgestrick, sowie wenigstens zwei auf den Grundgestrickfaden aufplattierten,
erste und zweite Plüschhenkel ausbildenden Plüschfäden.
[0002] Ein solches Gestrick ist beispielsweise aus
EP 1 997 394 A1 bekannt. Bei dem dort offenbarten Gestrickteil in Form eines Strumpfes ist eine Pronationsstütze
und wenigstens eine Dämpfungszone gestrickseitig vorgesehen, die ein Plüschgestrick
umfassen können. Dieses Plüschgestrick kann aus einem Plüschfaden gebildet werden,
der eine geringere Garnfeinheit aufweist, also dicker ist als ein zweiter Plüschfaden,
aus dem ein Plüschgestrick eines an den Bereich der Pronationsstütze oder der Dämpfungszone
angrenzenden Plüschabschnitts gebildet ist. Durch die Verwendung eines solchen dickeren
Plüschfadens in dem die Pronationsstütze respektive die Dämpfungszone bildenden Bereichs
kann die Stützwirkung der Pronationsstütze sowie die Dämpfungswirkung der Dämpfungszone
eingestellt respektive verbessert werden, insbesondere verglichen zu dem aus einem
dünneren Plüschfaden gestrickten Plüschabschnitt.
[0003] Hier wird also über die Ausbildung von Plüschhenkeln aus verschieden dicken Plüschfäden
die lokalen Eigenschaften des Gestrickteils beeinflusst. Die verschiedenen Abschnitte,
in denen die verschiedenen Plüschhenkel vorliegen, sind bei dem bekannten Gestrickteil
voneinander getrennt.
[0004] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein demgegenüber verbessertes Gestrickteil
anzugeben.
[0005] Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Gestrickteil der eingangs genannten Art
erfindungsgemäß vorgesehen, dass die ersten und die zweiten Plüschhenkel unterschiedlich
hoch sind.
[0006] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, zwei unterschiedliche Plüschhenkelformen aus zwei
separaten Plüschfäden zu bilden, wobei die beiden Plüschhenkelformen sich in ihrer
Höhe unterscheiden. Das heißt, dass die Plüschhenkel der ersten Form höher oder länger
sind als die Plüschhenkel der zweiten Form, und folglich die ersten Plüschhenkel etwas
weiter aus der Ebene des Grundgestricks hervorstehen als die zweiten Plüschhenkel.
Dies führt dazu, dass sich an dem erfindungsgemäßen Gestrickteil quasi ein mehrschichtiger
oder mehrere Ebenen aufweisender Aufbau ergibt. Die erste Schicht oder Ebene bildet
dabei das Grundgestrick, das beispielsweise als Rechts-Links-Gestrick ausgeführt ist.
Die zweite Schicht oder Ebene bilden die kürzeren Plüschhenkel, die etwas aus der
Grundgestrickebene hervorstehen, während die dritte Schicht oder Ebene die längeren
Plüschhenkel bilden, die weiter aus der Grundgestrickebene hervorstehen und auch über
die erste Plüschhenkelebene hinaus ragen. Hierdurch ist es möglich, wenn unterschiedliche,
voneinander getrennte Plüschzonen gestrickt werden, eine Plüschzone aus dem ersten
Plüschfaden mit den ersten Plüschhenkeln und die andere Zone aus dem zweiten Plüschfaden
mit den zweiten Plüschhenkeln zu stricken, wobei sich diese Plüschzonen in ihren Dämpfungs-
oder Polstereigenschaften unterscheiden, oder in anderen Eigenschaften, je nachdem,
welche Plüschfädentypen verwendet werden.
[0007] Besonders zweckmäßig ist es jedoch, wenn eine oder mehrere Zonen gebildet werden,
in denen erste und zweite Plüschhenkel gemeinsam vorliegen, so dass sich quasi innerhalb
der Zone der Drei-Ebenen- oder Drei-Schicht-Aufbau ergibt. In diesem Fall kann beispielsweise
über die längeren Plüschhenkel, die an der linken Warenseite am weitesten hervorstehen,
und folglich direkt an der Haut anliegen, eine entsprechende Gestrickteileigenschaften,
die vom Träger als angenehm oder vorteilhaft empfunden wird, eingestellt werden, beispielsweise
hinsichtlich Dämpfung, Wärmewirkung etc. Über die zweite, darunter liegende Ebene
der kürzeren Plüschfäden kann eine zweite Eigenschaft des Gestrickteils beeinflusst
oder eingestellt werden, beispielsweise die der Feuchteabführung aus dem Gestrickteil
aufgrund der Kapillarwirkung und dem Umstand, dass die Plüschhenkel auf die rechte
Warnseite durchgebunden sind. Die dritte Ebene bildet das Grundgestrick. Es kann folglich
durch die Ausbildung dieses Drei-Schicht- oder Drei-Ebenen-Aufbaus mit den beiden
unterschiedlichen Plüschhenkelschichten oder -ebenen beispielsweise ein optimiertes
Klimamanagement in Verbindung mit einer angenehmen Haptik respektive einem angenehmen
Tragekomfort erreicht werden.
[0008] Üblicherweise werden die Plüschhenkel aus beiden Fäden mittels einer Platine gebildet,
die ein einziges Maß hat. D.h., dass der Abstand zwischen dem Grundgestrickfaden und
den ersten und zweiten Plüschhenkeln unmittelbar nach dem Stricken gleich ist. Durch
eine Nachbehandlung, insbesondere eine thermische Behandlung, schrumpft der eine Faden,
so dass sich die aus ihm gestrickten Plüschhenkel verkürzen, während der andere Faden
und damit die aus ihm gestrickten Plüschhenkel ihre Länge nahezu beibehalten. Ist
ein Stricken mit verschiedenen Platinen möglich, so können die verschiedenen Plüschhenkel
direkt beim Stricken ohne Nachbehandlung gebildet werden.
[0009] Wenngleich im einfachsten Fall nur zwei verschiedene Plüschfäden zur Bildung zweier
unterschiedlich langer Plüschhenkel und damit zweier unterscheidbarer Ebenen verstrickt
werden können, ist es möglich, auch einen dritte oder vierten Plüschfaden zu verwenden,
um durch Bildung weiterer, wiederum andere Längen aufweisender Plüschhenkel weitere
Ebenen zu bilden. Diese Plüschfäden können im Vergleich zu den ersten und zweiten
Plüschfäden ein etwas anderes Schrumpfverhalten zeigen, so dass sich die verschiedenen
Henkellängen im Rahmen der Nachbehandlung einstellen.
[0010] Wenngleich vorteilhafte Eigenschaften bereits durch die Ausbildung der unterschiedlichen
Plüschhenkelebene aus zwar separaten, jedoch vom Typ her gleichen Fäden erreicht werden
kann, sieht eine besonders vorteilhafte Ausbildung vor, dass die beiden Plüschfäden
aus unterschiedlichen Materialien bestehen und/oder unterschiedliche Eigenschaften
aufweisen. Es kommen also bevorzugt verschiedene Plüschfäden zum Einsatz, die entweder
aus unterschiedlichen Materialien, wie beispielsweise Polyamid im einen Fall und einer
Naturfaser wie Wolle im anderen Fall bestehen, die aber auch, alternativ oder zusätzlich,
unterschiedliche Eigenschaften aufweisen können, wobei hierunter beispielsweise ein
unterschiedliches Schrumpfungsverhalten bei thermischer Behandlung und/oder eine unterschiedliche
Elastizität und/oder eine unterschiedliche Oberfläche und/oder eine unterschiedliche
Dicke exemplarisch, jedoch nicht abschließend, zu nennen ist. Durch diese Variationsmöglichkeit
hinsichtlich der verwendeten Plüschfäden sowie deren Materialien respektive Eigenschaften
besteht somit ein hoher Grad an Flexibilität und damit auch Variabilität hinsichtlich
der Einstellungen der Funktionalität der unterschiedlichen Plüschhenkelebenen oder
-schichten. Im Fokus derartiger Gestrickteile steht dabei insbesondere eine angenehme
Polsterung, mithin ein angenehmer Tragekomfort, in Verbindung mit einem guten Klimamanagement
respektive einer Klimaregulierung, um ein übermäßiges Schwitzen zu vermeiden. Dies
kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass der eine Plüschfaden, mit dem die
kürzeren Plüschhenkel gestrickt werden, aus PA (Polyamid) ist, während der andere
Plüschfaden, aus dem die längeren Plüschhenkel gestrickt werden, aus einer Naturfaser,
insbesondere Wolle, aber auch Seide, ist. Ein aus einer Kunstfaser bestehender Plüschfaden
zeigt eine geringe Neigung zur Feuchtigkeitsaufnahme, ist also besonders zweckmäßig
im Hinblick auf einen Feuchtetransport durch das Gestrickteil von innen nach außen
aufgrund der Kapillarwirkung. Demgegenüber zeichnet sich ein Naturfaden, beispielsweise
aus Wolle, aus dem die längeren bzw. höheren Plüschhenkel gebildet sind, die direkt
auf der Haut aufliegen, durch wärmehaltende und temperaturausgleichende Eigenschaften
auf, er ist atmungsaktiv sowie schmutz- und wasserabweisend, auch können seine antibakteriellen
Eigenschaften genutzt werden und Ähnliches. Auch können unterschiedlich dicke Fäden
verwendet werden, so dass sich die Polsterungseigenschaften der Plüschzone noch weiter
variieren lassen.
[0011] Kommt eine Kunstfaser, insbesondere PA zum Einsatz, so kann der Plüschfaden texturiert
und hoch elastisch sein und mit oder ohne Seele ausgeführt sein. Das heißt, dass auch
diesbezüglich ein hoher Grad an Flexibilität und Variabilität gegeben ist.
[0012] Hinsichtlich der Einbindung der Plüschfäden und damit Ausbildung der Plüschhenkel
sind unterschiedliche Möglichkeiten gegeben. So ist es möglich, die beiden Plüschfäden
in separaten Maschenreihen des Grundgestricks einzubringen. In diesem Fall sind in
jeder Maschenreihe des Grundgestricks entweder nur erste oder nur zweite Plüschhenkel
eingebracht. Da das Gestrickteil bevorzugt als Rundgestrick ausgeführt ist, bei dem
die Maschenreihen spiralförmig umlaufen, wird der Begriff "Maschenreihe" auf eine
zweidimensionale Abwicklung des Rundgestricks bezogen, das heißt, dass das Rundgestrick
quasi aufgeschnitten und ebenflächig mit einem Anfang und einem Ende einer jeden Maschenreihe
betrachtet wird.
[0013] Dabei sind hinsichtlich der Maschenreihen, die mit den Plüschfäden und damit den
Plüschhenkeln versehen sind, unterschiedliche Muster respektive Variationen denkbar.
So kann gemäß einer ersten Alternative vorgesehen sein, dass die beiden Plüschfäden
in aufeinanderfolgenden Maschenreihen eingebracht sind. Das heißt, dass in einer ersten
Maschenreihe die ersten Plüschhenkel, in der nächstfolgenden zweiten Maschenreihe
die zweiten Plüschhenkel, in der darauf folgenden dritten Maschenreihe wiederum die
ersten Plüschhenkel, in der vierten Maschenreihe wieder die zweiten Plüschhenkel etc.
eingebracht sind. Alternativ ist es denkbar, dass zwischen den Maschenreihen jeweils
wenigstens eine nicht mit einem Plüschfaden versehene Maschenreihe vorgesehen ist.
Hier ist also in einer ersten Maschenreihe der erste Plüschfaden respektive die ersten
Plüschhenkel eingestrickt, die zweite Maschenreihe ist nicht mit einem Plüschfaden
belegt, die dritte Maschenreihe ist mit dem zweiten Plüschfaden und damit mit dem
zweiten Plüschhenkel versehen, die vierte Maschenreihe ist wiederum nicht mit einem
Plüschfaden versehen, während die fünfte Maschenreihe mit dem ersten Plüschfaden versehen
ist etc.
[0014] Schließlich ist es auch denkbar, dass sich mehrere mit dem ersten Plüschfaden versehene,
aufeinanderfolgende Maschenreihen und mehrere mit dem zweiten Plüschfaden versehene,
aufeinander folgende Maschenreihen abwechseln oder zwischen diesen wenigstens eine
nicht mit einem Plüschfaden belegte Maschenreihe vorgesehen ist. Hier ergibt sich
also quasi eine Art Rippenstruktur, umfassend einander abwechselnde, schmale, weil
nur zwei oder wenig mehr Maschenreihen umfassende unterschiedliche Plüschhenkelebenen
vorgesehen sind. Dabei können sich diese unterschiedlichen, schmalen oder linienförmigen
Ebenen unmittelbar abwechseln, denkbar ist es aber auch, zwischen ihnen eine oder
wenige nicht mit dem Plüschfaden belegte Maschenreihen vorzusehen.
[0015] Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass die Maschenreihen in Gestricklängsrichtung
gesehen aufeinander folgen, mithin also gesehen in Richtung der einzelnen Maschenstäbchen.
[0016] Des Weiteren besteht eine Alternative darin, wie weit die Plüschfäden, gesehen in
Umfangsrichtung, in das Grundgestrick eingebracht sind. Hier wird nun der Plüschfadenverlauf
und damit die Plüschhenkelanordnung senkrecht zur Gestricklängsrichtung, nämlich in
Umfangsrichtung der jeweiligen Maschenreihe betrachtet. So ist es gemäß einer erfindungsgemäßen
Ausgestaltung denkbar, dass die Plüschfäden jeweils spiralförmig durch das Grundgestrick
laufen. Bezogen auf die oben beschriebene Abwicklung läuft also der Plüschfaden von
einem Ende des abgewickelten Gestrickteils zum anderen Ende. Im realen Gestrick bildet
sich demzufolge eine ringförmige, um den gesamten Gestrickteilumfang laufende Plüschzone.
[0017] Alternativ dazu ist es denkbar, dass die Plüschfäden in der jeweiligen Maschenreihe
nur abschnittsweise in Umfangsrichtung verlaufen. Hier erstrecken sich die Plüschfäden
respektive der Bereich, in dem die Plüschhenkel ausgebildet sind, ausgehend von der
oben beschriebenen zweidimensionalen Abwicklung demzufolge nur ein Stück weit zwischen
dem linken und rechten Rand des abgewickelten Gestrickteils, mithin nur über eine
begrenzte Anzahl an Maschenstäbchen. Bezogen auf das tatsächliche Gestrickteil bildet
sich somit eine um weniger als 360° in Umfangsrichtung umlaufende, beidseits vom Grundgestrick
begrenzte Zone mit Plüschhenkeln aus. Während sich folglich bei der ersten Alternative
eine quasi zylindrische Plüschzone ergibt, ergibt sich gemäß der zweiten Alternative
nur eine lokale Plüschzone.
[0018] Alternativ oder zusätzlich ist es denkbar, am Gestrickteil einen Plüsch- oder Polsterabschnitt
vorzusehen, in dem der erste und der zweite Plüschfaden in jeweils derselben Maschenreihe,
jeweils abschnittsweise in Umfangsrichtung verlaufend, in das Grundgestrick eingebracht
ist. Während bei der zuvor beschriebenen Ausgestaltung die einzelnen Maschenreihen
nur mit dem einen oder anderen Plüschfaden versehen sind, sind bei dieser Ausgestaltung
beide Plüschfäden in jeweils einer gemeinsamen Maschenreihe verstrickt, das heißt,
dass in der Maschenreihe erste und zweite Plüschhenkel vorgesehen sind. Demgemäß ist
es also möglich, entweder die ersten und zweiten Plüschhenkel einander abwechselnd
oder mit nicht belegten Maschen zwischen sich zu stricken, oder in Umfangsrichtung
gesehen mehrere aus dem ersten und zweiten Plüschfaden gebildete Abschnitte einander
abzuwechseln, wobei jeder Abschnitt aus zwei oder mehr ersten oder zweiten Plüschhenkeln
besteht, wobei die jeweilige Plüschhenkelanzahl nicht allzu hoch sein sollte. Hier
bildet sich also ebenfalls eine Rippenstruktur aus, jedoch in Umfangsrichtung gesehen.
[0019] Da sich die Plüsch- oder Polsterungszone naturgemäß über mehrere Maschenreihen in
Gestricklängsrichtung erstreckt, sind hinsichtlich der Anordnung der ersten und zweiten
Plüschhenkel bezogen auf die einzelnen Maschenstäbchen unterschiedliche Ausgestaltungen
denkbar. So kann vorgesehen sein, dass die ersten und die zweiten Plüschhenkel zumindest
teilweise in gemeinsamen Maschenstäbchen liegen. Das heißt, dass in einem Maschenstäbchen
sowohl erste als auch zweite Plüschhenkel vorliegen, beispielsweise einander abwechselnd
oder über jeweilige Leermaschen voneinander in Maschenstäbchenrichtung beabstandet,
oder in Form einzelner Maschenstäbchenabschnitte, wobei jeder Maschenstäbchenabschnitt
zwei oder mehr erste oder zwei oder mehr Plüschhenkel umfasst etc. Alternativ dazu
ist es auch denkbar, dass die ersten und die zweiten Plüschhenkel versetzt zueinander
und in unterschiedlichen Maschenstäbchen liegen. Bei dieser Alternative sind folglich,
gesehen in Umfangsrichtung, die Plüschhenkel nicht auf jeder Nadel gestrickt, vielmehr
ist wenigstens eine leere Masche, in der der jeweilige Plüschfaden flott oder fang
liegt, vorgesehen, so dass sich von Maschenreihe zu Maschenreihe respektive Maschenstäbchen
zu Maschenstäbchen ein entsprechender Versatz ausbilden lässt.
[0020] Je nachdem, wie nun konkret die vom Strickmuster vorgegeben Plüschhenkelanordnung
gewählt ist, bestehen hinsichtlich der Anzahl respektive Dichte der jeweiligen unterschiedlichen
Plüschhenkel weitere Variationsmöglichkeiten. So kann die Anzahl der ersten Plüschhenkel
und die Anzahl der zweiten Plüschhenkel im Wesentlichen gleich sein, alternativ kann
die Anzahl an ersten und zweiten Plüschhenkeln auch unterschiedlich sein. Das heißt,
dass die Möglichkeit besteht, die Plüschhenkelebenen oder Plüschhenkelschichten entweder
mit gleicher Dichte zu stricken, oder unterschiedlich dicht zu stricken, so dass beliebige
Variationen je nach der gewünschten Eigenschaft des Gestrickteils hinsichtlich Feuchteabfuhr
und Wärmeeigenschaften gegeben sind. Neben der Anzahl, über die die Dichte variiert
werden kann, kann natürlich auch durch Verwendung unterschiedlich dicker Plüschfäden
eine Dichtevariation erreicht werden.
[0021] Eine zweckmäßige, jedoch keinesfalls beschränkende Ausführungsform sieht vor, dass
der eine Plüschfaden in Form eines 2:1-Plüschs und der andere Plüschfaden in Form
eines 1:2-Plüschs gestrickt ist. Beispielsweise können die niedrigeren, kürzeren Plüschhenkel
als 2:1-Plüsch gestrickt werden, das heißt, dass zwei Plüschmaschen und eine Leermasche,
in der der Plüschfaden nur in das Grundgestrick eingelegt ist, hinterlegt werden.
Der zweite Gestrickfaden, aus dem die höheren oder längeren Plüschhenkel gebildet
werden, kann als 1:2-Plüsch gestrickt werden. Hier wird eine Plüschmasche gefolgt
von zwei leeren Maschen, wo also der Plüschfaden in das Grundgestrick nur eingelegt
ist, hinterlegt.
[0022] Hinsichtlich des Mehrschicht- oder Mehrebenenaufbaus des Gestrickteils im Bereich
der Plüsch- oder Polsterzone sind zwei unterschiedliche Ausgestaltungen denkbar. Gemäß
einer ersten Erfindungsalternative können die ersten und die zweiten Plüschhenkel
zur gleichen Seite des Grundgestricks abstehen. Sie erstrecken sich also beide zur
linken Warenseite, also zur dem Träger in der Tragstellung zugewandten Seite. Alternativ
ist es auch denkbar, dass die ersten Plüschschenkel zur einen Seite des Grundgestricks
und die zweiten Plüschhenkel zur anderen Seite des Grundgestricks abstehen.
[0023] Um dem Gestrickteil eine gewisse Elastizität zu verleihen, ist es zweckmäßig, wenn
wenigstens ein Schussfaden in das Grundgestrick eingelegt ist. Dieser Schussfaden
läuft als Fang und Flottung durch die Grundgestrickmaschen. Er besteht aus einem hinreichend
elastischen Material, beispielsweise Elastan und kann mit oder ohne Umwindung verwendet
werden.
[0024] Dabei ist es zweckmäßig, wenn der Schussfaden zumindest in den Maschenreihen, in
die der die niedrigeren Plüschhenkel bildende Plüschfaden eingebracht ist, eingelegt
ist. Wechseln beispielsweise die Maschenreihen, in denen der erste und der zweite
Plüschfaden und damit die ersten und zweiten Plüschhenkel eingebracht sind, in Gestricklängsrichtung
einander ab, so wird der Schussfaden in jede zweite Maschenreihe, in die der die kürzeren
Plüschhenkel ausbildende Plüschfaden eingebracht ist, eingelegt und läuft als Fang
und Flottung durch die einzelnen Grundgestrickmaschenreihen. Dies bewirkt, dass der
Schussfaden, wenn er durch die Maschen, auf die die kürzeren Plüschhenkel aufplattiert
sind, als Fang eingelegt ist, den Plüschfaden nach innen in das Grundgestrick zieht.
Der Schussfaden ist also als Fang in die Plüschhenkel eingelegt und drückt die kürzeren
Plüschhenkel in das Grundgestrick. Dies ist, wenn der die kürzeren Plüschhenkel bildende
Faden und damit die gestrickten Plüschhenkel dem Feuchtetransport dienen, für eben
diesen vorteilhaft.
[0025] Das Gestrickteil selbst kann beispielsweise als Strumpf ausgeführt sein, wobei die
Plüschhenkel eine zumindest lokale Polsterung bilden. Es liegt auf der Hand, dass
die Plüschhenkel an beliebigen Stellen am Strumpf eingestrickt werden können, beispielsweise
im Bereich der Fußsohle, wo beispielsweise der Schwerpunkt neben der Polsterung insbesondere
auf den Feuchtetransport gelegt wird. Demgegenüber ist beispielsweise im Bereich der
Ferse im Übergang zur Achillessehne das Augenmerk mehr auf die Polsterung als auf
den Feuchtetransport gelegt. All diese unterschiedlichen Eigenschaften können ohne
weiteres durch die erfindungsgemäß vorgesehene Variation hinsichtlich der verwendeten
Plüschfäden sowie der Plüschhenkellängen sowie der Plüschhenkeldichten etc. variiert
und eingestellt werden.
[0026] Neben dem Gestrickteil selbst betrifft die Erfindung ferner ein Verfahren zur Herstellung
eines solchen Gestrickteils. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass mit
wenigstens einem Grundgestrickfaden ein Grundgestrick gestrickt wird, in das wenigstens
zwei Plüschfäden unter Bildung erster und zweiter Plüschhenkel eingestrickt werden,
wobei entweder die ersten und die zweiten Plüschhenkel mit unterschiedlicher Höhe
gestrickt werden, oder wobei die ersten und zweiten Plüschhenkel mit gleicher Höhe
gestrickt werden und das Gestrick anschließend nachbehandelt wird, so dass der eine
Plüschfaden unter Verkürzung der aus ihm gestrickten Plüschhenkel schrumpft.
[0027] Erfindungsgemäß werden im Rahmen der Herstellung beim Stricken des Grundgestricks
die entsprechenden ersten und zweiten Plüschfäden unter Bildung der ersten und zweiten
Plüschhenkel eingestrickt. Gemäß der ersten Alternative werden die ersten und zweiten
Plüschhenkel von Haus aus bereits während des Strickprozesses mit unterschiedlichen
Längen oder Höhen gestrickt. Das fertige Gestrickteil zeigt somit bereits den Mehrschicht-
oder Mehrebenenaufbau. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, beim Stricken des
Gestrickteils die ersten und zweiten Plüschhenkel mit gleicher Länge, also unter Verwendung
derselben Platine zu stricken. Die verschiedenen Plüschhenkellängen werden sodann
im Rahmen einer Nachbehandlung erzeugt, indem durch diese Nachbehandlung der eine
Plüschfaden schrumpft, während der andere Plüschfaden seine Form nahezu beibehält.
Bei dieser Erfindungsausgestaltung werden demzufolge ein erster und ein zweiter Plüschfaden
verwendet, die sich in ihrem Schrumpfverhalten bei Einwirken entsprechender Umgebungsbedingungen
verändern. Im Rahmen dieser Nachbehandlung verkürzt sich folglich der eine Plüschfaden
und damit die aus ihm gebildeten Plüschhenkel, während der andere Plüschfaden und
damit die aus ihm gebildeten Plüschhenkel ihre ursprüngliche Länge beibehalten.
[0028] Die Nachbehandlung des Gestricks kann beispielsweise eine thermische Behandlung,
insbesondere mittels warmem oder heißem Wasser oder Dampf sein, das heißt, dass das
gestrickte Gestrickteil beispielsweise gewaschen oder dampfbehandelt wird, wobei die
Behandlungstemperatur gleich oder oberhalb der Temperatur, ab der der eine Plüschfaden
schrumpft, durchgeführt wird. Alternativ ist es auch denkbar, eine Nachbehandlung
durch Bestrahlung, insbesondere mit UV-Licht vorzunehmen. Über dieses UV-Licht kann
ebenfalls eine Art thermische Behandlung erreicht werden, da die unterschiedlichen
Fäden das UV-Licht in unterschiedlicher Weise absorbieren. Denkbar ist auch, dass
allein die Bestrahlung, beispielsweise mit UV-Licht, die Materialeigenschaften des
einen Plüschfadens beeinflusst respektive verändert, so dass dieser schrumpft respektive
sich verkürzt.
[0029] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden
beschriebenen Ausführungsbeispielen sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Gestrickteils in Form eines Strumpfes,
und
- Fig. 2
- eine Prinzipdarstellung eines Maschenbilds im Bereich der Plüsch- oder Polsterungszone
des Strumpfes aus Fig. 1.
[0030] Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Gestrickteil 1 in Form eines Strumpfes 2 mit einem
Fußabschnitt 3 und einem Wadenabschnitt 4.
[0031] Der Strumpf 2 besteht aus einem Grundgestrick 5, das hier über die weniger dichte
Strichelung dargestellt ist. Im Fußbereich 3 ist eine Plüsch- oder Polsterungszone
6 ausgebildet, indem in das Grundgestrick 5 zusätzlich zwei unterschiedliche Plüschfäden,
die unterschiedlich lange Plüschhenkel bilden, eingestrickt sind. Exemplarisch ist
hier der Plüsch- oder Polsterungsbereich 6 als um den Strumpfkörper ring- oder zylinderförmig
umlaufend dargestellt. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, diesen Plüsch-
oder Polsterungsbereich 6 auch nur lokal auszubilden.
[0032] In diesem Plüsch- oder Polsterungsbereich 6 ist, nachdem die aus den beiden unterschiedlichen
Plüschfäden gestrickten Plüschhenkel unterschiedlich lang sind, folglich ein Dreischicht-
oder Dreiebenenaufbau gegeben, nämlich zum einen die Ebene des Grundgestricks 5, sodann
die Ebene gebildet über die kürzeren Plüschhenkel, und schließlich die Ebene gebildet
über die langen Plüschhenkel. Über die verwendeten Plüschfäden, die insbesondere unterschiedlich
sind und aus unterschiedlichen Materialien bestehen und/oder unterschiedliche Eigenschaften
wie unterschiedliche Schrumpfungsverhalten, unterschiedliche Elastizität, unterschiedliche
Oberfläche und/oder unterschiedliche Dicke aufweisen, in Verbindung mit einer Variation
der Anzahl an ersten und zweiten Plüschhenkeln können die Eigenschaften des Plüsch-
oder Polsterungsbereichs in weiten Bereichen eingestellt respektive variiert werden.
[0033] Bevorzugt wird der Plüsch- oder Polsterungsbereich 5 so ausgeführt, dass er einerseits
eine haptisch angenehme Polsterung bietet und andererseits eine gute Feuchteabfuhr
respektive einen guten Feuchtetransport durch das Gestrickteil nach außen ermöglicht.
Dies wird dadurch erreicht, dass die längeren Plüschhenkel, die also aus der Ebene
des Grundgestricks am weitesten hervortreten, und die an der Haut des Trägers anliegen,
beispielsweise aus einem Naturfaden wie Wolle oder Seide gestrickt sind. Die Plüschhenkel,
die kürzer sind, und die schwerpunktmäßig dem Feuchtetransport dienen, sind beispielsweise
aus einer Kunstfaser wie PA gestrickt und liegen bevorzugt als Zwischenschicht zwischen
der Grundgestrickschicht oder -ebene und der Schicht oder Ebene der längeren Plüschhenkel.
Kommt zusätzlich ein Schussfaden zum Einsatz der als Fang in den kürzeren Plüschhenkeln
liegt, so werden diese zusätzlich etwas in das Grundgestrick hineingedrückt, was für
den Feuchtetransport durch das Grundgestrick nach außen von Vorteil ist.
[0034] Ein Beispiel eines Maschenbildes zur Ausbildung eines solchen Plüsch- oder Polsterungsbereichs
6 ist in Fig. 2 gezeigt. Gezeigt sind mehrere Maschenreihen I - VI, die in Gestricklängsrichtung
L aufeinander abfolgen, wobei jede Maschenreihe I - VI aus einer Vielzahl einzelner,
in Umfangsrichtung U aneinander anschließender Maschen besteht. In Umfangsrichtung
sind exemplarisch sieben Nadeln (exemplarisch mit den Ziffern 4 - 10 bezeichnet) der
Rundstrickmaschine, mithin also, gesehen in Gestricklängsrichtung, sieben Maschenstäbchen
dargestellt.
[0035] Gezeigt ist der als durchgezogene, schwarze Linie gezeigte Grundgestrickfaden 7.
Das Grundgestrick ist hier exemplarisch als Rechts-Links-Gestrick ausgeführt. Bei
dem Grundgestrickfaden 7 kann es sich um einen beliebigen Faden aus einer Kunst- oder
Naturfaser handeln.
[0036] Gezeigt ist des Weiteren ein Schussfaden 8, vorzugsweise aus einem elastischen Material
wie Elastan oder Ähnlichem, der im gezeigten Beispiel in jede zweite Maschenreihe,
hier die Maschenreihen II, IV und VI, eingelegt ist.
[0037] Zur Ausbildung der eigentlichen Polsterung sowie der unterschiedlichen Plüschhenkel
ist ein erster Plüschfaden 9 sowie ein zweiter Plüschfaden 10 in das Grundgestrick
5 eingestrickt respektive auf ausgewählte Maschen des Grundgestrickfadens 7 aufplattiert.
Der erste Plüschfaden 9 bildet kürzerer Plüschhenkel 11 aus, während der zweite Plüschfaden
10 längere Plüschhenkel 12 ausbildet. Das heißt, dass die ersten Plüschhenkel 11 weniger
weit aus der Ebene des Grundgestricks 5 hervorstehen als die zweiten, längeren Plüschhenkel
12.
[0038] In Fig. 2 sind die unterschiedlichen Plüschhenkellängen zusätzlich durch Längen-
oder Abstandsangaben gezeigt. Die Länge der kürzeren Plüschhenkel 11 ist mit "a" angegeben,
die der längeren Plüschhenkel 12 mit "b". Die jeweiligen Längen "a", "b" bemessen
sich quasi von der Oberkante oder Oberseite des Grundgestrickfadens 7 zur Unterkante
oder Unterseite des jeweiligen Plüschfadens 9, 10 im jeweiligen Plüschhenkel 11, 12.
[0039] Im gezeigten Beispiel ist in jeweils einer Maschenreihe I - VI nur ein Plüschfaden
9, 10 eingebracht. Der erste Plüschfaden 9 ist in den Maschenreihen I, III und V eingebracht,
während der zweite Plüschfaden 10 in den Maschenreihen II, IV und VI eingebracht ist.
[0040] Im gezeigten Beispiel ist der erste Plüschfaden 9, bei dem es sich beispielsweise
um einen PA-Faden, vorzugsweise texturiert, gegebenenfalls hochelastisch und mit oder
ohne Seele ausgeführt, als 2:1-Plüsch gestrickt, so dass sich Plüschhenkel 11, gesehen
in Umfangsrichtung, auf zwei nebeneinanderliegenden Nadeln bilden, gefolgt von einer
leeren Nadel, in der der erste Plüschfaden 9 nur eingelegt ist, gefolgt von wiederum
zwei Plüschhenkeln 11 etc. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind beispielsweise auf
den Nadeln "6", "7" respektive den entsprechenden Maschenstäbchen die beiden Plüschhenkel
11 in den Maschenreihen I, III und V ausgebildet, während über der Nadel "8" der erste
Plüschfaden 9 flott liegt, wonach wiederum auf den Nadeln "9", "10" zwei Plüschhenkel
11 ausgebildet sind, während auf der nächstfolgenden Nadel (hier nicht gezeigt) der
Plüschfaden 9 wiederum flott liegt etc.
[0041] Demgegenüber ist der zweite Plüschfaden 10, bei dem es sich beispielsweise um einen
Naturfaden, insbesondere Wolle handelt, als 1:2-Plüsch gestrickt. Der jeweilige Plüschhenkel
12 liegt folglich auf einer ersten Nadel respektive auf einer ersten Grundgestrickmasche
aufplattiert, wonach, gesehen in Umfangsrichtung, auf den beiden nächstfolgenden Nadeln
respektive Grundgestrickmaschen kein zweiter Plüschhenkel 11 gebildet ist, vielmehr
liegt der zweite Plüschfaden 10 hier lediglich im Grundgestrick, während auf der nächstfolgenden
Nadel wiederum ein Plüschhenkel 12 ausgebildet ist. Exemplarisch ist hier, siehe beispielsweise
die Maschenreihe IV, auf der Nadel "4" respektive dem entsprechenden Maschenstäbchen
ein zweiter, längerer Plüschhenkel 12 ausgebildet, während auf den Nadeln "5", "6"
respektive den entsprechenden Maschenstäbchen der zweite Plüschfaden lediglich im
Grundgestrick liegt. Auf der Nadel "7" hingegen ist wiederum ein zweiter, längerer
Plüschhenkel 12 gebildet, während auf den nächstfolgenden Nadeln "8", "9" der zweite
Plüschfaden 10 wiederum lediglich eingelegt ist und auf der Nadel 10 wiederum ein
längerer, zweiter Plüschhenkel 12 gebildet ist.
[0042] Der Schussfaden 8 läuft als Fang und Flottung durch das Grundgestrick. Im gezeigten
Beispiel liegt er in den Maschenreihen II, IV und VI, also den Maschenreihen, in denen
auch der erste Gestrickfaden 9 geführt ist. Er läuft auf den gleichen Nadeln wie der
erste Plüschfaden 9 als Fang, was dazu führt, dass der Schussfaden 8 den ersten Plüschfaden
9 und damit die über ihn gebildeten ersten Plüschhenkel 11 in das Grundgestrick drückt.
[0043] Bei dem gezeigten Maschenbeispiel und den unterschiedlichen Strickmustern der beiden
Plüschfäden 9, 10 (2:1-Plüsch beim Plüschfaden 9 und 1:2-Plüsch beim Plüschfaden 10)
ergibt sich folglich eine unterschiedliche Anzahl an ersten und zweiten Plüschschenkeln
11, 12. Die Anzahl an ersten Plüschhenkeln 11 ist deutlich größer als die Anzahl an
zweiten Plüschhenkeln 12. Anzumerken ist, dass die gewählten Strickmuster der Plüschfäden
9, 10 lediglich exemplarisch sind, sie können selbstverständlich auch anders gewählt
werden, worüber die jeweilige Plüschhenkelanzahl und damit auch die Dichte der Plüschhenkel
variiert werden kann.
[0044] Im gezeigten Beispiel wechseln folglich die Plüschfäden 9, 10 von Maschenreihe zu
Maschenreihe. Aufgrund der unterschiedlichen Strickmuster ergeben sich Maschenstäbchen,
in denen beide Plüschhenkel 11, 12 einander abwechselnd vorliegen, beispielsweise
die Maschenstäbchen auf den Nadeln "4", "7" und "10". Demgegenüber gibt es auch Maschenstäbchen,
in denen kein Plüschhenkel gegeben ist, beispielsweise die Maschenstäbchen auf den
Nadeln "5", "8". Ferner sind Maschenstäbchen gegeben, in denen nur erste Plüschhenkel
11 gegeben sind, beispielsweise die Maschenstäbchen "6" und "9".
[0045] Da die Plüschhenkel 11, 12 unterschiedlich lang sind, bilden sich folglich am fertigen
Gestrickteil 1 unterschiedliche Schichten oder Ebenen heraus. Die eine Schicht, hier
exemplarisch die außenliegende Gestrickschicht oder -ebene, wird vom Grundgestrick
gebildet. Zur linken Warenseite, also zur Seite des Trägers hin gerichtet stehen sodann
die ersten und zweiten Plüschhenkel 11, 12 ab. Die Plüschhenkel 11 bilden, da kürzer
als die Plüschhenkekl 12, eine zweite Ebene oder Zwischenebene, die etwas aus der
Grundgestrickebene heraussteht. Noch weiter zum Träger gerichtet, unmittelbar an der
Haut des Trägers anliegend, ist mit den zweiten, langen Plüschhenkeln 12 die dritte
Gestrickschicht oder -ebene gebildet, die quasi, bezogen auf die Tragstellung, die
innere Gestrickteilebene bildet.
[0046] Wird, wie beschrieben, als zweiter Plüschfaden Wolle verwendet, so kann durch die
über die längeren, höheren Plüschhenkel 12 gebildete innenliegende Plüschebene ein
sehr angenehmes Traggefühl bei guter Polsterung verliehen werden. Die Eigenschaften
von Wolle sind unter anderem eine gute Wärmehaltung sowie ein guter Temperaturausgleich,
sie ist atmungsaktiv und schmutz- und wasserabweisend. Sie weist auch einen gewissen
antibakteriellen Eigenschutz auf.
[0047] Der Polsterung natürlich ebenfalls zuträglich sind auch die kürzeren Plüschhenkel
11, die die Zwischenebene bilden. Sie sind zum Teil auch etwas in das Grundgestrick
über den Schussfaden gedrückt. Als Fasermaterial wird vorzugsweise PA verwendet, das
ein geringes Feuchteaufnahmevermögen besitzt. Aufgrund der Kapillarwirkung kann anfallende
Feuchtigkeit, beispielsweise durch Schwitzen, über die PA-Plüschhenkel 11, mithin
also die Zwischenebene, durch das Gestrickteil 1 respektive das Grundgestrick 5 nach
außen transportiert werden, mithin also eine gute Klimatisierung erreicht werden.
[0048] Die beiden Plüschfäden 9, 10 können mit gleicher Dicke verwendet werden, sie können
aber auch mit unterschiedlicher Dicke verwendet werden. So kann beispielsweise zur
Erhöhung der Dichte der Ebene gebildet aus den zweiten Plüschhenkeln 12 ein dickerer
Wollfaden verwendet werden, so dass jeder Plüschhenkel 12 deutlich dicker als ein
Plüschhenkel 11 ist. Das heißt, dass das Wollvolumen an der Gestrickteilinnenseite
hierüber vergrößert werden kann, mithin also mehr haptisch angenehmes Material bei
gleichzeitig niedrigerer Plüschhenkelanzahl gegeben ist. Dies ist auch der Polsterung
zuträglich. Als erster Plüschfaden 9, beispielsweise als PA-Faden kann ein deutlich
dünnerer Faden verwendet werden, der natürlich einerseits der Polsterung zuträglich
ist, andererseits aber primär dem Feuchtigkeitstransport respektive der Klimatisierung
dient. Er liegt in höherer Plüschhenkelanzahl vor, um eine hohe Transportoberfläche
zu bieten.
1. Gestrickteil, mit einem aus wenigstens einem Grundgestrickfaden (7) gestrickten Grundgestrick
(5), sowie wenigstens zwei auf den Grundgestrickfaden (7) aufplattierten, erste und
zweite Plüschhenkel (11, 12) ausbildenden Plüschfäden (9, 10), dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und die zweiten Plüschhenkel (11, 12) unterschiedlich hoch sind.
2. Gestrickteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Plüschfäden (9, 10) aus unterschiedlichen Materialen bestehen und/oder
unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.
3. Gestrickteil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Plüschfäden (9, 10) ein unterschiedliches Schrumpfungsverhalten bei thermischer
Behandlung und/oder eine unterschiedliche Elastizität und/oder eine unterschiedliche
Oberfläche und/oder eine unterschiedliche Dicke aufweisen.
4. Gestrickteil nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Plüschfaden (9) aus einer Kunstfaser, insbesondere PA und der andere Plüschfaden
(10) aus Naturfaser, insbesondere Wolle ist.
5. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Plüschfäden (9, 10) in separaten Maschenreihen (I-VI) des Grundgestricks
(5) eingebracht sind.
6. Gestrickteil nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Plüschfäden (9, 10) in aufeinanderfolgende Maschenreihen (I-VI) eingebracht
sind, oder dass zwischen den Maschenreihen (I-VI) jeweils wenigstens eine nicht mit
einem Plüschfaden (9, 10) versehene Maschenreihe vorgesehen ist, oder dass sich mehrere
mit dem ersten Plüschfaden (9) versehene, aufeinanderfolgenden Maschenreihen und mehrere
mit dem zweiten Plüschfaden (10) versehene, aufeinander folgenden Maschenreihen abwechseln
oder zwischen diesen wenigstens eine nicht mit einem Plüschfaden belegte Maschenreihe
vorgesehen ist.
7. Gestrickteil nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Plüschfäden (9, 10) jeweils spiralförmig durch das Grundgestrick (5) laufen,
oder dass die Plüschfäden (9, 10) in der jeweiligen Maschenreihe (I-VI) nur abschnittsweise
in Umfangsrichtung (U) verlaufen.
8. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Plüschfaden (9, 10) in derselben Maschenreihe, jeweils abschnittsweise
in Umfangsrichtung (U) verlaufend, in das Grundgestrick (5) eingebracht sind.
9. Gestrickteil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass gesehen in Umfangsrichtung (U) mehrere aus dem ersten und dem zweiten Plüschfaden
(9, 10) gebildete Abschnitte einander abwechseln.
10. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Plüschhenkel (11, 12) zumindest teilweise in gemeinsamen Maschenstäbchen
liegen, oder dass die ersten und zweiten Plüschhenkel (11, 12) versetzt zueinander
und in unterschiedlichen Maschenstäbchen liegen.
11. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der ersten Plüschhenkel (11) und die Anzahl der zweiten Plüschhenkel (12)
gleich oder unterschiedlich ist.
12. Gestrickteil nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Plüschfaden (9) in Form eines 2:1-Plüschs und der andere Plüschfaden (10)
in Form einen 1:2-Plüschs gestrickt ist.
13. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und die zweiten Plüschhenkel (11, 12) zur gleichen Seite des Grundgestricks
(5) abstehen, oder dass die ersten Plüschhenkel (11) zur einen Seite des Grundgestricks
(5) und die zweiten Plüschhenkel (12) zur anderen Seite des Grundgestricks (5) abstehen.
14. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Schussfaden (8) in das Grundgestrick (5) eingelegt ist.
15. Gestrickteil nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfaden (8) zumindest in die Maschenreihen (I-VI), in die der die niedrigeren
Plüschhenkel (11) bildenden Plüschfaden (9) eingebracht ist, eingelegt ist.
16. Gestrickteil nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Strumpf (2) ist und die Plüschhenkel (11, 12) eine zumindest lokale Polsterung
bilden.
17. Verfahren zur Herstellung eines Gestrickteils nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass mit wenigstens einem Grundgestrickfaden (7) ein Grundgestrick (5) gestrickt wird,
in das wenigstens zwei Plüschfäden (9, 10) unter Bildung erster und zweiter Plüschhenkel
(11, 12) eingestrickt werden, wobei entweder die ersten und die zweiten Plüschhenkel
(11, 12) mit unterschiedlicher Höhe gestrickt werden, oder wobei die ersten und zweiten
Plüschhenkel (11, 12) mit gleicher Höhe gestrickt werden und das Gestrick anschließend
nachbehandelt wird, so dass der eine Plüschfaden (9, 10) unter Verkürzung der aus
ihm gestrickten Plüschhenkel schrumpft.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestrick thermisch, insbesondere mittels Wasser oder Dampf, oder durch Bestrahlung,
insbesondere mit UV-Licht nachbehandelt wird.