Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Dichtungsträger für eine Strömungsmaschine.
Stand der Technik
[0002] Wie nachstehend im Einzelnen erläutert, kann es sich bei der Strömungsmaschine bevorzugt
um ein Strahltriebwerk handeln. Ein Bestandteil davon ist ein sogenannter Dichtungsträger,
der im Bereich eines Laufschaufelkranzes den Heißgaskanal nach radial außen hin einfasst.
Ein solcher Dichtungsträger weist ein erstes und ein zweites Dichtungsträgersegment
auf, die bezogen auf einen Umlauf um eine Längsachse der Strömungsmaschine aufeinander
folgend zusammengesetzt sind. Radial innen weist das erste Dichtungsträgersegment
eine erste Dichtstruktur auf und das zweite Dichtungsträgersegment eine zweite Dichtstruktur.
Darstellung der Erfindung
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, einen besonders
vorteilhaften Dichtungsträger für eine Strömungsmaschine anzugeben.
[0004] Erfindungsgemäß löst diese Aufgabe zum einen ein Dichtungsträger gemäß Anspruch 1,
bei dem die erste und die zweite Dichtstruktur bezogen auf den Umlauf um die Längsachse
der Strömungsmaschine derart miteinander verschränkt sind, dass eine Schnittebene,
welche die Längsachse der Strömungsmaschine beinhaltet, sowohl die erste also auch
die zweite Dichtstruktur schneidet,
sowie zum anderen
ein Dichtungsträger gemäß Anspruch 9, bei dem die erste und die zweite Dichtstruktur
aneinander anliegen.
[0005] Bevorzugte Ausführungsformen finden sich in der vorliegenden Beschreibung und den
abhängigen Ansprüchen, wobei in der Darstellung der Merkmale nicht immer im Einzelnen
zwischen Verfahrens- und Vorrichtungs- bzw. Verwendungsaspekten unterschieden wird;
jedenfalls implizit ist die Offenbarung hinsichtlich sämtlicher Anspruchskategorien
zu lesen. Es sind insbesondere auch sämtliche zu einem Dichtungsträger getroffenen
Angaben zugleich auf eine Strömungsmaschine, insbesondere ein Strahltriebwerk, mit
einem solchen Dichtungsträger zu lesen.
[0006] Den beiden Lösungsvarianten, also der "Verschränkung" der Dichtstrukturen gemäß Anspruch
1 bzw. deren "Anlage" aneinander gemäß Anspruch 9, liegt dieselbe erfinderische Idee
zugrunde, nämlich den Strömungspfad zwischen den Dichtstrukturen zu verlängern bzw.
zu blockieren. Durch Erhöhung des Strömungswiderstands lässt sich die Dichtwirkung
verbessern und damit ein höherer Wirkungsgrad erzielen. Werden hingegeben im Unterschied
zum erfindungsgemäßen Gegenstand Dichtungsträgersegmente gemäß dem Stand der Technik
zusammengesetzt, liegt umlaufend zwischen den Dichtstrukturen in der Regel eine Trennfuge
mit einer Größe zwischen 0,3 mm und 0,4 mm vor (in Umlaufrichtung genommen), die sich
axial geradlinig durchgehend erstreckt. Dies bedingt Leckagen und hat Wirkungsgradeinbußen
zur Folge.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies vermieden, indem die Dichtstrukturen miteinander verschränkt
sind oder aneinander anliegen, letzteres jedenfalls im Heißzustand, bevorzugt auch
bereits im Kaltzustand. Gegenüber dem Vergleichsfall einer sich axial geradlinig durchgehend
erstreckenden Trennfuge wird der Strömungspfad somit zumindest verlängert. Die in
Anspruch 1 konkretisierte "Schnittebene", welche die Längsachse der Strömungsmaschine
(nachstehend auch "Strömungsmaschinen-Längsachse") beinhaltet, sich also axial und
radial erstreckt, schneidet aufgrund der Verschränkung sowohl die erste als auch die
zweite Dichtstruktur. Dies gilt dann üblicherweise für sämtliche jeweils die Strömungsmaschinen-Längsachse
beinhaltenden Schnittebenen, die innerhalb eines gewissen Umlaufwinkelintervalls liegen,
das sich bspw. über mindestens 0,01°, 0,03° bzw. 0,05° und (davon unabhängig) z. B.
nicht mehr als 1°, 0,8° bzw. 0,5° erstrecken kann (jeweils in der Reihenfolge der
Nennung zunehmend bevorzugt). Im Vergleichsfall der axial geradlinigen Trennfuge gibt
es hingegen keine einzige solche Schnittebene, die beide Dichtstrukturen zugleich
schneidet (sondern schneiden entsprechende Ebenen entweder die eine oder die andere
Dichtstruktur bzw. liegen sie dazwischen).
[0008] Das erste und das zweite Dichtungsträgersegment können bevorzugt jeweils eine Halbschale
sein, siehe unten. Bevorzugt gibt es dann nicht nur einen durch die Verschränkung
bzw. die Anlage strömungsoptimierten Übergang, sondern ist auch der zweite Übergang
zwischen den Dichtstrukturen der Halbschalen optimiert, bevorzugt analog dem ersten
(sind also die beiden Übergänge dann entweder durch die Verschränkung oder die Anlage
optimiert). Ganz allgemein sind in dem Dichtungsträger bevorzugt sämtliche Übergänge
zwischen umlaufend aufeinander folgenden Dichtstrukturen, die jeweils unterschiedlichen
Dichtungsträgersegmenten zugeordnet sind, in erfindungsgemäßer Weise strömungsoptimiert.
[0009] Generell sind im Rahmen dieser Offenbarungen "ein" und "eine" als unbestimmte Artikel
zu lesen, also ohne ausdrücklich gegenteilige Angabe jeweils auch als "mindestens
ein" bzw. "mindestens eine". Es können also bspw., wie vorstehend erläutert, auch
mehrere Schnittebenen das hauptanspruchsgemäße Kriterium erfüllen bzw. können auch
mehrere Übergänge des Dichtungsträgers entsprechend strömungsoptimiert sein. Die Strömungsmaschine
kann dann bspw. eine Mehrzahl entsprechend gestalteter Dichtungsträger aufweisen.
[0010] Der Dichtungsträger ist aus den Dichtungsträgersegmenten "zusammengesetzt", letztere
werden also zuvor jeweils für sich gesondert hergestellt und dann zusammengebaut.
Der Zusammenbau kann im Allgemeinen auch stoffschlüssig erfolgen, bspw. durch Schweißen
oder Verlöten, etwa induktives Löten. Bevorzugt kann ein Dichtungsträger sein, der
aus zwei Dichtungsträgerhalbschalen zusammengesetzt ist, die miteinander ausschließlich
form- und/oder kraftschlüssig zusammengebaut sind. Die Dichtungsträgerhalbschalen
können dabei aber bspw. auch ihrerseits jeweils aus mehreren Dichtungsträgersegmenten
aufgebaut sein, die je Dichtungsträgerhalbschale miteinander stoffschlüssig verbunden,
insbesondere verlötet sind, bevorzugt jeweils aus drei Dichtungsträgersegmenten. Bevorzugt
sind dann sowohl die Übergänge zwischen den Dichtungsträgerhalbschalen als auch jene
innerhalb einer jeweiligen Halbschale in erfindungsgemäßer Weise strömungsoptimiert.
Die Herstellung der Dichtungsträgersegmente erfolgt bevorzugt generativ, also durch
selektives Verfestigen eines formlosen oder formneutralen Materials, siehe unten im
Detail. Mit dem generativen Aufbau lassen sich die Verschränkungs- bzw. Anlagestrukturen
besonders gut erzeugen.
[0011] Nachstehend wird nun zunächst die Variante "Verschränkung" weiter im Detail erläutert.
[0012] Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat eine Trennfuge zwischen der ersten und
der zweiten Dichtstruktur in radialer Richtung gesehen, etwa von der Strömungsmaschinen-Längsachse
aus nach radial außen darauf blickend, zumindest abschnittsweise einen zur axialen
Richtung gewinkelten Verlauf. In anderen Worten soll sich die Trennfuge nicht axial
geradlinig durchgehend erstrecken, sondern bspw. eine Stufenform, mit einer bzw. auch
mehreren Stufen, bzw. auch einen gekrümmten Verlauf haben, also eine Kurvenform beschreiben
(im Sinne einer stetig differenzierbaren Kurve).
[0013] Unabhängig davon im Einzelnen wird durch den zumindest abschnittsweise, also jedenfalls
in einem axialen Abschnitt, zur axialen Richtung gewinkelten Verlauf der Strömungspfad
zwischen den Dichtstrukturen verlängert. "Gewinkelt" kann bspw. einen Winkel von 90°
meinen, etwa im Falle einer reinen Stufenform auch in Verbindung mit einer ansonsten
achsparallelen Erstreckung; andererseits sind auch beliebige Winkel kleiner 90° möglich
(betrachtet wird immer der kleinste mit der axialen Richtung eingeschlossene Winkel),
wobei sich der Winkel über die axiale Erstreckung der Trennfuge auch ändern kann.
Radial kann sich die Trennfuge zumindest abschnittsweise gewinkelt zur radialen Richtung
erstrecken; bevorzugt ist jedoch eine Trennfuge mit in radialer Richtung geradliniger,
ausschließlich radialer Erstreckung.
[0014] Soweit generell im Rahmen dieser Offenbarung auf eine Anordnung "axial" bzw. eine
"axiale Richtung" Bezug genommen wird, bezieht sich dies auf die Strömungsmaschinen-Längsachse.
In der Strömungsmaschine ist die "Strömungsmaschinen-Längsachse" dann bspw. eine Rotationsachse,
um welche der in dem Dichtungsträger angeordnete Laufschaufelkranz drehbar gelagert
ist. Auch "radial" bzw. die "Radialrichtung" beziehen sich auf die Strömungsmaschinen-Längsachse,
liegen nämlich senkrecht dazu. Gleichermaßen beziehen sich "Umlauf" und die "Umlaufrichtung"
darauf, nämlich auf einen Umlauf um die Strömungsmaschinen-Längsachse als Rotationsachse.
[0015] Generell bilden die Dichtstrukturen bevorzugt eine Hohlraumstruktur mit mehreren
axial und umlaufend über Hohlraumwände voneinander getrennten Hohlräumen. Die Hohlräume
werden zwar axial und umlaufend von den Hohlraumwänden eingefasst und sind auch nach
radial außen bevorzugt geschlossen, zur Strömungsmaschinen-Längsachse hin, also nach
radial innen, sind sie jedoch offen. Als Hohlraumstruktur kann eine Wabenstruktur
bevorzugt sein. Die von den Hohlraumwänden begrenzten Hohlräume haben dann, in radialer
Richtung gesehen, jeweils eine sechseckige Form. Dies ist aber im Allgemeinen nicht
zwingend. Soweit generell auf "axial und umlaufend" über die Hohlraumwände voneinander
getrennte und damit aufeinander folgende Hohlräume Bezug genommen wird, meint dies,
dass ein Teil der Hohlräume axial und ein anderer Teil umlaufend aufeinander folgt,
wobei je nach Form und Anordnung einige Hohlräume auch tatsächlich zugleich axial
und umlaufend aufeinander folgen können.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform, welche die Trennfuge mit zumindest abschnittsweise
gewinkelter Erstreckung betrifft, durchsetzt die Trennfuge zumindest einen der Hohlräume.
Dieser zumindest eine Hohlraum wird dann von der ersten und der zweiten Dichtstruktur
gemeinsam gebildet, die Dichtstrukturen sind an der Trennfuge zueinander hin also
zumindest teilweise geöffnet (bezogen auf die Umlaufrichtung).
[0017] Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform sind die Dichtstrukturen an der Trennfuge
zueinander hin geschlossen, wird die Trennfuge also über ihre gesamte Erstreckung
umlaufend beidseitig von trennfugenseitigen Hohlraumwänden der beiden Dichtstrukturen
eingefasst. In anderen Worten ist die sich zumindest abschnittsweise gewinkelt erstreckende
Trennfuge derart in die Hohlraumstruktur hineingelegt, dass sie sich zwischen den
Hohlräumen der Dichtstrukturen erstreckt und dabei keinen der Hohlräume durchsetzt.
Von einer zwischen den Dichtstrukturen gedacht ununterbrochenen Hohlraumstruktur ausgehend
wird die Trennfuge also ausschließlich entlang von Hohlraumwänden durch die Struktur
gelegt.
[0018] In bevorzugter Ausgestaltung sind die Hohlräume zumindest in Umlaufrichtung regelmäßig
angeordnet, auch über die Trennfuge hinweg. Infolge der "regelmäßigen" Anordnung kann
über den Umlauf hinweg im Allgemeinen bspw. eine bestimmte Abfolge unterschiedlich
geformter und/oder angeordneter Hohlräume periodisch, also wiederholt auftreten. Bevorzugt
wiederholt sich über den Umlauf hinweg genau ein Typ Hohlraum (eine Form), und zwar
weiter bevorzugt umlaufend in äquidistanter Anordnung und gleiche Ausrichtung (die
Anordnung ist mit einer bestimmten Zähligkeit drehsymmetrisch). Vorzugsweise sind
die Hohlräume auch in axialer Richtung regelmäßig angeordnet, wiederholt sich also
besonders bevorzugt derselbe Typ Hohlraum in axialer Richtung in äquidistanter Anordnung.
[0019] Bevorzugt haben die Hohlräume in radialer Richtung gesehen jeweils eine polygonförmige
Außenform, besonders bevorzugt eine Sechseckform (Wabenform). Im Falle der an der
Trennfuge zueinander hin geschlossenen Dichtstrukturen kann sich die Trennfuge dann
bei jeder darangrenzenden Wabe entlang zwei Seitenkanten erstrecken, also eine Zick-Zack-Linie
beschreiben.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die Dichtstrukturen dahingehend miteinander
verschränkt, dass eine Hohlraumwand der ersten Dichtstruktur in Umlaufrichtung in
die zweite Dichtstruktur hineinreicht. Diese Hohlraumwand der ersten Dichtstruktur
ist dann axial zwischen Hohlraumwänden der zweiten Dichtstruktur angeordnet, dabei
aber vorzugsweise auch axial dazu beabstandet. Bevorzugt reicht auch eine Hohlraumwand
der zweiten Dichtstruktur in Umlaufrichtung in die erste Dichtstruktur hinein (und
ist sie axial zwischen Hohlraumwänden der ersten Dichtstruktur angeordnet). Weiter
bevorzugt gibt es je Dichtstruktur jeweils eine Mehrzahl entsprechend in Umlaufrichtung
in die jeweilig andere Dichtstruktur hineinreichender Hohlraumwände. Besonders bevorzugt
folgen die entsprechenden Hohlraumwände der beiden Dichtstrukturen in axialer Richtung
abwechselnd aufeinander, wird die Schnittebene also abwechselnd von jeweils einer
Hohlraumwand der ersten und der zweiten Dichtstruktur durchsetzt. Auch unabhängig
davon im Einzelnen muss das "in Umlaufrichtung hineinreichen" der jeweiligen Hohlraumwand
nicht notwendigerweise eine Erstreckung ausschließlich in Umlaufrichtung implizieren,
wenngleich dies bevorzugt ist (in einer Ansicht radial darauf blickend).
[0021] In bevorzugter Ausgestaltung endet bzw. enden die in die jeweilig andere Dichtstruktur
hineinreichende(n) Hohlraumwand bzw. -wände in der jeweilig anderen Dichtstruktur
jeweils zu deren Hohlraumwänden beabstandet. Trotz der Verschränkung verbleibt also
zwischen den Hohlraumwänden der ersten und der zweiten Dichtstruktur gleichwohl ein
gewisses Spiel. Dies kann bspw. hinsichtlich mitunter großer Temperaturdifferenzen,
die zwischen Aus- und Betriebs-Zustand auftreten können, vorteilhaft sein. Trotz eines
möglichen, infolge der Temperaturdifferenzen auftretenden Relativversatzes kann somit
Verspannungen vorgebeugt werden.
[0022] Bei einer bevorzugten Ausführungsform geht an der Schnittebene eine Hohlraumwand
der ersten Dichtstruktur in eine Hohlraumwand der zweiten Dichtstruktur über, bilden
die beiden Hohlraumwände miteinander nämlich einen Formschluss. Dieser Formschluss
soll ein Relativversetzen in Bezug auf die axiale Richtung blockieren, im Allgemeinen
auch nur im Bezug auf eine der axialen Richtungen, bevorzugt jedoch in Bezug auf beide
einander entgegengesetzten axialen Richtungen.
[0023] In bevorzugter Ausgestaltung sind die ineinander übergehenden Hohlraumwände nut und
feder-artig zusammengesetzt, bildet also eine der Hohlraumwände an ihrem umlaufseitigen
Ende eine Nut, in welche die andere Hohlraumwand mit ihrem umlaufseitigen Ende eingesetzt
ist. Ihre Längenerstreckung können der Nutgrund und die Feder hierbei jeweils im Wesentlichen
in radialer Richtung haben. Wenngleich der Formschluss einen axialen Relativversatz
blockiert, kann in Umlaufrichtung aus den einige Absätze zuvor geschilderten Gründen
noch ein gewisses Spiel bestehen, muss die Feder also nicht zwingend bis zum Nutgrund
reichen, jedenfalls im Kaltzustand. Nachstehend werden die aneinander anliegenden
Dichtstrukturen weiter im Detail erläutert.
[0024] In bevorzugter Ausgestaltung weist die erste Dichtstruktur ein Federelement auf und
liegt sie mit diesem Federelement an der zweiten Dichtstruktur an. Das Federelement
bildet eine Anlagefläche, die infolge der Federeigenschaft in Umlaufrichtung elastisch
versetzbar gelagert ist. Dieses "elastisch-versetzbar-gelagert-Sein" geht über eine
materialinhärente, über den E-Modul erfasste Elastizität hinaus, wird nämlich bspw.
durch eine zumindest abschnitts- bzw. bereichsweise freitragend ausgeführte Federelement-Geometrie
unterstützt. In radialer Richtung gesehen kann das Federelement bspw. eine Spangen-
bzw. Brückenform haben. Bevorzugt weist auch die zweite Dichtstruktur ein Federelement
auf, welches eine elastisch versetzbar gelagerte Anlagefläche bildet, wobei die beiden
Dichtstrukturen dann mit ihren Federelementen aneinander anliegen.
[0025] Das Vorsehen einer elastisch gelagerten Anlagefläche kann mit Blick auf einen gewissen
Versatzausgleich von Interesse sein, vgl. auch die vorstehenden Anmerkungen. Idealerweise
lässt sich ein Dichtungsträger realisieren, bei dem die Dichtstrukturen sowohl im
Kalt- als auch im Heißzustand aneinander anliegen, und zwar ohne materialkritische
Verspannungen.
[0026] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Federelement mit einem Lagerungsbereich
in der übrigen Dichtstruktur verschiebbar gelagert, wobei der Versatz der Anlagefläche
in Umlaufrichtung anteilig in eine Verschiebung des Lagerungsbereichs umgesetzt wird.
Im Allgemeinen kann das Federelement dabei an seinem entgegengesetzten Ende auch monolithisch
mit der übrigen Dichtstruktur ausgebildet sein, bevorzugt weist es jedoch einen weiteren
Lagerungsbereich auf, der ebenfalls in der übrigen Dichtstruktur verschiebbar gelagert
ist. Je Lagerungspunkt ergibt sich infolge des "verschiebbar-gelagert-Seins" eine
Relativbeweglichkeit (des Lagerungspunktes gegenüber der übrigen Dichtstruktur) mit
zumindest einer Richtungskomponente in axialer Richtung, bevorzugt kann eine insgesamt
axial ausgerichtete Verschiebestrecke sein. Auch unabhängig davon im Einzelnen lässt
sich eine entsprechende Dichtstruktur mit Federelement in besonders vorteilhafter
Weise generativ herstellen, wobei das Lager dann bspw. bereichsweise mit einem Opfermaterial
aufgebaut wird und die Relativbeweglichkeit dann nach dessen Auslösen gegeben ist.
[0027] Bei einer bevorzugten Ausführungsform, die sowohl im Falle der "Anlage" als auch
bei der "Verschränkung" von Interesse sein kann, weisen die Dichtungsträgersegmente
radial außerhalb der jeweiligen Dichtstruktur jeweils eine Trägerstruktur auf. Die
Dichtungsträgersegmente sind über ihre Trägerstrukturen miteinander verbunden, insbesondere
form- und/oder kraftschlüssig, abgesehen davon jedoch in ihren Dichtstrukturen relativ
zueinander beweglich. Es wird auf die vorstehenden Angaben zum Versatzausgleich und
zu dessen Vorteilen verwiesen.
[0028] In bevorzugter Ausgestaltung ist das erste Dichtungsträgersegment eine erste Dichtungsträgerhalbschale
ist und ist das zweite Dichtungsträgersegment eine zweite Dichtungsträgerhalbschale,
vgl. auch die Anmerkungen eingangs. Bevorzugt erstreckt sich jede der Dichtungsträgerhalbschalen
umlaufend über 180°. Der Dichtungsträger ist dann, bezogen auf die Umlaufrichtung,
ausschließlich aus den beiden Dichtungsträgerhalbschalen zusammengesetzt, diese sind
miteinander form- und/oder kraftschlüssig verbunden, bevorzugt ausschließlich form-
und/oder kraftschlüssig. In anderen Worten bilden die beiden Halbschalen über den
gesamten Umlauf den Dichtungsträger, gibt es also in dem Dichtungsträger von den Halbschalen
abgesehen keine weiteren Dichtungsträgersegmente.
[0029] Wie bereits erwähnt, sind die Dichtungsträgersegmente in bevorzugter Ausgestaltung
jeweils für sich generativ gefertigte Teile. Ganz allgemein ausgedrückt werden die
Teile also anhand eines Datenmodells aus einem formlosen oder formneutralen Material
aufgebaut, das bspw. mittels physikalischer und/oder chemischer Prozesse, etwa durch
ein selektiv lokales Aufschmelzen, selektiv bereichsweise in einen formfesten Zustand
übergeführt wird. Dementsprechend ist eine große Bandbreite unterschiedlicher Geometrien
herstellbar, kann also bspw. in die Dichtstruktur ein Federelement eingeformt werden
oder lassen sich in Umlaufrichtung überstehende Hohlraumwände realisieren, die dann
nach dem Zusammenbau in die andere Dichtstruktur hineinragen. Eine Trägerstruktur,
die dann idealerweise mit der Dichtstruktur im selben Prozess aufgebaut wird, kann
andererseits auf spezielle strukturmechanische Anforderungen hin optimiert werden.
Auch unabhängig davon im Einzelnen kann für die Dichtungsträgersegmente jeweils ein
Aufbau aus einem Pulverbett bevorzugt sein, also durch schichtweise selektives Verfestigen
eines Pulverbetts durch entsprechend selektive Bestrahlung, bevorzugt durch einen
Laserstrahl.
[0030] Wie bereits erwähnt, betrifft die Erfindung auch eine Strömungsmaschine mit einem
vorliegend offenbarten Dichtungsträger, insbesondere ein Strahltriebwerk.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0031] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert,
wobei die einzelnen Merkmale im Rahmen der nebengeordneten Ansprüche auch in anderer
Kombination erfindungswesentlich sein können und auch weiterhin nicht im Einzelnen
zwischen den unterschiedlichen Anspruchskategorien unterschieden wird.
[0032] Im Einzelnen zeigen
- Figur 1a-b
- jeweils zwei Dichtstrukturen eines Dichtungsträgers, die in einer sich zumindest abschnittsweise
gewinkelt erstreckenden Trennfuge aneinander grenzen und dabei zueinander hin geöffnet
sind;
- Figur 2
- zwei Dichtstrukturen eines Dichtungsträgers, die in einer sich gewinkelt zur axialen
Richtung erstreckenden Trennfuge aneinander grenzen und dabei zueinander hin geschlossen
sind;
- Figur 3
- zwei Dichtstrukturen eines Dichtungsträgers mit einer Hohlraumstruktur, deren Hohlraumwände
wechselseitig in die jeweilig andere Dichtstruktur hineinreichen;
- Figur 4
- zwei Dichtstrukturen eines Dichtungsträgers mit einer Hohlraumstruktur, deren Hohlraumwände
an einer Trennfuge zwischen den Dichtstrukturen formschlüssig ineinander übergehen;
- Figur 5a, b
- zwei Dichtstrukturen eines Dichtungsträgers, die mit Federelementen aneinander anliegen;
- Figur 6
- ein Strahltriebwerk mit einem Dichtungsträger in schematischer Ansicht.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
[0033] Die Figuren 1a-c illustrieren jeweils eine erste Dichtstruktur 1a und eine zweite
Dichtstruktur 1b, und zwar radial zu einer Strömungsmaschinen-Längsachse 2 darauf
blickend. Die Dichtstrukturen 1a, b sind jeweils Teil einer jeweiligen Dichtungsträgerhalbschale
(nicht im Einzelnen dargestellt), die Dichtungsträgerhalbschalen sind zu einem Dichtungsträger
zusammengesetzt. Dazu weisen die Dichtungsträgerhalbschalen radial außerhalb der jeweiligen
Dichtstruktur 1a, b jeweils eine Trägerstruktur auf, über welche die Halbschalen miteinander
verbunden sind. Die in den Figuren gezeigten Dichtstrukturen 1a, b bilden den radial
inneren Teil des Dichtungsträgers. Vereinfacht ausgedrückt hat der Dichtungsträger
insgesamt eine Ringform und begrenzt er den Heißgaskanal eines Strahltriebwerks nach
radial außen. In dem Strahltriebwerk beherbergt der Dichtungsträger einen Laufschaufelkranz,
mit ihren radial äußeren Enden streifen die Laufschaufeln dann also entlang der in
den Figuren dargestellten Dichtstruktur 1, diese wird auch als Einlaufbelag bezeichnet.
[0034] Die erste Dichtstruktur 1a und die zweite Dichtstruktur 1a bilden einen Hohlraumstruktur
mit mehreren nach radial innen offenen, wabenförmigen Hohlräumen 3. Axial und in Umlaufrichtung
4 sind die Hohlräume 3 über Hohlraumwände 5 voneinander getrennt.
[0035] Zwischen der ersten 1a und der zweiten Dichtstruktur verläuft eine Trennfuge 6. Im
Falle der Figuren 1a-c sind die erste 1a und die zweite Dichtstruktur 1b an der Trennfuge
6 zueinander hin geöffnet. Die Trennfuge 6 durchsetzt also einige der Hohlräume 3,
die an der Trennfuge 6 angeordneten Hohlräume 3 werden sowohl von Hohlräumwänden 5
der ersten 1a als auch der zweiten Dichtstruktur 1b begrenzt. Im Übrigen unterschieden
sich die Figuren 1a-c dann im Verlauf der Trennfuge 6.
[0036] So zeigt Figur 1a eine Trennfuge 6 mit einer Stufe, davon abgesehen aber achsparalleler
Erstreckung. Im Unterschied dazu hat die Trennfuge 6 gemäß Figur 1b über ihre gesamte
axiale Erstreckung einen gekrümmten Verlauf, der mit der axialen Richtung eingeschlossene
Winkel ändert sich über die axiale Erstreckung. Die Trennfuge 6 der Ausführungsform
gemäß Figur 1c hat zwar für sich betrachtet eine geradlinige Erstreckung, liegt aber
insgesamt zur axialen Richtung verkippt. Jede dieser Ausführungsformen ist insoweit
vorteilhaft, als die Trennfuge 6 im Vergleich zu einer geradlinigen und ausschließlich
achsparalleln Erstreckung verlängert ist, was entsprechend den Strömungspfad verlängert
und damit den Strömungswiderstand erhöht. Damit lässt sich der Wirkungsgrad verbessern,
vgl. auch die Beschreibungseinleitung.
[0037] Einen verbesserten Wirkungsgrad ergibt auch die Ausführungsform gemäß Figur 2, bei
welcher die Trennfuge 6 eine Zick-Zack-Linie beschreibt. Im Unterschied zu den Ausführungsformen
gemäß den Figuren 1a-c sind die erste 1a und die zweite Dichtstruktur 1b in diesem
Fall jedoch an der Trennfuge 6 zueinander hin geschlossen. Die Trennfuge 6 durchsetzt
also keinen der Hohlräume 3. Sie wird umlaufend beidseits von trennfugenseitigen Hohlraumwänden
5aa, 5ba der jeweiligen Dichtstruktur 1a, b eingefasst.
[0038] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 3 wird eine Verlängerung des Strömungspfades
zwischen den Dichtstrukturen 1a, b erreicht, indem Hohlraumwände 5ab der ersten Dichtstruktur
1a in die zweite Dichtstruktur 1b hineinreichen und Hohlraumwände 5bb der zweiten
Dichtstruktur 1b in die erste Dichtstruktur 1a hineinreichen. Der Strömungspfad wird
also labyrinthartig verlängert.
[0039] Bei der Ausführungsform gemäß Figur 4 gehen Hohlraumwände 5ac der ersten Dichtstruktur
1a formschlüssig in Hohlraumwände 5bc der zweiten Dichtstruktur 1b über. Dazu greifen
die Hohlraumwände 5ac, 5bc nut- und federartig ineinander, womit im Idealfall ein
Strömungspfad zwischen den Dichtstrukturen 1a,b auch vollständig blockiert werden
kann.
[0040] Bei sämtlichen bislang geschilderten Ausführungsformen waren die erste 1a und die
zweite Dichtstruktur 1b miteinander verschränkt, gibt es also eine die Strömungsmaschinen-Längsachse
2 beinhaltende Schnittebene (die Schnittebene erstreckt sich axial und radial), die
sowohl die erste 1a also auch die zweite Dichtstruktur 1b schneidet. Bei den dargestellten
Ausführungsformen würde diese Schnittebene horizontal in der Zeichenebene und senkrecht
dazu liegen.
[0041] Auch mit der Ausführungsform bzw. den Ausführungsformen gemäß den Figuren 5a, b wird
eine Verlängerung bzw. Blockade der Strömungspfade zwischen den Dichtstrukturen 1a,
b erreicht. In diesem Fall liegen die Dichtstrukturen jedoch aneinander an, wozu sie
jeweils ein Federelement 50a, b aufweisen. Die Federelemente 50a, b bilden jeweils
eine Anlagefläche 51a, b, damit liegen sie aneinander an. Aufgrund der federnden Eigenschaften
sind die Anlageflächen 51a, b in Umlaufrichtung ein Stück weit elastisch versetzbar
gelagert, was einen Versatzausgleich erlaubt, etwa im Falle von Temperaturschwankungen.
[0042] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 5a sind die Federelemente 50a, b jeweils
axial endseitig mit der übrigen jeweiligen Dichtstruktur 1a, b verbunden, dazwischen
sind sie zur Unterstützung der Federfunktion freitragend ausgeführt. Bei der Ausführungsform
gemäß 5b ist das Federelement 50a mit zwei an den axial entgegengesetzten Enden angeordneten
Lagerungsbereichen 50aa, ab jeweils verschiebbar in der übrigen Dichtstruktur gelagert.
Wird die Anlagefläche 51 also in Umlaufrichtung 4 versetzt, wird ein Teil dieses Versatzes
in eine Verschiebung der Lagerungsbereiche 50aa, ab umgesetzt.
[0043] Figur 6 zeigt eine Strömungsmaschine 60, nämlich ein Strahltriebwerk, in einem schematischen
Schnitt, wobei die Schnittebene die Längsachse 2 der Strömungsmaschine 60 beinhaltet.
Die Strömungsmaschine gliedert sich funktional in Verdichter 60a, Brennkammer 60b
und Turbine 60c. Der Verdichter 60a ist aus mehreren Stufen 61a, b aufgebaut, in denen
jeweils ein Laufschaufelkranz auf einen Leitschaufelkranz folgt (nicht im Einzelnen
dargestellt). Auch die Turbine ist mehrstufig aufgebaut, wobei der Übersichtlichkeit
halber nur ein Laufschaufelkranz 62 gezeigt ist. Nach radial außen wird der Laufschaufelkranz
62 von einem Dichtungsträger 63 eingefasst, der in einer vorstehend beschriebenen
Weise aufgebaut ist. Die Laufschaufeln streifen also entlang der in Figur 6 nicht
im Einzelnen gezeigten Dichtstruktur des Dichtungsträgers 63. Auch die Laufschaufelkränze
des Verdichters 60a können jeweils von einem erfindungsgemäßen Dichtungsträger eingefasst
werden, was ebenfalls nicht im Einzelnen gezeigt ist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0044]
- Dichtstrukturen
- 1a, b
- Längsachse
- 2
- Hohlräume
- 3
- Umlaufrichtung
- 4
- Hohlraumwände
- 5
trennfugenseitige 5aa, ba,
in andere Dichtstrukturen hineinreichende 5ab, bb
ineinander übergehende 5ac, bc
- Trennfuge
- 6
- Federelemente
- 50a, b
- Lagerungsbereiche
- 50aa, ab
- Anlageflächen
- 51a, b
- Strömungsmaschine
- 60
Verdichter 60a
Brennkammer 60b
Turbine 60c
- Verdichterstufen
- 61a, b
- Laufschaufelkranz Turbine
- 62
- Dichtungsträger
- 63
1. Dichtungsträger (63) für eine Strömungsmaschine (60),
der ein erstes und ein zweites Dichtungsträgersegment aufweist, welche Dichtungsträgersegmente
bezogen auf einen Umlauf um eine Längsachse (2) der Strömungsmaschine (60) aufeinander
folgend zusammengesetzt sind, wobei, bezogen auf die Längsachse (2) der Strömungsmaschine
(60), das erste Dichtungsträgersegment radial innen eine erste Dichtstruktur (1a)
aufweist und das zweite Dichtungsträgersegment radial innen eine zweite Dichtstruktur
(1b) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste (1a) und die zweite Dichtstruktur (1b) des Dichtungsträgers (63) bezogen
auf den Umlauf derart miteinander verschränkt sind, dass eine Schnittebene, welche
die Längsachse (2) der Strömungsmaschine (60) beinhaltet, sowohl die erste (1a) als
auch die zweite Dichtstruktur (1b) schneidet.
2. Dichtungsträger (63) gemäß Anspruch 1, bei welchem in Umlaufrichtung (4) zwischen
der ersten (1a) und der zweiten Dichtstruktur (1b) eine Trennfuge (6) verläuft, die
sich, in radialer Richtung gesehen, über ihre axiale Erstreckung zumindest abschnittsweise
gewinkelt zur axialen Richtung erstreckt.
3. Dichtungsträger (63) gemäß Anspruch 2, bei welchem die erste (1a) und die zweite Dichtstruktur
(1b) eine Hohlraumstruktur mit mehreren Hohlräumen (3) bilden, die axial und umlaufend
über Hohlraumwände (5) der jeweiligen Dichtstruktur (1a, b) voneinander getrennt sind,
wobei die Trennfuge (6) zumindest einen der Hohlräume (3) durchsetzt, also der zumindest
eine Hohlraum von der ersten (1a) und der zweiten Dichtstruktur (1b) gemeinsam gebildet
wird, die Dichtstrukturen (1a, b) an der Trennfuge (6) zueinander hin also zumindest
teilweise geöffnet sind.
4. Dichtungsträger (63) gemäß Anspruch 2, bei welchem die erste (1a) und die zweite Dichtstruktur
(1b) eine Hohlraumstruktur mit mehreren Hohlräumen (3) bilden, die axial und umlaufend
über Hohlraumwände (5) der jeweiligen Dichtstruktur (1a, b) voneinander getrennt sind,
wobei die Trennfuge (6) vollständig von trennfugenseitigen Hohlraumwänden (5aa, ba)
begrenzt wird, die Dichtstrukturen (1a, b) an der Trennfuge (6) zueinander hin also
geschlossen sind.
5. Dichtungsträger (63) gemäß Anspruch 3 oder 4, bei welchem die Hohlräume (3) der Hohlraumstruktur
zumindest in Umlaufrichtung (4) regelmäßig angeordnet sind, und zwar auch über die
Trennfuge (6) hinweg.
6. Dichtungsträger (63) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die erste
(1a) und die zweite Dichtstruktur (1b) eine Hohlraumstruktur mit mehreren Hohlräumen
(3) bilden, die axial und umlaufend über Hohlraumwände (5) der jeweiligen Dichtstruktur
(1a, b) voneinander getrennt sind, wobei an der Schnittebene eine Hohlraumwand (5ab)
der ersten Dichtstruktur (1a) in Umlaufrichtung (4) in die zweite Dichtstruktur (1b)
hineinreicht, also axial zwischen Hohlraumwänden (3) der zweiten Dichtstruktur (16)
angeordnet ist.
7. Dichtungsträger (63) gemäß Anspruch 6, bei welchem die in die zweite Dichtstruktur
(1b) hineinreichende Hohlraumwand (5ab) der ersten Dichtstruktur (1a) in der zweiten
Dichtstruktur (1b) zu deren Hohlraumwänden (5) beabstandet endet.
8. Dichtungsträger (63) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die erste
(1a) und die zweite Dichtstruktur (1b) eine Hohlraumstruktur mit mehreren Hohlräumen
(3) bilden, die axial und umlaufend über Hohlraumwände (5) der jeweiligen Dichtstruktur
(1a, b) voneinander getrennt sind, wobei an der Schnittebene eine Hohlraumwand (5ac)
der ersten Dichtstruktur (1a) in eine Hohlraumwand (5bc) der zweiten Dichtstruktur
(1b) übergeht, die beiden Hohlraumwände (5ac, bc) miteinander nämlich einen Formschluss
bilden, vorzugsweise Nut-und-Feder-artig ineinander greifen.
9. Dichtungsträger (63) für eine Strömungsmaschine (60),
der ein erstes und ein zweites Dichtungsträgersegment aufweist, welche Dichtungsträgersegmente
bezogen auf einen Umlauf um eine Längsachse (2) der Strömungsmaschine (60) aufeinander
folgend zusammengesetzt sind, wobei, bezogen auf die Längsachse (2) der Strömungsmaschine
(60), das erste Dichtungsträgersegment radial innen eine erste Dichtstruktur (1a)
aufweist und das zweite Dichtungsträgersegment radial innen eine zweite Dichtstruktur
(1b) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste (1a) und die zweite Dichtstruktur (1b) aneinander anliegen.
10. Dichtungsträger (63) nach Anspruch 9, bei welchem die erste Dichtstruktur (1a) ein
Federelement (50a) aufweist und mit diesem Federelement (50a) an der zweiten Dichtstruktur
(1b) anliegt, welches Federelement (50a) also eine Anlagefläche (51a) bildet, die
in Umlaufrichtung (4) elastisch versetzbar gelagert ist.
11. Dichtungsträger (63) nach Anspruch 10, bei welchem ein Lagerungsbereich (50aa, ab)
des Federelements (50a) in der übrigen ersten Dichtstruktur (1a) derart verschiebbar
gelagert ist, dass der in Umlaufrichtung (4) elastisch gelagerte Versatz der Anlagefläche
(5a) zum Teil in eine Verschiebung des Lagerungsbereichs (50aa, ab) umgesetzt wird.
12. Dichtungsträger (63) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem, bezogen auf
die Längsachse (2) der Strömungsmaschine (60), das erste Dichtungsträgersegment radial
außerhalb der ersten Dichtstruktur (1a) eine erste Trägerstruktur aufweist und das
zweite Dichtungsträgersegment radial außerhalb der zweiten Dichtstruktur (1b) eine
zweite Trägerstruktur aufweist, wobei die Dichtungsträgerschalen über die Trägerstrukturen
aneinander befestigt sind, davon abgesehen in ihren Dichtstrukturen (1a, b) jedoch
relativ zueinander beweglich sind.
13. Dichtungsträger (63) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem das erste
Dichtungsträgersegment eine erste Dichtungsträgerhalbschale ist und das zweite Dichtungsträgersegment
eine zweite Dichtungsträgerhalbschale ist, wobei die beiden Dichtungsträgerhalbschalen
gemeinsam den Dichtungsträger (63) bilden und form- und/oder kraftschlüssig zusammengesetzt
sind.
14. Dichtungsträger (63) nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei welchem die Dichtungsträgersegmente
jeweils generativ gefertigte Teile sind.
15. Strömungsmaschine (60), insbesondere Strahltriebwerk, mit einem Dichtungsträger (63)
nach einem der vorstehenden Ansprüche.