[0001] Die Erfindung betrifft ein Steckkontaktelement zur abhörsicheren Versorgung einer
IT-Komponente mit elektrischer Energie, eine Baueinheit zum Einsetzen in einen Gehäusekörper
des Steckontaktelements sowie eine Endkappe für das Steckkontaktelement gemäß den
Merkmalen des Obergriffs des Anspruch 1, 9 bzw. 10.
Technologischer Hintergrund
[0002] Ein Angriffsvektor zur Datenspionage setzt an den Stromleitungen von IT-Komponenten
an. An öffentliche (Haus-)Stromversorgungsnetze angeschlossene Monitore, Computer,
Festplattenstationen, biometrische und andere Zugangsvorrichtungen, Kryptographievorrichtungen
und dergleichen elektrische und elektronische Geräte (nachfolgend IT-Komponenten genannt)
speisen im Betrieb unvermeidbar Signale in das Stromnetz zurück, die von einem Angreifer
direkt am Stromversorgungsnetz oder indirekt über weitere Kopplungen, beispielsweise
an metallischen Rohrleitungssystemen, abgegriffen und ausgewertet werden können zwecks
Rückschluss auf digitale Informationen wie etwa auf die an einem Computer angezeigten
Daten.
[0003] Zur Vermeidung der Einkopplung derartiger Signale in ein Stromnetz bei sicherheitsrelevanten
Tätigkeiten, z.B. im militärischen Bereich oder bei Banken, finden im Stand der Technik
z.B. nach
DE 20 2011 005 191 U1 Steckkontaktelemente Verwendung.
[0005] Nachteilig ist dabei der Aufwändige Aufbau zum Erreichen der teils normenbedingt
zu erreichenden Abschirmwerte.
Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Steckkontaktelement zur abhörsicheren
Versorgung einer IT-Komponente mit elektrischer Energie nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie eine Baueinheit und eine Endkappe dafür nach dem Oberbegriff des Anspruchs
9 bzw. 10 zu schaffen, die bei vereinfachtem Aufbau eine verbesserten Schutz gegen
stromversorgungsseitiges Abhören ermöglichen.
[0007] Diese Aufgabe wird entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 1, 9 bzw. 10 gelöst.
[0008] Demnach wird ein Steckkontaktelement zur abhörsicheren Versorgung einer IT-Komponente
mit elektrischer Energie geschaffen, umfassend ein Gehäuse mit einem Steckkontakt
zum elektrischen Anschluss der IT-Komponente, einen sich aus dem Gehäuse heraus erstreckenden
elektrischen Verbinder zum Anschluss an eine Energiequelle wie etwa eine Hausstromsteckdose
sowie ein im Gehäuse angeordnetes Filterelement, wobei das Gehäuse energiequellenanschlussseitig
eine separat ausgebildete, elektrisch leitende Endkappe mit einem Tubus aufweist,
der das Filterelement 4-seitig kontaktiert abgeschirmt trägt und mit dem Gehäusekörper
über eine EMV-Dichtung verbunden ist. Die Verwendung eines von der Endkappe getragenen,
allseitig abgeschirmten Filterelements ermöglicht einen modularen und damit vereinfachten
Aufbau bei hoher Abschirmleistung.
[0009] Die energiequellenanschlussseitige Endkappe, das Filterelement und die EMV-Dichtung(en)
können dabei eine in den Gehäusegrundkörper einschiebbare Baueinheit bilden, die einen
modularen und vereinfachten Aufbau sowie eine einfache Montage ermöglicht.
[0010] Zweckmäßigerweise sind zwei EMV-Dichtungen beiderseits eines (Verdrahtungs-)Zwischenraums
vorgesehen, wodurch die Abschirmung optimiert wird, insbesondere bei Verwendung eines
separaten Bodenerders und elektrischer Verbindung der Abschirmung des elektrischen
Verbinders mit der Endkappe.
[0011] Das Filterelement kann dabei in eine Aufnahme der Endkappe eingesetzt sein. Hierdurch
wird die Verwendung vorgefertigter geschirmter Filterelemente und deren gegen Signaleinkopplung
abgeschirmter Verdrahtung in einem beiderseits abgeschirmten Verdrahtungszwischenraum,
der durch die Aufnahme gegeben sein kann, ermöglicht.
[0012] Zweckmäßigerweise ist die Aufnahme dabei in Richtung auf das freie Ende verjüngt.
Dies ermöglicht ein vereinfachtes Einsetzen des Filterelements, ggf. unter gleichzeitiger
Zentrierung und/oder Fixierung, wofür Befestigungselemente vorgesehen sein können,
die zudem einen Anschlag für eine Endlage aufweisen können.
[0013] Am freien Ende der Aufnahme kann eine EMV-Dichtung vorgesehen sein, die den Verdrahtungszwischenraum
zum Gehäuseinneren hin abschirmt und zudem eine insbesondere unterstützende mechanische
Klemmung des Filterelements bilden kann.
[0014] An der Endkappe kann zudem ein Fußelement vorgesehen sein. Damit entfallen zusätzliche,
am Gehäusekörper anzubringende Fußelemente.
[0015] Die Erfindung schafft ferner die Baueinheit sowie die Endkappe als eigenständige
Erfindungsgegenstände.
[0016] Der vereinfachte Aufbau mit einem Filterelement ermöglicht damit Abkehr von im Stand
der Technik im Gehäuse vorgesehenen Trennwänden zur Montage und Abschirmung von Durchführungskondensatoren.
Stattdessen ermöglicht die Erfindung kraft modularen Aufbaus klar definierte, gegeneinander
abgeschirmte Zonen. So bildet das Filterelement eine abgeschirmte Zone, d.h. das Innere
des Filterelements ist gegen eine (insbesondere HF-)Einkopplung von außen, z.B. von
den IT-Komponenten oder deren Verdrahtung, abgeschirmt. Die Verdrahtungszone zwischen
Filterelement und Endkappe ist ebenfalls abgeschirmt, so dass Signale der IT-Komponenten
oder des Filterelements auch in die filterelementausgangsseitige Verdrahtung nicht
einkoppelbar sind.
[0017] Weitere Eigenschaften und Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen, den Figuren und den Ansprüchen.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0018]
Fig. 1 zeigt ein Steckkontaktelement in Perspektivansicht.
Fig. 2 zeigt das Steckkontaktelement der Fig. 1 im Längsschnitt.
Fig. 3 zeigt das Endkappenende der Fig. 2.
Fig. 4 zeigt das Bauelement aus Endkappe, Filterelement und EMV-Dichtungen zum Einsatz
in den Gehäusekörper des Steckkontaktelements in Perspektivansicht.
Fig. 5 zeigt das Endkappenende des Bauelements der Fig. 4 im Perspektivschnitt.
Fig. 6a-e zeigen verschiedene Ansichten der Endkappe mit Filteraufnahme.
Fig. 7 zeigt die Filteraufnahme im Detail.
Detaillierte Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0019] Das in Fig. 1 dargestellte Steckkontaktelement 1 ist in Form einer Steckdosenleiste
mit einem Gehäuse 2 und mehreren, hier als Schuko-Buchsen ausgeführten, darin angeordneten
Steckkontakten 3 zum elektrischen Anschluss von Computern, Festplatten, Kryptographievorrichtungen,
biometrischen Zugangsvorrichtrungen und/oder weiteren IT-Komponenten sowie einem sich
aus dem Gehäuse heraus erstreckenden elektrischen Verbinder 4 zum Anschluss an z.B.
Hausstromsteckdose ausgestaltet.
[0020] Das hier im in üblicher Weise langgestreckte Gehäuse 2 ist bevorzugt modular aufgebaut
mit einem ggf. aus mehreren Elementen zusammengesetzten Gehäusekörper 5, hier in Form
einer Profilleiste, zweckmäßigerweise einer frontseitigen Endkappe 6 sowie einer energiequellenanschlussseitigen,
separat ausgebildeten und elektrisch leitenden Endkappe 7.
[0021] Die Endkappe 7 trägt ein hier als Baueinheit damit ausgeführtes Filterelement 8,
siehe Fig. 2, welches das insbesondere "öffentliche", d.h. nicht sichere und von Dritten
abhörbare Stromversorgungsnetz vom "privaten", d.h. benutzerseitigen und über die
Steckkontakte 3 gebildeten Stromverteilungsnetz auf bekannte Weise dergestalt entkoppelt,
dass elektrische Signale nicht vom privaten ins öffentliche Stromversorgungsnetz übertragen
werden und ggf. umgekehrt.
[0022] Die Endkappe 7 weist ferner eine Durchführung 9 für den elektrischen Verbinder 4
sowie zweckmäßigerweise einen separaten Masseanschluss 10 für eine Bodenerdung oder
dergleichen auf und ist mit dem Gehäusekörper 5 über mehrere, hier beispielhaft zwei
EMV-Dichtungen 11, 12 beidenends eines (Verdrahtungs-)Zwischenraum 13 verbunden, siehe
Fig. 3.
[0023] Vorzugsweise sind die stromführenden Adern des Verbinders 4 durch die Durchführung
9 direkt in oder an das Filterelement 8 geführt (nicht dargestellt) und eine sich
über die gesamte Länge des Verbinders 4 erstreckende Abschirmung ist leitend mit der
Endkappe 7 und damit mit dem ggf. vorhandenen separaten Masseanschluss 10 verbunden.
[0024] Der (Verdrahtungs-)Zwischenraum 13 zwischen Endkappe 7 und Filterelement 8, insbesondere
Verdrahtungsanschluss 8a, in welchem die stromführenden Adern des Verbinders 4 zumindest
abschnittsweise ohne Leitungsabschirmung verlaufen können (nicht dargestellt), wird
durch die EMV-Dichtungen 11, 12 beidseitig abgeschirmt. Die EMV-Dichtungen 11, 12
können als Schnur-, Klemm- und/oder Federdichtungen ausgeführt sein. Bevorzugt erstreckt
sich die EMV-Dichtung 11 um den Umfang der Endkappe 7 und ist dem stirnseitigen Ende
des Gehäusekörpers 5 zugewandt dergestalt, dass im aufgesetzten Zustand die Endkappe
7 auf das stirnseitige Ende des Gehäusekörpers 5 drückend die EMV-Dichtung 11 komprimiert.
Vorteilhafterweise ist die zweite EMV-Dichtung 12 am Filterelement 8 anliegend angeordnet
und von einer Filterelement-Aufnahme 14 der Endkappe 7 getragen und umrundet das Filterelement
8 zweckmäßigerweise quer zur Längsachse der Filterelementlängsachse. Damit ist der
(Verdrahtungs-)Zwischenraum 13 vollständig abgeschirmt. Das freie Ende 15 der Aufnahme
14 kann hierzu verjüngt oder gestuft sein, um die EMV-Dichtung 12 aufzunehmen, insbesondere
in diese einzugreifen.
[0025] An der Endkappe 7 kann eine Aufnahme 16 für ein Fußelement 17, z.B. aus Kunststoff,
angeformt oder befestigt sein.
[0026] Die Endkappe 7 mit montiertem Filterelement 8 und EMV-Dichtungen 11, 12 bildet vorzugsweise
ein Bauelement 18, siehe Fig. 4 und 5, welches in den Gehäusegrundkörper 5 eingeschoben
und ggf. über Verbindungselemente 19 mit diesem z.B. verschraubbar ist. Zum elektrischen
Anschluss der Steckkontakte 3 kann eine Verdrahtung in Richtung des Verdrahtungsanschlusses
8b führen.
[0027] Führungs- und/oder Verbindungselemente 20, hier seitlich an der Endkappe 7 entlang
der Aufnahme 14 dargestellt, können in Gegenelemente oder Aussparungen im Gehäusekörper
5 eingreifen. Zweckmäßigerweise weist die Endkappe 7 Bohrungen 21 für eine Verschraubung
oder dergleichen mit dem Gehäusekörper 5 auf.
[0028] Fig. 6 a) bis e) zeigen eine Ausführungsform der Endkappe 7 in verschiedenen Ansichten.
Hier sind insbesondere rippenförmige Führungs-, Befestigungs- und/oder Anschlagelemente
22 an der Innenseite der Aufnahme 14 vorgesehen, die beim Einsetzen des Filterelements
8 in die Endkappe 7 das Filterelement 8 führen können, wozu sie in einem freien Abschnitt
23 verjüngt sein können, zur Fixierung oder Befestigung in einem Abschnitt 24 nach
innen ansteigen oder erhöht sein können, um schließlich einen Anschlag 25 auszubilden,
der die Endlage des Filterelements 8 in der Aufnahme 14 definiert und ein weiteres
Einschieben verhindert.
Bezugszeichen
[0029]
- 1
- Steckkontaktelement
- 2
- Gehäuse
- 3
- Steckkontakt
- 4
- Verbinder
- 5
- Gehäusekörper
- 6
- Endkappe
- 7
- Endkappe
- 8
- Filterlement
- 8a
- Verdrahtungsanschluss
- 8b
- Verdrahtungsanschluss
- 9
- Durchführung
- 10
- Masseanschluss
- 11
- EMV-Dichtung
- 12
- EMV-Dichtung
- 13
- Zwischenraum
- 14
- Aufnahme
- 15
- freies Ende
- 16
- Aufnahme
- 17
- Fußelement
- 18
- Bauelement
- 19
- Verbindungselemente
- 20
- Verbindungselement
- 21
- Bohrung
- 22
- Führungs-, Befestigungs- und/oder Anschlagelement
- 23
- Abschnitt
- 24
- Abschnitt
- 25
- Anschlag
1. Steckkontaktelement (1) zur abhörsicheren Versorgung einer IT-Komponente mit elektrischer
Energie, umfassend ein Gehäuse (2) mit einem Steckkontakt (3) zum elektrischen Anschluss
der IT-Komponente, einen sich aus dem Gehäuse (2) heraus erstreckenden elektrischen
Verbinder (4) zum Anschluss an eine Energiequelle wie etwa eine Hausstromsteckdose
sowie ein im Gehäuse (2) angeordnetes Filterelement (8), dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) energiequellenanschlussseitig eine separat ausgebildete, elektrisch
leitende Endkappe (7) mit Tubus aufweist, der das Filterelement (8) 4-seitig abgeschirmt
umschließt und mit dem Gehäusekörper (5) über eine EMV-Dichtung (11, 12) verbunden
ist.
2. Steckkontaktelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwei EMV-Dichtungen (11, 12) beiderseits eines (Verdrahtungs-)Zwischenraums (13)
vorgesehen sind.
3. Steckkontaktelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die energiequellenanschlussseitige Endkappe (7), das Filterelement (8) und die EMV-Dichtung(en)
(11, 12) eine in den Gehäusegrundkörper einschiebbare Baueinheit (14) bilden.
4. Steckkontaktelement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Verbinder (4) abgeschirmt ist und die Abschirmung elektrisch leitend
mit der Endkappe (7) verbunden ist.
5. Steckkontaktelement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Filterelement (8) in einen Tubus und/oder eine Aufnahme (14) der Endkappe (7)
eingesetzt ist.
6. Steckkontaktelement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (14) in Richtung auf das freie Ende (15) verjüngt oder gestuft ist.
7. Steckkontaktelement nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass am freien Ende (15) der Aufnahme eine EMV-Dichtung (12) vorgesehen ist.
8. Steckkontaktelement nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Endkappe (7) ein Fußelement (16, 17) aufweist.
9. Baueinheit (18) für ein Steckkontaktelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Baueinheit (18) in das Gehäuse des Steckkontaktelements (1) einsetzbar ist und
eine elektrisch leitende Endkappe (7) mit Tubus, der ein Filterelement (8) 4-seitig
abgeschirmt umschließt, sowie zwei EMV-Dichtungen (11, 12) umfasst.
10. Endkappe (7) für ein Steckkontaktelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch einen Tubus (14) für ein 4-seitig abgeschirmte umschlossenes Filterelement (8).