[0001] Die Erfindung betrifft eine Verriegelungseinrichtung für einen gegenüber einem Rahmen
um eine horizontale Achse in eine Kippstellung kippbaren und um eine vertikale Achse
in eine Drehstellung drehbaren und in eine im Rahmen liegende Schließstellung bewegbaren
Flügel eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen, mit einem zur Montage am
Flügel vorgesehenen flügelseitigen Beschlagteil und einem zur Montage am Rahmen vorgesehenen
rahmenseitigen Beschlagteil, wobei ein Riegel eines der Beschlagteile in eine Tasche
des anderen der Beschlagteile bewegbar ist und eine Steuereinrichtung zur Bewegung
des Riegels in die Tasche bei in Kippstellung und/oder Schließstellung befindlichen
Flügel und zur Bewegung des Riegels aus der Tasche heraus bei in Drehstellung befindlichen
Flügel ausgebildet ist.
[0002] Dreh- und kippbare Fenster weisen im Kreuzungsbereich der Achsen ein Ecklager auf,
welches sowohl ein Kippen des Flügels um die horizontale Achse, als auch ein Drehen
um die vertikale Achse ermöglicht. Häufig ist das Ecklager ineinander gesteckt und
bietet einem unberechtigten Aufhebelversuch nur einen geringen Widerstand.
[0003] Eine von der Bewegung eines Flügels ansteuerbare Verriegelungseinrichtung ist aus
der
GB 2 324 331 A bekannt. Bei dieser Verriegelungseinrichtung hat die Steuereinrichtung ein Stellgetriebe
zum Ausschwenken des Riegels. Die Steuereinrichtung hat einen Taster, welcher die
Stellung des Flügels gegenüber dem Rahmen erfasst. Bei im Rahmen liegendem Flügel
wird der Riegel hervorgeschwenkt und dringt in eine Tasche des gegenüberliegenden
Bauteils ein. Diese Verriegelungseinrichtung ist jedoch bei einem Flügel mit einer
Ecklagerung nur schwer einsetzbar, weil ein auf einem horizontalen Holm montierter
Riegel die Bewegung des Flügels in die Kippstellung blockieren würde und ein im vertikalen
Holm angeordneter Riegel die Bewegung in Drehstellung blockieren würde. Der in die
Tasche eindringende Riegel würde in diesen genannten Fällen quer zu seiner Schwenkbewegung
belastet werden.
[0004] Man könnte daran denken, über eine Treibstange eines Treibstangenbeschlages auch
eine Verriegelungseinrichtung nahe des Ecklagers anzutreiben. Dies erfordert jedoch
einen sehr hohen baulichen Aufwand.
[0005] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde eine Verriegelungseinrichtung zu schaffen,
welche unabhängig von einer Treibstange durch die Bewegung des Flügels gegenüber dem
Rahmen eine weitere Erschwerung eines Aufhebelversuchs gewährleistet.
[0006] Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Riegel in der vorgesehenen
Montagelage parallel zur horizontalen Achse verschiebbar ist und die Tasche im anderen
der Beschlagteile zur Aufnahme des freien Endes des Riegels mit ihrer Ebene orthogonal
zur vorgesehenen horizontalen Achse angeordnet ist.
[0007] Durch diese Gestaltung lässt sich der Riegel in Abhängigkeit von der Stellung des
Flügels gegenüber dem Rahmen bewegen. In einer bevorzugten Montagestellung am Fenster
mit dem Riegel auf der horizontalen Achse und der Tasche im oder nahe des Schnittpunktes
der Achsen wird erfindungsgemäß der Riegel in einer Kippstellung des Flügels in die
Tasche hinein bewegt und in einer Drehstellung des Flügels aus der Tasche entfernt.
Damit ist die Steuerung der Verriegelungseinrichtung unabhängig von einem Treibstangenbeschlag.
Die Verriegelungseinrichtung ermöglicht eine wesentliche Erschwerung eines Aufhebelversuches
des Flügels.
[0008] Die Steuereinrichtung gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn die Steuereinrichtung einen auslenkbaren
Taster zur Erfassung der Position des Flügels gegenüber dem Rahmen hat. Hierdurch
lässt sich der Taster im montierten Zustand bei der Bewegung des Flügels gegen den
Rahmen auslenken, so dass die Steuereinrichtung zur Bewegung des Riegels ansteuerbar
ist.
[0009] Die Übertragung der Schwenkbewegung des Flügels auf die Längsbewegung des Riegels
gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besonders
einfach, wenn ein schwenkbarer Steuerhebel an dem längsverschieblichen Riegel abgestützt
ist und dass ein Schwenkhebel auf dem den Riegel führenden Beschlagteil gelagert ist
und dass der Steuerhebel und der Schwenkhebel zu einem Kniehebel angeordnet sind.
Durch die Bildung des Kniehebels lässt sich ein besonders großer Schiebeweg des Riegels
bei geringen Auslenkungen des Flügels erzeugen. Durch entsprechende Längen des Schwenkhebels
und des Steuerhebels lässt sich der vorgesehene Weg des Riegels einfach festlegen.
[0010] Der Taster könnte beispielsweise einstückig mit dem Steuerhebel gefertigt sein. Ein
besonders großer Hubweg des Riegels lässt sich jedoch gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung einfach erzeugen, wenn der Taster auf dem Schwenkhebel
angeordnet ist.
[0011] Eine frühzeitige Erfassung der Bewegung des Flügels lässt sich gemäß einer anderen
vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach sicherstellen, wenn der Taster auf
einem die Abstützung an dem Steuerhebel überragenden Ende des Schwenkhebels angeordnet
ist.
[0012] Die Steuereinrichtung gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn die Abstützung des Steuerhebels
an dem Riegel eine Lagerung aufweist.
[0013] Zur Vereinfachung des Aufbaus der Steuereinrichtung und der Montage trägt es gemäß
einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung bei, wenn der Schwenkhebel
und der Steuerhebel über eine Lagerung miteinander verbunden sind.
[0014] Die Verriegelungseinrichtung gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung besonders kompakt, wenn der Schwenkhebel und der Steuerhebel übereinander
liegen.
[0015] Eine zuverlässige Zwangsführung des Riegels lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung erzeugen, wenn der Riegel in eine außerhalb der Tasche
befindlichen Offenstellung vorgespannt ist.
[0016] Toleranzen des Flügels gegenüber dem Rahmen lassen sich gemäß einer anderen vorteilhaften
Weiterbildung der Erfindung einfach ausgleichen, wenn das die Tasche aufweisende Beschlagteil
Stellmittel zur Verstellung der Höhe der Tasche aufweist.
[0017] Die Verriegelungseinrichtung lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung bei rechts- und links anschlagenden Flügeln einsetzen, wenn die Tasche
symmetrisch gestaltet ist.
[0018] Der Flügel lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
in sehr große Kippstellungen von dem Rahmen wegkippen, wenn die Tasche quer zur Bewegungsrichtung
des Riegels verschieblich geführt und von einem Federelement in eine Grundstellung
vorgespannt ist.
[0019] Die Bauteile Verriegelungseinrichtung lassen sich besonders platzsparend in Nuten
im Rahmen und im anordnen, wenn der Riegel an seinem freien, zum Eindringen in die
Tasche vorgesehenen Ende eine Abkröpfung hat.
[0020] Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung
ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend
beschrieben. Diese zeigt in
- Fig. 1
- ein Fenster mit einer Verriegelungseinrichtung,
- Fig. 2
- vergrößert eine perspektivische Darstellung der Verriegelungseinrichtung aus Figur
1
- Fig. 3
- perspektivisch eine Darstellung der einzelnen Bauteile der Verriegelungseinrichtung
aus Figur 2,
- Fig. 4
- einen Längsschnitt durch die Verriegelungseinrichtung aus Figur 2.
[0021] Figur 1 zeigt ein Fenster mit einem gegen einen Rahmen 1 schwenkbaren Flügel 2 und
mit einem Treibstangenbeschlag 3. Der Treibstangenbeschlag 3 hat zum Antrieb einer
längsverschieblichen Treibstange 4 eine Handhabe 5 und mehrere Verschlüsse 6. Der
Flügel 2 lässt sich über die Verschlüsse 6 in einer im Rahmen 1 liegenden Schließstellung
verriegeln. Weiterhin lässt sich der Flügel 2 um eine horizontale Achse 7 in eine
Kippstellung kippen und über eine vertikale Achse 8 in eine Drehstellung drehen. Im
Schnittpunkt der Achsen 7, 8 ist ein Ecklager 9 angeordnet. Nahe des Ecklagers 9 hat
das Fenster eine Verriegelungseinrichtung 10 mit einem rahmenseitigen Beschlagteil
11 und einem flügelseitigen Beschlagteil 12.
[0022] Die Verriegelungseinrichtung 10 ist in Figur 2 vergrößert und perspektivisch dargestellt.
Das rahmenseitige Beschlagteil 11 hat einen längs verschieblich geführten Riegel 13
mit einer Abkröpfung 14. In der vorgesehenen bevorzugten Montagelage führt die Abkröpfung
14 das freie Ende 15 des Riegels 13 auf die in Figur 1 dargestellte horizontale Achse
7. Die Bewegung des Riegels 13 wird im montierten Zustand über eine Steuereinrichtung
16 in Abhängigkeit von der Stellung des Flügels 2 gegenüber dem Rahmen 1 erzeugt.
Hierfür hat die Steuereinrichtung 16 einen Schwenkhebel 17 mit einem Taster 18. Das
rahmenseitige Beschlagteil 11 hat einen mit dem Rahmen 1 zu verschraubenden Grundkörper
19 zur Lagerung des Schwenkhebels 17 und zur Führung des Riegels 13. In der dargestellten
Stellung ist der Schwenkhebel 17 über den Grundkörper 19 geschwenkt und der Riegel
13 vollständig ausgefahren.
[0023] Das flügelseitige Beschlagteil hat eine Tasche 20. In der dargestellten, vollständig
ausgefahrenen Stellung des Riegels 13 nimmt die Tasche 20 das freie Ende 15 des Riegels
13 auf. Dies kennzeichnet eine verriegelte Stellung der Verriegelungseinrichtung 10,
in der die Beschlagteile 11, 12 über den Riegel 13 miteinander verbunden sind. In
dieser Stellung verhindert die Verriegelungseinrichtung 10 ein Aufhebeln des in Figur
1 dargestellten Flügels 2 quer zur horizontalen Achse 7.
[0024] Figur 3 zeigt in einer Explosionsdarstellung die einzelnen Bauteile der Verriegelungseinrichtung
10 aus Figur 2. Die Steuereinrichtung 16 hat einen unterhalb des Schwenkhebels 17
angeordneten Steuerhebel 21. Der Steuerhebel 21 hat eine Lagerung 22 in dem Riegel
13 und eine Lagerung 23 in dem Schwenkhebel 17. Schwenkhebel 17 und Steuerhebel 21
bilden zusammen einen Kniehebel, so dass bei einer Auslenkung des Schwenkhebels 17
der Kniehebel in eine gestreckte oder abgewinkelte Lage bewegt wird. Damit wird der
Riegel 13 ausgefahren oder in den Grundkörper 19 zurückgezogen.
[0025] Weiterhin zeigt Figur 3, dass die Tasche 20 von einem Bügel 24 symmetrisch begrenzt
wird und auf einem Grundkörper 25 parallel zu der in Figur 1 dargestellten vertikalen
Achse 8 geführt ist. Riegel 13 und Tasche 20 sind jeweils von einem Federelement 26,
27 in eine Grundstellung vorgespannt. In einer nicht dargestellten Ausführungsform
kann die Höhe der Tasche 20 auch von einem Stellmittel einstellbar sein.
[0026] Ausgehend von der in Figur 2 dargestellten Verriegelungsstellung kann die Verriegelungseinrichtung
10 auch entriegelt werden, wenn der in Figur 1 dargestellte Flügel 2 von dem Rahmen
1 um die vertikale Achse 8 weg gedreht wird. Dabei wird der Riegel 13 durch die Kraft
des Federelementes 26 aus der Tasche 20 gezogen und der Schwenkhebel 17 mit dem Taster
18 ausgelenkt, so dass der Kniehebel von Schwenkhebel 17 und Steuerhebel 21 gebeugt
ist. Ein erneutes Bewegen des Flügels 2 gegen den Rahmen 1 führt zu einem Eindrücken
des Tasters 18 und der damit verbundenen Streckung des Kniehebels gegen die Kraft
des Federelementes 26. Damit wird die Verriegelungseinrichtung 10 wieder in die Verriegelungsstellung
bewegt.
[0027] Figur 4 zeigt eine Schnittdarstellung der Verriegelungseinrichtung 10 aus Figur 2.
Hierbei ist zu erkennen, dass der Steuerhebel 21 und der Schwenkhebel 17 sandwichartig
übereinander liegen. Der Schwenkhebel 17 hat eine Verstärkung 29 zwischen einer Lagerung
28 im Grundkörper 19 und seiner Lagerung 23 am Steuerhebel 21. Die Verstärkung 29
ist geringfügig dicker als die Höhe des Steuerhebels 21.
1. Verriegelungseinrichtung (10) für einen gegenüber einem Rahmen (1) um eine horizontale
Achse (7) in eine Kippstellung kippbaren und um eine vertikale Achse (8) in eine Drehstellung
drehbaren und in eine im Rahmen (1) liegende Schließstellung bewegbaren Flügel (2)
eines Fensters, einer Fenstertür oder dergleichen, mit einem zur Montage am Flügel
(2) vorgesehenen flügelseitigen Beschlagteil (12) und einem zur Montage am Rahmen
(1) vorgesehenen rahmenseitigen Beschlagteil (11), wobei ein Riegel (13) eines der
Beschlagteile (11) in eine Tasche (20) des anderen der Beschlagteile (12) bewegbar
ist und eine Steuereinrichtung (16) zur Bewegung des Riegels (13) in die Tasche (20)
bei in Kippstellung und/oder Schließstellung befindlichen Flügel (2) und zur Bewegung
des Riegels (13) aus der Tasche (20) heraus bei in Drehstellung befindlichen Flügel
(2) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (13) in der vorgesehenen Montagelage parallel zur horizontalen Achse (7)
verschiebbar ist und die Tasche (20) im anderen der Beschlagteile (12) zur Aufnahme
des freien Endes (15) des Riegels (13) mit ihrer Ebene orthogonal zur vorgesehenen
horizontalen Achse (7) angeordnet ist.
2. Verriegelungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (16) einen auslenkbaren Taster (18) zur Erfassung der Position
des Flügels (2) gegenüber dem Rahmen (1) hat.
3. Verriegelungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein schwenkbarer Steuerhebel (21) an dem längs verschieblichen Riegel (13) abgestützt
ist und dass ein Schwenkhebel (17) auf dem den Riegel (13) führenden Beschlagteil
(11) gelagert ist und dass der Steuerhebel (21) und der Schwenkhebel (17) zu einem
Kniehebel angeordnet sind.
4. Verriegelungseinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Taster (18) auf dem Schwenkhebel (17) angeordnet ist.
5. Verriegelungseinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Taster (18) auf einem die Abstützung an dem Steuerhebel (21) überragenden Ende
des Schwenkhebels (17) angeordnet ist.
6. Verriegelungseinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützung des Steuerhebels (21) an dem Riegel (13) eine Lagerung (22) aufweist.
7. Verriegelungseinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkhebel (17) und der Steuerhebel (21) über ein Lagerung (23) miteinander
verbunden sind.
8. Verriegelungseinrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkhebel (17) und der Steuerhebel (21) übereinander liegen.
9. Verriegelungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (13) in eine außerhalb der Tasche (20) befindlichen Offenstellung vorgespannt
ist.
10. Verriegelungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das die Tasche (20) aufweisende Beschlagteil (12) Stellmittel zur Verstellung der
Höhe der Tasche (20) aufweist.
11. Verriegelungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Tasche (20) symmetrisch gestaltet ist.
12. Verriegelungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Tasche (20) quer zur Bewegungsrichtung des Riegels (13) verschieblich geführt
und von einem Federelement (27) in eine Grundstellung vorgespannt ist.
13. Verriegelungseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegel (13) an seinem freien, zum Eindringen in die Tasche (20) vorgesehenen
Ende (15) eine Abkröpfung (14) hat.