[0001] Bisher wird der Schmierölbedarf einer Verbrennungskraftmaschine aus einem Ölsumpf,
der sich zumeist in einer Ölwanne befindet, gedeckt. Dieser Ölsumpf umfasst das gesamte
Ölvolumen, das zur Ölversorgung der Verbrennungskraftmaschine vorhanden ist.
[0002] Aus der
WO 2008142078 A2 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung für ein Ölkreislaufmanagement in einer Verbrennungskraftmaschine
bekannt.
[0003] Weiter ist aus der
DE 1034401 A1 ein Verfahren zum Temperieren eines Verbrennungsmotors und Kühlsystem für einen Verbrennungsmotor
bekannt.
[0004] Die
EP 1878884 B1 zeigt eine Ölauffangvorrichtung für eine Brennkraftmaschine.
[0005] In der
EP 717175 wird eine Anordnung zum Fördern und Kühlen des Schmieröls von Verbrennungsmotoren
offenbart.
[0006] In der
US 8136488 B2 ist ein Kühlsystem eines Fahrzeugs dargestellt.
[0007] Weiter offenbart die
EP 2154341 B1 eine Ölwanne für eine Brennkraftmaschine.
[0008] Eine große Ölwanne mit einem großen Ölvolumen, insbesondere eine massive Gussölwanne,
verhindert ein schnelles Aufheizen des Ölkreislaufes.
[0009] Dies ist jedoch zur Reibleistungsminimierung und zur Senkung der Emissionen des Motors
in der Warmlaufphase notwendig.
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu entwickeln, die ein
schnelleres Aufheizen des Schmierölkreislaufes in der Warmlaufphase des Motors ermöglicht.
[0011] Die neue Lösung besteht aus einer Vorrichtung in der Ölwanne, die es ermöglicht,
den Schmierölkreislauf in der Warmlaufphase zu zentralisieren, so dass sich nur eine
kleine Ölmenge im Umlauf befindet, die schnell erwärmt werden kann und von der kalten
Ölmenge in der Ölwanne und deren negativer Wärmekapazität thermisch getrennt ist.
Sobald die optimale Betriebstemperatur in diesem kleinen Kreislauf überschritten ist,
wird automatisch durch ein Ventilsystem das umgebende, kalte Schmieröl, welches sich
in der umgebenden Ölwanne befindet, in den Ölkreislauf eingebunden.
[0012] Hierbei ist von Vorteil, dass ein deutlich schnelleres, ölseitiges Aufwärmen des
Motors möglich ist. Eine deutliche Reibleistungsreduzierung und somit eine signifikante
Kraftstoffeinsparung in der Warmlaufphase des Motors erfolgt.
[0013] Kolben und Zylinderrohre werden schneller mit warmem Öl beaufschlagt, die motorische
Verbrennung kann schneller den Auslegungspunkt erreichen und somit geringere Emissionen
in der Kaltlaufphase erzeugen. Die Erwärmung des Schmierölkreislaufs kann vom Wasserkreislauf
entkoppelt werden, was zu einer weiteren Reibleistungsreduzierung bei einer Umgehung
des Ölkühlers in der Warmlaufphase des Motors führt. Ein schnelleres Aufheizen des
Motors führt zu einer deutlichen Verschleißreduzierung in der Warmlaufphase des Motors.
[0014] Weitere erfindungsgemäße Vorteile sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0015] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
des Ausführungsbeispiels.
[0016] Figur 1 zeigt eine Ölwanne mit Zusatzbehälter.
[0017] In Figur 1 wird die Ölwanne 1 mit einem zentralen, mit geringem Volumen ausgelegten
Zusatzölbehälter 2 ausgerüstet, der zur Versorgung der motorseitigen Schmierölpumpe
mit einem Ansaugstutzen 3 ausgerüstet ist und der über ein Ventilsystem 4, 5 mit der
ihn umgebenden Hauptölwanne in Abhängigkeit von der vorliegenden Schmieröltemperatur
durch einen Aktuator 6 gekoppelt oder entkoppelt werden kann. Dieser Zusatzbehälter
2 kann zusätzlich zur umgebenden Ölwanne noch thermisch isoliert ausgeführt sein,
damit der Aufheizvorgang schneller realisiert wird. Der Zusatzölbehälter wird bei
kaltem Motor mit angewärmtem, aus dem Kurbelgehäuse abtropfendem Öl über das Ölauffangblech
8 gefüllt. Bei Erreichen der Betriebstemperatur wird durch den Aktuator 6 der Zusatzölbehälter
2 mit dem Restvolumen der Hauptölwanne 1 durch das Ventil 5 verbunden. Gleichzeitig
wird durch das Ventil 4 das Ölauffangblech vom Zusatzölbehälter 2 entkoppelt, so dass
sich das aus dem Kurbelgehäuseraum abtropfende warme Schmieröl in die Hauptölwanne
1 ergießt. Der Aktuator 6 kann elektromechanisch, elektrohydraulisch, elektromagnetisch,
hydraulisch, pneumatisch, mechanisch oder thermisch über eine Wachspatrone oder Formgedächtnisfeder
bzw. eine Bimetallfeder angesteuert werden.
[0018] (Die Ansteuerung des Aktuators kann sowohl mit einem Steuergerät erfolgen, als auch
selbstregelnd (z. B.: Formgedächtnisfeder) sein.) Das Ventil des Ventilsystems 4 ist
für die Funktion der Apparatur nicht zwangsläufig notwendig, wenn die Kühlwirkung
bei Heißbetrieb, die durch eine Isolation des Zusatzölbehälters 2 eingeschränkt ist,
ausreichend ist.
[0019] Für den Fall der Erstbefüllung des Motors mit Schmieröl, oder bei einem Ölwechsel,
wird die Befüllung des Zusatzölbehälters 2 durch ein selbsttätig wirkendes Füllstandsventil
7 sichergestellt, welches den Zusatzölbehälter 2 im gefüllten Zustand von der Hauptölwanne
1 entkoppelt. Außerdem kann dieses Füllstandsventil 7 als Sicherheitsventil fungieren,
falls es zu einer Fehlfunktion des Aktuators 6 oder der Ventile des Ventilsystems
4, 5 kommt, so dass ein Motorschaden aufgrund eine Fehlfunktion sicher ausgeschlossen
werden kann.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Ölwanne / Hauptölwanne
- 2
- Zusatzölbehälter
- 3
- Ansaugstutzen
- 4
- Ventilsystem
- 5
- Ventilsystem
- 6
- Aktuator
- 7
- Füllstandsventil
- 8
- Ölauffangblech
1. Ölwanne für eine Brennkraftmaschine mit wenigstens einem Zusatzölbehälter (2).
2. Ölwanne für eine Brennkraftmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzölbehälter (2) im Wesentlichen in der Ölwanne (1) angeordnet ist.
3. Ölwanne für eine Brennkraftmaschine nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass im Wesentlichen oberhalb des Zusatzölbehälters (2) wenigstens ein Ölauffangblech
(8) angeordnet ist.
4. Ölwanne für eine Brennkraftmaschine nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzölbehälter (2) wenigstens einen zur Versorgung der Schmierölpumpe dienenden
Ansaugstutzen (3) aufweist.
5. Ölwanne für eine Brennkraftmaschine nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzölbehälter (2) wenigstens ein mit der Ölwanne (1) kommunizierendes Füllstandsventil
(7) aufweist.
6. Ölwanne für eine Brennkraftmaschine nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatzölbehälter (2) wenigstens ein Ventilsystem (4, 5) aufweist, das mit der
Ölwanne (1) kommuniziert.
7. Ölwanne für eine Brennkraftmaschine nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilsystem (4, 5) wenigstens einen Aktuator (6) aufweist, der das Ventilsystem
(4, 5) in Abhängigkeit der Öltemperatur bewegt.
8. Ölwanne für eine Brennkraftmaschine nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ansteuerung des Aktuators (6) mittels eines Steuergeräts erfolgt.
9. Ölwanne für eine Brennkraftmaschine nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Aktuator (6) elektromechanisch, elektrohydraulisch, elektromagnetisch, hydraulisch,
pneumatisch, mechanisch oder thermisch über beispielsweise eine Wachspatrone oder
eine Formgedächtnisfeder oder eine Bimetallfeder angesteuert wird.
10. Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Ölwanne (1) nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche zum Einsatz
kommt.