[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Kupferprofils aus einem
Kupferausgangsmaterial, insbesondere eines Kupferdrahtes. Des Weiteren betrifft die
Erfindung ein Kupferprofil und eine Vorrichtung.
[0002] Beim kontinuierlichen Herstellen von Kupferprofilen wird ein Kupferausgangsmaterial,
beispielsweise ein Draht mit einem Durchmesser von 20 Millimetern bei einem Warmumformen
durch eine Formmatrize gepresst und somit mittels Strangpressverfahrens ein Kupferprofil
hergestellt.
[0003] Nachteilig bei diesem Herstellungsprozess ist, dass das gefertigte stranggepresste
Kupferprofil Fehlstellen, wie Blasen, Riefen und/oder Kantenrisse aufweisen kann,
welche insbesondere in Abhängigkeit von der Vormaterialqualität auftreten. Diese Qualitätsfehler
führen dazu, dass das Kupferprofil entweder nur zu einem geringeren Preis als der
übliche Marktpreis verkauft werden kann oder eingeschmolzen werden muss, um anschließend
das Kupfer erneut für die Herstellung eines Kupferausgangsmaterials zu verwenden.
[0004] Aus der
US 5,516,408 A ist ein mehrstufiges Verfahren zum Herstellen von Kupferdraht bekannt, bei dem kupferhaltiges
Material zunächst mit einer Laugenlösung, Extraktion und einer wässrigen Stripping-Lösung
stufenweise behandelt wird. Anschließend wird die kupferreiche Stripp-Lösung zwischen
einer Anode und einer Kathode geführt, wobei sich Kupfer an der Anode abscheidet und
entfernt wird, um es in Kupferdraht bei einer Temperatur unterhalb seiner Schmelztemperatur
umzuwandeln. Hierzu wird eine konventionelle, elektrolytische Zelle oder eine Galvano-Formungszelle
verwendet. Nachteilig hierbei ist, dass zur Herstellung des Kupferausgangsmaterials
(Kupferdraht) ein komplexes mehrstufiges Verfahren notwendig ist und beim Herstellen
eines Kupferprofils aus diesem mittels Elektrolyse gefertigten Kupferdraht das gefertigte
Kupferprofil weiterhin von der Qualität des gefertigten Kupferdrahtes abhängig ist.
[0005] In der
DE 694 22 715 T2 wird ein Verfahren zum Herstellen eines länglichen Stromkollektors einer Alkalizelle
mit einer Anode und einer Kathode beschrieben, wobei vor einem Elektroplattieren eines
Metallleitungsdrahtes mit Indium zunächst der Messingdraht als Ausgangsprodukt einer
elektrolytischen kathodischen oder anodischen Reinigung unterzogen wird. Hierbei wird
der Draht entsprechend als Kathode oder Anode verwendet. Durch die Ausbildung des
Drahtes als Elektrode ist nachteilig, dass der Draht mit einer Gleichstromquelle verbunden
sein muss.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, den Stand der Technik zu verbessern.
[0007] Gelöst wird die Aufgabe durch ein Verfahren zum Herstellen eines Kupferprofils aus
einem Kupferausgangsmaterial, insbesondere eines Kupferdrahtes, mit folgenden Schritten:
- Elektrolytisches Reinigen des Kupferausgangsmaterials, wobei das Kupferausgangsmaterial
in einem kupferhaltigen Elektrolyt in einem Elektrolytbad mit mindestens einer Elektrode
eingebracht wird, die Elektrode mittels einer Spannungsversorgung polarisiert wird,
und das Kupferausgangsmaterial über den Elektrolyten polarisiert wird, sodass das
Kupferausgangsmaterial frei von einer direkten Spannungsversorgung ist, und
- Strangpressen des elektrolytisch gereinigten Kupferausgangsmaterials durch eine Formmatrize,
sodass das Kupferprofil vorliegt.
[0008] Es hat sich überraschend gezeigt, dass durch eine elektrolytische Reinigung des Kupferausgangsmaterials
vor dem Strangpressen, die oben genannten Materialfehler im stranggepressten Kupferprofil
fast vollständig ausgeschlossen werden. Dies war insbesondere unerwartet, da nach
dem Stand der Technik bereits früher das Kupferausgangsmaterial häufig mithilfe eines
Ultraschallbades vorgereinigt wurde. Aus diesem Grunde ist eine derartige Qualitätssteigerung
des Kupferausgangsmaterials durch ein elektrolytisches Reinigen, die sich aufgrund
des elektrolytischen Prozesses ablaufenden chemischen Reaktionen und/oder Änderungen
der Oberflächenstruktur des Kupferausgangsmaterials absolut überraschend gewesen.
[0009] Somit werden mittels des erfinderischen Verfahrens die kontinuierlich hergestellten
Kupferprofile bereitgestellt, welche eine hohe Qualität aufweisen und ohne dass es
im Wesentlichen zu Ausschussproduktion kommt. Folglich wird sowohl die Produktqualität
als auch die -quantität erhöht. Dementsprechend müssen wesentlich geringere Mengen
an fehlgefertigten Kupferprofilen wieder eingeschmolzen und wieder erneut zu einem
Kupferausgangsmaterial verarbeitet werden. Somit wird der Material- und Energiebedarf
pro hergestelltem Kupferprofil deutlich gesenkt.
[0010] Es ist besonders vorteilhaft, dass das elektrolytische Reinigen und das Strangpressen
nacheinander in einer einzigen Herstellungsanlage ohne Unterbrechung des kontinuierlichen
Herstellungsprozesses durchgeführt werden.
[0011] Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung beruht darauf, dass durch das elektrolytische
Reinigen des Kupferausgangsmaterials nicht nur Verschmutzungen wie Öl und anhaftende
andere Stoffe entfernt werden, sondern auch die Oberflächenstruktur des Kupferausgangsmaterials
verbessert wird, indem durch Ablösen und/oder Abscheiden von Kupfer die Oberfläche
des Kupferausgangsmaterials homogenisiert wird, sodass beim nachfolgenden Strangpressen
weniger Fehlstellen wie Blasen, Riefen und/oder Kantenrisse entstehen.
Folgendes Begriffliche sei erläutert:
[0012] Ein "Kupferprofil" ist insbesondere ein im Strangpressverfahren hergestelltes längliches
Bauteil aus Kupfer und/oder Kupferlegierung. Ein Kupferprofil weist insbesondere über
seine gesamte Länge einen gleichen Querschnitt auf. Das Kupferprofil kann massiv ausgeführt
sein oder einen oder mehrere Hohlräume aufweisen.
[0013] Ein "Kupferausgangsmaterial" ist insbesondere ein Halbzeug aus Kupfer und/oder Kupferlegierung,
aus welchem durch Strangpressen ein Kupferprofil gefertigt wird. Das Kupferausgangsmaterial
wird insbesondere vor dem Strangpressen ein elektrolytisches Reinigen unterzogen.
Bei einem Kupferausgangsmaterial kann es sich beispielsweise um einen Kupferdraht
wie einen Gießwalzdraht oder Gießdraht handeln.
[0014] Unter einem "Kupferdraht" wird insbesondere dünn, lang und biegsam geformtes Metall
aus Kupfer und/oder Kupferlegierung verstanden. Ein Kupferdraht kann insbesondere
einen kreisförmigen Querschnitt oder eine andere Querschnittsform aufweisen. Bei einem
Kupferdraht kann es sich insbesondere auch um einen Flach-, Vierkant- und/oder Profildraht
handeln. Der Kupferdraht ist insbesondere auf Rollen (Haspeln) gewickelt. Der Kupferdraht
weist insbesondere einen Durchmesser von 4 Millimeter bis 30 Millimeter, bevorzugt
8 Millimeter bis 25 Millimeter auf.
[0015] Unter "elektrolytischen Reinigen" wird insbesondere ein Prozess verstanden, bei dem
unter Anlegen einer elektrischen Spannung und Übertragung von Elektronen ein elektrolytisches
Ablösen von Verunreinigungen und/oder Kupfer und/oder ein Wiederabscheiden von Kupfer
auf dem Kupferausgangsmaterial erfolgt oder erfolgen. Im Gegensatz zur klassischen
Elektrolyse, bei der eine Anode und eine Kathode über eine Gleichspannungswelle direkt
verbunden sind, ist beim elektrolytischen Reinigen nur die mindestens eine Elektrode
mit der Spannungsquelle verbunden und/oder die beiden oder mehreren Elektroden im
Elektrolytbad weisen die gleiche Polarisation auf. Hierbei ist das Kupferausgangsmaterial
nicht direkt mit einer Spannungsversorgung elektrisch verbunden, sondern wird lediglich
über den Elektrolyten polarisiert und die entsprechenden chemischen Reaktionen am
Kupferausgangsmaterial induziert.
[0016] Unter einem "Elektrolyt" wird insbesondere eine stromleitende Flüssigkeit verstanden,
deren chemische Verbindung sich durch einen elektrolytischen Prozess aufspalten lässt
und somit in Ionen dissoziiert, welche sich unter dem Einfluss eines elektrischen
Feldes gerichtet bewegen.
[0017] Unter einem "kupferhaltigen Elektrolyt" ist zu verstehen, dass der Elektrolyt Kupfer
(Cu
2+) aufweist. Hierbei kann dem Elektrolyt Kupfer zugesetzt werden oder der Elektrolyt
weist bereits durch die vorhergehende Verwendung in der elektrolytischen Reinigung
Kupfer auf. Das gelöste Kupfer im Elektrolyt trägt zur elektrischen Leitfähigkeit
des Elektrolyten bei.
[0018] Bei einem "Elektrolyt" handelt es sich beispielsweise um 2 bis 12 Gewichtsprozent
Dikaliumhydrogen(1-hydroxyethyliden)bisphosphonat, welches im Elektrolytbad oder den
Elektrolytbädern wiederverwendet wird.
[0019] Unter einem "Elektrolytbad" wird insbesondere ein offener oder geschlossener Behälter
verstanden, welcher den Elektrolyt aufweist. Das Elektrolytbad weist insbesondere
eine Öffnung oder Durchführöffnung zum Einbringen und Ausbringen des Kupferausgangsmaterials
in und aus dem Elektrolyt innerhalb des Elektrolytbades auf.
[0020] Eine "Elektrode" ist insbesondere ein Elektrodenleiter, welcher elektrischen Strom
(Elektronen) an den Elektrolyt abgibt und/oder vom Elektrolyt aufnimmt. Die Elektrode
ist insbesondere mit einer Spannungsquelle über einen Leiter (beispielsweise Kabel)
verbunden. Insbesondere baut sich durch Oxidations- und/oder Reduktionsreaktionen
oder durch eine äußere Spannung an der Elektrode ein elektrochemisches Potenzial auf.
Eine Elektrode, an welcher eine Oxidation abläuft, ist insbesondere eine Anode und
die Elektronen fließen von der Anode über einen Leiter ab. Entsprechend gehen Kationen
(Cu
2+) aus der Anode in Lösung und somit in den Elektrolyt über. Da in diesem Fall die
chemische Reaktion durch einen von einer äußeren Spannung hervorgerufenen Stromfluss
erzwungen wird, wird die Oxidation durch den Elektrodenentzug an der positiven geladenen
Anode hervorgerufen, sodass die Anode in diesem Fall den Pluspol darstellt. Eine Elektrode,
an welcher eine Reduktion abläuft, ist eine Kathode und Elektronen fließen über einen
Leiter zur Kathode und Kationen (Cu
2+) aus dem Elektrolyt scheiden sich an der Kathode ab. In diesem Fall stellt die Kathode
den Minuspol dar. Eine Elektrode weist insbesondere Blei, unlegierten Stahl oder Kupfer
auf oder besteht aus Blei, unlegierten Stahl oder Kupfer.
[0021] Prinzipiell ist es ausreichend, wenn mindestens eine Elektrode sich im Elektrolyt
des Elektrolytbades befindet. Hierbei ist für das eigentliche Induzieren der chemischen
Reaktionen die Position der Elektrode im Elektrolytbad unerheblich. Um jedoch eine
homogene Oberflächeneigenschaft des Kupferausgangsmaterials zu erzielen, ist es besonders
vorteilhaft, wenn die mindestens eine Elektrode oder zwei oder mehrere Elektroden
pro Elektrolytbad umgebend um das Kupferausgangsmaterial angeordnet sind, sodass ein
gleichmäßiger Elektronenfluss induziert wird. Selbstverständlich kann dies jedoch
auch durch eine einzige Elektrode erreicht werden, welche beispielsweise als Gitter-
oder Lochelektrode in Form eines Hohlzylinders ausgeführt und zentral mittels der
Spannungsversorgung kontaktiert ist, wobei das Kupferausgangsmaterial durch den länglichen
inneren Hohlraum dieser Elektrode geführt wird. Gleichzeitig kann der Elektrolyt durch
das Gitter oder die Löcher in den inneren Hohlraum der Elektrode gelangen, sodass
ungünstige Konzentrationsprofile oder eine Verarmung an Kupfer oder Ionen vermieden
werden. Bei zwei oder mehreren flächigen Elekroden können diese beispielsweise in
einem gleichen Abstand zueinander um das Kupferausgangsmaterial im Elektrolytbad angeordnet
sein.
[0022] Unter "polarisiert" wird bei der mindestens einen Elektrode verstanden, dass die
mindestens eine Elektrode in einem Elektrolytbad aufgrund der Spannungsversorgung
entweder einen Minuspol (-) oder einen Pluspol (+) bilden.
[0023] Eine "Spannungsversorgung" ist insbesondere eine Versorgung der Elektroden mit einer
Gleichspannung. Die Versorgung mit einer Gleichspannung kann beispielsweise über ein
Netzteil erfolgen.
[0024] Unter "polarisiert" wird bei dem Kupferausgangsmaterial verstanden, dass dem Kupferausgangsmaterial,
welches nicht direkt mit einer Spannungsversorgung verbunden ist, aufgrund der Spannungsversorgung
der mindestens einen Elektrode und somit dem induzierten Elektronenfluss im Elektrolyt
eine Polarisation und somit eine negative oder positive Ladung aufgezwungen wird.
Üblicherweise wird das Kupferausgangsmaterial entgegengesetzt zur Polarisation der
mindestens einen Elektrode polarisiert, d. h. wenn die Elektrode der Minuspol ist,
wird das Kupferausgangsmaterial über den Elektrolyt als Pluspol polarisiert und umgekehrt.
Somit ist das Küpferausgangsmaterial insbesondere entgegengesetzt zur mindestens einen
Elektrode polarisiert.
[0025] Als "Strangpressen" wird insbesondere ein Umformverfahren verstanden, bei dem Stäbe,
Drähte oder unregelmäßig geformte Profile hergestellt werden. Beim Strangpressen wird
insbesondere das elektrolytisch gereinigte Ausgangsmaterial auf eine Umformtemperatur
erwärmt und durch eine Formmatrize gepresst, sodass ein Kupferprofil gefertigt wird.
Die äußere Form des Kupferprofils wird insbesondere durch die Formmatrize bestimmt.
Das Strangpressen dient insbesondere zur Herstellung eines Kupferprofils als Endlosmaterial,
welches in der gewünschten Länge abgetrennt wird.
[0026] Eine "Formmatrize" ist insbesondere eine Metallform, welche das Negativ der Außenform
für das herzustellende Bauteil und somit insbesondere des Kupferprofils bildet.
[0027] In einer weiteren Ausgestaltungsform des Verfahrens werden in dem Elektrolytbad zwei
Elektroden (133, 135, 137), drei Elektroden, vier Elektroden und/oder weitere Elektroden
verwendet, wobei das Kupferausgangsmaterial zwischen den Elektroden eingebracht und
die Elektroden mittels der Spannungsversorgung gleichpolarisiert werden.
[0028] Durch eine gleichmäßige Anordnung mehrerer Elektroden um das Kupferausgangsmaterial
wird ein gleichmäßiger Elektronenfluss zum Kupferausgangsmaterial induziert und somit
werden homogenen Oberflächeneigenschaften des Kupferausgangsmaterials erhalten.
[0029] Unter "gleich polarisiert" wird verstanden, dass die mindestens zwei Elektroden in
einem Elektrolytbad entweder einen Minuspol (-) oder einen Pluspol (+) bilden und
insbesondere das gleiche Potential aufweisen.
[0030] Zwei, drei, vier und/oder weitere Elektroden entsprechen in ihrer Funktion und Ausgestaltung
der oben definierten Elektrode.
[0031] In einer weiteren Ausgestaltungsform des Verfahrens wird die Elektrode oder werden
die Elektroden kathodisch polarisiert, sodass sich Kupfer vom Kupferausgangsmaterial
im Elektrolytbad ablöst.
[0032] Dadurch, dass die Elektrode oder die Elektroden im Elektrolytbad mittels der Spannungsversorgung
kathodisch polarisiert werden, wird das Kupferausgangsmaterial über den Elektrolyt
anodisch polarisiert und Kupfer aus dem Kupferausgangsmaterial geht als Cu
2+ unter Abgabe von Elektronen an den Elektrolyt in Lösung. Somit werden gleichzeitig
auf der äußeren Kupferoberfläche des Kupferausgangsmaterials vorliegende Verunreinigungen
entfernt und durch das Ablösen von Kupfer werden Unebenheiten in der Oberflächenstruktur
des Kupferausgangsmaterials ausgeglichen. Folglich werden Mikrolöcher oder -risse
im Kupferausgangsmaterial entfernt.
[0033] Um die elektrolytische Reinigung weiter zu verbessern und Inhomogenität in der Oberflächenstruktur
des Kupferausgangsmaterials auszugleichen, wird dem Elektrolytbad ein weiteres Elektrolytbad
vorgeschaltet und/oder nachgeschaltet, wobei die mindestens eine Elektrode oder die
Elektroden des weiteren Elektrolytbades anodisch polarisiert wird oder werden, sodass
sich Kupfer aus dem kupferhaltigen Elektrolyt des weiteren Elektrolytbades auf das
Kupferausgangsmaterial abscheidet.
[0034] Dadurch, dass nacheinander ein Ablösen von Verunreinigungen und/oder Kupfer vom Kupferausgangsmaterial
und ein Abscheiden von Kupfer auf dem Kupferausgangsmaterial und/oder umgekehrt stattfindet,
wird der Reinigungsprozess verbessert, die Oberflächenstruktur des Kupferausgangsmaterials
weiter homogenisiert und somit die Gefahr von Fehlstellen beim nachfolgenden Strangpressen
weiter minimiert.
[0035] Hierbei ist es besonders vorteilhaft, wenn das Kupferausgangsmaterial länger im Elektrolytbad
mit der kathodische polarisierten Elektrode oder den kathodisch polarisierten Elektroden
verweilt als in einem weiteren Elektrolytbad mit der anodisch polarisierten Elektrode
oder den anodisch polarisierten Elektroden, sodass die Phase des Ablösens des Kupfers
vom Kupferausgangsmaterial länger ist als die Phase des Abscheidens von Kupfer aus
dem kupferhaltigen Elektrolyt auf das Kupferausgangsmaterial.
[0036] In einer weiteren Gestaltungsform des Verfahrens wird das Kupferausgangsmaterial
kontinuierlich zugeführt und/oder durch das Elektrolytbad oder die Elektrolytbäder
durchgezogen.
[0037] Dadurch, dass das Kupferausgangsmaterial nicht direkt mit einer Spannungsversorgung
verbunden ist, und somit nicht selbst eine Elektrode im konventionellen Sinne einer
Elektrolyse darstellt, kann das Kupferausgangsmaterial unabhängig vom elektrolytischen
Prozess dem Elektrolytbad zugeführt und/oder durch das Elektrolytbad durchgezogen
werden.
[0038] Durch die stromlose Übertragung der Polarisation auf das Kupferausgangsmaterial,
stellt dieses über seine Länge keinen einheitlichen spannungsführenden elektrischen
Leiter dar, sondern jedes Elektrolytbad stellt einen eigenständigen elektrolytischen
Raum unabhängig von den anderen Elektrolytbädern dar. Dadurch kann das Kupferausgangsmaterial
beispielsweise in Form eines Kupferdrahtes kontinuierlich durch zwei oder mehrere
Elektrolytbäder durchgezogen werden, welche räumlich voneinander beabstandet sind,
ohne dass die elektrolytischen Prozesse in den einzelnen Elektrolytbädern sich über
den Kupferdraht beeinflussen können. Hierbei tritt der Kupferdraht beispielsweise
an der Stirnseite jedes Elektrolytbades durch eine kleine Öffnung ein und auf der
gegenüberliegenden Stirnseite wieder aus, bevor es nach einem räumlichen Abstand,
beispielsweise von 15 bis 30 Millimeter durch die Stirnseite des nächstens Elektrolytbades
eintritt und weiter durch alle Elektrolytbäder gezogen wird.
[0039] Um ein gleichmäßiges und kontinuierliches Bewegen des Kupferausgangsmaterials durch
ein Elektrolytbad oder mehrere Elektrolytbäder zu gewährleisten, erfolgt das kontinuierliche
Zuführen mittels einer Drahtablaufvorrichtung und/oder einer Richtvorrichtung.
[0040] Eine "Drahtablaufvorrichtung" ist eine automatische Vorrichtung, welche insbesondere
einen Draht gleichmäßig von einer Spule oder Haspel abwickelt und dem ersten Elektrolytbad
zuführt.
[0041] Eine "Richtvorrichtung" ist insbesondere eine Vorrichtung, welche dem abgewickelten
Kupferausgangsmaterial eine gleichmäßige Ausrichtung und/oder einen gleichmäßigen
Vorschub aufprägt. Eine Richtmaschine weist beispielsweise Richtrolllen und/oder eine
Drahtführungshülse auf.
[0042] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wird der kupferhaltige Elektrolyt
in das Elektrolytbad, in das weitere Elektrolytbad und/oder die weiteren Elektrolytbäder
und/oder zwischen den Elektrolytbädern rückgeführt.
[0043] Somit kann Elektrolyt, welcher durch das Durchführen und/oder Durchziehen des Kupferausgangsmaterials
durch ein Elektrolytbad oder mehrere Elektrolytbäder verloren geht, in ein Elektrolytbad
oder in mehrere Elektrolytbäder rückgeführt werden. Folglich kann der Elektrolyt wieder
verwendet und Kosten können eingespart werden. Über die Rückführung des Elektrolyten
kann auch eine optimale Kupferkonzentration im entsprechenden Elektrolyt eines Elektrolytbades
eingestellt werden.
[0044] Es ist besonders vorteilhaft, dass durch Rückführung von Elektrolyt aus einem höher
kupferhaltigen Elektrolytbad, die ausreichende Kupferkonzentration in einem anderen
kupferärmeren Elektrolytbad eingestellt werden kann.
[0045] Um den jeweiligen Elektrolyt vom elektrolytisch gereinigten Kupferausgangsmaterial
zu entfernen, erfolgt nach dem elektrolytischen Reinigen ein Spülen.
[0046] Dadurch wird vermieden, dass verbliebene Elektrolytrückstände ihrerseits eine Störung
und/oder eine Bildung von Fehlstellen beim nachfolgenden Strangpressen bewirken können.
[0047] Unter "Spülen" wird insbesondere das Entfernen von Elektrolytresten nach der elektrolytischen
Reinigung verstanden. Zum Spülen wird das elektrolytisch gereinigte Kupferausgangsmaterial,
insbesondere durch ein Spülbad oder mehrere Spülbäder kontinuierlich durchgezogen,
wobei das Spülbad oder die Spülbäder insbesondere Wasser oder hochreines Wasser aufweisen.
Um ein vollständiges Entfernen des Elektrolyten zu erreichen, ist es besonders vorteilhaft,
wenn das elektrolytische gereinigte Kupferausgangsmaterial durch mindestens zwei Spülbäder
nacheinander durchgezogen wird. Bei einem Spülbad kann es sich auch um ein Ultraschallbad
handeln.
[0048] In einer weiteren Ausgestaltungsform des Verfahrens erfolgt nach dem elektrolytischen
Reinigen und/oder dem Spülen ein Trocknen, insbesondere ein Gebläsetrocknen.
[0049] Somit wird verhindert, dass verbliebener Elektrolyt oder verbliebenes Wasser beim
nachfolgenden Warmumformen verdampfen und zu Fehlstellen im stranggepressten Kupferprofil
führen.
[0050] Unter einem "Trocknen" wird insbesondere verstanden, dass verbliebene flüssige Elektrolytreste
und/oder verbliebenes Wasser vom elektrolytisch gereinigten Kupferausgangsmaterial
abgeblasen werden. Hierzu werden beispielsweise ein Gebläsetrockner, ein Luftmesser
(auch sogenannte Airknives) und/oder ein Luftvorhang verwendet.
[0051] Es ist besonders vorteilhaft, dass alle vorgenannten Fertigungsschritte direkt kontinuierlich
nacheinander bei gleicher Fördergeschwindigkeit des Kupferausgangsmaterials durch
die Herstellungsvorrichtung bis zum gefertigten Kupferprofil durchgeführt werden.
[0052] In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch ein Kupferprofil,
welches nach einem zuvor beschriebenen Verfahren hergestellt ist.
[0053] Somit wird ein qualitativ hochwertiges Kupferprofil ohne Fehlstellen oder im Wesentlichen
ohne Fehlstellen bereitgestellt, welches kostengünstig und kontinuierlich hergestellt
wird.
[0054] In einem zusätzlichen Aspekt der Erfindung wird die Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung,
welche derart eingerichtet ist, dass ein zuvor beschriebenes Verfahren durchführbar
ist.
[0055] Dadurch wird eine Vorrichtung bereitgestellt, welche eine kontinuierliche Fertigung
eines qualitativ hochwertigen Kupferprofils ermöglicht. Vorliegend werden alle notwendigen
Fertigungsschritte mittels einer Herstellungsvorrichtung nacheinander ohne Unterbrechung
durchgeführt.
[0056] In einer weiteren Ausführungsform weist die Vorrichtung drei Elektrolytbäder auf,
wobei im ersten Elektrolytbad die mindestens eine Elektrode anodisch polarisiert ist,
sodass sich Kupfer aus dem kupferhaltigen Elektrolyt auf das Kupferausgangsmaterial
abscheidet, im zweiten Elektrolytbad die mindestens eine Elektrode kathodisch polarisiert
ist, sodass sich Kupfer vom Kupferausgangsmaterial ablöst, und im dritten Elektrolytbad
die mindestens eine Elektrode anodisch polarisiert ist, sodass sich Kupfer aus dem
kupferhaltigen Elektrolyt auf das Kupferausgangsmaterial abscheidet.
[0057] Durch die dreistufigen Elektrolytbäder mit einer Kupferabscheidung, Kupferauflösung
und wiederum Kupferabscheidung vom beziehungsweise auf das Kupferausgangsmaterial
wird eine optimale Reinigung des Kupferausgangsmaterials und eine optimale Oberflächeneigenschaft
des Kupferausgangsmaterials erzielt. Folglich können sicher Fehlstellen beim nachfolgenden
Strangpressen im gefertigten Kupferprofil vermieden werden.
[0058] Das weitere Elektrolytbad sowie das erste, zweite und dritte Elektrolytbad entsprechen
in seiner Ausgestaltung dem oben definierten Elektrolytbad.
[0059] Um verlorengegangenen Elektrolyt oder aufgrund der kontinuierlichen Durchführung
des Kupferausgangsmaterials durch das Elektrolytbad oder die Elektrolytbäder herausfließenden
Elektrolyt wieder zu verwenden, sind das Elektrolytbad oder die Elektrolytbäder innerhalb
einer Auffangwanne angeordnet, sodass beim Durchziehen des Kupferausgangsmaterials
durch das Elektrolytbad oder die Elektrolytbäder verlorengegangener kupferhaltiger
Elektrolyt in der Auffangwanne auffangbar und/oder in das Elektrolytbad oder die Elektrolytbäder
rückführbar ist.
[0060] Somit kann der Elektrolyt wiederverwendet und Kosten eingespart werden sowie mittels
der Rückführung gezielt eine Kupferkonzentration in einem Elektrolytbad eingestellt
werden.
[0061] Eine "Auffangwanne" ist insbesondere ein flüssigkeitsdichtes Bauteil, welches aus
der Vorrichtung beziehungsweise den Elektrolytbädern austretenden Elektrolyt auffängt.
Bevorzugt weist die Auffangwanne ein derartiges Auffangvolumen auf, sodass der aufgefangene
Elektrolyt mittels einer Pumpe oder mehrerer Pumpen in ein oder mehrere Elektrolytbäder
zurückgepumpt werden kann.
[0062] Um die Verweildauer des durchgezogenen Drahtes in einem bestimmten Bad zu verlängern,
kann dieses bestimmte Bad insbesondere räumlich in Durchzugsrichtung länger als eines
der anderen Bäder ausgestaltet sein.
[0063] Im Weiteren wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigt
- Figur 1
- eine stark schematische Schnittdarstellung mit einer Ansicht von oben auf eine Herstellungsanlage
eines Kupferprofils mit einer elektrolytischen Drahtreinigung und Warmumformungsvorrichtung.
[0064] Eine Herstellungsanlage 101 für Kupferprofile weist eine elektrolytische Drahtreinigung
109, ein anschließend folgendes Ultraschallbad 117 als Spülbad, eine nachfolgende
Gebläsetrockung 119 und eine Warmumformvorrichtung 121 auf.
[0065] Die elektrolytische Drahtreinigung 109 weist drei aufeinander folgende Elektrolytbäder
111, 113 und 115 auf. Die Elektrolytbäder 111, 113 und 115 sind zueinander räumlich
beabstandet und weisen jeweils seitlich an ihren Stirnseiten einen kreisrunden Drahteingang
und einen kreisrunden Drahtausgang (nicht dargestellt) zum Durchziehen eines Kupferausgangsdrahtes
103 auf, wobei der jeweilige Durchmesser des kreisrunden Drahteinganges und -ausganges
etwas größer als der Durchmesser des Kupferausgangsdrahtes 103 ist.
[0066] Das erste Elektrolysebad 111 weist zwei Hilfsanoden 131 auf, wobei die eine Hilfsanode
131 mit dem Pluspol eines ersten Netzteils 137 und die zweite Hilfsanode 131 mit dem
Pluspol eines zweiten Netzteils 139 verbunden ist. Das zweite Elektrolysebad 113 weist
zwei Hilfskathoden 133 auf, wobei die eine Hilfskathode 133 mit dem Minuspol des ersten
Netzteils 137 und die zweite Hilfskathode 133 mit dem Minuspol des zweiten Netzteils
139 verbunden ist. Das dritte Elektrolysebad 115 weist wiederum zwei Hilfsanoden 135
auf, wobei die erste Hilfsanode 135 mit dem Pluspol des ersten Netzteils 137 und die
zweite Hilfsanode mit dem Pluspol des zweiten Netzteiles 139 verbunden ist.
[0067] Die zwei im ersten Elektrolysebad 111 angeordneten Hilfsanoden 131 weisen unlegierten
Stahl (S355) auf. Die zwei Hilfskathoden 133 im zweiten Elektrolysebad 113 bestehen
aus Kupfer und die zwei Hilfsanoden 135 im dritten Elektrolysebad 115 weisen wiederum
unlegierten Stahl (S355) auf. Als Elektrolyt wird 8 Gewichtprozent Dikaliumdihydrogen
(1-hydroxyethyliden) bisphosphonat eingesetzt, wobei aufgrund der Rückführung des
Elektrolyten im ersten Elektrolysebad 111 bereits Kupfer-Ionen im Elektrolyt vorliegen.
[0068] Der Kupferausgangsdraht 103 weist einen kreisförmigen Querschnitt mit einem Durchmesser
von 20 Millimetern auf. Der Kupferausgangsdraht 103 ist jeweils durch den kreisrunden
Drahteingang und dem kreisrunden Drahtausgang durch das erste Elektrolysebad 111,
das zweite Elektrolysebad 113 und das dritte Elektrolysebad 115 geführt. Sämtliche
Elektrolysebäder 111, 113 und 115 stehen in einer Elektrolytwanne (nicht gezeigt),
in welche durch die Drahteingänge und -ausgänge fließender Elektrolyt aus dem jeweiligen
Elektrolysebädern 111, 113 und 115 aufgefangen wird.
[0069] Der in der Elektrolytwanne aufgefangene Elektrolyt wird bei entsprechendem Flüssigkeitsstand
mittels Pumpen (nicht gezeigt) in die einzelnen Elektrolytbäder 111, 113 und 115 zurückgeführt,
sodass der Kupferausgangsdraht 103 außerhalb zwischen den einzelnen Elektrolysebädern
111, 113 und 115 nicht von den Elektrolyten umgeben ist. Dagegen ist der Kupferausgangsdraht
103 innerhalb der einzelnen Elektrolysebäder 111, 113 und 115 vollständig von dem
Elektrolyt umgeben.
[0070] Mittels der Herstellungsanlage 101 werden folgende Arbeitsschritte durchgeführt:
[0071] Mittels einer nicht gezeigten Drahtablauf- und Richtmaschine wird der Kupferausgangsdraht
103 kontinuierlich dem ersten Elektrolysebad 111 zugeführt und mit gleicher Geschwindigkeit
durch alle nachfolgenden Komponenten der Herstellungsanlage 101 transportiert. Hierbei
ist der Kupferausgangsdraht 103 nicht mit dem ersten Netzteil 137 und nicht mit dem
zweiten Netzteil 139 verbunden. Mittels des ersten Netzteils 137 und des zweiten Netzteils
139 werden entsprechend den Hilfsanoden 131, Hilfskathoden 133 und Hilfsanoden 135
jeweils eine Spannung von 13,8 Volt angelegt. In Abhängigkeit von der Elektrolytkonzentration
und dem jeweiligen Zustand der Hilfsanoden 131, Hilfskathoden 133 und Hilfsanoden
135 fließt üblicherweise bei dieser Spannung von 13,8 Volt ein Strom zwischen 10 und
20 Ampere.
[0072] Im ersten Elektrolysebad 111 wird Kupfer aus dem Elektrolyt auf den Kupferausgangsdraht
103 abgeschieden. Im anschließenden zweiten Elektrolysebad 113 geht Kupfer vom Kupferausgangsmaterial
103 als Cu
2+ im Elektrolyt in Lösung und wird auf den Hilfskathoden 133 abgeschieden. Im dritten
Elektrolysebad 115 wiederum wird aufgrund der Hilfsanoden 135 eine Abscheidung von
Kupferkationen aus dem Elektrolyt als elementares Kupfer auf dem Kupferausgangsmaterial
103 induziert. In dieser Abfolge ist eine Aufenthaltsdauer des Kupferausgangsdrahtes
103 aufgrund einer längeren Bauform des zweiten Elektrolysebades 113 länger als jeweils
in dem ersten Elektrolysebad 111 und dem dritten Elektrolysebad 115.
[0073] Zum Abspülen von Elektrolytresten auf dem elektrolytisch gereinigten Kupferdraht
105 wird der elektrolytisch gereinigte Kupferdraht 105 mittels eines Ultraschallbades
117 gereinigt und gespült.
[0074] Anschließend erfolgt eine Trocknung des gereinigten Kupferdrahtes 105 mittels der
Gebläsetrocknung 119, sodass dadurch ein elektrolytisch gereinigter, gespülter und
getrockneter Kupferdraht 107 vorliegt.
[0075] Anschließend wird der elektrolytisch gereinigte, gespülte und getrocknete Kupferdraht
107 der Warmumformungsvorrichtung 121 zugeführt, wobei dieser durch eine Formmatrize
in Form eines herzustellenden Kupferprofils stranggepresst wird. Das hergestellte
Kupferprofil weist eine ebene, homogene Oberfläche im Wesentlichen frei von Blasen,
Riefen und Kantendefekten auf.
Bezugszeichenliste
[0076]
- 101
- Herstellungsanlage
- 103
- Kupferausgangsdraht
- 105
- elektrolytisch gereinigter Kupferdraht
- 107
- gereinigter und getrockneter Kupferdraht
- 109
- elektrolytische Drahtreinigung
- 111
- erstes Elektrolysebad
- 113
- zweites Elektrolysebad
- 115
- drittes Elektrolysebad
- 117
- Ultraschallbad
- 119
- Gebläsetrocknung
- 121
- Warmumformungsvorrichtung
- 131
- Hilfsanode
- 133
- Hilfskathode
- 135
- Hilfsanode
- 137
- erstes Netzteil
- 139
- zweites Netzteil
1. Verfahren zum Herstellen eines Kupferprofils aus einem Kupferausgangsmaterial (103),
insbesondere eines Kupferdrahtes, mit folgenden Schritten
- elektrolytisches Reinigen des Kupferausgangsmaterials, wobei das Kupferausgangsmaterial
in einem kupferhaltigen Elektrolyt in einem Elektrolytbad (111, 113, 115) mit mindestens
einer Elektrode (133, 135, 137) eingebracht wird, die Elektrode mittels einer Spannungsversorgung
(137, 139) polarisiert wird und das Kupferausgangsmaterial über den Elektrolyten polarisiert
wird, so dass das Kupferausgangsmaterial frei von einer direkten Spannungsversorgung
ist, und
- Strangpressen des elektrolytisch gereinigten Kupferausgangsmaterials durch eine
Formmatrize, sodass das Kupferprofil vorliegt.
2. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Elektrolytbad zwei Elektroden (133, 135, 137), drei Elektroden, vier Elektroden
und/oder weitere Elektroden verwendet werden, wobei das Kupferausgangsmaterial zwischen
den Elektroden eingebracht und die Elektroden mittels der Spannungsversorgung gleichpolarisiert
werden.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektorde oder die Elektroden kathodisch polarisiert wird oder werden, sodass
sich Kupfer vom Kupferausgangsmaterial im Elektrolytbad ablöst.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Elektrolytbad (113) ein weiteres Elektrolytbad (111, 115) vorgeschaltet und/oder
nachgeschaltet wird, wobei die mindestens eine Elektrode oder die Elektroden des weiteren
Elektrolytbades anodisch polarisiert wird oder werden, sodass sich Kupfer aus dem
kupferhaltigen Elektrolyt des weiteren Elektrolytbades auf das Kupferausgangsmaterial
abscheidet.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kupferausgangsmaterial kontinuierlich zugeführt und/oder durch das Elektrolytbad
oder die Elektrolytbäder durchgezogen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das kontinuierliche Zuführen mittels einer Drahtablaufvorrichtung und/oder einer
Richtvorrichtung erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass kupferhaltiger Elektrolyt in das Elektrolytbad, in das weitere Elektrolytbad und/oder
die weiteren Elektrolytbäder und/oder zwischen den Elektrolytbädern rückgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem elektrolytischen Reinigen ein Spülen erfolgt.
9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem elektrolytischen Reinigen und/oder dem Spülen ein Trocknen, insbesondere
ein Gebläsetrocknen, erfolgt.
10. Kupferprofil, welches nach einem Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche hergestellt
ist.
11. Vorrichtung (101), welche derart eingerichtet ist, dass ein Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 9 durchführbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung drei Elektrolytbäder (111, 113, 115) aufweist, wobei im ersten Elektrolytbad
(111) die mindestens eine Elektrode anodisch polarisiert ist, sodass sich Kupfer aus
dem kupferhaltigen Elektrolyt auf das Kupferausgangsmaterial abscheidet, im zweiten
Elektrolytbad (113) die mindestens eine Elektrode kathodisch polarisiert sind, sodass
sich Kupfer vom Kupferausgangsmaterial ablöst, und im dritten Elektrolytbad (115)
die mindestens eine Elektrode anodisch polarisiert ist, sodass sich Kupfer aus dem
kupferhaltigen Elektrolyt auf das Kupferausgangsmaterial abscheidet.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Elektrolytbad oder die Elektrolytbäder innerhalb einer Auffangwanne angeordnet
sind, so dass beim Durchziehen des Kupferausgangsmaterials durch das Elektrolytbad
oder die Elektrolytbäder verlorengegangener kupferhaltiger Elektrolyt in der Auffangwanne
auffangbar und/oder in das Elektrolytbad oder die Elektrolytbäder rückführbar ist.