[0001] Die Erfindung betrifft einen Mast für eine Stromleitung, mit einem unteren Mastabschnitt
und einem oberen Mastabschnitt, die durch ein aus einem elektrisch isolierenden Material
hergestelltes Verbindungselement miteinander verbunden sind.
[0002] Aus dem Dokument
EP 1 923 529 A2 ist ein Verbindungsadapter zum Verbinden zweier Mastabschnitte einer Mastbaugruppe
bekannt. Die dort beschriebene Mastbaugruppe umfasst einen unteren rohrförmigen Mastabschnitt
mit einem konstanten Durchmesser und einen oberen rohrförmigen Mastabschnitt mit einem
konstanten Durchmesser. Zur Verbindung der beiden Mastabschnitte dient ein Verbindungsadapter
mit der Form eines Hohlzylinders mit gleichbleibendem Durchmesser. Der Verbindungsadapter
besteht aus zwei Zylinderhälften, die über Rastelemente oder dgl. miteinander verbunden
werden können. Der Verbindungsadapter weist sowohl außen als auch innen sich radial
erstreckende, umlaufende Anschläge auf, an denen im montierten Zustand einerseits
der untere, äußere Mastabschnitt und andererseits der obere, innere Mastabschnitt
mit ihren axialen Enden anliegen.
[0003] Für bestimmte Anwendungen ist es wünschenswert, einen Mast einzusetzen, der ein ansprechendes
optisches Erscheinungsbild aufweist.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Mast anzugeben, der keinen
stufenförmigen Übergang zwischen den beiden miteinander verbundenen Mastabschnitten
aufweist.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist bei einem Mast der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
vorgesehen, dass der untere Mastabschnitt, das Verbindungselement und der obere Mastabschnitt
konisch ausgebildet sind.
[0006] Die Erfindung weist den Vorteil auf, dass der Übergang zwischen den beiden miteinander
verbundenen Mastabschnitten zumindest aus einer gewissen Entfernung nahezu unsichtbar
ist. Im Gegensatz dazu ist bei der aus der
EP 1 923 529 A2 bekannten Mastbaugruppe der Verbindungsbereich, der sich durch eine Durchmesseränderung
auszeichnet, stets sichtbar. Bei dem erfindungsgemäßen Mast ist praktisch kein Stoß
und kein Durchmesserunterschied erkennbar. Der erfindungsgemäße Mast zeichnet sich
somit durch ein besonders ansprechendes Erscheinungsbild aus. Darüber hinaus können
alle Lasten bei voller elektrischer Isolierung abgetragen werden.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Mast wird es bevorzugt, dass das Verbindungselement als
einteiliges, integrales rohrförmiges Bauteil ausgebildet ist. Dadurch ergibt sich
der Vorteil, dass die Herstellung von zwei Formhälften für das üblicherweise im Spritzgussverfahren
hergestellte herkömmliche Verbindungselement entfällt. Zudem entfällt der Schritt
des Zusammensetzens der beiden Hälften. Stattdessen kann bei dem erfindungsgemäßen
Mast das Verbindungselement entweder auf dem unteren Mastabschnitt oder auf dem oberen
Mastabschnitt vormontiert werden. Das Verbinden des unteren und des oberen Mastabschnitts
erfolgt dann an dem vorgesehenen Einbauort. Auf diese Weise können auch sehr hohe
bzw. lange Masten effizient vormontiert, einfach an den Aufstellort transportiert
und dort montiert werden. Alternativ kann das Verbindungselement jedoch auch als mehrteiliges
rohrförmiges Bauteil ausgebildet sein.
[0008] Es versteht sich von selbst, dass der erfindungsgemäße Mast auch mehr als zwei Mastabschnitte
aufweisen kann, beispielsweise drei, vier oder fünf Mastabschnitte, die jeweils durch
ein Verbindungselement miteinander verbunden werden bzw. sind.
[0009] Im Hinblick auf das elektrisch isolierende Verbindungselement des erfindungsgemäßen
Masts wird es besonders bevorzugt, dass dieses beispielhaft aus glasfaserverstärktem
Kunststoff hergestellt ist. Derartige Bauteile zeichnen sich durch eine hohe Festigkeit
aus. Zudem kann das Verbindungselement vergleichsweise kostengünstig hergestellt werden.
Vorzugsweise kann das Verbindungselement durch ein Wickelverfahren hergestellt sein.
Insbesondere kommt dabei das Wickeln von Glasfaserrovings, Glasfasermatten oder Glasfasergewebe
in Frage. Das konische Verbindungselement kann durch ein automatisches Wickelverfahren
hergestellt sein.
[0010] Es liegt auch im Rahmen der Erfindung, dass das Verbindungselement des erfindungsgemäßen
Masts einen Kreisquerschnitt, einen ovalen Querschnitt oder einen n-Kant-Querschnitt
aufweist, wobei n = 6, 8, 10 oder 12 ist.
[0011] Mit besonderem Vorteil kann es bei dem erfindungsgemäßen Mast vorgesehen sein, dass
das Verbindungselement im Bereich seiner axialen Enden eine im Wesentlichen stetige
Wandstärke aufweist. Demnach ist die Wandstärke des Verbindungselements im Bereich
seiner Enden im Wesentlichen konstant, abgesehen von geringfügigen Wandstärkenänderungen,
die durch die Konizität verursacht werden. Der in diesem Zusammenhang verwendete Begriff
"stetig" bedeutet, dass keine sprunghafte Wandstärkenänderung vorhanden ist. Ebenso
wenig ist eine Änderung des Außendurchmessers vorhanden. Abgesehen von der konizitätsbedingten
Formänderung weisen die axialen Enden des Verbindungselements somit eine im Wesentlichen
konstante Dicke und einen im Wesentlichen konstanten Außendurchmesser und Innendurchmesser
auf. Unabhängig von der Wanddicke der Mastsegmente, deren Konizitäten und sich ergebenden
Spaltbreiten ist durch ein isolierendes Material die elektrische Entkopplung gegeben.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Masts kann es vorgesehen
sein, dass das Verbindungselement an der Außenseite des unteren Mastabschnitts angeordnet
ist. Demnach ist das Verbindungselement über das obere Ende des unteren Mastabschnitts
gestülpt. Zweckmäßigerweise kann das Verbindungselement an der Innenseite des oberen
Mastabschnitts angeordnet sein. Aufgrund der Konizität der drei Bauteile kann ein
Abschnitt des Verbindungselements im montierten Zustand sichtbar sein. Die Länge und
der Außendurchmesser und der Innendurchmesser des Verbindungselements sind so gewählt,
dass das Verbindungselement in einem Abschnitt den oberen Mastabschnitt und in einem
anderen Abschnitt den unteren Mastabschnitt überlappt. Dazwischen befindet sich ein
Bereich, in dem sowohl der untere Mastabschnitt, das Verbindungselement und der obere
Mastabschnitt einander überlappen. Die Länge der Überlappungsbereiche wird gemäß statischen
und/oder elektrischen Erfordernissen festgelegt.
[0013] Eine weitere bevorzugte Variante des erfindungsgemäßen Masts sieht vor, dass ein
axiales Ende des Verbindungselements an der Außenseite des oberen oder unteren Mastabschnitts
übersteht. Demnach liegt ein axiales Ende des Verbindungselements frei bzw. offen,
d.h. seine Außenseite ist sichtbar. Vorzugsweise handelt es sich dabei um das untere
Ende des Verbindungselements. Alternativ sind jedoch auch Ausgestaltungen denkbar,
bei denen das obere Ende des Verbindungselements frei liegt. In diesem Fall befindet
sich das Verbindungselement zweckmäßigerweise innerhalb des unteren Mastabschnitts
und außerhalb des oberen Mastabschnitts.
[0014] Ein besonders gutes optisches Erscheinungsbild ergibt sich bei dem erfindungsgemäßen
Mast, wenn das Verbindungselement dieselbe Konizität wie der untere und/oder der obere
Mastabschnitt aufweist. Das Verbindungselement ist dann aus einer gewissen Entfernung
praktisch nicht mehr erkennbar, da keine sichtbare Kante und keine Querschnittsänderung
erkennbar ist. Ein gegebenenfalls vorhandener freiliegender Abschnitt des Verbindungselements
kann eine Oberflächenbeschichtung, beispielsweise in Form einer Lackierung, aufweisen,
die an die Farbe der Oberfläche des unteren und/oder oberen Mastabschnitts angepasst
ist.
[0015] Bei dem erfindungsgemäßen Mast ist das Verbindungselement mit den beiden Mastabschnitten
formschlüssig verbunden. Zur Verbesserung des Formschlusses kann es vorgesehen sein,
dass der Verbindungsbereich, in dem sich das Verbindungselement befindet, mit einem
Vergussmaterial vergossen oder verpresst ist. Das Vergussmaterial kann auch ein Klebstoff
oder ein Harz oder dergleichen sein.
[0016] Der erfindungsgemäße Mast weist wenigstens ein Halteelement und/oder eine Traverse
für eine Stromleitung auf. Es versteht sich von selbst, dass der Mast auch mehrere
Halteelemente und/oder Traversen aufweisen kann, die an unterschiedlichen axialen
Positionen oder an unterschiedlichen Seiten des Masts angeordnet sein können. Der
in dieser Anmeldung verwendete Begriff Stromleitung umfasst sowohl Freileitungsmasten,
Fahrleitungsmasten als auch Oberleitungsmasten.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen erläutert. Die Zeichnungen sind schematische Darstellungen und
zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Masts,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht eines Verbindungselements,
- Fig. 3
- einen unteren Mastabschnitt und einen oberen Mastabschnitt, und
- Fig. 4
- eine geschnittene Ansicht des in Fig. 1 gezeigten Masts im Bereich des Verbindungselements.
[0018] Der in Fig. 1 in einer Seitenansicht gezeigte Mast 1 besteht im Wesentlichen aus
einem unteren Mastabschnitt 2, einem oberen Mastabschnitt 3 und einem dazwischen angeordneten
Verbindungselement 4. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel bestehen der untere
Mastabschnitt 2 und der obere Mastabschnitt 3 aus Stahl. Das Verbindungselement 4
besteht aus elektrisch isolierendem Material, in diesem Fall handelt es sich dabei
um glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK). Die Außenkontur der beiden Mastabschnitte
2, 3 ist achtkantig. Der untere Mastabschnitt 2, der obere Mastabschnitt 3 und das
Verbindungselement 4 sind konisch ausgebildet, wobei alle drei Komponenten dieselbe
Konizität aufweisen. Der Mast 1 weist eine oder mehrere Halteelemente für Stromleitungen
auf, die jedoch aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit in den Figuren nicht dargestellt
sind.
[0019] Das in Fig. 2 gezeigte Verbindungselement 4 ist im Wickelverfahren aus glasfaserverstärktem
Kunststoff hergestellt. Dieses Material wirkt als Isolator für elektrischen Strom.
Durch die in Fig. 1 gezeigte Anordnung des Verbindungselements 4 zwischen den beiden
Mastabschnitten 2, 3 wird sichergestellt, dass die beiden Mastabschnitte 2, 3 gegeneinander
elektrisch isoliert sind, sodass kein Stromfluss möglich ist.
[0020] In der Seitenansicht von Fig. 3, in der der untere Mastabschnitt 2 und der obere
Mastabschnitt 3 axial voneinander beabstandet dargestellt sind, erkennt man, dass
beide Mastabschnitte 2, 3 dieselbe Konizität aufweisen. Das in diesem Ausführungsbeispiel
für die Mastabschnitte 2, 3 verwendete Material Stahl ist lediglich exemplarisch,
alternativ kann ein Mast auch aus Mastabschnitten bestehen, die aus Beton herstellt
sind. Darüber hinaus kann ein Mast auch als Hybridmast ausgebildet sein, der einen
unteren Mastabschnitt aus Beton und einen oberen Mastabschnitt aus Stahl umfasst.
[0021] Fig. 4 zeigt in einer geschnittenen Ansicht ein Detail des in Fig. 1 gezeigten Masts
1 in einem vergrößerten Maßstab.
[0022] Dort ist erkennbar, dass das Verbindungselement 4 an seinem unteren Ende 5 einen
größeren Durchmesser als das obere Ende des unteren Mastabschnitts 2 aufweist. Das
Verbindungselement 4 ist somit über das obere Ende des unteren Mastabschnitts 2 gestülpt.
In diesem Bereich berühren sich die einander gegenüberliegenden Flächen am oberen
Ende des oberen Mastabschnitts 2 und am unteren Ende des Verbindungselements 4. Zwischen
diesen Komponenten besteht ein Formschluss. Das untere Ende 5 des Verbindungselements
4 ist nach außen frei, d.h. seine Außenseite ist sichtbar. Das Verbindungselement
4 weist an seiner Außenseite eine Beschichtung in Form einer Lackierung auf, die farblich
an die beiden Mastabschnitte 2, 3 angepasst ist.
[0023] Der obere Mastabschnitt 3 ist außenseitig über das Verbindungselement 4 geschoben.
Dadurch ergibt sich am oberen Ende des Verbindungselements 4 ein Überlappungsbereich
6, in dem der obere Mastabschnitt 3 und das Verbindungselement 4 einander überlappen.
In ähnlicher Weise überlappen sich das untere Ende des Verbindungselements 4 und der
untere Mastabschnitt 2.
[0024] Dazwischen ist ein mittlerer Überlappungsbereich 7 gebildet, in dem der untere Mastabschnitt
2, der obere Mastabschnitt 3 und das Verbindungselement 4 einander überlappen. Ein
direkter Kontakt zwischen dem unteren inneren Mastabschnitt 2 und dem oberen äußeren
Mastabschnitt 3 wird durch das Verbindungselement 4 verhindert, das die gewünschte
elektrische Isolation sicherstellt.
[0025] Der mittlere Überlappungsbereich 7 weist in diesem Ausführungsbeispiel die dreifache
Länge des oberen Überlappungsbereichs 6 und des gleich großen unteren Überlappungsbereichs
auf. Diese Längenverhältnisse sind jedoch nicht als Beschränkung zu verstehen, vielmehr
kann die Länge der Überlappungsbereiche bzw. die Länge des Verbindungselements 4 gemäß
statischen Erfordernissen angepasst werden. Das Verbindungselement 4 kann eine Länge
aufweisen, die näherungsweise dem Zweifachen bis Dreifachen des Durchmessers der Mastabschnitte
2, 3 im Verbindungsbereich entspricht.
[0026] In dem Verbindungsbereich sind die beiden Mastabschnitte 2, 3 über das Verbindungselement
4 formschlüssig miteinander verbunden. Durch die vergleichsweise großen Berührflächen
ergibt sich eine besonders stabile Verbindung.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Mast
- 2
- unterer Mastabschnitt
- 3
- oberer Mastabschnitt
- 4
- Verbindungselement
- 5
- Ende
- 6
- Überlappungsbereich
- 7
- Überlappungsbereich
1. Mast (1) für eine Stromleitung, mit einem unteren Mastabschnitt (2) und einem oberen
Mastabschnitt (3), die durch ein aus einem elektrisch isolierenden Material hergestelltes
Verbindungselement (4) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass der untere Mastabschnitt (2), das Verbindungselement (4) und der obere Mastabschnitt
(3) konisch ausgebildet sind.
2. Mast nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (4) als einteiliges, integrales oder mehrteiliges rohrförmiges
Bauteil ausgebildet ist.
3. Mast nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (4) aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt ist.
4. Mast nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (4) aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), insbesondere
durch ein Wickelverfahren aus Glasfaserrovings und/oder Glasfasermatten und/oder Glasfasergewebe,
hergestellt ist.
5. Mast nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (4) einen Kreisquerschnitt, einen ovalen Querschnitt oder
einen n-Kant-Querschnitt aufweist, wobei n = 6, 8,10 oder 12 ist.
6. Mast nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (4) im Bereich seiner axialen Enden eine im Wesentlichen stetige
Wandstärke aufweist.
7. Mast nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (4) an der Außenseite des unteren Mastabschnitts (2) angeordnet
ist.
8. Mast nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (4) an der Innenseite des oberen Mastabschnitts (3) angeordnet
ist.
9. Mast nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein axiales Ende des Verbindungselements (4) an der Außenseite des oberen oder unteren
Mastabschnitts (2, 3) übersteht.
10. Mast nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (4) dieselbe Konizität wie der untere und/oder der obere Mastabschnitt
(2, 3) aufweist.
11. Mast nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er wenigstens ein Halteelement und/oder eine Traverse für eine Stromleitung aufweist.