[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Haushaltsgerät mit einem ersten und einem
zweiten Fluidkreislauf zum Zirkulieren eines Fluides während eines Betriebes des Haushaltsgerätes
sowie ein Verfahren zum Schwingungs- und/oder geräuschreduzierten Betreibens eines
Haushaltsgerätes.
[0002] In vielen Haushaltsgeräten werden Kompressoren eingesetzt, welche zum Komprimieren
eines fluiden Mediums, insbesondere eines Kältemittels, eingesetzt werden. Bekannter
Weise werden Kompressoren, welche einer hinreichend guten Ölschmierung bedürfen, beispielsweise
in Wärmepumpen eingesetzt. Gerade in Haushalts-Kühlgeräten wie Kühlschränken ist der
Kältekreislauf mit der Wärmepumpe jedoch nicht ununterbrochen in Betrieb. Bei einer
Betriebsaufnahme des Fluid- bzw. Kältekreislaufs wird der Kompressor gestartet. In
diesem Anfangszustand weist der Kompressor jedoch keine gute Ölschmierung auf, d.
h. das Öl ist gerade zur Betriebsaufnahme nicht im gesamten Kompressionsraum des Kompressors
verteilt. Insbesondere Rollkolben-Kompressoren benötigen für den störungsfreien Betrieb
eine gute Ölschmierung, wobei der Ölfilm in der Kompressionskammer und in den entsprechenden
Ventilen, die durch die Arbeit des Kompressors entstehenden Geräusche dämpft. Bekannter
Weise erfolgt die Ölförderung durch die hohle Antriebswelle, welche an definierten
Punkten radiale Bohrungen aufweist. In der Antriebswelle befindet sich eine Spirale,
welche durch die Rotation der Welle das Öl zu den Bohrungen fördert. Über die Rotation
der Welle wird das Öl im gesamten Kompressionsraum verteilt. Das Ansaugen des Öls
aus dem Ölbad benötigt jedoch einige Zeit, wodurch insbesondere in der Startphase
des Kompressors ein höherer Schwingungs- und/oder Geräuschpegel verursacht wird, welcher
einen besonders unangenehmen Klang aufweist verglichen mit dem normalen Betriebszustand.
Die Länge dieser Startphase ist in großem Maße von der Viskosität des Öls abhängig,
welches zum Betrieb des Kompressors verwendet wird. Bekannter Weise ist die Viskosität
eines Öls von der Umgebungstemperatur abhängig, so dass bei kälteren Umgebungstemperaturen
die laute Startphase des Kompressors in dem Haushaltsgerät länger andauert. Ein weiterer
Punkt, der sich negativ auf das Geräuschniveau des Kompressors auswirkt, ist die anfallende
Druckdifferenz, welche der Druckkompressor aufbringen muss. Bei hohen Druckdifferenzen
beispielsweise wirken sich die Toleranzen der metallischen Einzelkomponenten stärker
auf das Geräuschniveau aus, wodurch der Kompressor zu "klappern" anfängt.
[0003] Angesichts der soeben geschilderten Probleme ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
ein Haushaltsgerät bereit zu stellen, welches schwingungs- und/oder geräuschreduziert
betrieben werden kann. Ferner ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zum Schwingungs- und/oder geräuschreduzierten Betreiben eines Haushaltsgerätes bereitzustellen.
[0004] Diese Aufgaben werden gelöst mit einem Haushaltsgerät und einem Verfahren zum schwingungs-
und/oder geräuschreduzierten Betreiben eines Haushaltsgerätes nach jeweiligem unabhängigem
Patentanspruch. Weitere Vorteile und Merkmale sowie fakultative bevorzugte Ausführungen
der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen, nachfolgender
Beschreibung und beigefügter Zeichnung, wobei bevorzugten Ausführungen des Haushaltsgerätes
bevorzugte Ausführungen des Verfahrens entsprechend und umgekehrt, und dies auch dann,
wenn darauf hierin nicht explizit hingewiesen ist.
[0005] Erfindungsgemäß weist das Haushaltsgerät einen ersten und einen zweiten Fluidkreislauf
zum Zirkulieren eines Fluides während eines Betriebes des Haushaltsgerätes auf. In
dem ersten und zweiten Fluidkreislauf ist ein Kompressor mit einer Niederdruckseite
und mit einer Hochdruckseite zum Komprimieren des Fluides vorgesehen. Vorschlagsgemäß
ist in dem ersten Fluidkreislauf ferner ein Bypass vorgesehen. Ferner vorschlagsgemäß
ist der Kompressor zur Schwingungs- und/oder Geräuschreduzierung während einer Betriebsaufnahme
des Kompressors oder während des Durchlaufens eines vorbestimmten Drehzahlintervalls
des Kompressors mit dem Bypass überbrückbar, um einem Aufbau eines Druckes auf der
Hochdruckseite entgegen zu wirken. In anderen Worten kann die Hochdruckseite des Kompressors
mit dessen Niederdruckseite über den Bypass in Fluidverbindung gebracht bzw. verbunden
werden, wobei der Kompressor sozusagen kurzgeschlossen wird. Sobald der Kompressor
in Betrieb genommen ist und/oder auch während des Betriebes, wird an der Hochdruckseite
des Kompressors durch das komprimierte Fluid ein Druck aufgebaut. Durch den Bypass
kann einem solchen Druckaufbau entgegen gewirkt werden. Durch den Bypass können störende
Anlaufgeräusche, die besonders bei kalten Kompressoren auftreten, vermieden werden.
Zur Reduzierung des erhöhten Schwingungs- und/oder Geräuschpegels, insbesondere während
einer Startphase des Kompressors, wird vorschlagsgemäß auf der Hochdruckseite des
Kompressors mittels eines Bypasses dem Aufbau eines Druck entgegengewirkt, indem das
Fluid über den Bypass zu der Niederdruckseite des Kompressor geleitet wird. Bevorzugt
umfasst der erste Fluidkreislauf den Bypass und den Kompressor. In dem ersten Fluidkreislauf
wird das zu zirkulierende Medium, insbesondere ein Kältemittel, z. B. ein Gas wie
Isobutan oder Propan , in bestimmten Phasen des Kompressors oder zu bestimmten Drehzahlintervallen
des Kompressors über den Bypass von der Hochdruckseite zu der Niederdruckseite geleitet.
Hierdurch wird bei Bedarf unverzüglich ein aufgebauter Druck auf der Hochdruckseite
wieder abgebaut und dem Kompressor auf der Niederdruckseite wieder zugeführt oder
es wird von vornherein vermieden, dass ein Druck auf der Hochdruckseite, insbesondere
während einer Startphase des Kompressors, aufgebaut werden kann. Bei einem Überbrücken
mittels des Bypasses fließt das zirkulierende Medium also durch den Bypass zurück
oder zumindest teilweise zurück zu der Niederdruckseite des Kompressors.
[0006] Insbesondere während des Durchlaufens eines vorbestimmten Drehzahlintervalles des
Kompressors, welches bei Frequenzen liegt, bei denen Eigenschwingungen des Kompressors
auftreten können, ist eine Geräuschentwicklung besonders hoch. Durch den vorgeschlagenen
Bypass kann eine Geräuschentwicklung insbesondere bei Eigenfrequenzen des Kompressors
in vorteilhafter Weise vermieden werden, so dass ein Haushaltsgerät bereitgestellt
werden kann, welches ruhig und stabil betrieben werden kann.
[0007] Bevorzugt bildet der Kompressor mit weiteren Komponenten, insbesondere mit einem
Verdampfer und einem Verflüssiger, den zweiten Fluidkreislauf aus. Der zweite Fluidkreislauf
ist bevorzugt ein Wirkkreislauf des Haushaltsgeräts, insbesondere ein Kältekreislauf.
Insbesondere sind der Verdampfer, der Verflüssiger und der Kompressor in dem zweiten
Fluidkreislauf, insbesondere zum Zirkulieren eines Kältemittels, in Reihe geschaltet.
In dem ersten Fluidkreislauf sind der Bypass und der Kompressor ebenfalls in Reihe
geschaltet. Der erste Fluidkreislauf kann bei Bedarf, insbesondere während einer Startphase
des Kompressors oder während eines Durchlaufens bestimmter Drehzahlintervalle, parallel
zu dem zweiten Fluidkreislauf geschaltet werden. Durch den Bypass kann das zirkulierende
Fluid wahlweise durch den eigentlichen Kältekreislauf fließen, welcher den Verdampfer
und den Verflüssiger umfasst, oder durch den ersten Fluidkreislauf.
[0008] Gemäß der vorteilhaften Ausführungsformen ist der Bypass mittels einer Steuerung,
insbesondere zum Öffnen und/oder zum Schließen, ansteuerbar. Bevorzugt ist die Steuerung
konfiguriert, ein Öffnen des Bypasses während einer Startphase des Kompressors oder
während des Durchlaufens bestimmter Drehzahlintervalle anzusteuern. Bevorzugt bewirkt
der Bypass in einem geöffneten Zustand, dass das Fluid in dem ersten Fluidkreislauf
zirkuliert, während der Bypass in einem geschlossenen Zustand bewirkt, dass das Fluid
nicht in dem ersten Fluidkreislauf, sondern insbesondere in dem zweiten Fluidkreislauf
zirkuliert. Das Ansteuern des geöffneten bzw. geschlossenen Zustandes des Bypasses
ist von der Steuerung bzw. der Reglung ansteuerbar und/oder in situ an eine erfasste
Druckdifferenz am Kompressor anpassbar.
[0009] Insbesondere während des Durchlaufens eines bestimmten Drehzahlintervalls, welches
bei Frequenzen liegt, bei denen Eigenschwingungen des Kompressors auftreten können,
ist eine Geräuschentwicklung im Normalbetrieb besonders hoch. Durch den vorgeschlagenen
Bypass kann eine Geräuschentwicklung insbesondere bei Eigenfrequenzen des Kompressors
in vorteilhafter Weise vermieden werden, so dass ein Haushaltsgerät bereitgestellt
werden kann, welches ruhig und stabil betrieben werden kann, insbesondere während
eines Durchlaufens des bestimmten Drehzahlintervalls. Durch den Einsatz des Bypasses,
insbesondere in dem Bereich des vorbestimmten Drehzahlintervalles, kann die Entstehung
von Resonanzen im Bereich der Eigenfrequenzen vermieden werden. Hierdurch wiederum
kann das Haushaltsgerät ruhig und stabil betrieben werden.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst der Bypass mindestens
ein Ventil. Ferner kann der Bypass ein Rohr oder einen Schlauch umfassen, mit welchem
der Bypass in Fluidverbindung mit dem Kompressor steht. Bevorzugt handelt es sich
bei dem mindestens einen Ventil um ein bistabiles Ventil oder um ein herkömmliches
Magnetventil.
[0011] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Schwingungs-
und/oder geräuschreduzierten Betreiben eines Haushaltsgerätes, wobei das Haushaltsgerät
einen ersten Fluidkreislauf zum Zirkulieren eines Fluides während des Betriebes des
Haushaltsgerätes umfasst. In dem ersten Fluidkreislauf ist ein Kompressor mit einer
Niederdruckseite und mit einer Hochdruckseite zum Komprimieren des Fluides vorgesehen.
[0012] Vorschlagsgemäß ist in dem ersten Fluidkreislauf ferner ein Bypass vorgesehen. Ferner
vorschlagegemäß wird der Kompressor zur Schwingungs- und/oder Geräuschreduzierung
während einer Betriebsaufnahme oder während des Durchlaufens eines vorbestimmten Drehzahlintervalles
mit dem Bypass in Fluidverbindung gebracht, um einem Aufbau eines Druckes auf der
Hochdruckseite entgegen zu wirken. Sobald der Kompressor in Betrieb genommen ist und/oder
auch während des Betriebes, wird an der Hochdruckseite des Kompressors durch das komprimierte
Fluid ein Druck aufgebaut. Durch den Bypass kann gerade während einer Startphase des
Kompressors oder beim Durchlaufen bestimmter Drehzahlintervalle einem solchen Druckaufbau
entgegen gewirkt werden.
[0013] Der Bypass hat den Vorteil, dass eine Stillstandszeit nach einem Kompressorstop verringert
werden kann. Durch den Bypass kann quasi sofort ein Druckausgleich zwischen der Hochdruck-
und Niederdruckseite erfolgen. "Quasi sofort" umfasst vorliegend ein Zeitintervall
von 1 Sekunde bis 3 Sekunden. Dies stellt gegenüber der Verwendung eines Kompressors
ohne Bypass, bei welchem ein Druckabbau etwa 3 Minuten andauert, eine Verbesserung
da.
[0014] Bevorzugt bildet der Kompressor mit einem Verdampfer und einem Verflüssiger einen
zweiten Fluidkreislauf aus. Insbesondere sind der Verdampfer, der Verflüssiger und
der Kompressor in dem zweiten Fluidkreislauf in Reihe geschaltet. In dem ersten Fluidkreislauf
sind der Bypass und der Kompressor ebenfalls in Reihe geschaltet. Während eines Betriebes
des Haushaltsgerätes können der erste und der zweite Fluidkreislauf parallel betrieben
werden. Bei einem Zirkulieren des Fluids in dem ersten Fluidkreislauf kann das Fluid
ggf. über den Bypass zu der Niederdruckseite geleitet werden, d. h. überbrückt werden.
Vorliegend ist bei dem Begriff "überbrücken" stets ein Fluidfluss von der Hochdruckseite
in Richtung zu der Niederdruckseite des Kompressors über den Bypass gemeint. Dies
erfolgt insbesondere zu Beginn einer Betriebsaufnahme des Kompressors und damit des
Haushaltsgerätes, oder beim Durchlaufen bestimmter Drehzahlintervalle.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens wird der Bypass mittels einer Steuerung,
insbesondere zum Öffnen und/oder zum Schließen angesteuert. In der Steuerung können
bevorzugt Drehzahlintervalle oder mindestens ein Drehzahlintervall hinterlegt sein,
bei dem der Bypass zum Druckabbau an der Hochdruckseite des Kompressors genutzt wird.
Bevorzugt steuert die Steuerung den Bypass während einer Startphase des Kompressors
oder während des Durchlaufens bestimmter Drehzahlintervalle an, um den Bypass zu öffnen.
Dies bewirkt, dass die Steuerung bei Bedarf den ersten Fluidkreislauf zum zweiten
Fluidkreislauf hinzuschalten kann. Hierdurch wiederum erfolgt die Aufteilung des Fluids
auf beide Kreisläufe oder die Umleitung des Fluids vom zweiten auf den ersten Fluidkreislauf.
Die Startphase kann z. B. 3 Sekunden bis 3 Minuten, bevorzugt 10 Sekunden bis 50 Sekunden,
dauern. Hierdurch wird in einfacher Weise ein Verfahren zum Betreiben eines Haushaltsgerätes
bereitgestellt, mit dem das Haushaltsgerät ruhig und stabil betrieben werden kann.
[0016] Bevorzugt wird in einem geöffneten Zustand des Bypasses das Fluid in dem ersten Fluidkreislauf
zirkuliert, während in einem geschlossenen Zustand des Bypasses das Fluid nicht in
dem ersten Fluidkreislauf zirkuliert wird. Insbesondere in einem Zustand, in dem der
Kompressor hinreichend geschmiert ist und in dem kein Frequenzbereich durchlaufen
wird, welcher zu resonanten Eigenschwingungen des Kompressors anregt, wird das Fluid
bevorzugt nicht in dem ersten Fluidkreislauf zirkuliert. In diesem Zustand befindet
sich der Bypass in seinem geschlossenen Zustand.
[0017] Bevorzugt umfasst der Bypass mindestens ein Ventil, besonders bevorzugt ein bidirektionales
Ventil oder ein Magnetventil. Durch Beaufschlagung des Magnetventils mit einer Spannung
kann dieses von einem geschlossenen Zustand in einen geöffneten Zustand überführt
werden, wobei in dem geöffneten Zustand das Fluid über den Bypass von der Hochdruckseite
zu der Niederdruckseite des Kompressors geleitet wird. Bei einem bidirektionalen Ventil
kann durch Beaufschlagung mittels einer Spannung das bidirektionale Ventil stufenweise
geöffnet oder geschlossen werden. Das bidirektionale Ventil erlaubt es folglich, den
Volumenstrom durch den Bypass zu regulieren. Dies hat den Vorteil, dass das Zeitfenster,
in dem der Druckabbau erfolgt, regelbar ist. Insbesondere ist der Druckabbau in einem
Zeitfenster zwischen 1 Sekunde und 3 Minuten eistellbar.
[0018] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen in Bezug auf die Figuren der beigefügten
Zeichnung. Es versteht sich, dass einzelne in den jeweiligen Figuren gezeigte Ausführungsformen
Merkmale aufweisen können, die auch in anderen Ausführungsformen zum Einsatz gelangen
können, auch wenn dies nicht explizit genannt ist, und sofern dies nicht aufgrund
technischer Gegebenheiten oder explizit ausgeschlossen wurde. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Haushaltsgerät, und
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines ersten Fluidkreislaufes zum Zirkulieren eines
Fluides in einem Haushaltsgerät, wobei der Kompressor mittels eines Bypasses überbrückbar
ist.
[0019] Figur 1 zeigt ein Haushaltsgerät 10, in welchem ein erster Fluidkreislauf 20 mit
einem Fluid und ein zweiter Fluidkreislauf 34 mit dem Fluid zirkulieren. Der erste
Fluidkreislauf 20 des Haushaltsgerätes 10 weist einen Kompressor 22 auf, welcher in
Reihe mit einem Bypass 28 verschaltet ist, wobei der Bypass 28 mindestens ein Ventil
aufweist. Das mindestens eine Ventil kann als Magnetventil oder auch als ein bistabiles
oder bidirektionales Ventil ausgebildet sein. Der erste Fluidkreislauf 20 ist parallel
zum zweiten Fluidkreislauf 34 geschaltet, wobei der zweite Fluidkreislauf 34 den eigentlichen
Fluidkreislauf des Haushaltsgerätes 10 bildet. In dem zweiten Fluidkreislauf 34, dem
eigentlichen Kältekreislauf, sind der Kompressor 22, ein Verdampfer 24 und ein Verflüssiger
26 in Reihe geschaltet.
[0020] Insbesondere zu Beginn einer Betriebsaufnahme des Haushaltsgerätes 10 oder während
des Durchfahrens mindestens eines vorbestimmten Drehzahlintervalls kann der Bypass
28 in dem ersten Fluidkreislauf 20 mittels einer Steuerung 30 angesteuert werden.
Die Ansteuerung über die Steuerung 30 ist mittels des gestrichelten Doppelpfeils 32
angedeutet. Über die Steuerung 30, welche bevorzugt als Regelung ausgebildet ist,
kann der Bypass 28 geöffnet werden, so dass das Fluid in dem ersten Fluidkreislauf
durch den Bypass 28 von der Hochdruckseite 36 zu den Niederdruckseite 38 des Kompressors
läuft und dort dem Kompressor 22 wieder zugeführt wird.
[0021] Es ist denkbar, die Steuerung 30 in dem Haushaltsgerät 10 als Regelung auszubilden,
welche den herrschenden Druck auf der Niederdruckseite 38 und auf der Hochdruckseite
36 des Kompressors erfassen und auswerten kann und ggf. den Bypass 28 zum Druckabbauen
ansteuert. Hierzu ist die Steuerung 30 bzw. Regelung mit mindestens einem Sensor zur
Erfassung einer Druckdifferenz am Kompressor 22 ausgebildet (nicht dargestellt). Bevorzugt
steuert die Steuerung 30 den Bypass 28 während einer Startphase des Kompressors 22
oder nach einem Stillstand des Kompressors 22 an. Ferner bevorzugt wird der Bypass
28 während des Durchlaufens eines bestimmten Drehzahlintervalls, insbesondere zwischen
30 Hz und 50 Hz, bevorzugt zwischen 35 Hz und 40 Hz, angesteuert bzw. geöffnet. Durch
das Öffnen des Bypasses erfolgt ein Druckausgleich binnen 1 Sekunde bis 3 Sekunden,
wofür normalerweise bis zu 3 Minuten benötigt wird. Das zirkulierende Fluid wird in
einem geöffneten Zustand des Bypasses 28 auf den ersten und den zweiten Fluidkreislauf
20, 34 verteilt, während in einem geschlossenen Zustand des Bypasses 28 das Fluid
ausschließlich im zweiten Fluidkreislauf 34 zirkuliert.
[0022] Die Erfindung findet bevorzugt in Haushaltsgeräten Anwendung, in welchen ein Kompressor
zum Betrieb eines Fluidkreislaufes, insbesondere eines Kühlkreislaufes mit einem Kältemittel,
verbaut ist. Beispielsweise kann es sich bei dem Haushaltsgerät 10 um ein Haushalts-Kühlgerät,
wie z.B. einen Kühlschrank, Gefrierschrank oder um eine Kühl- /Gefrierkombination
handeln. Ferner könnte es sich bei dem Haushaltsgerät 10 um ein Wäschepflegegerät,
wie beispielsweise einem Wärmepumpen-Trockner oder einen Wärmepumpen-Waschtrockner,
oder beispielsweise um eine Spülmaschine handeln.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 10
- Haushaltsgerät
- 20
- erster Fluidkreislauf
- 22
- Kompressor
- 24
- Verdampfer
- 26
- Verflüssiger
- 28
- Bypass
- 30
- Steuerung
- 32
- gestrichelter Doppelpfeil
- 34
- zweiter Fluidkreislauf
- 36
- Hochdruckseite
- 38
- Niederdruckseite
1. Haushaltsgerät (10) mit einem ersten Fluidkreislauf (20) und einem zweiten Fluidkreislauf
(34) zum Zirkulieren eines Fluides während eines Betriebes des Haushaltgerätes (10),
wobei in dem ersten (20) und dem zweiten Fluidkreislauf (34) ein Kompressor (22) mit
einer Niederdruckseite (38) und einer Hochdruckseite (36) zum Komprimieren des Fluides
vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass in dem ersten Fluidkreislauf (20) ferner ein Bypass (28) vorgesehen ist, wobei die
Hoch- und Niederdruckseite des Kompressors (22) zur Schwingungs- und/oder Geräuschreduzierung
während einer Betriebsaufnahme des Kompressors und/oder während des Durchlaufens eines
vorbestimmten Drehzahlintervalls mit dem Bypass (28) in Fluidverbindung bringbar sind,
um einem Aufbau eines Druckes auf der Hochdruckseite entgegen zu wirken.
2. Haushaltsgerät (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Kompressor
(22) mit weiteren Komponenten einen zweiten Fluidkreislauf (34) bildet, insbesondere
mit einem Verdampfer (24) und einem Verflüssiger (26).
3. Haushaltsgerät (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Bypass (28)
mittels einer Steuerung (30), insbesondere zum Öffnen und/oder zum Schließen, ansteuerbar
ist.
4. Haushaltsgerät (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Bypass (28)
in einem geöffneten Zustand bewirkt, dass das Fluid in dem ersten Kreislauf (20) zirkuliert,
und in einem geschlossenen Zustand bewirkt, dass das Fluid nicht in dem ersten Kreislauf
(20) zirkuliert, sondern insbesondere in dem zweiten Fluidkreislauf (34).
5. Haushaltsgerät (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Bypass (28)
mindestens ein Ventil umfasst.
6. Haushaltsgerät (10) nach Anspruch 5, wobei das Ventil ein bidirektionales Ventil oder
ein Magnetventil ist.
7. Verfahren zum schwingungs- und/oder geräuschreduzierten Betreiben eines Haushaltgerätes
(10), wobei das Haushaltgerät (10) einen ersten Fluidkreislauf (20) und einen zweiten
Fluidkreislauf (34) zum Zirkulieren eines Fluides während des Betriebes des Haushaltgerätes
(10) umfasst, wobei in dem ersten und in dem zweiten Fluidkreislauf ein Kompressor
(22) mit einer Niederdruckseite und mit einer Hochdruckseite zum Komprimieren des
Fluides vorgesehen ist , dadurch gekennzeichnet, dass in dem ersten Fluidkreislauf (20) ferner ein Bypass (28) vorgesehen ist, wobei die
Hoch- und Niederdruckseite des Kompressors (22) zur Schwingungs- und/oder Geräuschreduzierung
während einer Betriebsaufnahme oder während des Durchlaufens eines vorbestimmten Drehzahlintervalls
mit dem Bypass (28) in Fluidverbindung gebracht werden, um einem Aufbau eines Druckes
auf der Hochdruckseite entgegen zu wirken.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 7, wobei der Bypass (28) mittels einer Steuerung
(30), insbesondere zum Öffnen und/oder zum Schließen, angesteuert wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 8, wobei in einem geöffneten Zustand des
Bypasses (28) das Fluid in dem ersten Kreislauf (20) zirkuliert wird und in einem
geschlossenen Zustand das Fluid nicht in dem ersten Kreislauf (20), sondern in dem
zweiten Fluidkreislauf (34) zirkuliert wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, wobei der Bypass (28) zum Zirkulieren
des Fluides in dem ersten Kreislauf (20) in einem vorbestimmten Drehzahlintervall
verwendet wird, insbesondere in einem Drehzahlintervall zwischen 30 Hz und 50 Hz,
bevorzugt zwischen 35 Hz und 40 Hz.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, wobei der Bypass (28) mindestens ein
Ventil umfasst, bevorzugt ein bidirektionales Ventil oder ein Magnetventil umfasst.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11 zum Betreiben eines Haushaltsgerätes (10)
nach einem der Ansprüche 1 bis 6.