[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Freigabesteuervorrichtung für einen Effektor
und ein Verfahren zur Freigabesteuerung für einen Effektor.
[0002] Effektoren werden im militärischen Bereich zu Verteidigung und Angriff eingesetzt.
Nicht jede Nation oder jede Konfliktpartei verfügt über die Kapazitäten eigene Effektoren
herzustellen.
[0003] Die Verteilung von Effektoren wird daher üblicherweise durch kontrollierten Export
oder militärische Beihilfe an alliierte oder befreundete Truppen gesteuert.
[0004] Allerdings kann nach der Erstausgabe von Effektoren, also z.B. der Lieferung an alleierte
Truppen, nicht sichergestellt werden, welchen Weg die Effektoren weiter nehmen. So
kann eine unkontrollierte Verbreitung der Effektoren z.B. durch illegalen Handel,
Verlust der Effektoren oder Änderungen der Machtverhältnisse in Partnernationen dazu
führen, dass andere Mächte oder Gruppen, als die ursprünglich vorgesehenen in den
Besitz der Effektoren gelangen und diese nutzen.
[0005] Wünschenswert ist es, die nicht-autorisierte Verwendung von Effektoren zu unterbinden.
[0006] Eine Nutzung eines Effektors durch einen Unbefugten wird in der
US 5 603 179 z.B. durch einen Fingerabdrucksensor verhindert, der den Effektor lediglich bei Erkennen
des Fingerabdrucks einer befugten Person freigibt.
[0007] Die
KR 101 500 479 B1 zeigt ein System, bei welchem ein RFID-Tag genutzt wird, um die Verwendung eines
Effektors für einen Benutzer freizugeben, solange das RFID-Tag in der Nähe des Effektors
ist.
[0008] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
verbesserte Möglichkeit zur Steuerung der Verwendung von Effektoren bereitzustellen.
[0009] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Freigabesteuervorrichtung mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 1, und durch einen Verfahren zur Freigabesteuerung
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9.
[0010] Demgemäß ist eine Freigabesteuervorrichtung vorgesehen. Die Freigabesteuervorrichtung
umfasst eine steuerbare Sperreinrichtung, welche ausgebildet ist, den Effektor für
eine Benutzung steuerbar zu sperren oder freizugeben, eine Eingabeschnittstelle, welche
ausgebildet ist, einen Freigabecode zu erfassen und eine Steuereinrichtung, welche
ausgebildet ist, die Sperreinrichtung in Abhängigkeit des erfassten Freigabecodes
anzusteuern, um den Effektor für einen vorgegebenen Zeitraum für die Benutzung freizugeben,
wobei der vorgegebene Zeitraum durch den Inhalt des Freigabecodes bestimmt ist.
[0011] Darüber hinaus ist ein Verfahren zur Freigabesteuerung vorgesehen. Das Verfahren
zur Freigabesteuerung umfasst die Schritte Erfassen eines Freigabecodes für den Effektor,
Freigeben des Effektors für eine Benutzung für einen vorgegebenen Zeitraum in Abhängigkeit
des Freigabecodes, wobei der vorgegebene Zeitraum durch den Inhalt des Freigabecodes
bestimmt wird.
[0012] Die vorliegende Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass eine individuelle Entsperrung
eines Effektors durch den jeweiligen Nutzer aufwändig ist. Beispielsweise muss an
dem Effektor ein Eingabefeld und eine Anzeige für einen PIN Code vorgesehen werden
oder der Benutzer könnte ein RFID-Tag verlieren, welches den Effektor freischaltet.
[0013] Die vorliegende Erfindung sieht daher vor, dass ein Effektor durch einen Code für
einen vorgegebenen Zeitraum freigeschaltet wird. Dazu ist eine steuerbare Sperreinrichtung
vorgesehen, die im Normalzustand gesperrt ist, also entsperrend arbeitet. Der Effektor
wird also nur bei entsprechender Ansteuerung der Sperreinrichtung durch die Steuereinrichtung
entsperrt und für die Benutzung freigegeben.
[0014] Die Sperreinrichtung kann dazu z.B. mechanische Sperrelemente aufweisen, die z.B.
einen Auslöser eines Effektors mechanisch blockieren. Ferner kann die Sperreinrichtung
auch elektrische bzw. elektronische Sperrelemente aufweisen, die z.B. insbesondere
bei Effektoren mit einer elektronischen Steuerung innerhalb der elektronischen Steuerung
angeordnet sind und dort die Funktion des Effektors blockieren können.
[0015] Erhält die Steuereinrichtung über die Eingabeschnittstelle nun einen Freigabecode,
steuert sie die Sperreinrichtung derart an, dass diese den Effektor für einen durch
den Freigabecode vorgegebenen Zeitraum freigibt. Die Freigabesteuervorrichtung kann
dazu in oder zumindest teilweise an dem Effektor angeordnet sein.
[0016] Die Entsperrung, also die Übermittlung des Freigabecodes an den Effektor kann z.B.
bei einer Waffenausgabe in einer militärischen Einrichtung bzw. einem militärischen
Lager erfolgen.
[0017] Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass keine Beeinträchtigung des Effektors während
der Benutzung vorhanden ist. Ferner wird auch der Benutzer in seiner Bewegungsfreiheit
z.B. nicht durch ein RFID Armband oder dergleichen eingeschränkt.
[0018] Die Freigabecodes können bei der vorliegenden Erfindung ferner unabhängig von den
Benutzern verwaltet werden. Ein Benutzer muss also den Freigabecode nicht kennen und
kann ihn so auch nicht missbrauchen oder weitergeben.
[0019] Gleichzeitig kann aber sichergestellt werden, dass der Benutzer den Effektor für
die geplante Dauer seines Einsatzes uneingeschränkt nutzen kann. Wird also z.B. ein
Einsatz mit einer Dauer von 2 Stunden geplant, z.B. eine Patrouille, kann der Effektor
durch einen entsprechenden Freigabecode für genau diesen Zeitraum freigeschaltet werden.
Neben einem Zeitraum kann der Freigabecode z.B. auch einen Startzeitpunkt angeben.
Der Effektor wird dann ab dem angegebenen Startzeitpunkt für die angegebene Dauer
freigeschaltet.
[0020] Die vorliegende Erfindung ermöglicht folglich eine sehr flexible und dennoch sichere
Handhabung von Effektoren.
[0021] Unter dem Begriff Effektor kann dabei jede Art von Effektor, also z.B. von einer
Person mitführbare Effektoren, fahrbare bzw. ferngesteuerte Effektoren, von mehreren
Personen zu bedienende Effektoren oder dergleichen verstanden werden.
[0022] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren.
[0023] Gemäß einer Weiterbildung kann die Eingabeschnittstelle eine elektrische Eingabeschnittstelle
aufweisen. Ferner kann der Freigabecode als digitaler Code ausgebildet sein, welcher
der Eingabeschnittstelle digital übermittelbar ist.
[0024] Eine elektrische Schnittstelle ermöglicht die Übermittlung einer großen Menge an
digitalen Daten in kurzer Zeit. Die Übermittlung der Freigabecodes kann folglich nicht
nur digital erfolgen sondern gleichzeitig z.B. eine Fehlerkorrektur und kryptographische
Sicherheitsmaßnahmen nutzen, um die korrekte Übermittlung der Freigabecodes sicherzustellen.
[0025] Als elektrische Schnittstelle kann hier jede Art von Schnittstelle angesehen werden,
die zur Übertragung der digitalen Daten elektrische Signale nutzt.
[0026] Beispielsweise kann eine solche Eingabeschnittstelle eine drahtgebundene Eingabeschnittstelle
sein. Eine solche drahtgebundene Schnittstelle kann z.B. eine Netzwerkverbindung zu
einem Freigabeserver aufweisen. Der Freigabeserver kann dabei z.B. in einem militärischen
Lager stationiert sein. Alternativ kann der Server aber z.B. auch entfernt, z.B. in
dem Heimatland der jeweiligen Truppen, angeordnet sein.
[0027] Insbesondere bei dem entfernt angeordneten Server können die Freigabecodes örtlich
von den Effektoren getrennt werden und es kann so sichergestellt werden, dass die
Freigabecodes nicht in die falschen Hände gelangen.
[0028] Werden als Freigabecodes z.B. zeitbasierte Einmalpasswörter verwendet, können diese
über einen zentralen Server ferner sehr einfach verwaltet werden.
[0029] Bei Verwendung eines Servers, der nicht in der Nähe der Effektoren aufbewahrt wird,
also z.B. nicht in einem militärischen Lager, bleibt die Kontrolle über den Einsatz
der Effektoren weiterhin bei dem Betreiber des Servers. Liefert also z.B. ein Staat
einem alliierten Staat Effektoren, kann der liefernde Staat stets die Kontrolle über
die Effektoren behalten und diese z.B. auch deaktivieren, wenn die Allianz der zwei
Staaten zerbricht.
[0030] Die drahtgebundene Eingabeschnittstelle kann aber z.B. auch eine proprietäre Schnittstelle
sein, die den jeweiligen Effektor z.B. mit einem Freischaltgerät koppeln kann. Ein
solches Freischaltgerät kann z.B. ein Gerät sein, welches in einem militärischen Lager
stationiert sein kann und die Freischaltung der Effektoren durchführt. Ein solches
Freischaltgerät kann die Freigabecodes lokal speichern oder von dem o.g. Server abrufen.
[0031] Ferner kann ein solches Freischaltgerät z.B. mit einer Mehrzahl von Effektoren gleichzeitig
verbunden sein, beispielsweise solange diese in einem Materialregal hängen. Das Freischaltgerät
kann folglich eine beliebige Anzahl an Effektoren gleichzeitig freischalten bzw. diesen
gleichzeitig entsprechende Freigabecodes übermitteln.
[0032] Gemäß einer Weiterbildung kann die Eingabeschnittstelle eine drahtlose elektrische
Eingabeschnittstelle aufweisen und der Freigabecode kann auf einem drahtlos kontaktierbaren
Datenträger gespeichert sein.
[0033] Die drahtlose elektrische Eingabeschnittstelle kann z.B. eine RFID oder NFC Schnittstelle
sein. Andere Schnittstellen, wie Bluetooth oder ZigBee sind ebenfalls möglich.
[0034] Drahtlose Datenträger können z.B. RFID-Tags, NFC-Tags oder dergleichen sein. Es versteht
sich, dass z.B. auch ein elektrisches Gerät, wie z.B. ein Tablet-PC oder ein Smartphone
mit einer NFC-Schnittstelle als ein drahtloser Datenträger angesehen werden kann.
[0035] Als Alternative oder Ergänzung der drahtlosen Schnittstelle, kann auch eine optische
Schnittstelle vorgesehen sein, die den Freigabecode z.B. als QR-Code oder Barcode
oder dergleichen einliest.
[0036] Um die Sicherheit bei der Freischaltung von Effektoren zu erhöhen, kann sowohl die
Übertragung der Freischaltodes als auch der Inhalt der Freigabecodes kryptographisch
gesichert sein.
[0037] Gemäß einer Weiterbildung können die Freigabecodes jeweils ein digitales Zertifikat
aufweisen, welches den vorgegebene Zeitraum und eine Kennung einer Quelle des Freigabecodes
aufweist. Die Steuereinrichtung kann ausgebildet sein, das digitale Zertifikat zu
prüfen, und den jeweiligen Freigabecode nur zur Freigabe der Benutzung des Effektors
zuzulassen, wenn das digitale Zertifikat erfolgreich geprüft wurde.
[0038] Digitale Zertifikate bieten die Möglichkeit, die Quelle des Freigabecodes anhand
kryptographischer Verfahren eindeutig zu identifizieren. Es kann folglich sichergestellt
werden, dass ein empfangener Freigabecode auch von einer autorisierten Quelle stammt.
[0039] Neben digitalen Zertifikaten können auch weitere kryptographische Maßnahmen genutzt
werden, um den Freigabecode oder die jeweilige Gegenstalle zu authentisieren.
[0040] Beispielsweise kann zwischen der Freigabesteuervorrichtung und der Quelle der Freigabecodes
eine bidirektionale Kommunikation vorgesehen sein und z.B. ein sog. Challange Response
Verfahren durchgeführt werden.
[0041] Gemäß einer Weiterbildung kann die Freigabesteuervorrichtung einen Codespeicher aufweisen,
welcher ausgebildet ist, bereits erfasste Freigabecodes zu speichern. Die Steuereinrichtung
kann ausgebildet sein, bereits erfasste Freigabecodes nicht für eine erneute Freigabe
des Effektors zuzulassen.
[0042] Werden Freigabecodes gestohlen, können diese unter Umständen auch von nicht autorisierten
Personen genutzt werden, um einen Effektor freizuschalten.
[0043] Dadurch, dass in dem Codespeicher die bereits verwendeten Freigabecodes gespeichert
werden, kann eine erneute Verwendung eines Freigabecodes erkannt und eine Freischaltung
des Effektors verhindert werden. Ferner kann für die einzelnen Freigabecodes auch
eine Anzahl an Freischaltungen hinterlegt sein. Ein Freigabecode kann also so oft
verwendet werden, wie für den jeweiligen Freigabecode hinterlegt.
[0044] Gemäß einer Weiterbildung können die Freigabecodes als zeitbasierte Einmalcodes ausgebildet
sein. Die Steuereinrichtung kann ausgebildet sein, die zeitbasierten Einmalcodes zu
prüfen und in Abhängigkeit von dem jeweiligen Prüfergebnis den Effektor für die Benutzung
freizuschalten.
[0045] Zeitbasierte Einmalcodes sind Codes, die lediglich einmal und nur für einen vorgegebenen
Zeitraum, z.B. 1 Minute, 5 Minuten oder 10 Minuten, gültig sind. Zur Verwendung von
Einmalcodes können die Effektoren und die Quelle der Einmalcodes einen Startcode erhalten,
auf dessen Basis die weiteren Codes für die jeweiligen Zeiträume berechnet werden.
[0046] Als Quelle für solche Freigabecodes können entsprechende Geräte, wie z.B. OTP-Tokens,
genutzt werden oder es können Programme z.B. auf einem Tablet-PC oder Smartphone bereitgestellt
werden, welche die Freigabecodes berechnen oder von einem Server abrufen.
[0047] Gemäß einer Weiterbildung kann die Freigabesteuervorrichtung eine Positionsbestimmungseinrichtung
aufweisen, wobei die Freigabecodes eine Nutzungsregion angeben können. Die Steuereinrichtung
kann ausgebildet sein, den Effektor für die Benutzung nur innerhalb der angegebenen
Nutzungsregion freizuschalten.
[0048] Die Positionsbestimmungseinrichtung kann z.B. eine satellitenbasierte Positionsbestimmungseinrichtung
sein, die z.B. das GPS oder Glonass System nutzt. Selbstverständlich kann die Positionsbestimmungseinrichtung
z.B. auch andere Quellen, wie z.B. Inertialsensoren verbunden mit einer Koppelnavigation,
auch dead reckoning genannt, nutzen. Die Positionsbestimmung über z.B. UMTS, LTE oder
WLAN Netzwerke ist ebenfalls möglich.
[0049] Eine exakte Positionsbestimmung z.B. auf weniger Zentimeter ist für die positionsabhängige
Freischaltung eines Effektors nicht nötig. Vielmehr ist eine grobe Bestimmung z.B.
auf mehrere Meter oder mehrere hundert Meter ausreichend, da in den Freischaltcodes
Nutzungsregionen angegeben werden können, die größere Gebiete umfassen. Ferner soll
die Bewegungsfreiheit der eigenen Einheiten nicht eingeschränkt werden. Es werden
also als Nutzungsregionen eher keine sehr kleinen Flächen, wie z.B. einzelne Straßen
oder Gebäude, angegeben, sondern eher ganze Städte, Regionen oder Länder.
[0050] Gemäß einer Weiterbildung kann die Freigabesteuervorrichtung eine Kommunikationseinrichtung
aufweisen, welche ausgebildet ist, die Freigabecodes über ein drahtloses Kommunikationssystem
zu empfangen und der Steuereinrichtung bereitzustellen.
[0051] Üblicherweise werden militärische Einsätze vor der Durchführung geplant und auch
eine Einsatzdauer geplant bzw. geschätzt. Dennoch kann es vorkommen, dass Einheiten
während einem Einsatz aufgehalten werden und sich der Einsatz verlängert.
[0052] In solchen Fällen kann über ein drahtloses Kommunikationssystem, wie z.B. ein satellitenbasiertes
Kommunikationssystem, GSM, UMTS, LTE, WIFI, WLAN oder dergleichen, ein neuer Freischaltcode
an den Effektor übermittelt werden.
[0053] Ferner kann vorgesehen werden, dass ein durch einen Freischaltcode vorgegebener Zeitraum
automatisch um eine vorgebebene Dauer verlängert wird, wenn der Effektor bis zum Ablauf
des vorgegebenen Zeitraums keinen Rückgabecode erhalten hat. Der Rückgabecode kann
z.B. über ein RFID Tag bei der Rückgabe des Effektors z.B. in einem militärischen
Lager an den Effektor übermittelt werden. Es versteht sich, dass der Zeitraum z.B.
nur bis zu einer bestimmten maximalen Dauer verlängert werden kann, um den Schutz
durch die erfindungsgemäße Freigabesteuervorrichtung nicht zu umgehen.
[0054] Ferner kann der durch einen Freischaltcode vorgegebene Zeitraum automatisch verlängert
werden, wenn der Effektor aktiv eingesetzt wird. Beispielsweise muss verhindert werden,
dass ein Effektor abgeschaltet wird, wenn ein Soldat in ein Gefecht verwickelt wird
und so den Einsatz nicht innerhalb der vorab geschätzten Zeit beenden kann.
[0055] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen
der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im
Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung.
Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen
zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
[0056] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Freigabesteuervorrichtung;
- Fig. 2
- ein Blockschaltbild einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Freigabesteuervorrichtung;
- Fig. 3
- ein Blockschaltbild einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Freigabesteuervorrichtung;
- Fig. 4
- ein Ablaufdiagramm einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens; und
- Fig. 5
- ein Ablaufdiagramm einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0057] Die beiliegenden Figuren sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen der
Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0058] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen inkrementiert um 100 versehen.
[0059] Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild einer Freigabesteuervorrichtung 100 für einen Effektor
101. Die Freigabesteuervorrichtung 100 ist dabei in dem Effektor 101 angeordnet. Es
versteht sich, dass in weiteren Ausführungen zumindest Teile der Freigabesteuervorrichtung
100 auch außerhalb des Effektors 101 angeordnet sein können.
[0060] Die Freigabesteuervorrichtung 100 weist eine steuerbare Sperreinrichtung 102 auf,
die mit einer Steuereinrichtung 104 gekoppelt ist. Die Steuereinrichtung 104 ist ferner
mit einer Eingabeschnittstelle 103 gekoppelt.
[0061] Die Sperreinrichtung 102 kann z.B. eine mechanische Sperreinrichtung sein, die mechanisch
ein Auslösen des Effektors 101 verhindert, wenn der Effektor 101 gesperrt werden soll.
Beispielsweise kann eine mechanische Sperreinrichtung 102 einen beweglichen Stift
aufweisen, der einen Abzug des Effektors 101 blockiert. Es versteht sich, dass je
nach Beschaffenheit des Effektors 101 andere mechanische Anordnungen als Sperreinrichtung
102 genutzt werden können.
[0062] Die Sperreinrichtung 102 kann ferner als elektrische Sperreinrichtung 102 oder als
Softwarefunktion ausgebildet sein. Löst eine Effektor 101 elektrisch aus, kann die
Sperreinrichtung 102 zum Sperren des Effektors 101 z.B. eine Stromzufuhr zum Auslöseelement
des Effektors 101 unterbrechen. Wird der Effektor 101 durch eine digitale Steuerung,
z.B. einen Mikrocontroller oder dergleichen, gesteuert, kann die Sperreinrichtung
102 z.B. eine Funktion in einer Firmware der Steuerung sein, die bestimmte Funktionen
des Effektors 101 freigibt oder blockiert.
[0063] Die Eingabeschnittstelle 103 der Freigabesteuervorrichtung 100 ist als RFID-Schnittstelle
ausgebildet, die von einem RFID-Tag 106 einen Freigabecode 105 erhalten kann.
[0064] Wird das RFID-Tag 106 in die Nähe der Eingabeschnittstelle 103 gebracht, erkennt
diese das RFID-Tag 106 und liest den Freigabecode 105 aus dem RFID-Tag 106 aus.
[0065] Die Eingabeschnittstelle 103 leitet den Freigabecode 105 an die Steuereinrichtung
104 weiter, welche in Abhängigkeit von dem Freigabecode 105 die Sperreinrichtung 102
derart ansteuert, dass der Effektor 101 für einen vorgegebenen Zeitraum für die Benutzung
freigeschaltet wird. Der vorgegebene Zeitraum wird dabei durch den Freigabecode 105
bestimmt.
[0066] Beispielsweise kann der Effektor 101 eine Lang- oder Kurzwaffe sein, die in der Materialausgabe
eines militärischen Lagers in einem Einsatzgebiet an Soldaten ausgegeben wird. Durch
unterschiedliche Freigabecodes 105 kann vor bzw. bei der Ausgabe des Effektors 101
festgelegt werden, wie lange der Effektor 101 aktiv bzw. benutzbar sein wird. So kann
die Dauer der Freigabe des Effektors 101 an die geplante Einsatzdauer angepasst werden.
Beispielsweise können in der Materialausgabe unterschiedliche RFID-Tags 106 vorgehalten
werden, die unterschiedliche Freigabecodes 105 enthalten. Das Personal in der Materialausgabe
kann so sehr einfach durch Einsatz des jeweiligen RFID-Tags 106 die Freigabe des jeweiligen
Effektors 101 einstellen. Um eine fehlerhafte Freigabe zu vermeiden bzw. erkennen
zu können, kann z.B. in der Materialausgabe für die Soldaten ein Lesegerät bereitgestellt
werden, an welchem die Soldaten ablesen können, wie lange ihr Effektor 101 freigeschaltet
ist.
[0067] Es versteht sich, dass Lang- oder Kurzwaffen lediglich beispielhafte Effektoren 101
sind. Als Effektor 101 im Rahmen dieser Erfindung kann aber jedes aktiv von Soldaten
eingesetzte Mittel oder auch jedes teilautonom oder autonom agierende Mittel angesehen
werden. Beispiele solcher Aktoren sind z.B. Fahrzeuge, Flugzeuge, Drohnen oder dergleichen.
[0068] Die Freigabesteuervorrichtung 100 wurde in Verbindung mit einer RFID-basierten Eingabeschnittstelle
103 dargestellt. Es versteht sich, dass aber jede andere Art von digitaler Schnittstelle
ebenfalls möglich ist. Ferner kann anstelle des RFID-Tags 106 z.B. auch ein Smartphone
oder Tablet-PC mit einer NFC bzw. RFID Schnittstelle genutzt werden. Bei einem Smartphone
oder Tablet-PC kann z.B. eine Anwendung die Freigabecodes 105 berechnen bzw. ausgeben.
[0069] Fig. 2 zeigt ein Blockschaltbild einer weiteren Freigabesteuervorrichtung 200. Die
Freigabesteuervorrichtung 200 basiert auf der Freigabesteuervorrichtung 100 und weist
ebenfalls eine steuerbare Sperreinrichtung 202 auf, die mit einer Steuereinrichtung
204 gekoppelt ist auf. Die Steuereinrichtung 204 ist ferner mit einer Eingabeschnittstelle
203 gekoppelt, die ebenfalls als RFID-basierte Eingabeschnittstelle 203 ausgebildet
ist. Allerdings ist als Gegenstelle kein RFID-Tag sondern ein Tablet-PC 206 mit einer
RFID bzw. NFC-Schnittstelle vorgesehen.
[0070] Die Freigabesteuervorrichtung 200 weist ferner einen mit der Steuereinrichtung 204
gekoppelten Codespeicher 208 auf. In dem Codespeicher 208 speichert die Steuereinrichtung
204 alle bisher empfangenen Freigabecodes 205.
[0071] Nach dem Empfang eines Freigabecodes 205 und vor der Freigabe des Effektors 201 überprüft
die Steuereinrichtung 204 ob der soeben erhaltene Freigabecode 205 bereits in dem
Codespeicher 208 gespeichert ist. Ist dies der Fall, bedeutet das, dass der Freigabecode
205 bereits verwendet wurde.
[0072] Die Steuereinrichtung 204 kann solche bereits verwendeten Freigabecodes 205 ablehnen
und den Effektor 201 nicht freischalten. Alternativ kann für jeden der Freigabecodes
205 eine Anzahl angeben werden, die festlegt, wie oft ein Freigabecode 205 verwendet
werden darf.
[0073] Der Tablet-PC 206 stellt ein digitales Zertifikat 207 bereit, welches den Freigabecodes
205 aufweist. Der Tablet-PC 206 kann das digitale Zertifikat 207 z.B. im Rahmen einer
Softwareinstallation erhalten, mit welcher eine Anwendung auf dem Tablet-PC installiert
wird, die der Freigabesteuerung von Effektoren 201 dient. Es muss z.B. nicht für jeden
Freigabecode 205 ein eigenes digitales Zertifikat 207 bereitgestellt werden. Vielmehr
kann z.B. ein Gerätezertifikat für den Tablet-PC 206 bereitgestellt werden, mit welchem
sich der Tablet-PC 206 bei der Freigabesteuervorrichtung 200 authentisiert. Die einzelnen
Freigabecodes 205 können dann unabhängig von dem digitalen Zertifikat 207, z.B. auch
kryptographisch gesichert, übertragen werden.
[0074] Da Tablet-PCs 206 üblicherweise über Funkschnittstellen wie z.B. WLAN und Bluetooth
verfügen, kann die Übertragung der Freigabecodes 205 an die Effektoren 201 auch über
WLAN oder Bluetooth erfolgen. So können mehrere Effektoren 201 gleichzeitig erreicht
werden, ohne diese nahe an den Tablet-PC 206 halten zu müssen, wie bei RFID oder NFC
nötig.
[0075] Selbstverständlich kann die Kommunikation zwischen den Effektoren 201 und dem Tablet-PC
206 auch bidirektional sein. So können sich die Effektoren 201 z.B. bei dem Tablet-PC
206 registrieren. Der Tablet-PC 206 weiß folglich, welche Effektoren 201 sich in seiner
Reichweite befinden. Der Tablet-PC 206 kann einem Benutzer dann z.B. eine listenbasierte
Auswahl der freizuschaltenden Effektoren 201 ermöglichen. So kann ein Benutzer z.B.
eine ganze Gruppe von Effektoren 201 gleichzeitig freischalten. Selbstverständlich
können solche Gruppen vorab gespeichert werden oder dem Tablet-PC 206 aus der Einsatzplanung
übermittelt werden. So kann z.B. sichergestellt werden, dass lediglich die in der
Einsatzplanung eingeplante Menge an Effektoren 201 freigeschaltet wird.
[0076] Selbstverständlich kann auch eine Notfreischaltung vorgesehen werden. Wird z.B. ein
militärisches Lager angegriffen, kann in der Materialausgabe ein Notfallcode an die
einzelnen Effektoren 201 übermittelt werden, der diese z.B. sofort für 24 Stunden.
48 Stunden oder dergleichen freischaltet.
[0077] Fig. 3 zeigt ein Blockschaltbild einer weiteren Freigabesteuervorrichtung 300. Die
Freigabesteuervorrichtung 300 basiert auf der Freigabesteuervorrichtung 100 und weist
ebenfalls eine steuerbare Sperreinrichtung 302 auf, die mit einer Steuereinrichtung
304 gekoppelt ist. Die Steuereinrichtung 304 ist ferner mit einer Eingabeschnittstelle
303 gekoppelt. Die Eingabeschnittstelle 303 ist allerdings keine drahtlose Schnittstelle
sondern ein drahtgebundene Schnittstelle. Die Freigabecodes 305 werden der Freigabesteuervorrichtung
300 von einer lokalen Freigabeeinrichtung 309 bereitgestellt.
[0078] Üblicherweise werden Effektoren 301 in Schränken oder Regalen gelagert, in welchen
sie aneinandergereiht nebeneinander sitzen. In den Halterungen der Effektoren 301
können folglich Leitungen und Kontakte vorgesehen werden, über welche die lokale Freigabeeinrichtung
309 die Effektoren 301 kontaktieren kann. Dabei kann die lokale Freigabeeinrichtung
309 über Datenleitungen mit jedem einzelnen Aufbewahrungsplatz für einen der Effektoren
301 verbunden sein. Die lokale Freigabeeinrichtung 309 kann folglich mit allen verwahrten
Effektoren 301 kommunizieren und diese freischalten. Beispielsweis können an den einzelnen
Aufbewahrungsplätzen auch Anzeigeeinrichtungen vorgesehen sein, über welche einem
Benutzer der Status des jeweiligen Effektors 301 angezeigt werden kann.
[0079] So kann ein Benutzer in einer Materialausgabe z.B. die Freischaltung von mehreren
Effektoren 301 veranlassen und sieht z.B. anhand eines grünen Lichts, welche Effektoren
freigeschaltet wurden, so dass er diese gezielt auswählen bzw. ausgeben kann.
[0080] Die lokale Freigabeeinrichtung 309 weist ferner eine Datenleitung 312 auf, über welche
die lokale Freigabeeinrichtung 309 mit einem Server (nicht separat dargestellt) gekoppelt
werden kann. Der Server kann der lokalen Freigabeeinrichtung 309 z.B. die Freigabecodes
305 übermitteln. So kann aus der Ferne der Zugriff auf die Effektoren 301 gesteuert
werden.
[0081] Die Freigabesteuervorrichtung 300 weist ferner eine Positionsbestimmungseinrichtung
310 auf, die die Position des Effektors 301 bestimmen kann. Ferner kann in den Freigabecodes
305 vorgegeben sein, in welcher geografischen Region der Effektor 301 freigeschaltet
werden soll. Es kann folglich verhindert werden, dass die Effektoren 301 in anderen
als den vorgesehenen Einsatzgebieten genutzt werden.
[0082] Schließlich weist die Freigabesteuervorrichtung 300 eine Kommunikationseinrichtung
311 auf, über welche die Steuereinrichtung 304 Freigabecodes 305 auch dann empfangen
kann, wenn der Effektor 301 sich im Einsatz befindet. Beispielsweise kann ein Soldat
durch unvorhergesehene Ereignisse aufgehalten werden und sein Einsatz deshalb die
vorgesehene Dauer überschreiten. Selbstverständlich soll sich der Effektor 301 in
einem solchen Fall nicht abschalten. Über die Kommunikationseinrichtung 311 kann die
Freigabe des Effektors 301 leicht verlängert werden.
[0083] Es versteht sich, dass die Merkmale der oben gezeigten Freigabesteuervorrichtungen
100, 200, 300 beliebig miteinander kombiniert werden können.
[0084] In der Beschreibung der verfahrensbezogenen Figuren 4 und 5 werden zum besseren Verständnis
die Bezugszeichen der vorrichtungsbasierten Figuren beibehalten.
[0085] Fig. 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Freigabesteuerung für einen
Effektor 101, 201, 301.
[0086] Das Verfahren sieht das Erfassen S1 eines Freigabecodes 105, 205, 305 für den Effektor
101, 201, 301 vor. Anschließend wird der Effektor 101, 201, 301 für eine Benutzung
für einen vorgegebenen Zeitraum in Abhängigkeit des Freigabecodes 105, 205, 305 freigegeben
S2. Der vorgegebene Zeitraum bestimmt sich dabei durch den Inhalt des Freigabecodes
105, 205, 305. Es kann also durch Anpassung der Freigabecodes 105, 205, 305 die Zeitdauer
der Freigabe bzw. Freischaltung eingestellt werden.
[0087] Die Freigabecodes 105, 205, 305 können z.B. als digitale Codes bereitgestellt werden.
Insbesondere können die Freigabecodes 105, 205, 305 z.B. auch ein digitales Zertifikat
207, 307 aufweisen, welches den vorgegebene Zeitraum und eine Kennung einer Quelle
des Freigabecodes 105, 205, 305 aufweist.
[0088] Beim Freigeben S2 des Effektors 101, 201, 301 wird dann das digitale Zertifikat 207,
307 geprüft und derjeweiligen Freigabecode 105, 205, 305 nur zur Freigabe der Benutzung
des Effektors 101, 201, 301 zugelassen, wenn das digitale Zertifikat 207, 307 erfolgreich
geprüft wurde.
[0089] Die Freigabecodes 105, 205, 305 können dabei auf beliebige Art an den Effektor 101,
201, 301 übertragen werden. Beispielsweise können die Freigabecodes 105, 205, 305
auf einem drahtlos kontaktierbaren Datenträger, z.B. einem RFID-Tag 106, gespeichert
werden. Alternativ können die Freigabecodes 105, 205, 305 drahtgebunden an den Effektor
101, 201, 301 übertragen werden.
[0090] Fig. 5 zeigt ein Ablaufdiagramm eines weiteren erfindungsgemäßen Verfahrens, welches
auf dem Verfahren der Fig. 4 basiert.
[0091] Bei dem Verfahren der Fig. 5 können die Freigabecodes 105, 205, 305 zusätzlich über
ein drahtloses Kommunikationssystem empfangen werden S5. Dies ermöglicht es den Effektoren
101, 201, 301 die Freigabecodes 105, 205, 305 auch im Feld zu übermitteln.
[0092] Ferner werden bereits erfasste Freigabecodes 105, 205, 305 gespeichert S3. Beim Freigeben
S2 des Effektors 101, 201, 301 werden dann bereits erfasste Freigabecodes 105, 205,
305 z.B. nicht für eine erneute Freigabe des Effektors 101, 201, 301 zugelassen.
[0093] Schließlich wird eine Position des Effektors 101, 201, 301 bestimmt S4, wobei die
Freigabecodes 105, 205, 305 eine Nutzungsregion angeben. Beim Freigeben S2 des Effektors
101, 201, 301 wird der Effektor 101, 201, 301 dann nur für die Benutzung innerhalb
der angegebenen Nutzungsregion freigeschaltet wird.
Bezugszeichenliste
[0094]
- 100, 200, 300
- Freigabesteuervorrichtung
- 101, 201, 301
- Effektor
- 102, 202, 302
- Sperreinrichtung
- 103, 203, 303
- Eingabeschnittstelle
- 104, 204, 304
- Steuereinrichtung
- 105, 205, 305
- Freigabecode
- 106
- RFID-Tag
- 206
- Tablet-PC
- 207, 307
- digitales Zertifikat
- 208
- Codespeicher
- 309
- lokale Freigabeeinrichtung
- 310
- Positionsbestimmungseinrichtung
- 311
- Kommunikationseinrichtung
- 312
- Datenleitung
1. Freigabesteuervorrichtung (100, 200, 300) für einen Effektor (101, 201, 301), mit
einer steuerbaren Sperreinrichtung (102, 202, 302), welche ausgebildet ist, den Effektor
(101, 201, 301) für eine Benutzung steuerbar zu sperren oder freizugeben;
einer Eingabeschnittstelle (103, 203, 303), welche ausgebildet ist, einen Freigabecode
(105, 205, 305) zu erfassen; und
mit einer Steuereinrichtung (104, 204, 304), welche ausgebildet ist, die Sperreinrichtung
(102, 202, 302) in Abhängigkeit des erfassten Freigabecodes (105, 205, 305) anzusteuern,
um den Effektor (101, 201, 301) für einen vorgegebenen Zeitraum für die Benutzung
freizugeben, wobei der vorgegebene Zeitraum durch den Inhalt des Freigabecodes (105,
205, 305) bestimmt ist.
2. Freigabesteuervorrichtung (100, 200, 300) nach Anspruch 1, wobei die Eingabeschnittstelle
(103, 203, 303) eine elektrische Eingabeschnittstelle (103, 203, 303) aufweist und
der Freigabecode (105, 205, 305) als digitaler Code ausgebildet ist, welcher der Eingabeschnittstelle
(103, 203, 303) digital übermittelbar ist.
3. Freigabesteuervorrichtung (100, 200, 300) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
die Eingabeschnittstelle (103, 203, 303) eine drahtlose elektrische Eingabeschnittstelle
(103, 203, 303) aufweist und der Freigabecode (105, 205, 305) auf einem drahtlos kontaktierbaren
Datenträger gespeichert ist.
4. Freigabesteuervorrichtung (100, 200, 300) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
die Freigabecodes (105, 205, 305) jeweils ein digitales Zertifikat (207, 307) aufweisen,
welches den vorgegebene Zeitraum und eine Kennung einer Quelle des Freigabecodes (105,
205, 305) aufweist, wobei die Steuereinrichtung (104, 204, 304) ausgebildet ist, das
digitale Zertifikat (207, 307) zu prüfen, und den jeweiligen Freigabecode (105, 205,
305) nur zur Freigabe der Benutzung des Effektors (101, 201, 301) zuzulassen, wenn
das digitale Zertifikat (207, 307) erfolgreich geprüft wurde.
5. Freigabesteuervorrichtung (100, 200, 300) nach einem der vorherigen Ansprüche, aufweisend
einen Codespeicher (208), welcher ausgebildet ist, bereits erfasste Freigabecodes
(105, 205, 305) zu speichern, wobei die Steuereinrichtung (104, 204, 304) ausgebildet
ist, bereits erfasste Freigabecodes (105, 205, 305) nicht für eine erneute Freigabe
des Effektors (101, 201, 301) zuzulassen.
6. Freigabesteuervorrichtung (100, 200, 300) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei
die Freigabecodes (105, 205, 305) als zeitbasierte Einmalcodes ausgebildet sind, wobei
die Steuereinrichtung (104, 204, 304) ausgebildet ist, die zeitbasierten Einmalcodes
zu prüfen und in Abhängigkeit von dem jeweiligen Prüfergebnis den Effektor (101, 201,
301) für die Benutzung freizuschalten.
7. Freigabesteuervorrichtung (100, 200, 300) nach einem der vorherigen Ansprüche, mit
einer Positionsbestimmungseinrichtung (310), wobei die Freigabecodes (105, 205, 305)
eine Nutzungsregion angeben und die Steuereinrichtung (104, 204, 304) ausgebildet
ist, den Effektor (101, 201, 301) für die Benutzung nur innerhalb der angegebenen
Nutzungsregion freizuschalten.
8. Freigabesteuervorrichtung (100, 200, 300) nach einem der vorherigen Ansprüche, mit
einer Kommunikationseinrichtung (311), welche ausgebildet ist, die Freigabecodes (105,
205, 305) über ein drahtloses Kommunikationssystem zu empfangen und der Steuereinrichtung
(104, 204, 304) bereitzustellen.
9. Verfahren zur Freigabesteuerung für einen Effektor (101, 201, 301), mit den Schritten:
Erfassen (S1) eines Freigabecodes (105, 205, 305) für den Effektor (101, 201, 301);
Freigeben (S2) des Effektors (101, 201, 301) für eine Benutzung für einen vorgegebenen
Zeitraum in Abhängigkeit des Freigabecodes (105, 205, 305), wobei der vorgegebene
Zeitraum durch den Inhalt des Freigabecodes (105, 205, 305) bestimmt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei die Freigabecodes (105, 205, 305) als digitale Codes
bereitgestellt werden.
11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 9 und 10, wobei die Freigabecodes (105,
205, 305) auf einem drahtlos kontaktierbaren Datenträger gespeichert werden und die
Freigabecodes (105, 205, 305) über eine drahtlose elektrische Eingabeschnittstelle
(103, 203, 303) übertragen werden.
12. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 9 bis 11, wobei die Freigabecodes (105,
205, 305) jeweils ein digitales Zertifikat (207, 307) aufweisen, welches den vorgegebene
Zeitraum und eine Kennung einer Quelle des Freigabecodes (105, 205, 305) aufweist,
wobei beim Freigeben des Effektors (101, 201, 301) das digitale Zertifikat (207, 307)
geprüft wird und der jeweiligen Freigabecode (105, 205, 305) nur zur Freigabe der
Benutzung des Effektors (101, 201, 301) zugelassen wird, wenn das digitale Zertifikat
(207, 307) erfolgreich geprüft wurde.
13. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 9 bis 12, wobei bereits erfasste Freigabecodes
(105, 205, 305) gespeichert werden (S3) und wobei beim Freigeben des Effektors (101,
201, 301) bereits erfasste Freigabecodes (105, 205, 305) nicht für eine erneute Freigabe
des Effektors (101, 201, 301) zugelassen werden.
14. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 9 bis 13, wobei die Freigabecodes (105,
205, 305) als zeitbasierte Einmalcodes ausgebildet sind, wobei beim Freigeben des
Effektors (101, 201, 301) die zeitbasierten Einmalcodes geprüft werden und in Abhängigkeit
von dem jeweiligen Prüfergebnis der Effektor (101, 201, 301) für die Benutzung freigeschaltet
wird.
15. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche 9 bis 14, aufweisend das Bestimmen (S4)
einer Position des Effektors (101, 201, 301), wobei die Freigabecodes (105, 205, 305)
eine Nutzungsregion angeben und beim Freigeben des Effektors (101, 201, 301) der Effektor
(101, 201, 301) für die Benutzung nur innerhalb der angegebenen Nutzungsregion freigeschaltet
wird; und oder
aufweisend das Empfangen (S5) der Freigabecodes (105, 205, 305) über ein drahtloses
Kommunikationssystem.