[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Füllungselement für Fassaden oder Türen, mit
einem plattenförmigen Kern aus einem thermisch isolierenden Material, einer inneren
Deckschicht und einer äußeren Deckschicht.
[0002] Die
DE 203 14 017 U1 offenbart eine Füllungsplatte mit einem Kern aus einem geschäumten Material, an dem
bezogen auf die spätere Einbauposition eine innere und eine äußere Deckschichten vorgesehen
sind. Zwischen der äußeren Deckschicht und dem Kern ist eine elastische Ausgleichslage
vorgesehen, die ohne Zwischenräume eine Verbindung zwischen dem Kern und der äußeren
Deckschicht herstellt. Durch diese Ausgleichslage ist es möglich, bei Temperaturunterschieden
zwischen den beiden äußeren Deckschichten ein Verziehen der Füllungsplatte zu verringern.
Diese Ausgestaltung der Füllungsplatte hat sich an sich bewährt, allerdings kommt
es durch veränderte Profilgeometrien der Türprofile zur Forderung nach weiterer Reduzierung
der Durchbiegung und Krafteinwirkung bei Temperatureinflüssen.
[0003] Die
DE 20 2010 008 226 U1 offenbart einen Türflügel, bei dem an einem Flügelrahmen eine Füllungsplatte vorgesehen
ist, die eine äußere und eine innere Deckschicht aufweist. Die umlaufenden Randbereiche
der äußeren Deckschicht sind formschlüssig an den Hohlprofilabschnitten des Flügelrahmens
festgelegt. Durch diese Maßnahme soll bei Temperaturdifferenzen ein Verziehen des
Flügelrahmens reduziert werden. Diese Maßnahme betrifft allerdings nicht eine mögliche
Verformung im Bereich der Füllungsplatte.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Füllungselement für Fassaden
oder Türen zu schaffen, das auch bei hohen Temperaturunterschieden die entstehende
Längenveränderung der äußeren Deckschicht nicht oder nur minimal auf den inneren Bereich
überträgt und somit einer Verformung entgegenwirkt.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Füllungselement mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Füllungselement ist die äußeren Deckschicht durch mindestens
zwei an dem plattenförmigen Kern festgelegte und voneinander beabstandete elastische
Ausgleichslagen an dem Kern gehalten. Dadurch ist die Ausgleichslage nicht durchgängig
ausgebildet und überdeckt vollständig eine Seite des Kerns, sondern weist zwei oder
mehr Bereiche mit elastischen Ausgleichslagen auf. Dies ermöglicht eine Stabilisierung
der Deckschicht und ermöglicht bei Temperaturdifferenzen zwischen der inneren und
äußere Deckschicht eine bessere Bewegbarkeit der äußeren Deckschicht, die dadurch
für geringere Spannungen sorgt.
[0007] Die Bezeichnung der inneren und äußeren Deckschicht bezieht sich dabei auf die spätere
Einbauposition an einem Gebäude, bei dem eine Deckschicht zur Innenseite des Gebäudes
gewandt ist und die andere Deckschicht zur Außenseite hin. Die äußere Deckschicht
ist dabei stark unterschiedlichen Temperaturen durch die Jahreszeiten und durch Sonneneinstrahlung
ausgesetzt.
[0008] Vorzugsweise ist zwischen den mindestens zwei elastischen Ausgleichslagen ein Abstandshalter
vorgesehen, zu dem die äußere Deckschicht oder der Kern bewegbar gehalten ist. Der
Abstandshalter kann dabei eine Bewegung der äußeren Deckschicht senkrecht zur Ebene
der äußeren Deckschicht begrenzen oder verhindern, je nachdem, ob der Abstandshalter
formschlüssig an der äußeren Deckschicht anliegt oder ein geringer Spalt vorgesehen
ist, beispielsweise von 1 mm, der noch ein gewisses Spiel senkrecht zur Ebene der
äußeren Deckschicht zulässt. In jedem Fall sorgt der Abstandshalter für eine Begrenzung
im Hinblick auf eine Durchbiegung der äußeren Deckschicht bei Temperaturdifferenzen,
so dass die beiden elastischen Ausgleichslagen in eine Richtung senkrecht zur Ebene
der äußeren Deckschicht weniger komprimiert und belastet werden. Dadurch behalten
die elastischen Ausgleichslagen über einen längeren Zeitraum ihre Elastizität.
[0009] In einer weiteren Ausgestaltung ist zwischen dem Abstandshalter und der elastischen
Ausgleichslage ein Spalt in eine Richtung parallel zur Ebene der äußeren Deckschicht
vorgesehen. Dadurch kann die äußere Deckschicht parallel zur Ebene der äußeren Deckschicht
bei Temperaturdifferenzen bewegt werden und sich ausdehnen oder zusammenziehen, was
eine Durchbiegung des Füllungselementes verhindert. Der Spalt verhindert ein Anschlagen
der elastischen Ausgleichslage an dem Abstandshalter und verringert somit die Materialbelastung
der Ausgleichslage.
[0010] Die mindestens zwei Ausgleichslagen können plattenförmig ausgebildet sein, beispielsweise
leistenförmig, und ein elastisches Material umfassen, insbesondere Zellstoff und/oder
ein Gummimaterial. Auch andere elastische Materialien können eingesetzt werden. Die
Form der Ausgleichslage und des Füllungselementes können quaderförmig sein, wobei
ein oder mehrere Lichtausschnitte vorgesehen sein können, in denen beispielsweise
ein Sichtfenster aus Isolierglas angeordnet ist.
[0011] Der Abstandshalter zwischen den mindestens zwei elastischen Ausgleichslagen kann
integral mit dem Kern ausgebildet sein. Alternativ kann an einer äußeren Oberfläche
des Kerns als Abstandshalter ein Element angebracht werden, beispielsweise Leisten
oder Platten. Vorzugsweise werden eine oder mehrere vertikale Leisten vorgesehen,
die an einer Innen- oder Außenseite eine Gleitfläche ausbilden und somit eine Bewegung
der äußeren Deckschicht in Längsrichtung, also bei einer Türfüllung in vertikale Richtung
zulassen. Die Leisten können dabei sowohl an der äußeren Deckschicht oder dem Kern
festgelegt sein, beispielsweise durch Kleben, um auf der zur Klebeseite gegenüberliegenden
Seite eine Gleitfläche bereitzustellen.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei Ausführungsbeispielen mit Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Schnittansicht durch ein erfindungsgemäßes Füllungselement;
- Figur 2
- eine Detailansicht des Füllungselementes der Figur 1;
- Figur 3
- eine perspektivische Explosionsdarstellung eines Füllungselementes gemäß einem weiteren
Ausführungsbeispiel;
- Figur 4
- eine geschnittene Seitenansicht des Füllungselementes der Figur 3 in der montierten
Position, und
- Figur 5
- eine Detailansicht des Füllungselementes der Figur 4.
[0013] Ein Füllungselement 1 umfasst einen inneren plattenförmigen Kern 2 aus einem thermisch
isolierten Material, insbesondere einem Hartschaum, an dem eine innere Deckschicht
3 festgelegt ist. Zudem ist eine äußere Deckschicht 4 vorgesehen, wobei die Deckschichten
3 und 4 als dünne Platten ausgebildet sind, beispielsweise aus Aluminium oder Kunststoff.
Das Füllungselement 1 ist quaderförmig ausgebildet und kann ein oder mehrere Ausschnitte
für Sichtfenster aufweisen, die optional vorgesehen werden können.
[0014] Die äußere Deckschicht 4 ist nicht unmittelbar mit dem Kern 2 verbunden, sondern
über zwei oder mehr voneinander beabstandete Ausgleichslagen 5. Die Ausgleichslagen
5 sind aus einem elastischen Material ausgebildet und plattenförmig oder leistenförmig.
Die Dicke der Ausgleichslagen kann beispielsweise zwischen 3 mm bis 10 mm, insbesondere
4 mm bis 8 mm, betragen. Als Materialien für die elastische Ausgleichslage kommen
Zellstoff oder Gummimaterialien oder andere geeignete elastische Materialien in Frage.
[0015] Zwischen den beiden elastischen Ausgleichslagen 5 ist ein Abstandshalter 6 vorgesehen,
der integral mit dem Kern 2 ausgebildet ist. Der Abstandshalter 6 ist dabei parallel
zur Ebene der äußeren Deckschicht 4 zwischen den beiden Ausgleichslagen 5 vorgesehen.
[0016] Wie in der vergrößerten Darstellung der Figur 2 erkennbar ist, verringert der Abstandshalter
6 den Abstand der äußeren Deckschicht 4 zu dem Kern 2 in eine Richtung senkrecht zur
Ebene der äußeren Deckschicht 4, und es ist lediglich ein geringer Spalt zwischen
der Innenseite der äußeren Deckschicht 4 und der äußeren Oberfläche des Abstandshalters
6 vorgesehen, beispielsweise ist der Spalt kleiner als 2 mm, insbesondere kleiner
1 mm, um eine Bewegung der äußeren Deckschicht 4 senkrecht zur Ebene der äußeren Deckschicht
4 zu begrenzen. Es ist auch möglich, den Abstandshalter 6 im Wesentlichen formschlüssig
an die Innenseite der äußeren Deckschicht 4 anzulegen.
[0017] Die Ausgleichslage ist in einer wannenförmigen Aussparung 7 des Kerns aufgenommen.
In eine Richtung parallel zur Ebene der äußeren Deckschicht 4 ist ein Spalt 8 zwischen
der Ausgleichslage 5 und einer Seitenwand 9 des Abstandshalters 6 vorgesehen. Durch
den Spalt 8 kann bei einer Ausdehnung der äußeren Deckschicht 4 durch Temperatureinflüsse
eine Relativbewegung zu dem Kern 2 stattfinden, und die Ausgleichslage 5 kann in den
Spalt 8 hinein bewegt werden. Dadurch behält die Ausgleichslage 5 ihre Elastizität,
und es wird verhindert, dass bei einer gewissen Durchbiegung der äußeren Deckschicht
4 die Ausgleichslage 5 zu stark komprimiert wird, da der Abstandshalter 6 die Bewegung
der äußeren Deckschicht 4 senkrecht zur Ebene der äußeren Deckschicht 4 begrenzt.
[0018] In Figur 3 ist ein modifiziertes Füllungselement 1' dargestellt, das einen inneren
Kern 2, eine innere Deckschicht 3 und eine äußere Deckschicht 4 aufweist, die wie
bei dem vorangegangenen Ausführungsbeispiel ausgebildet sein können.
[0019] Der Kern 2 ist allerdings quaderförmig ausgebildet und ist an der Oberfläche mit
mehreren streifenförmigen Ausgleichslagen 5 belegt, zwischen denen Freiräume 10 ausgebildet
sind. In diese Freiräume 10 wird jeweils eine Leiste 6' als Abstandshalter eingefügt,
so dass eine etwaige Durchbiegung der äußeren Deckschicht 4 senkrecht zur Ebene der
Deckschicht 4 durch die Abstandshalter 6' begrenzt ist. Die Abstandshalter 6' sind
dabei als vertikale Leisten ausgebildet und können beispielsweise aus Kunststoff hergestellt
sein.
[0020] Durch die Verringerung der Verbindungsfläche Kern 2 - äußere Deckschicht 4 verringert
sich die übertragene Kraft der Längenänderung bei Temperatureinfluss
[0021] In Figur 4 ist das Füllungselement 1' in der montierten Position im Schnitt gezeigt.
An dem Kern 2 ist ein streifenförmiger Abstandshalter 6' festgelegt, der eine geringere
Breite besitzt als der Freiraum 10, so dass zwischen der benachbarten Ausgleichslage
5 und dem Abstandshalter 6' ein Spalt 11 vorgesehen ist. Der Spalt 11 kann beispielsweise
eine Breite zwischen 0,5 bis 10 mm aufweisen, um eine gewisse Bewegung der elastischen
Ausgleichslage 5 zu ermöglichen. Auf der Außenseite des Kerns 2 ist somit abwechselnd
jeweils eine elastische Ausgleichslage 5, ein Spalt 11, ein streifenförmiger Abstandshalter
6', ein Spalt 11 und dann wieder eine elastische Ausgleichslage 5 vorgesehen, wobei
die Anzahl der Abstandshalter 6' und elastischen Ausgleichslagen 5 je Füllungselement
1' beispielsweise zwischen 2 und 10 liegen kann.
[0022] Die Abstandshalter 6' sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel mit der äußeren
Oberfläche des Kerns 2 verklebt und bilden an der gegenüberliegenden Seite eine Gleitfläche
aus, an der die Innenseite der äußeren Deckschicht 4 entlang gleiten kann. Es ist
natürlich auch möglich, den Abstandshalter 6' an der Innenseite der äußeren Deckschicht
4 festzulegen und auf der nach innen gerichteten Seite des Abstandshalters 6' eine
Gleitfläche vorzusehen, die dann an der äußeren Seite des Kerns 2 entlang gleiten
kann. In jedem Fall wird durch den Abstandshalter 6' verhindert, dass sich die äußere
Deckschicht 4 zu dem Kern 2 hin durchbiegt und somit die elastischen Ausgleichslagen
5 zu stark komprimiert.
[0023] Die Abstandshalter 6' sind bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel leistenförmig
oder streifenförmig ausgebildet. Es ist natürlich auch möglich, andere Geometrien
für den Abstandshalter zu wählen, beispielsweise punktförmig, kreisförmig oder ringförmig.
[0024] Das Füllungselement 1 oder 1' wird vorzugsweise für Fassaden oder Türen eingesetzt,
und insbesondere in oder auf einen umlaufenden Rahmen eingesetzt, der in der Einbauposition
eine Innenseite an dem Gebäude und eine Au-βenseite aufweist.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1,1'
- Füllungselement
- 2
- Kern
- 3
- Deckschicht
- 4
- Deckschicht
- 5
- Ausgleichslage
- 6,6'
- Abstandshalter
- 7
- Aussparung
- 8
- Spalt
- 9
- Seitenwand
- 10
- Freiraum
- 11
- Spalt
1. Füllungselement (1, 1') für Fassaden oder Türen, mit einem plattenförmigen Kern (2)
aus einem thermisch isolierenden Material, einer inneren Deckschicht (3) und einer
äußeren Deckschicht (4), dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Deckschicht (4) durch mindestens zwei an dem plattenförmigen Kern (2)
festgelegte und voneinander beabstandete elastische Ausgleichslagen (5) an dem Kern
(2) gehalten ist.
2. Füllungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den mindestens zwei elastischen Ausgleichslagen (5) ein Abstandshalter (6,
6') vorgesehen ist, zu dem die äußere Deckschicht (4) oder der Kern (2) bewegbar gehalten
ist.
3. Füllungselement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass über den Abstandshalter (6, 6') eine Bewegung der äußeren Deckschicht (4) senkrecht
zur Ebene der äußeren Deckschicht (4) begrenzt ist.
4. Füllungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Abstandshalter (6, 6') und der elastischen Ausgleichslage (5) ein Spalt
(8, 11) in eine Richtung parallel zu der Ebene der äußeren Deckschicht (4) vorgesehen
ist.
5. Füllungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Ausgleichslagen (5) plattenförmig ausgebildet sind und einen
Zellstoff und/oder ein Gummimaterial enthalten.
6. Füllungselement nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandshalter (6) integral mit dem Kern (2) ausgebildet ist.
7. Füllungselement nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandshalter (6') durch an dem Kern oder der äußeren Deckschicht (4) angebrachte
Leisten oder Platten gebildet ist.
8. Füllungselement nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandshalter (6') als vertikal ausgerichtete Leisten ausgebildet sind.
9. Füllungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an oder in dem Kern (2) jeweils wannenförmige Aufnahmen für die elastischen Ausgleichslagen
(5) ausgebildet sind.
10. Füllungselement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Ausgleichslage (5) eine Dicke zwischen 3 mm bis 8 mm, insbesondere
4 mm bis 6 mm, aufweist.