GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Steuerungsverfahren gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 für eine bohrmeißelnde Handwerkzeugmaschine, die einen Bohrer gleichzeitig
dreht und längs auf den Bohrer Schläge ausübt, und eine Handwerkzeugmaschine gemäß
dem Obergriff des Anspruchs 8 und wie aus
DE 199 61 586 A1 bekannt.
[0002] US4732218 beschreibt einen Bohrhammer. Der Bohrhammer hat ein pneumatisches Schlagwerk, das
periodisch Schläge auf einen Bohrer ausübt. Der Bohrer wird ferner um seine Längsachse
gedreht. Der Bohrhammer wird insbesondere eingesetzt um Bohrlöcher in mineralische
Baumaterialien, wie z.B. Beton, zu bohren. Die verwendeten Bohrer sind daher für die
Bearbeitung von mineralischen Bauwerkstoffen optimiert. Allerdings kann der Bohrer
auf ein Armierungseisen treffen. Der Bohrfortschritt ist dann sehr gering.
[0003] US6640205 beschreibt einen Bohrhammer, der während des Abbaus eines Untergrunds rücklaufende
Stoßwellen in dem Bohrer untersucht. Basierend auf den Stoßwellen wird eine Materialzusammensetzung
des Untergrunds ermittelt.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0004] Das erfindungsgemäße Steuerungsverfahren ist im Anspruch 1 definiert und ist für
eine bohrmeißelnde Handwerkzeugmaschine zum Bearbeiten eines Untergrunds mittels eines
Bohrers. Die Handwerkzeugmaschine hat einen Werkzeughalter zum Haltern eines Bohrers
auf einer Arbeitsachse, einen Drehantrieb zum Drehen des Werkzeughalters um die Arbeitsachse
und ein Schlagwerk zum Ausüben von Schlägen auf den Bohrer aufweist. Das Steuerungsverfahren
hat die Schritte: Überlagern eines periodischen Schlagens auf den Bohrer mit einer
Schlagzahl und eines Drehens des Werkzeughalters mit einer Drehzahl in einer Drehrichtung;
Ermitteln eines Materials des von dem Bohrer bearbeiteten Untergrunds; und Einstellen
der Drehzahl und/oder Drehrichtung basierend auf dem ermittelten Materials, wobei
bei einem eisenbasierten Material die Drehzahl auf einen ersten Wert und eine erste
Drehrichtung eingestellt werden, bei einem mineralischen Material die Drehzahl auf
einen zweiten Wert und eine zweite Drehrichtung eingestellt werden und wobei der erste
Wert geringer als der zweite Wert ist oder die erste Drehrichtung linksläufig und
die zweite Drehrichtung rechtsläufig ist.
[0005] Die Handwerkzeugmaschine erkennt zunächst, welches Material aktuell durch den Bohrer
bearbeitet wird. Bei mineralischem Material wird die Handwerkzeugmaschine in dem Standardbetrieb
mit typischerweise maximaler Schlagleistung und Drehleistung betrieben. Bei eisenbasiertem
Material wird die Drehleistung reduziert. Das Bohrmehl wird nicht mehr effektiv aus
dem Bohrloch gefördert. Ein Teil des mineralischen Bohrmehls verbleibt in der Nähe
des Bohrkopfs, was zu einem effektiveren Abbau des eisenhalten Materials, z.B. des
Armierungseisens, beiträgt.
[0006] Eine Ausgestaltung sieht vor, dass eine Schlagzahl des Schlagwerks unabhängig von
Drehzahl und/oder Drehrichtung ist. Vorzugsweise unterscheidet sich bei eisenbasiertem
Material und bei mineralischem Material die Schlagzahl um weniger als 20%. Ein effektiver
Abbau sowohl des mineralischen als auch den eisenbasierten Material wird bei maximaler
Schlagleistung erreicht. Eine Ausgestaltung sieht vor, dass der Umsetzwinkel des Werkzeughalters
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schlägen bei der ersten Drehzahl zwischen 1 Grad
und 10 Grad und bei der zweiten Drehzahl größer 30 Grad ist.
[0007] Die erfindungsgemäße Handwerkzeugmaschine ist im Anspruch 8 definiert und hat einen
Werkzeughalter zum Haltern eines bohrmeißelnden Bohrers auf einer Arbeitsachse, einen
Elektromotor, ein Schlagwerk, das einen längs der Arbeitsachse mit einer Schlagzahl
bewegten Schläger aufweist, einen Drehantrieb, der den Werkzeughalter mit einer Drehzahl
in einer Drehrichtung drehend antreibt. Eine Stelleinrichtung ist zum Einstellen der
Drehzahl und/oder Drehrichtung des Drehantriebs unabhängig von der Schlagzahl des
Schlagwerks eingerichtet. Die Handwerkzeugmaschine kann selbsttätig oder durch den
Anwender veranlasst die Drehzahl oder Drehrichtung ändern, um diese in geeigneter
Weise dem Untergrund anzupassen; in beiden Betriebsmodi unterstützt durch ein effizient
schlagendes Schlagwerk. Das Schlagwerk ist vorzugsweise ein von dem Elektromotor angetriebenes
pneumatisches Schlagwerk.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0008] Die nachfolgende Beschreibung erläutert die Erfindung anhand von exemplarischen Ausführungsformen
und Figuren. In den Figuren zeigen:
Fig. 1 einen Bohrhammer
Gleiche oder funktionsgleiche Elemente werden durch gleiche Bezugszeichen in den Figuren
indiziert, soweit nicht anders angegeben.
AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
[0009] Fig. 1 zeigt einen Bohrhammer
1 als Beispiel für eine schlagende handgehaltene Werkzeugmaschine. Der Bohrhammer
1 hat einen Werkzeughalter
2, in welchen koaxial zu einer Arbeitsachse
3 ein Bohrer, Meißel oder anderes schlagendes Bohrer
4 eingesetzt und verriegelt werden kann. Der Bohrhammer
1 hat ein pneumatisches Schlagwerk
5, welches periodisch Schläge in einer Schlagrichtung
6 auf der Bohrer
4 ausüben kann. Ein Drehantrieb
7 kann den Werkzeughalter
2 kontinuierlich um die Arbeitsachse
3 drehen. Das pneumatische Schlagwerk
5 und der Drehantrieb sind von einem Elektromotor
8 angetrieben, welcher aus einer Batterie
9 oder einer Netzleitung mit elektrischem Strom gespeist wird.
[0010] Das Schlagwerk
5 und der Drehantrieb
7 sind in einem Maschinengehäuse
10 angeordnet. Ein Handgriff
11 ist typischerweise an einer dem Werkzeughalter
2 abgewandten Seite des Maschinengehäuses
10 angeordnet. Der Anwender kann den Bohrhammer
1 mittels des Handgriffs
11 im Betrieb halten und führen. Ein zusätzlicher Hilfsgriff kann nahe dem Werkzeughalter
2 befestigt werden. An oder in der Nähe des Handgriffs
11 ist ein Betriebstaster
12 angeordnet, welchen der Anwender vorzugsweise mit der haltenden Hand betätigen kann.
Der Elektromotor
8 wird durch Betätigen des Betriebstasters
12 eingeschaltet. Typischerweise dreht sich der Elektromotor
8 solange, wie der Betriebstaster
12 gedrückt gehalten ist.
[0011] Der Bohrer
4 ist in dem Werkzeughalter
2 längs der Arbeitsachse
3 beweglich. Beispielsweise hat der Bohrer
4 eine längliche Nut, in welche eine Kugel oder ein anderer Sperrkörper des Werkzeughalters
2 eingreift. Der Anwender hält der Bohrer
4 in einer Arbeitsstellung, indem der Anwender der Bohrer
4 mittelbar durch den Bohrhammer
1 an einen Untergrund anpresst. Der Bohrer
4 hat einen Bohrkopf aus gesintertem Metallkarbid und eine Wendel zum Abtransport von
Bohrgut aus dem Bohrloch.
[0012] Der Werkzeughalter
2 ist an einer Spindel
13 des Drehantriebs
7 befestigt. Der Werkzeughalter
2 kann sich gegenüber dem Maschinengehäuse
10 um die Arbeitsachse
3 drehen. Klauen oder andere geeignete Mittel in dem Werkzeughalter
2 übertragen ein Drehmoment von dem Werkzeughalter
2 auf der Bohrer
4.
[0013] Das pneumatische Schlagwerk
5 hat längs der Schlagrichtung
6 einen Erreger
14, einen Schläger
15 und einen Döpper
16. Der Erreger
14 wird mittels des Elektromotors
8 zu einer periodischen Bewegung längs der Arbeitsachse
3 gezwungen. Der Erreger
14 ist über eine Getriebekomponente
14 zum Umsetzen der Drehbewegung des Elektromotors
8 in einer periodische, translatorische Bewegung entlang der Arbeitsachse
3 angebunden. Eine beispielhafte Getriebekomponente beinhaltet ein Exzenterrad oder
eine Taumelscheibe. Eine Periode der translatorischen Bewegung des Erregers
14 ist durch die Drehzahl des Elektromotors
8 und ggf. ein Untersetzungsverhältnis in der Getriebekomponente
14 vorgeben.
[0014] Der Schläger
15 koppelt über eine Luftfeder an die Bewegung des Erregers
14 an. Die Luftfeder ist durch eine zwischen dem Erreger
14 und dem Schläger
15 abgeschlossene pneumatische Kammer
17 gebildet. Der Schläger
15 bewegt sich in die Schlagrichtung
6 bis der Schläger
15 auf den Döpper
16 aufschlägt. Der Döpper
16 liegt in der Schlagrichtung
6 an dem Bohrer
4 an und überträgt den Schlag auf der Bohrer
4. Die Periode der Bewegung des Schlägers ist identisch zu der Periode der Bewegung
des Erregers
14. Der Schläger
15 schlägt somit mit einer Schlagzahl, die gleich dem Inversen der Periode ist. Das
Wirkprinzip der Luftfeder setzt enge Grenzen für die Periode bzw. die Schlagzahl,
da die Effizienz der pneumatischen Kopplung auf eine im Wesentlichen resonante Anregung
angewiesen ist. Bei einer Abweichung von mehr als 20 % von einer optimalen Schlagzahl
folgt der Schläger
15 typischerweise nicht mehr der Bewegung des Erregers
14. Die optimale Schlagzahl ist durch die Masse des Schlägers
15 und die geometrischen Abmessungen der pneumatischen Kammer
17 vorgegeben. Eine optimale Schlagzahl liegt im Bereich zwischen 25 Hz und 100 Hz.
[0015] Das beispielhafte Schlagwerk
5 hat einen kolbenförmigen Erreger
14 und einen kolbenförmigen Schläger
15, die durch ein Führungsrohr
18 längs der Arbeitsachse
3 geführt sind. Der Erreger
14 und der Schläger
15 liegen mit ihren Mantelflächen an der Innenfläche des Führungsrohrs
18 an. Die pneumatische Kammer
17 ist durch den Erreger
14 und den Schläger
15 längs der Arbeitsachse
3 und durch das Führungsrohr
18 in radialer Richtung abgeschlossen. Dichtungsringe in den Mantelflächen von Erreger
14 und Schläger
15 können den luftdichten Abschluss der pneumatischen Kammer
17 verbessern. Der Erreger
14 wird durch den Elektromotor
8 angetrieben. Ein Exzenterrad
19 oder ein anderer Umsetzer setzt die Drehbewegung des Elektromotor
8 in die periodische Translationsbewegung des Erregers
14 um. Das Exzenterrad
19 ist über einen Teilstrang
20 eines Antriebsstrangs
21 mit dem Elektromotor
8 verbunden.
[0016] Der Drehantrieb
7 beinhaltet die Spindel
13, welche koaxial zu der Arbeitsachse
3 angeordnet ist. Die Spindel
13 ist beispielsweise hohl, und das Schlagwerk
5 ist innerhalb der Spindel angeordnet. Der Werkzeughalter
2 ist auf der Spindel
13 aufgesetzt. Der Werkzeughalter
2 kann über einen Verschlussmechanismus lösbar oder dauerhaft mit der Spindel
13 verbunden sein. Die Spindel
13 ist über ein untersetzendes Getriebe
22 an den Elektromotor
8 angebunden. Die Drehzahl der Spindel
13 ist geringer als die Drehzahl des Elektromotors
8. Zwischen das untersetzende Getriebe
22 und die Spindel
13 kann eine Rutschkupplung
23 geschaltet sein.
[0017] Die Spindel
13 dreht sich vorzugsweise kontinuierlich mit einer vorgegebenen Drehzahl. Die Drehzahl
ist durch das untersetzende Getriebe
22 vorgegeben. Das untersetzende Getriebe
22 hat zwei unterschiedliche Untersetzungen. Die erste Untersetzung ist optimiert für
den Abbau von mineralischem Gestein mit einem herkömmlichen Bohrer
4. Die Drehzahl der Spindel
13 liegt bei der ersten Untersetzung im Bereich zwischen 200 Umdrehungen pro Minute
(U/min) und 1000 U/min und die Spindel
13 dreht rechtshändig. Mit der von dem untersetzenden Getriebe
22 unabhängigen Schlagzahl des pneumatischen Schlagwerks
5 dreht sich zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schlägen der Bohrers
4 um einen Umsetzwinkel von mehr als 30 Grad, z.B. mehr als 30 Grad, höchstens 75 Grad.
Der typische Umsetzwinkel bewirkt einen effizienten Abtransport von Bohrgut aus dem
Bohrloch mit den herkömmlichen Bohrern
4.
[0018] Die zweite Untersetzung ist für den Abbau von eisenbasierten Materialien, z.B. einem
Armierungseisen, vorgesehen. Die Drehzahl ist gegenüber der ersten Untersetzung stark
reduziert, beispielsweise liegt die Drehzahl unter 20 U/min. Das Schlagwerk
5 schlägt überlagert zu der Drehbewegung periodisch mit einer Schlagzahl von mehr als
5 Schlägen pro Sekunde auf der Bohrer
4. Ein Umsetzwinkel des Bohrers
4 zwischen zwei Schlägen liegt vorzugsweise unter 10 Grad, beispielsweise unter 5 Grad,
vorzugsweise über 1 Grad. Die Wendel des Bohrers
4 transportiert weniger oder kein Bohrgut mehr aus dem Bohrloch. Alternativ kann die
zweite Untersetzung einen Linkslauf der Spindel
13 bewirken. Der Bohrer
4 fördert das Bohrgut in das Bohrloch anstatt es herauszufördern. Das in dem Bohrloch
verbleibende Bohrgut erweist sich als vorteilhaft zum Abtragen des Armierungseisens
mit dem Bohrer
4.
[0019] Der Anwender kann vorzugsweise das untersetzende Getriebe
22 mit einem Wahlschalter
24 betätigen. Der Anwender erkennt beispielsweise an einem sich schlagartig verringerndem
Bohrfortschritt, dass ein Armierungseisen bearbeitet, bzw. bei einem sich schlagartig
erhöhenden Bohrfortschritt, dass wieder mineralisches Material bearbeitet wird. Der
Wahlschalter
24 hat wenigstens zwei Schaltstellungen. Eine erste Schaltstellung ist für den überlagert
bohrenden und meißelnden Abbau von mineralischen Material; eine zweite Schaltstellung
ist für den überlagert bohrenden und meißelnden Abbau von eisenhaltigem Material.
In der ersten Schaltstellung wird das untersetzende Getriebe
22 in die erste Untersetzung und in der zweiten Schaltstellung wird das untersetzende
Getriebe
22 in die zweite Untersetzung umgeschaltet. Die Schlagzahl des pneumatischen Schlagwerks
5 ist in beiden Schaltstellungen gleich oder näherungsweise gleich, vorzugsweise arbeitet
das Schlagwerk
5 in beiden Schaltstellungen mit der höchsten Effizienz oder höchsten Abbauleistung.
In einer alternativen Ausgestaltung wird die Laufrichtung der Spindel
13 in der zweiten Schaltstellung auf einen Linkslauf gestellt, um den Abtransport des
Bohrguts zu verringern.
[0020] Fig. 1 illustriert ein beispielhaftes untersetzendes (Schalt-) Getriebe
22 in der Form eines Stirnradgetriebes. Auf einer antreibenden Welle sind zwei Ritzel
25 mit unterschiedlichem Durchmesser befestigt; auf einer abtreibenden Welle sind zwei
Zahnräder
26 gelagert. Die Zahnräder sind beispielweise dauerhaft in Eingriff mit einem der beiden
Ritzel. Ein Ziehkeil
27 koppelt jeweils eines der Zahnräder an die abtreibende Welle an. Der Ziehkeil kann
gleichermaßen an der antreibenden Welle angeordnet sein. Ferner kann ein Schalten
des Getriebes
22 durch ein axiales Verschieben der Ritzel oder Zahnräder erfolgen. Das Getriebe kann
ebenso durch ein Planetengetriebe realisiert sein. Zwei der Komponenten aus Hohlrad,
Planetenträger und Sonnenrad sind mit der antreibenden Welle und der abtreibenden
Welle verbunden. Eine schaltbare Bremse lässt verbleibende dritte Komponente je nach
Schaltstellung frei drehen oder hemmt deren Drehung.
[0021] Eine Stelleinrichtung
28 kann das Getriebe
22 manuell umschalten. Die Stelleinrichtung
28 enthält beispielsweise den Wahlschalter
24. Ein mechanisches Gestänge überträgt die Stellung des Wahlschalters
24 auf das Getriebe
22. Die Stelleinrichtung
28 kann alternativ das Getriebe
22 mittels eines Aktor
29 schalten. Der Aktor
29 kann elektromagnetisch, piezoelektrisch, hydraulisch, pneumatisch etc. ausgebildet
sein. Der Aktor
29 betätigt den Ziehkeil
27, verschiebt die Ritzel oder Zahnräder, oder aktiviert die Bremse. Die Stelleinrichtung
28 kann das Getriebe
22 automatisch schalten. Ein Sensor
30 erkennt die geeignete Untersetzung für das Getriebe
22 und schaltet das Getriebe
22 mit dem Aktor
29.
[0022] Der Bohrhammer
1 kann automatisch den Untergrund erkennen, auf welchen der Bohrer
4 aufschlägt. Die Schläge des Bohrers
4 auf das mineralische Gestein sind stärker gedämpft als die Schläge des Bohrers
4 auf die eisenhaltigen Armierungseisen. Der Bohrer
4 und der Bohrhammer
1 erfahren somit eine andere rückwirkende Kraft bei den beiden Materialien. Die Vibrationen
in dem Bohrhammer
1 sind bei einem eisenhaltigen Material deutlich höher als bei dem Gestein.
[0023] Der beispielhafte Bohrhammer
1 hat den Sensor
30 zum Erfasssen von Vibrationen. Der Sensor
30 ist vorzugsweise starr mit dem Schlagwerk
5 oder dem Maschinengehäuse
10 verbunden. Ein beispielhafter Sensor
30 hat einen freischwingenden Arm, auf dem ein piezoelektrischer Polymerfilm aufgebracht
ist. Der Arm erzeugt angeregt durch die Schwingungen ein elektrisches Signal, welches
der Sensor
30 auswertet. Der Sensor
30 kann ein Beschleunigungssensor sein, welche als Maß für Vibrationen Beschleunigungswerte
ausgibt. Der Sensor kann ebenso ein Mikrophon sein, vorzugsweise zum Erfassen von
Geräuschen im Infraschall.
[0024] Der Sensor
30 vergleicht die Vibrationen mit einem Schwellwert. Ein Überschreiten des Schwellwerts
wird einem Bohren von eisenhaltigem Material und ein Unterschreiten des Schwellwerts
wird einem Bohren von mineralischem Material zugeordnet. Der Schwellwert hängt von
der Schlagleistung des Schlagwerks
5 ab und kann durch Versuchsreihen ermittelt werden. Der Sensor
30 oder ein Mikroprozessor
31 kann die Auswertung der Vibrationen vornehmen. Der Schwellwert kann in dem Mikroprozessor
31 hinterlegt sein. Anstelle des einfachen Vergleichs mit einem Schwellwert kann anhand
eines komplexeren Fingerabdrucks das Bohrern
4 von Gestein von dem Bohren von eisenhaltigem Material diskriminiert werden. Die Vibrationen
können in ein oder mehreren Frequenzbändern ermittelt werden. Ein Frequenzband hat
beispielsweise die Schlagzahl als mittlere Frequenz und beispielsweise eine Bandbreite
von maximal der Hälfte der Schlagzahl. Ebenso kann die erste harmonische Frequenz
der Schlagzahl als mittlere Frequenz eines Frequenzbands sein.
[0025] Der Bohrhammer
1 schaltet automatisch das untersetzende Getriebe
22 in Abhängigkeit des von dem Sensor
30 erkannten Materials. Insbesondere, ist eine schnelle Reduktion der Drehzahl erwünscht,
wenn der Bohrer
4 auf ein Armierungseisen trifft. Andernfalls kann der Bohrer
4 noch das Bohrgut vollständig aus dem Bohrloch fördern. Der Sensor
30 übermittelt ein entsprechendes Steuersignal an den Aktor
29.
[0026] Der Abtransport des Bohrguts aus dem Bohrloch kann auch Ändern der Drehrichtung des
Bohrers
4 unterbunden werden. Aufgrund der rechtsläufigen Händigkeit der Bohrerwendel fördern
die Bohrer
4 das Bohrgut nur bei einem Rechtslauf des Werkzeughalters
2 aus dem Bohrloch. Das Bearbeiten des Armierungseisens kann anstelle oder zusätzlich
zu einer reduzierten Drehzahl mit einem Linkslauf des Werkzeughalters
2 erfolgen. Der Wechsel der Drehrichtung kann beispielsweise durch den Elektromotor
8 erfolgen, da Schlagwerk
5 im Wesentlichen unabhängig von der Drehrichtung des Elektromotors
8 arbeitet.
[0027] Das Getriebe
22 hat keinen Einfluss auf die Drehzahl des Exzenter
19 bzw. der Bewegung des Erregers
14. Der Antriebsstrang
21 verzweigt sich in einen ersten Teilstrang
20 für das pneumatische Schlagwerk
5 und in einen zweiten Teilstrang
32 für die Spindel
13. Das Getriebe
22 ist in dem zweiten Teilstrang
32 angeordnet.
1. Steuerungsverfahren für eine bohrmeißelnde Handwerkzeugmaschine zum Bearbeiten eines
Untergrunds mittels eines Bohrers (4), wobei die Handwerkzeugmaschine einen Werkzeughalter
(2) zum Haltern eines Bohrers (4) auf einer Arbeitsachse (3), einen Drehantrieb (7)
zum Drehen des Werkzeughalters (2) um die Arbeitsachse (3) und ein Schlagwerk (5)
zum Ausüben von Schlägen auf den Bohrer (4) aufweist, mit dem Schritt:
Überlagern eines periodischen Schlagens auf den Bohrer (4) mit einer Schlagzahl und
eines Drehens des Werkzeughalters (2) mit einer Drehzahl in einer Drehrichtung,
gekennzeichnet durch die Schritte:
Ermitteln eines Materials des von dem Bohrer (4) bearbeiteten Untergrunds mittels
eines Sensors (30) der Handwerkzeugmaschine,
Einstellen der Drehzahl und/oder Drehrichtung basierend auf dem ermittelten Material,
wobei bei einem eisenbasierten Material die Drehzahl auf einen ersten Wert und eine
erste Drehrichtung eingestellt werden, bei einem mineralischen Material die Drehzahl
auf einen zweiten Wert und eine zweite Drehrichtung eingestellt werden und wobei der
erste Wert geringer als der zweite Wert ist und/oder die erste Drehrichtung linksläufig
und die zweite Drehrichtung rechtsläufig ist.
2. Steuerungsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlagwerk mit einer von dem ermittelten Material unabhängigen Schlagzahl auf
den Bohrer (4) schlägt.
3. Steuerungsverfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlagzahl bei eisenbasiertem Material und bei mineralischem Material sich um
weniger als 20% unterscheidet.
4. Steuerungsverfahren nach Anspruch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Umsetzwinkel des Werkzeughalters (2) zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schlägen
bei der ersten Drehzahl zwischen 1 Grad und 10 Grad und bei der zweiten Drehzahl größer
30 Grad ist.
5. Steuerungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sensor (30) Vibrationen der Handwerkzeugmaschine erfasst und das Material basierend
auf charakteristischen Signaturen der Vibrationen beim bohrmeißelnden Bearbeiten von
eisenhaltigen Material und bohrmeißelnden Bearbeiten von mineralischen Material ermittelt
wird.
6. Steuerungsverfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Amplitude der Vibrationen mit einem Schwellwert verglichen werden und ein Unterschreiten
des Schwellwerts mit dem mineralischen Material und ein Überschreiten des Schwellwerts
mit dem eisenbasierten Material assoziiert wird.
7. Steuerungsverfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein untersetzendes Getriebe (22) des Drehantriebs (7) ansprechend auf eine ermittelte
Änderung des Materials zum Einstellen der Drehzahl geschalten wird.
8. Handwerkzeugmaschine (1) mit
einem Werkzeughalter (2) zum Haltern eines bohrmeißelnden Bohrers (4) auf einer Arbeitsachse
(3),
einem Elektromotor (8),
einem Schlagwerk (5), das einen längs der Arbeitsachse (3) mit einer Schlagzahl bewegbaren
Schläger (15) aufweist, einem Drehantrieb (7), der den Werkzeughalter (2) mit einer
Drehzahl in einer Drehrichtung drehend antreiben kann, und einer Stelleinrichtung
(28) zum Einstellen der Drehzahl und/oder Drehrichtung des Drehantriebs (7) unabhängig
von der Schlagzahl des Schlagwerks (5), gekennzeichnet durch einen Sensor (30) zum Ermitteln eines Materials des von dem Bohrer (4) bearbeiteten
Untergrunds, wobei mittels der Stelleinrichtung (28) ansprechend auf das von dem Sensor
(30) ermittelte Material bei einem eisenbasierten Material die Drehzahl auf einen
ersten Wert und eine erste Drehrichtung eingestellt werden kann, bei einem mineralischen
Material die Drehzahl auf einen zweiten Wert und eine zweite Drehrichtung eingestellt
werden kann und wobei der erste Wert geringer als der zweite Wert ist und/oder die
erste Drehrichtung linksläufig und die zweite Drehrichtung rechtsläufig ist.
9. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stelleinrichtung (28) ein in dem Drehantrieb (7) angeordnetes, untersetzendes
Getriebe (22) mit einer ersten Untersetzung und einer zweiten Untersetzung und einen
manuell betätigbaren Wahlschalter (24) oder einen Aktor (29) zum Umschalten des Getriebes
(22) zwischen der ersten Untersetzung und der zweiten Untersetzung aufweist.
10. Handwerkzeugmaschine nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (30) einen Beschleunigungssensor zum Erfassen von Vibrationen beinhaltet.
11. Handwerkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Schlagwerk (5) einen von dem Elektromotor (8) zwangsbewegten Erreger (14) und
an den Erreger (14) über eine Luftfeder angekoppelten Schläger (15) aufweist.
1. Control method for a hand-held drilling/chiselling power tool for working a substrate
by means of a drill (4), the hand-held power tool having a tool holder (2) for holding
a drill (4) on a working axis (3), a rotary drive (7) for turning the tool holder
(2) about the working axis (3) and a striking mechanism (5) for exerting impacts on
the drill (4), comprising the step of:
overlaying a periodic striking of the drill (4) with a number of impacts and the turning
of the tool holder (2) with a rotational speed in a rotating direction,
characterized by the steps of:
determining by means of a sensor (30) of the hand-held power tool a material of the
substrate worked by the drill (4),
setting the rotational speed and/or rotating direction on the basis of the material
determined, the rotational speed being set to a first value and a first rotating direction
being set in the case of an iron-based material, the rotational speed being set to
a second value and a second rotating direction being set in the case of a mineral
material and the first value being lower than the second value and/or the first rotating
direction being anticlockwise and the second rotating direction being clockwise.
2. Control method according to Claim 1, characterized in that the striking mechanism strikes the drill (4) with a number of impacts that is independent
of the material determined.
3. Control method according to Claim 1 or 2, characterized in that the number of impacts in the case of iron-based material and in the case of mineral
material differs by less than 20%.
4. Control method according to claim according to one of the preceding claims, characterized in that the indexing angle of the tool holder (2) between two successive impacts at the first
rotational speed is between 1 degree and 10 degrees and at the second rotational speed
is greater than 30 degrees.
5. Control method according to one of the preceding claims, characterized in that a sensor (30) senses vibrations of the hand-held power tool and the material is determined
on the basis of characteristic signatures of the vibrations during drilling/chiselling
working of iron-containing material and drilling/chiselling working of mineral material.
6. Control method according to Claim 5, characterized in that an amplitude of the vibrations is compared with a threshold value and undershooting
of the threshold value is associated with the mineral material and overshooting of
the threshold value is associated with the iron-based material.
7. Control method according to one of the preceding claims, characterized in that a stepping-down mechanism (22) of the rotary drive (7) is switched in response to
a determined change of the material for setting the rotational speed.
8. Hand-held power tool (1) comprising
a tool holder (2) for holding a drilling/chiselling drill (4) on a working axis (3),
an electric motor (8),
a striking mechanism (5), which has a striker (15) that can be moved along the working
axis (3) with a number of impacts,
a rotary drive (7), which can drive the tool holder (2) rotationally at a rotational
speed in a rotating direction,
and a setting device (28) for setting the rotational speed and/or rotating direction
of the rotary drive (7) independently of the number of impacts of the striking mechanism
(5), characterized by a sensor (30) for determining a material of the substrate worked by the drill (4),
it being possible in response to the material determined by the sensor (30) to set
the rotational speed to a first value and to set a first rotating direction in the
case of an iron-based material and to set the rotational speed to a second value and
to set a second rotating direction in the case of a mineral material by means of the
setting device (28), and the first value being lower than the second value and/or
the first rotating direction being anticlockwise and the second rotating direction
being clockwise.
9. Hand-held power tool according to Claim 8, characterized in that the setting device (28) has a stepping-down gear mechanism (22), which is arranged
in the rotary drive (7) and comprises a first step-down and a second step-down, and
a manually operable selection switch (24) or an actuator (29) for changing over the
gear mechanism (22) between the first step-down and the second step-down.
10. Hand-held power tool according to Claim 8 or 9, characterized in that the sensor (30) includes an acceleration sensor for sensing vibrations.
11. Hand-held power tool according to one of Claims 8 to 10, characterized in that the striking mechanism (5) has an exciter (14) that is forcibly moved by the electric
motor (8) and a striker (15) that is coupled to the exciter (14) by way of an air
spring.
1. Procédé de commande pour une machine-outil manuelle de trépanage destinée à travailler
un sous-sol au moyen d'un trépan (4), la machine-outil manuelle possédant un porte-outil
(2) destiné à maintenir un trépan (4) sur un axe de travail (3), un mécanisme d'entraînement
en rotation (7) destiné à faire tourner le porte-outil (2) autour de l'axe de travail
(3) et un mécanisme de frappe (5) destiné à exercer des coups sur le trépan (4), comprenant
l'étape suivante :
superposition d'une frappe périodique sur le trépan (4) avec une cadence de frappe
et une rotation du porte-outil (2) avec une vitesse de rotation dans un sens de rotation,
caractérisé par les étapes suivantes :
détermination d'un matériau du sous-sol travaillé par le trépan (4) au moyen d'un
capteur (30) de la machine-outil manuelle,
réglage de la vitesse de rotation et/ou du sens de rotation sur la base du matériau
déterminé, la vitesse de rotation étant réglée à une première valeur et un premier
sens de rotation étant réglé dans le cas d'un matériau ferreux, la vitesse de rotation
étant réglée à une deuxième valeur et un deuxième sens de rotation étant réglé dans
le cas d'un matériau minéral et la première valeur étant inférieure à la deuxième
valeur et/ou le premier sens de rotation étant une rotation à gauche et le deuxième
sens de rotation étant une rotation à droite.
2. Procédé de commande selon la revendication 1, caractérisé en ce que le mécanisme de frappe frappe sur le trépan (4) avec une cadence de frappe indépendante
du matériau déterminé.
3. Procédé de commande selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la cadence de frappe se différencie de moins de 20 % dans le cas d'un matériau ferreux
et dans le cas d'un matériau minéral.
4. Procédé de commande selon la revendication selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que l'angle de conversion du porte-outil (2) entre deux frappes successives à la première
vitesse de rotation est compris entre 1 degré et 10 degrés et il est supérieur à 30
degrés à la deuxième vitesse de rotation.
5. Procédé de commande selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un capteur (30) détecte les vibrations de la machine-outil manuelle et le matériau
est déterminé en se basant sur les signatures caractéristiques des vibrations lors
du travail par trépanage d'un matériau ferreux et du travail par trépanage d'un matériau
minéral.
6. Procédé de commande selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'une amplitude des vibrations est comparée avec une valeur de seuil et un franchissement
de la valeur de seuil vers le bas est associé au matériau minéral et un franchissement
de la valeur de seuil vers le haut est associé au matériau ferreux.
7. Procédé de commande selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un rapport d'un engrenage réducteur (22) du mécanisme d'entraînement en rotation (7)
est changé en réaction à une modification déterminée du matériau en vue de régler
la vitesse de rotation.
8. Machine-outil manuelle (1) comprenant
un porte-outil (2) destiné à maintenir un trépan (4) de trépanage sur un axe de travail
(3), un moteur électrique (8),
un mécanisme de frappe (5), qui possède un frappeur (15) pouvant être déplacé le long
de l'axe de travail (3) avec une cadence de frappe,
un mécanisme d'entraînement en rotation (7) qui peut entraîner le porte-outil (2)
en rotation à une vitesse de rotation dans un sens de rotation,
et un dispositif de réglage (28) destiné à régler la vitesse de rotation et/ou le
sens de rotation du mécanisme d'entraînement en rotation (7) indépendamment de la
cadence de frappe du mécanisme de frappe (5), caractérisée par un capteur (30) destiné à déterminer un matériau du sous-sol travaillé par le trépan
(4), en réaction au matériau déterminé par le capteur (30), la vitesse de rotation
pouvant être réglée à une première valeur et un premier sens de rotation pouvant être
réglé au moyen du dispositif de réglage (28) dans le cas d'un matériau ferreux, la
vitesse de rotation pouvant être réglée à une deuxième valeur et un deuxième sens
de rotation pouvant être réglé dans le cas d'un matériau minéral et la première valeur
étant inférieure à la deuxième valeur et/ou le premier sens de rotation étant une
rotation à gauche et le deuxième sens de rotation étant une rotation à droite.
9. Machine-outil manuelle selon la revendication 8, caractérisée en ce que le dispositif de réglage (28) possède un engrenage réducteur (22) disposé dans le
mécanisme d'entraînement en rotation (7), comprenant un premier rapport de réduction
et un deuxième rapport de réduction et un sélecteur (24) actionnable manuellement
ou un actionneur (29) servant à changer le rapport de l'engrenage (22) entre le premier
rapport de réduction et le deuxième rapport de réduction.
10. Machine-outil manuelle selon la revendication 8 ou 9, caractérisée en ce que le capteur (30) contient un capteur d'accélération destiné à détecter des vibrations.
11. Machine-outil manuelle selon l'une des revendications 8 à 10, caractérisée en ce que le mécanisme de frappe (5) possède un excitateur (14) déplacé de force par le moteur
électrique (8) et un frappeur (15) couplé à l'excitateur (14) par le biais d'un amortisseur
pneumatique.