[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Befestigungssystem mit einer an einer Unterkonstruktion
fixierbaren Halteleiste und einer Vielzahl von länglichen Paneelen, die an der Halteleiste
verrastbar sind, wobei jedes Paneel auf der zu der Halteleiste gewandten Seite an
mindestens einem Fußelement zwei seitlich hervorstehende Rastvorsprünge und benachbart
zu den Rastvorsprüngen Rastaufnahmen aufweist, in die mindestens ein Rastelement der
Halteleiste verrastbar ist, wobei zwei zur Fixierung eines Paneels vorgesehene Rastelemente
eine Aufnahme bilden und über einen Bodenabschnitt der Halteleiste miteinander verbunden
sind und ein Verfahren zur Montage eines Paneels an einer Halteleiste.
[0002] Die
AT 515684 offenbart ein Fassadensystem und ein Halteteil zur Befestigung von zwei Sichtprofilen,
wobei hierfür eine Grundplatte an einer Unterkonstruktion fixiert wird und einen ersten
hakenförmigen Steg aufweist, der in eine Längsnut an einer Schmalseite des Sichtprofils
eingreift und einen zweiten gebogenen Steg, der an einer schmalen Seite eines weiteren
Sichtprofils anliegt. Dadurch können an einer Fassade abwechselnd Halteteile und Sichtprofile
montiert werden, was vergleichsweise aufwändig ist, dafür jedes Sichtprofil ein eigenes
Halteteil montiert werden muss und über die Länge des Sichtprofils mehrere solcher
Halteteile vorgesehen werden müssen. Ein ähnliches Befestigungssystem ist in der
DE 20 2007 019 475 U1 beschrieben.
[0003] Die
DE 20 2016 102 100 U1 offenbart ein Befestigungselement zur Befestigung von Verkleidungselementen an einer
Fassade, wobei an dem Befestigungselement hervorstehende Raststege ausgebildet sind.
Auch hier ergibt sich das Problem, dass die Haltekräfte durch die biegbaren Raststege
gering sind und zudem pro Halteteil nur ein Paneel fixiert werden kann.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Befestigungssystem zu schaffen,
mit dem ein Paneel leicht montiert werden kann und sicher an einer Halteleiste festgelegt
wird.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einem Befestigungssystem mit den Merkmalen des Anspruches
1 und einem Verfahren mit dem Merkmal des Anspruches 13 gelöst.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Befestigungssystem wird ein Paneel mit einem Fußelement
an der Halteleiste verrastet, wobei hierfür an der Halteleiste zwei beabstandete Rastelemente
vorgesehen sind, die an Rastaufnahmen mindestens eines Fußelementes des Paneels verrastbar
sind. Für eine stabile Befestigung sind die Rastelemente im Wesentlichen formstabil
ausgebildet und beim Verrasten eines Paneels werden die Rastelemente über eine Verformung
des biegbaren Bodenabschnittes, der die Rastelemente miteinander verbindet, aufgespreizt.
Um ein Fußelement zwischen zwei Rastelementen zu verrasten, wird somit das Rastelement
allenfalls geringfügig zur Seite gebogen, sondern im Wesentlichen der die Rastelemente
verbiegende Bodenabschnitt wird gebogen, um die Rastelemente aufzuspreizen und dann
das Fußelement zwischen die beiden Rastelemente eindrücken zu können. Selbstverständlich
können die Rastelemente geringfügig selbst verbogen werden, die wesentliche Ausweichbewegung
zum Verrasten, also mehr als 50%, insbesondere mehr als 70% erfolgt jedoch über den
Bodenabschnitt, der die Rastelemente verbindet. Dadurch können sehr hohe Rastkräfte
bereitgestellt werden und die Paneele sind auch bei höheren Zugbelastungen, bspw.
durch Windlasten sicher an der Halteleiste fixiert.
[0007] Um die Rastelemente möglichst formstabil zu gestalten, weisen diese mindestens ein
von dem Boden der Halteleiste hervorstehenden Steg auf, der sich parallel zur Längsrichtung
der Halteleiste erstreckt. Dieser Steg kann das Rastelement versteifen, damit dieses
sich nicht beim Aufdrücken eines Fußelementes verbiegt, sondern das Drehmoment auf
den Bodenabschnitt überträgt, der dann aufgebogen wird. Die Rastelemente können somit
von dem Boden winkel- oder U-förmig hervorstehen und bilden eine vergleichsweise starre
und biegesteife Einheit aus.
[0008] Die Halteleiste besitzt vorzugsweise eine Länge, die ein Verrasten mehrerer Paneele
nebeneinander ermöglicht. Insbesondere können mindestens zwei, vorzugsweise mindestens
drei oder vier Paneele nebeneinander an der Halteleiste verrastet werden. Dadurch
können durch die Montage einer Halteleiste an der Unterkonstruktion eine Vielzahl
von Paneelen fixiert werden, was die Montage großer Flächen an Fassaden oder Böden
erleichtert.
[0009] Für eine einfache Herstellung kann die Halteleiste aus einem gebogenen und gestanzten
Metallblech, insbesondere einem Stahlblech hergestellt sein, das vorzugsweise beim
Rastvorgang plastisch verformbar ist.
[0010] An den Rastelementen kann zusätzlich mindestens eine zu dem Fußelement hervorstehende
Rastnase ausgebildet sein, die in die Rastaufnahme in der verrasteten Position eingreift.
[0011] Um ein Biegen des Bodenabschnittes zwischen Rastelementen zu ermöglichen, sind in
diesem Bodenabschnitt vorzugsweise keine Befestigungsmittel vorgesehen, die an einer
Unterkonstruktion fixiert sind. Vielmehr sind benachbart zu dem Bodenabschnitt Öffnungen
zum Fixieren der Halteleiste über Befestigungsmittel angeordnet. Bei diesen Öffnungen
sind vorzugsweise auf der zu den Rastelementen gewandten Seite mindestens eine Aussparung
um die Öffnungen vorgesehen, um ein Anheben des Bodenabschnittes beim Verrasten eines
Paneels zu erleichtern. Die mindestens eine Aussparung kann beispielsweise bogenförmig
oder streifenförmig sich um mindestens die Hälfte des Umfangs der Öffnung erstrecken,
so dass durch die Aussparung das Anheben des Bodenabschnittes erleichter wird, während
auf der gegenüber liegenden Seite zu der Aussparung der Boden der Halteleiste fixiert
ist.
[0012] Um die Paneele gegen ein Abziehen von der Halteleiste zu sichern, liegt vorzugsweise
mindestens ein Vorsprung an dem Bodenabschnitt an einer Unterseite des Fußelementes
an. Dies hat den Vorteil, dass bei der Montage des Paneels das Fußelement den Vorsprung
nach unten drückt und die Halteleiste somit nach dem Hochbiegen des Bodenabschnittes
wieder nach unten drückt. Zudem wird das Abziehen eines Paneels erschwert.
[0013] Ein Paneel für die Montage an der Halteleiste ist vorzugsweise aus einem extrudierten
Verbundmaterial hergestellt, insbesondere aus einer Mischung aus einem Kunststoff
und einem Füllmaterial, wie lignocellulosehaltigen Fasern, beispielsweise Holzfasern,
Stroh oder andere Naturmaterialien. Dadurch besitzt die Paneele eine hohe Härte und
sind witterungsbeständig. Alternativ können auch Paneele aus Holz oder Kunstsoff eingesetzt
werden.
[0014] Das erfindungsgemäße Befestigungssystem wird vorzugsweise für Fassadenkonstruktionen
oder Terrassen oder andere Böden eingesetzt.
[0015] Bei einem Verfahren zur Montage eines Paneels an eine Halteleiste wird zunächst die
Halteleiste an eine Unterkonstruktion fixiert und anschließend ein Paneel mit mindestens
einem Fußelement zwischen zwei Rastelementen positioniert. Anschließend wird das Paneel
auf die Rastelemente gedrückt, wobei die Rastelemente durch Biegen eines die Rastelemente
verbindenden Bodenabschnittes aufspreizen und dann ein Verrasten der Rastelemente
an Rastaufnahmen benachbart zu den Rastvorsprüngen erreichen. Bei dem Verrasten drückt
das Fußelement mit den Rastvorsprüngen vorzugsweise den gebogenen Bodenabschnitt wieder
in eine flache Position, so dass die Montage mit hoher Zuverlässigkeit ausgeführt
werden kann. Die Verformung des biegbaren Bodenabschnittes in die gewölbte Position
kann dabei durch überwiegend plastische Verformung erfolgen, und der gewölbte Bodenabschnitt
wird dann durch das Eindrücken des Paneels wieder in eine im Wesentlichen flache Position
gedrückt, wobei auch diese Rückverformung durch plastische Verformung stattfinden
kann.
[0016] Der biegbare Bodenabschnitt wird vorzugsweise beim Eindrücken des Paneels auf die
Rastelemente zumindest teilweise, insbesondere zu mehr als 50%, zu einer gewölbten
Form plastisch verformt. Anschließend wird über ein weiteres Eindrücken des Paneels
eine Rückverformung der plastischen Verformung zu einer im Wesentlichen ebenen Bodenabschnitt
erfolgt, wobei eine untere Kontaktfläche des Fußelementes vorzugsweise auf einen mittigen
nach oben ragenden Vorsprung oder Steg an dem Bodenabschnitt drückt. Dieser Vorsprung
wirkt als Abstandshalter und verhindert nach dem Verrasten ein Verbiegen des Bodenabschnittes
zu dem Paneel hin.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand mehrerer Ausführungsbeispiele mit Bezug auf
die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figuren 1A bis 1F
- mehrere Ansichten einer Halteleiste für ein Befestigungssystem;
- Figuren 2A und 2B
- zwei Ansichten eines Paneels für ein Befestigungssystem;
- Figuren 3A und 3B
- zwei Ansichten eines zweiten Paneels für ein Befestigungssystem;
- Figuren 4A und 4B
- zwei Ansichten eines dritten Paneels für ein Befestigungssystem, und
- Figuren 5 bis 10
- mehrere Ansichten eines Paneels an der Halteleiste in unterschiedlichen Montagepositionen.
[0018] Eine in Figuren 1A bis 1F dargestellte Halteleiste 1 besteht aus einem gebogenen
und gestanzten Metallblech und weist einen Boden 2 auf, der streifenförmig ausgebildet
ist und von dem eine Vielzahl von Rastelementen 3 hervorstehen. Zwei benachbarte Rastelemente
3 bilden jeweils eine Aufnahme 8 für ein Fußelement eines Paneels auf, um dieses an
der Halteleiste 1 zu fixieren. Über die Länge der Halteleiste 1 verteilt können zwischen
zwei und zwanzig, insbesondere fünf bis fünfzehn Aufnahmen 8 ausgebildet sein.
[0019] Wie aus den Detailansichten der Figuren 1D bis 1F hervorgeht, weist jedes Rastelement
3 einen Wandabschnitt auf, der von dem Boden 2 hervorsteht und sich senkrecht zur
Längsrichtung erstreckt. Dieser Wandabschnitt 3 ist durch einen Steg 4 gestützt, der
sich parallel zur Längsrichtung erstreckt, sodass das Rastelement 3 im Wesentlichen
L-förmig ausgebildet ist. Auf der zur Aufnahme 8 gewandten Seite ist an dem Wandabschnitt
eine hervorstehende Rastnase 5 angeformt. Die beiden Rastelemente 3 zur Bildung einer
Aufnahme 8 sind über einen Bodenabschnitt 12 miteinander verbunden, der Teil des Bodens
2 der Halteleiste 1 ist. An dem Bodenabschnitt 12 stehen benachbart zu den Rastelementen
3 kleinere Vorsprünge 6 und ein mittiger größerer Vorsprung 7 hervor. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel sind pro Aufnahme 8 vier Rastelemete 3 vorgesehen, wobei es auch
möglich ist, nur zwei Rastelemente 3 pro Aufnahme 8 oder mehr als vier Rastelemente
3 vorzusehen.
[0020] Zur Befestigung des Halteleiste 1 an einer Unterkonstruktion sind benachbart zu dem
Bodenabschnitt 12 Öffnungen 9 vorgesehen, in die Befestigungsmittel, wie Schrauben
eingefügt werden können. Die Öffnungen 9 sind zumindest bereichsweise auf der zu dem
Bodenabschnitt 12 gewandten Seite mit einer Aussparung 10 umgeben, die bogenförmig
ausgebildet ist, sodass zwischen der Aussparung 10 und der Öffnung 9 ein bogenförmiger
Steg 11 verbleibt. Dies erleichtert ein Anheben des Bodenabschnittes 12 bei der Montage
eines Paneels. Die Öffnung 9 und die Aussparung 10 sind dabei im Wesentlichen mittig
zu einer Längsachse der Halteleiste 1 angeordnet, während die Rastelemente 3 seitlich
an der Halteleiste 1 vorgesehen sind.
[0021] In Figur 2A und 2B ist ein Paneel 20 zur Montage an der Halteleiste 1 gezeigt, das
aus einem extrudierten Verbundmaterial, insbesondere einer Mischung aus Kunststoff
und einem Füllstoff, insbesondere mit lignocellulosehaltigen Fasern ausgebildet ist.
Das Paneel 20 umfasst eine Oberseite 21, die glatt oder profiliert ausgebildet sein
kann und ein Fußelement 22 an einer Unterseite. Das Fußelement 22 ist leistenförmig
ausgebildet und umfasst an gegenüber liegenden Seiten seitlich hervorstehende Rastvorsprünge
23, die benachbart zu einer nutförmigen Rastaufnahme 26 angeordnet sind. Jedes Fußelement
22 besitzt ferner eine Unterseite 24, an der in einem mittleren Bereich eine nutförmige
Vertiefung 25 ausgebildet ist. Oberhalb des Fußelementes 22 ist ein plattenförmiger
Abschnitt vorgesehen, der die Oberseite 21 aufweist und Seitenkanten 27, die in dem
dargestellten Ausführungsbeispiel nicht rechtwinklig zu der Oberseite 21 verlaufen,
sondern geneigt hierzu, um die benachbarte Paneele 20 blickdicht anzuordnen, dadurch
die geneigten Seitenkanten 27 ein Blick auf die Unterkonstruktion verstellt wird.
[0022] In den Figuren 3A und 3B ist ein modifiziertes Paneel 30 mit einer etwas breiteren
Oberseite 31 gezeigt, dass an der Unterseite zwei Fußelemente 22 besitzt, die wie
in der Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel ausgebildet sind.
[0023] In den Figuren 4A und 4B ist ein Paneel 40 gezeigt, das eine noch breitere Oberseite
41 besitzt und an der Unterseite drei Fußelemente 22 besitzt, die wie in dem Ausführungsbeispiel
der Figur 2 ausgebildet sind.
[0024] In den Figuren 5 bis 10 ist die Montage eines Paneels 20 an der Halteleiste 1 dargestellt,
wobei die Paneele 30 und 40 auf die gleiche Weise montiert werden, bis auf den Unterschied,
dass gleichzeitig zwei oder drei Fußelemente 22 an der Halteleiste 1 verrastet werden.
[0025] In Figur 5 ist ein Paneel 20 dargestellt das benachbart zu einer Aufnahme 8 zwischen
zwei Rastelementen 3 positioniert ist. Die seitlichen Rastvorsprünge 23 sind im Wesentlichen
formschlüssig zwischen den Wandabschnitten der Rastelemente 3 positionierbar, wobei
durch die hervorstehenden Rastnasen 5 eine Bewegung des Paneels 20 zu der Halteleiste
1 verhindert wird. Für die Montage wird das Paneel 20 nun zu der Halteleiste 1 gedrückt,
wodurch die seitlichen Rastvorsprünge 23 gegen die zu dem Bodenabschnitt 12 geneigt
ausgebildeten Rastnasen gedrückt werden, die allerdings biegesteif an den Rastelementen
3 angeordnet sind und sich nur geringfügig verbiegen können, was allerdings ein Verrasten
nicht ermöglicht. Auch die Rastelemente 3, die durch die Stege 4 gestützt sind, lassen
sich nicht zur Seite wegbiegen, sondern vielmehr wird über die Rastvorsprünge 23 und
die Rastelemente 3 ein Drehmoment auf die Halteleiste 1 übertragen, wie dies in den
Figuren 6 und 7 gezeigt ist, wobei dadurch der Bodenabschnitt 12, der die Rastelemente
3 verbindet zu dem Paneel 20 gebogen wird. Ein solches Biegen des Bodenabschnittes
12 führt zu einem Aufspreizen der Rastelemente 3, sodass dadurch die nach innen hervorstehenden
Rastnasen 5 nach außen bewegt werden, bspw. um 0,5 bis 2 mm. Dadurch kann das Paneel
20 weiter zu der Halteleiste 1 gedrückt werden, bis die in Figur 8 gezeigte Position
erreicht ist. In dieser Position liegt eine Unterseite des Fußelementes 22 auf den
seitlichen Vorsprüngen 6 und dem höheren mittleren Vorsprung 27 an, der in die Vertiefung
25 eingreift. Wird das Paneel 20 nun weiter zu der Halteleiste 1 gedrückt, drückt
das Fußelement 22 gleichzeitig auch den Bodenabschnitt 12 von der hochgebogenen Position
wieder in eine abgesenkte Position.
[0026] In Figur 9 ist eine Position bei der Montage dargestellt, bei der das Paneel 20 noch
nicht vollständig an den Rastelementen 3 verrastet ist, allerdings anfängt, den Bodenabschnitt
12 wieder in die Ebene Ausgangsposition zu drücken. Die Rastelemente 3 sind immer
noch leicht aufgespreizt und es hat noch keine endgültige Verrastung stattgefunden.
[0027] In der Figur 10 gezeigten Position ist das Paneel 20 an der Halteleiste 1 verrastet.
Die an dem Boden 2 nach oben hervorstehenden Vorsprünge 6 und 7 liegen an einer Unterseite
des Fußelementes 22 an und somit wird verhindert, dass sich der Bodenabschnitt 12
bei einer Zugbelastung nach oben krümmt. Die Rastvorsprünge 23 sind nun zwischen den
Rastnasen 5 und den Vorsprüngen 6 formschlüssig aufgenommen und die Rastnasen 5 sind
in der Rastaufnahme 26 angeordnet und verhindern ein Anheben des Paneels 20. Durch
die formstabile Ausbildung der Rastelemente 3 kann das Paneel 20 auch bei hohen Zugbelastungen,
bspw. durch Windlasten sicher gehalten werden.
[0028] Das dargestellte Befestigungssystem eignet sich besonders zur Fixierung einer Vielzahl
von Paneelen 20, 30 oder 40 an Fassaden, insbesondere wenn diese Witterungseinflüssen
ausgesetzt sind. Es ist allerdings auch möglich, das Befestigungssystem für das Verlegen
von Paneelen an Böden einzusetzen, bspw. für Terrassen oder anderen Böden im Innenbereich
von Gebäuden.
Bezugszeichenliste
[0029]
1 Halteleiste
2 Boden
3 Rastelement
4 Steg
5 Rastnase
6 Vorsprung
7 Vorsprung
8 Aufnahme
9 Öffnung
10 Aussparung
11 Steg
12 Bodenabschnitt
20 Paneel
21 Oberseite
22 Fußelement
23 Rastvorsprung
24 Unterseite
25 Vertiefung
26 Rastaufnahme
27 Seitenkante
28 Vorsprung
30 Paneel
31 Oberseite
40 Paneel
41 Oberseite
1. Befestigungssystem mit einer an einer Unterkonstruktion fixierbaren Halteleiste (1)
und einer Vielzahl von länglichen Paneelen (20, 30, 40), die an der Halteleiste (1)
verrastbar sind, wobei jedes Paneel (20, 30, 40) auf der zu der Halteleiste (1) gewandten
Seite an mindestens einem Fußelement (22) zwei seitlich hervorstehende Rastvorsprünge
(23) und benachbart zu den Rastvorsprüngen (23) Rastaufnahmen (26) aufweist, in die
mindestens ein Rastelement (3) der Halteleiste (1) verrastbar ist, wobei zwei zur
Fixierung eines Paneels (20, 30, 40) vorgesehene Rastelemente (3) eine Aufnahme (8)
bilden und über einen Bodenabschnitt (12) der Halteleiste (1) miteinander verbunden
sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastelemente (3) formstabil ausgebildet sind und beim Verrasten eines Paneels
(20, 30, 40) die Rastelemente (3) über eine Verformung des biegbaren Bodenabschnittes
(12) aufspreizen.
2. Befestigungssystem des Anspruchs 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastelemente (3) mindestens ein von dem Boden (2) hervorstehenden Steg (4) aufweisen,
der sich parallel zur Längsrichtung der Halteleiste (1) erstreckt.
3. Befestigungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastelemente (3) von dem Bodenabschnitt (12) Winkel- oder u-förmig hervorstehen.
4. Befestigungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Halteleiste (1) mindestens zwei, vorzugweise mindestens vier Paneele (20,
30, 40) fixierbar sind.
5. Befestigungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteleiste (1) aus einem gebogenen und gestanzten Metallblech, insbesondere
einem Stahlblech hergestellt ist.
6. Befestigungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Rastelementen (3) eine zu den Paneelen (20, 30, 40) hervor stehende Rastnase
(5) ausgebildet ist, die in die Rastaufnahme (26) eingreift.
7. Befestigungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Boden (2) der Halteleiste (1) Öffnungen (9) zum Fixieren der Halteleiste (1) über
Befestigungsmittel vorgesehen sind und an mindestens einer der Öffnungen (9) auf der
zu den Rastelementen (3) gewandten Seite eine Aussparung (10) vorgesehen ist, die
ein Anheben des Bodenabschnittes (12) beim Verrasten eines Paneels (20, 30, 40) erleichtert.
8. Befestigungssystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparungen (10) sich bogenförmig um mindestens die Hälfte des Umfangs der Öffnung
(9) erstreckt.
9. Befestigungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Bodenabschnitt (12) mindestens ein Vorsprung (6,7) ausgebildet ist, der an
einer Unterseite des Fußelementes (22) anliegt.
10. Befestigungssystem des Anspruchs 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Vorsprung (7) in Längsrichtung der Halteleiste (1) mittig zwischen
den Rastelementen (3) angeordnet ist.
11. Befestigungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Paneele (20, 30, 40) aus einem extrudierten Verbundmaterial aus Kunststoff und
einem Füllmaterial umfassend lignocellulosehaltige Fasern hergestellt ist.
12. Fassadenkonstruktion mit einem Befestigungssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
13. Verfahren zur Montage eines Paneels (20, 30, 40) an einer Halteleiste (1) mit den
folgenden Schritten:
- Fixieren einer Halteleiste (1) an einer Unterkonstruktion;
- Positionieren eines Paneels (20, 30, 40) mit mindestens einem Fußelement (22) mit
Rastvorsprüngen (23) zwischen zwei Rastelementen (3) an der Halteleiste (1);
- Eindrücken des Paneels (20, 30, 40) auf die Rastelemente (3), wobei die Rastelemente
(3) durch Biegen eines die Rastelemente (3) verbindenden Bodenabschnittes (12) aufspreizen,
und
- Verrasten der Rastelemente (3) an Rastaufnahmen (26) benachbart zu den Rastvorsprüngen
(23).
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastvorsprünge (23) an dem mindestens ein Fußelement beim Eindrücken des Paneels
(20, 30, 40) den gebogenen Bodenabschnitt (12) mit einer Unterseite wieder in eine
flache Position drückt.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der biegbare Bodenabschnitt (12) beim Eindrücken des Paneels (20, 30, 40) auf die
Rastelemente (3) zumindest teilweise zu einer gewölbten Form plastisch verformt wird
und anschließend über ein weiteres Eindrücken des Paneels (20, 30, 40) eine Rückverformung
der plastischen Verformung zu einer im Wesentlichen ebenen Bodenabschnitt (12) erfolgt.