[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Möbelscharnier mit einem Anschlagteil
und einem mit diesen über zumindest einen Gelenkhebel schwenkbar verbundenen Scharniertopf,
wobei der Gelenkhebel mit dem Scharniertopf über eine Gelenkachse verbunden ist, sowie
mit einer von einem Betätigungselement betätigbaren Dämpfvorrichtung zum Dämpfen einer
Relativbewegung zwischen dem Anschlagteil und dem Scharniertopf, wobei das Betätigungselement
innerhalb des Scharniertopfes um eine Drehachse drehbar gelagert ist, welche im Wesentlichen
parallel zur Gelenkachse des Scharniertopfes verläuft und dass die Dämpfvorrichtung
zumindest einen an der Außenseite des Scharniertopfes angeordneten Lineardämpfer mit
wenigstens einem linear verschiebbaren Kolben aufweist.
[0002] Im Weiteren betrifft die Erfindung ein Möbel mit einem bewegbaren Möbelteil, das
über wenigstens ein Möbelscharnier der zu beschreibenden Art bewegbar gelagert ist.
[0003] Die Dämpfwirkung eines Lineardämpfers beruht im Wesentlichen auf dem Strömungswiderstand
eines in einer Fluidkammer vorhandenen Dämpfungsfluids. Dämpfvorrichtungen mit einem
einen linearen Dämpfungshub aufweisenden Kolben besitzen üblicherweise eine wegabhängige
Dämpfungsfunktion, d.h. dass der Grad der Dämpfung vom zur Verfügung stehenden Dämpfungshub
des Kolbens abhängig ist. Somit ist also ein ausreichender Dämpfweg vorzusehen, um
die gewünschte geschmeidige Abdämpfung einer Relativbewegung zwischen den Anschlagteilen
zu erzielen. Eine besondere Herausforderung besteht also darin, die Dämpfvorrichtung
möglichst platzsparend und unauffällig am Scharniertopf anzuordnen, gleichzeitig aber
auch einen ausreichenden Dämpfungshub und damit eine zufriedenstellende Dämpfwirkung
des Möbelscharniers sicherzustellen.
[0004] Ein Möbelscharnier mit einem Scharniertopf und einem an der Außenseite des Scharniertopfes
angeordneten Lineardämpfer ist beispielsweise aus der
WO 2008/104009 A1 der Anmelderin bekannt geworden. Der Lineardämpfer kann hierbei einen linear verschiebbaren
Kolben aufweisen, wobei die Richtung der Linearbewegung des Kolbens im Wesentlichen
parallel zu einer Gelenkachse des Scharniers ausgerichtet ist.
[0005] Die
WO 2007/038815 A1 der Anmelderin zeigt in den Fig. 32-37 ebenfalls ein Möbelscharnier mit einem Lineardämpfer,
der über ein im Scharniertopf gelagertes Betätigungselement beaufschlagbar ist. Der
Lineardämpfer ist dabei unter einem Abdeckgehäuse verborgen, welches auf den Scharniertopf
aufgesetzt ist.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Möbelscharnier der eingangs
erwähnten Gattung vorzuschlagen, wobei die Dämpfvorrichtung in effizienter und unauffälliger
Weise am Scharniertopf angeordnet werden kann.
[0007] Dies wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Unteransprüchen
angegeben.
[0008] Gemäß der Erfindung ist also vorgesehen, dass ein Übertragungsmechanismus vorgesehen
ist, der eine Drehbewegung des Betätigungselementes in eine Linearbewegung des Kolbens
des Lineardämpfers umsetzt und dass der Scharniertopf und der bzw. die am Scharniertopf
angeordneten Lineardämpfer in Einbaulage insgesamt innerhalb einer zylindrischen Bohrung
im Möbelteil angeordnet sind.
[0009] Das drehbar gelagerte Betätigungselement ist ab einer vorgegebenen Relativstellung
der Anschlagteile zueinander in eine Drehbewegung versetzbar, wobei das Betätigungselement
von einem Gelenkhebel des Scharniers und/oder vom korpusseitigen Anschlagteil (z.B.
dem Scharnierarm) beaufschlagbar ist. Durch den vorgesehenen Übertragungsmechanismus
ist diese Drehbewegung des Betätigungselementes in eine Linearbewegung des Kolbens
umsetzbar. Der vorgesehene Übertragungsmechanismus kann also eine relativ geringe
Drehbewegung des Betätigungselementes in eine erhöhte Linearbewegung des Kolbens umwandeln.
Auf diese Weise sind ein erhöhter Dämpfweg und folglich auch eine erhöhte Dämpfwirkung
des Lineardämpfers erzielbar, wodurch eine effiziente Bewegungsdämpfung des bewegbaren
Möbelteiles herbeigeführt werden kann. Der Dämpfbereich des bewegbaren Möbelteiles
kann dabei ab einer Winkelstellung von größer gleich 35° in Bezug zur vollständigen
Endlage zu wirken beginnen.
[0010] Gemäß einem möglichen Ausführungsbeispiel kann vorgesehen sein, dass der Scharniertopf
wenigstens einen seitlich abstehenden Befestigungsflansch aufweist, wobei die Dämpfvorrichtung
unterhalb des Befestigungsflansches und an der Außenseite des Scharniertopfes angeordnet
ist. Auf diese Weise ist zum einen eine sehr platzsparende Anbringung der Dämpfvorrichtung
möglich, zum anderen tritt die Dämpfvorrichtung bei einem in eine Standardbohrung
eingesetzten Scharniertopf äußerlich gar nicht in Erscheinung. Die Dämpfvorrichtung
kann also als gesamte Baueinheit unterhalb der von der Scharniertopföffnung gebildeten
Ebene angeordnet werden.
[0011] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Richtung der Linearbewegung des Kolbens quer, vorzugsweise im Wesentlichen rechtwinklig,
zur scharniertopfseitigen Gelenkachse verläuft. Die Linearbewegung des Kolbens bzw.
der Kolben kann dabei im Wesentlichen horizontal verlaufen, d.h. im Wesentlichen parallel
zu einer Auflagefläche des Befestigungsflansches, der in Montagelage an einer Oberfläche
des bewegbaren Möbelteiles anliegt.
[0012] Ein besonderer Vorteil ergibt sich dadurch, dass der Scharniertopf zusammen mit einem
den Scharniertopf zumindest teilweise umgebenden Gehäuse der Dämpfvorrichtung als
gemeinsame Baueinheit in einer Bohrung mit vorgegebenen Nenndurchmesser Aufnahme finden
kann, wobei der Befestigungsflansch in Montagelage das Gehäuse der Dämpfvorrichtung
im Wesentlichen vollständig abdeckt. Das Gehäuse der Dämpfvorrichtung befindet sich
dabei außen am Scharniertopf, also außerhalb des Innenhohlraums des Scharniertopfes,
in welchem wenigstens ein Gelenkhebel des Möbelscharniers bei der Schließbewegung
eintauchbar ist. Das Betätigungselement der Dämpfvorrichtung kann innerhalb des Scharniertopfes
bewegbar gelagert sein oder in den Innenhohlraum des Scharniertopfes hineinreichen,
damit es vom Gelenkhebel und/oder von einem Anschlagteil ab einer vorgegebenen Winkelstellung
des Möbelscharniers betätigbar ist. Das Betätigungselement ist dabei um eine horizontale
Achse drehbar am Scharniertopf gelagert. Der Drehwinkelbereich des Betätigungselementes
liegt dabei zwischen 70° und 170°, vorzugsweise zwischen 130° und 160°.
[0013] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Kolben des Lineardämpfers in
einer Fluidkammer verschiebbar geführt sein. Die Fluidkammer kann dabei als ein in
einem Gehäuse der Dämpfvorrichtung ausgebildeter Hohlraum oder alternativ von einem
Hohlraum eines Zylinders gebildet sein, in dem der Kolben linear verschiebbar geführt
ist. Der Lineardämpfer ist günstigerweise als Fluiddämpfer ausgeführt, der mit einem
flüssigen oder gasförmigen Dämpfungsmedium befüllt ist.
[0014] Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung steht das Betätigungselement zumindest beim
Dämpfungshub der Dämpfvorrichtung mit dem Kolben des Lineardämpfers in Wirkverbindung.
Auf diese Weise kann der Kolben des Lineardämpfers mit dem Betätigungselement bewegungsgekoppelt
werden, sodass sich bei einer Drehbewegung des Betätigungselementes auch der Kolben
des Lineardämpfers mitbewegt, d.h. innerhalb der Fluidkammer linear verschoben wird.
Es kann auch vorgesehen sein, dass das Betätigungselement über den Übertragungsmechanismus
ständig mit dem Kolben des Lineardämpfers bewegungsgekoppelt ist. Durch die ständige
Kopplung zwischen dem Betätigungselement und dem Kolben des Lineardämpfers kann beim
Dämpfungshub eine direkte Krafteinleitung in den Lineardämpfer herbeigeführt werden,
beim Rückstellhub hingegen kann das Betätigungselement durch einen dem Lineardämpfer
zugeordneten Rückstellmechanismus wieder in eine für den nächsten Dämpfungshub vorgesehene
Stellung zurückbewegt werden. Auf diese Weise ist ein eigener Rückstellmechanismus
für das Betätigungselement nicht zwingend notwendig.
[0015] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
eine Seitenwand des Scharniertopfes eine Öffnung aufweist, wobei sich der Übertragungsmechanismus
von der Innenseite des Scharniertopfes durch die Öffnung hindurch bis zur Außenseite
des Scharniertopfes erstreckt. Hierbei kann es günstig sein, wenn der Übertragungsmechanismus
zumindest einen mit dem Betätigungselement gelenkig verbundenen Hebel aufweist, der
mit dem Kolben des Lineardämpfers (auch gelenkig) verbunden ist oder mit diesem zumindest
zeitweise koppelbar ist. Der Hebel steht beim Dämpfungshub einerseits mit dem Betätigungselement,
andererseits über eine dem Kolben des Lineardämpfers zugeordnete Kolbenstange in Wirkverbindung.
Es kann auch vorgesehen sein, dass die Kolbenstange eine gekröpfte Form aufweist,
wobei sich die Kolbenstange aufgrund der gekröpften Form durch die Öffnung hindurch
von der Innenseite des Scharniertopfes bis zur Außenseite des Scharniertopfes erstreckt.
Der Übertragungsmechanismus umfasst bei der soeben beschriebenen Ausgestaltung den
Hebel und die Kolbenstange des Lineardämpfers. Der Kolben und die Kolbenstange können
hierbei auch einstückig - beispielsweise als integraler Spritzling aus Kunststoffmaterial
- ausgebildet sein.
[0016] Bei einem möglichen Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die Außenseite des Scharniertopfes
wenigstens eine ebene Fläche auf, die ein Anbringen der Dämpfvorrichtung ermöglicht.
Bei einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Scharniertopf
gegenüberliegende Seitenwände aufweist, wobei die Seitenwände an deren Außenseite
jeweils eine ebene Fläche aufweisen, die zur Anordnung von gesonderten Dämpfvorrichtungen
vorgesehen sind. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass der Scharniertopf an dessen Außenseite jeweils eine Dämpfvorrichtung aufweist,
wobei der Scharniertopf zusammen mit den daran angeordneten Dämpfvorrichtungen gemeinsam
innerhalb einer an einem Möbelteil vorgesehenen Standardbohrung einsetzbar ist und
innerhalb eines gedachten Bohrungsdurchmessers der Standardbohrung angeordnet ist.
[0017] Zur Bereitstellung einer zusätzlichen Dämpfungskraft kann jede Dämpfvorrichtung eine
erste und eine zweite mit Dämpfungsfluid befüllte Fluidkammer aufweisen, die durch
einen Kanal miteinander verbunden sind. In diesem Zusammenhang kann es günstig sein,
wenn in der ersten Fluidkammer ein Kolben eintauchbar ist, durch den das Volumen der
ersten Fluidkammer veränderbar ist. In der zweiten Fluidkammer kann eine Vorrichtung
angeordnet sein, die durch Ein- oder Ausströmen von Dämpfungsfluid in bzw. aus der
zweiten Fluidkammer zur Veränderung des Volumens der zweiten Fluidkammer verformbar
oder bewegbar ist. Die besagte Vorrichtung kann entweder ein in der zweiten Fluidkammer
angeordnetes verformbares, kompressibles Materialstück oder alternativ einen in der
zweiten Fluidkammer verschiebbaren Kolben aufweisen.
[0018] Die beiden Fluidkammern sind also seriell geschalten und stehen über wenigstens einen
Kanal in fluidleitender Verbindung. Das während des Dämpfungshubes vom ersten Kolben
verdrängte Dämpfungsfluid der ersten Fluidkammer strömt auch - abgesehen von einer
allfälligen Restkompressibilität des Dämpfungsfluides - durch den Kanal hindurch in
die zweite Fluidkammer, wobei durch den Fluiddruck das Volumen der zweiten Fluidkammer
veränderbar ist. Die zweite Fluidkammer bildet somit einen während der Kompression
bzw. Dekompression variablen Ausgleichsraum für das verdrängte Dämpfungsfluid. Die
zweite Fluidkammer kann relativ zur ersten Fluidkammer in einer sehr kompakten Bauart
angeordnet werden, wodurch besonders kleine Konstruktionen der Dämpfvorrichtung erzielbar
sind. Der die beiden Fluidkammern verbindende Kanal kann grundsätzlich auch eine sehr
kurze Länge aufweisen (z.B. in Form eines Loches in der Funktion als Überströmöffnung).
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der die beiden Fluidkammern verbindende Kanal sich
vom Bodenbereich der ersten Fluidkammer bis zum Einlassbereich der zweiten Fluidkammer
erstreckt.
[0019] Weitere Einzelheiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden
Figurenbeschreibung erläutert. Dabei zeigt bzw. zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines Möbels mit einem bewegbaren Möbelteil, welches
über erfindungsgemäße Möbelscharniere am Möbelkorpus angelenkt ist,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung des Möbelscharniers in einer Offenstellung,
- Fig. 3a, 3b
- eine Explosionsdarstellung des Möbelscharniers in einer perspektivischen Darstellung
sowie eine Schnittdarstellung des Scharniertopfes,
- Fig. 4a, 4b
- das Möbelscharnier mit einer an der Außenseite angeordneten Dämpfvorrichtung in einer
teilweise geschnittenen Darstellung sowie eine vergrößerte Detaildarstellung hierzu,
- Fig. 5
- eine Schnittdarstellung einer Dämpfvorrichtung mit zwei Fluidkammern, die durch einen
Kanal miteinander verbunden sind,
- Fig. 6
- eine Ansicht des Scharniertopfes mit einem darin gelagerten Betätigungselement der
Dämpfvorrichtung in einer perspektivischen Ansicht von oben,
- Fig. 7
- ein mögliches Ausführungsbeispiel eines Gehäuses der Dämpfvorrichtung, das zusammen
mit dem Scharniertopf in einer kreisrunden Bohrung des bewegbaren Möbelteiles versenkbar
ist,
- Fig. 8a-8c
- ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung, wobei der Übertragungsmechanismus
einen drehbar gelagerten Hebel aufweist, durch den wenigstens ein Kolben der Dämpfvorrichtung
bewegbar ist,
- Fig. 9a, 9b
- das Möbelscharnier mit dem Übertragungsmechanismus gemäß den Fig. 8a-8c in einer perspektivischen
Darstellung sowie eine vergrößerte Detaildarstellung hierzu.
[0020] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung eines Möbels 1 mit einem Möbelkorpus
2, wobei ein bewegbares Möbelteil 2a über erfindungsgemäße Möbelscharniere 3 am Möbelkorpus
2 angelenkt ist. Die gezeigten Möbelscharniere 3 umfassen jeweils ein korpusseitiges
Anschlagteil 4 in Form eines Scharnierarmes und einen in einer Bohrung des bewegbaren
Möbelteiles 2a versenkten Scharniertopf 5. Der Scharniertopf 5 ist über wenigstens
einen Gelenkhebel 6 schwenkbar mit dem korpusseitigen Anschlagteil 4 verbunden. Das
Möbelscharnier 3 umfasst eine hier nicht erkennbare Dämpfvorrichtung, wodurch die
Bewegung des bewegbaren Möbelteils 2a gegen Ende der Schließbewegung und/oder gegen
Ende der Öffnungsbewegung bis hin zur vollständigen Endlage dämpfbar ist.
[0021] Fig. 2 zeigt das Möbelscharnier 3 in einer Offenstellung. Am Möbelkorpus 2 ist eine
Grundplatte 7 befestigt, die mit dem als Scharnierarm ausgebildeten Anschlagteil 4
lösbar verrastbar ist. Der Scharniertopf 5 ist in einer vorgesehenen Standardbohrung
des bewegbaren Möbelteiles 2a versenkt und weist einen Befestigungsflansch 8 auf,
durch den der Scharniertopf 5 am bewegbaren Möbelteil 2a fixierbar ist. Zu erkennen
ist ein Betätigungselement 9, das im Innenhohlraum des Scharniertopfes 5 um eine Achse
drehbar gelagert ist, die im Wesentlichen parallel zu einer Gelenkachse A des Möbelscharniers
3 verläuft. Gegen Ende der Schließbewegung des Möbelscharniers 3 wird das drehbar
gelagerte Betätigungselement 9 vom äußeren Gelenkhebel 6 beaufschlagt und von diesem
in Drehbewegung versetzt. Zu sehen ist auch ein mit dem Betätigungselement 9 gelenkig
verbundener Hebel 10, der Teil des Übertragungsmechanismus bildet und der zur Umsetzung
einer Drehbewegung des Betätigungselementes 9 in eine lineare Kolbenbewegung des hier
nicht ersichtlichen Lineardämpfers vorgesehen ist.
[0022] Fig. 3a zeigt eine Explosionsdarstellung des Möbelscharniers 3 in einer perspektivischen
Darstellung. Der Anschlagteil 4 in Form des Scharnierarmes kann auf die Grundplatte
7 aufgeschnappt werden. Der Scharniertopf 5 weist zur Befestigung am bewegbaren Möbelteil
2a einen Befestigungsflansch 8 auf, wobei die Dämpfvorrichtung 11 in Montagelage an
der Außenseite des Scharniertopfes 5 sowie unterhalb des Befestigungsflansches 8 gelagert
ist. Die Dämpfvorrichtung 11 ist als Lineardämpfer 12 mit einem Gehäuse 13 ausgebildet.
Das kreisbogenförmige Gehäuse 13 weist eine erste Fluidkammer 13a auf, in der ein
erster Kolben 14 mit einer Kolbenstange 14a linear verfahrbar ist. Die Kolbenstange
14a weist eine gekröpfte Form auf, sodass sich die Kolbenstange 14a in Montagelage
zumindest teilweise innerhalb einer dem Scharniertopf 5 zugeordneten Öffnung 5a befindet.
Das dem Kolben 14 abgewandte Ende der Kolbenstange 14a ist mit einem im Innenhohlraum
des Scharniertopfes 5 anzuordnenden Hebel 10 gelenkig verbunden. Das andere Ende des
Hebels 10 wird gelenkig mit dem drehbaren Betätigungselement 9 verbunden. Das Betätigungselement
9 ist um eine Drehachse S innerhalb des Scharniertopfes 5 drehbar gelagert, wobei
diese Drehachse S auch am Scharniertopf 5 zu erkennen ist. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
wird der Übertragungsmechanismus also vom Hebel 10 und von der daran gelenkig verbundenen
Kolbenstange 14a gebildet. Bei einer Beaufschlagung des Betätigungselementes 9 durch
den Gelenkhebel 6 (Fig. 2) wird das Betätigungselement 9 relativ zum Scharniertopf
5 verdreht, wobei diese Drehbewegung über den Hebel 10 und die Kolbenstange 14a auf
den Kolben 14 übertragen wird, der sodann innerhalb der ersten Fluidkammer 13a verschoben
wird. Das Gehäuse 13 weist darüber hinaus eine zweite Fluidkammer 13b auf, in der
ein zweiter Kolben 15 in einer zum ersten Kolben 14 entgegengesetzten Richtung linear
verschiebbar ist. Die erste Fluidkammer 13a und die zweite Fluidkammer 13b stehen
miteinander über einen hier nicht ersichtlichen Kanal in fluidleitender Verbindung,
sodass beim Dämpfungshub das Dämpfungsmedium von der ersten Fluidkammer 13a über den
Kanal und über eine Schaltlamelle 16 mit wenigstens einer Durchströmöffnung in die
zweite Fluidkammer 13b gelangen kann, sodass der zweite Kolben 15 innerhalb der zweiten
Fluidkammer 13b entgegen der Kraft der Rückstellfeder 17 nach oben gedrückt wird.
Nach erfolgtem Dämpfungshub wird der zweite Kolben 15 durch die Kraft der Rückstellfeder
17 wieder zurückgedrückt, woraufhin das Dämpfungsmedium über den Kanal wieder in die
erste Fluidkammer 13a gelangt und dadurch den ersten Kolben 14 wieder in die Ausgangsstellung
zurückbewegt. Durch diese Rückstellung des ersten Kolbens 14 wird aufgrund der permanenten
Kopplung (Kolbenstange 14a und Hebel 10) auch das Betätigungselement 9 wieder in eine
Ausgangslage für den nächsten Dämpfungshub zurückbewegt. Auf diese Weise reicht es
aus, dass über die vorgesehene Rückstellfeder 17 sowohl die beiden Kolben 14, 15 als
auch das Betätigungselement 9 wieder in die Ausgangsposition für den nächsten Dämpfungshub
zurückbewegbar sind. Angemerkt sei, dass die beiden Kolben 14, 15 jeweils dichtend
mit der Innenwand der beiden Fluidkammern 13a, 13b abschließen, sodass sich das Dämpfungsmedium
ausschließlich zwischen den beiden Kolben 14, 15 befindet. Den oberen Abschluss der
zweiten Fluidkammer 13b bildet ein Dichtungselement 18. Die Linearbewegung der beiden
Kolben 14, 15 verläuft im Wesentlichen senkrecht zu einer Gelenkachse A des Möbelscharniers
3. Der Scharniertopf 5 weist an der Außenseite gegenüberliegender Seitenwände ebene
Flächen D1 und D2 zur Anordnung der Dämpfvorrichtung 11 auf. Der Scharniertopf 5 ist
daher in Draufsicht wenigstens annähernd rechteckförmig ausgebildet.
[0023] Fig. 3b zeigt eine Schnittdarstellung des Scharniertopfes 5, der in einer Bohrung
B des bewegbaren Möbelteiles 2a versenkt ist. Der das korpusseitige Anschlagteil 4
und den Scharniertopf 5 verbindende Gelenkhebel 6 ist an einer Gelenkachse A am Scharniertopf
5 gelagert. An der Innenseite des Innenhohlraumes des Scharniertopfes 5 ist das um
die Drehachse S gelagerte Betätigungselement 9 schwenkbar angeordnet. Mit dem Betätigungselement
9 ist der Hebel 10 gelenkig verbunden. Erkennbar ist die Kolbenstange 14a, die über
die Öffnung 5a des Scharniertopfes 5 mit dem Hebel 10 gelenkig verbunden ist. In der
gezeigten Fig. 3b ist der Beginn des Dämpfungsvorganges dargestellt, wobei der Gelenkhebel
6 das Betätigungselement 9 beaufschlagt und anschließend dieses im Uhrzeigersinn verschwenkt.
Diese Bewegung wird über den Hebel 10 übertragen, wobei die Kolbenstange 14a (und
damit der Kolben 14) mitbewegt wird, sodass der erste Kolben 14 entgegen des Fluiddruckes
in der ersten Fluidkammer 13a verschoben wird.
[0024] Fig. 4a zeigt das Möbelscharnier 3 in einer teilweise geschnittenen Ansicht, wobei
die Dämpfvorrichtung 11 in Montagelage an der Außenseite des Scharniertopfes 5 gelagert
ist und vollständig vom Befestigungsflansch 8 abgedeckt wird. Das Gehäuse 13 der Dämpfvorrichtung
11 weist eine kreisförmige Umfangsfläche auf, sodass der Scharniertopf 5 samt dem
umgebenden Gehäuse 13 der Dämpfvorrichtung 11 innerhalb der vorgesehenen Bohrung B
(Fig. 3b) mit vorgegebenen Nenndurchmesser (z.B. 35 mm) des bewegbaren Möbelteiles
2a aufgenommen ist. In Fig. 4b ist der in Fig. 4a eingekreiste Bereich in einer vergrößerten
Darstellung gezeigt. Erkennbar ist der Scharniertopf 5 mit der darin ausgebildeten
Öffnung 5a, wobei die gelenkige Verbindung zwischen dem Hebel 10 und der Kolbenstange
14a der Kolbenstange 14 ersichtlich ist. Bei einer Beaufschlagung des hier nicht erkennbaren
Betätigungselementes 9 durch den Gelenkhebel 6 wird der Kolben 14 über den Hebel 10
und die Kolbenstange 14a in die erste Fluidkammer 13a eingedrückt. Die erste Fluidkammer
13a steht mit der zweiten Fluidkammer 13b in fluidleitender Verbindung, sodass das
im Zuge des Dämpfungshubes verdrängte Dämpfungsmedium der ersten Fluidkammer 13a in
die zweite Fluidkammer 13b gelangt und so den zweiten Kolben 15 entgegen der Kraft
der Rückstellfeder 17 nach oben drückt.
[0025] Fig. 5 zeigt eine Schnittdarstellung einer Dämpfvorrichtung 11 mit der ersten Fluidkammer
13a, in welcher der hier nicht ersichtliche erste Kolben 14 linear verschiebbar geführt
ist. Die gezeigte Figur repräsentiert die Lage des zweiten Kolbens 15 am Beginn des
Dämpfungshubes, wobei der zweite Kolben 15 in der zweiten Fluidkammer 13b linear verschiebbar
geführt ist. Die Bewegungsrichtung des ersten Kolbens 14 verläuft zur Bewegungsrichtung
des zweiten Kolbens 15 im Wesentlichen parallel und in entgegengesetzter Richtung.
Die eingezeichneten Pfeile verdeutlichen die Strömungsrichtung des Dämpfungsfluides
während des Dämpfungshubes. Das Dämpfungsmedium wird beim Dämpfungshub ausgehend von
der ersten Fluidkammer 13a über einen Kanal 19 und über eine mit wenigstens einer
Durchströmöffnung versehenen Schaltlamelle 16 in die zweite Fluidkammer 13b eingepresst,
woraufhin der zweite Kolben 15 entgegen der Kraft der Rückstellfeder 17 nach hinten
verschoben wird. Nach erfolgtem Dämpfungshub kann die Rückstellfeder 17 den zweiten
Kolben 15 wieder in Gegenrichtung bewegen, sodass das Dämpfungsmedium entgegen der
Richtung der eingezeichneten Pfeile wieder in die erste Fluidkammer 13a zurückgelangt
und dadurch den ersten Kolben 14 (und damit das bewegungsgekoppelte Betätigungselement
9) wieder in die Ausgangslage für den nächsten Dämpfungshub drückt. Anstelle des zweiten
Kolbens 15 kann auch eine Vorrichtung in der zweiten Fluidkammer 13b angeordnet werden,
die zur Veränderung des Volumens der zweiten Fluidkammer 13b verformbar oder bewegbar
ist. Beispielsweise kann also anstelle des zweiten Kolbens 15 ein kompressibles Materialstück
(z.B. ein TPU-Kunststoffteil oder Moosgummi) Verwendung finden, das während des Dämpfungshubes
komprimierbar ist. Die Rückstellfeder 17 ist bei einer solchen Ausgestaltung in der
ersten Fluidkammer 13a anzuordnen, wobei beim Rückstellhub der Rückstellfeder 17 das
Dämpfungsfluid durch Unterdruck wieder von der zweiten Fluidkammer 13b in die erste
Fluidkammer 13a gezogen wird.
[0026] Fig. 6 zeigt den Scharniertopf 5 in einer perspektivischen Ansicht von oben, wobei
die (hier nicht ersichtliche) Dämpfvorrichtung 11 in Montagelage unterhalb des Befestigungsflansches
8 und an der Außenseite des Scharniertopfes 5 angeordnet ist. Gut erkennbar ist das
drehbare Betätigungselement 9, welches vom Gelenkhebel 6 gegen Ende der Schließbewegung
des Möbelscharniers 3 beaufschlagbar ist. Durch die dadurch herbeigeführte Verdrehung
des Betätigungselementes 9 wird auch der Hebel 10 nach links gezogen, wobei auch die
mit dem Hebel 10 gelenkig verbundene Kolbenstange 14a des Kolbens 14 innerhalb der
langlochförmigen Öffnung 5a des Scharniertopfes 5 verschiebbar ist. Der Gelenkhebel
6 ist mit dem Betätigungselement 9 nicht verbunden, das Betätigungselement 9 der Dämpfvorrichtung
11 wird erst ab einer vorgegebenen Relativstellung von Scharniertopf 5 zu Anschlagteil
4 beaufschlagt und dann in den Scharniertopf 5 eingedrückt, wobei diese Bewegung des
Betätigungselementes 8 (und damit die Schließbewegung des Möbelscharniers 3) durch
die vorgesehene Dämpfvorrichtung 11 dämpfbar ist.
[0027] Fig. 7 zeigt eine perspektivische Darstellung des Gehäuses 13, welches zur Aufnahme
von zwei gegenüberliegenden Dämpfvorrichtungen 11 und 11a ausgebildet ist. Die Dämpfvorrichtungen
11 und 11a können jeweils identisch ausgebildet werden, sodass insgesamt vier Kolben
- die in vier verschiedenen Fluidkammern veraschiebbar sind - zur Dämpfung einer Scharnierbewegung
zur Verfügung stehen. Schematisch angedeutet sind die beiden Fluidkammern 13a und
13b, die selbstverständlich durch geeignete Dichtungselemente zu verschließen sind,
sodass das in den beiden Fluidkammern 13a und 13b angeordnete Dämpfungsfluid nicht
austreten kann. Das Gehäuse 13 weist eine kreisförmige Außenumfangsfläche auf, sodass
dieses in einer vorgesehenen Standardbohrung B des bewegbaren Möbelteiles versenkbar
ist. Somit ist das Gehäuse 13 samt den darin angeordneten Dämpfvorrichtungen 11 derart
angeordnet, dass das Gehäuse 13 unterhalb des Befestigungsflansches 8 gelagert ist
und so nicht über die restlichen Komponenten des Möbelscharniers 3 hervorsteht. Im
gezeigten Ausführungsbeispiel ist das den Scharniertopf 5 klammerartig umgreifende
Gehäuse 13 mit den Dämpfvorrichtungen 11, 11a einstückig ausgebildet. Selbstverständlich
ist es auch möglich, die beiden Dämpfvorrichtungen 11 und 11a jeweils in einem gesonderten
Gehäuse unterzubringen, welche dann als getrennte Baueinheiten an den in Fig. 3a gekennzeichneten
ebenen Flächen D1 und D2 anordenbar sind.
[0028] Fig. 8a-8c zeigen eine etwas abgewandelte Ausführungsform des Übertragungsmechanismus
zur Umsetzung einer Drehbewegung des Betätigungselementes 9 in eine Linearbewegung
des Kolbens 14, wobei der Übertragungsmechanismus anstelle des bisher gezeigten Hebels
10 und der Kolbenstange 14 eine um die Drehachse S gelagerten Hebel 25 aufweist. Die
Drehachse S ist koaxial zur Drehachse des im Inneren des Scharniertopfes 5 gelagerten
Betätigungselementes 9 angeordnet, wobei das Betätigungselement 9 und der schwenkbare
Hebel 25 auf einer gemeinsamen Welle gelagert werden können und drehfest miteinander
verbunden sind. Bei einer Bewegung des Betätigungselementes 9 wird also auch der Hebel
25 um die Drehachse S mitverdreht. Der Hebel 25 ist außerhalb des Scharniertopfes
5 gelagert und kann in dem in Fig. 7 gezeigten Gehäuse 13 gelagert sein. Der Hebel
25 dient zur Beaufschlagung wenigstens eines Kolbens 14, im gezeigten Ausführungsbeispiel
jedoch zur Steuerung der Linearbewegung zweier Kolben 14, 15. Der um Drehachse S drehbare
Hebel 25 weist zwei Hebelarme 25a, 25b auf, welche jeweils an den beiden verschiebbaren
Kolben 14 und 15 lose anliegen. Gegebenenfalls kann der Hebel 25 mit den beiden Kolben
14, 15 auch - insbesondere gelenkig - verbunden sein, wobei diese Verbindung auch
über einen zusätzlichen Hebel und/oder über eine Kolbenstange erfolgen kann. In Fig.
8a ist die Offenstellung des Möbelscharniers 3 gezeigt. Bei der Schließbewegung des
Möbelscharniers 3 trifft der Gelenkhebel 6 auf das im Scharniertopf 5 drehbar gelagerte
Betätigungselement 9 auf (Fig. 3b und Fig. 8b), wobei bei der weiteren Schließbewegung
des Scharniers 3 der Hebel 25 im Gegenuhrzeigersinn mitverdreht wird. Durch den Hebelarm
25a des Hebels 25 wird der Kolben 14 in die erste Fluidkammer 13a eingedrückt, wobei
durch den hier nicht ersichtlichen Kanal 19 (Fig. 5) auch der zweite Kolben 15 innerhalb
der zweiten Fluidkammer 13b in Gegenrichtung verschoben wird (Fig. 8c). Nach erfolgtem
Dämpfungshub drückt die Rückstellfeder 17 den in der Fluidkammer 13a befindlichen
ersten Kolben 14 wieder in die Ausgangslage zurück, wobei durch den Druck auf den
Hebelarm 25a auch der Hebel 25 im Uhrzeigersinn zurückverdreht wird. Durch diese Rückstellbewegung
wird auch der in der Fluidkammer 13b befindliche zweite Kolben 13b in die Ausgangslage
zurückbewegt, d.h. in die Fluidkammer 13b eingedrückt, gleichzeitig wird auch das
mit dem Hebel 25 gekoppelte Betätigungselement 9 innerhalb des Scharniertopfes 5 in
eine Bereitschaftsposition für den nächsten Dämpfungshub rückgestellt.
[0029] Fig. 9a zeigt das Möbelscharnier 3 in einer perspektivischen und teilweise aufgebrochenen
Ansicht von oben. Das als Scharnierarm ausgebildete Anschlagteil 4 ist über wenigstens
einen Gelenkhebel 6 gelenkig mit dem Scharniertopf 5 verbunden. Erkennbar ist das
um die Drehachse S schwenkbare Betätigungselement 6, welches gegen Ende der Schließbewegung
des Scharniers 3 vom Gelenkhebel 6 in eine Schwenkbewegung versetzbar ist. An der
Außenseite des Scharniertopfes 5 ist der Hebel 25 gelagert, der mit dem Betätigungselement
9 bewegungsgekoppelt ist, sodass der Hebel 25 bei einer Drehbewegung des Betätigungselementes
9 mitbewegt wird. Durch den Hebel 25 kann die Bewegung wenigstens eines Kolbens 15
des Lineardämpfers herbeigeführt werden. Der Scharniertopf 5 und der bzw. die am Scharniertopf
5 angeordneten Lineardämpfer 12 sind in Einbaulage insgesamt innerhalb einer zylindrischen
Bohrung B im Möbelteil 2a (vgl. Fig. 3b) angeordnet.
[0030] Fig. 9b zeigt das aufgebrochene Detail gemäß Fig. 9a in einer vergrößerten Ansicht.
Das im Scharniertopf 5 gelagerte Betätigungselement 9 und der an der Außenseite des
Scharniertopfes 5 gelagerte Hebel 25 sind um eine gemeinsame Drehachse S drehbar gelagert.
Der Hebel 25b weist einen Hebelarm 25b auf, der am oberen Kolben 15 anliegt und durch
den der Kolben 15 nach erfolgtem Dämpfungshub (durch die Kraft der in den Fig. 8a-8c
gezeigten Rückstellfeder 17) wieder in eine Ausgangsposition für den nächsten Dämpfungshub
rückstellbar ist. Der Hebel 25 weist zudem einen zweiten Hebelarm 25a auf, durch den
beim Dämpfungshub der untere Kolben 14 in die Fluidkammer 13a eindrückbar ist (Fig.
8a-8c).
Die vorliegende Erfindung beschränkt sich nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele,
sondern umfasst bzw. erstreckt sich auf alle Varianten und technischen Äquivalente,
welche in die Reichweite der nachfolgenden Ansprüche fallen können. Auch sind die
in der Beschreibung gewählten Lageangaben, wie z.B. oben, unten, seitlich usw. auf
die unmittelbar beschriebene sowie dargestellte Figur bezogen und sind bei einer Lageänderung
sinngemäß auf die neue Lage zu übertragen.
1. Möbelscharnier (3) mit einem Anschlagteil (4) und einem mit diesen über zumindest
einen Gelenkhebel (6) schwenkbar verbundenen Scharniertopf (5), wobei der Gelenkhebel
(6) mit dem Scharniertopf (5) über eine Gelenkachse (A) verbunden ist, sowie mit einer
von einem Betätigungselement (9) betätigbaren Dämpfvorrichtung (11) zum Dämpfen einer
Relativbewegung zwischen dem Anschlagteil (4) und dem Scharniertopf (5), wobei das
Betätigungselement (9) innerhalb des Scharniertopfes (5) um eine Drehachse (S) drehbar
gelagert ist, welche im Wesentlichen parallel zur Gelenkachse (A) des Scharniertopfes
(5) verläuft und dass die Dämpfvorrichtung (11) zumindest einen an der Außenseite
des Scharniertopfes (5) angeordneten Lineardämpfer (12) mit wenigstens einem linear
verschiebbaren Kolben (14) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Übertragungsmechanismus vorgesehen ist, der eine Drehbewegung des Betätigungselementes
(9) in eine Linearbewegung des Kolbens (14) des Lineardämpfers (12) umsetzt und dass
der Scharniertopf (5) und der bzw. die am Scharniertopf (5) angeordneten Lineardämpfer
(12) in Einbaulage insgesamt innerhalb einer zylindrischen Bohrung (B) im Möbelteil
(2a) angeordnet sind.
2. Möbelscharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (9) vom Gelenkhebel (6) gesondert ausgebildet ist.
3. Möbelscharnier nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Scharniertopf (5) wenigstens einen seitlich abstehenden Befestigungsflansch (8)
aufweist, wobei die Dämpfvorrichtung (11) unterhalb des Befestigungsflansches (8)
und an der Außenseite des Scharniertopfes (5) angeordnet ist.
4. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (14) des Lineardämpfers (12) in einer Fluidkammer (13a) verschiebbar geführt
ist, und/oder dass die Richtung der Linearbewegung des Kolbens (14) im Wesentlichen
senkrecht zur Gelenkachse (A) des Möbelscharniers (3) verläuft, und/oder dass der
Lineardämpfer (12) als Fluiddämpfer ausgebildet ist.
5. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (9) während einer Scharnierbewegung vom Anschlagteil (4) oder
vom Gelenkhebel (6) des Möbelscharniers (3) beaufschlagbar ist.
6. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungselement (9) zumindest beim Dämpfungshub der Dämpfvorrichtung (11)
mit dem Kolben (14) des Lineardämpfers (12) in Wirkverbindung steht, und/oder dass
das Betätigungselement (9) über den Übertragungsmechanismus ständig mit dem Kolben
(14) des Lineardämpfers (12) bewegungsgekoppelt ist.
7. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Seitenwand des Scharniertopfes (5) eine Öffnung (5a) aufweist, wobei sich der
Übertragungsmechanismus von der Innenseite des Scharniertopfes (5) durch die Öffnung
(5a) hindurch bis zur Außenseite des Scharniertopfes (5) erstreckt.
8. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Übertragungsmechanismus zumindest einen mit dem Betätigungselement (9) gelenkig
verbundenen Hebel (10) aufweist, der mit dem Kolben (14) des Lineardämpfers (12) verbunden
oder koppelbar ist.
9. Möbelscharnier nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (10) mit einer Kolbenstange (14a) des Kolbens (14) verbunden oder koppelbar
ist, wobei die Kolbenstange (14a) Teil des Übertragungsmechanismus ist, vorzugsweise
wobei die Kolbenstange (14a) eine gekröpfte Form aufweist, wobei sich die Kolbenstange
(14a) aufgrund der gekröpften Form durch eine Öffnung (5a) des Scharniertopfes (5)
hindurch von der Innenseite des Scharniertopfes (5) bis zur Außenseite des Scharniertopfes
(5) erstreckt.
10. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolben (14) des Lineardämpfers (11) eine Kolbenstange (14a) aufweist, wobei der
Kolben (14) und die Kolbenstange (14a) einstückig ausgebildet sind.
11. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenseite des Scharniertopfes (5) wenigstens eine ebene Fläche (D1) aufweist,
an der die Dämpfungsvorrichtung (11) angeordnet ist.
12. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Scharniertopf (5) gegenüberliegende Seitenwände aufweist, wobei die Seitenwände
an deren Außenseite jeweils eine ebene Fläche (D1, D2) aufweisen, die zur Anordnung
von gesonderten Dämpfvorrichtungen (11, 11a) vorgesehen sind.
13. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Scharniertopf (5) an dessen Außenseite jeweils eine Dämpfvorrichtung (11, 11a)
aufweist, wobei der Scharniertopf (5) zusammen mit den daran angeordneten Dämpfvorrichtungen
(11, 11a) gemeinsam innerhalb der vorgesehenen Bohrung (B) einsetzbar ist und innerhalb
eines gedachten Bohrungsdurchmessers der Bohrung (B) angeordnet ist.
14. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfvorrichtung (11) eine erste und eine zweite mit Dämpfungsfluid befüllte
Fluidkammer (13a, 13b) aufweist, die durch einen Kanal (19) miteinander verbunden
sind.
15. Möbelscharnier nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Fluidkammer (13a) ein Kolben (14) eintauchbar ist, durch den das Volumen
der ersten Fluidkammer (13a) veränderbar ist und wobei in der zweiten Fluidkammer
(13b) eine Vorrichtung angeordnet ist, die durch Ein- oder Ausströmen von Dämpfungsfluid
in bzw. aus der zweiten Fluidkammer (13b) zur Veränderung des Volumens der zweiten
Fluidkammer (13b) verformbar oder bewegbar ist, vorzugsweise wobei die Vorrichtung
ein in der zweiten Fluidkammer (13b) angeordnetes verformbares Materialstück oder
einen in der zweiten Fluidkammer (13b) verschiebbaren Kolben (15) aufweist.
16. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfvorrichtung (11) einen ersten Kolben (14) und wenigstens einen zweiten Kolben
(15) mit linearem Dämpfungshub aufweist, wobei die Richtung des linearen Dämpfungshubes
des ersten Kolbens (14) relativ zum linearen Dämpfungshub des zweiten Kolbens (15)
im Wesentlichen parallel verläuft.
17. Möbelscharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Übertragungsmechanismus zumindest einen drehbar gelagerten Hebel (25) aufweist,
der mit dem drehbar gelagerten Betätigungselement (9) bewegungsgekoppelt ist, vorzugsweise
wobei durch den Hebel (25) wenigstens ein Kolben (14) bewegbar ist, und/oder der Hebel
(25) als zweiarmiger Hebel (25) ausgebildet ist, wobei ein erster Hebelarm (25a) mit
dem ersten Kolben (14) und ein zweiter Hebelarm (25b) mit einem zweiten Kolben (15)
der Dämpfvorrichtung (11) zusammenwirkt.
18. Möbel mit wenigstens einem bewegbaren Möbelteil, das über wenigstens ein Möbelscharnier
nach einem der Ansprüche 1 bis 17 bewegbar gelagert ist.