[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung einer Drehzahl eines Antriebsmotors
eines Nutzfahrzeugs.
[0002] Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, wie z.B. Traktoren, weisen teilweise einen Frontlader
zur Erledigung spezifischer Arbeiten wie Erdbewegungen oder Transport von Erntegut
auf. Soweit die Arbeitsbewegungen des Frontladers von der Motorkraft eines Antriebsmotors
des Nutzfahrzeugs abhängig sind, kann dies einen Einfluss auf die Fahrgeschwindigkeit
des Nutzfahrzeugs haben.
[0003] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Steuerung einer
Motordrehzahl für den Antriebsmotor eines Nutzfahrzeugs vorzuschlagen.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Gemäß Patentanspruch
1 ist ein Verfahren zur Steuerung einer Drehzahl eines Antriebsmotors eines Nutzfahrzeugs
mit einer antreibbaren Ladevorrichtung vorgesehen. In einem Verfahrensschritt wird
ein Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung prädiziert oder erkannt. Hierbei wird insbesondere
eine Anforderung oder Ausführung eines Bewegungsantriebs bzw. einer Arbeitsbewegung
der Ladeeinrichtung prädiziert oder erkannt. Ist ein Bewegungsantrieb bzw. eine Arbeitsbewegung
der Ladeeinrichtung prädiziert oder erkannt worden, wird eine Erhöhung der Motordrehzahl
des Antriebsmotors angefordert. Hierdurch kann die Motorleistung des Antriebsmotors
automatisch erhöht und somit an spezifische Antriebsbewegungen der Ladeeinrichtung
angepasst werden. Folglich wird eine üblicherweise durch ein Gaspedal und Bremspedal
definierte Fahrzeuggeschwindigkeit des Nutzfahrzeugs durch den Betrieb der Ladeeinrichtung
deutlich weniger oder überhaupt nicht mehr beeinflusst, was eine Steigerung des Komforts
für den Fahrer bedeutet. Mit anderen Worten kann mit dieser Komfortfunktion die Fahrzeuggeschwindigkeit
unabhängig von spezifischen Antriebsbewegungen der Ladeeinrichtung gehalten werden.
Vorzugsweise wird in Abhängigkeit einer Erhöhung der Motordrehzahl ein Fahrzeug-Getriebe,
insbesondere eine Getriebeübersetzung, automatisch gesteuert, damit eine vom Fahrer
eingestellte Fahrzeuggeschwindigkeit konstant bleibt. Hierdurch können ungewollte
Beschleunigungen oder Verzögerungen des Nutzfahrzeugs vermieden werden.
[0005] Das Verfahren unterstützt ausgehend von der erläuterten Steuerung der Motordrehzahl
auch eine verbesserte Steuerung bzw. Handhabung des Nutzfahrzeugs und der Ladeeinrichtung.
[0006] Vorzugsweise wird ein Betriebszustand der Ladeeinrichtung herangezogen, um einen
Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung zu prädizieren oder zu erkennen. Dabei kann der
Betriebszustand deaktiviert oder aktiviert sein, d.h. die Ladeeinrichtung ist grundsätzlich
ausgeschaltet (deaktiviert) oder eingeschaltet (aktiviert) als Voraussetzung für einen
nachfolgenden Bewegungsantrieb oder für eine nachfolgende Anforderung oder Ausführung
einer spezifischen Antriebsbewegung der Ladeeinrichtung. Bei einem aktivierten Betriebszustand
kann darauf geschlossen werden, dass mit einer hohen Wahrscheinlichkeit tatsächlich
ein Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung erfolgen wird. Auf diese Weise kann ein zukünftiger
Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung prädiziert werden.
[0007] Das Nutzfahrzeug ist vorzugsweise als landwirtschaftliches Fahrzeug, insbesondere
als ein Traktor, Schlepper oder dergleichen ausgebildet. Bei der Ladeeinrichtung handelt
es sich vorzugsweise um eine Arbeitseinrichtung im Front- oder Heckbereich des Nutzfahrzeugs.
Insbesondere weist die Ladeeinrichtung einen Frontlader auf oder besteht aus einem
Frontlader. Dieser weist beispielsweise einen beweglichen oder schwenkbaren Ausleger
auf, an dem eine Arbeitseinheit bzw. ein Werkzeug (z.B. Schaufel, Forke, Klemmzange)
gelagert ist.
[0008] In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei der Motordrehzahl um eine
Leerlauf-Drehzahl des Antriebsmotors bei Stillstand des Nutzfahrzeugs. In diesem Zustand
sind Zusatz- und Arbeitsfunktionen (z.B. Zapfwellenbetrieb, hydraulische Zusatzfunktionen)
des Nutzfahrzeugs nicht aktiv bzw. abgeschaltet. Auf diese Weise kann das Nutzfahrzeug
bereits im Stillstand auf einen bevorstehenden Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung
angepasst werden.
[0009] Vorzugsweise wird die erhöhte Motordrehzahl wieder reduziert, wenn eine vorbestimmte
Warte-Zeitdauer (z.B. ab dem Zeitpunkt der Erhöhung der Motordrehzahl) abgelaufen
ist und innerhalb dieser Warte-Zeitdauer immer noch kein Bewegungsantrieb ausgeführt
wird oder zumindest angefordert worden ist. Hierdurch wird der Kraftstoff-Mehrverbrauch
des Antriebsmotors zur Realisierung der Komfortfunktion begrenzt.
[0010] Vorteilhaft wird zur Prädiktion oder Erkennung eines Bewegungsantriebs der Ladeeinrichtung
ein Zustandssignal detektiert, wobei dieses Zustandssignal signalisiert, ob sich die
Ladeeinrichtung in einem bestimmten Betriebszustand (z.B. Ein/aktiviert oder Aus/deaktiviert)
befindet.
[0011] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Ladeeinrichtung hydraulisch angetrieben.
Dieser Antrieb erfolgt mittels einer hydraulischen Antriebspumpe des Nutzfahrzeugs,
welche mit der Ladeeinrichtung und ggf. weiteren hydraulischen Aggregaten (z.B. Bremse,
Lenkung) hydraulisch verbunden ist. In diesem Fall ist es günstig, zunächst einen
Soll-Hydraulikfluss (z.B. in Liter/Minute) in Abhängigkeit des prädizierten oder erkannten
Bewegungsantriebs der Ladeeinrichtung zu ermitteln und dann eine Erhöhung der Motordrehzahl
in Abhängigkeit des ermittelten Soll-Hydraulikflusses anzufordern. Beispielsweise
kann auf Basis des prädizierten oder erkannten Bewegungsantriebs der Ladeeinrichtung
zunächst ein zur Ausführung dieser Antriebsbewegung erforderliches Hydraulik-Volumen
ermittelt und daraus der Soll-Hydraulikfluss ermittelt werden.
[0012] Weiter vorzugsweise wird der Soll-Hydraulikfluss in Abhängigkeit eines oder mehrerer
detektierter Ventil-Steuersignale ermittelt, wobei mit diesen Ventil-Steuersignalen
ein oder mehrere hydraulische Ventile für den Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung,
insbesondere eines Werkzeugs der Ladeeinrichtung, angesteuert werden. Hierbei kann
beispielsweise eine prozentuale Ventilöffnung und/oder eine Zeitdauer der Ventilöffnung
detektiert werden, um auf technisch einfache Weise eine Ermittlung des Soll-Hydraulikflusses
zu unterstützen.
[0013] Weiterhin ist es günstig, wenn zur Ermittlung des Soll-Hydraulikflusses mindestens
eines der folgenden Merkmale berücksichtigt wird:
- eine angeforderte Antriebsbewegung der Ladeeinrichtung,
- eine Antriebscharakteristik der Ladeeinrichtung,
- eine angeforderte Soll-Position der Ladeeinrichtung.
[0014] Die vorgenannten Merkmale oder Informationen können vorzugsweise zumindest teilweise
als abgespeicherte Daten abgerufen werden und somit die Genauigkeit bei der Ermittlung
des Soll-Hydraulikflusses unterstützen. So kann z.B. über eine Auswertung bestimmter
Eingabebefehle durch den Bediener festgestellt werden, entlang welcher Richtung, Strecke
oder Schwenkachse die Ladeeinrichtung bzw. Bestandteile davon (z.B. deren Arbeitseinheit
oder Werkzeug) bewegt werden sollen. Aus diesen festgestellten Informationen kann
dann ein Soll-Hydraulikfluss ermittelt werden.
[0015] Im Falle einer angeforderten Soll-Position der Ladeeinrichtung ist diese Soll-Position
vorzugsweise bereits bei einem vorherigen Arbeitsvorgang in einer Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens abgespeichert worden, z.B. mittels einer einzelnen Positions-Speichertaste
an einer Bedieneinheit. Alternativ kann eine gewünschte Soll-Position durch manuelle
Eingabe verschiedener Daten an einer Bedienungs-Schnittstelle abgespeichert werden,
wobei die eingegebenen Daten die Soll-Position repräsentieren. Unabhängig von der
Art der Abspeicherung kann die Soll-Position unterschiedliche Daten beinhalten, wie
z.B. einen Schwenkwinkel eines Auslegers oder eines Werkzeugs (Schaufel, Forke, Klemmzange,
etc.) am Ausleger, eine Hubhöhe der Ladeeinrichtung, Daten eines hydraulischen Ventils,
wie z.B. eine prozentuale Ventilöffnung und/oder eine Zeitdauer der Ventilöffnung
zur Erzeugung eines Soll-Hydraulikdruckes, eine Klemmkraft bzw. einen Klemmdruck eines
Werkzeugs (z.B. Forke oder Klemmzange) der Ladeeinrichtung. Diese Klemmkraft dient
insbesondere dazu, einen zuverlässigen Transport von Ballen oder anderen Gütern zu
unterstützen. Ein aktueller Klemmdruck dieses Werkzeugs wird vorzugsweise mittels
entsprechender Sensoren ermittelt oder eingestellt. Dieser Klemmdruck bzw. Klemmkraft
kann einem Benutzer an einer Anzeige-Einheit oder Bedienungs-Schnittstelle angezeigt
werden. Wie bereits erwähnt, kann ein Benutzer eine gewünschte Klemmkraft als Daten
einer gewünschten Soll-Position des Werkzeugs eingeben oder die bereits abgespeicherte
Klemmkraft für einen neuen Arbeitsvorgang wieder anfordern. Somit bleibt eine als
geeignet beurteilte Klemmkraft konstant und ein gleichbleibend effizienter Arbeitsablauf
ist gewährleistet.
[0016] Um eine geeignete Klemmkraft zu erzielen, ist an einer Bedienungs-Schnittstelle vorzugsweise
eine Klemmkraft direkt eingebbar und/oder anzeigbar. Alternativ kann eine entsprechende
hydraulische Durchflussmenge und damit verbundene Zeitdauer eingegeben und/oder angezeigt
werden, wenn die Klemmkraft über einen hydraulischen Zylinder eingestellt wird. Eine
Druckmessung in diesem hydraulischen Zylinder und charakteristische Hebelverhältnisse
und/oder andere geometrische Größen des Werkzeugs können zur Ermittlung einer aktuellen
Klemmkraft herangezogen werden. Diese aktuelle Klemmkraft kann dann mit einer angeforderten
Soll-Klemmkraft verglichen werden. Auf Basis des Vergleichsergebnisses kann dann ein
Hydraulikfluss derart gesteuert werden, dass die Soll-Klemmkraft eingestellt wird.
[0017] Die Berücksichtigung der Klemmkraft bzw. des Klemmdruckes stellt beispielsweise im
Falle von Silage-Rundballen sicher, dass jeder Rundballen mit einer ausreichenden
Klemmkraft beaufschlagt wird, um dessen sicheren Transport zu gewährleisten. Unterschiede
in Größe und Form der Ballen können automatisch kompensiert werden. Außerdem werden
übermäßige Quetschungen der Ballen vermieden, was etwaige Risse und Beschädigungen
am Ballen oder der ihn umgebenden Folie und infolge dessen Fäule im Ballen und Verlust
von Futterqualität verhindert. Folglich fallen auch keine Kosten für Entfernung der
Fäule bzw. Entsorgung derartiger Ballen und Beschaffung von Ersatzfutter an.
Im Zusammenhang mit der vorgenannten Soll-Position werden vorzugsweise drei Funktionen
bezüglich eines Bewegungsantriebs der Ladeeinrichtung angesteuert, nämlich eine Position
eines Auslegers der Ladeeinrichtung, eine Position eines Werkzeugs der Ladeeinrichtung
und eine Klemmkraft des Werkzeugs (z.B. Forke oder Klemmzange). Zur Erreichung der
Soll-Position können diese drei Funktionen automatisch, und zwar gleichzeitig und/oder
bezüglich ihrer Antriebsbewegungen miteinander abgestimmt, angesteuert werden. Hierbei
werden für jede Funktion insbesondere ein hydraulischer Zylinder angesteuert.
[0018] Aufgrund der vorgenannten Abspeicherung muss lediglich eine abgespeicherte Soll-Position
wieder angefordert werden, wodurch der benötigte Hydraulikfluss bzw. das Hydraulikvolumen
zur Erreichung dieser Soll-Position sehr genau im Voraus ermittelt werden kann. Außerdem
kann das automatische Erreichen der angeforderten Soll-Position eine manuelle Betätigung
der Ladeeinrichtung durch einen Bediener ersetzen, wodurch eine fehlerhafte Bedienung
und somit etwaige Beschädigungen durch die Ladeeinrichtung (z.B. an angrenzenden Gebäuden,
am Ladegut) zuverlässig vermieden werden.
[0019] Die Anforderung einer abgespeicherten Soll-Position durch den Bediener kann mittels
einer geeigneten Bedienungsvorrichtung geschehen. Beispielsweise drückt der Bediener
eine Taste an einem Handhebel, Joystick oder dergleichen. Alternativ kann eine Berührung
einer oder mehrerer optischer Schaltflächen an einer Bedienungs-Schnittstelle (z.B.
Bildschirm) vorgesehen sein, um eine Antriebsbewegung der Ladeeinrichtung in Richtung
der Soll-Position auszulösen.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform ist als Bedienungsvorrichtung für die Auslösung
einer Antriebsbewegung der Ladeeinrichtung, insbesondere in Richtung einer Soll-Position,
ein per Fuß betätigbares Fußpedal vorgesehen. Hierzu eignet sich ohne wesentlichen
technischen Mehraufwand ein herkömmliches Kupplungspedal, sofern es aufgrund des im
Nutzfahrzeug eingesetzten Getriebes (z.B. IVT-Getriebe) nicht mehr für Kupplungszwecke
benötigt wird. In solchen Fällen kann das herkömmliche Kupplungspedal dann zum Anheben
oder Absenken einer Ladeeinrichtung verwendet werden. Diese Funktion des Kupplungspedals
kann im Nutzfahrzeug fest vorgegeben sein. Alternativ ist dieses Kupplungspedal wahlweise
mit unterschiedlichen Funktionen konfigurierbar. Hierzu kann beispielsweise über eine
Bedienungs-Schnittstelle dem Kupplungspedal eine von mehreren möglichen Funktionen
zugeordnet werden. Bedarfsweise kann die aktuell zugeordnete Funktion durch eine andere
Funktion ersetzt werden. Somit kann das Fußpedal flexibel unterschiedliche anwenderspezifische
Funktionen erfüllen. Die Signale des betätigten Fußpedals werden vorzugsweise in einem
entsprechenden Steuergerät verarbeitet und von diesem in Ansteuersignale umgesetzt,
beispielsweise zur Bewegungssteuerung einer Ladeeinrichtung. Ein derartiges Fußpedal
kann den Bedienungskomfort für den Fahrer verbessern und somit seine Arbeitsbelastung
während der auszuführenden Arbeitsbewegungen der Ladeeinrichtung senken.
[0021] Die vorgenannte Antriebscharakteristik enthält insbesondere spezifische Merkmale
der verwendeten Ladeeinrichtung, z.B. hydraulik-spezifische Informationen über das
verwendete Modell und/oder deren geometrische Dimensionierung.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der Soll-Hydraulikfluss in Abhängigkeit
von mindestens einem hydraulischen Aggregat (z.B. Bremse, Lenkung) des Nutzfahrzeugs
ermittelt, wodurch die Genauigkeit für die angeforderte Erhöhung der Motordrehzahl
weiter verbessert ist.
[0023] Um den Mehrverbrauch des Antriebsmotors zu begrenzen, ist es vorteilhaft, eine Erhöhung
der Motordrehzahl nur für eine bestimmte Zeitdauer, eine sogenannte Anforderungs-Zeitdauer,
anzufordern. Diese Anforderungs-Zeitdauer wird in Abhängigkeit des ermittelten Soll-Hydraulikflusses
ermittelt bzw. berechnet. Die Ermittlung der Anforderungs-Zeitdauer ist insbesondere
dann sinnvoll und mit großer Genauigkeit möglich, wenn der Soll-Hydraulikfluss für
eine angeforderte Soll-Position ermittelt wird, weil dann das zur Erreichung der Soll-Position
erforderliche Hydraulik-Volumen mit großer Genauigkeit bekannt oder ermittelbar ist.
Die ermittelte Anforderungs-Zeitdauer kann auch weiterverarbeitet werden zum Zwecke
einer Entscheidung, ob eine erhöhte Motordrehzahl tatsächlich für die Dauer der Anforderungs-Zeitdauer
oder für eine kürzere oder längere Zeitdauer aufrechterhalten wird.
[0024] Um ständig wechselnde Erhöhungen der Motordrehzahl und somit unnötigen Mehrverbrauch
zu vermeiden, wird die erhöhte Motordrehzahl vorzugsweise derart begrenzt, dass sie
höchstens so groß wie eine vorbestimmte Grenz-Drehzahl ist. Bei angeforderten Motordrehzahlen
größer als die Grenz-Drehzahl wird der Antriebsmotor also vorzugsweise mit der Grenz-Drehzahl
angetrieben.
[0025] Weiter vorzugsweise wird die Motordrehzahl mit einer vorbestimmten oder ermittelten
Anstiegsgeschwindigkeit erhöht und/oder nach ihrer Erhöhung zu einem bestimmten Zeitpunkt
mit einer vorbestimmten oder ermittelten Absenkgeschwindigkeit abgesenkt. Hierdurch
wird die Trägheit des Antriebsmotors berücksichtigt und unnötiger Kraftstoff-Mehrverbrauch
des Antriebsmotors zusätzlich begrenzt.
[0026] Eine erhöhte Motordrehzahl wird insbesondere für eine ermittelte oder vorbestimmte
Halte-Zeitdauer aufrechterhalten. Diese Halte-Zeitdauer kann kürzer oder länger als
die vorgenannte Anforderungs-Zeitdauer sein. Die Halte-Zeitdauer wird vorzugsweise
in Abhängigkeit einer verbrauchsorientierten Verfahrensdurchführung (d.h. möglichst
kurze Zeitdauer zur Begrenzung des Mehrverbrauchs an Kraftstoff) oder einer leistungsorientierten
Verfahrensdurchführung (d.h. relativ lange Zeitdauer zur Unterstützung der Antriebsleistung
für die Ladeeinrichtung und/oder der Fahrleistung des Nutzfahrzeugs) vorbestimmt bzw.
ermittelt. Auch eine Vorbestimmung der Halte-Zeitdauer in Abhängigkeit der ermittelten
Anforderungs-Zeitdauer ist möglich.
[0027] Gemäß einer weiteren bevorzugten Maßnahme wird die erhöhte Motordrehzahl nach Ablauf
der vorbestimmten Halte-Zeitdauer zunächst weiter aufrechterhalten, wenn im Zeitpunkt
des Ablaufs der Halte-Zeitdauer die angeforderte Motordrehzahl mindestens so groß
ist wie die erhöhte Motordrehzahl. Diese Maßnahme trägt ebenfalls dazu bei, ständig
wechselnde Erhöhungen der Motordrehzahl und somit einen unnötigen Mehrverbrauch für
den Antriebsmotor zu vermeiden.
[0028] Insgesamt ermöglichen die vorgenannten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Grenz-Drehzahl,
der Anstiegsgeschwindigkeit, der Absenkgeschwindigkeit und der Halte-Zeitdauer eine
Glättung von angeforderten Erhöhungen der Motordrehzahl und somit eine gleichmäßigere
Antriebsleistung des Antriebsmotors bei gleichzeitiger Begrenzung des bei der Verfahrensdurchführung
entstehenden Mehrverbrauchs.
[0029] Das erfindungsgemäße Verfahren wird im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen
näher erläutert. Dabei sind hinsichtlich ihrer Funktion übereinstimmende bzw. vergleichbare
Bauteile mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Traktor mit einem Frontlader in unterschiedlichen
Arbeitspositionen,
Fig. 2 ein Flussdiagramm der Verfahrensdurchführung in einer ersten Ausführungsform,
Fig. 3 eine blockschaltbildartige Darstellung von Bestandteilen einer Anordnung zur
Durchführung des Verfahrens,
Fig. 4 bis Fig. 8
Darstellungen der angeforderten Motordrehzahl-Erhöhung und der tatsächlich erhöhten
Motordrehzahl in Abhängigkeit der Zeit.
[0030] Fig. 1 zeigt ein als Traktor 10 ausgebildetes Nutzfahrzeug, an dessen Frontseite
eine als Frontlader 12 ausgebildete Ladeeinrichtung montiert ist. Der Frontlader 12
weist einen schwenkbaren Ausleger 14 auf, an dessen Freiende ein Werkzeug in Form
einer Schaufel 16 schwenkbar gelagert ist. Der Ausleger 14 und das die Schaufel 16
werden hydraulisch angetrieben, um unterschiedliche Positionen, z.B. die in Fig. 1
dargestellten Positionen Pos_1, Pos_2, Pos_3 und Pos_4, einnehmen zu können. In den
Positionen Pos_1, Pos_2 und Pos_3 nimmt der Ausleger 14 unterschiedliche Schwenkwinkel
relativ zum Traktor 10 ein. Die Schaufel 16 nimmt in den Positionen Pos_1, Pos_2,
Pos_3 und Pos_4 unterschiedliche Schwenkwinkel relativ zum Ausleger 14 ein. Die Position
Pos_3 kann bei bestimmten Arbeiten eine maximale Hubhöhe des Auslegers 14 oder der
Ladeeinrichtung 12 darstellen, um etwaige Beschädigungen an angrenzenden Gebäuden,
Tordurchfahrten oder dergleichen zu vermeiden. Der hydraulische Bewegungsantrieb erfolgt
mittels geeigneter hydraulischer Zylinder 18, welche an der Ladeeinrichtung 12 gelagert
sind.
[0031] Das Verfahren zur Steuerung einer Motordrehzahl n eines hier nicht im Einzelnen dargestellten
Antriebsmotors des Traktors 10 sieht vor, zunächst einen Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung
12 zu prädizieren oder zu erkennen und danach eine Erhöhung der Motordrehzahl n des
Antriebsmotors anzufordern. Die Erhöhung der Motordrehzahl n wird also beispielsweise
angefordert, wenn ein zukünftiger Bewegungsantrieb prädiziert oder ein Bewegungsantrieb
tatsächlich angefordert und erkannt wird.
[0032] Dieses Verfahren wird gemäß Fig. 2 in einem Leerlauf-Betrieb des Antriebsmotors wie
folgt angewendet. Zunächst entspricht die Motordrehzahl n einer Leerlauf-Drehzahl
n_L bei Stillstand des Traktors 10 (Schritt S1). Die Leerlauf-Drehzahl n_L beträgt
z.B. 850 U/min (Umdrehungen pro Minute). In einem Schritt S2 wird geprüft, ob ein
Zustandssignal S_Z einen aktivierten Betriebszustand (Ein) oder einen anderen Antriebszustand,
z.B. deaktivierten Betriebszustand (Aus), der Ladeeinrichtung 12 signalisiert. Im
Falle eines detektierten aktivierten Betriebszustandes wird davon ausgegangen, dass
nachfolgend mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Bewegungsantrieb bzw. eine Antriebsbewegung
angefordert wird. Es wird also ein zukünftiger Bewegungsantrieb prädiziert. Verfahrensgemäß
wird deshalb eine Erhöhung der Motordrehzahl n angefordert. Die Motordrehzahl n wird
auf die Motordrehzahl n_H erhöht (Schritt S3). Sie beträgt beispielsweise 1000 U/min.
Im Zeitpunkt der Erhöhung der Motordrehzahl n auf n_H wird außerdem ein Zeitzähler
aktiviert, der bei t = 0 beginnt und bei Ablauf einer Warte-Zeitdauer Δt_W, z.B. 1
Minute, endet (Schritt S4). Im Schritt S5 wird geprüft, ob bei Ablauf der Zeitdauer
Δt_W ein Bewegungsantrieb bzw. eine Antriebsbewegung bereits durchgeführt oder zumindest
angefordert wird. Falls ja, bleibt die erhöhte Motordrehzahl n_H aufrechterhalten
(Schritt S6). Falls nein, wird die erhöhte Motordrehzahl n_H wieder reduziert (Schritt
S7), um den erhöhten Kraftstoffverbrauch wieder zu reduzieren. Dabei wird die erhöhte
Motordrehzahl n_H insbesondere auf die ursprüngliche Leerlauf-Drehzahl n_L reduziert.
Daraufhin wird in einem Schritt S8 geprüft, ob der Betriebszustand der Ladeeinrichtung
noch aktiviert ist (S_Z = Ein). Ist dies der Fall, wird zu Schritt S5 zurückgesprungen,
um zu prüfen, ob ein Bewegungsantrieb ausgeführt oder zumindest angefordert wird.
Falls ja, wird die Motordrehzahl n erneut erhöht (Schritt S6). Sollte in Schritt S8
festgestellt werden, dass der Betriebszustand der Ladeeinrichtung nicht mehr aktiviert
ist, wird zu Schritt S2 zurückgesprungen.
[0033] Fig. 3 zeigt schematisch Teile einer Anordnung 20 zur Durchführung des Verfahrens
zur Steuerung der Motordrehzahl n. Insbesondere dient die Anordnung 20 zur Durchführung
des Verfahrens bei beliebigen Motordrehzahlen n außerhalb der Leerlauf-Drehzahl n_L.
Die hier dargestellten Arbeitsblöcke 22, 24, 26, 28 dienen der Realisierung einer
Steuerung der Motordrehzahl n, welche in Abhängigkeit eines nachfolgend zu beschreibenden
Hydraulikflusses wirksam ist. In einer weiteren, hier nicht dargestellten Ausführungsform
der Anordnung 20 sind weitere Arbeitsblöcke und Bestandteile vorgesehen, welche auch
die Steuerung der Motordrehzahl n im Leerlauf-Betrieb gemäß Fig. 2 berücksichtigen.
[0034] Die Anordnung 20 gemäß Fig. 3 geht davon aus, dass die Ladeeinrichtung 12 und ggf.
auch weitere Aggregate (z.B. Lenkung, Bremse) hydraulisch angetrieben werden. Hierzu
weist der Traktor 10 eine hydraulische Antriebspumpe 30 auf. Deren Pumpencharakteristik
(insbesondere Kennlinie mit einem Hydraulikfluss (Liter /Minute) in Abhängigkeit von
der Motordrehzahl) wird im Arbeitsblock 24 berücksichtigt, um zu ermitteln, welche
höhere Motordrehzahl n_A angefordert werden soll. Dabei wird die anzufordernde Motordrehzahl
n_A in Abhängigkeit eines ermittelten Soll-Hydraulikflusses F_S berechnet. Insbesondere
wird die Motordrehzahl n_A für eine Anforderungs-Zeitdauer Δt_A angefordert, d.h.
die Motordrehzahl n_A soll während der Anforderungs-Zeitdauer Δt_A wirksam sein.
[0035] Die Anforderungs-Zeitdauer Δt_A findet als Ausgangssignal des Arbeitsblocks 24 insbesondere
dann Verwendung, wenn im Arbeitsblock 28 ein benötigtes Hydraulikvolumen V_hyd berechnet
und als Signal an den Arbeitsblock 24 gesendet wird. In diesem Fall kann unter Berücksichtigung
einer aktuellen Drehzahl n_akt des Antriebsmotors und eines angeforderten Hydraulikflusses
F_A dann der Soll-Hydraulikfluss F_S und daraus die Anforderungs-Zeitdauer Δt_A ermittelt
werden. Das Hydraulik-Volumen V hyd repräsentiert ein Hydraulik-volumen, welches abgeschätzt
oder berechnet wird, um einen prädizierten oder erkannten Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung
12 ausführen zu können. Hierbei können als Eingangssignale eine Antriebscharakteristik
S_Ch (z.B. Antriebstyp, Antriebsgeometrie, Geometrie der Hydraulikzylinder 18, etc.)
und ein angeforderte Antriebsbewegung S_Bew (z.B. Anforderung spezifischer Schwenkbewegungen
des Auslegers 14 und/oder des Werkzeugs 16 mittels entsprechender Bedienungselemente)
der Ladeeinrichtung 12 berücksichtigt werden. Bei der Ermittlung des Hydraulik-Volumens
V_hyd wird im Arbeitsblock 28 insbesondere ein Eingangssignal S_Pos_S berücksichtigt.
Dieses Signal repräsentiert insbesondere die Anforderung einer bereits abgespeicherten
und deshalb hinsichtlich der hydraulischen Anforderungen bekannten Soll-Position Pos_S
der Ladeeinrichtung 12. Beispielsweise befindet sich die Ladeeinrichtung vor der Anforderung
der Soll-Position Pos_S in der Ausgangsposition Pos_1. Im Arbeitsblock 28 kann dann
aufgrund der hydraulisch bekannten Ausgangs- und Soll-Positionen und der bekannten
Antriebscharakteristik S_Ch das benötigte Hydraulik-Volumen V_hyd besonders genau
vorhergesagt werden.
[0036] Der angeforderte Hydraulikflusses F_A ist ein Ausgangssignal des Arbeitsblocks 22.
Für dieses Ausgangssignal werden beispielsweise Eingangssignale bezüglich des Betriebszustandes
(S_Z) der Ladeeinrichtung 12, einer Lenkung (S_L, z.B. Lenkungswinkel) des Traktors
10, eines Bremsaggregates (S_B, z.B. Status der Bremse) und Ventil-Steuersignale S_V
hydraulischer Ventile der Ladeeinrichtung 12 berücksichtigt.
[0037] Zusammengefasst wird aufgrund der obigen Erläuterungen der Soll-Hydraulikfluss F
S in Abhängigkeit eines im Arbeitsblock 22 und/oder im Arbeitsblock 28 prädizierten
oder erkannten Bewegungsantriebs der Ladeeinrichtung 12 ermittelt.
[0038] Die angeforderte Motordrehzahl n_A, ggf. die Anforderungs-Zeitdauer Δt_A und eine
vorbestimmte Grenz-Drehzahl n_G sowie ggf. weitere Parameter oder Größen werden im
Arbeitsblock 26 bewertet. Abhängig von verbrauchsorientierten (insbesondere möglichst
wenig Mehrverbrauch an Kraftstoff), leistungsorientierten (insbesondere möglichst
rasche Umsetzung des angeforderten Bewegungsantriebs) und/oder belastungsorientierten
(insbesondere möglichst gleichmäßige Belastung des Antriebsmotors) Gesichtspunkten
werden aus den Eingangssignalen des Arbeitsblocks 26 eine tatsächlich zu realisierende
erhöhte Motordrehzahl n_H, eine Halte-Zeitdauer Δt_H zur Aufrechterhaltung der erhöhten
Motordrehzahl n_H, eine erhöhte Anstiegsgeschwindigkeit m_an der Motordrehzahl n und
eine Absenkgeschwindigkeit m_ab der erhöhten Motordrehzahl n_H ermittelt oder vorbestimmt
und als Ausgangssignale zur Ansteuerung des Antriebsmotors, insbesondere einer Motorsteuerung,
ausgesendet.
[0039] Unterschiedliche Ansteuerungen des Antriebsmotors sind beispielhaft anhand Fig. 4
bis Fig. 8 dargestellt. Dabei zeigen die strichpunktierten Linienverläufe angeforderte
Erhöhungen der Motordrehzahl n und ggf. Anforderungs-Zeitdauern Δt_A. Die durchgezogenen
Linienverläufe zeigen die erhöhten Motordrehzahlen n_H und Halte-Zeitdauern Δt_H,
mit denen der Antriebsmotor aufgrund der Bewertung im Arbeitsblock 26 tatsächlich
angesteuert wird.
[0040] In Fig. 4 wird ausgehend von einem Zeitpunkt t
0 bei einer aktuellen Drehzahl n_akt des Antriebsmotors eine höhere Drehzahl n_A für
eine Anforderungs-Zeitdauer Δt_A angefordert. Für die Grenz-Drehzahl n_G ist allerdings
im Vergleich zur angeforderten höheren Drehzahl n_A ein niedrigerer Wert vorbestimmt.
Die tatsächlich realisierte erhöhte Drehzahl n_H entspricht deshalb der Grenz-Drehzahl
n_G. Aus verbrauchsorientierten Randbedingungen wird die erhöhte Drehzahl n_H nur
für eine Halte-Zeitdauer erhöhte Motordrehzahl n_H aufrechterhalten, welche gegenüber
der Anforderungs-Zeitdauer Δt_A kürzer ist. Außerdem wird die aktuelle Drehzahl n_akt
mit einer geringeren Anstiegsgeschwindigkeit m_an erhöht als dies angefordert wurde,
um einen Mehrverbrauch an Kraftstoff und eine Mehrbelastung des Antriebsmotors zu
begrenzen.
[0041] In Fig. 5 ist für den Zeitpunkt t
15 eine höhere Drehzahl n_A angefordert. Tatsächlich wird die Drehzahl n mit einer niedrigeren
Anstiegsgeschwindigkeit m_an angehoben bis zum Zeitpunkt t
25. Dort verbleibt die Motordrehzahl n zunächst auf einer erhöhten Drehzahl n_H unterhalb
der Grenz-Drehzahl n_G, da hier ein weiteres Absenken der Motordrehzahl n angefordert
wurde und ständige Wechsel der Motordrehzahlen vermieden werden sollen. Ab dem Zeitpunkt
t
35 ist die angeforderte Drehzahl wieder größer als die zwischen t
25 und t
35 realisierte erhöhte Drehzahl n_H. Die Motordrehzahl n steigt deshalb weiter an und
wird im Zeitpunkt t
45 als erhöhte Motordrehzahl n_H begrenzt aufgrund der vorbestimmten Grenz-Drehzahl
n_G. Zwischen den Zeitpunkten t
45 und t
55 bleibt die erhöhte Motordrehzahl n_H für die Halte-Zeitdauer Δt_H aufrechterhalten.
Danach wird die erhöhte Motordrehzahl n_H mit der Absenkgeschwindigkeit m_ab wieder
reduziert. Für den Zeitpunkt t
65 wird erneut eine Erhöhung der Motordrehzahl n angefordert mit einem Wert n_A oberhalb
der Grenz-Drehzahl n_G. Entsprechend wird die Motordrehzahl wieder mit einer Anstiegsgeschwindigkeit
m_an erhöht mit einer Begrenzung durch die Grenz-Drehzahl n_G (Zeitpunkt t
75). Nach Ablauf der Halte-Zeitdauer Δt_H im Zeitpunkt t
85 wird die erhöhte Motordrehzahl n_H wieder mit einer Absenkgeschwindigkeit m_ab abgesenkt.
[0042] In Fig. 6 wird für den Zeitpunkt t16 eine höhere Motordrehzahl n_A oberhalb der Grenz-Drehzahl
n_G angefordert. Folglich wird die Motordrehzahl n mit einer vorbestimmten Anstiegsgeschwindigkeit
m_an erhöht mit der Grenz-Drehzahl n_G als erhöhte Motordrehzahl n-H. Die Halte-Zeitdauer
Δt_H beginnt im Zeitpunkt t
26 und endet im Zeitpunkt t
36. Da für diesen letzteren Zeitpunkt erneut eine höhere Drehzahl n_A oberhalb der Grenz-Drehzahl
n_G angefordert wurde, bleibt die erhöhte Motordrehzahl n_H weiter aufrechterhalten.
In Fig. 6 bleibt sie für eine weitere Halte-Zeitdauer Δt_H aufrechterhalten.
[0043] In Fig. 7 entspricht der Wert der erhöhten Motordrehzahl n_H dem Wert der angeforderten
höheren Motordrehzahl n_A, da letzterer unterhalb der Grenz-Drehzahl n_G liegt. Ab
dem Zeitpunkt t
17 bleibt die erhöhte Motordrehzahl n_H für den Zeitraum der Halte-Zeitdauer Δt_H aufrechterhalten.
Da bei Ablauf dieser ersten Halte-Zeitdauer Δt_H im Zeitpunkt t
27 immer noch eine höhere Motordrehzahl n_A angefordert wird, bleibt die erhöhte Motordrehzahl
n_H - analog zum Alauf in Fig. 6 - für eine weitere Halte-Zeitdauer Δt_H aufrechterhalten.
[0044] Fig. 8 zeigt dieselbe angeforderte höhere Motordrehzahl n_A mit derselben Anforderungs-Zeitdauer
Δt_A wie in Fig. 7. Das Aufrechterhalten der erhöhten Motordrehzahl n_H über ein Vielfaches
der Halte-Zeitdauer Δt_H hat in Fig. 7 jedoch den Nachteil, dass sie über eine längere
Zeitdauer aufrechterhalten wird als mit der Anforderungs-Zeitdauer Δt_A angefordert
worden ist. Um in solchen Fällen kraftstoffsparend vorzugehen, können die Zeitintervalle
für die Aufrechterhaltung der erhöhten Motordrehzahl n_H im Arbeitsblock 26 vorzugsweise
nach folgendem Prinzip vorbestimmt oder ermittelt werden:
Ist die Anforderungs-Zeitdauer Δt_A kleiner als die Halte-Zeitdauer Δt_H, wird die
erhöhte Motordrehzahl n_H über den Zeitraum einer einzigen Halte-Zeitdauer Δt_H aufrechterhalten.
Ist die Anforderungs-Zeitdauer Δt_A gleich groß oder größer als die Halte-Zeitdauer
Δt_H, wird die erhöhte Motordrehzahl n_H über den Zeitraum der Anforderungs-Zeitdauer
Δt_A aufrechterhalten. In Fig. 8 bedeutet dies, dass die erhöhte Motordrehzahl n_H
nach Ablauf der Halte-Zeitdauer Δt_H nur noch für den Zeitraum t
28 bis t
38 aufrechterhalten wird, wobei der Zeitraum t
18 bis t
38 der Anforderungs-Zeitdauer Δt_A entspricht. Dieses Prinzip einer Verkürzung des Zeitintervalls
- und damit einer Begrenzung des temporär erhöhten Kraftstoffverbrauchs - für die
Aufrechterhaltung der erhöhten Motordrehzahl n_H lässt sich selbstverständlich auch
bei anderen Varianten einer Erhöhung der Motordrehzahl n, z.B. bei den Varianten gemäß
Fig 4 bis Fig. 7, anwenden.
1. Verfahren zur Steuerung einer Drehzahl (n) eines Antriebsmotors eines Nutzfahrzeugs
(10) mit einer antreibbaren Ladeeinrichtung (12), wobei
- ein Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung (12) prädiziert oder erkannt wird, und
- bei prädiziertem oder erkanntem Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung (12) eine Erhöhung
der Motordrehzahl (n_A) des Antriebsmotors angefordert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Motordrehzahl (n) eine Leerlauf-Drehzahl (n_L) bei Stillstand des Nutzfahrzeugs
(10) ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei erhöhter Motordrehzahl (n_H) diese wieder reduziert wird, wenn eine vorbestimmte
Warte-Zeitdauer (Δt_W) abgelaufen ist und bis zum Ablauf dieser Warte-Zeitdauer (Δt_W)
kein Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung (12) angefordert worden ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bewegungsantrieb der Ladeeinrichtung (12) in Abhängigkeit eines detektierten
Zustandssignals (S_Z) prädiziert oder erkannt wird, wobei das Zustandssignal (S_Z)
einen Betriebszustand der Ladeeinrichtung (12) signalisiert.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Ladeeinrichtung (12) hydraulisch angetrieben wird,
- ein Soll-Hydraulikfluss (F S) einer hydraulischen Antriebspumpe (30) des Nutzfahrzeugs
(10) in Abhängigkeit des prädizierten oder erkannten Bewegungsantriebs der Ladeeinrichtung
(12) ermittelt wird, und
- die Erhöhung der Motordrehzahl (n_A) in Abhängigkeit des ermittelten Soll-Hydraulikflusses
(F_S) angefordert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Soll-Hydraulikfluss (F_S) in Abhängigkeit eines detektierten Ventil-Steuersignals
(S_V) für mindestens ein hydraulisches Ventil der Ladeeinrichtung (12) ermittelt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass der Soll-Hydraulikfluss (F_S) in Abhängigkeit mindestens eines der folgenden Merkmale
ermittelt wird:
- einer angeforderten Antriebsbewegung (S_Bew) der Ladeeinrichtung (12),
- einer Antriebscharakteristik (S_Ch) der Ladeeinrichtung (12),
- einer angeforderten Soll-Position (Pos_S) der Ladeeinrichtung (12).
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Soll-Hydraulikfluss (F_S) in Abhängigkeit von mindestens einem hydraulischen
Aggregat (S_L, S_B) des Nutzfahrzeugs (10) ermittelt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhöhung der Motordrehzahl (n_A) für eine Anforderungs-Zeitdauer (Δt_A) angefordert
wird, welche in Abhängigkeit des ermittelten Soll-Hydraulikflusses (F_S) ermittelt
wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erhöhte Motordrehzahl (n_H) kleiner oder gleich einer vorbestimmten Grenz-Drehzahl
(n_G) ist.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Motordrehzahl (n) mit einer vorbestimmten Anstiegsgeschwindigkeit (m_an) erhöht
wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Motordrehzahl (n_H) nach ihrer Erhöhung mit einer vorbestimmten Absenkgeschwindigkeit
(m_ab) abgesenkt wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erhöhte Motordrehzahl (n_H) für eine Halte-Zeitdauer (Δt_H) aufrechterhalten
wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die erhöhte Motordrehzahl (n_H) nach Ablauf der Halte-Zeitdauer (Δt_H) weiter aufrechterhalten
wird, wenn im Zeitpunkt des Ablaufs der Halte-Zeitdauer (Δt_H) die angeforderte Motordrehzahl
(n_A) mindestens so groß ist wie die erhöhte Motordrehzahl (n_H).
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ladeeinrichtung einen Frontlader (12) aufweist, insbesondere aus einem Frontlader
(12) besteht.