[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Vakuumsystem zur Erzeugung von zumindest einem
Hochvakuum in einem Rezipienten mit zumindest einer Endvakuumpumpe zur Erzeugung von
zumindest dem Hochvakuum und einer Vorvakuumpumpe zur Erzeugung von zumindest einem
Feinvakuum und mit einer betriebsabhängig gesteuerten Ventileinrichtung zum druckdichten
Verschließen des Rezipienten bei einer Betriebsstörung, wobei Rezipient, Endvakuumpumpe,
Vorvakuumpumpe und Ventileinrichtung über eine druckdichte Verbindungsleitung miteinander
in Reihe geschaltet sind und wobei zur Erhaltung des Hochvakuums im Rezipienten während
einer Betriebsstörung die betriebsabhängig gesteuerte Ventileinrichtung zumindest
ein erstes Ventil mit einer ersten Verzögerungseinrichtung, an der eine Zeitkonstante
einstellbar ist, aufweist, das zwischen der Endvakuumpumpe und der Vorvakuumpumpe
angeordnet ist.
[0002] In der Vakuumtechnik ist der Rezipient eine vakuumdichte Kammer aus Glas oder in
der Regel Edelstahl, in der nach Absaugen der enthaltenen Gase mit Hilfe von Vakuumpumpen
ein technisches Vakuum herrscht. Im Gegensatz zu einem idealen partikelfreien Vakuum
ist ein technisches Vakuum mit Restpartikeln mit technischen Mittel erreichbar. Zur
Erzeugung extremer technischer Vakua kann die Vakuumkammer auch hochgeheizt oder tiefgekühlt
werden. An das Feinvakuum FV (1 bis 10
-3 hPa (mbar)) schließt sich das Hochvakuum HV (10
-3 bis 10
-7 hPa (mbar)) an. Es folgen Ultrahochvakuum UHV (10
-7 bis 10
-12 hPa (mbar)) und extrem hohes Vakuum XHV (< 10
-12 hPa (mbar)). Eine häufige Anwendung für einen Rezipienten mit einem Hochvakuum ist
die Massenspektrometrie, ein Verfahren zur Massebestimmung von Atomen oder Molekülen
zur Charakterisierung von chemischen Verbindungen, wie sie beispielsweise in der Biochemie,
Geologie und Klimatologie benötigt wird. Das zum Betrieb eines Massenspektrometers
erforderliche Hochvakuum wird heute in der Regel durch die Reihenschaltung einer Turbomolekularpumpe
mit einer Drehschieberpumpe erzeugt. Dabei erzeugt die Turbomolekularpumpe als Endvakuumpumpe
auf ihrer Ansaugseite das Endvakuum im Rezipienten und die Drehschieberpumpe als Vorvakuumpumpe
auf ihrer Ansaugseite das Feinvakuum auf der Ausstoßseite der Turbomolekularpumpe.
Auf ihrer Ausstoßseite arbeitet die Drehschieberpumpe gegen den Atmosphärendruck.
[0003] Bei einem Hochvakuum befinden sich nur noch sehr wenige, nämlich 10
13 bis 10
9 Moleküle in 1 cm
3 Volumen. Daher ist es technisch sehr aufwändig und zeitlich sehr langwierig, ein
derart qualitativ hochwertiges Vakuum zu erzeugen. Der Normalfall bei einer Betriebsstörung
des Vakuumsystems, insbesondere bei einem Funktionsausfall der Vakuumpumpen durch
einen Stromausfall oder durch eine Verschmutzung oder Beschädigung, besteht in der
Auflösung des Vakuums durch langsames vollständiges oder teilweises Belüften der Vakuumkammer.
Nach Behebung der Betriebsstörung muss aber der zeitaufwändige Prozess zur Erreichung
eines erneuten Vakuums in der Vakuumkammer durchfahren werden. Gegebenenfalls müssen
auch die Vakuumkammer und ihre Peripherie zunächst gereinigt werden, wenn Materiepartikel
aus den Pumpen oder der Umgebung in den Rezipient rückdiffundiert sind. Dies alles
sind extrem unerwünschte Störungen in einem Messbetrieb. Dementsprechend ist es erstrebenswert
und von großem Vorteil, ein erzeugtes Vakuum in einer Vakuumkammer auch bei einer
Betriebsstörung des Vakuumsystems aufrechtzuerhalten. Dafür werden im Stand der Technik
verschiedene Lösungen angeboten.
Stand der Technik
[0004] Als Alternative zur vollständigen oder auch teilweisen Belüftung des Rezipienten
bei einer Betriebsstörung wird im Stand der Technik unter anderem vorgeschlagen, die
Vakuumpumpen zu belüften. Erreichen diese Umgebungs- bzw. Atmosphärendruck, können
dann Wasser- oder Ölnebel oder -dämpfe bei nasslaufenden Vakuumpumpen und Gase bei
mit Gasballast arbeitenden Vakuumpumpen nicht in den Rezipienten eingesogen werden.
Ohne Vorsehen weiterer Ventile wird dabei zwangsläufig dann aber auch der Rezipient
belüftet. Eine Belüftung des Rezipienten wird vermieden gemäß der
DE 38 17 581 A1, die eine spezielle Ventileinrichtung mit einem Magnetventil und einem Federventil
mit Puffervolumen zwischen dem Rezipienten und der Vakuumpumpe offenbart. Bei einem
Stromausfall wird die Vakuumpumpe über das sich öffnende Magnetventil belüftet und
gleichzeitig der Rezipient über das sich schließende Federventil verschlossen, sodass
das Hochvakuum im Rezipienten während er Betriebsstörung erhalten bleibt. Nach Rückkehr
des Stroms wird zunächst das Magnetventil geschlossen, sodass die Belüftung der Vakuumpumpe
beendet wird. Erst, wenn die Vakuumpumpe wieder ihren Betriebszustand erreicht hat,
wird das Federventil für den Rezipienten wieder geöffnet. Ähnliches ist aus der
DD 271 545 A1 bekannt, die die Anordnung einer speziellen Ventileinrichtung mit einem Federventil
und einem eigenen Belüftungsventil zwischen Rezipient und Drehschieberpumpe beschreibt,
über die bei einem Stromausfall der Rezipient druckdicht verschlossen und die Drehschieberpumpe
möglichst schnell belüftet wird. Nach Rückkehr des Stroms wird die Belüftung der Drehschieberpumpe
verschlossen und der Rezipient erst wieder geöffnet, wenn zwischen Rezipient und Drehschieberpumpe
nahezu der gleiche Druck herrscht. In beiden Fällen handelt es sich um spezielle und
relativ aufwändige technische Konstruktionen eines Vakuum-Sicherheitsventils mit einem
elektromechanischen Antrieb.
[0005] Weiterhin ist es beispielsweise aus der
DE 100 48 210 B4 oder der
DE 199 29 519 A1 bekannt, eine Vorvakuumpumpe sowohl als Vorstufe für eine Endvakuumpumpe hinter einem
Rezipienten als auch direkt für einen parallelen Vorrezipienten in einem gemeinsamen
Aufbau einzusetzen, wie er beispielsweise für Schleusungsvorgänge in den Rezipienten
benötigt wird. Dazu ist ein Magnetventil zwischen der Endvakuumpumpe und der Vorvakuumpumpe
angeordnet. Dieses riegelt die Endvakuumpumpe und damit den Rezipienten druckdicht
ab, wenn die Vorvakuumpumpe für den Vorrezipienten arbeitet.
[0006] Weiterhin ist es aus der Veröffentlichung. "
Neues Hochvakuum für CCD-Kamera 2" von H.R. Schäfer (im Internet abgerufen 22.04.2017
unter der URL http://www.harpoint-observatory.com/deutsch/publikationen/kameraevakuierung.pdf) bekannt, in einem Laboraufbau die Vakuumkammer einer CCD-Kamera als Rezipienten
erneut zu evakuieren, wenn das herstellerseitig implementierte Hochvakuum nachgelassen
hat. Das erneute Hochvakuum wird zweistufig mittels einer Turbomolekularpumpe als
Endvakuumpumpe und einer ölgeschmierten Drehschieberpumpe als Vorvakuumpumpe erzeugt.
Um bei einem Stromausfall oder einer sonstigen Betriebsstörung der beiden Vakuumpumpen
ein Verschmutzen des Rezipienten zu vermeiden, ist direkt hinter dem Rezipienten ein
einfaches Hochvakuum-Magnetventil angeordnet, das bei einer Betriebsstörung sofort
geschlossen wird. Rezipient, Magnetventil, Endvakuumpumpe und Vorvakuumpumpe sind
über eine abzweiglose druckdichte Verbindungsleitung miteinander in Reihe geschaltet.
Das Magnetventil ist elektrisch mit dem Alarmausgang der Steuerelektronik der Turbomolekularpumpe
verbunden. Da die Turbomolekularpumpe im Hochvakuum nahezu reibungsfrei arbeitet,
braucht sie bei einem Stromausfall eine gewisse Zeit, bis sie die volle Drehzahl und
damit das Hochvakuum verliert. Daher ist die Schließzeit des Magnetventils zur Vermeidung
von Rückdiffusion in den Rezipienten völlig ausreichend. Zur erneuten Evakuierung
wird das Magnetventil zunächst geschlossen und die beiden Vakuumpumpen hochgefahren.
Nach ca. 20 min. Betriebszeit wird das Magnetventil dann geöffnet und Hochvakuum im
Rezipienten erzeugt. Da es sich im Stand der Technik um einen einmaligen Vorgang zur
dauerhaften Erreichung des Hochvakuums in der CCD-Kamera handelt, kann eine derart
lange Verzögerungszeit bis zur Öffnung des Magnetventils durchaus in Kauf genommen
werden. Außerdem könnten Kontaminierungen, die bis zum Öffnen des Magnetventils direkt
hinter dem Rezipienten über die Drehschieberpumpe in die Turbomolekularpumpe vordringen
konnten, beim Öffnen des Magnetventils in den Rezipienten gelangen, was entweder zu
einer Verlängerung der Pumpzeit bis zum Erreichen des Endvakuums oder sogar zu Verschmutzungen
führen kann.
[0007] Der der Erfindung nächstliegende Stand der Technik wird in der
DE 199 13 593 A1 beschrieben. Hieraus ist ein Vakuumsystem bekannt, das der Erzeugung von einem Hochvakuum
dient. Das Vakuumsystem umfasst einen Rezipienten, eine Endvakuumpumpe zur Erzeugung
des Endvakuums, eine Vorvakuumpumpe zur Erzeugung eines Feinvakuums und eine betriebsabhängig
gesteuerte Ventileinrichtung zum druckdichten Verschließen des Rezipienten bei einer
Betriebsstörung. Dabei sind Rezipient, Endvakuumpumpe, Vorvakuumpumpe und Ventileinrichtung
über eine druckdichte Verbindungsleitung miteinander in Reihe geschaltet. Zur Erhaltung
des Hochvakuums im Rezipienten während einer Betriebsstörung weist die betriebsabhängig
gesteuerte Ventileinrichtung ein Ventil mit einer Verzögerungseinrichtung auf, an
der eine Zeitkonstante einstellbar ist. Das Ventil ist zwischen der Endvakuumpumpe
und der Vorvakuumpumpe angeordnet. Das bekannte Vakuumsystem arbeitet als aktives
System durchgängig druckabhängig. Druckverändernde Betriebsstörungen, wie beispielsweise
ein mechanisch- oder verschmutzungsbedingter Teil- oder Vollausfall der Vorvakuumpumpe,
werden von einem kapazitiven Drucksensor, der in einem Abzweig in der Verbindungsleitung
zwischen der Endvakuumpumpe und dem Ventil angeordnet ist, detektiert und in einer
Steuereinrichtung verarbeitet. Wenn ein ungewollter Druckanstieg auftritt, ist das
Ventil bereits geöffnet. Die Steuereinrichtung erzeugt bei Erreichen eines Fehlerschwellenwerts
einen Steuerbefehl, der den anliegenden Steuerbefehl zum Öffnen des Ventils übersteuert
und das Ventil nach der sich entsprechend einstellenden Zeitverzögerung aktiv schließt.
Detektiert der Drucksensor einen Druckwert, der wieder unterhalb des Fehlerschwellenwerts
liegt, wird nach einer an der Verzögerungseinrichtung konstant eingestellten Zeitverzögerung,
in der die Vorvakuumpumpe die Verbindungsleitung zum Ventil evakuiert, das Ventil
wieder durch einen Steuerbefehl geöffnet. Das bekannte Vakuumsystem ist somit ein
aktives System und benötigt für seine korrekte Funktionsweise immer eine Stromzufuhr.
Bei einem Stromausfall kann es nicht agieren, weil keine Steuerbefehle für das Ventil
generiert werden können. Das Vakuumsystem verharrt in seinem Zustand bei Stromausfall.
Aufgabenstellung
[0008] Ausgehend von dem zuvor erläuterten nächstliegenden Stand der Technik ist die Aufgabe
für die vorliegende Erfindung darin zu sehen, das eingangs beschriebene gattungsgemäße
Vakuumsystem so weiterzubilden, dass es für einen professionellen Messaufbau mit dauerhaften
Messkampagnen geeignet ist und die druckdichte Aufrechterhaltung von einem im Rezipienten
herrschenden Hochvakuum bei einem Stromausfall als Betriebsstörung mit einem Ausfall
der Vakuumpumpen sicher gewährleistet. Dabei sollen einfache und handelsübliche Mittel
eingesetzt werden. Die Lösung für diese Aufgabe ist dem Hauptanspruch zu entnehmen.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen aufgezeigt
und im Folgenden im Zusammenhang mit der Erfindung näher erläutert.
[0009] Das beanspruchte Vakuumsystem ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass die
Verbindungsleitung abzweiglos ausgebildet ist, das Ventil bei einem Stromausfall als
Betriebsstörung unverzögert automatisch geschlossen und nach Behebung des Stromausfalls
zeitverzögert mit der an der ersten Verzögerungseinrichtung einstellbaren Zeitkonstante
automatisch geöffnet wird und dass zumindest die Endvakuumpumpe kein eigenes Belüftungsventil
aufweist.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Vakuumsystem ist die Verbindungsleitung zwischen Rezipient,
Endvakuumpumpe, Vorvakuumpumpe und Ventileinrichtung abzweiglos ausgebildet. Insbesondere
sind keine Drucksensoren vorgesehen, die nur unter Stromzufuhr arbeiten und zusätzliche
Verzögerungen erzeugen. Deshalb kann das beanspruchte Vakuumsystem zwar nicht auf
Betriebsstörungen mit hervorgerufenen Druckschwankungen reagieren, dafür aber umso
schneller auf einen Stromausfall. Dabei schließt das Ventil schlagartig automatisch,
d.h. ohne Steuerbefehl selbsttätig, und schützt damit nicht nur den Rezipienten, sondern
auch die Endvakuumpumpe, die bei der Erfindung kein eigenes Belüftungsventil aufweist.
Sowohl im Rezipienten als auch in der Endvakuumpumpe wird zuverlässig über mehrere
Stunden bzw. während des gesamten Stromausfalls das herrschende Hochvakuum aufrechterhalten.
Ist der Stromausfall beendet, werden Rezipient und Endvakuumpumpe nicht sofort wieder
freigegeben. Dies erfolgt erst nach einer vorgegebenen Zeitverzögerung, sodass sichergestellt
ist, dass sich die Vorvakuumpumpe bereits wieder im Betriebszustand befindet. Die
Zeitverzögerung wird an der ersten Verzögerungseinrichtung am ersten Ventil eingestellt.
Hierbei kann es sich beispielsweise um eine handelsübliche Zeitschaltuhr handeln.
Somit kann das Sicherheitssystem des erfindungsgemäßen Vakuumsystems als einfacher,
kostengünstiger Block ausgebildet sein, der lediglich aus dem Ventil und einer einfachen
Zeitschaltuhr besteht. Ein derartiger Block eignet sich besonders gut für die Nachrüstung
von bestehenden Vakuumsystemen.
[0011] Eine Belüftung der Endvakuumpumpe und/oder der Vorvakuumpumpe ist bei der Erfindung
nicht zwingend erforderlich. Für bestimmte Betriebszustände unabhängig vom Normalbetrieb,
beispielsweise einer Wartung mit einer Belüftung des Rezipienten, ist es gemäß einer
ersten Fortbildung der Erfindung aber bevorzugt und vorteilhaft, wenn das erste Ventil
auch als Belüftungsventil der Endvakuumpumpe ausgebildet ist, wobei die Belüftungsfunktion
bei Stromausfall unterdrückt ist. Bei solchen Betriebszuständen wird dann zunächst
die Vorvakuumpumpe aus dem Betrieb genommen, sodass beim Belüften der Endvakuumpumpe
keine Verschmutzungen von der Vorvakuumpumpe eindiffundieren können.
[0012] Gemäß einer nächsten vorteilhaften Ausbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die betriebsabhängig gesteuerte Ventileinrichtung ein zweites Ventil mit einer zweiten
Verzögerungseinrichtung aufweist, das auf der von der Endvakuumpumpe abgewandten Seite
der Vorvakuumpumpe angeordnet ist und bei Stromausfall unverzögert geschlossen und
nach Behebung des Stromausfalls zeitverzögert mit einer einstellbaren Zeitkonstante
geöffnet wird, wobei auch die Vorvakuumpumpe kein eigenes Belüftungsventil aufweist.
Die Zeitverzögerung wird an der zweiten Verzögerungseinrichtung am zweiten Ventil
eingestellt. Hierbei kann es sich ebenfalls beispielsweise um eine handelsübliche
Zeitschaltuhr handeln. Bei dieser Ausgestaltung wird sichergestellt, dass bei Stromausfall
auch in der Vorvakuumpumpe das Vorvakuum erhalten bleibt, sodass nach Stromrückkehr
das gesamte Vakuumsystem sofort wieder betriebsbereit ist. Eine Belüftung der Vorvakuumpumpe
ist ebenfalls nicht zwingend erforderlich. Um aber auch bei dieser Variante die Belüftung
der Vorvakuumpumpe für spezielle Betriebszustände ermöglichen zu können, ist es gemäß
einer nächsten Erfindungsausgestaltung vorteilhaft und bevorzugt, wenn das zweite
Ventil auch als Belüftungsventil der Vorvakuumpumpe ausgebildet ist, wobei die Belüftungsfunktion
bei Stromausfall unterdrückt ist. Eine Belüftung ist damit - wie bei der Endvakuumpumpe-nur
außerhalb eines Stromausfalls, beispielsweise bei einem Wartungsvorgang möglich. Während
eines unerwünschten Stromausfalls hingegen wird das Vakuum sicher gehalten und nicht
belüftet.
[0013] Werden sowohl die Endvakuumpumpe als auch die Vorvakuumpumpe mit schnell schließenden
Ventilen versehen und besitzen beide Vakuumpumpen keine eigenen Belüftungsventile,
so kann mit der Erfindung bei einem plötzlichen Stromausfall das Hochvakuum im Rezipienten
und damit die schnellstmögliche Betriebsaufnahme nach Beendigung des Stromausfalls
sicher garantiert werden. Damit wird die kürzestmögliche Betriebsunterbrechung einer
laufenden Messung beispielsweise in einem Massenspektrometer als Rezipienten erreicht,
was für den Betreiber des Vakuumsystems Zeit und Kosten spart. Dabei ist es denkbar,
dass der Betreiber von dem Stromausfall zunächst überhaupt keine Kenntnis nimmt. Um
nach Stromrückkehr automatisch zu gewährleisten ist, dass keine Rückdiffusion in die
Vorvakuumpumpe, die Endvakuumpumpe und schlussendlich in den Rezipienten erfolgen
kann, bis die Vakuumpumpen wieder vollständig angelaufen sind, ist bei der Erfindung
vorgesehen, die Ventile nach Rückkehr des Stroms zeitverzögert zu öffnen. Dabei ist
es gemäß einer weiteren Erfindungsausgestaltung bevorzugt und vorteilhaft, wenn die
Zeitkonstante bei der Zeitverzögerung der ersten Verzögerungseinrichtung des ersten
Ventils und/oder der zweiten Verzögerungseinrichtung des zweiten Ventils in einem
Bereich zwischen 8s und 12s, insbesondere 10 s, eingestellt sind. Wenn nur die Endvakuumpumpe
durch das erste Ventil abgedichtet ist, die Vorvakuumpumpe bei Stromausfall aber belüftet
wird, ist es sinnvoll, wenn die beide Vakuumpumpen zunächst 8s bis 12s, insbesondere
10 s, laufen, bevor das erste Ventil geöffnet wird und die Verbindung zur Endvakuumpumpe
freigibt. Anstehende Verschmutzungen in der Vorvakuumpumpe oder am ersten Ventil können
so vor Öffnen des ersten Ventils vor der Endvakuumpumpe zunächst von der Vorvakuumpumpe
abgesaugt werden. Wenn auch die Vorvakuumpumpe durch das zweite Ventil bei Stromausfall
geschlossen wurde, können keine Verschmutzungen eindringen und maximal vor dem zweiten
Ventil anstehen. Damit diese beim Wiederanlauf aber nicht in die Vorvakuumpumpe eingesogen
werden, ist es auch hier sinnvoll, dass beide Vakuumpumpen erst 8s bis 12s, insbesondere
10 s, laufen, bevor dann beide Ventile geöffnet werden. Andere Zeitkonstanten zur
Einstellung der Verzögerungszeit an den beiden Ventilen sind ohne weiteres möglich.
Diese können länger, aber auch kürzer oder auch an beiden Ventilen unterschiedlich
sein. Weiterhin ist es bevorzugt und vorteilhaft, wenn beide Verzögerungseinrichtungen
in einer gemeinsamen Steuereinrichtung integriert sind sind. Dann wird beispielswiese
mit einer gemeinsamen Zeitschaltuhr als Teil der Ventileinrichtung die Öffnungszeit
des ersten und des zweiten Ventils gesteuert.
[0014] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Ventile mit speziellen Konstruktionen
zur Umsetzung ihrer besonderen Funktionen, beispielsweise Vakuumpumpe belüften und
Rezipient abdichten, bekannt. Bei der Erfindung hingegen können besonders vorteilhaft
und bevorzugt einfache Magnetventile eingesetzt werden, die elektropneumatisch betrieben
werden. Bei Magnetventilen handelt es sich um kommerziell beziehbare Ventile ohne
Sonderkonstruktionen. Bei einer elektropneumatischen Betätigung wird ein elektrisches
Signal in ein pneumatisches Signal umgewandelt. Diese Ventile besitzen ein direkt
betätigtes Ventil, das nach Eingang eines elektrischen Signals eine pneumatische Betätigung
ansteuert. Der große Vorteil bei einer pneumatischen Betätigung ist die extrem kurze
Schließzeit solcher Ventile. Im Falle eines Stromausfalls ist es bei der Erfindung
bevorzugt und vorteilhaft, wenn zumindest das erste Ventil elektrisch mit einem Alarmausgang
der Endvakuumpumpe und/oder der Vorvakuumpumpe verbunden ist. Ein auftretendes Störsignal
löst dann automatisch das erste Ventil aus. Dieses wird schlagartig geschlossen und
sichert das Hochvakuum im Rezipienten. Dies gilt auch für das zweite Ventil, wenn
dieses auch mit dem Alarmausgang der Endvakuumpumpe und/oder der Vorvakuumpumpe verbunden
ist. Dadurch und durch die pneumatische Unterstützung kann eine besonders schnelle
Schließung der Ventile bei einem plötzlichen Stromausfall und damit eine besonders
gute Erhaltung des Hochvakuums im Rezipienten gewährleistet werden. Im Betriebsfall
werden die Magnetventile durch den Stromfluss offengehalten.
[0015] Weiterhin ist es bei der Erfindung bevorzugt und vorteilhaft, wenn die Endvakuumpumpe
von einer Turbomolekularpumpe gebildet ist. Bei einer Molekularpumpe wird der Effekt
ausgenutzt, dass auf eine Wandung auftreffende Teilchen eine kurze Zeit zwischen Adsorption
und Desorption an der Wandung verharren. Bei der Turbomolekularpumpe handelt es sich
um eine trockenlaufende Gastransferpumpe, die aus einer ein- oder mehrstufig abwechselnden
Anordnung von schrägstehenden Leitblechen als Statoren besteht, zwischen denen Rotoren
mit schrägstehenden Rotorblättern laufen. Die Geschwindigkeit der Rotorblätter liegt
ungefähr in der Größenordnung der mittleren thermischen Geschwindigkeit der zu evakuierenden
Gasmoleküle. Die Pumpwirkung resultiert nun daraus, dass den vorhandenen Atomen und
Teilchen während ihres Verharrens auf den schrägen Flächen Impulse mit einer axialen
Komponente zugefügt werden. Dadurch werden sie durch den Pumpenraum und damit aus
dem Rezipienten herausbefördert. Weiterhin ist es bei der vorliegenden Erfindung bevorzugt
und vorteilhaft, wenn die Vorvakuumpumpe als nasslaufende Drehschieberpumpe, insbesondere
ölgedichtet, ausgebildet ist. Hierbei handelt es sich nasslaufende Verdrängerpumpe,
die aus einem Hohlzylinder als Stator besteht, in dem ein weiterer Zylinder als Rotor
rotiert, der von einem Exzenter entlang der Gehäusewand geführt wird. Der Kolben ist
mit einem hohlen Schieber verbunden, welcher schwenkbar im Gehäuse gelagert ist und
den sichelförmigen Arbeitsraum in eine Saugseite und eine Druckseite aufteilt. Die
Vakuumpumpe ist mit Öl gefüllt, das deren Schmierung gewährleistet und zur Abdichtung
des Pumpenraums und des Druckventils dient. Bei Stromausfall kann es aber dazu kommen,
dass Ölnebel in den Vakuumbereich diffundieren und zu unerwünschten Verschmutzungen
führen. Nähere Erläuterungen zur Ausführung des mit der Erfindung beanspruchten Vakuumsystems
und seinen Komponenten sind den nachfolgend erläuterten Ausführungsbeispielen zu entnehmen.
Ausführungsbeispiele
[0016] Nachfolgend werden das Vakuumsystem zur Erzeugung von zumindest einem Hochvakuum
in einem Rezipienten nach der Erfindung und seine vorteilhaften Modifikationen anhand
der schematischen Figuren zum besseren Verständnis der Erfindung noch weitergehend
erläutert. Dabei zeigt die
- Fig. 1
- den schematischen Aufbau eines zweistufigen Vakuumsystems mit einem Ventil,
- Fig. 2
- den schematischen Aufbau eines zweistufigen Vakuumsystems mit zwei Ventilen und
- Fig. 3
- den schematischen Aufbau eines zweistufigen Vakuumsystems mit zwei Ventilen, die gleichzeitig
als Belüftungsventile fungieren.
[0017] In der
Fig. 1 ist ein zweistufiges Vakuumsystem
01 dargestellt, das der Erzeugung eines Hochvakuums P
vac in einem Rezipienten
02 dient. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Rezipient
02 (Vakuumkammer) Teil eines nicht weiter dargestellten Massenspektrometers, mit dem
die Zusammensetzung von Eisbohrkernen analysiert werden soll. An den Rezipienten
02 ist eine Endvakuumpumpe
03 angeschlossen, beispielsweise eine Turbomolekularpumpe
04. Auf ihrer Ansaugseite erzeugt die Endvakuumpumpe
03 das Hochvakuum P
vac, das im Inneren des Rezipienten
02 herrscht. Auf ihrer Ausstoßseite steht ein Druck P
vor eines Feinvakuums (Vorvakuum) an, der von einer vorgeschalteten Vorvakuumpumpe
05 erzeugt wird. Hier handelt es sich im gezeigten Ausführungsbeispiel um eine ölgedichtete
Drehschieberpumpe
06. Diese arbeitet zwischen den Drücken P
vor auf ihrer Ansaugseite und dem Umgebungsdruck P
a auf ihrer Ausstoßseite. Zwischen der Endvakuumpumpe
03 und der Vorvakuumpumpe
05 ist eine betriebsabhängig gesteuerte Ventileinrichtung
07 zum druckdichten Verschließen des Rezipienten
02 bei einem Stromausfall angeordnet. Alle Komponenten Rezipient
02, Endvakuumpumpe
03, Vorvakuumpumpe
05 und Ventileinrichtung
07 sind über eine abzweiglose druckdichte Verbindungsleitung
08 miteinander in Reihe geschaltet. Das herrschende Druckgefälle wird durch die Pfeile
(Pumprichtung) angedeutet. Durch die Linearität der Verbindungsleitung 08 ist sicher
gewährleistet, dass bei Stromausfall das Hochvakuum P
vac sicher aufrechterhalten wird und nicht über abzweigende Verbindungsleitungen, beispielsweise
zu weiteren Druckkammern mit Schleusenfunktionen, belüftet wird. Andere Vakuumsysteme
01 können auch drei- oder mehrstufig ausgebildet sein, je nach Einsatzfall und Leistungsfähigkeit
der eingesetzten Vakuumpumpen
03,
05.
[0018] In der
Fig. 1 ist weiterhin schematisch dargestellt, dass zur Erhaltung des Hochvakuums im Rezipienten
02 während eines Stromausfalls die betriebsabhängig gesteuerte Ventileinrichtung
07 zumindest ein erstes Ventil
09 mit einer ersten Verzögerungseinrichtung
10 aufweist. Dieses erste Ventil
09 ist in der unverzweigten Verbindungsleitung
08 zwischen der Endvakuumpumpe
03 und der Vorvakuumpumpe
05 angeordnet. Dieses erste Ventil
09 dient dem Schutz des Rezipienten
02 während eines Stromausfalls, indem es beispielsweise bei einem Stromausfall den Rezipienten
02 druckdicht geschlossen wird und so verhindert, dass das Hochvakuum P
vac in seinem Inneren zerstört wird. Dies ist nämlich normalerweise bei einem Stromausfall
und damit bei einem Aufhören des Pumpbetriebs der Fall: über ein spezielles Belüftungsventil
wird die Endvakuumpumpe
03 langsam belüftet, um zu vermeiden, dass Ölnebel von der Vorvakuumpumpe
05 zurückschlagen. Bei dem Vakuumsystem
01 nach der Erfindung weist hingegen die Endvakuumpumpe
03 kein eigenes Belüftungsventil auf. Vorhandene Belüftungsventile können einfach durch
Blindstopfen ersetzt werden. Das druckdicht verschlossene erste Ventil
09 sorgt dafür, dass keine Ölnebel in die Endvakuumpumpe
03 eindringen können.
[0019] Bei einem Stromausfall wird das erste Ventil
09 automatisch geschlossen. Dazu ist es beispielsweise über eine elektrische Leitung
11 mit dem Alarmausgang
24 der Endvakuumpumpe
03 elektrisch verbunden. Wird am Alarmausgang der Endvakuumpumpe ein Warnsignal generiert,
weil sich der Pumpenlauf durch Stromausfall bis zum Stilstand verlangsamt, führt dieses
Signal zum sofortigen Schließen des ersten Ventils
09. Weiterhin ist durch eine zweite elektrische Leitung
12 gestrichelt angedeutet, dass ein auslösendes Alarmsignal auch von der Vorvakuumpumpe
05 kommen kann. Dadurch werden beide Vakuumpumpen
03,
05 in ihrem jeweiligen Betriebszustand beobachtet. Das erste Ventil
09 kann seinen Schließbefehl aber auch direkt durch den Stromausfall erhalten. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel handelt es sich bei dem ersten Ventil
09 um ein erstes elektropneumatisch betriebenes Magnetventil
13, das im Betriebsfall unter Strom offen ist. Bei einem Stromausfall fällt eine elektromagnetisch
angezogene Schaltplatte automatisch ab und erzeugt einen pneumatischen Impuls, der
zum sofortigen Schließen des Magnetventils
13 führt.
[0020] Nach Behebung der Betriebsstörung, also nach Rückkehr des Stroms, tritt die Verzögerungseinrichtung
10 in Aktion. Sie ist mit einer Verzögerungszeit T
VZ1 eingestellt und bestimmt den Zeitpunkt, wann das Ventil
09 wieder öffnen darf. In der Regel reicht ein Zeitraum von 8s bis 12s aus, um sicher
zu gewährleisten, dass die Vakuumpumpen
03,
05 wieder ordnungsgemäß arbeiten. Wird das Ventil
09 also wieder bei T
VZ1 = 10s geöffnet, ist sicher gewährleistet, dass keine Ölnebel aus der Vorvakuumpumpe
05 in die Endvakuumpumpe
03 gelangen, weil die Vorkauumpumpe
05 die Ölnebel wieder bereits in Richtung Umgebungsdruck P
a abpumpt.
[0021] In der
Fig. 2 ist eine Ausführungsform der Erfindung aufgezeigt, bei der die betriebsabhängig
gesteuerte Ventileinrichtung
07 ein zweites Ventil
14 mit einer zweiten Verzögerungseinrichtung
15 aufweist, das auf der von der Endvakuumpumpe
03 abgewandten Seite der Vorvakuumpumpe
05 angeordnet ist. Dieses zweite Ventil
14 ist in völliger Analogie zu dem oben beschriebenen ersten Ventil
09 zu sehen, wobei nunmehr auch die Vorvakuumpumpe
05 kein eigenes Belüftungsventil aufweist. Vorhandene Belüftungsventile können einfach
durch Blindstopfen ersetzt werden. Das zweite Ventil
14 erfüllt die gleiche Funktion wie das erste Ventil
09, allerdings ist es der Vorvakuumpumpe
05 zugeordnet. Bei dieser Ausführungsform wird also zusätzlich verhindert, dass das
Feinvakuum P
vor bei einem Stromausfall ausfällt. Nach Stromrückkehr kann also auch die Vorvakuumpumpe
05 schneller wieder in den Betrieb gehen. Entsprechend wird dann über die zweite Verzögerungseinrichtung
15 nach einer Verzögerungszeit T
VZ2 das zweite Ventil
14 wieder geöffnet. Dabei liegt die zweite Verzögerungszeit T
VZ2 wieder in einem Bereich von 10s und ist damit synchron mit der Verzögerungszeit T
VZ1 des ersten Ventils
09. Sie kann aber auch größer oder kleiner sein, je nach Bedarfsfall.
[0022] Angesteuert wird das zweite Ventil
14 über eine dritte elektrische Leitung
16, die mit dem Alarmausgang
25 der Vorvakuumpumpe
05 verbunden ist. Angedeutet ist eine (zusätzliche oder alternative) Aktivierung über
eine vierte elektrische Leitung
17, die wiederum vom Alarmausgang der Endvakuumpumpe
03 kommt. Ebenso kann aber wiederum eine direkte Ansteuerung erfolgen. Bei dem zweiten
Ventil
14 handelt es sich im gezeigten Ausführungsbeispiel um ein zweites elektropneumatisches
Magnetventil
18.
[0023] Die
Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsvariante der Erfindung, bei der das erste Ventil
09 als ein erstes Belüftungsventil
19 für die Endvakuumpumpe
03 und das zweite Ventil
14 als ein zweites Belüftungsventil
20 für die Vorvakuumpumpe
05 ausgebildet ist. Dazu ist das erste Belüftungsventil
19 über eine erste Entlüftungsleitung
21 mit der Endvakuumpumpe
03 druckdicht verbunden. Weiterhin ist das zweite Belüftungsventil
20 über eine zweite Belüftungsleitung
22 mit der Vorvakuumpumpe
05 druckdicht verbunden. Ebenso ist es möglich, dass nur erste Ventil
09 als erstes Belüftungsventil
19 ausgebildet ist und die Vorvakuumpumpe
05 über ein eigenes Belüftungsventil verfügt. Die Funktion der Belüftung wird bei den
beiden Ventilen
09,
14 aber nur für solche Zwecke aktiviert, in denen bewusst das Feinvakuum bzw. das Vorvakuum
aufgegeben werden soll, beispielsweise zu Austauschzwecken der beiden Vakuumpumpen
03,
05 oder zu Öffnungszwecken des Rezipienten
02.
[0024] Desweiteren ist in der
Fig. 3 eine betriebsabhängig gesteuerte Ventileinrichtung
07 gezeigt, die sowohl das erste und zweite Ventil
09,
14 in der zusätzlichen Funktion als Belüftungsventile
19,
20 als auch die beiden Verzögerungseinrichtungen
10,
15 umfasst. Insbesondere in einer zentralen Steuereinheit
23 können alle Signale erfasst und entsprechend Steuerbefehle einfach, schnell und zuverlässig
generiert werden.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 01
- Vakuumsystem
- 02
- Rezipient
- 03
- Endvakuumpumpe
- 04
- Turbomolekularpumpe
- 05
- Vorvakuumpumpe
- 06
- Drehschieberpumpe
- 07
- Ventileinrichtung
- 08
- Verbindungsleitung
- 09
- erstes Ventil
- 10
- erste Verzögerungseinrichtung
- 11
- erste elektrische Leitung
- 12
- zweite elektrische Leitung
- 13
- erstes Magnetventil
- 14
- zweites Ventil
- 15
- zweite Verzögerungseinrichtung
- 16
- dritte elektrische Leitung
- 17
- vierte elektrische Leitung
- 18
- zweites Magnetventil
- 19
- erstes Belüftungsventil
- 20
- zweites Belüftungsventil
- 21
- erste Belüftungsleitung
- 22
- zweite Belüftungsleitung
- 23
- zentrale Steuereinheit
- 24
- Alarmausgang von 03
- 25
- Alarmausgang von 05
- Pvac
- Hochvakuum
- Pvor
- Feinvakuum
- Pa
- Atmosphärendruck
- TVZ1
- Zeitkonstante von 10
- TVZ2
- Zeitkonstante von 15
1. Vakuumsystem (01) zur Erzeugung von zumindest einem Hochvakuum (Pvac) in einem Rezipienten (02) mit zumindest einer Endvakuumpumpe (03) zur Erzeugung
von zumindest dem Hochvakuum (Pvac) und einer Vorvakuumpumpe (05) zur Erzeugung von zumindest einem Feinvakuum (Pvor) und mit einer betriebsabhängig gesteuerten Ventileinrichtung (07) zum druckdichten
Verschließen des Rezipienten (01) bei einer Betriebsstörung, wobei Rezipient (01),
Endvakuumpumpe (03), Vorvakuumpumpe (05) und Ventileinrichtung (07) über eine druckdichte
Verbindungsleitung (08) miteinander in Reihe geschaltet sind und wobei zur Erhaltung
des Hochvakuums (Pvac) im Rezipienten (02) während einer Betriebsstörung die betriebsabhängig gesteuerte
Ventileinrichtung (07) zumindest ein erstes Ventil (09) mit einer ersten Verzögerungseinrichtung
(10), an der eine Zeitkonstante (TVZ1) einstellbar ist, aufweist, das zwischen der Endvakuumpumpe (03) und der Vorvakuumpumpe
(05) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verbindungsleitung (08) abzweiglos ausgebildet ist, dass bei einem Stromausfall
als Betriebsstörung zumindest das erste Ventil (09) unverzögert automatisch geschlossen
und nach Behebung des Stromausfalls zeitverzögert mit der an der ersten Verzögerungseinrichtung
(10) einstellbaren Zeitkonstante (TVZ1) automatisch geöffnet wird und dass zumindest die Endvakuumpumpe (03) kein eigenes
Belüftungsventil aufweist.
2. Vakuumsystem (01) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das erste Ventil (09) auch als Belüftungsventil (19) der Endvakuumpumpe (03) ausgebildet
ist, wobei die Belüftungsfunktion bei Stromausfall unterdrückt ist.
3. Vakuumsystem (01) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die betriebsabhängig gesteuerte Ventileinrichtung (07) ein zweites Ventil (14) mit
einer zweiten Verzögerungseinrichtung (15) aufweist, das auf der von der Endvakuumpumpe
(03) abgewandten Seite der Vorvakuumpumpe (05) angeordnet ist und bei Stromausfall
unverzögert geschlossen und nach Behebung des Stromausfalls zeitverzögert mit einer
an der zweiten Verzögerungseinrichtung (15) einstellbaren Zeitkonstante (TVZ2) geöffnet wird, wobei auch die Vorvakuumpumpe (05) kein eigenes Belüftungsventil
aufweist.
4. Vakuumsystem (01) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
das zweite Ventil (09) auch als Belüftungsventil (20) der Vorvakuumpumpe (05) ausgebildet
ist, wobei die Belüftungsfunktion bei Stromausfall unterdrückt ist.
5. Vakuumsystem (01) nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zeitkonstante (TVZ1) der ersten Verzögerungseinrichtung (10) des ersten Ventils (09) in einem Bereich
zwischen 8s und 12s eingestellt ist.
6. Vakuumsystem (01) nach einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zeitkonstante (TVZ2) der zweiten Verzögerungseinrichtung (15) des zweiten Ventils (14) in einem Bereich
zwischen 8s und 12s eingestellt ist.
7. Vakuumsystem (01) nach Anspruch einem der vorangehenden Ansprüche 3 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Verzögerungseinrichtung (10) und die zweite Verzögerungseinrichtung (15)
in einer gemeinsamen Steuereinrichtung (23) zusammengefasst sind.
8. Vakuumsystem (01) nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
das zumindest erste Ventil (09) als pneumatisch gesteuertes Magnetventil (13) ausgebildet
ist.
9. Vakuumsystem (01) nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest das erste Ventil (09) elektrisch mit einem Alarmausgang (24) der Endvakuumpumpe
(03) und/oder mit einem Alarmausgang (25) der Vorvakuumpumpe (05) verbunden ist.
10. Vakuumsystem (01) nach Anspruch nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Endvakuumpumpe (03) als trockenlaufende Turbomolekularpumpe (04) ausgebildet ist.
11. Vakuumsystem (01) nach einem der vorangehenden Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorvakuumpumpe (05) als nasslaufende Drehschieberpumpe (06) ausgebildet ist.
12. Vakuumsystem (01) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die nasslaufende Drehschieberpumpe (06) mit Öl gedichtet ist.