[0001] Verfahren zur automatischen Einstellung eines Brandmelders, System mit einem automatisch
einstellbaren Brandmelder und Computerprogramm mit einer Implementation des Verfahrens
[0002] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur automatischen Einstellung eines Brandmelders
und im Weiteren ein System, in dem nach dem Verfahren eine automatische Einstellung
des Brandmelders erfolgt sowie ein Computerprogramm mit einer Implementation des Verfahrens.
[0003] Eine sinnvolle Sensitivität und ein sinnvolles zeitliches Auslöseverhalten eines
Brandmelders sind vom jeweiligen Einsatzgebiet abhängig. Für einen in einem Büro platzierten
Brandmelder ist eine andere Einstellung sinnvoll als für einen zum Beispiel in einer
Schweißerei platzierten Brandmelder. Eine insoweit erforderliche Anpassung erfolgt
bisher zum Beispiel über eine Brandmeldezentrale. Generell stehen mehrere "robuste"
bis "sensible" Profile sowie auch mehrere, sich an der verfügbaren Sensorik im Brandmelder
orientierende Betriebsarten zur Auswahl. Typischerweise werden von der Brandmeldezentrale
zwei Profile in den Brandmelder geladen, zwischen denen - initiiert durch die Brandmeldezentrale
- umgeschaltet werden kann. Die Umschaltung erfolgt zum Beispiel in Abhängigkeit davon,
ob sich Personen im Umfeld des Brandmelders befinden ("manned Betrieb" bzw. "unmanned
Betrieb").
[0004] Diese bisher bekannte Möglichkeit zur Einstellung eines Brandmelders hat sich in
der Praxis bewährt, ist allerdings vergleichsweise starr.
[0005] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht entsprechend darin, ein Verfahren
zur automatischen Einstellung eines Brandmelders anzugeben, das sich durch eine besondere
Flexibilität auszeichnet und auch eine dynamische Anpassung der Einstellung eines
Brandmelders erlaubt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mittels eines Verfahrens zur automatischen Einstellung
eines Brandmelders mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dazu ist bei einem Verfahren
zur automatischen Einstellung eines Brandmelders, nämlich zur automatischen Einstellung
einer Sensitivität und/oder eines Auslöseverhaltens des Brandmelders, Folgendes vorgesehen:
Der Brandmelder ist unmittelbar oder mittelbar kommunikativ mit der Cloud verbunden,
so dass zumindest eine Datenübermittlung aus der Cloud und zum Brandmelder möglich
ist. Mittels zumindest eines in der Cloud ausgeführten Diensts (Cloud-Dienst) werden
für eine automatische Einstellung eines Brandmelders relevante Daten erfasst. Durch
Abfrage der von dem zumindest einen Dienst erfassten Daten, zum Beispiel durch denselben
Cloud-Dienst, erfolgt die automatische Einstellung des Brandmelders.
[0007] Bei den für die automatische Einstellung des Brandmelders in der Cloud verarbeiteten
Daten handelt es sich bevorzugt um Daten, welche der zumindest eine Cloud-Dienst als
für die automatische Einstellung eines Brandmelders relevante Daten bei zumindest
einem kommunikativ mit der Cloud verbundenen sowie dem jeweiligen Brandmelder räumlich
oder funktional zugeordneten Sensor erfasst. Der zumindest eine Sensor ist bevorzugt
ein Zeitgeber, ein Temperatursensor, ein Feuchtigkeitssensor, eine Wetterstation,
ein Zugangskontrollsystem oder dergleichen. Räumlich ist der Sensor dem Brandmelder
zugeordnet, wenn sich der Sensor im gleichen Raum oder im gleichen Gebäude befindet.
Eine räumliche Zuordnung ist aber zum Beispiel - je nach Art des Sensors - auch dann
noch gegeben, wenn sich der Brandmelder und der Sensor in einem Gebiet befinden, in
dem gleiche oder im Wesentlichen gleiche Verhältnisse herrschen. Dies gilt zum Beispiel
für einen Sensor in Form eines Regensensors, einer Wetterstation oder dergleichen.
Funktional ist der Sensor dem Brandmelder zugeordnet, wenn die von dem Sensor erfassten
Verhältnisse als Basis für eine Einstellung des Brandmelders in Betracht kommen. Die
genannte kommunikative Verbindung ermöglicht zumindest eine Datenübermittlung vom
jeweiligen Sensor in die Cloud.
[0008] Ein im Rahmen des Verfahrens automatisch einstellbarer Brandmelder ist bevorzugt
ein IoT-Brandmelder (loT = Internet of Things). Ebenso sind die im Rahmen des Verfahrens
verwendbaren oder verwendeten Sensoren bevorzugt IoT-Sensoren. Als IoT-Geräte können
diese (Brandmelder und Sensoren) über eine Internetverbindung, zum Beispiel nach dem
6LoWPAN-Protokoll oder nach dem LTE-Protokoll, mit der Cloud-Infrastruktur und dort
mit zumindest einem als zentrale Funktionseinheit des Verfahrens fungierenden Cloud-Dienst
sowie der Hardware, ggf. auch der verteilten Hardware, auf welcher der Cloud-Dienst
ausgeführt wird, kommunizieren. Innerhalb der Cloud werden bevorzugt fortwährend,
aber gegebenenfalls auch nur auf Anfrage durch den Cloud-Dienst, Sensordaten erfasst
und mittels des Cloud-Diensts zur automatischen Einstellung des Brandmelders ausgewertet.
[0009] Es können auch im Rahmen eines "Big Data"-Ansatzes von anderen Cloud-Infrastrukturen
Daten übernommen werden, welche eine ähnliche topographische und/oder umwelttechnische
Struktur aufweisen, um die Einstellungen der Rauchmelder eines bestehenden Systems
für die Rauchmelder eines vergleichbaren Systems zu verwenden.
[0010] Die eingangs genannte Aufgabe wird auch mittels einer Vorrichtung in Form eines nach
dem Verfahren arbeitenden Systems gelöst. Das System umfasst zumindest einen nach
einem Verfahren der hier und im Folgenden beschriebenen Art automatisch einstellbaren
Brandmelder, zumindest einen in der Cloud erreichbaren Computer, in dessen Speicher
als Cloud-Dienst ein Computerprogramm mit einer Implementation des hier und im Folgenden
beschriebenen Verfahrens geladen ist, sowie zumindest einen Sensor aus der folgenden
Gruppe von Sensoren: Zeitgeber, Temperatursensor, Feuchtigkeitssensor, Regensensor,
Wetterstation oder Zugangskontrollsystem. Innerhalb des Systems sind der zumindest
eine Brandmelder und der zumindest eine Computer zur automatischen Einstellung des
Brandmelders durch den Cloud-Dienst kommunikativ miteinander verbunden. Des Weiteren
sind der zumindest eine Computer und der zumindest eine Sensor zur Übermittlung eines
Sensorsignals vom Sensor an den Computer kommunikativ verbunden. Der Cloud-Dienst
generiert anhand des Sensorsignals ein Steuersignal zur automatischen Einstellung
der Sensitivität des Brandmelders und übermittelt dieses über die zwischen Brandmelder
und Computer bestehende kommunikative Verbindung an den Brandmelder. Insoweit ist
der Cloud-Dienst dafür bestimmt und eingerichtet, anhand des Sensorsignals ein Steuersignal
zur automatischen Einstellung der Sensitivität des Brandmelders zu generieren und
dieses über die zwischen Brandmelder und Computer bestehende kommunikative Verbindung
an den Brandmelder zu übermitteln.
[0011] Für die weitere Beschreibung gilt zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen, dass Merkmale
und Details, die im Zusammenhang mit dem genannten Verfahren zur automatischen Einstellung
eines Brandmelders sowie eventueller Ausgestaltungen beschrieben sind, selbstverständlich
auch im Zusammenhang mit und im Hinblick auf das zur Durchführung des Verfahrens eingerichtete
System und umgekehrt gelten. Dementsprechend kann das Verfahren auch mittels einzelner
oder mehrerer Verfahrensmerkmale fortgebildet sein, die sich auf Verfahrensschritte
beziehen, die mittels des Systems ausgeführt werden, und genauso kann das System durch
Mittel zur Ausführung von im Rahmen des Verfahrens ausgeführten Verfahrensschritten
fortgebildet sein. Folglich gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit dem
genannten Verfahren zur automatischen Einstellung eines Brandmelders und eventueller
Ausgestaltungen beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit und
im Hinblick auf das zur Durchführung des Verfahrens bestimmte System und jeweils umgekehrt,
so dass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Aspekten der Erfindung stets wechselseitig
Bezug genommen wird bzw. werden kann.
[0012] Der Vorteil der Erfindung besteht darin, dass durch die automatische Einstellung
des Brandmelders dieser besser und vor allem dynamisch an jeweils vorherrschende Umgebungsbedingungen
angepasst ist. Damit ist ein besseres Auslöseverhalten im Notfall erreichbar. Aufgrund
des verbesserten Auslöseverhaltens lassen sich aber auch Fehlalarme vermeiden.
[0013] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Dabei
verwendete Rückbeziehungen innerhalb der Ansprüche weisen auf die weitere Ausbildung
des Gegenstandes des in Bezug genommenen Anspruchs durch die Merkmale des jeweiligen
abhängigen Anspruchs hin. Sie sind nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines
selbständigen, gegenständlichen Schutzes für die Merkmale oder Merkmalskombinationen
eines abhängigen Anspruchs zu verstehen. Des Weiteren ist im Hinblick auf eine Auslegung
der Ansprüche sowie der Beschreibung bei einer näheren Konkretisierung eines Merkmals
in einem abhängigen Anspruch davon auszugehen, dass eine derartige Beschränkung in
den jeweils vorangehenden Ansprüchen sowie einer allgemeineren Ausführungsform des
gegenständlichen Verfahrens / des nach dem Verfahren arbeitenden Systems nicht vorhanden
ist. Jede Bezugnahme in der Beschreibung auf Aspekte abhängiger Ansprüche ist demnach
auch ohne speziellen Hinweis ausdrücklich als Beschreibung optionaler Merkmale zu
lesen. Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass das hier angegebene Verfahren auch
entsprechend der abhängigen Vorrichtungsansprüche weitergebildet sein kann und umgekehrt.
[0014] Bei einer Ausführungsform des Verfahrens ist der zumindest eine Sensor ein Zeitgeber,
insbesondere eine Uhr, und eine Sensitivität des Brandmelders wird zum Beispiel aufgrund
eines von dem Zeitgeber erhältlichen Signals (ein eine Uhrzeit oder eine Uhrzeit und
ein Datum kodierendes Signal) nachts und/oder am Wochenende, allgemein während vorgegebener
oder vorgebbarer Zeiträume (Tageszeit, wochentagabhängig, kalendarisch), erhöht. Dafür
- und entsprechend auch für die im Folgenden beschriebenen weiteren automatischen
Einstellungen - führt der Cloud-Dienst einen Algorithmus aus, um die automatische
Einstellung des Brandmelders (IoT-Brandmelder) auf Basis der aktuellen Tageszeit individuell
und dynamisch anzupassen. Genauso oder zusätzlich kann die automatische Einstellung
des Brandmelders aufgrund der von anderen Sensoren erhältlichen Daten erfolgen, sodass
zum Beispiel aktuelle oder vorhergesagte Umwelteinflüsse, Wetterdaten, eine aktuelle
Raum- oder Gebäudebelegung, eine Umgebungsbelastung mit Feinstaub, Umweltverhältnisse
wie Dunst oder Nebel usw. und dergleichen für die automatische Einstellung des zumindest
einen Brandmelders berücksichtigt werden.
[0015] Das im Folgenden beschriebene Verfahren ist zur automatischen Ausführung in Form
eines Computerprogramms realisiert und das Computerprogramm wird in der Cloud als
Cloud-Dienst ausgeführt. Die Erfindung ist damit einerseits auch ein Computerprogramm,
nämlich der Cloud-Dienst, mit durch einen Computer ausführbaren Programmcodeanweisungen
und andererseits ein Speichermedium mit einem derartigen Computerprogramm, also ein
Computerprogrammprodukt mit Programmcodemitteln, sowie schließlich auch das oben genannte
System, bei dem in einen Speicher zumindest eines zur Cloud gehörigen Computers als
Mittel zur Durchführung des Verfahrens und seiner Ausgestaltungen ein solches Computerprogramm
geladen oder ladbar ist.
[0016] Wenn im Folgenden Verfahrensschritte oder Verfahrensschrittfolgen beschrieben werden,
bezieht sich dies auf Aktionen, die aufgrund des Cloud-Diensts (Computerprogramm)
oder unter Kontrolle des Cloud-Diensts erfolgen. Zumindest bedeutet jede Verwendung
des Begriffs "automatisch", dass die betreffende Aktion aufgrund des Cloud-Diensts
oder unter Kontrolle des Cloud-Diensts erfolgt.
[0017] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert. Einander entsprechende Gegenstände oder Elemente sind in allen Figuren
mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0018] Das Ausführungsbeispiel ist nicht als Einschränkung der Erfindung zu verstehen. Vielmehr
sind im Rahmen der vorliegenden Offenbarung durchaus auch Ergänzungen und Modifikationen
möglich, insbesondere solche, die zum Beispiel durch Kombination oder Abwandlung von
einzelnen in Verbindung mit den im allgemeinen oder speziellen Beschreibungsteil beschriebenen
sowie in den Ansprüchen und/oder der Zeichnung enthaltenen Merkmalen oder Verfahrensschritten
für den Fachmann im Hinblick auf die Lösung der Aufgabe entnehmbar sind und durch
kombinierbare Merkmale zu einem neuen Gegenstand oder zu neuen Verfahrensschritten
bzw. Verfahrensschrittfolgen führen.
[0019] Die FIGUR zeigt
ein Gebäude mit einem Brandmelder sowie Sensoren, deren Sensorsignale bei einer automatischen
Einstellung des Brandmelders Berücksichtigung finden.
[0020] Die Darstellung in der FIGUR zeigt in schematisch vereinfachter Form einen Brandmelder
10 und weitere Brandmelder 12, 14 in einem Gebäude 16. Auf die Art, die Anzahl und
die Position der Brandmelder 10-14 kommt es im Folgenden nicht an. Bei den Brandmeldern
10-14 handelt es sich um grundsätzlich an sich bekannte, aber zumindest netzwerkfähige
Brandmelder 10-14. Ein Brandmelder 10-14 kann zur elektrischen Versorgung auch an
eine PoE-Leitung angeschlossen sein. Die Beschreibung wird im Interesse einer besseren
Lesbarkeit für genau einen Brandmelder 10 fortgesetzt, wobei dessen Position, Sensorik
und Auswertungsprinzip beliebig ist, eine Mehrzahl von Brandmeldern 10-14 ist bei
der Erwähnung des einen Brandmelders 10 stets mitzulesen und gilt als von der hier
vorgelegten Beschreibung umfasst.
[0021] Nach dem hier vorgeschlagenen Ansatz ist eine automatische Einstellung (Einstellung
in Bezug auf eine Sensitivität und/oder ein Auslöseverhalten) des Brandmelders 10
vorgesehen. Dafür ist der netzwerkfähige Brandmelder 10 unmittelbar oder mittelbar
kommunikativ mit der Cloud 20 verbunden. In der Cloud 20 wird auf zumindest einem
Computer 22 ein Cloud-Dienst 24 ausgeführt. Der Cloud-Dienst 24 erfasst Daten 26 für
eine automatische Einstellung des Brandmelders 10 und bewirkt eine automatische Einstellung
des Brandmelders 10. Dafür sind der Brandmelder 10 und der Cloud-Dienst 24 in grundsätzlich
an sich bekannter Art und Weise unmittelbar oder mittelbar kommunikativ verbunden,
zum Beispiel über eine Internetverbindung. Des Weiteren ist der Cloud-Dienst 24 in
ebenfalls grundsätzlich an sich bekannter Art und Weise kommunikativ mit zumindest
einem Sensor 30-38 verbunden. Bei dem zumindest einen Sensor 30-38 handelt es sich
zum Beispiel um einen Sensor aus der Gruppe folgender Sensoren: Zeitgeber 30, Temperatursensor
32, Regen- oder Feuchtigkeitssensor 34, Wetterstation 36, Zugangskontrollsystem 38.
Weitere ähnliche oder gleichartige Sensoren, zum Beispiel ein Helligkeitssensor, sind
ebenso verwendbar und sollen als von der hier vorgelegten Beschreibung mit umfasst
gelten.
[0022] Zunächst wird der hier vorgeschlagene Ansatz am Beispiel eines Zeitgebers 30 als
Sensor 30-38 erläutert. Von einem Zeitgeber 30 ist ein eine Zeitinformation, zum Beispiel
eine Uhrzeit oder eine Uhrzeit und ein Datum, kodierendes Sensorsignal erhältlich.
Anhand eines eine Uhrzeit kodierenden Sensorsignals kann der Cloud-Dienst 24 zum Beispiel
ermitteln, ob die Wahrscheinlichkeit, dass sich in dem Gebäude 16 Personen befinden
oder nicht, groß oder gering ist (tagsüber ist die Wahrscheinlichkeit groß; nachts
ist die Wahrscheinlichkeit gering). In Abhängigkeit von dem Sensorsignal erfolgt eine
Einstellung des Brandmelders 10 dahingehend, dass dieser nachts und/oder am Wochenende
empfindlicher eingestellt ist und wochentags unempfindlicher.
[0023] Der Ort des Zeitgebers 30 ist im Grunde beliebig. Der Zeitgeber 30 kann sich - wie
gezeigt - in dem Gebäude 16 befinden, entfernt von dem Gebäude 16 installiert sein
oder sich ebenfalls in der Cloud 20 befinden, zum Beispiel als Uhr des Computers 22.
[0024] Bei einem Temperatursensor 32 als mittels des Cloud-Diensts 24 abgefragtem Sensor
30-38 wird aufgrund eines von dem Temperatursensor 32 erhältlichen Sensorsignals als
automatische Einstellung des Brandmelders 10 zum Beispiel proportional zur sensierten
Temperatur die thermische Empfindlichkeit des Brandmelders 10 reduziert. Für einen
unterhalb eines Fabrikflachdachs oder dergleichen befindlichen Brandmelder 10 kann
damit zum Beispiel mittels des Cloud-Diensts 24 bei einem heißen Sommertag die Höhe
eines Wärmepolsters in dem Fabrikgebäude errechnet und der Brandmelder 10 optisch
empfindlicher und thermisch unempfindlicher eingestellt werden. Der Temperatursensor
32 kann ein eigenständiger Temperatursensor 32 sein oder zum Beispiel Bestandteil
eines Komfortsystems (Heizung, Lüftung, Klima) des Gebäudes 16 sein.
[0025] Mittels eines Feuchtigkeitssensors 34 als mittels des Cloud-Diensts 24 abgefragtem
Sensor 30-38 wird zum Beispiel die Luftfeuchtigkeit in der Umgebung des Brandmelders
10 oder im Innern des Gebäudes 16 berücksichtigt und als automatische Einstellung
des Brandmelders 10 zum Beispiel bei einer geringen Luftfeuchtigkeit die Sensitivität
des Brandmelders 10 erhöht.
[0026] Mittels einer zum Beispiel auf dem Dach des Gebäudes 16 montierten oder auch entfernt
von dem Gebäude 16 befindlichen Wetterstation 36 als mittels des Cloud-Diensts 24
abgefragtem Sensor 30-38 werden zum Beispiel aktuelle Wetterdaten oder Wetterprognosedaten
für eine Anpassung der Sensitivität des Brandmelders 10 verwendet, zum Beispiel derart,
dass bei einem heißen Sommertag der Brandmelder 10 optisch empfindlicher und thermisch
unempfindlicher eingestellt wird und/oder dass die Sensitivität des Brandmelders 10
bei einem vorhergesagten Gewitter erhöht wird. Zusätzlich oder alternativ kann beispielsweise
auch in Abhängigkeit von einem von der Wetterstation 36 erhältlichen Sensorsignal
eine in einem vorgegebenen oder vorgebbaren Zeithorizont zu erwartende Temperatur
am Ort des Brandmelders 10 ermittelt werden und die Sensitivität des Brandmelders
10 in Abhängigkeit von der ermittelten, erwarteten Temperatur angepasst werden (erhöhte
Sensitivität bei hohen Temperaturen; reduzierte Sensitivität bei geringen Temperaturen).
[0027] Mittels eines zum Beispiel im Bereich einer Eingangstür oder jeder Eingangstür des
Gebäudes 16 befindlichen Zugangskontrollsystems 38 als mittels des Cloud-Diensts 24
abgefragtem Sensor 30-38 erhält der Cloud-Dienst 24 automatisch verarbeitbare Informationen
darüber, wie viele Personen sich in dem Gebäude 16 befinden. Eine Person in einem
Gebäude 16 erzeugt Störgrößen, die von der Sensorik des Brandmelders 10 aufgenommen
werden. Bei einer hohen Personenanzahl in dem Gebäude 16 kann die Anpassung der Sensitivität
des Brandmelders 10 mittels des Cloud-Diensts 24 zum Beispiel derart erfolgen, dass
die Sensitivität reduziert wird.
[0028] Die Übermittlung von Sensorsignalen von einem Sensor 30-38 in die Cloud 20 ist in
der Darstellung in der FIGUR in Form gestrichelter Linien zwischen dem jeweiligen
Sensor 30-38 und der Cloud 20 gezeigt. Die Übermittlung der Sensorsignale kann leitungsgebunden
oder leitungslos oder auch abschnittsweise leitungsgebunden oder leitungslos erfolgen.
Die Anpassung der Sensitivität des Brandmelders 10 erfolgt mittels zumindest eines
Steuersignals aus der Cloud 20 an den Brandmelder 10, nämlich mittels zumindest eines
durch den Cloud-Dienst 24 erzeugten Steuersignals. Die Übermittlung eines Steuersignals
aus der Cloud 20 zum jeweiligen Brandmelder 10 ist in der Darstellung in der FIGUR
ebenfalls in Form gestrichelter Linien zwischen der Cloud 20 und dem jeweiligen Brandmelder
10 gezeigt. Auch hier kann die Übermittlung eines Steuersignals oder der Steuersignale
leitungsgebunden oder leitungslos oder auch abschnittsweise leitungsgebunden oder
leitungslos erfolgen.
[0029] Bei allen beschriebenen Sensoren 30-38 und den von dort erhältlichen Sensorsignalen
kann vorgesehen sein, dass die Sensitivität des Brandmelders 10 kontinuierlich oder
quasikontinuierlich anhand des jeweiligen Sensorsignals, zum Beispiel proportional
oder umgekehrt proportional zum Sensorsignal, angepasst wird. Genauso kann eine diskontinuierliche
Anpassung erfolgen, zum Beispiel eine Erhöhung oder Verringerung der Sensitivität
des Brandmelders 10 bei Über- oder Unterschreiten eines Schwell- oder Grenzwerts.
Bei einer solchen diskontinuierlichen Anpassung kann eine Berücksichtigung einer Mehrzahl
von Schwell- oder Grenzwerten vorgesehen sein. Die jeweilige Abhängigkeit der Anpassung
der Sensitivität des Brandmelders 10 von dem jeweiligen Sensorsignal ist in Form von
Computerprogrammanweisungen als Teil des Cloud-Diensts 24 kodiert.
[0030] Bei der Verarbeitung der von einem Sensor 30-38 oder von mehreren Sensoren 30-38
eingehenden Sensorsignalen entstehen in der Cloud 20 Daten 26, die mittels des Cloud-Diensts
24 ausgewertet werden. Bei einem Datum 26 aufgrund eines Temperaturmesswerts (Temperatursensor
32) kann die Anpassung der Sensitivität des Brandmelders 10 zum Beispiel auf Basis
einer in dem Cloud-Dienst 24 in Software implementierten mathematischen Beziehung
zwischen der Anpassung und dem Temperaturmesswert erfolgen. Dies gilt entsprechend
auch für jeden anderen Messwert von einem anderen Sensor/Sensortyp 30-38. Genauso
kann eine Vielzahl von Daten 26, zum Beispiel eine zeitliche Abfolge von Temperaturmesswerten,
ausgewertet werden, um zum Beispiel anhand eines aktuellen Temperaturmesswerts und
einer Tendenz der Temperaturmesswerte eine Anpassung der Sensitivität des Brandmelders
10 vorzunehmen. Auch dies gilt entsprechend genauso für jeden anderen Messwert von
einem anderen Sensor/Sensortyp 30-38.
[0031] Die hier beschriebene Einstellung eines Brandmelders 10 gilt entsprechend genauso
für eine automatische Einstellung einer Vielzahl von Brandmeldern 10-14. Dabei kann
zum Beispiel bei mehreren in einem Gebäude 16 befindlichen Brandmeldern 10-14 jeder
Brandmelder 10-14 - wie hier beschrieben - individuell eingestellt werden. Genauso
können zum Beispiel alle Brandmelder 10-14 eines Gebäudes 16, eines Gebäudeteils,
eines Stockwerks oder eines Raums im Rahmen der automatischen Einstellung gleich eingestellt
werden.
[0032] Obwohl die Erfindung im Detail durch das Ausführungsbeispiel näher illustriert und
beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch das oder die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
[0033] Einzelne im Vordergrund stehende Aspekte der hier eingereichten Beschreibung lassen
sich damit kurz wie folgt zusammenfassen: Angegeben werden ein Verfahren und eine
Vorrichtung (System) zur automatischen Einstellung eines Brandmelders 10-14, wobei
der Brandmelder 10-14 ein zumindest netzwerkfähiger Brandmelder 10-14, insbesondere
ein IoT-Brandmelder 10-14 ist, wobei für die automatische Einstellung relevante Daten
26 von zumindest einem netzwerkfähigen Sensor 30-38, insbesondere zumindest einem
IoT-Sensor 30-38, erfasst werden und wobei die Daten 26 von einem Cloud-Dienst 24
verarbeitet werden und der Cloud-Dienst 24 auf Basis der Daten 26 ein Steuersignal
zur Einstellung des Brandmelders 10-14 generiert und an den Brandmelder 10-14 ausgibt.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 10
- Brandmelder
- 12
- Brandmelder
- 14
- Brandmelder
- 16
- Gebäude
- 18
- (frei)
- 20
- Cloud
- 22
- Computer
- 24
- Cloud-Dienst
- 26
- Daten
- 28
- (frei)
- 30
- Sensor; Zeitgeber
- 32
- Sensor; Temperatursensor
- 34
- Sensor; Regen- oder Feuchtigkeitssensor
- 36
- Sensor; Wetterstation
- 38
- Sensor; Zugangskontrollsystem
1. Verfahren zur automatischen Einstellung eines Brandmelders (10-14), nämlich zur automatischen
Einstellung einer Sensitivität des Brandmelders (10-14),
- wobei der Brandmelder (10-14) kommunikativ mit der Cloud (20) verbunden ist,
- wobei zumindest ein Dienst (24) in der Cloud (20) für eine automatische Einstellung
eines Brandmelders (10-14) relevante Daten (26) erfasst und
- wobei die automatische Einstellung des Brandmelders (10-14) auf Basis einer Abfrage
der von dem zumindest einen Dienst (24) erfassten Daten (26) erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der zumindest eine Cloud-Dienst (24) relevante Daten
(26) für die automatische Einstellung eines Brandmelders (10-14) bei zumindest einem
kommunikativ mit der Cloud (20) verbundenen sowie dem jeweiligen Brandmelder (10-14)
räumlich oder funktional zugeordneten Sensor (30-38) erfasst.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei der zumindest eine Sensor (30-38) ein Zeitgeber (30),
ein Temperatursensor (32), ein Feuchtigkeitssensor (34), eine Wetterstation (36) oder
ein Zugangskontrollsystem (38) ist.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, wobei der zumindest eine Sensor (30-38) ein Zeitgeber
(30) ist und wobei eine Sensitivität des Brandmelders (10-14) aufgrund eines von dem
Zeitgeber (30) erhältlichen Signals während zumindest eines vorgegebenen oder vorgebbaren
Zeitraums am Wochenende erhöht wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei der zumindest eine Sensor (30-38)
ein Temperatursensor (32) ist und wobei in Abhängigkeit von einem von dem Temperatursensor
(32) erhältlichen Signal eine optische Sensitivität des Brandmelders (10-14) erhöht
und/oder eine thermische Sensitivität des Brandmelders (10-14) reduziert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei der zumindest eine Sensor (30-38)
eine Wetterstation (36) ist und wobei in Abhängigkeit von einem von der Wetterstation
(36) erhältlichen Signal die Sensitivität des Brandmelders (10-14) angepasst wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei in Abhängigkeit von dem von der Wetterstation (36)
erhältlichen Signal eine in einem vorgegebenen oder vorgebbaren Zeithorizont zu erwartende
Temperatur am Ort des Brandmelders (10-14) ermittelt und die Sensitivität des Brandmelders
(10-14) in Abhängigkeit von der ermittelten, erwarteten Temperatur angepasst wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7, wobei der zumindest eine Sensor (30-38)
ein Zugangskontrollsystem (38) ist und wobei in Abhängigkeit von einem von dem Zugangskontrollsystem
(38) erhältlichen Signal die Sensitivität des Brandmelders (10-14) angepasst wird.
9. Computerprogramm mit Programmcodemitteln, um alle Schritte von jedem beliebigen der
Ansprüche 1 bis 8 durchzuführen, wenn das Computerprogramm als Cloud-Dienst (24) auf
einem in der Cloud (20) erreichbaren Computer (22) ausgeführt wird.
10. Computerprogrammprodukt mit Programmcodemitteln, die auf einem computerlesbaren Datenträger
gespeichert sind, um das Verfahren nach jedem beliebigen der Ansprüche 1 bis 8 durchzuführen,
wenn aufgrund des Computerprogrammprodukts ein Computerprogramm nach Anspruch 9 ausführbar
ist oder ausgeführt wird.
11. System mit zumindest einem automatisch nach einem Verfahren nach jedem beliebigen
der Ansprüche 1 bis 8 einstellbaren Brandmelder (10-14), zumindest einem in der Cloud
(20) erreichbaren Computer (22), in dessen Speicher als Cloud-Dienst (24) ein Computerprogramm
nach Anspruch 9 geladen ist und zumindest einem Sensor (30-38) aus der Gruppe Zeitgeber
(30), Temperatursensor (32),Feuchtigkeitssensor (34),Wetterstation (36) oder Zugangskontrollsystem
(38),
- wobei der zumindest eine Brandmelder (10-14) und der zumindest eine Computer (22)
zur automatischen Einstellung des Brandmelders (10-14) durch den Cloud-Dienst (24)
kommunikativ miteinander verbunden sind,
- wobei der zumindest eine Computer (22) und der zumindest eine Sensor (30-38) zur
Übermittlung eines Sensorsignals vom Sensor (30-38) an den Computer (22) kommunikativ
verbunden sind und
- wobei der Cloud-Dienst (24) anhand des Sensorsignals ein Steuersignal zur automatischen
Einstellung der Sensitivität des Brandmelders (10-14) generiert und über die zwischen
Brandmelder (10-14) und Computer (22) bestehende kommunikative Verbindung an den Brandmelder
(10-14) übermittelt.