[0001] Die Erfindung betrifft ein Versiegelungsetikett für einen Verschluss.
[0002] Verschlussetiketten sind aus dem Stand der Technik bekannt. Beispielsweise ist das
in
AT 09365 U1 beschriebene Versiegelungsetikett auch dazu geeignet, auf strukturiertem oder auf
einem ungeeigneten Verklebungsgrund zu haften, der keine vollständige Verklebungsfläche
bietet. Das Problem wird durch einen zweilagigen Druckaufbau gelöst. Das Versiegelungsetikett
weist eine untere Lage auf, die eine vollständige Verklebungsfläche für ein oberes
Void-Etikett ausbildet.
[0003] In der
GB 2 192 606 A ist ein Verschlussetikett für einen Verschluss bekannt, das 3-lagig ausgebildet ist
und aus einem zweifach gefalteten Streifen gebildet wird. Durch Öffnen des Verschlusses
werden zwei perforierte Streifen irreversibel zerrissen.
[0004] Aus der
US 2014/0167401 A1 ist ein Verschlussetikett für den Verschluss einer Flasche mit zwei Void Erstöffnungsnachweisen
bekannt, die mittels eines Brückenabschnitts miteinander verbunden sind. Der eine
Void Erstöffnungsnachweis ist auf der Flasche und der andere Void Erstöffnungsnachweis
auf dem Flaschenverschluss befestigt. Nachteilig am Void Erstöffnungsnachweis, der
am Verschluss befestigt ist, ist die Tatsache, dass Verschlüsse häufig eine reliefartige
Oberfläche aufweisen und der Erstöffnungsnachweis nicht über die gesamte Fläche exakt
öffnet und daher lesbare Information nur unter Problemen in dem Erstöffnungsnachweis
untergebracht werden kann.
[0005] In der
DE 10 2008 016 624 A1 ist eine Versiegelungsfolie für einen Flaschenverschluss offenbart. Dabei ist die
Trägerfolie des Versiegelungsverschlusses gereckt, um sich unter Wärmebehandlung zusammenzuziehen
und sich an die Oberflächenform des Flaschenverschlusses anzupassen. Auch hier besteht
das Problem, dass bei der unebenen Oberfläche ein Erstöffnungsnachweis in Form eines
Void Effektes nicht über die gesamte Fläche exakt auslöst.
[0006] Des Weiteren sind Void-Etiketten aus dem Stand der Technik, beispielsweise aus
DE 10 2012 218 033, bekannt. Dabei ist ein mehrschichtiger Aufbau vorgesehen, und das Void-Etikett kann
durch Abziehen einer Trägerschicht mit einem Teil des Etiketts von einem auf dem Produkt
verbleibenden Teil des Etikettes geöffnet werden. Durch das Abziehen bricht eine Farbschicht
auf, und es wird eine Information, wie ein Code oder Ähnliches, sichtbar.
[0007] Nachteilig daran ist jedoch, dass die untere Schicht vollflächig auf dem Untergrund
haften muss, da sonst die Trennung der Farbschicht nicht über die gesamte Fläche erfolgt
und dann möglicherweise der Code nicht vollständig lesbar ist. Problematisch ist das
bei reliefartigen Oberflächen, die keine vollflächige Verklebung gestatten.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Versiegelungsetikett zur Verfügung
zu stellen, das die oben genannten Nachteile vermeidet.
[0009] Die Aufgabe wird durch ein Versiegelungsetikett mit den Merkmalen des Anspruchs 1
erfüllt.
[0010] Das erfindungsgemäße Versiegelungsetikett ist zur Versieglung eines Verschlusses
bestimmt, der ein erstes Verschlussteil und ein zweites Verschlussteil aufweist. Das
erste Verschlussteil und das zweite Verschlussteil sind relativ zueinander beweglich,
beispielsweise kann es sich dabei um einen Flaschenkorken und einen Flaschenhals,
eine perforierte Aufreißlasche und eine Papierbox oder eine Dose mit einem Aufreißbereich
handeln. Es sind jedoch auch noch andere Ausführungsformen eines Verschlusses denkbar.
Der Begriff des Verschlusses ist hier sehr weit zu fassen und zu verstehen.
[0011] Das Versiegelungsetikett umfasst einen ersten Erstöffnungsnachweis und vorzugsweise
einen zweiten Erstöffnungsnachweis. Der erste und der zweite Erstöffnungsnachweis
sind unabhängig voneinander auslösbar. Der erste Erstöffnungsnachweis dient zur Offenbarung
einer verdeckten Information, und der zweite Erstöffnungsnachweis dient zum Nachweis
der Erstöffnung des Verschlusses.
[0012] Das erfindungsgemäße Versiegelungsetikett umfasst eine äußere Etikettlage und eine
innere Etikettlage, die sich bereichsweise unter Kontakt miteinander überlappen, zumindest
solange das Versiegelungsetikett noch versiegelt ist. Die beiden Etikettlagen bilden
über den Überlappungsbereich den ersten Erstöffnungsnachweis aus.
[0013] Dabei muss der erste Erstöffnungsnachweis nicht auf den Überlappungsbereich beschränkt
sein. Der erste Erstöffnungsnachweis kann im Überlappungsbereich angeordnet sein und
sich zusätzlich auch auf einen Kontaktbereich erstrecken, in dem die äußere Etikettlage
unmittelbar auf einer Oberfläche des Verschlusses, vorzugsweise dem ersten Verschlussteil,
angeordnet, vorzugsweise verklebt, ist. Der erste Erstöffnungsnachweis erstreckt sich
dabei über Bereiche der inneren Etikettlage und über Bereiche der Oberfläche des Verschlusses
und ist damit besonders sicher.
[0014] Der sich über zumindest einen Bereich des Überlappungsbereichs, vorzugsweise den
gesamtem Überlappungsbereich erstreckende erste Erstöffnungsnachweis umfasst eine
Farbschicht, die beim Erstöffnen über dem Überlappungsbereich aufbricht. Die Farbschicht
erstreckt sich vorzugsweise über den gesamten Überlappungsbereich, vorzugsweise bis
auf den Informationsbereich. Die Farbschicht bricht in senkrecht zur Ebene des Etiketts
verlaufenden Brüchen auf, wobei Teile der Farbschicht an der einen und andere Teile
der Farbschicht auf der inneren Etikettlage haften bleiben. Die Farbschicht bricht
vorzugsweise nicht im Informationsbereich auf. Dadurch wir eine versteckte Information
sichtbar, die auch beim erneuten aufeinanderlegen der beiden Etikettlagen sichtbar
bleibt. Der Begriff der Farbschicht ist hier weit auszulegen. Durch ihr Aufbrechen
wird der von außen sichtbare optische Eindruck verändert. Sie könnte auch transparent
sein und auf einer durchgehenden farbigen Schicht aufliegen.
[0015] Erfindungsgemäß ist in dem Überlappungsbereich ein Informationsbereich vorgesehen,
der eine Information verdeckt, so dass sie von außen nicht sichtbar ist, wenn der
erste Erstöffnungsnachweis noch nicht ausgelöst wurde. Die Information des Informationsbereichs
ist vorzugsweise von der Information des ersten Erstöffnungsnachweises örtlich getrennt.
Vorzugsweise ist der Informationsbereich frei vom ersten Erstöffnungsnachweis und
günstigerweise bricht die Farbschicht nicht im Informationsbereich auf.
[0016] Vorzugsweise ist der Informationsbereich auf der inneren Etikettlage vorgesehen und
von der äußeren Etikettlage abgedeckt, und er weist vorzugsweise eine haftende Verbindung
zur äußeren Etikettlage vor einer Erstöffnung des ersten Erstöffnungsnachweises auf.
[0017] Die Information kann in einfacher und kostengünstiger Weise jedem Versiegelungsetikett
individuell zugeordnet werden, z. B. indem sie auf den Informationsbereich aufgedruckt
wird. Das ist für Gewinncodes eines Gewinnspiels besonders geeignet. Darüber hinaus
bleibt die Information auch lesbar, wenn das Versiegelungsetikett auf reliefartigen
Oberflächen aufgeklebt ist und der erste Erstöffnungsnachweis nicht vollflächig auslöst.
[0018] Der erste Erstöffnungsnachweis ist dadurch auslösbar, dass die äußere Etikettlage
von der inneren Etikettlage abgezogen wird und vorzugsweise zusätzlich von der Oberfläche
des Verschlusses abgezogen wird. Der erste Erstöffnungsnachweis kann als sogenannter
Void-Effekt ausgebildet sein. Dabei handelt es sich um einen Effekt, der durch Abziehen
einer Trägerschicht von einem Schichtaufbau des Versiegelungsetiketts Schichten und
Teile davon mitabreißt und durch Aufbrechen, z. B. einer Farbschicht, eine in dem
Schichtaufbau versteckte Information sichtbar macht, die nicht wieder verdeckbar ist
und die erste Erstöffnung nachweist. Die im ersten Erstöffnungsnachweis versteckte
Information ist von der nur verdeckten Information des Informationsbereiches zu unterscheiden.
[0019] Die Erfindung eignet sich besonders zum Verdecken von für jedes Versiegelungsetikett
individualisierter Information, beispielsweise verschlüsselten oder unmittelbar lesbaren
Gewinncodes eines Gewinnspiels.
[0020] Günstigerweise weist die innere Etikettlage an ihrer den Verschlussteilen zugewandten
Innenseite eine vorzugsweise zusammenhängende und vollflächige Klebschicht auf, mit
der die Innenseite an dem ersten Verschlussteil und an dem zweiten Verschlussteil
verklebt ist und einen zweiten Erstöffnungsnachweis ausbildet. Die innere Etikettlage
ist sowohl auf dem ersten Verschlussteil als auch auf dem zweiten Verschlussteil verklebt.
Die Verklebungen sind jeweils möglichst vollflächig auf den Verschlussteilen ausgebildet.
Es ist jedoch auch denkbar, dass die Oberfläche zumindest eines der Verschlussteile
eine reliefartige Struktur aufweist, also die Verklebungen nur bereichsweise und ständig
unterbrochen erfolgen. Die Verklebungen sind dennoch hinreichend fest, um bei einer
Relativbewegung des ersten und zweiten Verschlussteils gegeneinander den zweiten Erstöffnungsnachweis
auszulösen. Das Auslösen geschieht dadurch, dass durch die Relativbewegung die innere
Etikettlage irreversibel aufreißt.
[0021] Vorzugsweise weist die innere Etikettlage einen inneren Etikettstreifen auf, der
vorzugsweise so lang ausgebildet ist und günstigerweise auf seiner Innenseite mit
einer Klebschicht versehen ist, dass er auf dem zweiten Verschlussteil verklebt ist,
während vorzugsweise der Überlappungsbereich zwischen innerer und äußerer Etikettlage
auf dem ersten Verschlussteil verklebt ist. Dazu ist eine Innenseite der inneren Etikettlage
vorzugsweise vollflächig mit der Klebschicht versehen und mit einem Abschnitt auf
einer Oberfläche des ersten Verschlussteils und mit einem anderen Abschnitt auf einer
Oberfläche des zweiten Verschlussteils aufgeklebt, und zwar so stark, dass bei einer
Relativbewegung der beiden Verschlussteile der innere Etikettstreifen aufreißt.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung geht von der äußeren
Etikettlage ein äußerer Etikettstreifen ab, der vorzugsweise an seiner Innenseite
mit einer Klebschicht versehen ist und ebenfalls mit dem zweiten Verschlussteil verklebt
ist. Da die äußere Etikettlage im Überlappungsbereich im versiegelten Zustand fest
mit der inneren Etikettlage verbunden ist, bildet in dieser Ausführungsform der äußere
Etikettstreifen ebenfalls einen Teil des zweiten Erstöffnungsnachweises aus, indem
beim Öffnen des Verschlusses zusätzlich zum inneren Etikettstreifen auch der äußere
Etikettstreifen reißt und somit einen irreversiblen Nachweis der Öffnung des Verschlusses
verkörpert, oder der äußere Etikettstreifen reißt nicht. Dann wird beim Öffnen des
Verschlusses nur der erste Erstöffnungsnachweis ausgelöst.
[0023] Günstigerweise ist der erste Erstöffnungsnachweis unabhängig vom zweiten Erstöffnungsnachweis
auslösbar.
[0024] Der erste Erstöffnungsnachweis ist vorzugsweise durch einen Void-Effekt verkörpert.
Eine Möglichkeit der Ausbildung eines Void-Effektes ist in
DE 10 2012 218 033 A1 offenbart. Die Offenbarung der genannten Druckschrift wird hier vollständig einbezogen.
Der erste Erstöffnungsnachweis ist so ausgebildet, dass er sich durch Abtrennen der
äußeren Etikettlage von der inneren Etikettlage und ggf. zusätzlich der Oberfläche
des Verschlusses ausbildet. Vorzugsweise findet die Abtrennung über den gesamten Überlappungsbereich
statt. Die Information ist vorzugsweise nur auf den Informationsbereich aufgedruckt,
kann aber auch in den Schichtaufbau des ersten Erstöffnungsnachweises integriert werden.
[0025] Vorzugsweise weist die äußere Etikettlage eine feste, nicht zerreißbare Trägerschicht
auf, so dass durch Abreißen der äußeren Etikettlage mit der äußeren Trägerschicht
der Void-Effekt ausgelöst wird. Solange die innere Etikettlage mit dem Verschluss
verklebt ist, wird der Void-Effekt beim Abreißen der äußeren Etikettlage nicht eingeschränkt,
selbst wenn die innere Etikettlage und deren Trägerschicht leicht zerreißbar sind.
Der Void-Effekt kann sich auch auf eine oder mehrere Bereiche beziehen, in denen die
äußere Etikettlage unmittelbar auf die Oberfläche des Verschlusses aufgebracht ist
und zwischen der äußeren Etikettlage und der Oberfläche des Verschlusses keine innere
Etikettlage vorhanden ist.
[0026] Vorzugsweise ist auf der dem Verschlussteil zugewandten Oberfläche der inneren Trägerschicht
der inneren Etikettlage eine Klebmasseschicht, vorzugsweise Haftklebmasseschicht,
aufgebracht, mit der die innere Trägerschicht der inneren Etikettlage auf die Oberfläche
des Verschlussteils aufgeklebt werden kann.
[0027] Ein möglicher Schichtaufbau des Void-Effektes ist in
DE 10 2012 218 033 A1 beschrieben. Die äußere Etikettlage kann innenseitig eine Haftklebmasseschicht aufweisen,
mit der sie im Überlappungsbereich auf die innere Etikettlage und sonst auf die Oberfläche
des Verschlusses, vorzugsweise des ersten Verschlussteils, geklebt ist. Auf die Klebmasseschicht
kann eine zweite Farbschicht aufgebracht sein, auf der bereichsweise eine zweite haftungssteuernde
Schicht und komplementär dazu, durch eine erste Farbschicht beabstandet, eine erste
haftungssteuernde Schicht vorgesehen ist, über der die Trägerschicht der äußeren Etikettlage
aufgebracht ist. Durch Abziehen der äußeren Etikettlage von der inneren Etikettlage
bricht die erste Farbschicht auf und offenbart die verdeckte Information, vorzugsweise
in Form eines lesbaren oder verschlüsselten Codes. Vorzugsweise bricht die Farbschicht
über dem gesamten Überlappungsbereich auf. Die innere Etikettlage kann allein aus
einer inneren Trägerschicht bestehen. Die Trägerschicht weist dann den Informationsbereich
auf, in dem die Information aufgedruckt ist.
[0028] Die innere Etikettlage kann mehrteilig ausgebildet sein. Sie ist vorzugsweise entlang
ihrer Flächenausdehnung mehrteilig ausgebildet. Nach Abziehen der äußeren Etikettlage
ist die an dem Verschluss verbleibende innere Etikettlage dann nicht zusammenhängend
ausgeformt.
[0029] Die Erfindung betrifft auch eine Serie von Versiegelungsetiketten, wobei in den Informationsbereichen
verschiedener Versiegelungsetiketten jeweils wenigstens ein serialisierter Code aufgedruckt
ist. Der Code ist serialisiert, d. h. jedem Versiegelungsetikett ist ein anderer individueller
Code zugeordnet und in den Informationsbereich eingebracht, vorzugsweise eingedruckt.
So lässt sich eine große Anzahl unterschiedlicher, vorzugsweise paarweise unterschiedlicher,
Versiegelungsetiketten herstellen. Solche Serien eignen sich insbesondere zur kostengünstigen
Herstellung von Versiegelungsetiketten, die als Information die Codes eines Gewinnspiels
enthalten.
[0030] Die Trägerschichten können aus Papier oder einem Kunststoff wie PE, PET o. Ä. bestehen.
[0031] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels in drei Figuren beschrieben.
Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Verschlusses mit einem erfindungsgemäßen
Versiegelungsetikett,
- Fig. 2
- das erfindungsgemäße Versiegelungsetikett mit einer äußeren Etikettlage, einer inneren
Etikettlage und in einem versiegelten Zustand,
- Fig. 3
- das Versiegelungsetikett in Fig. 2 in dem versiegelten Zustand, eine innere Etikettlage
nach dem Öffnen und eine äußere Etikettlage nach dem Öffnen.
[0032] In Fig. 1 ist ein Beispiel eines Verschlusses 1 in Form eines in eine Öffnung eines
Flaschenhalses 2 gesteckten Flaschenkorkens 3 mit einem Griffteil 6 und einem Korkenstück
7 dargestellt. Es sind jedoch auch andere Ausführungsformen des Verschlusses 1 denkbar.
Beispielsweise eine perforierte, aufreißbare Lasche, ein Dosenverschluss usw. Ein
erfindungsgemäßes Versiegelungsetikett 4 ist in Form eines Versiegelungsstreifens
über das aus Kunststoff bestehende Griffteil 6 des Flaschenkorkens 3 von einer Außenwand
des Flaschenhalses 2 über eine Oberseite des Griffteils 6 geführt und optional auf
der gegenüberliegenden Seite des Flaschenhals 2 geführt. Das Versiegelungsetikett
4 kann an beiden Seiten des Flaschenhalses 2 oder zumindest an einer Seite des Flaschenhalses
2 außen aufgeklebt sein. Das Versiegelungsetikett 4 ist auch auf die Außenseite, insbesondere
Oberseite des Griffteils 6 des Flaschenkorkens 3, aufgeklebt. Die Oberseite des Griffteils
6 des Flaschenkorkens 3 kann reliefartig ausgestaltet sein.
[0033] Das Versiegelungsetikett 4 bildet einen ersten Erstöffnungsnachweis aus, der weiter
unten beschrieben wird und in Figur 3 dargestellt ist und nach der Erstöffnung verschiedene
Codes freilegt, die beispielsweise Teil eines Gewinnspiels sind. Die Codes sind in
einem Informationsbereich 8 aufgedruckt.
[0034] Das Versiegelungsetikett 4 umfasst aber auch einen zweiten Erstöffnungsnachweis,
der in herkömmlicher Weise über das Aufreißen eines oder zweier Etikettstreifen 18,
19 einen Nachweis des Öffnens der Flasche erbringt; durch das Öffnen der Flasche wird
der Verschluss 1 geöffnet, also der Flaschenkorken 3 gegen den Flaschenhals 2 relativ
bewegt und dadurch der über eine Trennlinie zwischen Flaschenhals 2 und Flaschenkorken
3 geklebte innere Versiegelungsstreifen, der perforiert oder angestanzt ist, aufgerissen.
Das Aufreißen des inneren Etikettstreifens 18 ist irreversibel.
[0035] Das Versiegelungsetikett 4 weist eine äußere Etikettlage 11 und eine innere Etikettlage
12 auf, die äußere und die innere Etikettlage 11, 12 sind schematisch in der Fig.
2 dargestellt. Beide Etikettlagen 11, 12 sind in einem Überlappungsbereich schon bei
der Herstellung des Versiegelungsetikettes 4 zusammengefügt.
[0036] Fig. 2 zeigt den zweilagigen Aufbau des Versiegelungsetikettes 4. Links ist die äußere
Etikettlage 11 und in der Mitte die innere Etikettlage 12 dargestellt, die zusammen
das Versiegelungsetikett 4 in Fig. 1 ausbilden. Die äußere Etikettlage 11 weist einen
verbreiterten Bereich 13 auf, der im Wesentlichen quadratisch mit abgerundeten Ecken
ausgebildet ist und der in seiner Ausdehnung einen verbreiterten Bereich 14 der inneren
Etikettlage 12 im versiegelten Zustand vollständig abdeckt, wie die rechte der drei
Abbildungen der Fig. 2 zeigt.
[0037] Die äußere Etikettlage 11 weist darüber hinaus einen Anfasser 16 auf, mit dem die
äußere Etikettlage 11 von der inneren Etikettlage 12 abgezogen werden kann. Die innere
Etikettlage 12 weist in ihrem verbreiterten Bereich 14 den Informationsbereich 8 mit
einem Code 17a und zusätzlich einem verschlüsselten Code 17b auf. Von dem verbreiterten
Bereich 14 geht ein innerer Etikettstreifen 18 ab. Von der äußeren Etikettlage 11
geht ein äußerer Etikettstreifen 19 ab, wobei der äußere Etikettstreifen 19 deutlich
kürzer, etwa ein Fünftel der Länge des inneren Etikettstreifens 18, ausgebildet ist;
Der äußere Etikettstreifen 19 ist in dieser Ausführungsform ausschließlich mit dem
Verschlussteil 6 des Flaschenkorkens 3 verklebt und nicht so lang ausgebildet, dass
er auch mit der Außenseite des Flaschenhalses 2 in Berührung kommt. Es sind jedoch
auch andere Ausführungsformen denkbar, die darin bestehen, den äußeren Etikettstreifen
19 so lang auszubilden, dass er vorzugsweise genau wie der innere Etikettstreifen
18 auch auf der Außenwandung des Flaschenhalses 2 aufgeklebt ist.
[0038] Die innere Etikettlage 12 weist an ihrer dem Verschluss zugewandten Innenseite vollflächig
eine Klebstoffschicht auf, mit der sie vollflächig auf den Verschluss ausgeklebt werden
kann. Die äußere Etikettlage 11 überlappt zum einen den verbreiterten Bereich 14 der
inneren Etikettlage 12 und ist dort auf sie mittels einer Klebmasseschicht aufgeklebt
und ist auch sonst auf ihrer Innenseite vorzugsweise ebenfalls mit einer Klebmasseschicht
versehen, mit der sie in einem Kontaktbereich der äußeren Etikettlage 11 mit der Oberfläche
des Verschlusses 1 auf den Verschluss 1 aufgeklebt sein kann.
[0039] Die sich überlappenden verbreiterten Bereiche 13, 14 der beiden Etikettlagen 11,
12 und der Kontaktbereich der äußeren Etikettlage 11 auf der Oberfläche des Verschlusses
1 bilden zusammen einen ersten Erstöffnungsnachweis aus; dieser kann in Form eines
Void-Effektes auf verschiedene Weisen ausgebildet sein. Eine mögliche Ausbildung ist
in
DE 10 2012 218 033 A1 veröffentlicht; der Offenbarungsgehalt dieser Druckschrift wird hier vollständig
miteinbezogen.
[0040] Der erste Erstöffnungsnachweis ist in der äußeren Etikettlage 11 untergebracht. Die
äußere Etikettlage 11 ist mittels einer Haftklebeschicht auf die innere Etikettlage
12 aufgeklebt. An die Haftklebeschicht schließt sich unmittelbar eine zweite Farbschicht
an. Zwischen der zweiten Farbschicht und einer ersten Farbschicht ist bereichsweise
eine zweite haftungssteuernde Schicht angeordnet. Zwischen einer ersten haftungssteuernden
Schicht und der zweiten haftungssteuernden Schicht ist die erste Farbschicht angeordnet,
die beim Ablösen der äußeren Etikettlage 11 von der inneren Etikettlage 12 aufbricht
und einen Void-Effekt ausbildet. Die Trägerschicht der äußeren Etikettlage 11 ebenso
wie die haftungssteuernden Schichten, insbesondere die erste haftungssteuernde Schicht,
können vorzugsweise transparent ausgebildet sein. Vor der ersten Erstöffnung ist von
außen lediglich die erste Farbschicht zu erkennen. Nach dem Aufbrechen des Versiegelungsetikettes
4 bleibt die innere Etikettlage 12 auf dem Griffteil 6 kleben. Die äußere Etikettlage
11 wird abgezogen und entfernt. Auf dem Teil des ersten Erstöffnungsnachweises, der
gemäß der mittleren Darstellung der Fig. 3 auf der inneren Etikettlage 12 verbleibt,
ist die zweite Farbschicht zu erkennen. Die rechte Darstellung der Fig. 3 zeigt den
abgezogenen Teil des Versiegelungsetikettes 4.
[0041] Der abgelöste Teil kann zwar wieder auf den verbleibenden Teil aufgedrückt werden,
um die Codes 17a, 17b zu verdecken; der ausgelöste erste Erstöffnungsnachweis in Form
der geöffneten Schlösser bleibt aber erkennbar.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Verschluss
- 2
- Flaschenhals
- 3
- Flaschenkorken
- 4
- Versiegelungsetikett
- 6
- Griffteil
- 7
- Korkenstück
- 8
- Informationsbereich
- 11
- äußere Etikettlage
- 12
- innere Etikettlage
- 13
- verbreiterter Bereich der äußeren Etikettlage
- 14
- verbreiterter Bereich der inneren Etikettlage
- 16
- Anfasser
- 17a
- Code
- 17b
- verschlüsselter Code
- 18
- innerer Etikettstreifen
- 19
- äußerer Etikettstreifen
1. Versiegelungsetikett für einen Verschluss (1),
mit einer äußeren Etikettlage (11) und einer inneren Etikettlage (12), die sich bereichsweise
unter Kontakt miteinander in einem Überlappungsbereich überlappen und über den Überlappungsbereich
einen ersten Erstöffnungsnachweis mit einer Farbschicht ausbilden, die beim Erstöffnen
über dem Überlappungsbereich aufbricht, wobei in dem Überlappungsbereich ein Informationsbereich
(8) vorgesehen ist, der eine von außen nicht sichtbar verdeckte Information (17a,
17b) enthält.
2. Versiegelungsetikett nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass sich der erste Erstöffnungsnachweis auch über einen Kontaktbereich der äußeren Etikettlage
(11) mit einer Oberfläche des Verschlusses erstreckt.
3. Versiegelungsetikett nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die äußere und/oder innere Etikettlage (11, 12) in einem Kontaktbereich mit einem
ersten und einem zweiten Verschlussteil (3, 2) einen zweiten Erstöffnungsnachweis
ausbildet.
4. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die innere Etikettlage (12) an ihrer den Verschlussteilen (2, 3) zugewandten Innenseite
eine Klebschicht aufweist, mit der die Innenseite an dem ersten Verschlussteil (3)
und an dem zweiten Verschlussteil (2) verklebt ist und den zweiten Erstöffnungsnachweis
ausbildet.
5. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Etikettlage (11) an ihrer Innenseite eine Klebschicht aufweist, mit der
die Innenseite an der inneren Etikettlage (12) verklebt ist und an eine Oberfläche
des ersten Verschlussteils (3) verklebbar ist.
6. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass durch Abziehen der äußeren Etikettlage (11) von der inneren Etikettlage (12) der
erste Erstöffnungsnachweis auslösbar ist.
7. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass durch Relativbewegung des ersten und zweiten Verschlussteils (3, 2) der zweite Erstöffnungsnachweis
auslösbar ist.
8. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass an der inneren Etikettlage (12) ein innerer Etikettstreifen (18) vorgesehen ist,
der auf dem zweiten Verschlussteil (2) verklebbar ist.
9. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die innere Etikettlage (12) im Überlappungsbereich auf dem ersten Verschlussteil
(3) verklebbar ist.
10. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass von der äußeren Etikettlage (11) ein äußerer Etikettstreifen (19) abgeht, der mit
dem zweiten Verschlussteil (2) verklebbar ist.
11. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Erstöffnungsnachweis durch ein Zerreißen des inneren und/oder äußeren
Etikettstreifens (18, 19) verkörpert ist.
12. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Erstöffnungsnachweis durch einen Void-Effekt verkörpert ist.
13. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Erstöffnungsnachweis nach dem Öffnen als Information einen Gewinncode (17a)
für ein Gewinnspiel offenbart.
14. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die innere Etikettlage (12) eine innere Trägerschicht umfasst und die äußere Etikettlage
(11) eine äußere Trägerschicht umfasst und der Void-Effekt in der äußeren Etikettlage
(11) angeordnet ist.
15. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass an der äußeren Etikettlage (11) ein Anfasser (16) vorgesehen ist.
16. Versiegelungsetikett nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die innere Etikettlage (12) mehrteilig ausgebildet ist.
17. Serie von Versiegelungsetiketten nach jeweils einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass in den Informationsbereichen (8) verschiedener Versiegelungsetiketten jeweils wenigstens
ein serialisierter Code (17a, 17b) aufgedruckt ist.